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Energieeffizienz auf einen Blick: neue Produkte und neue A-Klassen?

Energie - 05-05-2009 - 14:09
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Das bekannte EU-Energie-Etikett soll für zusätzliche Produkte verpflichtend werden ©BELGA_SCIENCE

Das Etikett mit den Farbabstufungen und Klassen von A bis G sowie eine Energiesparlampe

Kühlschränke, Backöfen und andere Haushaltsgeräte müssen aufgrund einer 1992 verabschiedeten EU-Richtlinie mit einem Etikett gekennzeichnet werden, das Auskunft über die relative Energie-Effizienz gibt. Die Einordnung in Effizienzklassen von A bis G erleichtert Verbrauchern die Produktauswahl. Im Europaparlament geht es diese Woche um eine Ausweitung auf andere Produkte und eine Neueinstufung der Geräte beziehungsweise die Einführung neuer Effizienz-Klassen.

Die Einteilung der Geräte in Energie-Effizienzklassen von A für die energieeffizientesten Geräte bis G für Energiefresser hat weltweite Nachahmung gefunden – etwa in Brasilien, China und Südafrika.
 
Allerdings sieht die ursprüngliche Richtlinie „keine Mechanismen zur Anpassung an den technischen Fortschritt und an Produkt-Innovationen“ vor, wie es im Bericht der griechischen Europa-Abgeordneten Anni Podimata (SPE) heißt, der diesen Dienstag dem Plenum vorliegt. 
 
Dies führt dazu, dass immer mehr Produkte sich mit einem grünen A-Label schmücken können. Gleichzeitig verwaisen zunehmend die unteren Effizienz-Klassen, obwohl es die Grund-Idee des Labels ist, den Verbrauchern den Vergleich zu erleichtern, indem die Energie-Effizienz relativ zu Konkurrenzprodukten erkennbar wird.
 
Vielerlei A's
 
Als Übergangslösung wurden deshalb bereits die Klassen A+ und A++ eingeführt, in denen nun oft die sparsamsten Geräte zu finden sind.
 
Statt einer kompletten Neueinstufung und damit gegebenenfalls einer Herabstufung von Geräten in niedrigere Klassen haben Kommission und ein Gremium von Experten aus den nationalen Ministerien sich im März dafür ausgesprochen, Klassen mit Bezeichnungen wie A-20%, A-40% und A-60% einzuführen – wobei A-60% bedeuten würde, dass ein solches Gerät 60% effizienter ist als ein Gerät der Klasse A ohne Zusatz.
 
Der zuständige Parlamentsausschuss lehnt dies ab und empfiehlt dem Plenum diese Pläne zu stoppen und die Kommission aufzufordern, bis Ende September einen neuen Vorschlag vorzulegen. De facto würde der Vorschlag der Kommission dazu führen, dass es beispielsweise keine Kühlschränke in den Klassen B und niedriger mehr geben würde. Die Abstimmung im Plenum hierzu findet am Mittwochmittag statt – Ausgang offen.
 
Energie-Etikett soll auf weitere Produktgruppen
 
Wohlwollender beurteilten die Mitglieder des Industrieausschusses hingegen den Vorschlag über die Neufassung der zugrundeliegenden Richtlinie. Dieser Vorschlag sieht vor, dass Label auch für andere Produkt-Kategorien einzuführen, insbesondere für industriell oder im Handel genutzte Produkte.
 
Auch Erzeugnisse, die selbst keine Energie verbrauchen, aber große Auswirkungen auf den Verbrauch haben, wie etwa Fenster oder Haustüren, sollen nach dem Willen des Industrieausschusses mit den Etiketten gekennzeichnet werden müssen.
 
Außerdem sieht die Neufassung der Richtlinie, über die das Plenum am Dienstagmittag in erster Lesung abgestimmt hat, vor, dass Werbe-Broschüren mit technischen Angaben und Gebrauchsanweisungen Angaben über den Energieverbrauch enthalten müssen.
 
Außerdem wollen die Abgeordnete durchsetzten, dass die öffentliche Hand nur Produkte der effizientsten Art beschafft.
 
REF: 20090504STO54874