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Für die europäische Auswahlrunde des diesjährigen Journalistenpreises des Europäischen Parlaments wurde die Radio-Reportage "Flüchtlinge, Schlepper und Zäune" von Steffen Wurzel nominiert. Die deutsche Jury empfahl damit nur einen einzigen Beitrag für die europäische Ebene. Beiträge aus den Kategorien Online, Print und TV wurden nicht weitergeleitet, weil die journalistische oder thematische Qualität als nicht herausragend beurteilt wurde.

In der deutschen Jury waren Petra Pinzler (Die Zeit), Markus Feldenkirchen (Der Spiegel), Thilo Kößler (DeutschlandRadio) und Rainer Reichert (Deutscher Journalistenverband.


Nun also wird eine Europäische Jury entscheiden, ob sich der Hörfunk-Beitrag von Steffen Wurzel gegen die Konkurrenz aus den anderen EU-Staaten durchsetzen kann. Davon ist die deutsche Jury überzeugt: Die Radio-Reportage "Flüchtlinge, Schlepper und Zäune" ist eine klassische Radio-Reportage, die die Situation an der griechisch-türkischen Grenze schildert. Im vergangenen Jahr versuchten hier vor allem nordafrikanische Flüchtlinge von der Türkei aus nach Griechenland und damit in die EU zu gelangen. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex patrouilliert seither an diesem Grenzabschnitt. Die Grenzschützer - unter anderem aus Deutschland und Italien - erzählen in dem Radio-Beitrag, wie sehr sie die Arbeit an der Grenze im Inneren beschäftigt und wie sie mit den Flüchtlinge  mitfühlen - besonders, wenn Familien und Kinder betroffen seien, bewegten die Schicksale die Grenzschützer. Steffen Wurzel läßt auch Flüchtlinge zu Wort kommen, deren langer und oftmals auch gefährlicher Weg zu einem hoffentlich besseren Leben doch letztlich an einem Zaun oder in einem Flüchtlingslager endet. Nach Meinung der Jury gelingt es Steffen Wurzel, das sensible Thema eindringlich und menschlich nahe zu bringen und dies in einer sehr hohen journalistischen Qualität. "Es gelingt ihm, das 'Kino im Kopf' entstehen zu lassen", sagt die Jury und deshalb sei die Radio-Reportage von Steffen Wurzel auch ein "positives Beispiel für das Medium Radio."


Aus allen EU-Staaten sind nun die besten Beiträge nach Brüssel zum Europäischen Parlament übermittelt worden, wo eine Jury aus sechs Journalisten und drei Europa-Abgeordneten Europa's beste journalistische Arbeiten der Kategorien Print, Radio, TV und Online auswählt. Im Oktober wird Präsident Jerzy Buzek die vier Gewinner auszeichnen.