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Fluggesellschaften sollen festsitzenden Passagieren klare Informationen und unmittelbare Hilfeleistungen zukommen lassen, heißt es in der am Donnerstag verabschiedeten Entschließung des Parlaments. Die Abgeordneten rufen die Kommission auf, Ansprüche der Passagiere auf Assistenz- und Kompensationsleistungen im Fall von Flugannullierungen oder -verspätungen sowie bei über sechsstündigen Verspätungen von Gepäck eindeutig zu regeln.

Der Berichterstatter Keith Taylor (Die Grünen/EFA, UK) erklärte vor der Abstimmung: "Obwohl die EU-Gesetzgebung bei der Stärkung von Fluggastrechten bereits Einiges erreicht hat, besteht noch deutlicher Handlungsbedarf, um fairere Bedingungen und weiter gehende Rechte für alle Reisenden zu erwirken." Vor allem die Definitionen für "außergewöhnliche Umstände" und "Stornierung von Flügen" müssen laut Taylor genauer spezifiziert werden, damit Fluglinien ihren Verpflichtungen auch tatsächlich nachkommen.


Bessere Informationen und Hilfestellung am Flughafen


Fluggesellschaften sollen dazu verpflichtet werden, geschulte Kontaktpersonen zur Verfügung zu stellen, die Passagieren alle benötigten Informationen zukommen lassen, auch telefonisch. Die Passagiere müssen laut Entschließung des Parlaments unverzüglich über alternative Reiserouten oder Rückerstattung informiert werden; ferner müssen diese Kontaktpersonen in der Lage sein, vor Ort Entscheidungen in Bezug auf Hilfsleistungen und Umbuchungen zu treffen.


Die Abgeordneten verlangen zudem von der Kommission, ein in allen EU-Sprachen erhältliches Standardformular für Beschwerden zu entwerfen, das Passagieren im Fall einer Reiseunterbrechung ausgehändigt wird. Passagiere, die nach Insolvenz oder Betriebseinstellung einer Fluglinie festsitzen, sollten dem Antrag zufolge Anspruch auf kostenlose Rückbeförderung  in ihr Heimatland haben.


Online angekündigte Preise müssen den Endpreisen entsprechen


Die Abgeordneten drängen die Kommission darüber hinaus, die Handgepäcksbestimmungen zu vereinheitlichen und unfairen Geschäftspraktiken wie irreführenden Preisangaben, unumgehbaren Extragebühren bei Online-Buchungen, von der Airline einseitig vorgenommenen Umbuchungen und unterschiedlichen Preise je nach Wohnort des Passagiers ein Ende zu setzen. Zudem sieht der Antrag vor, dass Fluggesellschaften künftig die Umweltauswirkungen der jeweiligen Reise auf den Tickets anzeigen sollten.


Passagiere sollen laut Parlamentsbeschluss zudem die Möglichkeit haben, ihr Ticket innerhalb von zwei Stunden nach der Buchung kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen. Darüber hinaus soll ihnen freier Zugang zu ihren Fluggastdatensätzen (PNR)  gewährt werden. Passagiere sollen laut Wunsch des Parlaments darüber informiert werden, wie ihre PNR-Daten genutzt und mit wem sie geteilt werden.


Passagiere mit einer eingeschränkten Mobilität oder Behinderungen müssen laut Abgeordnetenbeschluss in Zukunft auf jedem Flug die Möglichkeit haben, auf einen barrierefreien Zugang zurückgreifen und von Mobilitätshilfen Gebrauch machen zu können. Außerdem müsse jedes Flugzeug über sichere Kindersitze verfügen.


Die Entschließung wurde mit 509 Ja-Stimmen gegen 20 Nein-Stimmen und 53 Enthaltungen angenommen.


Verfahren:  nichtlegislative Entschließung