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Die Informationskampagne zur Europawahl in Zahlen

Wahlen 2009 - Institutionen - 11-06-2009 - 19:13
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Elemente der Online-Kampagne des Europaparlaments

Elemente der Online-Kampagne des Europaparlaments

Neben klassischen Informationsangeboten, Pressearbeit und Werbung war das Europäische Parlament im Vorfeld der Europawahl 2009 auch besonders stark im Internet aktiv. Anders als bisher setzte es dabei nicht nur auf die eigenen Website, sondern auch auf sogenannte Web 2.0-Kanäle und Soziale Online-Netzwerke.

Zur normalen Europarl-Website kamen eine Reihe neuer Online-Angebote, mit denen auf die Wahlen aufmerksam gemacht wurde.
 
Den Anfang machte bereits im Januar eine neue Rubrik zur Europawahl auf der Europarl-Website mit einem Forum für Kommentare, wöchentlichen Meinungsumfragen und über die Monate insgesamt 141 Artikeln in 22 Sprachen speziell zu den Wahlen sowie Informationen über die 27 EU-Länder und die Regularien zur Wahl in den einzelnen Ländern.
 
Es folgten spezielle Seiten des Europaparlaments auf MySpace und Facebook im April sowie ein Parlamentskanal auf Youtube im Mai und eine 220 Einträge umfassend Linksammlung zu Europawahl und Europapolitik auf Delicious.
 
In der Wahlwoche wurde das Angebot nochmals durch Twitter-Nachrichten in 22 Sprachen.
 
Europarl.eu: Je näher die Wahl rückte, umso stärker wurde die Parlamentswebsite frequentiert. In der Woche der Wahl selbst verzeichnete die Website 2 Millionen individuelle Besucher.
 
Die Seiten mit den Wahlergebnissen, die in der Wahlnacht online ging, wurden in der Nacht auf Montag 120 Millionen Mal aufgerufen, mit Spitzen von 12.000 Aufrufen pro Sekunde.
 
Facebook: Auf der Facebook-Seite des Parlaments registrierte sich in der Wahlnacht gegen 2 Uhr morgens der fünfzigtausendste Fan des Europaparlaments.
 
Über 1.000 Fans beteiligten sich mit Kommentaren in der Wahlnacht an Diskussionen über die Ergebnisse und die Wahlbeteiligung oder riefen noch am frühen Abend Facebook-Freunde dazu auf, wählen zu gehen. Insgesamt 6500 Mal klickten Fans am Wahlwochenende auf einen eine Beitrag der EP-Seite um ihr Interesse zu signalisieren oder einen Kommentar abzugeben. 80% der Fans des Europaparlaments auf Facebook sind jünger als 35 Jahre.
 
Das MySpace-Profil des Europaparlaments registrierte bis zur Wahl rund 100.000 Besucher. Knapp 3.000 haben sich als „Freunde“ des Europäischen Parlaments zu erkennen gegeben und viele nutzten die verschiedenen Widgets (Anwendungen).
 
So stellten sie beispielsweise 351 Fragen ins „Ask-Europe-Widget“, die dann von anderen Besuchern der MySpace-Seite beantwortet werden konnten und so ein europäisches Meinungsbild ergeben.
 
Auf dem Foto-Portal Flickr hat die Online-Redaktion des Europaparlaments in den Wochen vor der Wahl 659 Fotos zur freien Verwendung veröffentlicht. Die Motive reichten von den Installationen im Rahmen der Informationskampagne des Parlaments über Szenen aus dem Parlamentsleben bis hin zu Impressionen vom Wahltag selbst.
 
Auf Youtube erreichte besonders eine Horrorfilm-Satire zum Thema „Zeit zum wählen bleibt immer“ ein großes Publikum. Das Video wurde über 280.000 Mal angesehen.
 
Europarltv, das Web-Fernsehen des Europäischen Parlaments produzierte 17 Videos speziell zur Wahl und ein rund fünfstündiges Live-Programm am Sonntagabend.
 
Ein breites Medien-Echo fand auch der dort veröffentlichte Aufruf zur Teilnahme an der Europawahl des belgischen Astronauten Frank De Winne von der Internationalen Raumstation ISS.
 
Twitter: Am Wahlsonntag und in den Tagen zuvor setzten die Online-Redakteure des Parlaments 2189 Twitter-Kurznachrichten ab.
 
Doch sie waren nicht die Einzigen, die zur Wahl twitterten, das Thema lag am Sonntagabend auf Platz 3 der Twitter-Hitparade.
 
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