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  • Mehr Anreize für Frauen, länger und mit kürzeren Unterbrechungen zu arbeiten;
  • „Betreuungsgutschriften“ etwa für Mutterschafts-, Vaterschafts- oder auch Elternurlaub oder die Betreuung anderer Familienmitglieder;
  • Anwendung des Grundsatzes des gleichen Entgelts bei gleicher Arbeit

Die ungleiche Behandlung von Frauen und Männern bei Beschäftigung und Bezahlung muss wirksamer bekämpft werden, auch um das geschlechterspezifische Rentengefälle von fast 40% zu verringern.

Das Renten- bzw. Pensionsgefälle zwischen den Geschlechtern („Gender gap in pensions“)

„betrug in der EU im Jahr 2015 in der Altersgruppe der über 65-Jährigen 38,3 % und hat in der Hälfte der Mitgliedstaaten in den vergangenen fünf Jahren zugenommen“, so der am Mittwoch angenommene Text.  

 

Die Differenz zwischen den Renten von Frauen und Männern ist hauptsächlich den Unterschieden auf dem Arbeitsmarkt geschuldet. Sie zeugt von der ungleichen Situation von Männern und Frauen, und zwar sowohl was die berufliche Laufbahn und Familienphasen als auch die Beitragsmöglichkeiten angeht. Frauen sind öfter in Teilzeit beschäftigt als Männer (32 % im Vergleich zu 8,2 % bei den Männern), erhalten einen niedrigeren Stundenlohn, und ihr Berufsleben ist in Jahren gerechnet aufgrund von Unterbrechungen der Berufstätigkeit wegen unbezahlter Tätigkeiten in der Familie kürzer.

 

Die Abgeordneten machen eine Reihe von Vorschlägen zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Rentengefälles:

 

  • Reduzierung von Ungleichheit durch Bekämpfung von Diskriminierung und Stereotypen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt hemmen;
  • Achtung des Grundsatzes der gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit und Angebote an Frauen, länger zu arbeiten und kürzere Karrierepausen zu machen;
  • “Betreuungsgutschriften” für Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub und Elternzeit oder die Betreuung und Pflege anderer Familienmitglieder;
  • eine allgemeine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben und die Schaffung von Anreizen für Männer, damit sie den Vaterschafts- und den Elternurlaub nutzen;
  • Verfügbarkeit vor Ort von hochwertigen, erschwinglichen Betreuungseinrichtungen für Kinder und ältere Menschen sowie andere betreuungsbedürftige Familienmitglieder;
  • bessere Analysen und Bewusstseinsförderung, einschließlich besserer Datenerhebung und Kontrollen;
  • Korrekturmaßnahmen in den Rentensystemen, um den am meisten gefährdeten Gruppen zu helfen.

 

Die Entschließung wurde mit 433 Stimmen angenommen, bei 67 Gegenstimmen und 175 Enthaltungen.

 

 

Das geschlechtsspezifische Rentengefälle zwischen Männern und Frauen liegt bei fast 40% in Europa. Es ist offensichtlich, dass da etwas nicht stimmt! Wir wollen diese unannehmbare Situation ändern und halten es für zutiefst ungerecht, wenn Frauen im Ruhestand ihre finanzielle Unabhängigkeit verlieren. Sie können in eine stark prekäre Lage oder schwere Armut abrutschen und den Willen verlieren, etwas an dieser skandalösen Lage zu ändern.

Constance Le Grip (EVP, FR), Berichterstatterin 
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