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Fünf europäische Projekte aus Deutschland, die durch Bürgerengagement initiiert und getragen werden, erhalten den Europäischen Bürgerpreis 2012. Zu den ausgezeichneten Projekten gehört die Aktion "Stolpersteine" von Gunter Demnig aus Frechen, das von Giesela Paterkiewics initiierte Schülerbildungsprojekt der Berufsbildenden Schule Syke, die europäische Schülerzeitung DEFRIT aus Holzgerlingen, der Arbeitskreis Schule Rhauderfehn e.V. und die Deutsch-Französische Gesellschaft Montabaur.

Sie alle werden Ende September im Rahmen einer Feierstunde im Europäischen Haus in Berlin geehrt. Der Präsident des Europäischen Parlaments,  Martin Schulz und Vize-Präsident Alexander Alvaro werden die Medaille des Europäischen Bürgerpreises persönlich an alle Preisträger überreichen.


Seit 2008 zeichnet das Europäische Parlament EU-Bürgerinnen und -Bürger für außergewöhnliche Leistungen aus. Einzelne Bürger aber auch Organisationen und Vereine, die sich für ein besseres Miteinander und engere Integration zwischen den Menschen in Europa engagiert haben, können mit dem Europäischen Bürgerpreis geehrt werden. Vorgeschlagen werden mögliche Preisträger von den Europa-Abgeordneten in jedem Land.

Der Europäische Bürgerpreis soll außergewöhnliches Engagement für ein besseres gegenseitiges Verständnis und Integration in der EU belohnen. Ausgezeichnet werden auch Initiativen für bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit innerhalb Europas und die praktische Anwendung der Werte der EU-Grundrechtscharta (Gastfreundschaft, Toleranz, Solidarität).

Dieses Jahr schlugen die Abgeordneten insgesamt 61 Kandidaten aus 19 Mitgliedsstaaten vor. Jurys in den einzelnen EU-Staaten haben schließlich den Kreis der Kandidaten weiter einschränken und im Juni bestimmte schließlich eine Jury in Brüssel, geführt von Parlamentspräsident Martin Schulz, 38 Gewinner, darunter die fünf ausgezeichneten Projekte aus Deutschland. Wir porträtieren die fünf deutschen Projekte hier in kurzen Worten:


Stolpersteine


Ein Projekt, welches die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, Zigeuner, politisch Verfolgten, Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig erhält. Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. 'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist', sagt Gunter Demnig.


Das Schülerbildungsprojekt der Berufsbildenden Schule Syke

„It is normal to be different!“ Junge Europäer mit und ohne Down-Syndrom aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Polen, Spanien und Deutschland untersuchen die Entwicklung von Diskriminierung und Verfolgung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, in der Vergangenheit (NS-Zeit, Kommunismus) bis zu ihrer angestrebten Inklusion angesichts der UN-Behindertenrechtskonvention in der Gegenwart. Die Besonderheit des Projekts ist die gelebte Inklusion: Junge Europäer mit Down-Syndrom nehmen aktiv an den halbjährlichen Projektbegegnungen im Ausland teil, als gleichberechtigte Partner von „normalen“ Schülern.


Die europäische Schülerzeitung DEFRIT

Das Projekt beruht auf der Freundschaft einer deutschen, einer französischen, und einer italienischen Schule. Vor einigen Jahrzehnten beschlossen diese, gemeinsam eine Schülerzeitung herauszubringen. Sie benannten sie nach den Anfangsbuchstaben der Länder, aus denen sie kamen. Unsere Schülerzeitung `DEFRIT` wird von Jugendredaktionen aus den Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, England und Rumänien getragen. Zeitweilig beteiligten und beteiligen sich immer noch auch Schulen aus Kanada, Russland, Marokko, dem Iran, Polen und England. Im Moment zählen zu den aktiven Mitgliedern etwa 60 jugendliche Journalisten


Der Arbeitskreis Schule Rhauderfehn e.V.


Der Arbeitskreis Schule Rhauderfehn e.V. (AKSR) wurde 1973 in Rhauderfehn-Burlage gegründet. Er ist Träger der Jugendhilfe und als gemeinnützig anerkannt. Geleitet wird der Verein von einem 5-köpfigen ehrenamtlichen Vorstand. Der Verein versteht sich als Lobby für Benachteiligte und Arbeitslose, insbesondere für arbeitslose Jugendliche und Langzeitarbeitslose. Ziel ist es nicht nur Jugendliche von der Straße zu holen, sondern sie zu qualifizieren und ihnen eine Lebensperspektive zu eröffnen. Seit Bestehen hat der AKSR über 15.000 Jugendliche ausgebildet bzw. qualifiziert. Durch internationale Begegnungen leistet der Verein einen Beitrag zur Völkerverständigung.


Die Deutsch-Französische Gesellschaft Montabaur


Die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) wurde 1970 im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Montabaur und der Stadt Tonnerre (Burgund) gegründet. Aufgabe der DFG ist es, die deutsch-französischen Beziehungen auf allen Gebieten zu fördern und zu vertiefen. Neben vielfältigen eigenen Aktivitäten initiiert sie Aktivitäten auf dem Gebiet der Völkerverständigung von anderen Vereinen und Einrichtungen. Sie organisiert Kulturfahrten nach Burgund, Boules-Turniere, Wanderungen, Tagesfahrten, Filmvorführungen, Feste, Konzerte, Gourmet- und Vortragsabende, Lesungen, Ausstellungen und vieles mehr. Sie fördert Schulpartnerschaften, auch zwischen Grundschulen. Für Montabaurer Schüler werden Praktikumsplätze in Burgund vermittelt.