Plenartagung in Straßburg 19.-22. Oktober
Aussprache und Abstimmung über den EU-Haushalt 2010, der bevorstehende EU-Gipfel und eine Resolution über Pressefreiheit in der EU gehören zu den herausragenden Themen der Plenartagung in Straßburg. Von Interesse dürfte außerdem ein neues Debattenformat sein, bei dem sich Kommissionspräsident Barroso einem spontanen Schlagabtausch mit den Abgeordneten stellt. Außerdem fällt die Entscheidung darüber, wer dieses Jahr mit dem Menschenrechtspreis des Parlaments geehrt wird.
Sommaire du dossier :
Schwerpunkte: Plenartagung vom 19. - 22. Oktober 2009 
Aktuelle Fragestunde mit Kommissionspräsident Barroso 
Plenum verwirft Stellungnahmen zur Informationsfreiheit 
Vorbereitung des nächsten EU-Gipfels: Lissabon und Kopenhagen beherrschende Themen 
EU-Haushalt: Abgeordnete fordern mehr Mittel für Milch-Fonds und Konjunkturpaket 
Sacharow-Preis 2009 geht an russische Bürgerrechtsorganisation „Memorial“ 
Schlankheitskur nach 30 Jahren: EU-Parlament verabschiedet neue Vogelschutzrichtlinie 
Rückschau: Die Plenarwoche in 10 Stichpunkten
Schwerpunkte: Plenartagung vom 19. - 22. Oktober 2009
Aktuelle Fragestunde mit Kommissionspräsident Barroso

José Manuel Barroso (Mitte); sowie oben Paulo Rangel (l.), Stephen Hughes, Guy Verhofstadt, Rebecca Harms und links Michal Kaminski, Lothar Bisky, Nigel Farage
Michał Tomasz Kamiński (Europäische Konservative und Reformisten) fragte Barroso, was er zur Vertiefung des Binnenmarktes zu tun gedenke, um aus der Krise heraus zu kommen. Barroso wies auf seinen Leitlinien hin, in denen der Binnenmarkt als eine der obersten Prioritäten aufgelistet ist und erklärte, dass ein neuer Bericht vorgestellt werde.
Lothar Bisky (Die Linke) stellte fest, dass die Kommission den Abbau der Haushaltsdefizite in den Mitgliedstaaten eingefordert hat. Des Weiteren fragte er, ob Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben eine Möglichkeit seien, die Krise zu bewältigen. "Zu einem bestimmten Zeitpunkt müssen wir zurück zur Nachhaltigkeit", antwortete der Präsident, mit einem Hinweis auf das Jahr 2011, "das ist eine Frage der Solidarität mit den künftigen Generationen".
Nigel Farage (Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie) begrüßte „die Möglichkeit, die Exekutive zur Verantwortung zu ziehen" und fragte, ob Tony Blair seine Position als Favorit für die Ratspräsidentschaft im Austausch für seinen Verzicht auf den Britenrabatt erhalten habe. Barroso verneinte ein solches Abkommen.
Weitere Informationen :
Plenum verwirft Stellungnahmen zur Informationsfreiheit
Weitere Informationen :
Vorbereitung des nächsten EU-Gipfels: Lissabon und Kopenhagen beherrschende Themen
EU-Haushalt: Abgeordnete fordern mehr Mittel für Milch-Fonds und Konjunkturpaket
Sacharow-Preis 2009 geht an russische Bürgerrechtsorganisation „Memorial“

Ludmilla Alexejewa , Oleg Orlow and Sergei Kowaljow ©BELGA_EPA_SERGEI CHIRIKOV (oben) BELGA_NOVOSTI_Ruslan Krivobok (unten)
Schlankheitskur nach 30 Jahren: EU-Parlament verabschiedet neue Vogelschutzrichtlinie
Rückschau: Die Plenarwoche in 10 Stichpunkten
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Menschen laufen über Brücke zwischen Gebäudeteilen des Parlaments in Straßburg
Sacharow-Preis: Am Donnerstag gab Parlamentspräsident Jerzy Buzek bekannt, dass der Sacharow-Preis, mit dem das Europäische Parlament jährlich den Einsatz für Menschenrechte und Meinungsfreiheit würdigt, in diesem Jahr an die russische Bürgerrechtsorganisation „Memorial“ sowie deren Mitarbeiter Oleg Orlow, Sergei Kowaljow und Ljudmila Alexejewa geht.
Er hoffe die Auszeichnung mit dem renommierten Menschenrechtspreis werde dazu beitragen, „dass der Kreislauf aus Furcht und Gewalt, mit dem sich Menschrechtler in der Russischen Föderation konfrontiert sehen, durchbrochen wird“, sagte der Parlamentspräsident.
EU-Haushalt 2010: Im Rahmen der ersten Lesung des Haushaltsplanes für 2010 fordern die Europa-Abgeordneten 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln für das EU-Konjunkturprogramm und 300 Millionen Euro für einen Fonds, mit dem die Folgen der Milchpreiskrise abgefangen werden sollen.
338 zu 338: Neun Resolutionen zur Freiheit der Medien „in Italien und anderen Ländern der EU“ lagen dem Plenum zur Abstimmung vor, für keine fand sich eine Mehrheit. Zuletzt stimmen die Parlamentarier über den Text ab, den die Liberalen eingebracht hatten – auch er scheiterte bei Stimmengleichheit (338 Stimmen für und 338 Stimmen gegen die Resolution bei 8 Enthaltungen).
Unterschrift vor Weihnachten? Viele Abgeordnete kritisierten die Haltung von Tschechiens Präsident Klaus, der die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages durch sein Land blockiert. Doch im Laufe der Tagung mehrten sich die Zeichen eines Einlenkens und so gaben sich führende EU-Parlamentarier optimistisch, dass der Vertrag bald in Kraft treten kann.
Eisschmelze: Zwar war es in Straßburg für die Jahreszeit recht kühl, aber die Eis-Skulptur, die im Innenhof des Parlaments aufgestellt worden war, schmolz dennoch. Die Abgeordneten berieten derweil im Plenum, welchen finanziellen Beitrag die EU zum weltweiten Klimaschutz leisten sollte. In Luxemburg berieten die Finanzminister zum gleichen Themen – und konnten sich nicht einigen.
Kranich, Eistaucher, Waldschnepfe und Dutzende andere Wildvögel werden seit rund 30 Jahren durch sie geschützt, diese Woche wurde sie in neue Form gegossen: die Europäische Vogelschutzrichtlinie.
Effektiv nach außen, demokratisch im Inneren: Die Europa-Abgeordneten machten mit der Verabschiedung des Berichts des CDU-Abgeordneten Elmar Brok deutlich, dass der zukünftige Auswärtige Dienst der EU, der zu den Neuerungen des Lissabon-Vertrages gehört, demokratisch kontrollierbar sein muss.
Twitter am Puls der Debatte: Zum ersten Mal war es möglich, eine Debatte des Parlamentsplenums über Twitter zu verfolgen. Der Schlagabtausch zwischen Kommissionspräsident Barroso und den Sprechern der sieben Fraktionen wurde in 22 Sprachen getwittert.
Weitere Informationen :
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- Verabschiedete Texte
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