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Jugendkarlspreis Gewinner Seehilfe e.V. 

„Seehilfe e.V. - Solidarität darf nicht an den Grenzen enden" ist der nationale Gewinner für den Europäischen Jugendkarlspreis 2017, entschied die deutsche Jury, bestehend aus vier deutschen Europaabgeordneten und einem Vertreter des Deutschen Bundesjugendrings. Das Projekt wird Deutschland am 23. Mai 2017 bei der Preisverleihung mit Parlamentspräsident Antonio Tajani in Aachen verteten. Europaweit sind 244 Bewerbungen eingegangen, davon 28 aus Deutschland.

Das Projekt des Bremer Vereins Seehilfe e. V. hat damit die Chance, sich gegen die 27 anderen nationalen Siegerprojekte durchzusetzen und als einer der drei Erstplatzierten Geldpreise und eine Reise ins Europäische Parlament nach Straßburg oder Brüssel zu gewinnen.


Der Bremer Verein Seehilfe e.V. mit Mitgliedern in ganz Deutschland unterstützt geflüchtete Menschen auf Sizilien. Was im Juni 2014 als kleine Privatinitiative von vier Jugendlichen in Jena und Bremen begann, wuchs danach stetig. In der Folge sammelten sie Spenden und fuhren mit einem Transporter nach Sizilien - an den Ort, der nach der Schließung des Lagers auf Lampedusa zum Hauptankunftsort der geretteten Geflüchteten wurde. Im November 2014, nur fünf Monate später, wurde der Verein Seehilfe e.V. gegründet. Mit Hilfe zur Selbsthilfe zum Beispiel über Workshops und Beschäftigungsangebote wie Bildungsapps soll Geflüchteten nicht nur materiell, sondern auch ideell geholfen werden: „Niemand mag allein sein. Deswegen machen wir uns gegen Isolierung und für Begegnung stark”, schreibt der Verein. Mit zwei Hilfsfahrten pro Jahr nach Sizilien, deutschlandweit stattfindenden Vorträgen über die gemachten Erfahrungen und Besuche in Schulen, machen die inzwischen 16 aktiven jungen Menschen auf die Situation in Sizilien aufmerksam.


 „Die persönlichen Begegnungen mit Geflüchteten und die Weiterführung dieser Erlebnisse an eine breite Öffentlichkeit in Deutschland und Italien, mit der Bemühung, regionale Partner und Unternehmen mit einzubinden, zeichnet das Projekt aus“, heißt es in der Begründung der deutschen Jury. Ausschlaggebend war, dass aktiv – über das ganze Projekt hinweg – Werte wie Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl, Verantwortung und Toleranz bewusst gefördert wurden. Die Idee: Solidarität darf nicht an Grenzen aufhören, nicht innerhalb Europas, aber auch nicht an dessen Außengrenzen.


Die Jury war begeistert von der Vielfalt der Themen bei den eingereichten Projekten, dem ehrenamtlichen Engagement der Jugendlichen für Europa und der innovativen Art, wie sie Europa leben und voranbringen. Die Bandbreite der Einsendungen reichte von beispielhaften Schüler- und Jugendaustauschprojekten und internationalen Jugendkonferenzen über Klimaaktionen und Sportprojekte bis hin zu kreativen Theater-, innovativen Internet- oder journalistischen Medien-Projekten.

Seit 2008 fordert das Europäische Parlament jedes Jahr gemeinsam mit der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen junge Menschen aus allen EU-Mitgliedsstaaten auf, Projekte von Jugendlichen für Jugendliche einzureichen, mit denen zur Verständigung in Europa und in der Welt beigetragen wird.