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Europäischer Globalisierungsfonds: Weniger mit mehr? (Interview)

Plenartagung Artikel - Haushalt11-12-2013 - 16:35
 
Interview mit Marian Harkin   Marian Harkin: "Der Fonds mag zwar kleiner sein, aber noch existiert er. Und wenn damit auch nicht alle Probleme beseitigt werden können, so wird zumindest einigen Menschen geholfen, die ihre Arbeit verloren haben."

Wer aufgrund der Globalisierung seinen Arbeitsplatz verliert, kann auf Hilfe durch den Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung hoffen. Doch im Zuge der Kürzung des EU-Haushalts wurde auch der Etat des Fonds von derzeit 500 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro gekürzt. Die liberaldemokratische Berichterstatterin Marian Harkin (Irland) erläutert, was der Sozialfonds noch leisten kann.


Was wird sich beim Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) in den nächsten sieben Jahren ändern?


Der Umfang des Fonds ändert sich auf zwei Arten. Zuerst einmal wird er auch bei Arbeitsplatzverlusten in Folge der derzeitigen Wirtschaftskrise und nach Naturkatastrophen einspringen. Und er wird Hilfen für junge Menschen anbieten, die weder Arbeit haben, noch an einer Aus- oder Weiterbildung teilnehmen.


Wird der gekürzte Etat dafür ausreichen?


Die Mittelkürzung war der Preis, den wir zahlen mussten, um den Fonds am Leben zu erhalten.


Das Parlament wird in Zukunft seltener über den Einsatz dieser Mittel abstimmen als wir erhofft hatten. Für die kommenden sieben Jahre stehen nur 150 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, und das bei einer steigenden Zahl von Empfängern.


Wir haben zugestimmt, dass die Finanzhilfen beschränkt werden, weil einige Staaten die Gelder des Fonds nicht richtig verwenden. Damit sollten Ausbildungsmaßnahmen finanziert und junge Unternehmer unterstützt werden.


Einige EU-Staaten sind gegen den Fonds. Hat das Projekt eine Zukunft?

Schwer zu sagen. Einige Mitgliedsländer nutzen zwar die Gelder des Fonds, unterstützen das Projekt aber nicht, da sie glauben, das sei keine EU-Aufgabe. Die Zukunft des Fonds hängt davon ab, wer künftig an der Macht ist.


Was den Fonds wirklich wertvoll macht ist, dass er Arbeiter erreicht, die man sonst nur schwer ansprechen kann; also ältere Menschen, die nicht so gut ausgebildet sind.


Der Fonds mag zwar kleiner sein, aber noch existiert er. Und wenn damit auch nicht alle Probleme beseitigt werden können, so wird zumindest einigen Menschen geholfen, die ihre Arbeit verloren haben.

REF : 20131210STO30402
 
 
 
Mehr über den EGF
 

Der EGF kann bei massiven Stellenverlusten aufgrund sich wandelnder Handelsströme eingreifen. In Zukunft fallen darunter auch Entlassungen ausgelöst durch die Euro- und Finanzkrise.

 
 

Der EGF unterstützt Maßnahmen, die arbeitslosen Menschen Aus- und Weiterbildung finanzieren und bei der Arbeitssuche helfen.

 
 

In Zukunft können auch Angestellte mit befristeten Verträgen und Selbstständige Unterstützung beantragen.

 
 

EU-Staaten können die EGF-Gelder auch für Angebote für junge Menschen nutzen, die weder eine Arbeitsstelle haben oder eine Aus- und Weiterbildung absolvieren.