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Die jüngste Eurobarometer-Umfrage des EU-Parlaments, die genau ein Jahr vor der Europawahl 2019 veröffentlicht wurde, bestätigt die wachsende Unterstützung der Europäer für die EU.

Ein Jahr vor der nächsten Europawahl stellt der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, die Ergebnisse der jüngsten Meinungsumfrage zur EU vor. Im April 2018 haben 27.601 Personen aus 28 Mitgliedstaaten an der Umfrage teilgenommen.

 

Eine klare Mehrheit von 60% der Europäer findet, dass die EU-Mitgliedschaft ihres Landes eine gute Sache ist. In Deutschland halten sogar 79% die EU-Mitgliedschaft für eine gute Sache, ein Plus von acht Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2016 und ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr.

 

Mehr als zwei Drittel der Befragten sind davon überzeugt, dass ihr Land davon profitiert hat,  ein Mitglied der EU zu sein. Dies ist seit 1983 der höchste jemals gemessene Wert. Deutschlandweit finden sogar drei von vier Deutschen, dass ihr Land von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert hat (75%).

 

Erstmals sind auch mehr Europäer (48%) der Meinung, dass ihre Stimme in der EU zählt als dass sie nicht zählt (46%). Das ist das beste Resultat seit den Europawahlen im Jahr 2009. In Deutschland haben sogar 72% das Gefühl, dass ihre Stimme in der EU zählt (+2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr).

 

Fast ein Drittel der Befragten kennt bereits das Datum der nächsten Europawahl (23. bis 26. Mai 2019) und 50% sind daran interessiert. Im Allgemeinen wird der "Spitzenkandidaten"-Prozess als positive Entwicklung für die europäische Demokratie wahrgenommen, wobei fast die Hälfte der Meinung ist, dass durch diesen Prozess eine höhere Wahlbeteiligung erreicht wird. 70% der EU-Bürger wollen, dass der Spitzenkandidaten-Prozess von einer Debatte über europäische Themen und über die Zukunft der EU begleitet wird, in Deutschland sind es sogar 80% der Befragten.

 

Auf die Frage, welche Themen in der europaweiten Wahlkampagne diskutiert werden sollen, nennen fast die Hälfte der Europäer (49%) den Kampf gegen den Terrorismus als vorrangiges Thema, gefolgt von Jugendarbeitslosigkeit (48%), Einwanderung (45%) und das Thema Wirtschaft und Wachstum (42%). Etwa ein Drittel der Europäer nannte den Kampf gegen den Klimawandel und den Schutz der Umwelt (35%), während die Förderung von Menschenrechten und Demokratie sowie der soziale Schutz der EU- Bürger von 32% der Befragten aufgeführt wurde.

 

Die Mehrheit der Befragten in Deutschland sehen die Einwanderung (50%), den Kampf gegen Terrorismus (48%) und den Klimawandel/Umweltschutz (44%) als aktuell dringlichste Fragen im Vorfeld der nächsten Europawahl.

 

Die Mehrheit der Befragten ist weiterhin mit der Funktionsweise der Demokratie in ihrem Land (55%) und in der EU (46% EU-weit, 49% in Deutschland) zufrieden. Ebenso empfindet die Hälfte der befragten Europäer das Entstehen neuer Parteien oder politischer Bewegungen, die gegen das politische Establishment protestieren, nicht als Bedrohung gegen die Demokratie per se (Deutschland: 41%). Eine Mehrheit der Befragten (56%) glaubt, dass solche neuen politischen Parteien ein Motor für Veränderungen sein könnten (44% in Deutschland). Mehr als zwei Drittel (70%) der Befragten warnen jedoch: "Einfach nur gegen etwas zu sein, verbessert nichts". Dies meinten in Deutschland sogar 85%.

 

Insgesamt zeigt die Umfrage ein steigendes Interesse und eine wachsende Wertschätzung der Europäer für die EU. Auch sind sie vermehrt davon überzeugt, dass ihre Stimme bei der Europawahl im nächsten Jahr zählt und sie ihre Zukunft mitgestalten können.