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Frauenausschuss fordert Verhaltenskodex gegen Geschlechter-Klischees in der Werbung

Rechte der Frau/Chancengleichheit - 02-09-2008 - 12:17
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Eva Brit Svensson zeigt auf ein Schild in einem Aufzug

Berichterstatterin Eva Brit Svensson

Frauen, die die Küche putzen und Wäsche waschen, Männer mit schnellen Autos – untergräbt Werbung mit solch klischeehaften Bildern die Gleichberechtigung der Geschlechter? Der Frauenausschuss des Europaparlaments versucht, solche Klischees aufzudecken und Einstellungen zu verändern. Konkret schlagen die Mitglieder des Ausschusses einen Verhaltenskodex für Werbung und Beschwerdestellen vor. Vor der Debatte im Plenum sprachen wir mit Berichterstatterin Eva-Britt Svensson.

„Geschlechtsspezifische Klischees in der Werbung stecken Frauen, Männer, Mädchen und Jungen in eine Zwangsjacke, beschränken Individuen auf vorgegebene künstliche Geschlechterrollen, die oftmals herabwürdigend, beschämend und erniedrigend für beide Geschlechter sind", so die schwedische Europa-Abgeordnete Eva-Britt Svensson (Vereinigte Linke) in ihrem Bericht für den Frauenausschuss, der Dienstagabend im Plenum debattiert wird.
 
Wie stark wirkt sich Werbung und Marketing auf die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen aus?
 
Werbung, die Männer und Frauen stereotype Rollen zuweist, ist ein Faktor von mehreren, welche großen Einfluss auf das Bemühen haben, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gesellschaftlich durchzusetzen. Viele Leute sind sich auch nicht bewusst, in welchem Maβe wir ständig unbemerkt klischeehaften Bildern ausgesetzt sind, wodurch deren Einfluss  besonders groβ ist.
 
Werbung ist überall – im privaten und im öffentlichen Bereich, in Zeitungen, Magazinen, im Fernsehen. Die Darstellung von Männern und Frauen in klischeehaften Rollen macht es schwerer, weibliche und männliche Fähigkeiten abseits der traditionell zugewiesenen Geschlechterrollen sichtbar zu machen. In gleicher Weise werden Mädchen und Jungen in der Wahl ihres Berufs, einer Ausbildung oder eines Studiums beeinflusst.
 
Welche Maßnahmen können die Mitgliedsstaaten und die EU ergreifen, um die Situation zu verbessern?
 
Zu allererst  können sie sich das Problem der Verwendung geschlechtsspezifischer Klischees in der Werbung bewusst machen und es entsprechend berücksichtigen. Sie können dafür sorgen, dass es öffentliche Stellen gibt, bei denen man sich über klischeehafte Werbung beschweren kann. Forschung des zukünftigen Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen kann helfen.  
 
Die Sensibilisierung der Verbraucher und der Öffentlichkeit über die Bedeutung und den Einfluss von Werbung ist ebenso wichtig. Werbung sollte zum Beispiel nicht zu noch mehr Umweltverschmutzung führen – Werbung muss Verantwortung für die Umwelt übernehmen, den Klimawandel verhindern. Mein Bericht soll dabei helfen, die Verwendung von Geschlechtsstereotypen in der Werbung zu beenden.
 
REF: 20080901STO35671