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Datenschutz: Persönliche Informationen nicht leichtfertig herausgeben

Andere Artikel - Informationen27-01-2012 - 16:12
 
Umfrageergebnisse zum Datenschutz in Europa   Umfrageergebnisse zum Datenschutz in Europa

Immer mehr Behörden, Firmen und andere Dienstleister verlagern ihre Kundenkontakte ins Internet. Freunde treffen sich auf Facebook oder tauschen sich auf Twitter aus. Doch unbedarfte Äußerungen und Posts können sich rächen, denn das "Internet vergisst nicht". EU-Abgeordnete fordern daher das "Recht, vergessen zu werden".


Manchmal ist es so schwer zu widerstehen: man ist furchtbar verliebt, einfach wütend oder betrunken und möchte die ganze Welt daran teilhaben lassen. Also schreibt man auf Facebook oder schickt eine Twitter-Nachricht. Doch dabei gibt man manchmal auch persönliche Daten preis.


Auch aus diesem Grund beschäftigt sich das EU-Parlament immer häufiger mit Gesetzesinitiativen zum Datenschutz in der EU und weltweit (SWIFT, NPR). Die politischen Fraktionen im Parlament debattieren hart, um die richtige Balance zwischen Datenschutz und Online-Sicherheit zu finden.


Aus Anlass des Europäischen Datenschutztages (Sonnabend) haben wir einige interessante Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage zum Datenschutz aus dem vergangenen Jahr zusammengetragen. Die deutsche Sozialdemokratin Birgit Sippel, ein Mitglied des Justizausschusses des EU-Parlaments, erläutert die Zahlen und beschreibt, was das EU-Parlament in seinem Initiativbericht zur Reform der EU-Datenschutzrichtlinie vorschlägt.  


Über einige Punkte sind sich Parlament und Kommission bereits einige, so etwas das Recht, vergessen zu werden, also das Recht, eigene Daten online löschen zu können.


Für 74% aller Europäer gehört es zum modernen Leben, persönliche Daten preiszugeben.


Die derzeitig noch gültige Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 1995 entspricht nicht mehr den Anforderungen des digitalen Zeitalters und muss angepasst werden. Wir brauchen Vorschriften, die ein hohes Schutzniveau garantieren, gleichzeitig aber nicht das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit einschränken oder unnötigerweise die tägliche, oftmals harmlose Verarbeitung von personenbezogenen Daten verhindern.


75% der EU-Bevölkerung fordern das Recht, persönliche Daten zu jeder Zeit und von jedweder Webseite löschen zu können.


Das "Recht, vergessen zu werden", muss allen EU-Bürgern garantiert werden, sodass ihre Daten gelöscht werden, wenn der Grund für die Speicherung erlischt. Hierfür ist es besonders wichtig, dass die betroffene Person zu jeder Zeit weiß, welche Daten durch wen, wann, zu welchem Zweck, für welchen Zeitraum gespeichert wurden und wie diese verarbeitet werden. Es ist wichtig, dass EU-Bürgern das "Recht, vergessen zu werden" nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der EU eingeräumt wird.


67% aller Europäer wissen nicht, dass es in ihrem Land öffentliche Behörden gibt, die für den Schutz persönlicher Daten kämpfen.


Nationalen Datenschutzbehörden sind derzeit noch sehr unterschiedlichen Regelungen unterworfen und die europäischen Mindeststandards werden nicht einheitlich umgesetzt. Deshalb begrüßt das Europäische Parlament den Kommissionsvorschlag, die nationalen Datenschutzbehörden zu stärken. Wir brauchen eine Bewusstseinsänderung im Hinblick auf den Umgang mit personenbezogenen Daten und die Erkenntnis, dass nur ein harmonisierter europäischer Rechtsrahmen den EU-Bürgern Schutz vor Missbrauch ihrer Daten bieten kann.

REF : 20120120STO35905