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In der EU beläuft sich die Lebensmittelverschwendung jedes Jahr auf geschätzt 88 Tonnen, also 173 kg pro Person ©AP Images/European Union-EP 

Die Abgeordneten schlagen Maßnahmen vor, um die Lebensmittelverschwendung in der EU bis 2030 um die Hälfte zu verringern.


  • Verringerung der Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30% und bis 2030 um 50%
  • Erleichterung von Lebensmittelspenden
  • Verwirrung bezüglich der Angaben zum “Mindesthaltbarkeitsdatum” und “Verbrauchsdatum” beenden

 

Das Parlament fordert die EU-Kommission auf, die Beschränkungen für Lebensmittelspenden aufzuheben und die Verwirrung bezüglich der Angaben zum „Mindesthaltbarkeitsdatum“ und zum „Verbrauchsdatum“ von Lebensmitteln zu beenden.

 

„In den Industrieländern werden die meisten Lebensmittel am Ende der Versorgungskette, nämlich beim Vertrieb und beim Verbrauch, verschwendet. Jeder trägt einen Teil der Verantwortung, um dieses Problem in den Griff zu bekommen“, so die Berichterstatterin Biljana Borzan (S&D, HR).


„Mein Bericht fordert koordinierte politische Maßnahmen in den Bereichen Etikettierung, Haftung und Information, da die meisten Verbraucher die genaue Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums und des Verbrauchsdatums nicht verstehen. Darüber hinaus sollten wir uns mit den Mängeln der bestehenden EU-Rechtsvorschriften befassen, und zwar dort, wo sie Lebensmittelspenden behindern“, fügte sie hinzu.


Ihre Entschließung wurde am Dienstag mit  623 Stimmen verabschiedet, bei 33, Gegenstimmen und 20 Enthaltungen.


Die Abgeordneten fordern die EU-Länder auf, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30% und bis 2030 um 50% zu verringern (verglichen mit den Bezugswerten von 2014). Dieses Ziel wurde vom Parlament in einem im März abgestimmten Abfallgesetz festgelegt.


Die nationalen Behörden und alle Interessenträger sollen das Bewusstsein der Verbraucher bezüglich der Angaben zum „Mindesthaltbarkeitsdatum“ und „Verbrauchsdatum“ verbessern, insbesondere bezüglich der Tatsache, dass Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch essbar sind.


Die EU-Kommission sollte die möglichen Vorteile einer Beseitigung bestimmter Daten auf Produkten, von denen keine Gesundheits- oder Umweltrisiken ausgehen, prüfen.


Lebensmittelspenden erleichtern


Die EU-Kommission wird außerdem aufgefordert, die Mehrwertsteuerbefreiung von Lebensmittelspenden ausdrücklich für zulässig zu erklären. Der Europäische Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) sollte zur Finanzierung von Sammlung, Transport, Lagerung und Vertrieb von Lebensmittelspenden genutzt werden.


Hintergrundinformationen


In der EU gehen jährlich rund 88 Millionen Tonnen an Lebensmitteln verloren. Dies entspricht einer durchschnittlichen Menge von etwa 173 Kilogramm pro EU-Bürger. Deren Herstellung und Entsorgung verursacht 170 Millionen Tonnen CO2 und verbraucht 26 Millionen Tonnen an Ressourcen.