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Othmar Karas verlangt schärfere Vorschriften für Bankerboni

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Othmar Karas   Othmar Karas

Mit hohen Profiten, Kreditvergaben und Zinserhebungen verdienten Banker sich großzügige Bonuszahlungen. Zu großzügig, wird nun bemängelt. Die hohen Bonuszahlungen hätten Banker dazu verführt, überhöhte Risiken einzugehen. Risiken, die unsere Banken in so große Schwierigkeiten brachten, dass die Steuerzahler dafür aufkommen mussten. Der Christdemokrat Othmar Karas aus Österreich vermutet, dass striktere Regeln für Bankerboni zur Lösung beitragen könnten.


Vor unserem Interview mit Karas, chattete der Abgeordnete auf der Facebook-Seite des Europäischen Parlaments mit interessierten Nutzern, und beantwortete alle Fragen im Zusammenhang mit Bankerboni und der Wirtschaftskrise.


"Es gibt keinen Höchstbetrag für Bonuszahlungen. Was ich möchte, ist ein festes Verhältnis zwischen Gehalt und Bonus.", stellte Karas klar. "Ich schlage also vor, das Verhältnis zwischen Gehalt und Bonus auf 1:1 zu senken. Diese Zahlungen sollten keinen Anreiz für kurzsichtige oder riskante Aktionen bieten."


Aber werden Banken dann nicht einfach die Unternehmensgehälter erhöhen? "Das ist die Entscheidung der Manager", erklärte Karas. "Selbst wenn sie das täten, wäre das immer noch transparenter und ehrlicher, als niedrige Gehälter und heimliche Bonuszahlungen."


Karas ist zudem Berichterstatter der Eigenkapitalrichtlinie. Hier ginge es um mehr, als nur Bonuszahlungen, warnte der Abgeordnete. "Das Europäische Parlament ist überzeugt davon, dass Banken der Fels in der Brandung des internationalen Finanzmarkts sein müssen. Wir möchten, dass europäische Banken mehr und sichereres Kapital zur Seite legen, um auch auf Krisenzeiten vorbereitet zu sein."


Auf die Frage, was die wichtigsten Bestandteile eines robusten Bankensystem seien, antwortete Karas: "Genug Eigenkapitaleinsatz und Liquidität. Transparenz und Überwachung."


Die Gespräche über eine Bankenunion in der Euro-Zone sei laut Karas ein logischer Schritt vorwärts. "Seit der Einführung des Euros ist deutlich, dass ein integrierter Finanz- und Haushaltsrahmen notwendig ist. Genauso wie ein europäisches Sicherheitssystem für die wichtigsten Banken", erläutert er und fügt hinzu, dass es jetzt genug Gespräche gegeben habe. Nun sei Zeit für Taten.

REF : 20120625STO47620