Startseite aufrufen (Eingabetaste drücken)
Zugang zu den Inhalten der Seite (mit der Eingabetaste bestätigen)
Liste der anderen Websites aufrufen (Eingabetaste drücken)

FIFA: Parlament fordert Übergangs-Präsidenten

Plenartagung Pressemitteilung - Sport11-06-2015 - 12:35
 
The FIFA logo is pictured at the FIFA headquarters in Zurich   Umfassende Reformen und mehr Transparenz sind dringend erforderlich bei der FIFA, sagen die Abgeordneten ©BELGAIMAGE/AFP/M.Buholzer

Das Europäische Parlament bedauert, dass die jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen den internationalen Fußballverband FIFA die Glaubwürdigkeit und Integrität des Weltfußballs schwerwiegend beschädigt haben. So steht es in einer Resolution, die am Donnerstag verabschiedet wurde. Die Abgeordneten fordern zudem eine Nulltoleranz-Politik in Bezug auf Korruption im Sport und heben hervor, dass eine radikale Reform der Strukturen und Verfahren der FIFA dringend erforderlich ist.


Das Parlament begrüßt den Rücktritt Joseph Blatters vom Amt des FIFA-Präsidenten und fordert den Verband auf, einen Übergangs-Präsidenten auszuwählen, der ihn umgehend ablöst. Die FIFA sollte offene, ausgewogene und demokratische Entscheidungsprozesse einführen, auch bei der Wahl des neuen Präsidenten, so der Text der Entschließung, die per Handzeichen angenommen wurde.


Vergabe der WM an Russland und Katar ungültig bei Korruptionsnachweis


In der Resolution verlangen die Abgeordneten, dass alle in finanzielles Fehlverhalten verwickelten Offiziellen aus ihren Ämtern entfernt und Entscheidungen, die mit korrupten oder kriminellen Tätigkeiten zusammenhängen, überprüft werden.


Sie unterstreichen die große Bedeutung der Ermittlungen der Schweizer und US-amerikanischen Justizbehörden zu der Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees, die Weltmeisterschaften 1998, 2010, 2018 bzw. 2022 an Frankreich, Südafrika, Russland bzw. Katar zu vergeben und begrüßen die Erklärung des Vorsitzenden der der Audit- und Compliance-Kommission der FIFA, dass die Vergabe der Weltmeisterschaft für 2018 und 2022 für ungültig erklärt werden könnte, wenn sich erweist, dass die Vergaben nur als Ergebnis korrupter Tätigkeiten zustande gekommen sind.

 

Ethische Standards sollten durch unabhängiges Aufsichtsorgan überwacht werden

 

Das Parlament betont, dass die Korruption innerhalb der FIFA "zügellos, systembedingt und tief verwurzelt" ist, und dass deshalb weitreichende Reformen des Fußballverbands erforderlich sind, einschließlich einer Überprüfung der Statuten, der Struktur, der Reglements und der operativen Strategien und Verfahren. Der Verband sollte Transparenz und Rechenschaftspflicht herbeiführen, insbesondere in Bezug auf die Entscheidungsprozesse und die Gehälter der höheren und gehobenen Führungsebene. Er sollte ebenfalls Amtszeitbegrenzungen und unabhängige Sorgfaltsprüfungen für Mitglieder des Exekutivkomitees einführen, so der Text.


Die Abgeordneten fordern die FIFA auf, strenge ethische Standards und einen Verhaltenskodex für ihre Leitung und ihr Exekutivkomitee einzuführen, die durch ein unabhängiges Aufsichtsorgan überwacht werden.


EU und die Mitgliedstaaten sollten vorbehaltlos mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten


Sie fordern zudem die Mitgliedstaaten und die EU auf, an allen laufenden und künftigen Untersuchungen zu Anschuldigungen wegen korrupter Praktiken in den Reihen der FIFA mitzuwirken. Die Mitgliedstaaten sollten die Zusammenarbeit bei der Durchsetzung der einschlägigen Rechtsvorschriften durch gemeinsame Untersuchungsgruppen und die Kooperation zwischen den Justizbehörden ausweiten und alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, jedes mögliche Anzeichen für Korruption durch die FIFA und Offizielle nationaler Fußballverbände im EU-Gebiet zu verfolgen, so der Text der Entschließung.


Baku-Europaspiele und politische Gefangene in Aserbaidschan


Mittwochabend haben die Abgeordneten im Plenum über die Frage diskutiert, ob die Europaspiele in Baku (Aserbaidschan) abgehalten werden sollen, während die meisten Menschenrechtsverteidiger in dem Land inhaftiert sind. Sie forderten den Rat auf, olympische Komitees und große Sportverbände dazu zu drängen, die Einhaltung der Menschenrechte zur Bedingung für die Vergabe internationaler Sportereignisse zu machen. Die meisten Abgeordneten unterstrichen, dass solche Ereignisse wirtschaftlich und politisch wichtig sind und äußerten sich besorgt darüber, dass autokratische Regierungen sie nutzen könnten, um den weltweiten Ruf ihres Landes zu verbessern.

REF : 20150604IPR62873
 
 
Kontakt
 
 
 
 
 
  • Jens POTTHARST
  • BERLIN OFFICE
  • Telefon(+49) 30 22 80 12 00
  • Telefon(+33) 3 881 64025 (STR)
  • Mobiltelefon(+49) 151 172 57 196