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Rund um den Europatag 2017 war das Informationsbüro an zehn Veranstaltungen in zwei Wochen beteiligt, mit fünf Europaabgeordneten, zwei Ministern und oft in Kooperation mit der proeuropäischen Zivilgesellschaft – siehe unsere Veranstaltungsübersicht im Mai.

Am 3. Mai fanden zwei Veranstaltungen mit MEP Othmar KARAS statt. Er präsentierte die von ihm gemeinsam mit Hans Winkler verfasste Streitschrift "Europa am Ende?". Hans Winkler betrachtet den Euror als „unrettbar“, das Europäische Parlament als „unnötig“ und argumentiert, dass die EU sich nur auf den Binnenmarkt, sowie die Sicherheits- und Außenpolitk beschränken sollte. Karas gab zu bedenken: „Das immer Nein [zur EU] sagen ist gefährlich. Es ist wichtig, die positive Seite der Medaille, die uns Mut gibt und uns Kraft schöpfen lässt die Herausforderungen anzugehen, hervorzuheben.“ und meinte: „Die EU funktioniert gut wo wir Gemeinschaftsrecht haben, und wir haben Beispiele wo sie nicht funktioniert, weil sie keine rechtlichen Grundlagen und Instrumente hat“.


Bei der abendlichen Debatte des "Bürgerforums Europa 2020" zu "Frankreich, Türkei, Ungarn – welche Konsequenzen zieht Europa" diskutierte Karas mit der ehemaligen Botschafterin in Frankreich Eva Nowotny, der ehemaligen Wiener Landtagsabgeordneten Sirvan Ekinci und dem Professor an der Central European University Anton Pelinka über Gefährdungen und Chancen der liberalen Demokratie in Europa. "Was passiert, ist nicht Normalität ... Geschäftsgrundlage der Auseinandersetzung müssen das Recht und die europäischen Werte sein", sagte Karas.


Anlässlich der Präsidentschaftswahlen in Frankreich organisierte der Verein "Wir sind Europa" eine Diskussion mit MEP Angelika MLINAR, Staatsoperndirektor und Pariser Politik-Insider Dominique Meyer, Historiker Thomas Angerer, den Journalisten Susanna Bastaroli und Lucien Giordani sowie Frédéric Vilain von der Österreichisch-Französischen Vereinigung. Thematisiert wurden außer den Entwicklungen in der speziell französischen Politik, Wirtschaft und Kultur vor allem der Populismus und Strategien im Umgang mit ihm. Angelika Mlinar sagte voraus, "wir werden eine Veränderung der Demokratie in ganz Europa erleben, im Sinne von mehr Bürgerbeteiligung". Die Entscheidungsverantwortung zu organisieren, sei die große Herausforderung, meinte sie.


Am Samstag, den 6. Mai 2017, war es wieder soweit: Die "Europareise mitten in Wien“, die Route28 mit 15 Stationen quer durch die Stadt ging in seine zweite Auflage. Hunderte von TeilnehmerInnen begaben sich auf eine spannende Reise durch das europäische Wien. Am Abend fanden dann alle wieder ihren Weg zum Museumsquartier zur Abschlussveranstaltung, bei der die besten Selfies der jeweiligen Teams prämiert wurden. Die Jury war prominent europäisch besetzt: Die Europaabgeordneten Vizepräsidentin Ulrike LUNACEK, Othmar KARAS, Eugen FREUND, Angelika MLINAR und Heinz K.BECKER sowie der Kommissionsvertreter Jörg WOJAHN trafen letztlich die Auswahl der für die drei ersten Plätze. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Poetry-Slam und Infoständen, Spass und gute Laune waren garantiert.


Am 9. Mai, dem Europatag selbst, hielt die 18jährigen Maturantin Leyla Kamyabi beim traditionellen Empfang der fünf in Wien ansässigen EU-Einrichtungen eine bewegende Festrede über die Erfahrungen und Erwartungen ihrer Generation: "Die Wahrheit ist, dass wir von der Zukunft der EU abhängen", sagte sie. Vizepräsidentin Ulrike LUNACEK plädierte für mehr Engagement, um die Bürger für die europäische Idee zu gewinnen, und hob Bewegungen wie #pulseofeurope hervor: "Ein Zeichen der Hoffnung und des Bekenntnisses zu Europa".


Am selben Tag feierte die Europäische Bewegung den Europatag in einer Diskussionsveranstaltung mit dem Titel "#ZukunftEU". Es diskutierte Vizepräsidentin MEP Ulrike Lunacek mit Jörg Leichtfried (Präsident der Europäischen Bewegung Österreich und Bundesminister), Prof. Rainer Münz (Berater von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker), Franz Fischler (Kommissar a.D.), Cathrin Kahlweit (Süddeutsche Zeitung) und Nini Tsiklauri (Pulse of Europe). Lunacek sprach sich für visionäres Vorgehen aus: "EU-Visionen sind nicht nur Träumereien, sind Zielvorstellungen, die es braucht, um sich auf Weg dorthin zu machen!".


Am 11. Mai zeigte das Informationsbüro den Lux-Gewinnerfilm "Toni Erdmann" im ausverkauften Schubertkino in Graz gemeinsam mit dem Europahaus Graz.


Schließlich fand am 12. Mai das Symposium zur aktiven Gestaltung Europas "Der Mensch im Mittelpunkt" unter Mitwirkung zahlreicher Organisationen der proeuropäischen Zivilgesellschaft statt, wie etwa die Junge Europäische Bewegung und die Jungen Europäischen Föderalisten. MEP Angelika MLINAR nahm spontan am Symposium teil.