Pressemitteilung
Eine "Kultur des lebenslangen Lernens" schaffen
Bildung - 16-01-2008 - 14:30
Plenartagung
Plenartagung
Das Europäische Parlament begrüßt den Aktionsplan der Kommission für die Erwachsenenbildung. Bislang sei die Beteiligung der Erwachsenen an der allgemeinen und beruflichen Bildung nicht ausreichend, um die EU-Vorgabe von 12,5% Mitwirkung an der Erwachsenenbildung bis zum Jahr 2010 zu erreichen. Es müssen "eine Kultur des lebenslangen Lernens" geschaffen, die Qualität verbessert und Hindernisse an der Teilnahme abgeschafft werden.
Grundsätzlich stellen die Verbesserung des Angebots im Bereich der Erwachsenenbildung, die Bereitstellung von Informationen und eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben die wichtigsten Prioritäten des Aktionsplans dar, um mehr Menschen für Angebote der Erwachsenenbildung zu gewinnen.
Beteiligung von weiteren vier Mio. Menschen notwendig
Weitere rund vier Millionen Menschen müssen am lebenslangen Lernen teilnehmen, um den von den Mitgliedstaaten im Rahmen des "Bildung und Ausbildung 2010"-Prozesses vereinbarten Referenzwert von 12,5% Mitwirkung in der Altersgruppe der 25- bis 64jährigen zu erreichen. Im Jahr 2006 stieg die Beteiligung leicht auf 9,6%.
Ziele der Lissabon-Strategie erreichen
Gegenwärtig weist ein Drittel der europäischen Erwerbsbevölkerung (72 Mio. Arbeitnehmer) eine "geringe Qualifikation" auf. Der Gefahr der Erwerbslosigkeit könne vor allem durch Fortbildung und dem Erwerb von zusätzlichen Qualifikationen entgegengetreten werden. Lebenslanges Lernen spiele eine wichtige Rolle, um das Lissabon-Ziel einer höheren Beschäftigungsquote für Menschen über 50 Jahren zu erreichen.
Gleichstellung von Mann und Frau
Wichtig hierbei sei die Umsetzung von politischen Maßnahmen und Aktionen zur Förderung des Erwerbs von Wissen, durch Verbesserung ihrer Attraktivität und Zugänglichkeit sowie durch permanente Aktualisierung der Qualifikationen. Auch die Gleichstellung von Frauen und Männern sei unerlässlich.
Förderung von Medienkompetenz der Erwachsenen
Das Parlament dringt auf eine bessere Förderung der Erwachsenenbildung, um die Motivation für eine solche Ausbildung zu stärken. Medienkampagnen, Aufklärung und Beratungsdienste würden hierbei eine Schlüsselrolle einnehmen. Gleichzeitig sei die Förderung der Medienkompetenz wichtig, um die digitale Kluft zwischen den Generationen zu überwinden.
Unterstützung für Zuwanderer
Die Parlamentarier unterstützen die Schaffung von Qualitätskontrollen ("skills audits") für Zuwanderer, gering qualifizierte und behinderte Menschen. Diese Kontrollen würden nicht nur einen wirtschaftlichen Nutzen bringen, sondern könnten auch zur Verringerung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung beitragen.
Die Schaffung nationaler und zentraler Zentren zur Unterstützung von Zuwanderern hält das EP für ein wichtiges Element, wobei vor allem Sprachkursen eine größere Bedeutung zukommen müsse.
REF: 20080115IPR18583
