Startseite aufrufen (Eingabetaste drücken)
Zugang zu den Inhalten der Seite (mit der Eingabetaste bestätigen)
Liste der anderen Websites aufrufen (Eingabetaste drücken)

EU-Abgeordnete weisen "Nur Männer"-Ansatz der EZB zurück

Plenartagung Pressemitteilung - Wirtschaft und Währung25-10-2012 - 13:26
 

Am Donnerstag wandten sich die EU-Abgeordneten endgültig gegen die Unfähigkeit des Rates, in der Europäischen Zentralbank (EZB), einer der einflussreichsten Institutionen der EU, für eine bessere Repräsentation von Frauen zu sorgen. Mit knapper Mehrheit betätigte das Plenum des Europaparlaments die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses, Yves Mersch als neues Mitglied des EZB-Vorstands abzulehnen.


Die Abgeordneten hatten bis Dienstagmorgen gehofft, dass Ratspräsident Herman Van Rompuy in seiner Rede vor dem Plenum konkrete Zugeständnisse für die bessere Repräsentation von Frauen vorschlagen würde. Doch seine Aussagen enttäuschten die Erwatungen.


“Van Rompuy hat die Chance versäumt, mehr als Lippenbekenntnisse zu einem wichtigen Themen anzubieten. Er hat keine Zusagen gemacht, nicht einmal einen Fahrplan für das weitere Vorgehen, um in Zukunft mehr Frauen in den EZB-Vorstand zu bringen. Europäische Institutionen sollten vorbildlich handeln und nicht Verzögerungstaktiken anwenden”, kommentierte die Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungsausschusses Sharon Bowles (ALDE, UK).


Hintergrund


Seit mehr als zwei Jahren wurde im Plenum und im Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments auf die mangelhafte Repräsentation von Frauen in der EZB hingewiesen. Beispiele dafür finden sich etwa in den Anhörungen für frühere EZB-Kandidaten wie Peter Praet, Mario Draghi, Jörg Asmussen und Benoit Coeuré. 


Am 8. Mai bat der Wirtschaftsausschuss daher den Präsidenten der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, schriftlich, vor der Nominierung neuer Kandidaten Frauen für Vorstandsposten in Erwägung zu ziehen. Auch sollten Mitgliedsstaaten einen mittelfristigen Plan vorlegen, um Spitzenposten in EZB, nationalen Zentralbanken und Finanzministerien mit mehr Frauen zu besetzen.


Einige Ausschussmitglieder entwarfen eine Liste mit potenziellen weiblichen Kandidaten für EZB-Posten. Das Parlament ist nicht verpflichtet, solche Listen zu erstellen.


Am 31. Mai lief das Mandat von José Manuel Gonzalez Paramo als Mitglied des EZB-Vorstands aus. Am 10. Juli empfahl der Rat Yves Mersch als Nachfolger für die vakante Stelle.


Am 5. September entschieden die Koordinatoren des Wirtschaftsausschusses die Anhörung mit Yves Mersch zu verschieben. Das Europaparlament hatte weder einen mittelfristigen Plan noch anderweitige Zusagen erhalten, dass auch Frauen für den Posten erwogen worden waren. Am 19. September und 3. Oktober brachte auch der Präsident des Parlaments, Martin Schulz, das Thema in Briefen an die Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, und der Kommission, José-Manuel Barroso, zur Sprache.

REF : 20121024IPR54369
 
 
Kontakt
 
  • John SCHRANZ
  • Pressedienst (Brüssel)
  • Telephone number(+32) 2 28 44264 (BXL)
  • Telephone number(+33) 3 881 74076 (STR)
  • Mobile number(+32) 498 98 14 02
 
  • Michaela FINDEIS
  • Pressedienst (Brüssel)
  • Telephone number(+32) 2 28 31141 (BXL)
  • Telephone number(+33) 3 881 73603 (STR)
  • Mobile number(+32) 498 98 33 32