Diese Seite teilen: 

Journalisten aus Frankreich, Italien, Finnland und Deutschland wurden am Mittwochmorgen von Präsident Jerzy Buzek mit dem vierten Preis des Europäischen Parlaments für herausragenden Journalismus 2011 ausgezeichnet. Die Gewinner in den Kategorien Print, Radio, Fernsehen und Internet erhalten ein Preisgeld von je 5.000 Euro.

Steffen Wurzel aus Deutschland wurde für sein Programm "Flüchtlinge, Schlepper und Zäune" (SWR) mit dem Journalistenpreis in der Kategorie Radio ausgezeichnet. "Ein brillantes Stück journalistischer Arbeit" - so lautete das Urteil der Jury über diesen Radiobeitrag, der behandelt, wie die EU an ihren Grenzen, insbesondere an der griechisch-türkischen Grenze, mit Flüchtlingen umgeht. Der Autor fand einige sehr interessante Interviewpartner und schuf damit eine nahezu cineastische Atmosphäre, so die Jury. Im Namen von Steffen Wurzel hat Mehmet Uksul, der Produzent des Programms, den Preis angenommen.


Romain Gubert vom französischen Wochenmagazin Le Point hat den Preis in der Kategorie Print für seinen "Die unglaubliche Geschichte des Euro" erhalten. Der Artikel erörtert sehr detailliert die Entstehung des Euro und führt Zitate einiger der "Stammeltern" des Euro, zum Beispiel Jacques Delors und Christian Noyer, an. Der Jury zufolge ist sein Werk sowohl als "ein außergewöhnliches Stück Arbeit, das alle Kriterien von gutem, solidem und erforschendem Journalismus erfüllt" als auch "ein tolles, pädagogisch wertvolles Werkzeug um den Euro" zu verstehen.


Der Italiener Massimiliano Nespola erhielt für seinen Online-Artikel "Wir wissen nicht wann, aber eine europäische Verfassung wird kommen" im Online-Magazin der Sapienza Universität Rom den Journalistenpreis in der Kategorie Internet. Der Blogger stellt die EU als "Institution im Fortschritt" geschickt und anschaulich dar und schließt dabei nicht nur die wirtschaftlichen Interessensgruppen, sondern alle europäischen Bürger ein. Dabei ließ er sich durch eine Konferenz über das Buch "Europa 2.0" inspirieren.


In der Kategorie Fernsehen gewann Tero Koskinen von YLE, der öffentlichrechtlichen Rundfunkanstalt Finnlands,  mit dem Programm "Die Rückkehr der Roma" den Preis. Dieser Fernsehbericht über die Situation von Roma-Familien, die in Wohnwägen in Helsinki leben, wirft die Frage auf, wer auf individuellem, lokalem, nationalem und europäischem Level Verantwortung übernehmen soll. Die Jury würdigte am meisten, dass der Autor in seinem Bericht Platz für den lokalen Blickwinkel lässt und den Roma die Chance gibt, für sich selbst zu sprechen.


Bei der Preisübergabe sagte EP-Präsident Jerzy Buzek: "Ich weiß, wie schwierig es sein kann, Europa, deren Politik und deren Entscheidungen zu erklären. Manchmal ist schwierig und kompliziert, ein besseres Verständnis für Europa zu fördern. Aber es ist von entscheidender Bedeutung. Wir sind ungefähr 500 Millionen Europäer und wir alle sind betroffen".


Im Anschluss an die Verleihung fand eine Podiumsdiskussion zum Thema "Nichts ist unmöglich: Berichterstattung über Menschenrechte und internationale Konflikte" statt. Neben den Landesgewinnern der EU-Mitgliedsstaaten nahmen außerdem 60 Jungjournalisten, die ein Seminar besuchen, das vom Parlament veranstaltet wird, an der Verleihung teil.