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5000 bis 8000 verschiedene seltene Krankheiten gefährden die Gesundheit der EU-Bürger

Gesundheitswesen - 17-04-2009 - 13:59
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Zwischen 27 und 36 Mio. Menschen in der EU erkranken im Laufe ihres Lebens an einer seltenen Krankheit. Die Krankheitshäufigkeit mag zwar gering sein, jedoch ist die Gesamtzahl an betroffenen Bürger relativ hoch. Deshalb sei es wichtig, eine gemeinsame Definition seltener Krankheiten in der EU einzuführen, und die Verteilung auf jeden Mitgliedstaat zu kennen, so der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des EP.

"Eine konzertierte Maßnahme im Bereich der seltenen Krankheiten auf europäischer Ebene ist eine absolute Notwendigkeit", so der Berichterstatter Antonios TRAKATELLIS (EVP-ED, Griechenland) "für eine Empfehlung des Rates für eine europäische Maßnahme im Bereich seltener Krankheiten".
 
Wissen in Netzwerken bündeln
 
Sehr große Bedeutung komme dem Zusammentragen und der Bereitstellung von Expertenwissen auf europäischer Ebene zu, so der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit. Auch sollen Patienten und Patientenvertreter in Strategie- und Entscheidungsfindungsverfahren eingebunden werden, wobei sie in ihren Tätigkeiten von den jeweiligen Regierungen und auf EU-Ebene durch Unterstützungsnetzwerke für Patienten aktive Förderung und auch finanzielle Unterstützung erfahren sollen.
 
Außerdem empfiehlt der Ausschuss, Patienten einen einfacheren Zugang zu Informationen auf europäischer Ebene über Arzneimittel, Behandlungen oder Behandlungszentren in den Mitgliedstaaten oder in Drittländern zu ermöglichen.
 
Die Abgeordneten empfehlen, die Weitergabe von Erkenntnissen und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, Laboratorien und Forschungsprojekten in der Europäischen Union und vergleichbaren Institutionen in Drittländern zu fördern, damit nicht nur die EU umfassenden Nutzen daraus zieht, sondern auch ärmere Länder und Entwicklungsländer.
 
Bis 2012 über die Durchführung der zu treffenden Maßnahmen berichten
 
Bis spätestens Ende 2012 soll ein Durchführungsbericht vorgelegt werden, der u. a. folgende Informationen aufweist: die Wirksamkeit der Haushaltsmaßnahmen, die für das EU-Programm für seltene Krankheiten notwendig sind, soll im Bericht erläutert werden; Angaben über die Daten von einschlägigen Netzwerken von Fachzentren sollen gemacht werden; epidemiologischer Daten zu seltenen Krankheiten sind zu erheben; des Weiteren ist die Mobilität von Sachverständigen und Fachleuten und auch von Patienten wichtig zu wissen. Auch ist zu überlegen, ob weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, um das Leben der an seltenen Krankheiten leidenden Patienten und ihrer Familien zu verbessern.
 
Seltene Erbkrankheiten ausmerzen
 
Bemühungen, um seltene Erbkrankheiten auszumerzen, müssen unterstützt werden, so die Abgeordneten. Entweder kann dies durch die genetische Beratung der als Krankheitsüberträger fungierenden Eltern bzw. gegebenenfalls durch die Auswahl von gesunden Embryos vor der Implantation erfolgen.
 
Berichterstatter: Antonios TRAKATELLIS (EVP-ED, Griechenland)
Bericht: (A6-0231/2009) - Europäische Maßnahme im Bereich seltener Krankheiten
Verfahren: Konsultation
Aussprache und Abstimmung: Donnerstag, 23.04.2009
 

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