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Viehwirtschaft: Bekämpfung von Spekulation und steigenden Getreidepreisen gefordert

Plenartagung Landwirtschaft 11-11-2010 - 14:06
 

Auch aufgrund der steigenden Kosten für Futtermittel, vor allem für Getreide, stecken Landwirte in einer schweren Krise, die zu einer erheblichen Reduzierung der Fleischproduktion in der EU führen könnte. Die EU-Abgeordneten sprechen sich daher für eine schnelle Einführung von Marktsteuerungsmechanismen, die Preisschwankungen und Spekulation in der europäischen Viehhaltung begrenzen, aus.


Eine Kombination von Faktoren, einschließlich höherer Betriebsmittel (wie Treibstoff, Düngemittel und Futtermittel), eines zunehmenden Wettbewerbs aus Drittländern, niedrigerer Preise an die Landwirte und hoher Kosten für die Einhaltung von EU-Bestimmungen für Umweltschutz, Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und Arbeitsmarkt gefährdet die Viehwirtschaft der EU. Zur Verbesserung der Situation hat das Parlament in seiner am Donnerstag durch Handzeichen angenommenen Entschließung eine Reihe von Empfehlungen verabschiedet.


Bekämpfung von Spekulation


Die Europaabgeordneten haben die Kommission aufgefordert, dringend "effiziente und flexible" Marktsteuerungsmechanismen einzuführen, um die Auswirkungen steigender Preise abzuschwächen. Es müsse ein "Sicherheitsnetz" in allen Getreidesektoren geben, so die Abgeordneten in der angenommenen Entschließung mit ihren Empfehlungen zur Verbesserung der Situation in der Viehwirtschaft. Des Weiteren fordern sie, dass verfügbare Marktmechanismen zur Minderung  der gegenwärtigen Krise im Schweinefleischsektor und anderen Bereichen der Tierhaltung genutzt werden.


Das Parlament fordert die Kommission auf, auch der Spekulation auf den Märkten der EU-Gemeinschaft und auf den Weltmärkten, insbesondere im Rahmen der neuen Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, Einhalt zu gebieten.


Importfleisch & Gentechnisch veränderte Lebensmittel GVO


Da europäische Landwirte in der Viehhaltung hohe Qualitäts- und Umweltnormen einhalten müssen, fordern die Abgeordneten die Kommission auf, sicherzustellen, dass auch Importfleisch aus außereuropäischen Ländern diesen Kriterien, insbesondere Tierschutznormen der EU, entspricht. Somit soll unlauterer Wettbewerb verhindert werden. Im Speziellen wird in der Entschließung darauf hingewiesen, sich für die Interessen der europäischen Erzeuger beim Aushandeln von internationalen Handelsvereinbarungen einzusetzen, wie zum Beispiel bei den laufenden Gesprächen mit Mercosur.


Bezüglich gentechnisch veränderter Lebensmittel GVO fordert das Parlament die Kommission auf, Rechtssicherheit von Soja- und Maisimporten aus Drittländern zu schaffen. Dies soll durch eine "pragmatische Schwelle" für die Präsenz solcher gentechnisch veränderter Lebensmittel geschehen, die noch nicht in der EU autorisiert sind.


Angemessene Finanzierung für die neue GAP gefordert


Im Rahmen der derzeitigen Überarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wollen die Abgeordneten eine angemessene Finanzierung für die Tierhaltung und faire Preise für die Erzeugnisse der Landwirte gewährleisten. Die Stärkung der Erzeugerorganisationen soll den Landwirten ermöglichen, bessere Preise für ihre Produkte auszuhandeln.


Die Europäische Kommission hat kürzlich beschlossen, bis Ende November 2,8 Millionen Tonnen bisher gespeichertes Getreide freizugeben, um die Preise für Futtermittel zu beruhigen.

REF : 20101110IPR93918
 
 
 
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