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Plenartagung 5./6. Mai

Institutionen - 05-05-2010 - 13:27
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Am Mittwoch um 13:30 Uhr beginnt die Plenarsitzung

Am Mittwoch um 13:30 Uhr beginnt die Plenarsitzung

Dem Plenum des Europaparlaments steht am Donnerstagmittag in der Person von US-Vizepräsident Joe Biden hoher Besuch ins Haus. Am Mittwoch stehen im Plenum zunächst jedoch eine Reihe von wichtigen Abstimmungen auf der Tagesordnung – mehr als gewöhnlich, da bei der letzten Plenartagung in Straßburg alle Abstimmungen vertagt worden waren, weil viele Abgeordnete aufgrund der Sperrung des europäischen Luftraums nicht nach Straßburg hatten kommen können.

Abgestimmt wird u.a. über ein neues SWIFT-Bankdaten-Abkommen und ein Abkommen über die Weitergabe von Flugpassagierdaten an die USA.
 
Die Europa-Abgeordneten werden sich außerdem u.a. mit der Frage befassen, ob die zusätzlichen Kosten durch Sicherheitsmaßnahmen and Flughäfen von den Passagieren getragen oder durch Steuermittel gedeckt werden. Auch Standards für Elektroautos, Krebsvorsorge und die Entlastung für den EU-Haushalt 2008 stehen auf der Tagesordnung.
 
 
REF: 20100430FCS73854

Schwerpunkte der Plenartagung 5./6. Mai 2010

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Europarltv-Video über die Plenartagung

Brüsseler Plenartagung startet mit Abstimmungsrunde
 
Am Anfang der bereits um 13:30 Uhr beginnenden Plenartagung in Brüssel werden die Abstimmungen nachgeholt, die für die letzte Tagung in Straßburg vorgesehen, aber aufgrund der Abwesenheit zahlreicher Abgeordneter wegen der Reisebehinderungen infolge der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch auf Island verschoben worden waren.
 
 
US-Vizepräsident Joe Biden am 6. Mai im Parlament
 
Am Donnerstag um 12 Uhr wird US- Vizepräsident Joe Biden im Rahmen seiner Europareise eine Rede vor dem Plenum in Brüssel halten. Die EU-Abgeordneten hoffen, dass Biden auch zu Themen Stellung nehmen wird, in denen die Auffassungen beiderseits des Atlantiks zuletzt mitunter divergierten – wie etwa beim Thema Datenschutz. Bidens Rede vor dem Parlament findet fast genau 25 Jahre nach dem Besuch von Ronald Reagan im Parlament statt. Anlass war damals der 40. Jahrestag des Kriegsendes in Europa.
 
 
SWIFT und PNR: Datenaustausch mit den USA und Australien
 
Nach Debatten mit Rat und Kommission zum Thema Datenaustausch werden die Abgeordneten am 5. Mai über zwei Entschließungsentwürfe abstimmen: einerseits werden die Abgeordneten ihre Bedingungen für eine Zustimmung zur Übermittlung von Bankdaten mittels SWIFT an die Vereinigten Staaten deutlich machen; zum anderen geht es um Standards für die Einträge (und die Übermittlung) von Flugpassagierdaten in den sogenannten Passagiernamensregistern.
 
 
Flughafengebühren: Mitgliedstaaten sollen für Sicherheitskosten aufkommen
 
Für Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen, die über die in der EU verbindlichen Mindestanforderungen hinausgehen (wie etwa Körperscanner), sollen nach dem Willen des Verkehrsausschusses nicht die Passagiere, sondern die Mitgliedstaaten aufkommen.
 
 
Vorerst keine Haushaltsentlastung 2008 für den Rat?
 
Am 5. Mai wird das Parlament entscheiden, ob es sich mit der Haushaltsführung der EU-Institutionen und -Agenturen im Jahr 2008 einverstanden erklärt und ihnen somit Entlastung für die Haushaltsausführung erteilt. Der Haushaltskontrollausschuss schlägt vor, allen Institutionen und Agenturen Entlastung zu erteilen – mit Ausnahme der Europäischen Polizeiakademie und des Ministerrats.
 
 
Schärfere Kontrollen und Strafen beim Tierschutz
 
Mehr Kontrollen und effektivere Strafen sollen eine bessere Umsetzung des nächsten EU-Aktionsplans für Tierschutz gewährleisten, empfiehlt ein Entschließungsentwurf, über den das EP am Mittwoch abstimmen wird. Der derzeitige Aktionsplan für den Zeitraum 2006-2010 sei zufriedenstellend umgesetzt worden, allerdings könnte die Durchsetzung der Vorschriften noch verbessert werden, meint der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
 
 
Bessere Vorbeugung und frühzeitige Erkennung von Krebserkrankungen
 
Mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen können nach Ansicht der Gesundheitsexperten des Europaparlaments vermieden werden. Die Abgeordneten fordern deshalb eine stärkere Unterstützung durch Kommission und Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Krankheit. Außerdem sollen weitere Vorschläge zur Förderung einer gesünderen Lebensweise und zur Verringerung von berufs- und umweltbedingten Risikofaktoren gemacht werden.
 
 
Lissabon-Vertrag: Abstimmung über Aufnahme 18 neuer Abgeordneter
 
18 zusätzliche Abgeordnete könnten noch während der laufenden Legislaturperiode ihre Sitze im Parlament einnehmen, wenn das Europaparlament am Mittwoch dem vom Rat vorgelegten Vorschlag zur Änderung des Lissabon-Vertrags zustimmt. Entscheiden wird das Parlament auch über die Notwendigkeit, einen Konvent einzuberufen.
 
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Eröffnung der Plenarsitzung in Brüssel: Abgeordnete debattieren über den Euro-Gipfel am 7. Mai

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Impressionen vom Auftakt der Sitzung

Impressionen vom Auftakt der Sitzung

Die heutige Plenarsitzung in Brüssel fing früher als gewöhnlich an. Eine besondere Abstimmungssitzung für die Abstimmungen, die eigentlich während der letzten Straßburg-Sitzung stattfinden sollten, machte den Anfang. Das Plenum stimmte zuerst einigen Änderungen der Tagungsordnung, einschließlich der Hinzufügung einer Debatte über den Euro-Gipfel am 7. Mai, zu. Außerdem haben die Abgeordneten die Vertagung der Abstimmung über die Haushaltsentlastung des Rats beschlossen.
 
Nach den Abstimmungen drückte Präsident Jerzy Buzek das Beileid des Europäischen Parlamentes zu den Morden an Beatriz Cariño,  der Direktorin der Menschenrechtsgruppe KAKTUS, in Mexiko, und des finnischen Menschenrechtsbeobachters, Jyri Antero Jaakkola, aus.

Besuch des EP Präsidenten in Washington

Präsident Buzek berichtete im Anschluss über seinen kürzlich erfolgten Besuch in Washington, wo er mit führenden US-Politikern zusammentraf. In Washington eröffnete Herr Buzek das neue Informationsbüro des Europäischen Parlaments zur Förderung der Beziehungen zum Kongress.

Europa-Tag am 9. Mai

Zum Schluss betonte Jerzy Buzek den bevorstehenden 60. Jahrestag der Schuman-Erklärung, eines Gründungsdokuments der Europäischen Union. Jedes Jahr wird der 9. Mai als Europa-Tag gefeiert. Das europäische Parlament wird seinen traditionellen Tag der Offenen Tür in Brüssel am 8. Mai und in Straßburg am 9. Mai abhalten. Auch in Luxemburg finden Veranstaltungen im Rahmen des Tages der Offenen Tür statt.

Änderungen der Tagesordnung

Am Mittwoch ab 15 Uhr werden folgende drei Punkte der Tagesordnung zuerst abgehalten:  

  • Gemeinsame Aussprache über die Berichte von Mendez de Vigo über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments (18 neue EU-Parlamentarier)

  • Neuer Tagesordnungspunkt: Debatte mit Rat und Kommission über die Vorbereitung des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am 7. Mai

  • Die EU 2020-Debatte ist bereits eingeplant


Darüber hinaus ist die Abstimmung über die Haushaltsentlastung an den Rat verschoben, weil das Europäische Parlament zunächst die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Rat abwarten möchte. Andere Abstimmungen über die Entlastung des Haushaltes finden wie geplant statt.

Der Prodi-Bericht zum Thema "Anpassung an den Klimawandel" wird nicht am Mittwochabend vorgestellt werden. Die Abstimmung dazu findet am Donnerstag statt.  

Der Bericht von Vital Moreira über die finanzielle Unterstützung für die Ukraine wird auf die Straßburg-Sitzung vom 17. - 20. Mai verschoben, um die Gelegenheit zu einer Einigung in erster Lesung zu bieten.

Die Abstimmung am Donnerstag über die Leitlinien bezüglich des Ausgleichsmechanismus für Übertragungsnetzbetreiber wurde aus der Tagesordnung gestrichen.
 
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Fortschritte beim Tierschutz, aber noch Raum für Verbesserungen

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Abstimmung im Plenum am Mittwochmittag

Abstimmung im Plenum am Mittwochmittag

Häufigere Kontrollen und härtere Strafen sind notwendig, um den nächsten Tierschutz-Aktionsplan der EU durchzusetzen, so das Parlament in einer am Mittwoch angenommenen Resolution. Der gegenwärtige Aktionsplan für den Zeitraum von 2006-2010 hat gut funktioniert, insbesondere die Maßnahmen zur Reduzierung der schädlichen Antibiotika in Tierfutter. Jedoch gibt es noch Raum für Verbesserungen, befinden die Abgeordneten.
 
Ein hohes Maß an Tierschutz, von der Zucht bis zur Schlachtung, kann die Produktsicherheit und -qualität zum Nutzen aller EU-Verbraucher erhöhen, argumentiert das Parlament. Zudem sollen Tierschutzbestimmungen in alle relevanten EU-Politiken einbezogen werden.

Die von Marit Paulsen (ALDE, SE) erarbeitete Resolution überprüft den Tierschutz-Aktionsplan der Kommission für den Zeitraum von 2006-2010 und schlägt Verbesserungen für den nächsten Aktionsplan vor.

Durchsetzung von Vorschriften ist der erste Schritt 

Das Parlament betont in erster Linie die Notwendigkeit, die bestehenden Vorschriften ordnungsgemäß durchzusetzen, wie zum Beispiel das Verbot von Batteriehaltung von Hühnern, die Regelungen zum Schutz von Schweinen und Transport von Gänsen und Enten. EU-Haushaltsfinanzmittel sind erforderlich, damit die Kommission die Umsetzung des Gesetzes überwachen könne.

Die Abgeordneten fügen hinzu, dass Importe von tierischen Produkten in die EU, wie Fleischimporte, Tierschutzbestimmungen erfüllen müssen.       

In Bezug auf die Zukunft fordern die Parlamentarier die EU-Exekutive auf, allgemeine Tierschutzrechtsvorschriften vorzuschlagen, um "ein gemeinsames Verständnis des Begriffes des Tierschutzes, der damit verbundenen Kosten und der grundlegend anwendbaren Bedingungen zu erreichen". Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass "ein gemeinsames Grundniveau an Tierschutz" EU-weit festgelegt wird, um fairen Wettbewerb im Binnenmarkt zu gewährleisten.

Fortschritte im Bezug auf die Verringerung von Antibiotika in Futtermittel

Das Parlament begrüßt den Rückgang bei dem Einsatz von wachstumsfördernden Antibiotika seit der Einführung eines EU-weiten Verbots in 2006, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Allerdings fordern die Abgeordneten die Kommission auf, die Verwendung von Produkten für die Gesundheit von Tieren weiterhin zu überprüfen und die zunehmende Resistenz gegen Antibiotika in Tieren zu studieren.

Ein europäisches Netzwerk für Tierschutz

Die Abgeordneten begrüßen zudem die Idee eines europäischen Netzwerks für Tierschutz, wie in einem Kommissionspapier von Oktober 2009 vorgesehen. Dies könne helfen, Unterstützung, unter anderem in den Bereichen Aus- und Weiterbildung für Akteure innerhalb der Lebensmittelkette, zu leisten und die Prüfung neuer Techniken zu koordinieren.

Die Resolution wurde durch Handzeichen angenommen.
 
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Flughafensicherheit: Mitgliedstaaten sollen Kosten für zusätzliche Maßnahmen tragen

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Abstimmung über Flughafensicherheitsbestimmungen

Abstimmung über Flughafensicherheitsbestimmungen

Für Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen, die über die in der EU allgemein geltenden Anforderungen hinausgehen (z. B. Körperscanner), sollen nicht die Fluglinien oder die Passagiere, sondern die Mitgliedstaaten aufkommen. Das hat das Parlament am Mittwoch durch die Annahme eines Entschließungsantrages bekräftigt. Da die Mitgliedstaaten im Rat gegen eine öffentliche Finanzierung von Sicherheitskosten sind, ist eine zweite Lesung wahrscheinlich.
 
Die EU-Mitgliedstaaten sollen für solche Sicherheitsmaßnahmen zahlen, die "über die gemeinsamen grundlegenden Normen hinausgehen". Die Aufteilung der Kosten für bereits von EU-Vorgaben erfasste, grundlegende Maßnahmen (Metall- und Sprengstoffdetektoren, Spürhunde, manuelle Durchsuchungen und das Herausfiltern von Flüssigkeiten) soll demnach den Mitgliedstaaten überlassen bleiben; die Kosten für solche Maßnahmen, die bislang nicht zu den gemeinschaftlichen Sicherheitsmaßnahmen zählen - z. B. Körperscanner -, sollen hingegen die Mitgliedstaaten tragen. Diese und weitere Vorschläge sind in den Änderungen zu einem Richtlinienvorschlag der Kommission enthalten, die am Mittwoch vom Parlament angenommen wurden.

Viele EU-Mitgliedstaaten sind gegen eine Richtlinie, die die öffentliche Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen festschreibt, denn derzeit steht es ihnen frei, ihre eigenen Regelungen anzuwenden. So geben die Flughafenbehörden momentan mehrheitlich die Sicherheitskosten an die Fluggesellschaften weiter, welche sie wiederum an die Passagiere weitergeben.

Sicherheitsentgelte sollten Ausgaben nicht übersteigen

Laut einer EU-Richtlinie von 2008 haben die Fluggäste bereits das Recht auf eine getrennte Anzeige der Sicherheitsentgelte im Endpreis. Im Richtlinienvorschlag der Kommission steht, dass „Sicherheitsentgelte ausschließlich zur Abgeltung der Kosten von Sicherheitsmaßnahmen verwendet werden dürfen“. Die EU-Abgeordneten fügten hinzu, dass die Gesamteinnahmen dieser Entgelte  die Gesamtausgaben für Sicherheitsmaßnahmen nicht übersteigen sollten.

Sicherheitsspesen sollten auf der Basis objektiver Kriterien berechnet werden, wie etwa die Anzahl der Passagiere oder das Starthöchstgewicht von Flugzeugen, heißt es in einem der Änderungsanträge des Parlaments. Darüber hinaus sollten diese Entgelte keine Kosten für „die Wahrnehmung allgemeiner Sicherheitsaufgaben durch die Mitgliedstaaten, wie etwa allgemeine polizeiliche Aufgaben, Informationsgewinnung und Wahrung der nationalen Sicherheit“ abdecken.

Informationsaustausch zwischen Flughäfen und Fluglinien

Die Richtlinie legt weiters auch fest, welche Informationen zwischen Fluglinien und Flughäfen ausgetauscht werden müssen. So wird sichergestellt, dass die Sicherheitsentgelte, die auf geschäftliche Abkommen zwischen beiden zurückzuführen sind, begründet sind und auf objektiven Kriterien basieren.

Informationen über die Summe der Sicherheitsentgelte, die von Flughäfen und Fluglinien erhoben wurden, sollten öffentlich zugänglich sein, während der Rest an Informationen laut dem Änderungsantrag des Parlaments als vertraulich oder wirtschaftlich schutzwürdig anzusehen und entsprechend zu behandeln sei.

Der Entschließungsantrag wurde mit 613 Stimmen dafür, 7 dagegen und 16 Enthaltungen angenommen. Da mit dem Rat in erster Lesung keine Einigung erzielt wurde, ist eine zweite Lesung wahrscheinlich.
 
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Haushaltsentlastungen 2008

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Haushaltsentlastung im Europaparlament ©BELGA_imagebroker_Christian Ohde

Haushaltsentlastung im Europaparlament ©BELGA_imagebroker_Christian Ohde

Das Parlament bewilligte am Mittwoch die Haushaltsführung der meisten EU-Institutionen and -Agenturen in 2008. Allerdings schoben die Abgeordneten die Entscheidung über die Haushaltsentlastung des Rates um zwei Wochen auf, um weitere Verhandlungen abzuwarten. Auf Druck von Abgeordneten wurde ein Dialog auf hoher Ebene über die Entlastung des Rates eröffnet, um eine positive Abstimmung in Straßburg zu erzielen.
 
Die Bewilligung des Haushalts der Europäischen Polizeiakademie wurde unter Berufung auf finanzielle Unregelmäßigkeiten bis Oktober aufgeschoben.

Die Abgeordneten haben beschlossen, die Abstimmung über die Haushaltsentlastung des Rates für 2008 bis zur nächsten Plenarsitzung (17. - 20. Mai) zurückzuhalten, um das Ergebnis eines Dialogs auf hoher Ebene über diese Angelegenheit abzuwarten. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, und der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero haben diesen Dialog ins Leben gerufen.

Obwohl die erste Abstimmung über die Entlastung in der Regel vor dem 15. Mai stattfinden sollte, nutzten die Abgeordneten diese Option, um die Abstimmung um zwei Wochen zurückzuhalten. Die erste Abstimmung dient zur Bewilligung der Entlastung bzw. dazu, die Entscheidung formell auf Oktober aufzuschieben. Die Parlamentarier erhoffen sich dadurch eine Möglichkeit die Entlastung zu bewilligen.

"Ich würde gerne dem Rat eine zweite und letzte Chance geben, um die nötigen Dokumente für die Entlastung vorzubereiten.", sagte Ryszard Czarnecki  (ECR, PL), der den Bericht erarbeitet hat.

EU-Landwirtschaftsfonds besser kontrollieren

Das Parlament hat beschlossen, den Haushalt der Kommission, die den größten Teil der EU-Mittel verwaltet, abzusegnen. In ihrer Resolution begrüßten die Abgeordneten die Verbesserungen der letzten Jahre; die durchschnittliche EU-27-Fehlerquote für Landwirtschaft in 2008 lag - zum ersten Mal - unter 2%. "Fehler" bedeutet in diesem Sinne nicht nur Fälle von Betrug, sondern auch andere Unregelmäßigkeiten wie Fehler in der Berichterstattung oder beim Ausfüllen von Formularen.

Jedoch bedauern die Abgeordneten, dass es noch erhebliche Fehler in den Ausgabenbereichen des Haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2008 gibt. Dies betrifft beispielsweise die Entwicklung des ländlichen Raums, Strukturmaßnahmen, Forschung, Energie und Verkehr und externe Politikbereiche in Bezug auf die ausführenden Einrichtungen und Erweiterung. Die Parlamentarier drängen die Kommission, Pläne für die weitere Reduzierung von Fehlern vorzubereiten und an das Parlament zu schicken. Des Weiteren fordern sie die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Vorschriften für den Bezug von EU-Mitteln zu vereinfachen.  

Der polnische Berichterstatter Bogusław Liberadzki (S&D) sagte, dass die Reduzierung der Fehlerquote das wahre Ziel seines Berichtes sei.

Mehr Transparenz in den Mitgliedstaaten und in der Kommission gefordert

Ein generelles Problem der Kontrolle der Ausgaben der EU-Mittel liegt bei den Mitgliedstaaten, die 80% des EU-Haushaltes ausgeben. Die meisten Staaten erstellen jedoch keine nationalen Verwaltungserklärungen, wie sie das Parlament seit langer Zeit fordert. Das könnte die Kontrolle über diese Ausgaben vereinfachen.

Die Abgeordneten bestehen auf mehr Transparenz in der Kommission, einschließlich des öffentlichen Zugangs zu Informationen über all ihre Mitglieder von Experten- und Arbeitsgruppen und eines überarbeiteten Verhaltenskodex. Außerdem soll ein öffentliches Register von Einrichtungen wie Nichtregierungsorganisationen, die EU-Mittel erhalten, eingerichtet werden.

Die Haushaltsentlastung der Kommission wurde mit 520 Ja-Stimmen bei 68 Ablehnungen und 34 Enthaltungen bewilligt.

Entlastung des EP-Haushalts bewilligt

Das Parlament bewilligte seinem Präsidenten die Entlastung des EP-Haushaltes für 2008 mit 535 Ja-Stimmen bei 73 Ablehnungen und 29 Enthaltungen. Die Abgeordneten begrüßten die "sehr positiven Entwicklungen in der Finanzverwaltung des Parlaments", die die Berichte der letzten zehn Jahre über die Entlastung bewirkt haben. Des Weiteren haben die Parlamentarier dieses Jahr verschiedene Vorschläge zur Verbesserung der Transparenz und Effizienz der internen Finanzkontrolle des EP angenommen.

Um das Kontrollsystem zu verbessern, fordern die Abgeordneten eine jährliche Debatte zwischen Generalsekretär und dem Ausschuss für Haushaltskontrolle, des Weiteren spezielle Weiterbildungskurse im Beschaffungswesen und einen jährlichen Bericht über die Aktivitäten des Risikomanagers. Bart Staes (Die Grünen/EFA, BE) erstellte den Bericht zur Haushaltsentlastung des Parlaments.

Die Europäische Polizeiakademie muss noch viele Probleme lösen

Die einzige Agentur, die keine Bewilligung zur Haushaltsentlastung erhielt, ist die Europäische Polizeiakademie, die in Bramshill in der Nähe von London ihren Sitz hat. Die Abgeordneten erstellten eine Liste der Probleme, die so bald wie möglich gelöst werden müssen. Unter anderen befolgt die Akademie nicht die EU-Vorschriften für öffentliche Vertragsvergabe und Abrechnungen. Bisweilen wurden die Vermögenswerte doppelt gelistet. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) untersucht gegenwärtig, ob Handys, Mobiliar, Autos von Fahrgemeinschaften und der Zubringerdienst der Akademie für Privatzwecke genutzt wurden. Die Abgeordneten haben mit 605 Ja-Stimmen bei 6 Ablehnungen und 12 Enthaltungen dafür gestimmt, die Bewilligung der Entlastung auf Oktober zu verschieben.

Um die Haushaltskontrolle der Polizeiakademie zu verbessern, haben die Parlamentarier einen Aktionsplan erstellt, der bis Ende Juni dem Direktor der Akademie vorgestellt wird. Der Ausschuss für Haushaltskontrolle wird die weiteren Verbesserungen in der Akademie  überwachen. Von den Ergebnissen wird die Entscheidung des Parlaments abhängig machen, ob es die Entlastung im Oktober bewilligt.

Allen anderen EU-Agenturen wurde die Entlastung bewilligt. Die französische Abgeordnete Véronique Mathieu (EPP) hat den Bericht zu den Haushalten der Agenturen erstellt.

Andere Institutionen und der Europäische Entwicklungsfond

Das Parlament bewilligte auch die Entlastung folgender Institutionen durch Handzeichen.

  • 7., 8., 9. und 10. Europäischer Entwicklungsfond

  • Gerichtshof

  • Rechnungshof

  • Wirtschafts- und Sozialausschuss

  • Ausschuss der Regionen

  • Europäischer Bürgerbeauftragter

  • Europäischer Datenschutzbeauftragter


Die Abgeordnete Inès Ayala Sender (S&D, ES) erarbeitete den Bericht zur Entlastung für den Entwicklungsfond, während der Abgeordnete Ryszard Czarnecki (ECR, PL) verantwortlich zeichnete für die Überprüfung der Institutionen. 
 
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Datenaustausch mit den USA: Europaparlament formuliert Voraussetzungen

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Datenträger: Wer weiß was über wen? ©BELGA_imagebroker_Simon Belcher

Ein Festplattenlaufwerk ©BELGA_imagebroker_Simon Belcher

Die Übertragung großer Bankdatenmengen an die USA sollte in neuen Abkommen vermieden werden, solange man sie auch innerhalb der EU verarbeiten kann, forderten die EU-Abgeordneten im Zuge der Plenarsitzung am Mittwoch. Die Abstimmung über Abkommen zur Übertragung von Flugpassagierdaten wurde vom Parlament vertagt, um auf einer neuen Basis verhandeln zu können.
 
Die EU-Abgeordneten haben in Brüssel heute über 2 Entschließungsanträge zum Thema Datenaustausch abgestimmt: Einerseits ging es um neue Verhandlungen über ein Abkommen mit den USA, das die Übertragung von Bankdaten im Zuge der Terrorbekämpfung regeln soll, andererseits um das Eröffnen von Verhandlungen zur Übertragung von Flugpassagierdaten mit den USA und Australien.

Bankdaten - Übertragung großer Datenmengen weicht von EU-Grundsätzen ab

In der am Mittwoch angenommenen Entschließung des Parlaments heißt es, dass „die Übertragung großer Datenmengen ein Abweichen von den Grundsätzen darstellt, auf die sich die Rechtsvorschriften der EU und ihre Praxis stützen.“ Rat und Kommission werden dazu eingeladen, das Thema in Verhandlungen eingehender zu behandeln.
 
Außerdem müsse ein neues Abkommen strenge Schutzvorkehrungen für die Umsetzung und die Kontrolle der Datenextraktion durch US-Regierungsstellen enthalten – „unter Leitung einer geeigneten, von der EU benannten Behörde“. Die maximale Speicherdauer der Daten sollte auf keinen Fall länger als 5 Jahre sein, und die Daten könnten auch nicht an Drittstaaten weitergegeben werden.

Die Abgeordneten wiesen überdies darauf hin, dass das Prinzip der Gegenseitigkeit es der EU auch erlauben müsste, auf in den USA gespeicherte Daten zuzugreifen.

Das Parlament fordert auch, dass Dokumente, die die Notwendigkeit der Regelung aufzeigen, zugänglich gemacht werden, und will darüber hinaus wissen, ob im Zuge des Abkommens vorgesehen ist, dass europäischen Bürgern im Fall des Datenmissbrauchs die gleichen Rechte zugestanden werden wie Amerikanern (der durch den „US Privacy Act“ geregelte Rechtsweg kann derzeit nur von US-Bürgern oder in den USA permanent Aufenthaltsberechtigten genutzt werden).

Flugpassagierdaten - Das Parlament setzt sein Votum aus

Das zweite Datenaustausch-Thema, über das am Mittwoch abgestimmt wurde, betraf ein Abkommen mit den USA und Australien über die Übertragung von Flugpassagierdaten mithilfe sogenannter Passagiernamensregister (PNR). Das Europäische Parlament hat in einer heute angenommenen Entschließung vorgeschlagen, die Abstimmung darüber zu vertagen.

Die EU-Abgeordneten wollen zuerst die Möglichkeiten überprüfen, wie man die Passagiernamensregister dermaßen gestalten kann, dass sie mit der EU-Gesetzgebung konform sind und auf die bereits in früheren Entschließungen des Parlaments genannten Bedenken, u. a. zum Datenschutz,  eingehen.
 
Das Parlament fordert die Kommission dazu auf, spätestens bis Mitte Juli einen Vorschlag für ein einheitliches PNR-Modell und einen Entwurf für ein Mandat zur Verhandlung mit Drittländern vorzulegen. Dieses Modell soll u. a. garantieren, dass die Daten nicht zur Erstellung von Personenprofilen, sondern nur für Strafverfolgungs- und Sicherheitszwecke genutzt und auch nicht an Drittstaaten weitergegeben werden.
 
 
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Vor Euro-Sondergipfel: EU-Abgeordnete fordern strukturelle Antworten auf Griechenlandkrise

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Josè Manuel Barroso (l.) und Diego López Garrido (r.) debattierten mit den Europa-Abgeordnten über Konsequenzen aus der Griechenland-Krise

Josè Manuel Barroso und Diego López Garrido debattierten mit den Europa-Abgeordnten über Konsequenzen aus der Griechenland-Krise

Angesichts der Krise Griechenlands und des Hilfspakets, mit dem ein drohender Staatsbankrott durch Kredite der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds abgewendet werden soll, debattierten die Europa-Abgeordneten strukturelle Veränderungen und Versäumnisse der Vergangenheit. Die Debatte am Mittwochnachmittag war mit Hinblick auf den am Freitag in Brüssel stattfindenden Sondergipfel der Euro-Staaten neu auf die Tagesordnung gesetzt worden. Stärkere wirtschaftpolitische Integration, ein Europäischer Währungsfonds und eine Gemeinschaftsanleihe gehörten zu den Forderungen führender Europapolitiker.
 
Der spanische EU-Staatssekretär Diego Lopéz Garrido sprach von für die Glaubwürdigkeit der Euro-Zone und der EU insgesamt „politisch und historisch extrem wichtigen Entscheidungen“ der vergangnen Tage. Die Entscheidung, Griechenland zu helfen, sei auch für die konjunkturelle Erholung wichtig. Er sprach davon, dass sich die EU in Richtung einer Wirtschaftsregierung bewegt habe. Diese müsse auf den Säulen Verantwortung, Solidarität und Koordinierung fußen. Lopéz Garrido plädierte dafür, die Vorschläge zur Finanzmarktregulierung möglichst schnell zu verabschieden.
 
Kommissionspräsident José Manuel Barroso bekundete wie auch Parlamentspräsident Jerzy Buzek sein Mitgefühl für die am Mittwoch in Griechenland bei Ausschreitungen in einer Bank umgekommenen Menschen. Barroso nannte die Hilfe für Griechenland einen Akt der Solidarität ohne historisches Vorbild. Zu den Sparmaßnahmen der griechischen Regierung gebe es keine Alternative.
 
„Unsere Solidarität und unsere Verantwortungsbewusstsein werden jeden Tag aufs Neue getestet. Ich hoffe, dass alle in verantwortlicher Position sich der Anforderung und der Verantwortung für die Zukunft gewachsen zeigen“, sagte der Kommissionspräsident.
 
Der Vorsitzende der christdemokratischen EVP-Fraktion Joseph Daul sagte, Europa durchlebe schwierige Zeiten mit zum Teil dramatischen und tragischen Konsequenzen für die Menschen. „Es ist an der Zeit, Lehren zu ziehen, aus dem, was passiert ist.“ Regieren in Europa müsse sich verändern, sodass die Regierung „aufhören allein und ohne Konzertierung mit den Partner“ zu entscheiden über Haushaltsfragen, Steuern und Sozialpolitik, so Daul.
 
Daul fragte weiter, ob es in einer Solidargemeinschaft wie der EU in Zukunft noch möglich sei, dass manche 35 Stunden in der Woche arbeiten und mit weniger als 60 Jahren in Rente gehen, während andere 48 Stunden arbeiten und erst mit 67 in Rente gingen. „Ich denke nein“, fügte er hinzu. Europa brauche dringend eine Wirtschafts- und Sozialregierung und eine Anpassung der Steuerpolitik. Die Krise könne „heilsam wirken, wenn wir den Mut haben dir richtigen Maßnahmen zu ergreifen“.
 
Die spanische stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der Sozialisten & Demokraten Maria Badia i Cutchet (Sozialisten & Demokraten) legte Wert darauf, Mitgefühl und Sympathie für Griechenland und die Lage der Menschen dort zu zeigen und appellierte an die Griechen trotz der schweren Lage Ruhe zu bewahren.
 
Die vergangnen Wochen nannte Badia i Cutchet „erhellend". „Wir haben alles getan, was wir tun können um eine echte Union zu formen.“ Entweder werde die EU gestärkt aus der Krise hervorgehen oder in nationale Egoismen zurückfallen. Von der Kommission forderte die spanische Sozialdemokratin Vorschläge, die über Sparvorgaben für Griechenland hinausgehen.
 
Der belgische Liberalen-Fraktionschef Guy Verhofstadt sagte, er hoffe, dass die getroffenen Entscheidungen Erfolg zeitigen, denn es gebe keinen Alternativplan. „Ich hoffe es funktioniert und beendet die Spekulation gegen den Euro. Denn es handelt sich um einen Angriff gegen den Euro und nicht nur um ein Problem mit den öffentlichen Finanzen Griechenlands.“
 
Für die Zukunft, für die kommenden Jahre, müsse man strukturelle Instrumente schaffen, um auf derartige Krisen gewappnet zu sein, führte Verhofstadt aus. Dafür solle der Europäische Rat bereits diese Woche beim Gipfel die Weichen für die Schaffung einer EU-Gemeinschaftsanleihe stellen. Auch ein Europäischer Währungsfonds gehöre zu den notwendigen strukturellen Antworten, meinte der Verhofstadt.  
 
Grünen-Ko-Chef Cohn-Bendit kritisierte, dass man versuche in Griechenland Reformen per Dekret zu verordnen. Man müsse der Regierung Papandreou Zeit geben, einen Konsens im Lande zu schmieden.
 
Gleichzeitig hätten die anderen EU-Regierungen er nannte insbesondere Deutschland und Frankreich zu lange gezaudert, und damit der Spekulation Vorschub geleistet. Cohn-Bendit unterstützte die Idee eines Europäischen Währungsfonds und forderte, das Parlament solle mit Blick auf die notwendigen Vertragsänderungen aktiv werden.
 
Schließlich plädierte er für eine konzertierte Friedensinitiative im Zypernkonflikt und kritisierte die Aufrüstung Griechenlands: „Frankreich hat in den letzten Monaten sechs Fregatten für zweieinhalb Milliarden an Griechenland verkauft und Deutschland sechs U-Boote zu einer Milliarde.“
 
Lothar Bisky sagte für die Vereinigte Europäische Linke, das Griechenland „natürlich geholfen werden“ müsse, aber dass das Hilfspaket zulange verschleppt worden sei und nunmehr „auch absurde Züge“ trage.
 
Er kritisierte, dass „nicht die Banken in die Pflicht genommen“ würden, sondern „wieder einmal der Steuerzahler für die Geschäftemacherei der Banken den Kopf oder das Portemonnaie hinhalten“ sollten.
 
„Vorschläge, was getan werden könnte, liegen auf dem Tisch. Ein Verbot des Handels mit Kreditderivaten und von Leerverkäufen, die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer, Sonderabgaben auf Boni und eine gesetzlich verbindliche Banken- und Versicherungsabgabe“, führte Bisky aus. Griechenland müsse seinerseits „wie andere Länder auch Reichtum besteuern, Korruption bekämpfen und seine Rüstungsausgaben senken“.
 

Weitere Informationen :

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Bessere Vorsorge und frühzeitige Erkennung von Krebserkrankungen

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Das Cyberknife behandelt Tumore mit Laserstrahlen.©BELGA_MAXPPP_Pierre Le Masson

Das Cyberknife behandelt Tumore mit Laserstrahlen.©BELGA_MAXPPP_Pierre Le Masson

Mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen können nach Ansicht der Gesundheitsexperten des Europaparlaments vermieden werden. Die Abgeordneten fordern deshalb eine stärkere Unterstützung durch Kommission und Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Krankheit. Außerdem sollen weitere Vorschläge zur Förderung einer gesünderen Lebensweise und zur Verringerung von berufs- und umweltbedingten Risikofaktoren gemacht werden.
 
Mit 3 Millionen Neuerkrankungen und 1,7 Millionen Todesfällen pro Jahr ist Krebs momentan die zweitgrößte Todes- und Erkrankungsursache in Europa.

Ein vom slowenischen EU-Abgeordneten Alojz Peterle (Europäische Volkspartei) erstellter Bericht begrüßt den Vorschlag der Kommission zur Einrichtung einer Europäischen Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung im Zeitraum 2009-2013, um die Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen zur Krebsbekämpfung zu unterstützen. Besondere Anstrengungen sollten dabei im Hinblick auf die neuen Mitgliedstaaten gelegt werden. Der Bericht fordert überdies die schnellstmögliche Erstellung von integrierten Plänen zur Krebsbekämpfung, da diese bei der Verwirklichung des ehrgeizigen Fernziels der Partnerschaft, die Krebsbelastung bis 2020 um 15 % zu reduzieren, eine entscheidende Rolle spielen. Er wurde vom Europäischen Parlament am Donnerstag mittels Handzeichenabstimmung angenommen.

Verstärktes Augenmerk auf Vorsorge und  Informationskampagnen

Prävention ist das effektivste Mittel zur Krebsbekämpfung, da ein Drittel der Krebsfälle durch Vorbeugung vermeidbar sind, so die Abgeordneten. Deshalb fordern die EU-Parlamentarier die Kommission auf, die Krebsvorsorge in jeglicher Hinsicht sowohl durch medizinische Maßnahmen als auch durch eine gesündere Lebensweise zu fördern und die Mitgliedstaaten zu ermutigen, mehr Mittel für Prävention bereitzustellen. Kommission und Rat sollten in diesem Zusammenhang weitere Aktionen zur Gewährleistung eines gesundheitsfördernden Umfeldes ins Auge fassen, etwa rund um das Thema Tabak, Ernährung und Alkohol oder der Förderung körperlicher Betätigung.

Überdies fordern die EU-Abgeordneten Kommission und Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Informationskampagnen zur Krebsfrüherkennung, die sich an die breite Öffentlichkeit und Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen richtet, zu fördern. Außerdem soll die Forschung zur Krebsprävention unter Einbeziehung der Auswirkungen von schädlichen Chemikalien und Umweltbelastungen, der Ernährung, des Lebensstils und genetischer Faktoren sowie von deren Wechselwirkungen verstärkt gefördert werden. Zudem sollen der Zusammenhang zwischen Krebs und potenziellen Risikofaktoren wie Tabak, Alkohol sowie pharmazeutischen und synthetischen Umwelthormonen weiter erforscht werden.

Schließlich fordern die EU-Abgeordneten die Kommission und die Mitgliedstaaten eindringlich auf, dafür zu sorgen, dass Krebsmedikamente, einschließlich Therapien für seltene und weniger verbreitete Krebsarten, allen Patienten, unabhängig in welchem Mitgliedstaat sie leben, in gleicher Weise zur Verfügung stehen. Gezielte und abgestimmte Maßnahmen sollen getroffen werden, um Ungleichheiten beim Zugang zur Krebsbehandlung (einschließlich der kürzlich auf den Markt gekommenen neuen „zielgerichteten“ Krebsmedikamente)  abzubauen.
 
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US-Vizepräsident wirbt um Europa-Abgeordnete

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  • "Kooperation bei Terrorbekämpfung im Interessen beider Seiten"
  • Warnung vor iranischem Atomprogramm
Joe Biden wirbt um eine enge Zusammenarbeit zwischen EU und USA

US-Vizepräsident Joe Biden

Im Rahmen seines Europa-Besuchs vom 5.-8. Mai hielt US-Vizepräsident Joe Biden am Donnerstagmittag eine programmatische Rede im Europaparlament, in der er vor allem um die Zusammenarbeit mit den USA und für Dialog warb. Biden betonte verbindende Elemente ohne dabei Themen auszusparen, bei denen in den vergangenen Monaten Meinungsverschiedenheiten deutlich geworden waren, wie etwa die Abkommen zum Datentransfer zwischen EU und USA. 
 
Der US-Vizepräsident warb um die Zustimmung der Europa-Abgeordneten für eine enge Zusammenarbeit zwischen EU und USA beim der Verhinderung von Terroranschlägen. Die Erfassung und Auswertung von Flugpassagierdaten beispielsweise sei wichtig, wie sich erst diese Woche wieder erwiesen habe, als der mutmaßliche Urheber des gescheiterten Attentats am New Yorker Times Square aufgrund der Passagierdaten gefasst werden konnte, „als er versuchte das Land zu verlassen“. Die USA und die EU müssten „alles gesetzlich mögliche tun, um derartige Anschläge zu verhindern“.
 
Das Aufspüren der Finanzströme zur Finanzierung des Terrorismus sei für die Sicherheit, „unsere als auch die Ihre“, unbedingt notwendig, so Biden. Die Gegner der Freien Welt nutzten alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, „um neue vernichtende Anschläge durchzuführen“, so der US-Vizepräsident.
 
Biden erinnerte die Europa-Abgeordneten an die politischen Entscheidungen Obamas nach dessen Amtsübernahme wie etwa das Folterverbot und unterstrich, dass auch die USA dem Datenschutz großen Wert beimessen würden. „Wir verstehen Ihre Sorgen und arbeiten zusammen, um sie entsprechend zu berücksichtigen“, betonte er.
 
 
“We are back in the business of listening”.
 
Biden unterstrich den Willen der US-Regierung zur Zusammenarbeit mit Europa. „Die Regierung Obama hat keine Zweifel daran, dass wir ein Interesse an einer erfolgreichen EU haben.“ Unter der Führung von Barack Obama sei die USA auch wieder darauf eingestellt, „zuzuhören, was unsere Verbündeten uns zu sagen haben“.
 
Er betonte auch, dass er und der Präsident aufgrund ihrer eigenen politischen Laufbahn Verständnis und Respekt für die Rolle von Parlamenten hätten und „wir wissen, was es bedeutet, dass Ihr Parlament, das einzige multinationale Parlament ist, dass aus direkten allgemeinen Wahlen hervorgeht“.
 
Der US-Senat (dessen Präsident Biden ist) und das Europaparlament repräsentierten zusammengenommen 800 Millionen Menschen und seien somit Gesetzgeber für rund ein Achtel der Weltbevölkerung.
 
 
Warnung vor iranischem Atomwaffenprogramm
 
Biden sagte die USA wollten sich auch weiterhin für die Sicherheit ihrer Alliierten engagieren und wollten daher auch ein Raketenabwehrschirm über Europa spannen.
 
Die USA und Europa stünden „Seite an Seite“, wenn es darum geht, den Iran davon abzuhalten, Atomwaffen zu entwickeln. Mit dem Nuklearprogramm verletze der Iran seine Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag und es berge das Risiko „eines atomaren Rüstungswettlaufs im Nahen Osten (…)
 
„Wäre es nicht ironisch", fragte Biden, „wenn nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und nachdem das gegenseitige Zerstörungspotential der Supermächte verringert wurde, es in einer der instabilsten Regionen der Welt zu einem neuen Wettrüsten käme?“
 
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