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Europäischer Drogenbericht 2015: Heroinkonsum sinkt, Cannabiskonsum unverändert

Andere Artikel - Gesundheitswesen16-06-2015 - 17:51
 
Drogenkonsum in Europa

Europa ist ein wichtiger Markt für Drogen. Dies wird durch die heimische Herstellung als auch durch den Drogenschmuggel aus anderen Regionen belegt. So steht es im Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) für das Jahr 2015. Deren Direktor Wolfang Götz stellt den Bericht dem Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten am Mittwoch (17.6.) vor. Verfolgen Sie die Präsentation ab 9 Uhr. In unserer Infografik finden Sie die wichtigsten Angaben zum Drogenkonsum in Europa


Mit durchschnittlich zwei neuen Drogen, die pro Woche auf dem Markt erscheinen, wächst das Drogenangebot. 2014 wurden 101 psychoaktive Substanzen zum ersten Mal identifiziert. 450 Substanzen sind heute bekannt. Die "bekannten" Drogen wie Cannabis und Kokain werden weiterhin am stärksten konsumiert.



Drogenkonsum in Europa


Cannabis ist weiterhin Europas Droge Nummer 1. 23,3% aller Europäer zwischen 15 und 64 Jahren geben an, die Droge zumindest einmal ausprobiert zu haben und beinahe 1% gibt an, Cannabis täglich zu konsumieren.


Die meisten Drogendelikte beziehen sich auf Cannabis. Cannabis ist mit einem Anteil von 80% die am häufigsten sichergestellte Droge. Im Jahre 2013 wurden 671 000 Cannabisprodukte in der EU sichergestellt und weitere 30 000 Cannabispflanzen beschlagnahmt. Auch im Ranking der Verstöße gegen das Drogengesetz nimmt der Cannabiskonsum die Topposition ein. Der Bericht gibt an, dass die Verfügbarkeit von Cannabisprodukten mit hohem Wirkstoffgehalt zunimmt.


Der Konsum von Heroin und anderen Opioiden ist laut Bericht relativ selten und scheint auch rückläufig zu sein. Es wird geschätzt, dass in Europa ungefähr 1,3 Millionen Menschen sogenannte "problematische Konsumenten" sind. Die EMCDDA definiert als problematischen Konsum die Injektion von Drogen oder den regelmäßigen beziehungsweise über einen längeren Zeitraum erfolgenden Konsum von Opiaten, Kokain und/oder Amphetaminen. Diese 1,3 Millionen Süchtigen besitzen die höchste Sterblichkeitsrate und benötigen die höchsten Therapiekosten. Im Jahre 2013 begaben sich 175 000 Heroinsüchtige in Behandlung. Im Durchschnitt sind diese Personen 34 Jahre alt. Dies entspricht einem Plus von fünf Jahren gegenüber dem Jahre 2013. Die Anzahl der Menschen, die heroinsüchtig wurden, hat sich im Zeitraum von 2007 bis 2013 mit 59 000 beziehungsweise 23 000 Fällen nahezu halbiert.


Kokain ist das am zweithäufigsten konsumierte Stimulans in Europa und als Wochenend- und Urlaubsdroge bekannt. 4,6% der Europäer geben an, schon mindestens einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert zu haben. Im Jahre 2013 wurden in 78 000 Beschlagnahmungen insgesamt 63 Tonnen Kokain in der Europäischen Union sichergestellt.


Laut Bericht enthält die Droge Ecstasy zunehmend einen erhöhten Anteil an MDMA (3,4-Methylenedioxymethamphetamine). Produkte mit einem hohen Reinheitsgrad sind somit vermehrt auf dem Markt erhältlich. 3,6% aller Erwachsenen haben Ecstasy mindestens einmal in ihrem Leben genommen.


Amphetamine wurden von 3,5% aller Europäer mindestens einmal genommen. Amphetamine werden in Europa vorwiegend für den europäischen Markt hergestellt. Ein geringer Anteil ist für den Export bestimmt.



Drogenkonsum in Deutschland und Österreich


In Deutschland wurden im Jahre 2012 4,8 Tonnen Cannabiskraut, 1,3 Tonnen Kokain und 270 kg Heroin sichergestellt. In Österreich waren es 1,4 Tonnen Cannabiskraut, 80 kg Heroin und 25 kg Kokain.


23,1% der Deutschen zwischen 15 und 64 Jahren geben an, bereits mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. 3,4% haben bereits mindestens einmal Kokain genommen. 14,2% der Österreicher zwischen 15 und 64 Jahren geben an, bereits mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. 2,2% haben bereits mindestens einmal Kokain genommen.



EMCDDA


Die Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) wurde im Jahre 1993 gegründet und nahm 1995 ihre Tätigkeit auf. Sie gehört zu den dezentralen Agenturen der EU und befindet sich in Lissabon. Die EMCDDA liefert der EU und ihren Mitgliedstaaten einen sachlichen Überblick über die europäische Drogenproblematik.


Sie können die Präsentation des Drogenberichts am Mittwoch (17.6.) von 9 bis 9.30 Uhr hier live verfolgen


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