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Vorschau : 17-11-97(s)

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ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN


Parlamentarische Verfahren

         Serie A    Berichte und Empfehlungen
     Serie B    Entschließungsanträge und mündliche Anfragen
     Serie C    Dokumente anderer Institutionen
     *    Verfahren der Konsultation
     ** I    Verfahren der Zusammenarbeit (erste Lesung)
     ** II    Verfahren der Zusammenarbeit (zweite Lesung)
     ***    Verfahren der Zustimmung
     *** I    Verfahren der Mitentscheidung (erste Lesung)
     *** II    Verfahren der Mitentscheidung (zweite Lesung)
     *** III    Verfahren der Mitentscheidung (dritte Lesung)

Abkürzungen

     SPE        Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas
     EVP-CD    Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christlich-demokratische Fraktion)
     UFE        Fraktion Union für Europa
     LIBE        Fraktion der Liberalen und Demokratischen Partei Europas
     KVEL/NGL    Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke
     GRÜNE    Fraktion DIE GRÜNEN im Europäischen Parlament
     REA        Fraktion der Radikalen Europäischen Allianz
     UEdN        Fraktion der Unabhängigen für das Europa der Nationen
     FL        Fraktionslos

B    Belgien             F    Frankreich         A    Österreich
DK    Dänemark             IRL    Irland     P    Portugal
D    Deutschland             I    Italien     FIN    Finnland
GR    Griechenland             L    Luxemburg     S    Schweden
E    Spanien                 NL    Niederlande             UK    Vereinigtes Königreich

Zusammensetzung des EP

B DK D GR E F IRL I L NL A P FIN S UK Gesamt
SPE 6 4 40 10 21 16 1 18 2 7 6 10 4 7 63 215
EVP-CD 7 3 47 9 30 11 4 15 2 9 7 9 4 5 18 180
UFE - - - 2 - 18 7 24 - 2 - 3 - - - 56
LIBE 6 5 - - 2 1 1 4 1 10 1 - 5 3 2 41
KVEL/NGL - - - 4 9 7 - 5 - - - 3 2 3 - 33
GRÜNE 2 - 12 - - - 2 4 - 1 1 - 1 4 - 27
REA 1 - - - 2 12 - 2 1 - - - - - 2 20
UEdN - 4 - - - 11 - - - 2 - - - - 1 18
FL 3 - - - - 11 - 15 - - 6 - - - 1 36
Gesamt 25 16 99 25 64 87 15 87 6 31 21 25 16 22 87 626



Umrechnungskurse
1 ECU = 1,97 DM bzw. 13,88 ÖS

Redaktion

L. Bauer, M. Strasser, J. Ecker
Sekretariat: B. Krauss-Dunkel, J. Roth
Redaktionsschluß: Dienstag, 11. November 1997, 10.00 Uhr

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Vorläufige Tagesordnung 17.-21.11.1997 Straßburg



Montag, 17. November 1997, 17.00 - 20.00 Uhr

1.    Arbeitsplan
2.    Bekanntgabe der Themen für die Dringlichkeitsdebatte

Gemeinsame Aussprache (Punkte 3 und 4)
3.    Bericht Linkohr (SPE/D): Die Energiedimension der Klimaveränderung
4.    Erklärung der Kommission zur 3. Klimakonferenz in Kyoto

5    Bericht Kittelmann (EVP-CD/D ): Verfahren für die Annahme von Gemeinschaftspositionen in dem für die Einleitung der abschließenden Phase der Zollunion eingesetzten Gemischten Ausschuß der Zollunion
6.    Bericht Heinisch (EVP-CD/D): Europäische Zusammenarbeit zur Sicherung der Qualität der Hochschulbildung

ab 19.00 Uhr
7.    Sitzungen der parlamentarischen Ausschüsse

Dienstag, 18. November 1997, 9.00 - 13.00 Uhr, 15.00 - 19.00 Uhr
und 21.00 - 24.00 Uhr

9.00 - 9.15 Uhr
1.    Abstimmung über etwaige Dringlichkeitsanträge

9.15 - 10.00 Uhr
2.    Vorlage des Jahresberichts und der Erklärung über die Zuverlässigkeit der Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Gesamthaushaltsplan 1996 durch Herrn Friedmann, Präsident des Europäischen Rechnungshofes (mit anschließenden Fragen)

10.00 - 12.30, 15.00 - 17.30 und 21.00 - 24.00 Uhr

Gemeinsame Aussprache (Punkte 3 und 4)
3.    Bericht Böge (EVP-CD/D): Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
4.    Mündl. Anfragen: Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE

5.    Bericht Menrad (EVP-CD/D): Europäische Systeme für die Beteiligung der Arbeitnehmer

Gemeinsame Aussprache (Punkte 6 und 7)
6.    Bericht Jöns (SPE/D ): Befristete und zeitweilige Teilzeitarbeit
7.    Bericht Hernandez Mollar (EVP-CD/E ): Einführung territorialer Beschäftigungspakte

8.    Bericht Gonzalez Triviño (REA/E): Sicherheitsuntersuchung von Flugzeugen aus Drittländern, die auf Flughäfen in der Gemeinschaft landen
9.    Bericht Izquierdo Collado (SPE/E): Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt
10.    Bericht Gutiérrez Díaz (KVEL/NGL/E): Finanzbeiträge der Gemeinschaft zum Internationalen Fonds für Irland
11.    Bericht Fontaine (EVP-CD/F): Ständige Ausübung des Rechtsanwaltsberufs     (Niederlassungsrecht)
12.    Bericht Junker (SPE/D): Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Frage in der Entwicklungszusammenarbeit

12.30 Uhr
13.     Abstimmungen

17.30 - 19.00 Uhr
13.    Fragen an die Kommission

17.30 - 19.00 Uhr
14.    Sitzungen der parlamentarischen Ausschüsse

19.00 - 21.00 Uhr
14.    Fraktionssitzungen

Mittwoch, 19. November 1997, 9.00 - 13.00 Uhr, 15.00 - 19.00 Uhr und
21.00 - 24.00 Uhr

9.00 - 9.15 Uhr
1.    Abstimmung über die Einsprüche betreffend die Dringlichkeitsdebatte

9.15 - 12.00 und 15.00 - 17.00 Uhr
2.    Bericht Mendez de Vigo (EVP-CD/E) / Tsatsos (EVP-CD/GR): Entwurf des Vertrags von Amsterdam
3.    Erklärung von Rat und Kommission: Durchführung der neuen transatlantischen Agenda im Hinblick auf den Gipfel EU/USA am 5.12.1997

12.00 Uhr
4.     Abstimmungen

17.30 - 19.00 Uhr
5.    Fragen an den Rat

21.00 - 24.00 Uhr
6.    Bericht von Wogau (EVP-CD/D): Binnenmarkt-Aktionsplan
7.    Bericht Langen (EVP-CD/D): Bauprodukte
8.    Bericht Secchi (EVP-CD/I): Wirksame Anwendung der Vorschriften über die indirekten Steuern im Binnenmarkt (FISCALIS-Programm)
9.    Bericht Medina Ortega (SPE/E): Datenschutz (ISDN)

19.00 - 21.00 Uhr
10.    Fraktionssitzungen

Donnerstag, 20. November 1997, 10.00 - 13.00 Uhr und 15.00 - 20.00 Uhr

bis 10.00 Uhr
1.    Fraktionssitzungen

10.00 - 12.00 Uhr

Gemeinsame Aussprache (Punkte 2 - 8)
2.    Bericht Cederschiöld (EVP-CD/S): Aktionsplan zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität
3.    Bericht Bontempi (SPE/I): Bestechung im privaten Sektor
4    Bericht Bontempi (SPE/I): Einrichtung eines europäischen justitiellen Netzes
5.    Bericht Orlando (GRÜNE/I): Umsetzung der zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität eingegangenen internationalen Verpflichtungen
6.    Bericht Orlando (GRÜNE/I ): Straftatbestand der Beteiligung an einer kriminellen Organisation in den Mitgliedstaaten der EU
7.    Bericht Orlando (GRÜNE/I): Finanzierung im Bereich der Bekämpfung der organisierten Kriminalität
8.    Bericht Nassauer (EVP-CD/D): Prioritäten für die Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres ab 1.7.97

12.00 Uhr
9.     Abstimmungen

15.00 - 18.00 Uhr
10.    Dringlichkeitsdebatte

18.00 - 20.00 Uhr
11.    Ggf. Fortsetzung der Abstimmungen vom Vormittag
12.    Bericht Zimmermann (SPE/D): Aktionen zugunsten der gegenseitigen Unterstützung in den Bereichen Asyl, Einwanderung und Überschreiten der Außengrenzen (ODYSSEUS)
13.    Bericht Scapagnini (UFE/I): Globale Sicht der Energiepolitik und energiepolitische Maßnahmen

Freitag, 21. November 1997, 9.00 Uhr

9.00 Uhr
1.     Abstimmungen
2.    Ggf. Berichte gem. Art. 97 GO (Berichte im Dringlichkeitsverfahren)
3.    Bericht Kittelmann (EVP-CD/D): Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Kfz- Ausrüstungsgegenständen und -teilen
4.    Bericht Decourrière (EVP-CD/F): Entwicklungsprobleme und Strukturinterventionen in Belgien im Rahmen der Ziele 1, 2 und 5b
5.    Bericht McKenna (GRÜNE/IRL): Erhaltungs- und Kontrollmaßnahmen für die Fischerei in der Antarktis

Gemeinsame Aussprache (Punkte 6 - 9)
6.    Bericht Imaz San Miguel (EVP-CD/E): Fischereiabkommen EG/Guinea-Bissau
7.    Bericht Medina Ortega (SPE/E): Fischereiabkommen EG/Elfenbeinküste
8.    Bericht Kindermann (SPE/D): Fischereiabkommen EG/Äquatorial-Guinea
9.    Bericht Novo (KVEL/NGL/P): Fischereiabkommen EG/Kap Verde

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BSE-Untersuchungsbericht


Bericht Böge (EVP-CD/ D) über die Weiterbehandlung der vom Untersuchungsausschuß für BSE formulierten Empfehlungen durch die Europäische Kommission
Dok. A4-
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen der UFE-Fraktion an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-525 und 526/97
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen von Roth-Behrend (D) u.a. im Namen der SPE-Fraktion an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-714 und 715/97
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen von Roth (D), Graefe zu Baringdorf (D) u.a. im Namen der GRÜNEN an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-716 und 717/97
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen der LIBE-Fraktion an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-718 und 719/97
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen von Böge (D), Funk (A), Rack (A) u.a. im Namen der EVP-CD-Fraktion an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-720 und 721/97
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen der REA-Fraktion an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-722 und 723/97
Debatte: 18.11.1997

Mündliche Anfragen der KVEL/NGL-Fraktion an den Rat und die Kommission betreffend den Bericht des nichtständigen Ausschusses zur Weiterbehandlung der Empfehlungen zu BSE
Dok. B4-897 und 898/97
Debatte: 18.11.1997

Weiterbehandlung der Empfehlungen des BSE-Untersuchungsausschusses (Bericht Böge)

Der Bericht wird am 11.11.1997 der Konferenz der Präsidenten zugeleitet, die auf ihrer Sitzung am 13.11.1997 überprüft, ob sie ihn dem Plenum zur Grundlage einer Aussprache übermittelt. Voraussichtlich wird es eine gemeinsame Aussprache auf Grundlage des Untersuchungsberichts und der mündlichen Anfragen der Fraktionen geben.

Da der vom Ausschuß verabschiedete Bericht erst ab 12.11.1997 erhältlich sein wird, bezieht sich der folgende Text auf den Berichtsentwurf vom 2.10.1997:

Aufgabe des Nichtständigen Untersuchungsausschusses war es nicht, sich für oder gegen die Einbringung eines Mißtrauensantrags gegen die Europäische Kommission auszusprechen, sondern zu überprüfen, ob und wie die Empfehlungen des BSE-Untersuchungsausschusses umgesetzt wurden. Allgemein hat die Kommission die Empfehlungen des Untersuchungsausschusses umgesetzt, auch im Hinblick auf die Zeitplanung. Das ist ein Erfolg. In einigen Bereichen wurden die Empfehlungen nicht umgesetzt, teilweise, da es nicht in der Macht der Kommission lag und teilweise, weil sie eine andere Position als das Parlament einnimmt.

Positiv merkt der Ausschuß an, daß die Kommission eine größere Transparenz ihrer Politik hergestellt hat, gerade was die Zugänglichkeit von Informationen angeht. Negativ ist in diesem Zusammenhang, daß weiterhin keine Mitglieder des EP bei den Sitzungen der wissenschaftlichen Ausschüsse dabeisein dürfen. Als Erfolg bewertet der Ausschuß auch die Durchführung der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz über Tiermehl, die am 1./2. Juli 1997 in Brüssel stattfand. Die Frage der Sicherheit bestimmter Inaktivierungsverfahren konnte zwar nicht abschließend geklärt werden, die wissenschaftlichen Ausschüsse wurden gebeten, noch vor Jahresende eine Bewertung vorzulegen, aber dennoch gab es eine Reihe von Erkenntnissen, die nach Ansicht des Ausschusses in Verordnungen umgesetzt werden sollten:
- Tiere, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind, sollten auch nicht mehr zu Tiermehl verarbeitet werden. Als Konsequenz müßten getrennte Einrichtungen zur Tierkörperbeseitigung geschaffen werden.
- Tiermehl darf nicht an Wiederkäuer verfüttert werden, auch nicht als Bestandteil einer Kraftfuttermischung.
- Tierische Schlachtabfälle, die an Nicht-Wiederkäuer verfüttert werden, müssen zuvor ausreichend, d.h. 20 Minuten lang bei 133°C und 3 bar, sterilisiert werden.

Der Ausschuß merkt kritisch an, daß die Kommission die gewährten 35 Planstellen für den Bereich Veterinärinspektion noch nicht besetzte, weil auf die 2. Lesung des Nachtragshaushalts gewartet wurde, während es gleichzeitig 500 freie Planstellen gab; hier wäre Flexibilität gefragt gewesen. Mittlerweile ist die zweite Lesung vorüber und der Ausschuß fordert generell neue Ansätze in der Personalpolitik um Vakanzen schneller zu besetzen. Weitere organisatorische Mängel in der Kommission, die der Ausschuß anmahnt, sind Kommunikations- und Managementmängel, die z. B. den Verlust von Inspektionsberichten auf dem Weg durch die Hierarchie betreffen. Obwohl der Untersuchungsausschuß offengelegt hatte, daß in mindestens vier Fällen persönliches Verschulden von Kommissionsbeamten vorliegt, wurden überhaupt nur in einem Fall disziplinarische Maßnahmen erwogen.

Der Ausschuß weist ferner darauf hin, daß die Kommission im Haushaltsvorentwurf keine Haushaltszeile eingesetzt hat, um Opfer der nvCJD (neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) zu entschädigen. Dies hat das Parlament dann getan und die Kommission hat mittlerweile Vorschläge gemacht, wie Opferorganisationen unterstützt werden könnten. Was die beiden vom Untersuchungsausschuß geforderten Klagen angeht, so sieht die Kommission in beiden Fällen wenig Chancen und lehnt die Klagen deshalb ab. Der Untersuchungsausschuß hatte empfohlen, eine Verwaltungsklage gegen Großbritannien einzuleiten mit dem Ziel, sämtliche Beträge, die zur Ausmerzung von BSE nach Großbritannien geflossen sind, zurückzuerstatten. Ebenso hatte der Untersuchungsausschuß verlangt, beim EuGH eine Klage gegen die britische Regierung einzureichen, da der frühere Landwirtschaftsminister Hogg sich weigerte, vor dem Untersuchungsausschuß zu erscheinen. Die Kommission unterstützt das Anliegen, daß in Zukunft Minister vor Untersuchungsausschüssen erscheinen müssen, sieht aber keine ausreichende Rechtsgrundlage für rückwirkende Maßnahmen.

Obwohl die Kommission die Ausweitung des Mitentscheidungsverfahrens für den gesamten Bereich der Agrarpolitik befürwortete, hat der Europäische Rat in Amsterdam anders entschieden. Der Ausschuß bedauert dies und wünscht von der Kommission, daß sie immer die Rechtsgrundlage wählt, die dem Parlament die weitestgehende Mitwirkung zugesteht. Der Ausschuß ist der Auffassung, daß bei zukünftigen Vertragsänderungen das Instrument des Mißtrauensantrags gegen einzelne Kommissionsmitglieder eingeführt werden sollte, was die Kommission ablehnt.

Mündliche Anfragen zum Bericht

In fast gleichlautenden Fragen wollen die Fraktionen vom Rat wissen, welche Konsequenzen er aus den Empfehlungen des Berichts des Nichtständigen Ausschusses zieht, besonders in den Bereichen, in denen eine Zusammenarbeit des Rates unerläßlich ist. Ferner wird der Rat gefragt, welche Lehren er aus den Erkenntnissen über die Beteiligung von Mitgliedern der Regierungen von Mitgliedstaaten an der Arbeit von Untersuchungsausschüssen zieht. Die Kommission wird gefragt, welche Konsequenzen sie aus den Schlußfolgerungen und Empfehlungen des Nichtständigen Ausschusses zieht, insbesondere aus denen, die noch nicht oder unzureichend umgesetzt worden sind.

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Zollunion EG/Türkei


Gemischter Ausschuß der Zollunion EG/Türkei

Bericht Kittelmann (EVP-CD/D) über die Festlegung des Verfahrens für die Annahme von Gemeinschaftspositionen in dem mit Beschluß 1/95 des Assoziationsrates EG/Türkei über die Einleitung der abschließenden Phase der Vollendung einer Zollunion eingesetzten Gemischten Ausschuß der Zollunion
Dok. A4-276/97, *
Debatte: 17.11.1997

Der Assoziationsrat EG/Türkei hat mit seinem Beschluß 1/95 zur Einleitung der abschließenden Phase der Vollendung der Zollunion einen Ge-
mischten Ausschuß eingesetzt. Im vorliegenden Bericht geht es um die Frage, nach welchem Verfahren die Union zur Annahme von Gemeinschaftspositionen in diesem Ausschuß gelangt. Einen entsprechenden Beschluß hat das EP mit zwei Änderungen am 18. Juni 1996 angenommen. Der Rat übernahm zwar nur einen Änderungsantrag des EP, es war aber der einzige von politischer Bedeutung, mit dem die Vorlage von jährlichen Berichten der Kommission über die vom Gemischten Ausschuß getroffenen Entscheidungen verlangt wird.

Allerdings beschloß der Rat, die Rechtsgrundlage des Vorschlags von Artikel 235 EGV auf Artikel 113 i.V.m. 228 Abs. 2 und 4 zu ändern. Während der Juristische Dienst des EP diese Änderung für nicht beanstandenswert hielt, sprach sich der Ausschuß für Recht und Bürgerrechte dafür aus, den ursprünglichen Artikel 235 beizubehalten. Der federführende Ausschuß für Außenwirtschaftsbeziehungen empfiehlt nun, die geänderte Rechtsgrundlage zu akzeptieren, da die Frage der Rechtsgrundlage unerheblich geworden ist, nachdem der Rat das Recht des EP auf Unterrichtung akzeptiert hat.

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Aktionsplan zum Binnenmarkt


Bericht von Wogau (EVP-CD/D) über die Mitteilung der Kommission über den Binnenmarkt-Aktionsplan
Dok. A4-
Debatte: 19.11.1997

Trotz des 1993 geschaffenen Binnenmarktes ist der Personen- und Warenverkehr immer noch von vielen Hindernissen geprägt. Der Wirtschaftsausschuß fordert deshalb in seinem Entschließungsantrag zum Binnenmarkt-Aktionsplan der Kommission die Weiterentwicklung des Europäischen Binnenmarktes zu einem europäischen Heimatmarkt und begrüßt den Aktionsplan der Kommission. Der freie Personenverkehr muß verwirklicht und die Paßkontrollen zwischen den Mitgliedstaaten müssen definitiv abgeschafft werden.

Im Bereich des Steuerwesens werden folgende Maßnahmen gefordert:
- eine Bewegung hin zum Ursprungslandprinzip für das künftige gemeinsame Mehrwertsteuersystem,
- steuerliche Verhaltenskodizes der Mitgliedstaaten,
- Maßnahmen zur grenzüberschreitenden Unternehmensbesteuerung, insbesondere die gegenseitige Anerkennung von Unternehmensgewinnen bzw. -verlusten sowie
- Verabschiedung der Energiebesteuerungsrichtlinie.

Da eine funktionierende Infrastruktur ein Grunderfordernis des europäischen Heimatmarktes ist, wird ein konsequenter und rascher Ausbau der transeuropäischen Netze in den Bereichen Verkehr, Telekommunikation und Energie gefordert. Angesichts der Bedeutung der Normung als Instrument der Industriepolitik spricht sich der Entschließungsantrag für die Zusammenlegung der drei europäischen Normungsinstitute zu einem einzigen europäischen Normungsinstitut aus. Das Unternehmensrecht muß weiterentwickelt werden, deshalb sollte das Statut der Europäischen Aktiengesellschaft verabschiedet werden. Beim Schutz des geistigen Eigentums in der Gemeinschaft bedarf es weiterer Ergänzungen in den Bereichen Patente, Marken, Gebrauchs- und Geschmacksmuster sowie Copyright und Urheberrecht. Zum europäischen Heimatmarkt gehört auch eine europäische Wirtschaftspolitik, die nach den Prinzipien der ökologischen und sozialen Marktwirtschaft gestaltet werden muß. Außerdem gehört nach Ansicht des Wirtschaftsausschusses zum gemeinsamen Markt eine gemeinsame europäische Währung.

(Quelle: Berichtsentwurf)

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Bauproduktenrichtlinie


Bericht Langen (EVP-CD/D) über den Bericht der Kommission über die Bauproduktenrichtlinie
Dok. A4-350/97
Debatte: 19.11.1997

Mit der Bauproduktenrichtlinie vom 21. Dezember 1988 sollte der Binnenmarkt in einem Bereich des Bausektors geschaffen werden. Diese Richtlinie deckt mit ihrem breiten Anwendungsbereich alle Produkte ab, die zum permanenten Einbau in Bauwerke des Hoch- und Tiefbaus in den Verkehr gebracht und vermarktet werden. Im Gegensatz zu anderen Industriebereichen ist der Handel mit vielen Bauprodukten wegen der im Verhältnis hohen Transportkosten nur auf kurze und mittlere Entfernung möglich. Das ist der Hauptgrund dafür, daß bei der Harmonisierung der Normen und den Verfahren und Rechtsvorschriften für Bauprodukte und Bauverfahren erheblich weniger Fortschritte erzielt wurden, als bei anderen Produkten.

Die Bauproduktenrichtlinie sollte die Hindernisse für den freien Verkehr mit Bauprodukten beseitigen, die vor allem begründet sind in unterschiedlichen Normen, unterschiedlichen Prüf- und Zertifizierungsverfahren sowie unterschiedlichen einzelstaatlichen Bauvorschriften.

Der Wirtschaftsausschuß kritisiert die zögerliche Umsetzung der Richtlinie. Die Verantwortung hierfür trägt in erster nicht Linie die Europäische Kommission, sondern liegt vor allen Dingen bei den Mitgliedstaaten, die nicht ausreichend kompromißbereit bei der Erarbeitung der Normungsaufträge an die europäischen Normungsinstitute waren. Bis Jahresmitte 1997, also acht Jahre nach der Verabschiedung der Richtlinie, sind erst für 17 Produktfamilien von mindestens 40 die Normungsaufträge gemäß der Richtlinie erarbeitet. In einem Entschließungsantrag wird vor allem die Blockadehaltung der Mitgliedstaaten kritisiert. Der Binnenmarkt für Bauprodukte besitzt auch eine große wirtschaftliche Bedeutung, denn das Baugewerbe gehört zu den größten Branchen der europäischen Wirtschaft, es trägt etwa 10% zum Bruttoinlandsprodukt der EU bei.

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Indirekte Steuern im Binnenmarkt


Bericht Secchi (EVP-CD/I) über die Einführung eines gemeinschaftlichen Aktionsprogramms zur wirksameren Anwendung der Vorschriften über die indirekten Steuern im Binnenmarkt (FISCALIS- Programm)
Dok. A4-344/97
Debatte: 19.11.1997

Die Gemeinschaft ist in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten für das ordnungsgemäße Funktionieren des Binnenmarktes und insbesondere der Mehrwertsteuer- und Verbrauchsteuersysteme verantwortlich. Das Funktionieren dieser Systeme ist von drei Grundelementen abhängig:
1. dem Schutz der finanziellen Interessen der Einzelstaaten und der Gemeinschaft durch die Bekämpfung von Steuerumgehung und -betrug;
2. der Beseitigung von Wettbewerbsverzerrungen bei der wirksamen Anwendung des Gemeinschaftsrechts;
3. die beständige Verringerung der Belastung von Verwaltungen und Steuerzahlern, die mit der Einhaltung der Bestimmungen verbunden ist.

Um ein besseres Funktionieren dieser Systeme zu gewährleisten, hat die Kommission die Auflegung des Programms FISCALIS beschlossen; hiermit werden verschiedene bereits existierende Programme integriert. Das Programm sieht drei Grundziele vor:
1. die Beamten, die mit den indirekten Steuern befaßt sind, sollen eine bessere Kenntnis des Gemeinschaftsrechts erhalten;
2. die Mitgliedstaaten sollen untereinander und mit der Kommission umfassend und wirkungsvoll zusammenarbeiten;
3. die Verwaltungsverfahren sollen ständig verbessert werden.

Das gegenwärtige Steuersystem ist anfällig für Steuerbetrug und -umgehung, da die Waren beim Grenzübertritt von der Besteuerung befreit werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten ist daher das einzige Mittel, um nicht die Spur der noch zu besteuernden Waren aus den Augen zu verlieren. Eine bessere Ausbildung von Steuerbeamten gilt als eine unabdingbare Voraussetzung für das Inkrafttreten des endgültigen Mehrwertsteuersystems der Gemeinschaft, das nach den Vorschlägen der Kommission sich an dem Grundsatz des Herkunftslandes orientiert. Diese Methode wird zwar zu einer Vereinfachung der administrativen Verfahren führen und löst das gravierende Problem der Betrügereien, aber es bestehen dennoch nach wie vor Meinungsverschiedenheiten über die Frage, wie der Ausgleich der Steuerzahlungen zwischen den Mitgliedstaaten aussehen soll. Der derzeitige Vorschlag, der eine Neuverteilung des Ertrags auf statistischer Grundlage vorsieht, wird nur dann die Zustimmung der Mitgliedstaaten finden, wenn ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut wird, das auf einer umfassenden Kenntnis der Besteuerungsverfahren beruht. Die Weiterbildung der Steuerbeamten erhält somit eine entscheidende Bedeutung.

Durch FISCALIS werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, einen Austausch von Beamten einzurichten, bei dem die Teilnehmer aktiv in die Verwaltungsarbeiten des Gastlandes einbezogen werden müssen. Außerdem werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, Systeme für die Kommunikation und den Informationsaustausch zu entwickeln. Der Wirtschaftsausschuß beurteilt das mit 45 Mio. ECU für 1998 - 2002 ausgestattete Programm positiv.

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Energiepolitik und Klimaänderung


Bericht Linkohr (SPE/D) über die energiepolitische Dimension der Klimaänderungen
Dok. A4-343/97
Debatte: 17.11.1997

Die 1992 in Rio de Janeiro erarbeitete Klimarahmenkonvention, die seit der Ratifizierung durch 50 Staaten seit dem 21. März 1994 in Kraft ist, sieht vor, daß die anthropogenen Emissionen von Kohlendioxyd und anderen Treibhausgasen bis zum Jahr 2000 auf das Niveau von 1990 zurückzuführen sind. Eine rechtliche Bindung hat diese Konvention jedoch nicht.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind dem Rahmenabkommen 1994 beigetreten. Auf den Nachfolgekonferenzen in Berlin und in Genf setzte sie sich für ein Zusatzprotokoll ein, das konkrete Ziele und Termine zur Verringerung von Treibhausgasen und entsprechende Verpflichtungen der Parteien festlegen sollte. Innerhalb der EU hat die Kommission mehrere Vorschläge für internationale Programme gemacht, so zum Beispiel THERMIE II oder SYNERGIE, die entweder vom Rat nicht akzeptiert oder mit unzureichenden Mitteln ausgestattet wurden.

Der Ausschuß für Forschung, technologische Entwicklung und Energie kritisiert in seinem Entschließungsantrag in der Vorbereitung zur dritten Vertragsstaatenkonferenz im Dezember 1997 in Kyoto, daß die EU und ihre Mitgliedstaaten hinter den selbstgesteckten Zielen zur Emissionsminderung von Treibhausgasen zurückbleiben und fordert deshalb eine verbindliche Strategie mit klaren Mengenzielen und Zeitangaben. Gleichzeitig fordert er, daß die Reduktion der Emission von Treibhausgasen Vorrang vor anderen energiepolitischen Zielen erhält. In diesem Zusammenhang wird die Kommission aufgefordert, die Einführung aushandelbarer Lizenzen für CO2-Emissionen zu prüfen, Vorschläge für eine gemeinschaftsweite Energiesteuer zu machen sowie konkrete Programme zu unterbreiten:
- zur Verringerung der Methan-Emissionen durch die Viehzucht;
- zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs;
- zur Förderung der Kraft-Wärmekopplung;
- zur Energieeinsparung im Bereich Gebäudeheizung.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten werden aufgefordert, sich in Kyoto für verbindliche Ziele zur Verringerung der Emission von Treibhausgasen über das Jahr 2000 hinaus einzusetzen. Ferner sollte ein Verfahren zur Nachprüfung der von den Unterzeichnerstaaten eingegangenen Verpflichtungen sowie ein Schiedsverfahren für Streitfälle samt Sanktionsmöglichkeiten geschaffen werden.

Der Ausschuß schlägt die Einrichtung einer Internationalen Klimaagentur (IKA) mit beratender Funktion vor. Sie sollte drei Aufgaben wahrnehmen, zunächst sollte sie alle Informationen über klimarelevante Vorhaben und Investitionen sammeln, desweiteren sollte sie politische und administrative Hindernisse identifizieren, die den energiepolitischen Zielen entgegenstehen, dazu soll sie einen jährlichen Bericht anfertigen, der auf die Tagesordnung der UNO, des EP, der nationalen Parlamente und des G7-Gipfels gesetzt wird. Schließlich soll die IKA politische Unterstützung vermitteln, wo sie zur Umsetzung der Klimapolitik nötig ist.

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Globales energiepolitisches Handeln


Bericht Scapagnini (UFE/I) über die Mitteilung der Kommission "Globale Sicht der Energiepolitik und des energiepolitischen Handelns"
Dok. A4-308/97
Debatte: 20.11.1997

Die Mitteilung der Europäischen Kommission steht im Kontext des Energieweißbuchs "Eine Energiepolitik für die EU". Sie nennt vier Prioritäten:
- Versorgungssicherheit und internationale Zusammenarbeit im Energiebereich;
- Integration der Energiemärkte;
- Förderung der nachhaltigen Entwicklung im Energiebereich;
- Förderung von Forschung und technologischer Entwicklung.

Der Ausschuß für Forschung, technologische Entwicklung und Energie fordert in seinem Entschließungsantrag die Zusammenführung der Energiepolitiken im Rahmen eines Energiekapitels im EG- Vertrag, um eine Rechtsgrundlage zu schaffen, die es ermöglicht, eine gemeinsame Politik im Energiebereich zu definieren und über eigene Finanzmittel zur Förderung flankierender Maßnahmen zu verfügen. Er fordert in dem Zusammenhang für alle energiepolitischen Entscheidungen der Gemeinschaft eine Beteiligung des EP in Form des Mitentscheidungsverfahrens. Die Kommission solle ferner bei allen Vorschlägen zur Energiepolitik der Gemeinschaft die Auswirkungen bedenken, die die Umsetzung auf den nachhaltigen Schutz der Umwelt, die Verbesserung des Beschäftigungsniveaus und die Verbesserung der Lebensqualität in den Mitgliedstaaten haben würde.

Der Ausschuß fordert die Kommission auf, in regelmäßigen Abständen Bewertungen und Analysen der Energie- und Umweltpolitik in den Mitgliedstaaten vorzunehmen um so einen Überblick über den erzielten Grad der Vereinbarkeit sowie die jeweiligen Kosten der Mängel oder des Fehlens dieser Vereinbarkeit der energie- und umweltpolitischen Zielsetzungen zu erhalten.

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Technische Vorschriften für Radfahrzeuge


Bericht Kittelmann (EVP-CD/D) über den Beitritt der EG zu dem Übereinkommen der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen über die Annahme einheitlicher technischer Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeuge(n) eingebaut und/oder verwendet werden können, un die Bedingungen für die gegenseitige Anerkennung von Genehmigungen, die nach diesen Vorschriften erteilt werden ("geändertes Übereinkommen von 1958")
Dok. A4-342/97, ***
Debatte: 21.11.1997

Das Übereinkommen von 1958 hatte das Ziel, durch einheitliche technische Vorschriften die gegenseitige Anerkennung von Typenzulassungen für Kfz zwischen den Vertragsparteien zu ermöglichen und so den Handel mit Kraftfahrzeugen zu liberalisieren. Seit dem Bestehen wurden rund 100 spezifische Regelungen verabschiedet, die die Gesamtheit aller Ausrüstungsgegenstände und Teile für Kraftfahrzeuge umfassen. Eine Neuaushandlung wurde u.a. durch die Vollendung des Binnenmarktes der EU erforderlich. Dadurch, daß die Zuständigkeit für den Erlaß technischer Regelungen in die Zuständigkeit der EU übergegangen ist, war es notwendig, daß auch die Gemeinschaft Vertragspartei des Übereinkommens wird.

Das neue Übereinkommen sieht ein geändertes Abstimmungsverfahren vor. Ein Vorschlag gilt dabei als angenommen, wenn nicht innerhalb von sechs Monaten nach dessen Unterbreitung mehr als ein Drittel der Vertragsparteien Einspruch erhebt. Regionale Organisationen für die wirtschaftliche Integration verfügen über so viele Stimmen, wie es ihre Anzahl der UN-Mitgliedstaaten entspricht, für die EU sind dies 15 Stimmen. Da die EU anders als die EG nicht über eine internationale Rechtspersönlichkeit verfügt, muß aus rechtlichen Gründen die EG Vertragspartei werden.

Mit dem Beitritt der EG werden gesetzgeberische Tätigkeiten, die bislang im Rahmen der EG erfolgten, auf die Ebene der ECE verlagert. Die Gemeinschaft muß ein internes Verfahren festlegen, nach dem sie einen Gemeinsamen Standpunkt festlegt, den die Kommission in den Verhandlungen vertritt. Das Verfahren sieht vor, daß aufgrund eines Kommissionsvorschlages und nach Zustimmung des EP der Rat mit qualifizierter Mehrheit beschließt. Da es sich im Parlament um das Verfahren der Zustimmung handelt, könne keine inhaltlichen Änderungen vorgenommen werden. Das EP kann allerdings seine Zustimmung verweigern, dies hätte zur Folge, daß die EU einem Vorschlag nicht zustimmen kann. Da sie über eine Sperrminorität verfügt, könnte ein solcher Vorschlag nicht in Kraft treten. Auf dem von einem solchen Vorschlag zu regelnden Gebiet könnte die EU dann eigene Richtlinien erlassen, wobei das EP nach dem Mitentscheidungsverfahren beteiligt würde. Da gewährleistet ist, daß das EP seine Positionen deutlich machen kann, schlägt der Ausschuß für Außenwirtschaftsbeziehungen die Zustimmung zu dem Abkommen vor.

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Niederlassungsfreiheit für Rechtsanwälte


Bericht Fontaine (EVP-CD/F) über eine Richtlinie zur Erleichterung der ständigen Ausübung des Rechtsanwaltsberufs in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem die Qualifikation erworben wurde
Dok. A4-337/97, ***II
Debatte: 18.11.1997

Der Kommissionsvorschlag zur Niederlassungsfreiheit für Rechtsanwälte verfolgt das Ziel, die Ausübung des Rechtsanwaltsberufes in anderen Mitgliedstaaten als in dem, in dem die Qualifikation erworben wurde, zu erleichtern. In erster Lesung hatte das EP am 19.6.1996 dem Vorschlag mit einer ganzen Reihe von Änderungen zugestimmt. Die Kommission hat fast die Gesamtheit der vom EP angenommenen Änderungsanträge übernommen und die generelle Neuorientierung des Textes akzeptiert. Danach soll ein Anwalt auf Dauer in jedem anderen Mitgliedstaat unter seiner ursprüngliche Berufsbezeichnung eine Anwaltstätigkeit ausüben können. Zum anderen kann er seine Zulassung zum Rechtsanwaltsberuf im Aufnahmestaat ohne Eignungsprüfung beantragen.

Auch der Rat hat in seinem am 24.7.1997 festgelegten Gemeinsamen Standpunkt im großen und ganzen die Haltung des EP akzeptiert und zahlreiche Änderungsanträge übernommen.

Die Berichterstatterin begrüßt die nahezu identische Auffassung der drei Organe Kommission, Rat und EP im wesentlichen aus zwei Gründen: Einmal wurde ein wichtiger Schritt im Bereich des Niederlassungsrechts in der EG zurückgelegt. Der Rechtsanwaltsberuf ist einer der aktivsten im Bereich des grenzüberschreitenden Verkehrs und jeder Fortschritt im Hinblick auf die freie Ausübung dieses Berufs hat beträchtliche Auswirkungen auf die Annäherung zwischen den Europäern. Außerdem haben die Beratungen gezeigt, daß in dieser Frage das institutionelle Beschlußfassungssystem perfekt funktioniert hat, wodurch sich die Mitentscheidung als angemessenes Verfahren für gemeinschaftliche Rechtsetzung bewährt hat.

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Beteiligung der Arbeitnehmer


Bericht Menrad (EVP-CD/D) über den Abschlußbericht der Sachverständigengruppe "Europäische Systeme der Beteiligung der Arbeitnehmer" (Davignon-Bericht)
Dok. A4-354/97
Debatte: 18.11.1997

Seit langer Zeit wird über das Statut einer Europäischen Gesellschaft (SE-Statut) debattiert. Die Einigung auf ein SE-Statut scheiterte bisher hauptsächlich an dem Streit über die zu wählende Mitbestimmungsform. Im Mai 1997 hat eine Sachverständigengruppe unter dem Vorsitz von Graf Davignon ihren Abschlußbericht über ein "Europäisches System der Beteiligung der Arbeitnehmer" vorgelegt. Daraufhin hat im Juli 1997 die luxemburgische Ratspräsidentschaft einen Kompromißvorschlag zur Frage der Mitbestimmung der Arbeitnehmer in einer Europäischen Gesellschaft unterbreitet.

Der Ausschuß für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten begrüßt in seinem Entschließungsantrag den Grundgedanken der Sachverständigengruppe und des darauf basierenden Luxemburger Kompromißvorschlages. Allerdings bleiben einige Fragen des EP hinsichtlich der Rolle des Europäischen Betriebsrates ohne zufriedenstellende Antworten. Die in der Europäischen Betriebsratsrichtlinie von 1994 festgelegten Verfahrensgrundsätze müssen auch bei einer Europäischen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen, d.h. Flexibilität, Verhandlungslösungen und Mindeststandards beim Scheitern der Verhandlungen.

Die Verabschiedung eines Europäischen Statuts dürfe keinesfalls zur Folge haben, daß Unternehmen mit Hilfe eines europäischen Rechtsinstruments die Mitbestimmung umgehen können. Deshalb wird die in beiden Dokumenten vorgeschlagene Regelung begrüßt, eine bloße Umgründung einer nationalen AG in eine Europäische Gesellschaft zu untersagen, um damit diesen Fluchtweg aus der Mitbestimmung zu versperren. Unterstützt wird die vorgesehene Absicht, ein transnationales Arbeitnehmervertretungsorgan zu schaffen, das auch ohne Erreichen der in der Europäischen Betriebsratsrichtlinie vorgesehenen Schwellenwerte die Aufgabe eines Europäischen Betriebsrates übernimmt.

Gefordert wird eine höhere Mindestquote der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, sowie daß alle in den nationalen Gesetzen und Gepflogenheiten zur Unternehmensmitbestimmung festgeschriebenen Rechte der Gewerkschaften auch für die Europäische Gesellschaft gesichert bleiben müssen.

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Teilzeitarbeit


Bericht Jöns (SPE/D) über die Richtlinie zu der von UNICE, CEEP und EGB geschlossenen Rahmenvereinbarung über Teilzeitarbeit
Dok. A4-352/97
Debatte: 18.11.1997

Mit dem vorliegenden Richtlinienvorschlag soll die von UNICE (Union der Industrie- und Arbeitgeberverbände Europas), CEEP (Europäischer Zentralverband der öffentlichen Wirtschaft) und EGB (Europäischer Gewerkschaftsbund) abgeschlossene europäische Rahmenvereinbarung zur Teilzeitarbeit durch Ratsbeschluß umgesetzt werden. Ziel der Vereinbarung ist es, die Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten zu beseitigen und Teilzeitarbeit auf einer für Arbeitgeber und Arbeitnehmer akzeptablen Grundlage zu fördern. Die Vereinbarung bleibt weit hinter den Zielen der Kommissionsinitiative vom 9. April 1996 zurück, in der die Kommission den Sozialpartnern ankündigte, daß sie im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen selbst einen neuen Richtlinienentwurf erarbeiten würde, der dazu beitragen sollte, alle Formen atypischer Arbeit vor Diskriminierung zu schützen.

Der Ausschuß für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten kritisiert die Beschränkung der Vereinbarung sowie das Ausklammern aller Fragen der sozialen Sicherheit, die einer gesetzlichen Regelung bedürfen. Damit bleibe die Vereinbarung hinter der IAO-Konvention zur Teilzeitarbeit von 1994 zurück. Der Ausschuß kritisiert ferner, daß es den Mitgliedstaaten und/oder Sozialpartnern aus sachlichen bzw. objektiven
Gründen gestattet wird, Ausnahmen vom Nichtdiskriminierungsgrundsatz zu machen wenn Teilzeitbeschäftigte nur gelegentlich arbeiten oder wenn Zugangsschwellen aufgrund der Betriebszugehörigkeitsdauer, der Arbeitszeit oder der Lohn- und Gehaltsbedingungen festgelegt werden.

Der Ausschuß fordert eine interinstitutionelle Vereinbarung zur gemeinsamen Regelung des Protokolls Nr. 14 und des Abkommens zur Sozialpolitik. Er fordert den Rat auf, die Dubliner Erklärung zur Beschäftigung umzusetzen und die Sozialschutzsysteme beschäftigungsfreundlicher zu gestalten. Er fordert ferner die Mitgliedstaaten und/oder die Sozialpartner auf, jährlich zu überprüfen, ob weiterhin sachliche Gründe vorliegen, mit denen Ausschluß bestimmter Beschäftigter vom Nichtdiskriminierungsgrundsatz besteht.

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Beschäftigung


Bericht Hernandez Molar (EVP-CD/E) über den Bericht der Kommission "Beschäftigung in Europa - 1997"
Dok. A4-353/97
Debatte: 18.11.1997

Seit dem Europäischen Rat von Essen im Dezember 1994 ist die Beschäftigung ein prioritäres Thema auf der Tagesordnung der EU. Seit damals wurden folgende Initiativen ergriffen:
- Die Ausarbeitung von Mehrjahresprogrammen, mit der 1995 begonnen wurde;
- die Koordinierung zwischen Makrowirtschaftspolitiken und den Strukturpolitiken wurde begonnen;
- auf Initiative des Kommissionspräsidenten Santer wurde der Vertrauenspakt für die Beschäftigung vorgelegt;
- die territorialen Beschäftigungspakte wurden eingeführt;
- im Vertragsentwurf von Amsterdam ist ein Titel über die Beschäftigung vorgesehen, der die Formalisierung des in Essen eingeleiteten Prozesses vorsieht.

Der Ausschuß für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten betont in seinem Entschließungsantrag, es sei nötig, daß sich der Rat und die Mitgliedstaaten bei der praktischen Durchführung der Beschäftigungspolitik stärker engagieren, den Sozialbetrug bekämpfen, Investitionen zugunsten von KMU fördern sowie Infrastrukturvorhaben unterstützen. Er bittet die Mitgliedstaaten darum, die Steuerlast für Einzelne zu reduzieren und eine Verlagerung von der Besteuerung vom Faktor Arbeit auf den Verbrauch z.B. von Energie vorzunehmen um dadurch den Arbeitsmarkt zu entlasten.

Der Ausschuß ersucht die Mitgliedstaaten ferner, Maßnahmen zu ergreifen um KMU zu schaffen und zwar besonders in innovativen Bereichen, dazu soll der Zugang zu Risikokapital erleichtert werden und die gesetzlichen und administrativen Verfahren vereinfacht werden. Er fordert gezielte Maßnahmen für die Beschäftigung von Frauen, besonders im Bereich der Ausbildung und drängt die Kommission, einen Vorschlag vorzulegen, um Arbeitnehmern in atypischen Arbeitsverhältnissen die gleichen Rechte zu garantieren wie Arbeitnehmern in Vollzeitsarbeitsverhältnissen. Gerade Frauen sind besonders von atypischen Arbeitsverhältnissen betroffen.

Der Ausschuß möchte, daß die Kommission in dem Dokument, das sie dem Rat zum außerordentlichen Gipfel in Luxemburg übermittelt besonders drei Dinge ans Herz legt:
- Maßnahmen, die die Reintegration von Frauen ins Arbeitsleben erleichtern,
- Maßnahmen, die es ermöglichen, die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit zu verbessern,
- Maßnahmen, die die Verminderung des Abstands der Arbeitslosenquoten von Männern und Frauen zum Ziel haben und das Beschäftigungsniveau von Frauen verbessern.

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Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt


Bericht Izquierdo Collado (SPE/E) über den ersten Dreijahresbericht der Kommission über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt
Dok. A4-324/97
Debatte: 18.11.1997

Das Pro-Kopf-Einkommen der 25 wohlhabendsten Regionen in der Union ist nahezu dreimal so hoch wie das Pro-Kopf-Einkommen der 25 schwächsten entwickelten Regionen; die Arbeitslosenquote in den 25 wirtschaftlich schwächeren Regionen ist sogar mehr als viermal so hoch wie in den 25 wohlhabendsten Regionen.

Die Kommission hat in ihrem ersten Dreijahresbericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt die mangelnde Koordinierung zahlreicher Gemeinschaftspolitiken und ihre ungenügende Abstimmung auf das Ziel des Zusammenhalts aufgezeigt, was eine Nichterfüllung des Auftrags des EG- Vertrags bedeutet.

Der Ausschuß für Regionalpolitik ist in seinem Entschließungsantrag der Ansicht, daß der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt ein Grund- und Leitprinzip des europäischen Aufbauwerks ist und bleiben sollte und weist darauf hin, daß dieses Prinzip im Vertrag gleichberechtigt mit den Zielen des Binnenmarktes und der Währungsunion verankert ist. Der Bericht der Kommission zeigt deutlich, daß die bestehenden Ungleichgewichte in der Union sich trotz der bislang erzielten Fortschritte und der erwiesenen Wirksamkeit der Strukturpolitiken in den letzten zehn Jahren kaum verringert haben, und daß alle untersuchten Gemeinschaftspolitiken eindeutig kontraproduktive Auswirkungen auf den Zusammenhalt haben. Dabei steht die Union noch vor zwei großen Herausforderungen: die Einführung der einheitlichen Währung und die Erweiterungsverhandlungen; beide Ereignisse werden tiefgreifende Auswirkungen auf den Zusammenhalt haben.

In dem mit 16 Seiten sehr umfangreichen Entschließungsantrag wird detailliert Stellung zu dem Kommissionsbericht genommen und dabei Kritik an der konkreten Durchführung bisheriger Gemeinschaftspolitiken geäußert. Gefordert werden vor allem eine stärkere Konzentration der Mittel und eine bessere Koordinierung der Gemeinschaftspolitiken. Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, die nachhaltige Entwicklung und die Schaffung sicherer Arbeitsplätze müssen die Hauptprioritäten der Strukturpolitik der Union sein.

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Internationaler Fonds für Irland


Bericht Gutiérrez Diaz (KVEL/NGL/E) über den Vorschlag für eine Verordnung über die Finanzbeiträge der Gemeinschaft zum Internationalen Fonds für Irland
Dok. A4-317/97, *
Debatte: 21.11.1997

Der Internationale Fonds für Irland soll den Teufelskreis aus Gewalt und sozialen und wirtschaftlichen Problemen in Nordirland durchbrechen und durch finanzielle Unterstützungen zur Versöhnung und zum Frieden beitragen. Der Fonds wurde mit dem Anglo-Irischen Abkommen vom 18. September 1986 eingerichtet und besitzt die Befugnis, mit Gebern Abkommen abzuschließen, sofern keine Einwände der englischen und der irischen Regierung vorliegen. Die EU, die finanziell am Fonds beteiligt ist, hat in den Sitzungen des Verwaltungsrats des Fonds Beobachterstatus. Sowohl was die Zielvorgaben als auch was den geographischen Geltungsbereich des Internationalen Fonds für Irland betrifft, so decken sich diese zum großen Teil mit den Finanzinstrumenten im Rahmen der gemeinschaftlichen Strukturpolitik. Die Maßnahmen, die vom Fonds unterstützt werden, können ebenfalls Zuschüsse im Zuge der gemeinschaftlichen Förderkonzepte, der Initiative INTERREG und der Initiative für Frieden und Versöhnung in Irland (PEACE) erhalten. Allerdings hat der Fonds einen wirklichen zusätzlichen Nutzeffekt, sind doch erstens die Bürger direkt beteiligt. Zweitens hat der Fonds für andere Finanzinterventionen eine Katalysatorfunktion.

Die ursprüngliche Verordnung über den Fonds, die seit 1994 in Kraft ist, wurde vom EP in bester Zusammenarbeit mit dem Rat ausgearbeitet, der damals sämtliche Änderungsanträge des EP in den Text des Rechtsakts miteinbezog. Die wichtigste Neuerung des jetzt vorgelegten Vorschlags ist der Verweis auf die Gemeinschaftsinitiative PEACE. Es soll sichergestellt werden, daß die Kohärenz zwischen den aus dem Fonds finanzierten Vorhaben und den im Zuge der Gemeinschaftsinitiative finanzierten Vorhaben gewährleistet ist.

Auch eine Koordination mit den Interventionen, die im Rahmen der Strukturpolitik finanziert werden, muß angestrebt werden. Darüber hinaus hält es der Ausschuß für Regionalpolitik für unerläßlich, in den Erwägungsgründen darauf hinzuweisen, daß die Finanzierung aus dem Fonds Zusatzcharakter haben muß. Die Sichtbarkeit des gemeinschaftlichen Beitrags zum Fonds muß verbessert werden. Abschließend bestätigt der Berichterstatter seine vorbehaltlose Unterstützung für die Fortführung des Finanzbeitrags der Union zum Internationalen Fonds im Hinblick auf eine Durchbrechung der Gewaltspirale sowie als Ausdruck der Solidarität mit einer Region, die besonders schwer unter der Gewalt gelitten hat.

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Sicherheit von Flugzeugen


Bericht Gonzalez Triviño (REA/E ) über eine Richtlinie zur Einführung einer Sicherheitsuntersuchung von Flugzeugen aus Drittländern, die auf Flughäfen in der Gemeinschaft landen
Dok. A4-335/97, **I
Debatte: 18.11.1997

Das Problem der Luftverkehrssicherheit von Luftverkehrsunternehmen aus Drittländern wurde im Februar 1996 schlagartig ins Licht der Öffentlichkeit gestellt, als eine von einem deutschen Reiseunternehmen gecharterte türkische Maschine in der Dominikanischen Republik abstürzte. Durch den Wettbewerbsdruck auf den liberalisierten Märkten scheinen manche Fluggesellschaften die Sicherheitsstandards zu vernachlässigen; unternormige Wartung, gefälschte Ersatzteile und schlecht ausgebildetes Personal können zu Katastrophen führen. Dieses Problem ist nicht neu, bereits das Abkommen von Chicago von 1944 legt Mindestnormen für die Flugsicherheit und Regeln für deren Beachtung fest, die internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) hat ein Bündel von Mindestsicherheitsnormen entwickelt und die EG verfügt seit dem 1.1.1992 ebenfalls über harmonisierter Sicherheitsanforderungen.

Der vorliegende Vorschlag bietet die Möglichkeit, die Sicherheit von Maschinen aus Drittländern zu überprüfen, wenn der Verdacht besteht, daß den ICAO-Normen nicht entsprochen wird. Es kann zu einem förmlichen Verfahren gegen die für die Aufsicht zuständige Luftfahrtbehörden und letztlich zu einem Flugverbot für bestimmte Flugzeuge oder zu einem Ausschluß bestimmter Fluggesellschaften von allen gemeinschaftlichen Flughäfen führen.

Der Ausschuß für Verkehr und Fremdenverkehr begrüßt den Richtlinienvorschlag, da zur Zeit Betreiber aus Drittländern ein Verbot in einem Mitgliedstaat meist dadurch umgehen, daß sie hinter der Grenze in einem Nachbarmitgliedstaat landen. In einem Änderungsantrag schlägt der Ausschuß vor, daß nicht nur 10% der Flugzeuge, deren Betreiber Gegenstand eines Berichts oder einer Maßnahme wegen fehlender Sicherheitsüberprüfungen waren, bei Flugbewegungen überprüft werden, sondern alle. Ein weiterer Änderungsvorschlag befaßt sich mit der Veröffentlichung der Flugverbote, die mindestens einmal vierteljährlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten.


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Qualität der Hochschulbildung


Bericht Heinisch (EVP-CD/D) über die europäische Zusammenarbeit in der Sicherung der Qualität der Hochschulbildung
Dok. A4-, **I
Debatte: 17.11.1997

Die Entwicklung einer qualitativ hochstehenden Bildung als eines der Ziele der EG ist in Artikel 126 Abs. 1 EGV festgelegt. Zum Erreichen dieses Zieles soll die Gemeinschaft laut Vertrag die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördern. 1991 wurde beschlossen, eine Gemeinschaftsaktion im Bereich der Qualitätsbewertung zu entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur in wenigen Mitgliedstaaten systematische Qualitätssicherungssysteme. 1994 und 1995 wurden die entsprechenden Pilotprojekte durchgeführt.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit den Projekten schlägt die Kommission eine Institutionalisierung des Erfahrungsaustausches im Bereich der Qualitätssicherung und -evaluierung vor. In dem Vorschlag der Kommission für eine Empfehlung ds Rates werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, transparente Qualitätsevaluierungs- und -sicherungssysteme zu schaffen, die auf den Grundsätzen
- Unabhängigkeit der evaluierenden Stelle,
- Anpassung der Verfahren an das jeweilige Hochschulprofil,
- Beteiligung aller Betroffenen und
- Kombination interner und externer Evaluationselemente sowie
- Veröffentlichung von Bewertungsberichten
basieren.

Außerdem soll ein "Europäisches Netz für Qualitätssicherung" geschaffen werden. Finanziert werden soll dieses Netzwerk aus Mitteln für die Programme SOKRATES und LEONARDO.

Die Berichterstatterin begrüßt generell den Vorschlag der Kommission, weist aber darauf hin, daß die Qualitätssicherung nur auf einer Basis des Vertrauens gedeihen kann und daß daher ein Qualitätssicherungssystem den Hochschulen weder auf nationaler noch auf Gemeinschaftsebene aufgezwungen werden darf. Auf keinen Fall zielt der Vorschlag der Kommission darauf ab, für die Leistungen der Hochschulinstitutionen Noten zu vergeben und eine Ranking-Liste zu erstellen. Obwohl der Vorschlag der Kommission all diese Überzeugungen zu teilen scheint, werden in einigen Punkten Vorschläge unterbreitet, die in ihrer Genauigkeit den unverbindlichen Charakter einer Empfehlung überschreiten und die deshalb auf Vorschlag der Berichterstatterin in der Verbindlichkeit abgeschwächt wurden.

(Quelle: Berichtsentwurf)

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Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit


Bericht Junker (SPE/D) über eine Verordnung über die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Fragen in der Entwicklungszusammenarbeit
Dok. A4-318/97, **I
Debatte: 18.11.1997

Die Kommission hat eine Verordnung über die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Fragen in der Entwicklungszusammenarbeit vorgeschlagen, damit Erfolg und Nachhaltigkeit der Entwicklungzusammenarbeit dadurch verbessert werden, daß geschlechtsspezifischen Fragen im Entwicklungsprozeß besser Rechnung getragen werden kann. Die vorgesehenen jährlichen Mittel von 5 Mio. ECU sollen eingesetzt werden, um geschlechtsspezifische Fragen auf Strategie-, Programm- und Projektebene in vollem Umfang in die Entwicklungszusammenarbeit einzubeziehen, in der Entwicklungszusammenarbeit umfassende Initiativen zum Abbau geschlechtsbedingter Ungleichheiten in den Entwicklungsländern zu ermöglichen sowie die Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Fragen in den Entwicklungsländern zu fördern.

Der Ausschuß für Entwicklung und Zusammenarbeit begrüßt den Kommissionsvorschlag, sieht aber die Gefahr, daß es bei der Erstellung von Studien, Weiterbildungsmaßnahmen usw. bleibt und die Defizite in der praktischen Entwicklungszusammenarbeit nicht durchgängig beseitigt werden. Alle Verantwortlichen der Union müssen daher den "Mainstreaming"-Aspekt in alle Maßnahmen der konkreten Entwicklungszusammenarbeit einbeziehen. Vor allem muß es zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Frauen in den ärmsten Ländern kommen, Frauen sollen aktiv an Maßnahmen der Ernährungssicherheit, Slumsanierung, Ausweitung von Basisgesundheitsdiensten, Beteiligung an Grundbildung, Versorgung mit sauberem Wasser usw. beteiligt werden. Frauen müssen neben schulischer Grundbildung berufsqualifizierende und handwerkliche Ausbildung sowie technisches Know How vermittelt bekommen. Der Entwicklungsausschuß fordert, daß bei der Zuschlagserteilung nach Ausschreibungen von Projekten bei gleicher Qualität vorrangig die Angebote aus den Empfängerländern und den Entwicklungsländern derselben Region berücksichtigt werden.

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Verbrechensbekämpfung


Bericht Cederschiöld (EVP-CD/S) über den Aktionsplan zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität
Dok. A4-333/97
Debatte: 20.11.1997

Bericht Bontempi (SPE/I) über das Dokument des Rates zum Entwurf einer gemeinsamen Maßnahme über den Tatbestand der Bestechung im privaten Sektor
Dok. A4-348/97, *
Debatte: 20.11.1997

Bericht Bontempi (SPE/I) über den Vorschlag für eine gemeinsame Maßnahme zur Errichtung eines europäischen justitiellen Netzes
Dok. A4-351/97, *
Debatte: 20.11.1997

Bericht Orlando (GRÜNE/I) über den Entwurf einer gemeinsamen Maßnahme betreffend die Begutachtung der einzelstaatlichen Anwendung und Umsetzung der zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität eingegangenen internationalen Verpflichtungen
Dok. A4-355/97, *
Debatte: 20.11.1997

Bericht Orlando (GRÜNE/I) über den Entwurf einer gemeinsamen Maßnahme - vom Rat aufgrund von Artikel K.3 des Vertrags über die Europäische Union angenommen - betreffend den Straftatbestand der Beteiligung an einer kriminellen Organisation in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union
Dok. A4-349/97, *
Debatte: 20.11.1997

Bericht Orlando (GRÜNE/I) über den Entwurf einer gemeinsamen Maßnahme zur Finanzierung im Bereich der Bekämpfung der organisierten Kriminalität
Dok. A4-, *
Debatte: 20.11.1997

Bericht Nassauer (EVP-CD/D) über den Entwurf einer Entschließung des Rates zur Festlegung der Prioritäten der Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres für den Zeitraum vom 1. Januar 1998 bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Amsterdam
Dok. A4-, *
Debatte: 20.11.1997


Bekämpfung der organisierten Kriminalität
(Bericht Cederschiöld)

Der Europäische Rat hat in Dublin am 13. und 14. Dezember 1996 eine Hochrangige Gruppe eingesetzt, die ein kohärentes und koordiniertes Vorgehen im Kampf gegen die organisierte Kriminalität entwickeln und einen umfassenden Aktionsplan erarbeiten sollte. Die Hochrangige Gruppe hat den von ihr ausgearbeiteten Aktionsplan dem Europäischen Rat in Amsterdam übermittelt, der ihn am 16./17. Juni 1997 gebilligt hat. Der Aktionsplan besteht aus 15 politischen Leitlinien sowie 30 konkreten Empfehlungen. Diese Empfehlungen haben die Zielsetzung, die politischen Leitlinien in konkrete operative Vorgaben umzusetzen. Da der Aktionsplan außerhalb der Strukturen der dritten Säule entwickelt worden ist, wurde auch das EP nicht in seine Erstellung einbezogen.

Der Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten fordert in seinem Entschließungsantrag die Kommission auf, ihr durch den Amsterdamer Vertrag geschaffenes Initiativrecht im Bereich der polizeilichen und justitiellen Zusammenarbeit dazu zu nutzen, rasch konkrete Vorschläge zur Umsetzung der säulenübergreifenden Empfehlungen vorzulegen und zur Verbesserung des gemeinschaftlichen Kampfes gegen organisierte Kriminalität beizutragen. Er fordert, daß die Mitgliedstaaten sämtliche von den Vereinten Nationen, vom Europarat und der EU verabschiedeten Übereinkommen zum Kampf gegen die organisierte Kriminalität, soweit dies noch nicht geschehen ist, ratifizieren und lückenlos umsetzen. Der Ausschuß bedauert einige Lücken im Aktionsplan und fordert den Rat auf, die zur Schließung nötigen Untersuchungen umgehend in Auftrag zu geben und die Lücken so rasch wie möglich zu schließen.
Der Ausschuß betrachtet es als schwerwiegendes Versäumnis, daß eine Definition der organisierten Kriminalität im Aktionsplan fehlt und schlägt Formulierungen vor, die in einer solchen Definition enthalten sein sollten. Zu den einzelnen Empfehlungen hat er zusätzliche Forderungen. Was die Weiterbildung sowie den Austausch von Personen, die für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständig sind, angeht, so sollten auch die Institutionen der öffentlichen Verwal-
tungen der beitrittswilligen Staaten hieran teilnehmen können. Die Strukturfonds sollten auch für die Stärkung der Strukturen des Justizwesens und des Gesetzesvollzugs mobilisiert werden können. Der Rat sollte seine Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden spezifizieren, um Maßnahmen zum Schutz bestimmter gefährdeter Berufe, wie Notare, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Rechnungsprüfer vor den Einflüssen der organisierten Kriminalität ergreifen zu können. In den Entwurf eines Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen sollten Vorschriften eingefügt werden, mit denen eindeutige Fristen für die Ausführung von Rechtshilfeersuchen vorgesehen werden. Bei der Harmonisierung der für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität relevanten Rechtsvorschriften sollten auch längerfristige Vorschläge einbezogen werden wie zum Beispiel der "corpus iuris", der sich mit der Schaffung eines künftigen gemeinsamen europäischen Strafrechts und Justizraums beschäftigt. Zur Verbesserung der wechselseitigen Information und der interinstitutionellen Zusammenarbeit sollten zwei Vertreter des EP als Beobachter in die multidisziplinäre Gruppe "Organisierte Kriminalität" aufgenommen werden.

Der Ausschuß verlangt ferner eine Änderung des Europol-Übereinkommens, nach welchem der Haushalt von Europol durch die Beiträge der Mitgliedstaaten und andere gelegentliche Einnahmen finanziert wird, mit dem Ziel, den Haushalt von Europol in den Haushalt der EG einzugliedern.

Bestechung im privaten Sektor
(Bericht Bontempi)

Seit Juli 1997 setzt der Rat nach und nach einzelne Empfehlungen des Aktionsplans zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität legislativ um, darunter nun Empfehlung 6, die sich mit dem Vorgehen gegen Korruption beschäftigt. Zu ihrer Umsetzung plant der Rat eine gemeinsame Maßnahme, zu der das EP nun konsultiert wurde. Die Maßnahme soll dann beim Rat für Justiz und Inneres am 3./4. Dezember 1997 angenommen werden. Ihr Entwurf enthält neben einer Präambel zwei Artikel: Der erste legt die Zielsetzung der gemeinsamen Maßnahme, die Definition der zu bestrafenden Tätigkeit sowie eine Zuständigkeitsregelung fest; auch verpflichtet er die Mitgliedstaaten zur effizienten justitiellen Zusammenarbeit sowie zur Bekämpfung von aktiver und passiver Bestechung im Rahmen von privaten Handelstätigkeiten. Dieser Tatbestand soll durch wirksame Strafen geahndet werden. Der zweite Artikel verpflichtet die Mitgliedstaaten, den gesetzgebenden Behörden innerhalb eines Jahres ab Inkrafttreten der Maßnahme Vorschläge zu ihrer Durchführung zu erstellen.

In der Union gibt es bereits mehrere Regelungen gegen Korruption im öffentlichen Sektor. Da aber auch die Bekämpfung der Korruption im privaten Sektor zunehmend an Bedeutung gewinnt, begrüßt der Berichterstatter des Ausschusses für Grundfreiheiten grundsätzlich die Zielsetzung der geplanten gemeinsamen Maßnahme. Private Korruption schadet nicht nur den finanziellen Interessen der Union, sondern unterläuft auch Entscheidungsprozesse, verfälscht den Wettbewerb, beeinflußt die Politik gegenüber Drittstaaten und verhindert Transparenz und Offenheit im internationalen Handel. Der Berichterstatter spricht sich daher dafür aus, daß die in manchen Mitgliedstaaten noch immer bestehende Stimulanz der aktiven Bestechung im Rahmen der Handelstätigkeit, etwa durch die steuerliche Absetzbarkeit von Bestechungsgeldern, sofort beendet wird. Darüber hinaus muß ein Nachteil für jene Personen geschaffen werden, die auch bei Wegfall der Begünstigungen ihr Bestechungsverhalten fortsetzen. Ein solcher Negativanreiz läßt sich durch die Androhung wirksamer Strafen schaffen. Um aber ungleiche Sanktionsrisiken in den Mitgliedstaaten zu vermeiden, muß es eine einheitliche Definition sowie eine gemeinschaftliche Regelung der Sanktionsformen geben. Bei den Sanktionen sollen nicht nur die unmittelbaren Täter, sondern auch jene, die zur Straftat anstiften oder sonst beitragen, erfaßt werden; auch juristische Personen sollen unter die Regelung fallen.

Der Berichterstatter verlangt, daß der Rat dem EP jährlich über die Durchführung der gemeinsamen Maßnahme berichten soll. Außerdem fordert er, den EuGH für Vorabentscheidungen über die Gültigkeit und Auslegung der gemeinsamen Maßnahme zuständig zu machen.

Europäisches justitielles Netz
(Bericht Bontempi)

Gegenstand des vorliegenden Vorschlages, der auf das Königreich Belgien zurückgeht, ist die Einrichtung eines europäischen justitiellen Netzes zur Verbesserung der justitiellen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten. Dieses Netz könnte sowohl für den zivilrechtlichen als auch für den strafrechtlichen Bereich funktionieren. Der Vorschlag ist Teil des Maßnahmenpakets, mit dem die Empfehlungen der im Juli 1997 in Amsterdam gebilligten Hochrangigen Gruppe "Organisierte Kriminalität" umgesetzt werden sollen.

Nach Meinung des Berichterstatters für den Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten stellt die gemeinsame Maßnahme einen ersten Schritt zur Schaffung eines Netzes von Kontakten zwischen den Justizbehörden der Mitgliedstaaten dar; dadurch soll der internationalen justitiellen Zusammenarbeit größere Effizienz verliehen werden. Daß in dem Entwurf kein Hinweis auf eine Einbeziehung von Vertretern der zuständigen Behörden der beitrittswilligen Länder enthalten ist, wird vom Berichterstatter jedoch kritisiert.

Im einzelnen verlangt der Ausschuß für Grundfreiheiten folgende Änderungen: So soll darauf hingewiesen werden, daß sowohl EP als auch Kommission zur justitiellen Zusammenarbeit bedeutende Beiträge geleistet haben und daher an der Bewertung der Maßnahme beteiligt werden müssen. Weiters ist sicherzustellen, daß die Qualifikationen der das Netz bildenden Ansprechpartner sich auf höchstem Niveau befinden. Die Sitzungen des Netzes sollen institutionalisiert und gleichzeitig geographisch dezentralisiert werden. Insgesamt will der Ausschuß die Verwaltungs- und Justizbehörden der Mitgliedstaaten zu einem neuen Denken bewegen, sodaß sie gerne zur internationalen Zusammenarbeit bereit sind. Außerdem soll ein EDV- gestütztes Verzeichnis der Verfahren der Zusammenarbeit angelegt werden.

(Quelle: Berichtsentwurf)

Internationale Verpflichtungen zur Kriminalitätsbekämpfung (Bericht Orlando)

Auf Grundlage der Empfehlung 22 des Aktionsplans zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität beriet die neu eingesetzte multidisziplinäre Arbeitsgruppe "Organisierte Kriminalität" (MDG) Umsetzungsmaßnahmen; dazu gehört der vorliegende Entwurf für eine gemeinsame Maßnahme zur Begutachtung der einzelstaatlichen Anwendung und Umsetzung jener internationalen Verpflichtungen, die man auf europäischer Ebene zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität eingegangen ist. Der Inhalt der geplanten Maßnahme basiert auf Empfehlung 15 des Aktionsplans, in der die Schaffung eines Mechanismus verlangt wird, mit dem die nationale Umsetzung der betreffenden internationalen Verpflichtungen evaluiert werden kann. Der Entwurf der Maßnahme enthält neben einer Präambel elf Artikel, die sich mit dem Mechanismus der Evaluierung, der Auswahl und Arbeitsweise des Prüfteams, der Vorbereitung eines der Prüfung zugrundeliegenden Fragebogens, der Vor-Ort-Prüfung, der Vorbereitung, Diskussion und Annahme des Prüfberichts und seiner Vertraulichkeit befassen.

Bei seiner Bewertung des Entwurfs weist der Berichterstatter für den Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten darauf hin, daß der EuGH im Bereich der dritten Säule nur bruchstückhafte Zuständigkeiten besitzt. Er kann daher nicht, wie sonst im Gemeinschaftsrecht, die Umsetzung rechtlicher Verpflichtungen durch die Mitgliedstaaten überprüfen. Das mittelfristige Ziel ist sicher eine Verankerung der vollständigen Zuständigkeit des Gerichtshofes auch für den Bereich Justiz und Inneres. Da bis dahin realistischerweise noch einige Zeit verstreichen wird, müssen in der Zwischenzeit alternative Evaluierungsformen entwickelt werden, um zu gewährleisten, daß die Mitgliedstaaten ihre rechtlichen Verpflichtungen auch einhalten. Aus diesem Grund akzeptiert der Berichterstatter die Schaffung des geplanten Mechanismus für die Begutachtung der Anwendung und Umsetzung der internationalen Verpflichtungen grundsätzlich, weist jedoch gleichzeitig darauf hin, daß es sich hierbei nur um eine Übergangslösung handeln darf.

Allerdings wird verlangt, das gemeinschaftliche Moment beim Evaluierungsmechanismus durch die Verankerung einer zentralen Rolle für die Kommission zu verstärken, die im gesamten Begutachtungsverfahren primus inter pares sein sollte. Auch muß sie Gelegenheit bekommen, sich Einblick in die polizeiliche und justitielle rechtliche und tatsächliche Situation in den Mitgliedstaaten zu verschaffen. Durch die Aufwertung der Rolle der Kommission kann auch eine größere Kontinuität bei der Prüfung der Mitgliedstaaten und damit eine vergleichbare Güte der Gutachten gewährleistet werden. Der Berichterstatter weist darauf hin, daß eine solche stärkere Position der Kommission letztlich nur ihrer Aufgabe als Hüterin der Verträge entspricht. Für absolut unannehmbar hält er die Geheimhaltungsbestimmungen der gemeinsamen Maßnahme und verlangt daher eine zumindest jährliche Information des EP über die Schlußfolgerungen der MDG sowie über die vom Rat ausgesprochenen Empfehlungen.

Beteiligung an einer kriminellen Organisation (Bericht Orlando)

Der vorliegende Entwurf einer gemeinsamen Maßnahme gründet sich auf die Empfehlung 17 des Aktionsplans zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, in der die Schaffung eines Straftatbestandes der Beteiligung an einer kriminellen Organisation vorgeschlagen wird. Der Entwurf enthält neben einer Präambel sechs Artikel. Diese befassen sich mit der Definition der kriminellen Organisation, mit einer effizienten justitiellen Zusammenarbeit sowie der Schaffung von eigenen Straftatbeständen, mit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit auch für juristische Personen, mit der Regelung der örtlichen Zuständigkeit für die Strafverfolgung, mit der Durchführung der gemeinsamen Maßnahme und deren Veröffentlichung. Durch die Schaffung eines Straftatbestandes der Beteiligung an einer kriminellen Organisation wird es möglich, auch jene Personen strafrechtlich zu erfassen, die wesentliche Beiträge zum Funktionieren der Organisation leisten, selbst aber keine Straftaten unmittelbar begehen. Italien hat als erstes Mitgliedsland 1982 einen derartigen Straftatbestand geschaffen; mittlerweile sind andere Mitgliedstaaten gefolgt.

Da der Berichterstatter für den Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten der Ansicht ist, daß man auch auf diesem Gebiet gemeinschaftlich vorgehen muß und daher eine einheitliche Definition des Straftatbestandes sowie die Einführung von entsprechenden Straftatbeständen in allen Mitgliedstaaten notwendig sind, wird die Zielsetzung der gemeinsamen Maßnahme grundsätzlich begrüßt.

Allerdings gibt es bei mehreren Detailaspekten Änderungswünsche: So will der Ausschuß in die Liste der Straftaten mit hoher Strafdrohung auch einen Hinweis auf die Geldwäsche sowie andere Formen der Vermögenskriminalität aufgenommen sehen. Die aufgezählten Methoden zur Erleichterung oder Verschleierung von Straftaten sollen so ergänzt werden, daß sie auch auf bestimmte Einzelfälle anwendbar sind. Es soll durch die Maßnahme nämlich auch jenes Verhalten erfaßt werden, das fallweise aus bestimmten Einrichtungen heraus, etwa Polizei, Justiz, Politik und Wirtschaft, gesetzt wird und dem Schutz oder der Förderung der kriminellen Organisation dient; der Nachweis einer tiefgehende Eingliederung in die Strukturen der kriminellen Organisation wird dann nicht mehr nötig sein.

In der Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit juristischer Personen sollte bloß auf die Haftung der juristischen Person abgestellt werden, wobei gleichzeitig zu ermöglichen ist, daß die juristische Person auch die Konsequenzen des Verhaltens ihr zurechenbarer Personen zu tragen hat. Abschließend verlangt der Ausschuß, daß der EuGH für die gemeinsame Maßnahme in jenem Umfang zuständig gemacht wird, wie dies der Vertrag von Amsterdam nach seiner Ratifizierung für Durchführungsmaßnahmen generell vorsieht.

Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres (Bericht Nassauer)

In dem vorliegenden Entwurf für eine Ratsentschließung sollen die Prioritäten für die Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres vom 1.1.1998 bis zum Inkrafttreten des Vertrages von Amsterdam festgelegt werden. Daß das EP dazu überhaupt konsultiert wird, läßt laut dem Berichterstatter für den Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten erkennen, daß die Luxemburger Präsidentschaft die Verpflichtungen des EU-Vertrages ernst nimmt. Mit dem nicht genau festgelegten Enddatum für die Gültigkeit der Prioritäten ist er jedoch nicht einverstanden. Sollte der Amsterdamer Vertrag nämlich aufgrund von unvorhergesehenen schwerwiegenden Problemen nicht ratifiziert werden, bestünde keine Verpflichtung zur Festlegung neuer Prioritäten, wodurch die Arbeiten im Bereich Justiz und Inneres beeinträchtigt würden.

Der Berichterstatter erinnert daran, daß die Prioritätenliste in Wirklichkeit keine Prioritätenliste ist, sondern bloß eine Liste, die alle Vorschläge beinhaltet, die zur Zeit diskutiert werden. Daß bei der Auswahl der tatsächlichen Prioritäten aus dieser Liste der Kommission nur eine untergeordnete Position zukommt, findet der Berichterstatter nicht richtig. Er begrüßt jedoch, daß das EP die Möglichkeit hat, seine eigenen Prioritäten beim Rat einzureichen und damit Einfluß auszuüben, da die endgültige Auswahl aus der Prioritätenliste noch nicht getroffen wurde.

Eine der besonderen Prioritäten des EP in diesem Zusammenhang ist der freie Personenverkehr. Der Rat sollte daher nach Meinung des Berichterstatters dazu gezwungen werden, entweder die für den freien Personenverkehr nötigen Begleitmaßnahmen innerhalb von einigen Monaten zu treffen oder die Begleitmaßnahmen als Vorbedingung für die Herstellung des freien Personenverkehrs überhaupt fallen zu lassen. Außerdem wird im Entschließungsantrag darauf hingewiesen, daß die Vorarbeiten für die Eingliederung des Schengen-Besitzstandes in den Rahmen der EU unbedingt beginnen müssen, wobei das EP zu den Umsetzungsvorschlägen der Schengen-Maßnahmen in Gemeinschaftsmaßnahmen unbedingt gehört werden muß.

(Quelle: Berichtsentwurf)

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Programm ODYSSEUS


Bericht Zimmermann (SPE/D) über den Vorschlag für einen Beschluß des Rates über eine gemeinsame Maßnahme betreffend ein Ausbildungs-, Austausch- und Kooperationsprogramm in den Bereichen Asyl, Einwanderung und Überschreiten der Außengrenzen (ODYSSEUS)
Dok. A4-, *
Debatte: 20.11.1997

Das Programm ODYSSEUS beruht auf mehreren Pilotprojekten und bietet durch Seminare, Austausch und Forschung jenen Beamten eine Ausbildung und Schulung, die mit der Ausführung der politischen Beschlüsse in den Bereichen Asyl, Einwanderung und Überschreiten der Außengrenzen befaßt sind.

Die Berichterstatterin für den Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten betont, daß der Ausbildung des Personals in den betreffenden Bereichen eine vorrangige Bedeutung zukommt; sie soll den nationalen Verwal-
tungen helfen, über ein mehrjähriges Programm untereinander eine bessere praktische Zusammenarbeit zu erreichen. Auch beitrittswillige Länder und Drittländer können am Programm teilnehmen, wenn auch für letztere die Voraussetzungen dafür laut Meinung der Berichterstatterin nicht ganz klar sind.

Die Pilotprojekte haben gezeigt, daß das Programm nicht nur Kenntnisse über das Gemeinschaftsrecht vermitteln oder dem Erfahrungsaustausch dienen wird, sondern dadurch auch neue praktische Lösungen für nationale Probleme vor Ort gefunden werden. Für die Durchführung der Schulungen und des Austauschs muß gewährleistet sein, daß es sich bei den verwendeten Akten und Dokumenten grundsätzlich nur um anonymisierte Dokumente handelt. Die Berichterstatterin verlangt darüber hinaus, daß die Rolle des EP unbedingt zu präzisieren ist. Es muß über die jeweilige Jahresplanung und die geförderten Aktionen informiert werden und sollte auch durch eine Prioritätenlisten an der Jahresplanung mitwirken können.

(Quelle: Berichtsentwurf)

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Vertrag von Amsterdam


Bericht Mendez de Vigo (EVP-CD/E) und Tsatsos (SPE/GR) über den Vertrag von Amsterdam
Dok. A4-347/97
Debatte: 19.11.1997

Der Institutionelle Ausschuß hat einen Entschließungsantrag zum Vertrag von Amsterdam mit
22 : 11 : 3 Stimmen angenommen. Darin wird den Mitgliedstaaten die Empfehlung ausgesprochen, den Vertrag von Amsterdam zu ratifizieren. Der Vertrag von Amsterdam vollzieht einen weiteren Schritt auf dem unvollendeten Weg des Aufbaus einer Europäischen Politischen Union und enthält für gewisse Organe nicht zu unterschätzende Fortschritte, andere Fragen läßt er aber ungelöst. Der Entschließungsantrag vermißt im Vertrag von Amsterdam die für ein effizientes und demokratisches Arbeiten einer erweiterten Union notwendigen institutionellen Reformen und betont, daß diese Reformen so schnell wie möglich vor der Erweiterung verwirklicht werden müssen, um die Beitritte nicht zu verzögern. Der Europäische Rat wird deshalb ersucht, auf der Grundlage der Entschließung eine institutionelle Reform im Hinblick auf die Erweiterung einzuleiten, um mit dem EP diesbezüglich in einen politischen Dialog einzutreten.

Aufgrund der doppelten Legitimation der EU als einer Union der Staaten und einer Union der Völker Europas muß es die Aufgabe des EP sein, den Integrationswillen der Völker der Union in voller Unabhängigkeit zu artikulieren. Die jüngste Regierungskonferenz hat nach Ansicht des Institutionellen Ausschusses die Grenzen der Methode diplomatischer Verhandlungen gezeigt. Das EP muß im Hinblick auf seine konstruktive Rolle bei der Revision der Verträge und durch seine Legitimationsfunktion als Repräsentant der europäischen Bürger bei künftigen Vertragsänderungen eine wesentlich stärkere Rolle beanspruchen.

In dem Entschließungsantrag wird betont, daß der Vertrag von Amsterdam einerseits der Gemeinschaftsmethode im Grundsatz den Vorrang einräumt, andererseits die Gefahren einer (auf manchen Gebieten unvermeidlichen) differenzierten Integration durch präzise Kriterien und ihren Ausnahmecharakter auf ein tragbares Maß eindämmt. Unterstrichen wird, daß die neuen Möglichkeiten des Vertrags von Amsterdam nur dann zu greifbaren Ergebnissen führen werden, wenn der zur Zeit nicht ausreichend vorhandene politische Wille zum gemeinsamen Vorgehen in allen Bereichen der Verträge zustandekommt.

Begrüßt wird die Ausweitung des Mitentscheidungsverfahrens auf zahlreiche neue Gebiete und das Zustimmungsrecht zur Benennung des Kommissionspräsidenten. Darüber hinaus wird aber gefordert, daß jede Änderung der Gründungsverträge der Zustimmung des EP unterworfen wird und eine neue Methode der Vorbereitung beim Abschluß von Vertragsänderungen eingeführt wird. Das Verfahren der Mitentscheidung muß auf die noch fehlenden Gesetzgebungsmaterien, wie Landwirtschaft und Fischerei, Steuer-, Wettbewerbs-, Struktur-, Fremdenverkehrs- und Gewerbepolitik ausgedehnt werden. Wichtige internationale Abkommen sollten der Zustimmung des EP unterworfen werden.

Im Bereich der GASP werden zwar einige institutionelle, budgetäre und praktische Verbesserungen festgestellt, aber insgesamt bleibt der Entscheidungsmechanismus deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Entschließungsantrag fordert, Perspektiven der Entwicklung einer gemeinsamen Verteidigung ins Auge zu fassen. Im Bereich der Außenwirtschaft sollte die Gemeinschaft für alle Fragen zuständig werden, die im Rahmen der Welthandelsorganisation behandelt werden.

Bedauert wird, daß es im Vertrag von Amsterdam nicht gelungen ist, durch Ausdehnung der qualifizierten Mehrheitsentscheidung die Effizienz der Entscheidungsverfahren zu verbessern.

Der Vertrag von Amsterdam erkennt im Protokoll über die Organe die Notwendigkeit weiterer institutioneller Reformen vor der Erweiterung der Union auf über 20 Mitgliedstaaten an. Der Entschließungsantrag billigt in diesem Zusammenhang vorbehaltlos die gemeinsame Erklärung Belgiens, Frankreichs und Italiens, in der solche Reformen als Voraussetzung jedweder Erweiterung befürwortet werden. Deshalb wird insbesondere gefordert, daß vor jeder Erweiterung
- die Gewichtung der Stimmen im Rat und die Zahl der Kommissionsmitglieder angepaßt wird; dabei müssen die Mitgliedstaaten den gleichen Rang untereinander behalten;
- die qualifizierte Mehrheitsentscheidung im Rat zur allgemeinen Regel wird;
- das Erfordernis der Einstimmigkeit auf Entscheidungen von Verfassungscharakter beschränkt wird;
- alle sonstigen für die Erweiterung notwendigen Reformen beschlossen werden.

Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, die im Amsterdamer Vertrag vorgesehene Möglichkeit, eine Beschlußfassung durch Mehrheitsentscheidung unter Berufung auf wichtige Gründe der nationalen Politik zu verhindern, nur als äußerste Notbremse zu nutzen. Die Kommission soll dem EP vor der Tagung des Europäischen Rates im Dezember 1998 einen Bericht mit Vorschlägen für eine umfassende Reform der Verträge vorlegen, die insbesondere im institutionellen Bereich und im Zusammenhang mit der Erweiterung notwendig ist. Gefordert wird das verbindliche Einverständis, daß der Vertrag nur mit Zustimmung des EP in Kraft treten kann.

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Fischerei in der Antarktis


Bericht McKenna (GRÜNE/IRL) über den Vorschlag für eine Verordnung mit Erhaltungs- und Kontrollmaßnahmen für die Fischerei in der Antarktis zur Ersetzung der Verordnung (EG) 2113/96 vom 25. Oktober 1996
Dok. A4-315/97, *
Debatte: 21.11.1997

Die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (Antarktis-Kommission) hat als für die Fischerei im südlichen Ozean zuständiges Verwaltungsgremium für seine Arbeit einen ökologischen Ansatz gewählt. Sie beschäftigt sich nicht nur mit den Zielfischen, sondern auch mit der Wahrung des Umweltgleichgewichts, also mit den voraussichtlichen Auswirkungen der Fischerei auf Nichtzielarten und die anderen Bestandteile des Ökosystems.

Die Beschlüsse der letzten Tagung der Antarktis-Kommission im Herbst 1996 haben die Kommission veranlaßt, die bestehende Verordnung über die Fischerei in den betreffenden Gewässern durch eine neue Verordnung ersetzen zu wollen, um den Text so klar wie möglich zu halten. Konkret geht es um eine Änderung der Quoten in bestehenden Fischereien und um neue Fischereien. Außerdem sind geringfügige Änderungen etwa in bezug auf die internen EU-Verfahren für Fischereigenehmigungen, den verstärkten Einsatz von Beobachtern, Einschränkungen bezüglich der Methoden der Beseitigung von Plastikabfällen von Fischereifahrzeugen und die technische Beschreibung der notwendigen Langleinenausrüstungen zur Verringerung von Todesfällen bei Seevögeln vorgesehen. Der Ausschuß für Fischerei steht den Grundsätzen denen die Arbeit der Antarktis-Kommission folgt, positiv gegenüber und spricht sich daher dafür aus, den Kommissionsvorschlag zu billigen. Die eingebrachten Änderungsanträge betreffen zusätzliche Erwägungsgründe hauptsächlich zum Problem der illegalen Fischerei in den antarktischen Gewässern.

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Fischereiabkommen mit mehreren afrikanischen Staaten


Bericht Imaz San Miguel (EVP-CD/E) über eine Verordnung zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und des finanziellen Ausgleichs nach dem Abkommen mit der Republik Guinea-Bissau vor der Küste Guinea- Bissaus für die Zeit vom 16. Juni 1997 bis zum 15. Juni 2001
Dok. A4-300/97, *
Debatte: 21.11.1997

Bericht Medina Ortega (SPE/E) über eine Verordnung zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und des finanziellen Ausgleichs nach dem Abkommen mit der Republik Côte d'Ivoire über die Fischerei vor der Küste vor Côte d'Ivoire für die Zeit vom 1. Juli 1997 bis zum 30. Juni 2000
Dok. A4-, *
Debatte: 21.11.1997

Bericht Kindermann (SPE/D) über eine Verordnung zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und des finanziellen Ausgleichs nach dem Abkommen mit der Republik Äquatorial-Guinea über die Fischerei vor der Küste Äquatorial-Guineas für die Zeit vom 1. Juli 1997 bis zum 30. Juni 2000
Dok. A4-, *
Debatte: 21.11.1997

Bericht Novo (KVEL/NGL/P) über eine Verordnung zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und des finanziellen Ausgleichs nach dem Abkommen mit der Republik Cap Verde über die Fischerei vor der Küste von Cap Verde für die Zeit vom 6. September 1997 bis zum 5. September 2000
Dok. A4-, *
Debatte: 21.11.1997

Abkommen mit Guinea-Bissau (Bericht Imaz San Miguel)

Im Jahre 1980 wurde das erste Protokoll über die Fischereibeziehungen mit Guinea-Bissau unterzeichnet. Das nun vorliegende neue Protokoll enthält veränderte Regelungen über die Fangmöglichkeiten, die Lizenzgebühren, die Anheuerung von einheimischen Seeleuten, die Anwesenheit von Beobachtern sowie die Fischereizonen; der vorgesehene finanzielle Ausgleich beläuft sich auf 34 Mio. ECU. Der Ausschuß für Fischerei steht dem Vorschlag positiv gegenüber und schlägt vor, diesen mit einigen geringfügigen Änderungen zu billigen.

Abkommen mit Côte d'Ivoire (Bericht Medina Ortega)

Das neue Protokoll zum 1990 abgeschlossenen Fischereiabkommen mit Elfenbeinküste betrifft hauptsächlich den Thunfischfang sowie begrenzte Fangmöglichkeiten für Trawler. Die jährlichen Kosten des Abkommens für die Gemeinschaft erhöhen sich auf 1 Mio. ECU, die Lizenzgebühren bleiben gleich. Durch drei neue Arten von Hilfe sollen die Fähigkeiten von Elfenbeinküste bei der Bewirtschaftung seiner Fischbestände gestärkt werden, die Mittel für wissenschaftliche und technische Programme sowie für Stipendien wurden hingegen gekürzt. Der Fischereiausschuß schlägt vor, den Vorschlag zu billigen.

(Quelle: Berichtsentwurf)


Abkommen mit Äquatorial-Guinea (Bericht Kindermann)

Auch zum 1984 mit Äquatorial-Guinea abgeschlossenen Fischereiabkommen soll es ein neues Protokoll geben, das Fangmöglichkeiten von Thunfisch und finanziellen Ausgleich regelt. Die Kosten des Abkommens steigen auf 320.000 ECU, die Lizenzgebühren bleiben gleich. Zwei Punkte erscheinen dem Fischereiausschuß bedenklich: die Folgen des Protokolls für die Erhaltung der Fischbestände und das Fehlen einer echten Überwachungsregelung. Der Ausschuß bringt diesbezügliche Änderungsanträge ein, wobei der Berichterstatter damit droht, das Fischereiabkommen in Zukunft nicht mehr zu unterstützen, sollte kein taugliches System zur Bewirtschaftung der Bestände gefunden werden.

(Quelle: Berichtsentwurf)

Abkommen mit Kap Verde (Bericht Novo)

Das erste Abkommen zwischen der EU und Kap Verde geht auf das Jahr 1991 zurück; auch hierzu soll es ein neues Protokoll geben. Die Fangmöglichkeiten ähneln jenen der vorangegangenen Protokolle, die Gesamtkosten des Abkommens belaufen sich auf 1.531.740 ECU und bleiben damit fast unverändert. Der Berichterstatter für den Fischereiausschuß steht dem Kommissionsvorschlag insgesamt positiv gegenüber, macht jedoch einige Verbesserungsvorschläge.

(Quelle: Berichtsentwurf)

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Zusammenfassung der Tagung vom 5./6.11.1997 in Brüssel


Außenministertagung zur Erweiterung

Debatte: 5.11.1997

Kommissionsmitglied Hans van den Broek trug die Mitteilung der Kommission über die Außenministertagung vom 25. und 26. Oktober 1997 im luxemburgischen Mondorf vor. Dabei habe man sich nicht in allen die Erweiterung betreffenden Punkten einigen können, doch müßten sich ja auch die Staats- und Regierungschefs erst auf Leitlinien verständigen. Völlig einer Meinung sei man jedoch in einem Punkt gewesen: Die Erweiterung sei ein Prozeß, von dem kein Kandidatenland ausgeschlossen werden könne. Sobald ein Land die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen erfülle, leite sich daraus eine Mitgliedschaft ab. Van den Broek betonte, daß die Erweiterung sowohl Verhandlungs- als auch Vorbereitungselemente umfasse. Bei diesem Gesamtprozeß könne es wohl eine Differenzierung geben, nie aber eine Diskriminierung. Van den Broek sprach sich für eine Beitrittspartnerschaft mit klarem Plan aus. Es müsse öffentliche Gutachten über die Erfüllung der Bedingungen durch die Kandidatenländer geben. Wichtig sei jedoch auch, wie jeder Staat selbst seinen Beitritt sehe und welche Mittel für die Ermöglichung der Beitritte tatsächlich zur Verfügung stünden. Die Überprüfung, ob alle Bedingungen für einen Beitritt erfüllt seien, müsse jährlich aktualisiert werden. Sobald man hier zu einem positiven Ergebnis komme, werde die Kommission umgehend die Staats- und Regierungschefs ersuchen, die Verhandlungen zu beginnen.

Van den Broek erklärte, daß man bei der Tagung in Mondorf auch über die Schaffung einer permanenten europäischen Konferenz gesprochen habe. Ein derartiges multilaterales Forum aus den Beitrittsländern und den Mitgliedsländern solle geschaffen werden, um Probleme von gemeinsamem Interesse zu lösen. Van den Broek erinnerte jedoch daran, daß die Verhandlungen selbst in bilateraler Form stattfinden sollten. In bezug auf das multilaterale Forum hätten zwei Mitgliedstaaten gewisse Zweifel angemeldet. Er habe dies aber nicht als Veto aufgefaßt und gehe von einer Zustimmung der Mitgliedstaaten aus.

Über die Türkei seien in Mondorf keine Schlüsse gezogen worden, so van den Broek. Bei seinem jüngsten Besuch in der Türkei habe es intensive Gespräche mit den Behörden gegeben. Außerdem sei ein Besuch des amtierenden Ratspräsidenten für Ende des Monats sowie ein Ministertreffen vorbereitet worden. Man stehe hier noch vor schwierigen Klippen, die zu umschiffen seien. Die Vorgehensweise hänge sicher von der Haltung der Türkei in der Zypernfrage und bei den Menschenrechten ab. Van den Broek bezeichnete Mondorf als Meilenstein bei der Vorbereitung der zukünftigen Entscheidungen zur Erweiterung.

Reinhard Rack (EVP-CD/A) fragte nach der geplanten Europakonferenz. Mit welchen Inhalten solle sie stattfinden, welches sind die konkreten Verhandlungsgegenstände? Inwieweit werde sichergestellt, daß sich alle eingeschlossen fühlen?

Kommissionsmitglied Hans van den Broek wollte in seiner Antwort aus der laufenden Debatte noch keine Schlußfolgerungen ziehen. Die Fragen, die erörtert würden, würden nicht in direktem Zusammenhang mit den Beitritten stehen. Er sprach sich dagegen aus, multilaterale und bilaterale Fragen zu vermischen. Gegenstand der Verhandlungen seien horizontale Fragen gemeinsamen Interesses wie in der Agenda 2000 vorgesehen. Dazu gehöre zum Beispiel eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik auch für Drittländer, auch eine regionale Zusammenarbeit, die TEN sowie horizontale Fragen, die die Umwelt betreffen. Van den Broek sah diese Konferenz als Möglichkeit, das europäische Familiengefühl neu zu beleben. Es gehe ihm nicht darum, Fragen, die den Europarat tangierten, zu diskutieren. Es gehe auch nicht um bilaterale Fragen, sondern um horizontale.

Elisabeth Schroedter (GRÜNE/D) bedauerte, daß die Amsterdamer Konferenz nicht die notwendigen Reformen für eine Erweiterungsfähigkeit der Union gebracht habe. Jetzt würden die Reformen und die Erweiterung Hand in Hand gehen. Frankreich habe vorgeschlagen, die Ständige Europakonferenz in ihrer Bedeutung zu stärken und auch institutionelle Fragen zu behandeln. Unterstütze die Kommission diesen Vorschlag und sollen die Beitrittsländer an den institutionellen Reformen beteiligt werden? Welche konkreten Konzepte habe die Kommission, um diese Prozesse miteinander zu verzahnen?

Die Position der Kommission liegt nach Kommissionsmitglied Hans van den Broek nahe bei den französischen Vorschlägen. Wenn es Elemente des Zögerns gebe, so liege dies mehr an der Frage der Beteiligung als am Inhalt der Konferenz. Es gehe vor allem um die Frage, inwieweit eine Beteiligung den Weg für eine Mitgliedschaft automatisiere.


Lkw-Streik in Frankreich

Debatte: 5.11.1997

Kommissionsmitglied Neil Kinnock gab eine Erklärung zum Lkw-Streik in Frankreich ab. Die Kommission habe im Vorfeld des Streiks mit der französischen Regierung gesprochen, damit Maßnahmen getroffen werden können, um die Folgen für den internationalen Verkehr möglichst gering zu halten. Die französische Regierung habe zu Beginn des Streiks Polizeikräfte zur Räumung wichtiger strategischer Punkte an den Grenzen eingesetzt. Probleme gebe es aber immer noch bei Calais. Schon am zweiten Tag habe er, so Kinnock, dem französischen Verkehrsminister und den Gewerkschaftsführern geschrieben, um auf die internationalen Konsequenzen des Streiks hinzuweisen.

Die Kommission habe sich auch mit der Frage der Haftung der Mitgliedstaaten für die Freizügigkeit beschäftigt. Sie werde weiterhin mit rechtlichen Ratschlägen dafür sorgen, daß die Mitgliedstaaten alles tun, um die Freizügigkeit im Binnenmarkt zu gewährleisten. Nach Ansicht der Kommission unternehme die französische Regierung gegenwärtig ernsthafte Bemühungen, um ihren Verpflichtungen gerecht zu werden.

Die Kommission akzeptiere selbstverständlich die sozialen Rechte der Arbeitnehmer, aber die Freizügigkeit dürfe auch durch Streikmaßnahmen nicht eingeschränkt werden. Diskutiert würden auch Mindestregelungen für Ausgleichszahlungen an Streikgeschädigte. Die Kommission werde diesen Gedanken weiter verfolgen und im Ministerrat besprechen und auch das EP dann informieren.

Seine Fraktion, so Friedrich Wolf (GRÜNE/D), habe sich immer für eine Verkürzung der Arbeitszeit, für den sozialen und ökologischen Umbau des Transportwesens und für das Recht auf Demonstrationsfreiheit ausgesprochen. Nun wollten die GRÜNEN ihre Solidarität mit den streikenden Lkw-Fahrern in Frankreich bekunden. Sie streikten für Europa und nicht gegen Europa. Der Staat müsse hier als Vermittler auftreten, die französische Regierung habe bisher eine glückliche Hand bewiesen. Wolf prangerte das skandalöse Verhalten der Arbeitgeber im Konflikt an. Zum Sozialdumping sei es aber auch gekommen, weil der Transportsektor von der Arbeitszeitrichtlinie ausgenommen sei. Er verstehe daher nicht, warum die Kommission nun wieder nur ein Weißbuch und keine Richtlinie vorlege.

Nach Meinung von Kommissionsmitglied Neil Kinnock werde es bei der Einbeziehung des Straßengüterverkehrs in die bestehende Gemeinschaftsgesetzgebung Durchbrüche geben. Natürlich habe jeder Abgeordnete das Recht, sich mit den französischen Fahrern solidarisch zu erklären. Kinnock erinnerte jedoch daran, daß Solidarität unteilbar sei. Hoffentlich werde sein Vorredner Wolf sich daher auch mit jenen Fahrern solidarisch erklären, die aufgrund der Blockaden in Frankreich festhingen.

Georg Jarzembowski (EVP-CD/D) stellte fest, man müsse zwischen den berechtigten Tarifauseinandersetzungen in Frankreich und der Geiselnahme von Lkw-Fahrern unterscheiden. Er stellte zwei Fragen: Erstens wollte er wissen, wann der Kommissar eine einstweilige Anordnung beim EuGH beantrage, damit die französische Regierung die Streikblockaden aufhebe und freien Durchgang durchsetzte. Zweitens wies er auf Artikel 5 des Gemeinschaftsrechts hin, der die Staaten verpflichte, den freien Personen- und Warenverkehr unter Androhung von Schadenersatz durchzusetzen. Er fragte Kinnock, was er tue, um die berechtigten Interessen von Arbeitnehmern und Unternehmen zu schützen.

Kommissar Neil Kinnock betonte, die Forderung nach Aktionen der Kommission entbehre der rechtlichen Grundlage. Man müsse deshalb erst einmal Rechtsgrundlagen fordern, die der Kommission ein Handeln ermöglichten. Die Mitgliedstaaten hätten die Verantwortung für die Freizügigkeit. Solange man ihnen keine Vernachlässigung ihrer Pflichten nachweisen könne, sei der Handlungsspielraum der Kommission gering.

Kindesmißbrauch

Bericht Schulz (SPE/D) über die Bekämpfung des Sextourismus mit Kindesmißbrauch sowie über den Beitrag der EU zur Verstärkung des Kampfes gegen Kindesmißbrauch und die sexuelle Ausbeutung von Kindern
Dok. A4-306/97
Debatte: 5.11.1997
Abstimmung: 6.11.1997, 11.00 Uhr (in namentlicher Abstimmung mit 377 : 4 : 9 Stimmen)

Das EP fordert in der Entschließung unter anderem die Mitgliedstaaten dazu auf, auch den Besitz von pornographischem Material, bei dessen Herstellung Minderjährige eingesetzt wurden, unter Strafe zu stellen. Der Richter am EuGH, Melchior Wathelet, wird aufgefordert, von seinem Richteramt zurückzutreten. Die von ihm als ehemaligem belgischen Justizminister persönlich getroffene Entscheidung, den zwischenzeitlich des vielfachen Kindesmordes verdächtigen Marc Dutroux vorzeitig auf freien Fuß zu setzen, ist zwar in vollem Einklang mit dem belgischen Recht getroffen worden, hat aber verheerende Auswirkungen gehabt, für er die moralische und politische Verantwortung übernehmen muß.

Berichterstatter Martin Schulz (SPE/D) betonte, das Thema dieses Berichts sei für das EP, für den Ministerrat, für die Kommission und für die einzelnen Bürger von großer Bedeutung. Er habe sich auf zwei Bereiche in seinem Bericht beschränkt: Zunächst die Analyse der Maßnahmen, die die Kommission vorgeschlagen habe und wie man sie ergänzen könne. Und dann, wie man mit sexuellem Mißbrauch von Kindern umgehen könne sei es im familiären oder im kriminellen Umfeld. Was könne die Gesellschaft tun, auch und gerade über den Rahmen der polizeilichen Arbeit hinaus?

Unsere Gesellschaft habe keinen Respekt vor dem Leben von Kindern. Die Kommission habe dieses Problem analysiert und Maßnahmen ausgearbeitet. Sie habe in einer schwierigen Zeit einen sehr ausgewogenen Weg beschritten. Sie habe im Kampf gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern einen wichtigen Schritt gemacht. Schulz wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß es in einer Kinderkrippe der Kommission zu sexuellem Mißbrauch gekommen sein solle. Er hoffe sehr auf Aufklärung. Was den Schutz und die Betreuung der Opfer angehe, so müsse sie im Vordergrund stehen. Es gebe perverse, abartige Menschen, die vor nichts zurückschreckten. Sie richteten Schäden an, er wolle dazu nur einen Satz sagen: "Man kann einen Menschen zerstören ohne ihn zu töten". Die Opfer bedürften der vollen Solidarität der Gesellschaft, psychologischer und medizinischer Hilfe. Im Papier der Kommission seien gute Programmideen enthalten, er appellierte an alle, auch das Geld, das dafür nötig sei, zur Verfügung zu stellen.

Außerdem müsse die Gesellschaft gegen den weiteren Verfall anarbeiten. Das ginge nicht nur, aber auch über das Strafrecht. Man müsse hier wichtige Aufgaben in Angriff nehmen. Z.B. müsse man die konkrete Definition nationaler Rechtsvorschriften zur Klassifizierung und Kriminalisierung von sexueller Ausbeutung von Kindern in Angriff nehmen: Was ist Pornographie mit Kindern? Welches Alter von Kindern ist gemeint? Es müsse nicht nur die Herstellung, der Vertrieb und die Verteilung, sondern auch der Besitz von kinderpornographischem Material strafbar sein. Er wisse, daß dies umstritten sei, aber wenn es einen Markt gäbe, dann nur, weil es Konsumenten gibt. "Der Konsument ist so schäbig wie der Produzent".

Sextourismus, so Schulz weiter, sei eine moderne Form der Sklaverei. Er verlangte, daß Strafverfolgung auch für solche Straftaten möglich sein müsse, die außerhalb der EU begangen worden seien. Im Tourismusbereich sollte man auch Firmen überprüfen. Die meisten Unternehmen seien seriös, dennoch sollte es auch Initiativen geben, gegen Unternehmen, die Kindersextourismus propagierten.

Schulz begrüßte den Vorschlag, ein europäisches Informationssystem zur Bekämpfung des sexuellen Mißbrauchs von Kindern einzurichten. Er begrüßte es auch, ein Zentrum für verschwundene Kinder zu fördern. Das Problem sei im Wachsen begriffen, Kinder würden nicht nur von Einzeltätern mißbraucht, sondern auch zur Prostitution gezwungen.

In der letzten Zeit habe er sich im Rahmen der Arbeit an seinem Bericht mit vielen Einzelfällen befaßt. Dabei sei ihm der Begriff der Verantwortung wichtig geworden. Welche Verantwortung hätten öffentlich Handelnde? Im Innern der EU könnte man nicht schweigen, wenn man wisse, daß es Verantwortung gibt. Er wolle sich nicht in innerbelgische Angelegenheiten einmischen. Aber die Begnadigung von Marc Dutroux, der mittlerweile des vielfachen Kindermordes verdächtigt werde, und die Verantwortung des heutigen Richters am EuGH, Melchior Wathelet, müsse bedacht werden. Wathelet habe diese Tat bis heute nicht ausreichend bedauert. Die EU müsse klarmachen, daß es in ihren Institutionen keinen Platz gäbe für Menschen, die nicht zu ihrer Verantwortung stünden. Deshalb habe er Wathelet aufgefordert, seinen Hut zu nehmen. Der Änderungsantrag zu Punkt 29 seiner Entschließung zeige, daß es Unterstützung gäbe für diese Ansicht.

Die Gesellschaft dürfe den Respekt vor den Wehrlosesten in ihrer Mitte nicht verlieren, sie dürfe nicht zulassen, daß Kinder zur Handelsware würden. Sie dürfe nicht so verrohen, daß sie nicht mehr erschreckte und zur Tagesordnung überginge.

Im Namen der Sozialistischen Fraktion unterstützte Anne van Lancker (B) den Bericht in allen Aspekten. Nach der Tragödie in Belgien sei dieses Thema auf die allgemeine politische Tagesordnung gekommen. Leider finde Kindesmißbrauch aber in allen Ländern statt; deshalb müßten überall gemeinsame Maßnahmen ergriffen werden. Belgien habe derartige Maßnahmen im Ministerrat vorgeschlagen, sei aber teilweise mit seinen Forderungen gescheitert, beispielsweise mit dem Vorschlag, den Besitz von Kinderpornos unter Strafe zu stellen. Glücklicherweise wolle das EP diese und weitere Forderungen aufnehmen.

Im Namen ihrer Fraktion appellierte van Lancker an den belgischen EuGH-Richter Wathelet, zurückzutreten. Zwar sei es richtig, daß ihn persönlich keine Schuld treffe, trotzdem trage er die politische und moralische Verantwortung für die vorzeitige Freilassung von Dutroux, schließlich habe er diese Entscheidung unterschrieben. Das EP besitze zwar keine Befugnisse in dieser Frage, es müsse aber einen derartigen Appell richten können, wenn es um das Prestige einer europäischen Institution gehe.

Gérard Deprez (EVP-CD/B) bedauerte im Namen seiner Fraktion, daß erst durch die furchtbaren Tragödien der letzten Zeit das Phänomen der Gewalt gegen Kinder wirklich ins Bewußtsein der Öffentlichkeit getreten sei. Auf die grundsätzlich bedeutenden Vorschläge des Schulz-Berichts hätte man sich noch vor einigen Jahren in den Fraktion nie einigen können.

Völlig unverständlich finde er es jedoch, so Deprez, daß im Entschließungsantrag die Forderung nach einer Aufstockung der Haushaltszeile für Initiativen gegen die Gewalt gegen Kinder und Frauen enthalten sei, obwohl in Straßburg, bei der letzten Plenartagung, ein entsprechender Vorschlag vom EP abgelehnt worden sei. Auch wenn man dies damit begründet habe, daß alle Mittel für die Beschäftigungspolitik aufgewendet werden müßten, sei diese Entscheidung absolut nicht einsichtig.

Was Herrn Wathelet betreffe, so sei dieser nun mal bereits Richter. Ob er dies bleiben solle, könne man sich selbst fragen, oder auch Herrn Wathelet. Auf die Frage, ob das EP einen Richter zum Rücktritt auffordern könne, müsse er, so schwer es ihm falle, mit Nein antworten. Das Prinzip der Gewaltenteilung dürfe nicht durcbrochen werden, dies wäre eine Gefahr für die Demokratie. Sollte das EP den Rücktritt von Wathelet verlangen, wäre dies ein politischer Fehler.

Charles Goerens (LIBE/L) betonte, es ginge hier darum, die Haltung des EP im Hinblick auf die Bekämpfung dieser häßlichen Verbrechen zu definieren. Es genüge nicht, die Verbrecher zu verhaften. Man müsse die Verantwortung auch auf anderen Ebenen suchen. Dazu gehörten z.B. Maßnahmen gegen den Sextourismus.

In der Diskussion im EP werde nur über den Punkt 29 des Entschließungsantrags gesprochen. Der Richter am EuGH Melchior Wathelet solle aufgefordert werden, sich seiner Positionen zu entledigen und Verantwortung zu übernehmen für die Begnadigung von Marc Dutroux. Der Änderungsantrag zweier Kollegen zu diesem Punkt sage das gleiche, ohne das Wort "zurücktreten" zu enthalten. Diejenigen, die dafür stimmten, sollten das Prinzip der Gewaltentrennung berücksichtigen. Es gehe hier um einen gefährlichen Präzedenzfall. Seine Fraktion unterstütze Punkt 29, aber nur ausnahmsweise. Wenn man früher begonnen hätte, Verantwortung zu übernehmen, z.B. beim Vorschlag Wathelets durch einen Mitgliedstaat oder bei der Bestätigung Wathelets durch andere Mitgliedstaaten, dann wäre dies heute nicht nötig gewesen.

Das Drama der vergewaltigten und getöteten Mädchen in Belgien habe die Öffentlichkeit aufgerüttelt und Tabus fallen lassen, so Viviane Reding (EVP-CD/L). Die Gesellschaft müsse sich bewußt werden, daß Kinder zur Ware degeneriert würden, um die krankhafte Gier der Erwachsenen zu befriedigen. Eine Gesellschaft, die nicht in der Lage sei, ihre Kinder zu schützen, könne auch ihre eigene Würde nicht bewahren.

Reding rief deshalb dazu auf, Ja zu sagen zu einem wirksamen europäischen Kampf gegen die entsprechenden kriminellen Verbrechernetze, zur Schaffung eines europäischen Zentrums für verschwundene Kinder, zu Hilfen für die Opfer und ihre Eltern, zur Einrichtung einer Datenbank und auch zur medizinisch-sozialen Behandlung der Täter sowie zu einer endgültigen Aufnahme von Rückfälligen in die Zuchthäuser. Die Produktion und der Besitz von pornographischem Kindermaterial müsse unter Strafe gestellt werden. Die Kinder zu schützen, sollte zur ersten Verantwortung aller Politiker werden. Deshalb sei es falsch, den Schulz-Bericht nur auf die Frage des Richters Wathelet zu beschränken. Das EP habe zwar nicht die Kompetenz, einen europäischen Richter abzusetzen, es müsse aber seiner moralischen politischen Verpflichtung gerecht werden; der Richter Wathelet sei untragbar.

Gerhard Hager (FL/A) verwies eingangs darauf, daß die dem Bericht zugrunde liegende Mitteilung der Kommission unvollständig sei. Neben den angeführten Ländern gebe es nämlich auch in Österreich jetzt Voraussetzungen für die Bestrafung von im Ausland begangenen Straftaten. Hager sprach sich dafür aus, Kinder bis zum 18. Lebensjahr zu schützen.

Der Bericht sei insgesamt zu begrüßen, sehe man von einer gewissen Begriffsverwirrung ab. Hager meinte jedoch, daß es sich bei vorliegendem Problem auch um ein sozialpolitisches Phänomen handle. Die Nachfrageseite werde sicher von der sexuellen Freizügigkeit gesteuert, deren Früchte man nun in Europas Strafkammern ernte. Hier sei zweifellos ein Umdenken geboten.

Klaus Lukas (FL/A) gab zu bedenken, daß der Tourismus als Wachstumsbranche durch Reisen zum Ziele des sexuellen Mißbrauchs von Kindern moralisch schwer belastet werde. Reisebüros, Fluglinien und Reiseveranstalter müßten daher potentiellen Tätern Präventivinformationen geben und zwar zusätzlich zu rechtlichen Schritten. Lukas sprach sich dafür aus, in Flugzeugen zu gewissen Destinationen an männliche Reisende anstatt Kondome Informationsbroschüren zu verteilen, aus denen hervorgehe, daß minderjährige Mädchen auch in Thailand oder in Afrika nichts anderes seien als hilflose Kinder.

Wilmya Zimmermann (SPE/D) erinnerte daran, daß vor einem Jahr in Stockholm die Konferenz gegen den kommerziellen sexuellen Mißbrauch von Kindern stattgefunden habe. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang den Vorschlag der Kommission. Die heutige Diskussion bewertete sie sehr positiv. Sie stellte sich die Frage, wie man dem Mißbrauch entgegenwirken könne. In der Süddeutschen Zeitung von dieser Woche habe sie gelesen, daß sexuelle Gewalt unter Jugendlichen sehr weit verbreitet sei. Junge Männer griffen zu Alkohol, Drogen und physischer und psychischer Gewalt um ihre sexuellen Interessen durchzusetzen. Dies sei der Nährboden für Sextourismus und Kindesmißbrauch.

Die Vorschläge, die heute gemacht worden seien, würden schon lange von Verbänden, von Opfern und von Frauenverbänden gemacht. Sie wollte sich auf die Prävention konzentrieren und stellte dazu drei Forderungen: 1. Man solle dem entgegenwirken, daß aus Opfern später Täter würden. Zweitens solle man sexuelle Gewalt von Jugendlichen nicht tabuisieren und drittens sollten die Familien von Tätern nicht in Sippenhaft genommen werden. Sie wies zum Abschluß noch einmal darauf hin, daß man sich nicht nur auf Sextourismus konzentrieren solle, sondern auf die Machtverhältnisse in der Gesellschaft.

Auch Hubert Pirker (EVP-CD/A) bezeichnete die sexuelle Ausbeutung von Kindern als traurigstes Kapitel der Gesellschaft. Es habe sich daraus ein Geschäft entwickelt, das beinahe größer sei als das Drogengeschäft. Pirker begrüßte die Diskussion über die internationale Kooperation im Kampf gegen sexuellen Mißbrauch. Er verlangte eine Rechtsharmonisierung sowie die europaweite Einführung der exterritorialen Wirksamkeit. Auch die Sicherheitsverwahrung von Rückfalltätern sowie die Möglichkeit, Gewinne aus dem Geschäft für die Betreuung der Opfer zu verwenden, halte er für positiv. Er hoffe, daß das EP die geplanten Maßnahmen im Interesse der Schwächsten der Gesellschaft unterstützen werde.

Nach Kommissionsmitglied Christos Papoutsis hat die Debatte die dramatischen Ausmaße der Pornographie in all ihren erschütternden Formen deutlich gemacht. Das Übel müsse innerhalb der Union aber auch in Drittstaaten mit der Wurzel ausgerissen werden. Europa müsse jetzt ein politisches Signal gegen jede Form des Kindesmißbrauchs setzen. Der Kampf gegen Pädophilie und sexuelle Ausbeutung von Kindern stehe an erster Stelle der Prioritätenliste der Kommission.

Die Kommission habe in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Aktionen durchgeführt. So habe sie an entsprechenden Konferenzen teilgenommen und die Ausarbeitung internationaler Konventionen unterstützt. Der Haushalt 1998 werde Arbeiten an einschlägigen Datenbanken erlauben. Papoutsis wies auf die Mitteilung der Kommission über illegale Inhalte im Internet hin. Die Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" sei geändert worden, so enthalte sie jetzt eine Regelung über den Schutz der Menschenrechte. Auch der Rat habe eine ganze Reihe von Initiativen unternommen. So sollen die Mitgliedstaaten den jeweils bestehenden Gesetzesrahmen voll ausschöpfen. Sexualstraftäter sollten in allen nationalen Rechtssystemen auch dann bestraft werden können, wenn sie ihre Taten in Drittländern begehen.

Ein schwerwiegendes Problem mit dramatischen Ausmaßen stelle der Sextourismus dar. Die Kommission habe vier konkrete Ziele definiert, es gehe dabei um die Bestrafung der Täter, die Einschränkung der Touristenströme in Drittstaaten, die Bekämpfung des Sextourismus in den Staaten selbst sowie um gemeinsame Vorgehensweisen in den Mitgliedstaaten.

Papoutsis begrüßte ausdrücklich den Parlamentsbericht; die Kommission werde zahlreiche Anregungen aufnehmen. So unterstütze sie die angeregten Informationskampagnen zur Sensibilisierung der europäischen Öffentlichkeit. Ausdrücklich verwies Papoutsis auf die Verknüpfung des Problems mit der Außen- und Entwicklungspolitik.

Gemeinsame Fischereipolitik

Bericht Fraga Estévez (EVP-CD/E) über die Gemeinsame Fischereipolitik nach dem Jahr 2002
Dok. A4-298/97, Initiativbericht
Debatte: 5.11.1997
Abstimmung: 6.11.1997, 11.00 Uhr (in namentlicher Abstimmung mit 268 : 73 : 8 Stimmen)

In den 70er Jahren wurde beschlossen, daß der Grundsatz der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der freie Zugang zu den Fanggründen der Gemeinschaft sein soll. Da es Probleme mit manchen einzelstaatlichen Fischereisektoren gab, wurden befristete Abweichungen von diesem Grundsatz eingeführt. Die derzeitige Regelung der GFP läuft im Jahr 2002 aus. Wenn bis dahin kein einstimmiger Ratsbeschluß vorliegt, werden alle Ausnahmen vom Grundsatz des freien Zugangs ab dem 1. Januar 2003 abgeschafft. Der Ausschuß für Fischerei hat vor diesem Hintergrund einen Initiativbericht über die Zukunft der Gemeinsamen Fischereipolitik vorgelegt.

Berichterstatterin Carmen Fraga Estévez (EVP-CD/E) betonte, der vorliegende Bericht sei ein Kompromißtext, der nicht alle Aspekte enthalten könne. Es habe im Ausschuß große Diskrepanzen gegeben, trotzdem hätte man zusammengearbeitet und dieses Papier erstellt. Man sei sich einig, daß man die Fischereipolitik der Union effizienter gestalten müsse. Es gäbe viele große Schwächen in dieser Politik. Z.B. sei die Flotte überdimensioniert. Man müsse sie an die Ressourcen anpassen und Normen zum Schutz der Fischbestände aufstellen, das Meeresökosystem müsse geschützt werden. Man müsse aber auch die sozialen Auswirkungen dieser Maßnahmen bedenken. Gerade bei der Küstenfischerei gäbe es Probleme. Schließlich müsse man die Probleme der Aquakultur und der verarbeitenden Industrie berücksichtigen. Insgesamt müsse es zu einer Reform der Gemeinsamen Marktordnung kommen.

Die Fischereirechte müßten übertragbar werden. Man müsse mit allen Parteien debattieren, um die Gemeinsame Fischereipolitik zu stärken. Fraga Estévez bedauerte die Abwesenheit der Kommissarin Bonino bei dieser zentralen Debatte, ihre Abwesenheit zeige mangelndes Interesse.

Brigitte Langenhagen (EVP-CD/D) erinnerte im Namen ihrer Fraktion daran, daß das "blaue Europa" 1983 für 20 Jahre geschaffen worden sei und 2002 auslaufe. Der vorliegende Bericht solle eine Diskussionsgrundlage bieten für die Zukunft, stelle jedoch sicher nicht das letzte Wort des EP zu diesem Thema dar. Die Hauptprobleme der Fischerei bestünden in katastrophalen Bestandszahlen und einer zu großen Flotte. Nun gehe es darum, die Flotte an die Bestände anzupassen und zwar unter Berücksichtigung der sozialen Komponente. Um die Bestandssituation zu verbessern, sei ein einfaches, effizientes System unter Beteiligung der Fischer vonnöten, an dem die Fischer beteiligt sein müßten und das eine ökologische, wirtschaftliche und soziale Basis besitzen müsse. Die Strukturumwandlung in der Fischereipolitik sei zu unterstützen, um sie sozial verträglich zu gestalten. Langenhagen betonte auch die Bedeutung der Kontrollpolitik für eine vernünftige Bestandsregelung. Bei der Politik der externen Ressourcen verweise der Bericht auf die vom EP bereits beschlossenen Grundsätze. Sie selbst hätte sich jedoch eine eindeutige Aussage dahingehend gewünscht, daß weiterhin ausschließlich die Kommission für die Aushandlung von Drittlandsabkommen zuständig sein müsse. Langenhagen bezeichnete den Bericht als Kompromiß, den ihre Fraktion mittragen werde.

Heinz Kindermann (SPE/D) betonte, der Fischereiausschuß habe zu diesem Thema einen Kompromiß gefunden. Er wolle jedoch noch einmal darauf hinweisen, daß das Verfahren, mit dem der Bericht am Ende angenommen wurde, nicht optimal gewesen sei. Der Ausschuß müsse aufpassen, daß es ihm nicht zur Gewohnheit werde, mit Kompromißtexten zu arbeiten, die dann im Eiltempo abgestimmt würden. Es sei nicht sinnvoll, daß es zu 420 Änderungsanträgen kommen müsse.

Ein Kompromiß könne nicht allen Interessen genügen. Der Bericht sei aber trotzdem ein wichtiger Schritt. Er erkenne den Grundsatz der relativen Stabilität an. Außerdem lege er hinreichend dar, daß Fischerei nicht wie jeder andere Wirtschaftszweig behandelt werden könne. Es sei sicherlich nicht die letzte Debatte über die Zukunft der Fischereipolitik nach dem Jahr 2002 gewesen, sondern nur eine erste Annäherung an das Thema.

Kommissionsmitglied Christos Papoutsis begrüßte den Beitrag des EP zur zukünftigen Fischereipolitik nach dem Jahr 2002. Die Kommission sei gegenwärtig dabei, einen Fragebogen über die Fischereipolitik an alle Beteiligten zu versenden. Die Antworten würden zusammen mit den Mitgliedstaaten ausgewertet.

Bei der Regelung ab dem Jahr 2002 müßten schon jetzt die gültigen Rechtstexte berücksichtigt werden. Dabei gehe es um den Zugang innerhalb der Sechs- bzw. Zwölfmeilenzone, den Anwendungsmodalitäten der Shettland-Box und den Zugangsbedingungen der spanischen und portugiesischen sowie der schwedischen und finnischen Fischer entsprechend deren Beitrittsverträgen.

Jetzt gelte es, die Gemeinsame Fischereipolitik anhand ihrer Ziele zu bewerten, d.h. ob die Arbeitsplätze erhalten, die Bestände gesichert sowie die ökologischen Ziele erreicht wurden. Gemeinsam werde man die Erfolge und Mängel zu prüfen und bewerten haben.


Geschlechtsbedingte Diskriminierung

Bericht Ghilardotti (SPE/I) betreffend den Gemeinsamen Standpunkt des Rates im Hinblick auf den Erlaß einer Richtlinie über die Beweislast bei Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts
Dok. A4-326/97, **II
Debatte: 5.11.1997
Abstimmung: 6.11.1997, 11.00 Uhr (mit einigen Änderungen)

Berichterstatterin Fiorella Ghilardotti (SPE/I) beklagte, daß der Gemeinsame Standpunkt von den Wünschen des EP und vom geänderten Kommissionsvorschlag leider sehr weit entfernt sei. Der Ausschuß habe daher diejenigen Änderungsanträge, die grundsätzliche Fragen beträfen, erneut eingebracht. Dabei gehe es um die Definition der mittelbaren Diskriminierung, in der auch terminologisch alle Grundsatzelemente der EuGH-Entscheidungen enthalten sein müßten. Auch der Anwendungsbereich der Richtlinie sei zu sehr eingeschränkt. Was die Modalitäten der Beweislast betreffe, so habe der Rat den Satz über die "verbleibenden Zweifel" völlig unbegründet abgelehnt und die Entscheidung somit dem Richter überlassen. Alle verbleibenden Zweifel müßten aber zu Lasten der Arbeitgeber gehen. Bei den Verfahren schließlich sei maximale Transparenz erforderlich, damit Rechtsstreitigkeiten entschieden werden könnten. Ghilardotti wollte von der Kommission wissen, ob sie, wie bei der ersten Lesung, die Position des EP unterstützen werde. Abschließend betonte sie, daß die Richtlinie nur eine Kenntisnahme der vorliegenden Rechtsprechung sei.

Für die SPE-Fraktion erläuterte Lissy Gröner (D), der Bericht sei ein wichtiger Baustein zur Verwirklichung des sozialen Europas. Es ginge darum, die Position von Arbeitnehmerinnen zu verbessern im Hinblick auf Diskriminierung bei der Einstellung, bei der Beförderung und bei der Entlohnung. Dabei müßte man drei Bereiche besonders bedenken, die vom Rat nicht vollständig nach der ersten Lesung übernommen worden seien.

Es ginge erstens um die Verschiebung der Beweislast weg von der Arbeitnehmerin hin zum Arbeitgeber. Zweitens ginge es um die Definition der mittelbaren Diskriminierung, sowie der EuGH das auch schon praktiziert habe, und so wie auch der Vertragsentwurf von Amsterdam dies vorgegeben habe. Drittens müsse der Anwendungsbereich auch auf Mutterschutz und auf soziale Sicherungen ausgedehnt werden um keine Schlupflöcher entstehen zu lassen. Sie forderte für die sozialistische Fraktion dazu auf, den Änderungsanträgen zuzustimmen.

Seit einigen Jahren werde diese Richtlinie nun schon diskutiert, so Astrid Lulling (EVP-CD/L). Sie habe sich immer für eine vernünftige Umkehrung der Beweislast ausgesprochen, gleichzeitig aber ebenfalls auf rechtliche Schwierigkeiten hingewiesen. Deshalb stelle sie jetzt mit Genugtuung fest, daß der Frauenausschuß darauf verzichtet habe, zahlreiche Änderungsanträge aus der ersten Lesung wieder vorzulegen, die Arbeitgeber wären sonst noch mehr entmutigt worden, Frauen einzustellen. Große Besorgnis habe sie allerdings, daß im Gemeinsamen Standpunkt in den Anwendungsbereich auch die Gleichheit im Bereich der sozialen Sicherheit aufgenommen wurde, hieraus würden sich große Probleme ergeben.

Hilde Hawlicek (SPE/A) sprach von einer beispiellosen Vorgehensweise des Rates. Er habe seinen Gemeinsamen Standpunkt bereits am 22.7.1997, zwei Monate vor der Übermittlung des Textes durch das EP am 15.9.1997 angenommen. Von den elf Änderungen der Kommission habe er nur zweien zugestimmt. Dafür habe er in der Erwägung 8 drei seiner eigenen Richtlinien zur Gleichstellung als Bezüge gestrichen und berufe sich nun nur noch auf die beiden ältesten der vormals erwähnten Richtlinie.

Hawlicek stellte vier große Forderungen auf: Erstens müsse der Bezug auf die anderen Richtlinien zur Gleichbehandlung wieder eingefügt werden. Zweitens: Die Definition der mittelbaren Diskriminierung müsse die zehnjährige Rechtssprechung des EuGH widerspiegeln. Drittens: Das Kernstück der Richtlinie, die Beweislastumkehr, müsse erhalten bleiben. Viertens müsse die Umsetzung der Richtlinie sichergestellt werden, dazu gehöre die dreijährige Berichterstattung ans EP, die der Rat gestrichen habe.
Schließlich müßten die ausweichenden Bestimmungen der Erwägungen 15 und 16 zurückgenommen werden.

Thomas Mann (EVP-CD/D) gab zu bedenken, daß in den Unternehmen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts noch viel zu oft Realität seien. Konkrete Veränderungen und Angleichungen der Verfahren in allen Mitgliedstaaten seien daher angesagt. Mann wies darauf hin, daß der Rat einige Bedenken seiner Fraktion in seinem Gemeinsamen Standpunkt berücksichtigt habe. Die Kommission habe einige Vorstellungen des EP übernommen.

Mann erklärte, daß die EVP einigen Änderungsanträgen des Ghilardotti-Berichtes nicht werde folgen können. So seien etwa die Besonderheiten der Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten sehr wohl zu beachten. Mit dem Vorschlag sei ein Mittelweg gefunden worden, die Beweisrichtlinie stelle einen beachtlichen Schritt nach vorne dar. Gemeinsame Rechtsinstrumente würden mittelbare und unmittelbare Diskriminierungen mit einbeziehen.

Der revidierte Vorschlag der Kommission beruht nach Kommissionsmitglied Padraig Flynn weitgehend auf den Änderungsanträgen des EP. Leider weiche der Gemeinsame Standpunkt in zwei wesentlichen Punkten vom Kommissionsvorschlag ab, dies sei einmal bei der Definition des Konzepts der indirekten Diskriminierung und beim Anwendungsbereich der Richtlinie der Fall. Die Kommission habe gegen beide Punkte starke Vorbehalte. Nach Ansicht der Kommission müsse die Definition der indirekten Diskriminierung alle vier Elemente der ständigen Rechtsprechung des EuGH berücksichtigen, denn alle Elemente würden aufeinander verweisen und seien miteinander verbunden. Beim Anwendungsbereich müsse auch dem Grundsatz des EuGH entsprochen werden, das heißt die Verlagerung der Beweislast sei ein allgemeiner Grundsatz, der bei allen Richtlinien zur Gleichbehandlung Geltung haben müsse. Von den Änderungsanträgen lehne die Kommission die Nummern 3, 4, 7, 9, 10, 11 und 12 ab, die anderen könne sie übernehmen.

Aus der Nachtsitzung vom 5.11.1997

Euro-Münzen

Bericht Soltwedel-Schäfer (GRÜNE/D) über eine Verordnung über die Stückelung und technischen Merkmale der Euro-Münzen
Dok. A4-334/97, **I
Debatte: 5.11.1997
Annahme: 6.11.1997 (mit einigen Änderungen)

Der vorliegende Vorschlag wurde von den EG-Münzdirektoren erarbeitet. Sie legten einen Bericht vor, in dem die Stückelungen und die technischen Merkmale (Durchmesser, Dicke, Gewicht, Farbe, Zusammensetzung und Rändelung) der neuen Euro-Münzen angegeben werden. Damit die Euro-Münzen zum 1. Januar 2002 eingeführt werden können, muß der Beschluß bald gefällt werden.

Die Berichterstatterin für den Ausschuß für Wirtschaft, Währung und Industriepolitik Irene Soltwedel- Schäfer (GRÜNE/D) legte dem Plenum entscheidende Änderungsanträge zum Entwurf vor. Es wurde betont, das einheitliche europäische Münzsystem sollte das Vertrauen der Öffentlichkeit genießen, benutzerfreundlich sein und Betrug und Verwirrung vorbeugen. Der Wirtschaftsausschuß schlug vor, aus Gründen der Fälschungs- und Rechtssicherheit und zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs die Münzen gemeinschaftsweit auf beiden Seiten gleich zu gestalten.

Besonders kritisch bewertete der Ausschuß die vorgeschlagene Stückelung sowie die Durchmesser. Er hielt acht verschiedene Nennwerte für zuviel und schlug statt dessen ein System aus nur sechs Nennwerten vor. Um die Benutzung auch für ältere Menschen und Sehbehinderte zu erleichtern, schlug er ferner vor, dem geringsten Nennwert auch den kleinsten Durchmesser zu geben und die Durchmesser dann mit dem Nennwert steigen zu lassen. Dies ist bei dem ursprünglichen Vorschlag nicht der Fall. Was die gesundheitlichen Aspekte angeht, so schloß der Ausschuß sich der Meinung an, daß die Nickelfreisetzung der Münzen möglichst gering sein sollte. Deshalb schlug er die Verwendung von rostfreien Stahllegierungen für alle die Teile, die mit der Haut in Berührung kommen können, sowie von Kupfer vor.

Wie Kommissionsmitglied Neil Kinnock bei der Debatte erklärte, könne die Kommission die Änderungsanträge bezüglich der Stückelung und der Nickelanteile nicht übernehmen. Auch die Anträge zu den Größen der Euro-Münzen sowie zur Frage der nationalen Seite seien nicht akzeptabel. Kinnock, der für den verantwortlichen Kommissar Yves-Thibault de Silguy sprach, erklärte, daß die Änderungsanträge dazu führen würden, daß die Euro-Münzen-Produktion nicht verläßlich im kommenden Jahr beginnen könne; damit wäre das Datum 2002 gefährdet. Die Kommission könne daher nur einige kleinere Änderungsanträge übernehmen.

Der Vorschlag der Kommission, so Kinnock, basiere auf den Kriterien der öffentlichen Akzeptanz, der technischen Durchführbarkeit und der öffentlichen Gesundheit und sei auch mit den industriellen Erfordernissen und den Bedürfnissen der Benutzer im Einklang. Die Zwei-Euro-Münzen und die Zwanzig- Cent-Münzen könne man nicht einfach fallen lassen, da das System mit den acht Stückelungen die Euro- Noten widerspiegele und auch die nationalen Traditionen berücksichtige. Außerdem sei das System darauf abgestimmt, Rechen- sowie Auf- und Abrundoperationen innerhalb der Eurozone so einfach wie möglich zu gestalten. Dies sei wichtig, um die Konsumenten vor versteckten Preiserhöhungen zu schützen.

Zur Frage der nationalen Seite der Euromünzen wies der Kommissar darauf hin, daß man sich darauf im Juni 1996 beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Florenz geeinigt habe; auf diese Entscheidung hätten sich alle Vorbereitungsarbeiten gestützt. Wenn man dies nun in Frage stelle, wäre das ganze Szenario zur Einführung des Euro gestört. Darüber hinaus hätten Frankreich, Deutschland und Belgien bereits das Design für ihre nationale Seite veröffentlicht, andere Mitgliedstaaten würden dies gerade tun. Die Größe der Münzen beruhe auf einem Konsens zwischen allen Benutzern. Kinnock betonte, daß jegliches Infragestellen des Systems zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Bedingungen des Konsens entgegenlaufe und den Euro für die allgemeine Öffentlichkeit nicht akzeptabler mache.

Die Risiken, die mit dem Nickel in den existierenden Münzen verknüpft seien, wären nicht besonders groß, so der Kommissar. Diese Situation werde sich in der Zukunft noch weiter verbessern. Außerdem beschränke der Vorschlag die Verwendung von Nickel auf die Ein- und Zwei-Euro-Münze. Daher würden nur mehr 8% aller Münzen Nickel enthalten, im Gegensatz zu 75% heute.

Kinnock erklärte abschließend, daß die Kommission fünf Änderungsanträge berücksichtigen könne, nämlich die Nr. 1, 2 und 3 teilweise, die Nr. 4 vollständig und den ersten Absatz von Nr. 8.

Betriebsverlagerungen und ausländische Direktinvestitionen

Bericht Sainjon (REA/F) über Betriebsverlagerungen und die ausländischen Direktinvestitionen in Drittländern
Dok. A4-294/97, Initiativbericht
Debatte: 5.11.1997

Der Bericht wurde auf Antrag der Liberalen Fraktion an den Ausschuß rücküberwiesen, da er noch nicht alle Aspekte des Problems umfaßt
.

Berichterstatter André Sainjon (REA/F) legte einige praktische Vorschläge vor, die es den europäischen Behörden ermöglichen sollten, auf die Haltung europäischer multinationaler Unternehmen in bezug auf Betriebsverlagerungen positiv einzuwirken. Die Kommission solle für die multinationalen Unternehmen einen Verhaltenskodex entwerfen. Sainjon forderte die Kommission auch dazu auf, eine Harmonisierung der Mehrwertsteuersysteme, der Unternehmensbesteuerung und der Besteuerung der Kapitalerträge in Betracht zu ziehen.

Kommissionsmitglied Sir Leon Brittan begrüßte den Bericht als pragmatisch und vernünftig und erklärte, daß er mit vielen Vorschlägen des Berichterstatters einverstanden sei.

Dezentrale Durchführung von PHARE

Bericht Kjer Hansen (LIBE/DK) über den Sonderbericht des Rechnungshofs über das dezentrale Durchführungssystem für das PHARE-Programm, zusammen mit den Antworten der Kommission
Dok. A4-286/97
Debatte: 5.11.1997
Annahme: 6.11.1997

Während der Debatte über den Bericht von Eva Kjer Hansen (LIBE/DK) wurde heftige Kritik an der Kommission laut, der man die Mängel des PHARE-Programms anlastete, insbesondere die Tatsache, daß weniger als die Hälfte der genehmigten Mittel auch tatsächlich in Zahlungen umgesetzt worden sei. Der allgemeine Tenor der Debatte war, daß man für sein Geld nichts bekommen habe.

Kommissar Hans van den Broek räumte ein, daß einiges schief gelaufen sei, die Kommission jedoch intensiv daran arbeite, die Effizienz des Programms zu verbessern. Er stimme der Berichterstatterin in den meisten Punkten zu und sei ebenso wie das EP der Meinung, daß die Nutznießer des PHARE-Programms langsam die Verantwortung für das finanzielle Management übernehmen müßten.

Fahrgastschiffe

Bericht Stenmarck (EVP-CD/S) über Sicherheitsvorschriften und Normen für Fahrgastschiffe
Dok. A4-332/97, **II
Debatte: 5.11.1997
Annahme: 6.11.1997 (mit einigen Änderungen)

Berichterstatter Per Stenmarck (EVP-CD/S) betonte, daß es vor allem darum gehe, Tragödien auf See zu vermeiden.

Kommissar Neil Kinnock zeigte sich mit den meisten Änderungsanträgen einverstanden, wie etwa denjenigen über Hochgeschwindigkeitspassagierschiffe und die Umwelt, da diese ein besonderes Ziel des Vorschlags seien. Den Änderungsantrag Nr. 5 über den Beratenden Ausschuß könne er jedoch nicht übernehmen.

Erneuerbare Energie

Bericht Bloch von Blottnitz (GRÜNE/D) über das Mehrjahresprogramm zur Förderung der erneuerbaren Energieträger in der Gemeinschaft - ALTENER II
Dok. A4-288/97, **I
Debatte: 5.11.1997
Annahme: 6.11.1997

Zum vorliegenden Bericht von Undine-Uta Bloch von Blottnitz (GRÜNE/D) im Namen des Ausschusses für Forschung, technologische Entwicklung und Energie über ALTENER II erklärte Kommissionsmitglied Christos Papoutsis, daß er die Änderungsanträge Nr. 1, 3, 4, 11, 14, 24, 26 und 27 nicht übernehmen könne. Natürlich wisse er, daß die 30 Mio. ECU nur ein Tropfen auf dem heißen Stein seien, jedoch habe dieses Thema in der Agenda 2000 keine hohe Priorität. Es sei daher höchst unwahrscheinlich, daß man für das Programm mehr Geld erhalten werde.

Fischereifahrzeuge

Bericht Le Rachinel (FL/F) über eine harmonisierte Sicherheitsregelung für Fischereifahrzeuge von 24 Meter Länge und mehr
Dok. A4-336/97, **II
Debatte: 5.11.1997
Annahme: 6.11.1997

In bezug auf den vorliegenden Bericht von Fernand Le Rachinel (FL/F) im Namen des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr zeigte sich Kommissionsmitglied Neil Kinnock überzeugt davon, daß der Vorschlag zu einem einheitlichen Sicherheitsstandard für Schiffe und zum besten Schutz des Lebens der Passagiere führen werde. Gleichzeitig sage man damit der Wettbewerbsverzerrung durch jene den Kampf an, die absichtlich Sicherheitsbestimmungen vernachlässigten.

Fischereiabkommen mit Mauretanien

Bericht Imaz San Miguel (EVP-CD/E) über eine Verordnung des Rates zur Änderung des Abkommens über die Zusammenarbeit in der Seefischerei zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Islamischen Republik Mauretanien
Dok. A4-303/97, *
Debatte: 5.11.1997
Annahme: 6.11.1997

Wie Kommissionsmitglied Emma Bonino zum Bericht von Josu Imaz San Miguel (EVP-CD/E) erklärte, habe sie bei einem kürzlichen Besuch in diesem Land die kleinen mauretanischen Fischer vor dem Risiko des Überfischens gewarnt. Das einzige, was die Union tun könne, wäre, die Fischer von der Notwendigkeit eines verantwortungsbewußten Fischens zu überzeugen. Sie sei aber zuversichtlich, daß sich die 3000 - 4000 lokalen Fischer ihre Warnungen zu Herzen nehmen würden.

Sozialschutz

Bericht Weiler (SPE/D) zur Mitteilung der Kommission "Modernisierung und Verbesserung des Sozialschutzes in der EU"
Dok. A4-291/97
Debatte und Annahme: 6.11.1997

Berichterstatterin Barbara Weiler (SPE/D) betonte, die Sozialpolitik sei ein Stiefkind der europäischen Innenpolitik. Erst in jüngster Zeit hätten sich hier Änderungen ergeben, der Amsterdamer Vertrag hätte große Erwartungen geweckt. Die Briten säßen jetzt mit im sozialpolitischen Boot, das Sozialprotokoll sei Bestandteil des Vertrages. Die Menschen erwarteten in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs mehr Schutz vom Staat.

Die Bürger wollten die Freizügigkeit, die ihnen der Binnenmarkt biete, auch nutzen. Sie erlebten aber Diskriminierung und mangelnden Sozialschutz. Die Kommission habe dies erkannt, und so habe sich das Parlament im Februar bereits einmal mit dem Thema Sozialschutz beschäftigt. Dieser zweite Bericht ging auf konkrete Probleme ein, sie begrüße sehr, daß das Kommissionsdokument sehr konkret gewesen sei.

Weiler bedauerte es, daß gerade im sozialen Bereich aber weiterhin große Gebiete dem Prinzip der Einstimmigkeit im Rat unterlägen, was zu Blockaden führen könne, wie in der Vergangenheit bereits häufig geschehen. Sie betonte, daß die Erfüllung der Maastricht-Kriterien nicht im Widerspruch zum Sozialschutz stünde, auch wenn das häufig so vertreten würde. Ferner verlangte sie, daß nun endlich eine aktive Beschäftigungspolitik umgesetzt werden müsse. Der Luxemburger Gipfel würde hier zur Nagelprobe für die Glaubwürdigkeit werden. Man müsse nicht weiter die Leistungen für Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger reduzieren, sondern endlich eine Aktivierung der Leistungen durch Begleitung, Ausbildung und Ermöglichung von Arbeitserfahrungen durchführen. Die Kommission solle hier mit der Verwirklichung des Prinzips "good practices" Vorschläge für flexible Altersübergänge, also den Übergang in die Rente, machen.

Weiler forderte die Kommission ferner auf, jährlich einen Bericht über Armut und Reichtum in der EU vorzulegen, sie könne sich hier allerdings auch auf den Vorschlag der EVP einlassen, die diesen Bericht nur alle zwei Jahre forderte. Man müsse dringend eine Verlagerung der Belastung des Faktors Arbeit auf andere Ressourcen vornehmen. Es könne sich dabei um eine CO2-Steuer, um eine Wertschöpfungsabgabe oder um die Besteuerung von spekulativen Kapitalbewegungen handeln. Sie wolle auch noch einmal auf die Debatte über Chancengleichheit eingehen. Seit 1957 sei diese in den Römischen Verträgen verankert aber bis heute noch nicht Realität. Auch die atypischen Arbeitsverhältnisse müsse man schützen. Sie sei auf die Ausführungen des Kommissars Flynn gespannt, der Analysen angekündigt habe. Sie sei auch besonders gespannt auf die Bilanz der Taten der Kommission nach dem ersten Bericht im Februar.

Jan Andersson (SPE/S) teilte die Hauptüberlegungen der Berichterstatterin. Der Maastrichter Vertrag stehe einem bestimmten Sozialmodell nicht entgegen. Die Arbeitslosigkeit sei für das Wohlfahrtsmodell äußerst kostspielig, deshalb würde eine hohe Beschäftigungsquote zur Sicherung der Sozialschutzsysteme benötigt.

In der Rentenpolitik sprach sich Andersson für einen gleitenden Übergang von der Arbeit zum Ruhestand aus. Die Rentensysteme müßten so ausgebaut werden, daß die staatliche Absicherung eine höhere Bedeutung als die private habe. Der Vorteil einer staatlichen Absicherung liege darin, daß Frauen und Männer gleichbehandelt würden, bei privaten Systemen müßten die Frauen mehr bezahlen, da sie statistisch länger lebten; eventuell sei eine Grundversorgung nötig, die dann privat ergänzt werden könne. Andersson sprach sich auch für eine Harmonisierung der Steuerpolitik in dem Sinne aus, daß die Arbeit steuerlich entlastet und der Umweltverbrauch belastet werde.

Bartho Pronk (EVP-CD/NL) zeigte sich im Namen seiner Fraktion davon überzeugt, daß die soziale Sicherheit in der Zukunft für die EU eines der Hauptthemen darstellen werde. Seine Fraktion sei der Ansicht, daß die soziale Sicherheit weiterhin durch die Mitgliedstaaten geregelt werden sollte, jedoch zwischen den Systemen eine bessere Koordinierung notwendig sei, auch im Hinblick auf die Freizügigkeit. Pronk meinte, daß die Arbeitsbeschaffung und die soziale Sicherheit verzahnt werden müßten. Die EVP sei gegen die Idee der Sozialschlange mit Mindestrechten, solange es keinen Konsens darüber gebe, wie die nationalen sozialen Sicherheitssysteme koordiniert werden könnten. Manche Systeme stammten noch aus der Bismarck-Zeit, andere böten bloß ein Minimum, manche Systeme erfaßten nur die Arbeitnehmer, andere seien universeller. Zwischen all diesen Systemen sei ein Kompromiß notwendig. Seit Bismarck hätten sich die Zeiten geändert, aber viele der damaligen Probleme seien gleich geblieben. Ein Teil dieser
Risiken könne durchaus privat abgesichert sein, jedoch dürfe dieser Anteil nicht zu hoch werden. Abschließend verlangte Pronk eine Lösung für die Probleme der Wanderarbeitnehmer.

Friedrich Wolf (GRÜNE/D) betonte, die Frage der sozialen Sicherheit in Europa werde immer noch behindert. Man müsse sich davon verabschieden, daß es darum ginge, ein einheitliches europäisches System der sozialen Sicherung zu schaffen. Auch wenn man einen einheitlichen Binnenmarkt hätte, gäbe es doch immer noch unterschiedliche Lebensverhältnisse und Gewohnheiten. Diese hätten zu einem unterschiedlichen Niveau der sozialen Sicherung geführt. Dahinter stünden historische Kompromisse - in jedem Mitgliedstaat gewachsen - die sich nicht so einfach auflösen ließen. Es sei nicht unmöglich, ein europäisches System der sozialen Sicherung zu schaffen, aber man müse umdenken.

Alle in Europa Lebenden und Arbeitenden müßten gegen die Risiken der abhängigen Beschäftigung abgesichert werden. Gegen das Risiko des Alters, der Krankheit, der Arbeitslosigkeit und der Dequalifizierung. Desweiteren müsse man sicherstellen, daß sie nicht unter die Armutsgrenze abgedrückt würden. Wenn man dies in Rechnung stelle, dann müsse man Mechanismen entwickeln, die dazu führen könnten, daß man die verschiedenen Sozialsysteme der Mitgliedstaaten konvergieren könne.

Auch Daniela Raschhofer (FL/A) betonte zwei wichtige Punkte des Berichts: Erstens hätten sich die sozialen Rahmenbedingungen in der Union dramatisch verändert, und zweitens wären die sozialen Sicherheitssysteme in den Mitgliedstaaten nur dann weiter finanzierbar, wenn sie umgehend modernisiert würden. Dafür seien aber die Mitgliedstaaten verantwortlich. Ein einheitlicher Sozialschutz für Europa mit all seinen Unterschieden sei Utopie. Raschhofer wies darauf hin, daß die Armut oft weiblich sei und verlangte daher eine bessere soziale Absicherung der Frauen. Besonders wichtig sei es, daß Erziehungszeiten und Pflegezeiten als pensionsbegründend bewertet werden müßten.

Kommissionsmitglied Padraig Flynn betonte, daß das EP aktiv an allen Arbeiten in diesem Bereich beteiligt gewesen sei. Bei einigen Punkten habe es einen klaren Konsens gegeben, so etwa, daß die soziale Sicherheit ein Schlüsselelement des europäischen Sozialmodells darstelle. Auch stimmten alle darin überein, daß soziale Sicherheit jetzt genauso wichtig sei wie in der Vergangenheit, jedoch an die neuen Bedürfnisse und Umstände angepaßt werden müsse. Flynn betonte, daß es nicht um eine Abschaffung sondern vielmehr um eine Modernisierung des Wohlfahrtstaates gehe. Hierbei könnten die Mitgliedstaaten jedoch voneinander lernen, wobei der Kommission eine wichtige Rolle bei der Koordinierung zufalle.

Laut Flynn geht es vorrangig darum, die sozialen Sicherheitssysteme an die neuen Arbeitsmethoden anzupassen und die Steuer- und Zuschußsysteme so auszurichten, daß für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit Anreize geschaffen würden. Bei all diesen Bemühungen werde der springende Punkt der Europäische Gipfel sein. Bereits jetzt habe es jedoch viele Gespräche und positive Ansätze im Ministerrat gegeben. Flynn wies darauf hin, daß das Wachstum der älteren Bevölkerung eine Reform der Pensionen erfordere. Außerdem müßten die sozialen Systeme die größere Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt berücksichtigen. Die Koordinierung der einzelnen Systeme sei ein besonders wichtiges Thema für die Menschen, die innerhalb der Union mobil seien. Flynn räumte ein, daß eventuell einige harte Entscheidungen getroffen werden müßten, im großen und ganzen sei die Entwicklung jedoch durchaus positiv.


XXVI. Bericht über Wettbewerbspolitik

Bericht Areitio Toledo (EVP-CD/D) über den XXVI. Bericht der Kommission über die Wettbewerbspolitik (1996)
Dok. A4-315/97
Debatte und Annahme: 6.11.1997

In Vertretung des erkrankten Berichterstatter Javier Areitio Toledo (EVP-CD/E) begrüßte José Garcia- Margallo y Marfil (EVP-CD/E) den Bericht der Kommission. Das Thema habe diese ausgezeichneten Analysen verdient. Der Berichterstatter unterstütze die Kommission in ihrer Forderung nach einer besseren Personalausstattung sowie einer verbesserten Koordinierung innerhalb der Kommission sowie zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten.

Die Auswirkungen der Wettbewerbspolitik auf die gesamte Wirtschaft und auch auf die Gesellschaft selbst seien nicht zu unterschätzen und müßten daher von der Kommission stärker berücksichtigt werden. So würden die Verbraucher, die Beschäftigung, die kulturelle Vielfalt und die Meinungsfreiheit direkt betroffen.

Der Entschließungsantrag des Wirtschaftsausschusses beschäftige sich hauptsächlich mit der Mißbrauchsaufsicht, den staatlichen Beihilfen sowie der Notwendigkeit verstärkter internationaler Zusammenarbeit angesichts der Globalisierung. García Margallo begrüßte die neue Gruppenfreistellungsverordnung für Technologietransfervereinbarungen. Leider gebe es noch immer keinen Binnenmarkt für Kraftfahrzeugteile. Die Kommission müsse in diesem Bereich alle vorhandenen Instrumente einsetzen, um den Wettbewerb zu verbessern.

Fehlender Wettbewerb sei heute leider eher die Regel als die Ausnahme. Deshalb müsse die Kommission verstärkt tätig werden. Dabei dürften Betriebsgeheimnisse allerdings nicht an die Öffentlichkeit geraten. Die Kommission werde aufgefordert, die Auswirkungen des Amsterdamer Vertrages auf die öffentlichen und Funkdienste zu prüfen. Was verstehe man unter allgemeinem Interesse?

Ein weiteres Problem stellten die staatlichen Beihilfen dar, deren Volumen steige ständig und habe inzwischen 95 Mrd. ECU jährlich bei den direkten Beihilfen erreicht. Obwohl es durchaus gerechtfertigte Beihilfen, beispielsweise zur Unterstützung der KMU und umweltfreundliche Produktionsweisen gebe, stellten diese ein großes Problem dar.

Ludivina García Arias (SPE/E) betonte, Amsterdam hätte wichtige Denkanstöße gegeben. Sie stelle sich die Frage, wie man den Ausbau der Dienstleistungen gewährleisten könne und dies mit dem Wettbewerb vereinbaren. Dadurch, daß sich der öffentliche Sektor vom Markt verabschiede, könne es zu einer Oligopolbildung kommen. Dies sei eine Gefahr für die Gesellschaft, weshalb sie eine Kontrollfunktion ausüben müsse. Man müsse analysieren, inwieweit es zu einer Interessenkonzentration käme.

Auch die öffentlichen Beihilfen seien ein wichtiges Thema. Sie verzerrten den Binnenmarkt, weil es Regionen gäbe, die weniger Beihilfen bekämen. Abschließend wies sie darauf hin, daß die Globalisierung gerecht vor sich gehen müsse.

Christoph Konrad (EVP-CD/D) gab zu bedenken, daß jeder nationale Standort unter globaler Konkurrenz stehe, die Welt werde zu einem Marktplatz; dies betrachte er als Chance. Das Schöne am mobilen Kapital sei, daß es all jene wach rüttele, die sich Reformen und Strukturwandel verschlössen. In der Standortkonkurrenz, so Konrad, liege der Kernbereich der marktwirtschaftlichen Ordnungspolitik. Wenn die Standortkonkurrenz zwischen den Mitgliedstaaten dynamischen Wettbewerb sichere, so bedeute dies, daß man sich vor übermäßigen Steuerharmonisierungen hüten solle.

Konrad betonte, daß Überregulierung nur vor Wettbewerb schütze, den Innovationsdruck verringere, die Wachstumsdynamik lähme, Marktzutritte erschwere und das Entstehen neuer Arbeitsplätze verhindere. Statt die Bürger vor Wettbewerbsrisiken zu schützen, müßten sowohl die Union als auch die Mitgliedstaaten Raum für ein eigenverantwortliches Handeln der Bürger auf den wettbewerblichen Märkten schaffen. Die Forderung müsse lauten: Deregulierung und Liberalisierung. Konrad forderte, alle Subventionen - auch die in der Landwirtschaft - zu überprüfen. Dies sei die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Erneuerung Europas. Subventionen seien volkswirtschaftlich ineffizient, verzerrten sie doch den wettbewerblichen Preismechanismus, leiteten Kapital fehl und wirkten strukturerhaltend. Er sei davon überzeugt, daß ein Abbau von Subventionen zu einem schnelleren Strukturwandel führe und mehr Arbeitsplätze schaffe als jeder Beschäftigungsgipfel. Konrad meinte, daß die Wettbewerbspolitik als Teil einer umfassenden Ordnungspolitik zu verstehen sei, die marktwirtschaftliche Effizienz und sozialen Ausgleich in ein harmonisches Wechselverhältnis einfüge. Wichtiger als Kartellverbot und Fusionskontrolle sei jedoch der Aufbau einer europäischen Wettbewerbskultur.

Christa Randzio-Plath (SPE/D) erinnerte daran, daß der freie Wettbewerb kein Ziel an sich sei, sondern daß durch Wettbewerb das Gemeinwohl gesteigert werden solle. Wettbewerbspolitik stelle auch ein Instrument dar, um zu mehr Beschäftigung zu gelangen. Deshalb würde sie es begrüßen, wenn auf dem Beschäftigungsgipfel in Luxemburg nicht nur über arbeitsmarktpolitische sondern auch über wettbewerbspolitische Maßnahmen gesprochen würde.

Die Kommission müsse international eine größere Rolle spielen, die WTO sei der entscheidende Anspechpartner. Das EP fordere zurecht einen Bericht über den Stand der Wettbewerbspolitik in anderen Wirtschaftsregionen der Welt. Danach könne man vielleicht konkrete Vorschläge beraten, wie endlich eine internationale Wettbewerbsordnung zu gestalten sei.

In der Frage der Beihilfepolitik richtete Randzio-Plath an die Kommission die Aufforderung, die Artikel 92 ff. des Vertrages unter dem Gesichtspunkt anzuwenden, inwieweit durch unfairen und ruinösen Steuerwettbewerb zwischen den Mitgliedstaaten gegen den Binnenmarkt und die Prinzipien des Wettbewerbsrechts verstoßen werde. Die Kommission sollte endlich einmal einige besonders krasse Fälle aufgreifen.

Klaus Lukas (FL/A) bezeichnete es als bedauerlich, daß die Kommission nicht in der Lage sei, eine Übersicht über alle staatlichen Beihilfen vorzulegen. Daß 51% der EU-Bürger gefördert würden, widerspreche dem Geist des Binnenmarktes. Als Ziel aller Reformen nannte Lukas das Wegkommen vom Gießkannenprinzip. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit müsse dabei das Leitthema darstellen. Lukas betonte, wie wichtig es sei, die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft zu stärken. Der Schwerpunkt aller Förderungen müsse daher bei der Forschung und Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der KMU liegen.

Kommissionsmitglied Karel van Miert betonte, wie gut die Zusammenarbeit zwischen EP und Kommission gewesen sei. Er freue sich über die Übereinstimmung des Berichts mit der Wettbewerbspolitik der Kommission. Van Miert ging besonders auf das Problem der staatlichen Beihilfen ein. Es würde viel zu viel für marode Betriebe gegeben, die dann doch eingingen. Vor einiger Zeit noch hätte der Anteil dieser Beihilfen nur 7% betrgen, heute seien es 36%. Dagegen würde immer weniger in positivere Bereiche gegeben, wie F+E und KMUs oder in innovative Maßnahmen. Das besorge ihn. Gleichzeitige würden die Kohäsionsländer sehr wenig Geld in den öffentlichen Sektor stecken, nur 8% der Gelder insgesamt. Besonders viel staatliche Beihilfen würden Frankreich, Italien und Deutschland zahlen, nicht so sehr Großbritannien. Das EP wolle eine Obergrenze für solche staatlichen Beihilfen einführen.

 
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