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Europäischer Datenschutzbeauftragter: Internetfirmen müssen sich anpassen

Andere Artikel - Bürgerrechte / Grundrechte28-01-2014 - 09:00 (European Parliament's Elections)
 
Peter Hustinx   Interview mit dem EU-Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx

Der Europäische Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx warnt davor, sich an Onlinedienste zu gewöhnen, bei denen die Nutzer mit ihren Daten für scheinbar kostenlose Dienstleistungen zahlen. Hustinx setzt sich dafür ein, dass die europäischen Institutionen das Recht auf Privatsphäre schützen. Anlässlich des Europäischen Datenschutztages am 28. Januar haben wir mit Hustinx über aktuelle Herausforderungen im Datenschutz und unsere Online-Gewohnheiten gesprochen.


Wird der Skandal um die Enthüllungen zur US-Internetspionage durch Edward Snowden, die Art und Weise verändern, wie Regierungen mit Daten umgehen?


Die Geschichte um Snowden diente als Weckruf. Wir haben jetzt gesehen, dass uns nicht nur die Geheimdienste umfassend überwachen, sondern dies auch durch digitale Geräte geschieht, die wir jeden Tag benutzen wie Smartphones, Laptops oder Tablet PCs. Das ist eine schmerzhafte Entdeckung, weil es uns alle und unser Verhalten betrifft.   


Zurzeit überprüfen wir einen gesetzlichen Rahmen, um großen Firmen wie Apple, Facebook und Google strengere Verpflichtungen und Kontrollen aufzuerlegen. Es sind zwar erfolgreiche Firmen, aber sie müssen sich trotzdem anpassen.


Das Europaparlament hat sich für mehr Online-Datenschutz eingesetzt, aber bis jetzt sieht es nicht nach Fortschritten aus. Wie sehen Sie die Zukunft der EU-Datenschutzreform?


Die Dinge gehen nicht immer so schnell, wie wir es uns wünschen. Der Ministerrat war nicht bereit. Ich denke aber, dass die griechische EU-Ratspräsidentschaft ihr Bestes geben wird, um sich im Frühjahr zu einigen, damit der Trilog beginnen kann.


Viele Menschen sorgen sich um ihre Privatsphäre. Glauben Sie, dass dem Thema trotzdem noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird?


Ja. Die meisten Menschen machen sich Sorgen, aber nicht über ihre täglichen Aktivitäten. Sie sind auf Facebook, benutzen verschiedene Geräte, downloaden Apps und sind beunruhigt. Aber Sie sind selbst für Ihre Einstellungen verantwortlich.


Leider gewöhnen wir uns an viele kostenlose Onlinedienste, die mit dem stillen Einverständnis einhergehen, dass der Nutzer transparent ist. Sind Sie vorsichtig, wem Sie vertrauen, nutzen Sie Ihre Rechte, fragen Sie nach. Wir müssen kritischer werden.

REF : 20140127STO33808
Aktualisiert am: ( 07-02-2014 - 10:46)