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Parlamentarische Anfragen
10. September 2009
E-4142/2009
Antwort von Frau Vassiliou im Namen der Kommission

Der Kommission ist bekannt, welche Bedeutung die Lyme-Borreliose hat. Wie die Frau Abgeordnete sagt, ist diese Erkrankung derzeit als seltene Krankheit eingestuft. Seltene Krankheiten sind lebensbedrohende oder zu chronischer Invalidität führende Krankheiten von geringer Prävalenz. Als Anhaltspunkt zur Beschreibung von Krankheiten mit geringer Prävalenz geht die Kommission von weniger als fünf je 10 000 Personen in Europa aus. Die Lyme-Borreliose, eine durch Borrelia burgdorferi verursachte bakterielle Infektionskrankheit, tritt in Europa mit einer Inzidenz von schätzungsweise 1-70/20 000 auf. Wie bei anderen Krankheiten ist die Inzidenz innerhalb Europas sehr unterschiedlich; sie ist in den Regionen mit den meisten infizierten Zecken, dem Krankheitsvektor, höher. Die geografische Verteilung hat sich ausgedehnt, in Mitteleuropa wurde jedoch schon immer eine höhere Inzidenz festgestellt. Nach den jüngsten Daten betrug die Inzidenz 4,1 für die EU 27 im Jahr 2005 (zwischen 206 Fällen je 100 000 Bewohner in Slowenien bis zu vier Fällen in ganz Italien). Die jüngste Zahlenangabe für Deutschland (1999) war 1,7/100 000.

Was die Einstufung der Lyme-Borreliose als chronische Krankheit anbelangt, wurde die Bezeichnung „chronisch“ auf verschiedene Patientengruppen angewandt. Zum einen werden damit Menschen bezeichnet, die die Symptome nicht behandelter und disseminierter Lyme- Krankheit im Spätstadium aufweisen (Monate oder sogar Jahre nach dem Zeckenbiss können sich Manifestationen in Gelenken, Nerven und Haut entwickeln, wie etwa chronische Lyme-Arthritis, Lymphocythom, Akrodermatitis chronica atrophicans, Encephalomyelitis oder chronische Neuroborreliose). Zum anderen wurde der Begriff auf Menschen angewandt, die in der Vergangenheit an der Krankheit litten und nach der Behandlung immer noch Symptome aufwiesen (Müdigkeit, Schlafstörungen und Einschränkungen im kognitiven Bereich). Die Ursache dieser Symptome und die richtige Behandlung sind umstritten. Eine weitere, ebenfalls umstrittene Verwendung des Begriffs „chronisch“ betrifft Patienten mit nicht spezifischen Symptomen, die keine Anhaltspunkte dafür aufweisen, dass sie mit der Lyme-Krankheit infiziert sind. So ist also die Einstufung der Lyme-Krankheit als chronisch in der Wissenschaft nach wie vor strittig.

In der EU wird die Lyme-Borreliose anhand der verfügbaren Daten und allgemeinen Übereinstimmung als seltene Krankheit eingestuft. Die entsprechenden Ratschläge des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) für die Krankheitsprävention umfassen die Bekämpfung des Vektors, Schutzmaßnahmen gegen Zeckenbisse in gefährdeten Gebieten und eine rasche Entfernung von Zecken, wenn man gebissen wurde.

Letzte Aktualisierung: 21. September 2009Rechtlicher Hinweis