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Verfahren : 2008/0258(COD)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A6-0260/2009

Eingereichte Texte :

A6-0260/2009

Aussprachen :

PV 07/05/2009 - 6
CRE 07/05/2009 - 6

Abstimmungen :

PV 07/05/2009 - 9.10
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P6_TA(2009)0381

Plenardebatten
Donnerstag, 7. Mai 2009 - Straßburg Ausgabe im ABl.

6. Programm MEDIA Mundus für die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus Drittländern im audiovisuellen Bereich (Aussprache)
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PV
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  Der Präsident . – Als erster Punkt steht der Bericht von Ruth Hieronymi im Namen des Ausschusses für Kultur und Bildung über den Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates über ein Programm für die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus Drittländern im audiovisuellen Bereich „MEDIA Mundus“ (KOM(2008)0892 – C6-0011/2009 – 2008/0258(COD)) (A6-0260/2009).

 
  
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  Ruth Hieronymi, Berichterstatterin. − Herr Präsident, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist mir eine große Freude, dass es gelungen ist, in kurzer Zeit – ein halbes Jahr – und vor Ende dieser Wahlperiode ein für Kultur und Wirtschaft in der Europäischen Union und weltweit neues Programm zur europäischen Filmförderung zu erarbeiten und zu verabschieden.

Dies war nur möglich – und dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken –, weil es eine außerordentlich gute Zusammenarbeit gegeben hat. Herzlichen Dank, Frau Kommissarin! Es war ein hervorragender Vorschlag, der von der Kommission für das Programm MEDIA Mundus vorgelegt worden ist. Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit der tschechischen Ratspräsidentschaft gehabt, und das Beste vom Ganzen war die Zusammenarbeit im Kulturausschuss. Nur dadurch ist es gelungen, in kurzer Zeit dieses Ziel zu erreichen.

EU-Filmförderung mit dem MEDIA-Programm ist seit rund 15 Jahren ein großes Erfolgsprojekt in der Europäischen Union. 90 Prozent aller europäischen Filme, die außerhalb ihres Heimatlandes gezeigt werden, sind vom MEDIA-Programm gefördert worden. Aber es waren bisher nur Projekte innerhalb Europas und diese Programmförderung reicht in dieser Zeit der Globalisierung der Märkte und der neuen Technologien nicht mehr aus.

Es stellen sich neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen. Und auf diese Herausforderungen ist das Programm MEDIA Mundus, über das wir heute sprechen, eine phantastische Antwort. Es antwortet auf die Chancen der neuen Märkte außerhalb Europas, die sich für den europäischen Film bieten. Es antwortet aber auch auf die Notwendigkeit und die Chancen, Filmförderung und Filme als Unterstützung und Motor des interkulturellen Dialogs einzusetzen.

Und deshalb herzlichen Dank, dass mit den Pilotprojekten zu MEDIA Mundus in den letzten beiden Jahren gestartet worden ist. 7 Millionen standen zur Verfügung. Es wurde deutlich, die Nachfrage ist riesig. Fortbildung, Marketing und Vertrieb in weltweiten Netzwerken wurden durch die Pilotprojekte gefördert und insbesondere die aufstrebenden audiovisuellen Märkte der Welt – Indien, Brasilien, Südkorea, Kanada – haben hervorragende Projekte eingereicht.

Insofern stimmen wir diesem Vorschlag mit dem Votum des Kulturausschusses heute gerne zu. Ich möchte das ganze Parlament um Zustimmung bitten, dieses Programm für die nächsten Jahre mit einem entsprechenden Fördervolumen zu unterstützen, um das Ziel zu erreichen, die europäische Filmförderung als weltweiten Botschafter unserer kulturellen Werte zu unterstützen.

Für mich ist es heute die letzte Rede im Europäischen Parlament. Ich empfinde es als großes Glück, dass ich mit Unterstützung von Ihnen allen das Programm abschließen kann, und möchte meine Botschaft vermitteln: Bedenken Sie bei der zukünftigen Arbeit, dass kulturelle Güter in Europa nicht nur Wirtschaftsgüter sein dürfen, sondern dass sie Kultur- und Wirtschaftsgut gleichermaßen bleiben müssen.

Herzlichen Dank, vor allem allen Kolleginnen und Kollegen aus dem Kulturausschuss, aus den Sekretariaten und Ihnen, Frau Kommissarin, und Ihrer Generaldirektion an der Spitze, Gregory Paulger, für zehn Jahre hervorragender Zusammenarbeit im audiovisuellen Bereich! Vielen Dank!

 
  
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  Viviane Reding, Mitglied der Kommission. − Herr Präsident! Ich kann Frau Hieronymis Ausführungen nur voll und ganz beipflichten. Die 10 Jahre der Zusammenarbeit mit ihr und mit anderen Mitgliedern des Ausschusses für Kultur und Bildung waren äußerst produktiv und auch persönlich sehr bereichernd. Daher möchte ich Ihnen allen − gleich, welcher Partei Sie angehören − danken, die Sie sich dafür eingesetzt haben, dass der Kultur eine bedeutende Rolle eingeräumt wird und dass Kultur die Menschen tatsächlich erreichen kann.

Ich bin sehr erfreut darüber, dass das Parlament einige Vorschläge zu diesem Bericht gemacht hat, die dem besseren Verständnis und der Vereinfachung dienen und so zur Verbesserung meines Vorschlags beigetragen haben.

Wie Sie wissen, diente die vorbereitende Maßnahme MEDIA International als Grundlage für die Entwicklung von MEDIA Mundus, und ich möchte an dieser Stelle auch dem Parlament danken, das mir 2008 zwei Millionen und 2009 fünf Millionen Euro gewährt hat, um vorbereitende Maßnahmen zu finanzieren.

MEDIA Mundus soll 2011 starten und MEDIA International ablösen. Ziel des Programms ist die Stärkung kultureller und geschäftlicher Beziehungen zwischen europäischen Filmschaffenden und der internationalen Filmindustrie. Das Konzept von MEDIA Mundus ist neu, ehrgeizig und innovativ, weil es die professionelle Zusammenarbeit fördert, was üblicherweise nicht über europäische Programme erfolgt, und weil im Gegensatz zu anderen Programmen beide Seiten davon profitieren sollen, also nicht nur unsere eigenen Filmemacher, sondern auch Filmemacher aus Drittländern, und zwar in verschiedenen Bereichen. Zunächst einmal wäre da der Bereich der Fortbildung für Teilnehmer und Ausbilder aus Europa und Drittländern zu nennen. Durch solche Maßnahmen wird der Zugang zu Märkten in Drittländern vereinfacht, und Vertrauen und langfristige Handelsbeziehungen können aufgebaut werden. Denn eines ist klar: Wenn Sie in einer Fortbildung für Filmschaffende neben jemandem aus Asien, Afrika oder Amerika gesessen haben, werden Sie später, in Ihrem Berufsleben, motiviert sein, zusammenzuarbeiten.

Dies ist auch der Grund, weshalb wir die Einrichtung von Foren für internationale Koproduktionen unterstützen. Wir bilden die Leute gemeinsam aus in der Erwartung, dass sie später zusammenarbeiten werden. Diese Foren für internationale Koproduktionen sind also sehr wichtig.

Dann müssen wir den Vertrieb, die Verbreitung und die Präsenz europäischer audiovisueller Kunst in Drittländern verbessern. Für Menschen aus Drittländern in Europa ist dies immer eine Win-Win-Situation. Wir haben hier ein ausgezeichnetes Beispiel für ein Europa, das keine „Festung Europa“ ist, sondern ein gebendes, nehmendes und teilendes Europa.

Eines unserer zentralen Anliegen besteht darin, die öffentliche Nachfrage nach kulturell vielfältigen audiovisuellen Inhalten zu verstärken. Wir müssen daher die Jugend, insbesondere das junge Publikum, dazu bringen, europäische Filme anzusehen.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass „MEDIA Mundus“ eine breitere Auswahl für das Publikum ermöglichen wird, so dass die Menschen Gelegenheit haben werden, europäische Filme zu sehen. Das Programm wird zur kulturellen Vielfalt in den europäischen Märkten beitragen, weil mehr anspruchsvolle Filme aus kleineren Märkten außerhalb Europas ihren Weg nach Europa finden und europäische Filme die Chance bekommen, sich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Dies eröffnet neue geschäftliche Möglichkeiten für die Branche in Europa und weltweit. Damit wird natürlich ein sehr wichtiger wirtschaftlicher Beitrag geleistet. Es geht um Wettbewerbsfähigkeit, aber vor allem um kulturelle Vielfalt – unsere kulturelle Vielfalt –, die unser wertvollstes Gut ist, und um die kulturelle Vielfalt der Menschen auf anderen Kontinenten, die wiederum deren wertvollstes Gut ist. Diese Vielfalt miteinander zu teilen ist eine wunderbare Chance, die uns mit MEDIA Mundus geboten wird.

 
  
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  Doris Pack, im Namen der PPE-DE-Fraktion. – Herr Präsident, liebe Frau Kommissarin, liebe Ruth Hieronymi! Das Programm MEDIA Mundus ist ein Projekt, das eigentlich auch eine Idee aus unserem Ausschuss, dem Kulturausschuss, ist. Es ist ein bisschen dort geboren, vor allen Dingen haben wir es ganz stark mitgetragen, und es trägt natürlich auch die Handschrift – neben der der Kommission – von Ruth Hieronymi, die wir alle im Kulturausschuss gerade bei diesem Projekt gerne unterstützt haben.

Wir haben von dem Projekt Erasmus Mundus gelernt, das die Türen für unsere Studierenden geöffnet hat, die in Drittländer gehen wollen, und umgekehrt; im Rahmen der Globalisierung ist es eigentlich eine notwendige Sache, und MEDIA Mundus geht im Bereich der Filmschaffenden in dieselbe Richtung. Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man den interkulturellen Dialog in diesem Bereich organisieren kann, der natürlich wirtschaftliche Aspekte hat, der aber auch und ganz besonders ein kultureller Dialog ist.

MEDIA Mundus will auch die UNESCO-Konvention mit unterstützen und implementieren, die darauf ausgerichtet ist, dass die kulturelle Diversität in Europa und auf der Welt gestützt wird, und dass es zu einem Dialog und einem Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen und ökonomischen Interessen kommt.

Mit MEDIA Mundus stärken wir natürlich die Mobilität unserer Filme, unserer Filmschaffenden und der Lehrenden und Lernenden, und am Ende geschieht das, was Wim Wenders uns immer anmahnt, zu tun, nämlich diesem Europa auch ein Gesicht zu geben, den europäischen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Der amerikanische Traum wird uns seit Jahrzehnten über Filme vermittelt, heute noch. Wenn wir endlich so weit kommen, dass der europäische Traum auch in Zusammenarbeit mit Drittländern in die Welt kommt, mit Bildern, dann haben wir viel mehr für die Stabilisierung dieser Europäischen Union erreicht, als wir es mit manchen anderen Dingen können.

Wir werden – wenn wir in dieser globalisierten Welt zusammenarbeiten – die Amerikaner auf dem Weltmarkt ein bisschen zurückdrängen und unseren Traum etwas besser darstellen können. Wir werden sicherlich von Drittländern unterstützt werden, denen wir ja auch bei ihren kleineren Produktionen – vielleicht aus Südkorea oder aus Südamerika – helfen wollen, auf dem europäischen Markt sichtbarer zu werden.

Alles in allem ist dies ein Projekt, das allen Seiten hilft: den Drittländern und dem europäischen Film. Es war höchste Zeit, dass es dazu gekommen ist. MEDIA Mundus ist in meinen Augen die richtige Antwort auf die globalen technischen und sozio-ökonomischen Herausforderungen. Ich möchte mit einem Satz enden, der lautet: „What helps our diversity, will strengthen our identity.

 
  
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  Christa Prets, im Namen der PSE-Fraktion. – Herr Präsident, Frau Kommissarin, liebe Ruth Hieronymi! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Bericht! Wir alle vom Kulturausschuss können froh und stolz sein, dass wir das in diesem Tempo geschafft und damit auch bewiesen haben, dass wir flexibel arbeiten und uns nicht auf das Prozedere versteifen, sondern die Anliegen derer berücksichtigen, die in der Filmbranche arbeiten und dringend darauf warten, dass dieses Regelwerk jetzt abgeschlossen werden kann. Wir haben unsere Arbeiten beschleunigt und damit nach der Annahme und nach der Beschlussfähigkeit auch schon arbeiten können, und wir haben nicht auf noch einer Lesung bestanden. Das sollten sich auch diejenigen einmal vor Augen führen, die unsere Arbeit ständig kritisieren und damit auch das, was bei uns Positives geleistet wird, immer wieder schlechtmachen.

Ich freue mich, dass wir gerade im Jahr der Kreativität und Innovation den Kreativen helfen, innovativer zu sein und sich auch besser weiterbilden und global besser vernetzen zu können. In der digitalen Welt verändert sich alles tagtäglich, die Technik ist anders, und es gibt neue Voraussetzungen und Herausforderungen. Daher ist es notwendig, dass auch ein anderes Netzwerk entsteht. Dafür braucht es die finanzielle Unterstützung, die wir hiermit geben. Wenn wir auf dem Weltmarkt unsere europäischen Filme und unseren europäischen Gedanken weiterbringen wollen, brauchen wir nicht nur eine bessere Qualität – wir haben schon eine sehr gute, aber man kann sich immer noch steigern –, sondern wir müssen den Kulturschaffenden auch finanziell unter die Arme greifen.

Wenn wir immer wieder von der Wirtschaftskrise reden, dann ist es auch ein Beitrag dazu, Arbeitsplätze zu schaffen, in der Filmbranche neue Arbeitsplätze zu schaffen, Weiterentwicklungen zu ermöglichen, den Informationsaustausch, Forschung und Marktforschung zu verbessern – hier liegt ein Potential, das den Arbeitsmarkt bereichern wird.

Was die grenzüberschreitende Zusammenarbeit anbelangt und die Verbreitung in Drittländer betrifft: Hier möchte ich ein Beispiel nennen, das ein Erfolgsbeispiel für mich ist, und zwar Slumdog Millionär. Dieser Film, der rund um die Welt ging, vom Programm MEDIA Mundus mit 830 000 Euro gefördert wurde und ein Welterfolg geworden ist, hat uns eine Notsituation in einem Land nähergebracht. Er hat aber auch gezeigt, was es heißt, wenn wir grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Daher denke ich, dass dieses Programm ein hervorragendes Programm ist, und ich freue mich, dass wir es in der kurzen Zeit ohne Probleme geschafft haben.

Ich möchte mich bei Ruth Hieronymi ganz besonders bedanken und ihr alles Gute wünschen. Sie war eine hervorragende Kollegin und Medienexpertin. Herzlichen Dank, Ruth, und alles Gute!

 
  
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  Zdzisław Zbigniew Podkański, im Namen der UEN-Fraktion. (PL) Herr Präsident! Ziel des Programms MEDIA 2007 war es, die Identität, die Vielfalt und das kulturelle Erbe Europas zu erhalten, eine größere Verbreitung europäischer audiovisueller Werke zu ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen audiovisuellen Sektors zu steigern. Das Programm MEDIA Mundus geht noch weiter und zielt darauf ab, sowohl in der EU als auch in Drittländern aus der Förderung und Öffnung audiovisueller Märkte gegenseitigen Nutzen zu ziehen. Dies ist natürlich ein gutes Konzept.

Es führt aber zu weiteren Überlegungen. Ich denke dabei an den kulturellen Einfluss Europas in der ganzen Welt – dieser Einfluss scheint zusehends zu schwinden, und dies bereitet mir große Sorge. Ich stelle außerdem fest, dass unser Kontinent am interkulturellen Dialog nicht als gleichwertiger Partner teilnimmt. Die christlichen Traditionen, die Europa einst formten, werden heute allgemein hinterfragt, und es scheint, als habe Europa keine andere Vorstellung von seiner eigenen Identität. Daher überrascht es nicht, dass Europa an Einfluss verliert. Ein typisches Beispiel dafür ist der geringe Anteil Europas an der weltweiten Verbreitung audiovisueller Werke.

Wir mögen die Tatsache beklagen, dass die Rolle Europas - auch im Zuge der schwindenden wirtschaftlichen Bedeutung - noch kleiner werden wird. Wir dürfen aber nicht aufgeben. Initiativen wie das Programm, über das wir heute sprechen, sind ein kleiner, aber notwendiger Schritt. Außerdem liegen weitere fünf Jahre im Europäischen Parlament vor uns, und wir hoffen, dass die Abgeordneten der nächsten Wahlperiode die Stimme Europas hörbarer machen werden.

Es ist die letzte Sitzung, meine letzte Rede. Ich möchte allen Kollegen meinen aufrichtigen Dank für die Zusammenarbeit aussprechen, insbesondere den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur und Bildung, mit denen ich tagtäglich gearbeitet habe. Ich beglückwünsche Frau Hieronymi zu ihrem Bericht. Vielen Dank Ihnen allen.

 
  
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  Helga Trüpel, im Namen der Verts/ALE-Fraktion. – Herr Präsident, Frau Kommissarin Reding, liebe Kolleginnen und Kollegen! In der Tat geht es bei unserer Kultur- und Medienpolitik darum, Europa eine Seele zu geben.

Sehr zu Recht ist festgestellt worden, auch von Kommissionspräsident Barroso, dass die Menschen sich nicht in den Binnenmarkt verlieben werden, so notwendig er ist, sondern sie wollen kulturelle Vielfalt, den kulturellen Schatz Europas sehen und genießen. Und sie möchten auch, dass kulturelle Vielfalt der Botschafter Europas in der Welt ist.

Doris Pack hat sehr zu Recht gesagt, auch mit der Sentenz von Wim Wenders: Wir brauchen europäische Bilder, um europäische Geschichte zu erzählen, die Vielfalt der Geschichte, der Empfindlichkeiten. Was war die Tragik der europäischen Geschichte, und was ist die große Hoffnung auf eine friedliche und bessere Zukunft? Das ist das kulturelle Grundverständnis der Europäischen Union, das wir nach innen pflegen wollen, aber das wir natürlich auch nach außen senden müssen. Darum ist europäische Kulturpolitik und gerade Filmpolitik immer auch ein Botschafter europäischer Identität. Deswegen bin ich so froh, dass es uns gelungen ist, dieses Programm zu beginnen.

Ich möchte gleich deutlich sagen, dass es in der nächsten Wahlperiode darum gehen wird, dieses Programm auszubauen, es mit noch mehr Leben zu füllen, aber natürlich auch mit mehr Finanzen, damit das Programm MEDIA Mundus wirklich seiner Rolle gerecht werden kann, in internationaler Kooperation deutlich zu machen, was die europäischen Werte sind, was die europäische kulturelle Vielfalt ist, und auch Koproduktionen zu beginnen, gemeinsame Arbeit, eine Ausbildung im besten Sinne, eine Win-Win-Situation, die uns und die anderen bereichert. Und das soll in Zeiten der Globalisierung und der Digitalisierung das Markenzeichen europäischer Kulturpolitik sein.

Auch ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, der Kollegin Ruth Hieronymi für die sehr gute Kooperation und dafür zu danken, dass es hier im Hause gelungen ist, deutlich zu machen, Kultur hat zwar auch immer eine wirtschaftliche Seite, aber sie ist immer mehr als eine Ware. Es geht wirklich um Identität, um Vielfalt, um – im besten Sinne – kulturelle Auseinandersetzung, denn das ist es, was die Menschen im Herzen und auch in ihren Köpfen bewegt. Europa noch viel mehr zuzutrauen als bisher, das muss unsere Verpflichtung für die Zukunft sein. Und darum, liebe Ruth Hieronymi, vielen Dank für die gute Kooperation und alles Gute für Ihre persönliche Zukunft!

(Beifall)

 
  
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  Věra Flasarová, im Namen der GUE/NGL-Fraktion.(CS) Herr Präsident, Frau Kommissarin, meine Damen und Herren! Ich möchte Frau Hieronymi für ihre hervorragende Arbeit danken und ihr noch viel Erfolg für die Zukunft wünschen. Die Entwicklung des internationalen audiovisuellen Bereichs verdient unsere Aufmerksamkeit, weil es sich dabei um ein interessantes Tätigkeitsfeld handelt, das einen großen Raum für die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union und auch mit anderen Ländern der Welt eröffnet. Eine zusätzliche Vertiefung dieser Zusammenarbeit, einschließlich des Budgets von 15 Millionen EUR für MEDIA 2011-2013, bedeutet mehr Auswahl für die Verbraucher und eine größere kulturelle Vielfalt an Produkten auf dem europäischen und dem internationalen Markt. Gleichzeitig wird dadurch das gegenseitige Verständnis zwischen Völkern mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen gefördert. Zu den weiteren wertvollen Aspekten dieser EU-Projekte gehören die bestehenden Fortbildungskurse für Fachkräfte im audiovisuellen Bereich, die vielfältigen Fördermaßnahmen mit Schwerpunkt Film und die Möglichkeiten einer stärkeren Verbreitung von Filmen. Es ist außerdem offensichtlich, dass der audiovisuelle Bereich vor allem eine Domäne der jüngeren Generation ist, die das Fernsehen, das Internet, das Mehrkanal-Digitalfernsehen sowie andere Internet-Technologien als eine ihrer Hauptinformationsquellen nutzen. Die Unterstützung solcher Systeme durch das EU-Projekt könnte also dazu beitragen, die Qualität der Dienste für diese Nutzer zu verbessern.

Ich möchte in diesem Zusammenhang gerne auf etwas hinweisen, dass ich als wesentlichen Faktor ansehe. Sämtliche Internet-Medien stellen eine uneingeschränkte Alternative zu den traditionellen Kommunikationsmitteln dar. Leider versagen diese traditionellen Kommunikationsmittel oft, sogar in demokratischen Gesellschaften, aufgrund kommerzieller Interessen oder weil sie von bestimmten politischen Strukturen verwaltet werden und Angestellte indirekt zur Selbstzensur gezwungen sind. Viele Informationen erreichen ihre Adressaten aus diesem Grund nur in verzerrter oder selektiver Form. Im Gegensatz dazu ermöglicht die enorme Reichweite des Internet und der Filme und Informationen, die über dieses Medium verbreitet werden, eine wahrhaft unabhängige und pluralistische Medienlandschaft, die frei von Monopolen und Kartellen ist. Wir müssen daher alle Projekte unterstützen, die der Stärkung dieser Alternative zu den herkömmlichen Medien dienen, und ich freue mich sehr darüber, dass die tschechische Ratspräsidentschaft ihren Beitrag zu einem erfolgreichen Abschluss des Programms „MEDIA Mundus“ geleistet hat.

 
  
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  Ljudmila Novak (PPE-DE).(SL) Mit dem Programm MEDIA Mundus befinden wir uns auf dem richtigen Weg hin zur einer wirksameren Förderung des europäischen Films und des europäischen Know-hows. Film ist ein Medium, das es uns ermöglicht, die kulturelle Vielfalt Europas aufzuzeichnen, zu erhalten, zu porträtieren und zu verkaufen. In Anbetracht des rapiden Wandels der modernen Technologien sind wir darüber hinaus auf ständige Aus- und Weiterbildung angewiesen. Es wäre schade, wenn manche Drittländer oder ärmere Kontinente gezwungen wären, Filmproduktionen einzustellen, die das Leben ihrer Bevölkerung, Interessantes über die Menschen dort und natürlich ihre eigene Umwelt, Kultur und Geschichte zum Inhalt haben, nur weil sie in Sachen Entwicklung und Fachwissen zurückliegen.

Angesichts der Dominanz des US-amerikanischen Films mit seinem enormen Markt im Hintergrund hat es der europäische Film schwerer, sich auf dem internationalen Markt zu behaupten, obwohl er oft weit besser ist als viele Schnulzen oder Kassenschlager aus den USA. Aus diesem Grund ist MEDIA Mundus eine hervorragende Plattform, um Kontakte mit Filmemachern und Verleihern in Drittländern zu knüpfen und Kenntnisse und Informationen aus dem Filmbereich auszutauschen. Gleichzeitig erfüllt die Europäische Union in diesem Bereich die Funktion, eine Annäherung verschiedener Kontinente zu ermöglichen und Kinobesucher aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen.

Wir werden ein neues, erfolgreiches Programm hinzugewinnen, aber unsere Berichterstatterin und Fachfrau auf diesem Gebiet verlieren. Ich möchte Ihnen, Frau Hieronymi, meinen persönlichen Dank für Ihr Schaffen, Ihre Weitsicht und Ihre Mitarbeit aussprechen. Als ich vor fünf Jahren Mitglied des Parlaments wurde, war Frau Hieronymi immer die erste, an die ich mich auf der Suche nach Rat oder Informationen wandte, und sie zeigte sich stets hilfsbereit und verständnisvoll. Erlauben Sie mir also, Ihnen noch einmal meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ich wünsche Ihnen Glück und Zufriedenheit für Ihr Privatleben, aber auch für den Beruf, denn ich bin sicher, dass Sie auch in Zukunft die Hände nicht in den Schoß legen werden.

Einige von Ihnen wissen, dass sie wiederkommen werden. Ich würde mich auch freuen, wieder dabei zu sein, aber ich weiß noch nicht, ob dies der Fall sein wird. Gestatten Sie mir deshalb, hier und jetzt allen Mitgliedern des Ausschusses, des Präsidiums und des Parlaments dafür zu danken, dass sie mir die Gelegenheit gegeben haben, im Ausschuss für Kultur und Bildung mitzuarbeiten. Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen, für Sie tätig zu sein. Ungeachtet unserer politischen Zugehörigkeit haben wir uns für Kultur, Bildung, junge Menschen, Sportler und Sportlerinnen eingesetzt. Und obwohl ich aus einem kleinen Land stamme, wurden meine Ideen vom Ausschuss aufgegriffen und später auch vom Parlament übernommen. Vielen Dank für die Zusammenarbeit.

 
  
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  Mikel Irujo Amezaga (Verts/ALE).(ES) Herr Präsident, die Allgemeine Erklärung der UNESCO zur kulturellen Vielfalt empfiehlt unter anderem, dass wir die Realisierung anspruchsvoller audiovisueller Produktionen fördern, insbesondere die Schaffung von Mechanismen der Zusammenarbeit, die uns den Vertrieb solcher Produktionen ermöglichen. Die Europäische Kommission hat dieser Empfehlung bei der Erarbeitung dieser Initiative eindeutig Rechnung getragen.

Es ist klar, dass MEDIA Mundus vom wachsenden Interesse und den größeren Möglichkeiten, die durch eine weltweite Zusammenarbeit im audiovisuellen Bereich entstehen, profitieren und die Auswahl für Verbraucher vergrößern wird, indem es kulturell vielfältigere Werke auf europäische und internationale Märkte bringt und neue kommerzielle Chancen für audiovisuelle Fachkräfte in Europa und der ganzen Welt eröffnet.

Ich bin davon überzeugt, und es sollte hier keine Zweifel geben, dass die Kommission in der Lage ist, das Budget so effektiv wie möglich einzusetzen, damit es nicht in allen möglichen separaten Projekten versickert. Wie ein berühmter Professor sagte, das Programm MEDIA Mundus für Zusammenarbeit mit Drittländern im audiovisuellen Bereich ist der Beweis dafür, dass die internationale audiovisuelle Landschaft sich stark gewandelt hat, vor allem in technischer Hinsicht. Diese Initiative hat zum Ziel, Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem audiovisuellen Markt auszubauen, Forschung und Fortbildung zu fördern und Koproduktionsvorhaben zu finanzieren, um die Kooperation im audiovisuellen Bereich voranzutreiben.

Auch ich möchte zum Abschluss meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen. Es war mir ein Vergnügen, in den letzten zwei Jahren mit meinen Kollegen im Ausschuss für Kultur und Bildung zusammenzuarbeiten. Vielen Dank und auf ein baldiges Wiedersehen.

 
  
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  Elisabeth Morin (PPE-DE).(FR) Herr Präsident! Zuallererst möchte ich Frau Hieronymi und dem Ausschuss für Kultur und Bildung meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Das neue Programm MEDIA Mundus macht den weltweiten Ausbau der europäischen Filmindustrie möglich.

Eigentlich hat dieses Programm seinen Ursprung in einer politischen Maßnahme. Es entstand im Rahmen von MEDIA International, einem Programm, das seit 2007 die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den audiovisuellen Märkten von Drittländern zum Schwerpunkt hatte. Ziel dieser Maßnahme war es, den unmittelbaren Bedürfnissen von Drittländern zu entsprechen und die Effektivität von MEDIA 2007 insgesamt zu verbessern. Die neuen Probleme und Herausforderungen, die durch die Globalisierung der Märkte entstanden sind, mussten angegangen werden, da auch der audiovisuelle Sektor in Europa davon betroffen ist.

Diese vorbereitende Maßnahme ebnete den Weg für ein EU-Programm für zusätzliche Hilfen bei der Förderung der globalen Zusammenarbeit in der audiovisuellen Industrie. Die Europäische Kommission – die ich an dieser Stelle beglückwünschen möchte – nahm dann sehr rasch einen Vorschlag zur Aufstellung des Programms „MEDIA Mundus“ an. Mit einem Budget von 15 Millionen EUR für den Zeitraum 2011-2013 bietet das Programm im audiovisuellen Bereich neue Möglichkeiten für die internationale Zusammenarbeit und Vernetzung – und dieses Konzept der Vernetzung ist von großer Bedeutung – zwischen der Europäischen Union und Drittländern. Die audiovisuellen Medien sind bei der Jugend sehr beliebt. Junge Menschen tragen wesentlich zur Förderung des kulturellen Dialogs bei, und auch hier kommt es darauf an, in diesem Sektor ein neues globales Gleichgewicht herzustellen zwischen den Vereinigten Staaten und anderen hochproduktiven Kontinenten auf der einen und Europa mit seiner rechtmäßig wichtigen Rolle auf der anderen Seite.

Das Programm steht Projekten offen, die auf Partnerschaften von mindestens drei Beteiligten beruhen, wobei jede Partnerschaft von einem EU-Fachkreis koordiniert werden muss. Die Weiterentwicklung des Informationsaustauschs, Fortbildung und profunde Marktkenntnisse, Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und des weltweiten, grenzüberschreitenden Vertriebs audiovisueller Werke, Verbesserung der Verbreitung und der Präsentation audiovisueller Werke in aller Welt und Verstärkung der öffentlichen Nachfrage nach kultureller Vielfalt – all das wird von diesem Programm abgedeckt.

Wir unterstützen den Vorschlag der Europäischen Kommission, damit dieses Programm, über das wir uns alle einig sind, verwirklicht werden kann. Ich bin voller Zuversicht, was diesen Entwurf betrifft. Ich stehe voll und ganz dahinter, weil er auf einer Linie mit meinen Überzeugungen von Respekt ist, von interkulturellem Dialog und von Unterstützung für kreatives Schaffen, Fortbildung und die audiovisuelle Industrie, und ich möchte Frau Hieronymi aufrichtig dafür danken. Ich weiß, dass wir ihr auch noch in der nächsten Wahlperiode dankbar sein werden, nach diesen Richtlinien arbeiten zu können.

 
  
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  Manolis Mavrommatis (PPE-DE).(EL) Herr Präsident, Frau Kommissarin, meine Damen und Herren! Der Vorschlag der Kommission zum Programm MEDIA Mundus wird von allen begrüßt, die daran interessiert sind, dass der europäische audiovisuelle Sektor wächst, dass er stärker und wettbewerbsfähiger wird und in den Rest der Welt exportiert. Die europäische audiovisuelle Industrie hat sich in den letzten Jahren entwickelt und deutlich verbessert, und auch ihr internationales Profil hat sich in den vergangenen 20 Jahren gewandelt, insbesondere aufgrund des technischen Fortschritts. Dies führte zu einer intensiven wirtschaftlichen Entwicklung und Investitionstätigkeit und dementsprechend zu einer erhöhten Nachfrage nach audiovisuellem Material auf manchen Märkten. Leider bestehen jedoch Hemmnisse für die Vermarktung europäischer Werke im Ausland, darunter die unzureichende Finanzierung europäischer audiovisueller Unternehmen.

Durch die Unterstützung des audiovisuellen Sektors durch die Gemeinschaft wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sich für die Zusammenarbeit mit Drittländern und den zuständigen internationalen Organisationen im Kulturbereich einsetzen. Hier spiegelt sich die Bedeutung wider, die der Achtung unterschiedlicher kultureller Dimensionen und somit der Förderung der Vielfalt zukommt – die Vielfalt audiovisueller Werke und die Auswahl der Verbraucher wird schließlich durch den Vertrieb bestimmt. Es gibt nach wie vor wenige europäische audiovisuelle Werke auf dem internationalen Markt, aber audiovisuelle Werke aus Drittländern (ausgenommen aus den USA) können sich auf den europäischen Märkten ebenfalls kaum platzieren. Europäische Verleihfirmen sind üblicherweise klein und haben nur begrenzte Mittel zur Verfügung, um sich Zugang zu internationalen Märkten zu verschaffen. Das neue Programm stellt daher Mittel zur Verfügung, damit Maßnahmen zur Verbesserung des Vertriebs, der Vermarktung und Förderung von europäischen audiovisuellen Werken in Drittländern und, in der Folge, von Werken aus Drittländern in Europa getroffen werden können.

Ich möchte abschließend Frau Hieronymi zu diesem wieder einmal außergewöhnlichen Projekt beglückwünschen und ihr für ihr Privatleben und ihre Zukunft nach ihrer außergewöhnlichen Präsenz im Europäischen Parlament alles Gute wünschen. Darüber hinaus möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um Frau Kommissarin Reding und allen Mitgliedern des Ausschusses für Kultur und Bildung für die ausgezeichnete Zusammenarbeit in dieser fünfjährigen Wahlperiode zu danken.

 
  
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  Iosif Matula (PPE-DE) . – (RO) Der Kulturbereich trägt eindeutig zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele bei, wenn man bedenkt, dass rund 5,8 Millionen Menschen in diesem Sektor beschäftigt sind. Er trägt aber auch zur Erreichung sozialer Ziele bei, und zwar durch die Vermittlung der Werte der Europäischen Union in der ganzen Welt - ganz zu schweigen von der Vergrößerung der Auswahl für die Verbraucher - und durch die Ankurbelung der Wettbewerbsfähigkeit der audiovisuellen Industrie in der EU.

Das Programm ist auch deswegen wichtig, weil es den technischen Entwicklungen in diesem Bereich Rechnung trägt, umso mehr als die Nachfrage nach audiovisuellen Inhalten gegenwärtig ständig steigt. Ich begrüße ein solch kohärentes Programm zur Förderung audiovisueller Werke aus Europa weltweit, gerade in Anbetracht der Zersplitterung des Marktes auf europäischer Ebene im Vergleich zur audiovisuellen Industrie beispielsweise in den Vereinigten Staaten.

Zum Abschluss möchte ich meine Überzeugung darüber äußern, dass der in der Filmindustrie in den Mitgliedstaaten erarbeitete Mehrwert auf diese Weise besser eingesetzt werden kann. Als Beispiel sei hier die Filmindustrie in meinem Land, Rumänien, genannt, das auf europäischer und internationaler Ebene wichtige Preise gewonnen hat und sich so bewähren konnte.

Meine Glückwünsche gehen an die Berichterstatterin, und ich wünsche ihr viel Erfolg für die Zeit nach dem Europäischen Parlament.

 
  
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  Margarita Starkevičiūtė (ALDE).(LT) Meine Damen und Herren! ich war fünf Jahre lang im Ausschuss für Wirtschaft und Währung tätig. Aufgrund der Erfahrungen meines Landes, Litauen, möchte ich betonen, wie wichtig Programme wie die heute thematisierten für die Wirtschaft eines Landes sind, ganz zu schweigen für die Kultur eines kleinen Landes.

Vor einigen Jahren befand sich unsere Filmindustrie an einem Tiefpunkt. Es war die Zusammenarbeit mit Drittländern, die ihr wieder auf die Beine half. Während dieser Zeit gewann die litauische Filmindustrie an Kraft, schuf sich eine wirtschaftliche Grundlage und trägt jetzt wesentlich zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Gleichzeitig entstand dadurch ein guter Nährboden für talentierte Regisseure, und heute erhalten die litauischen Filmregisseure internationale Auszeichnungen, sie sind in Europa und der ganzen Welt bekannt.

Ich möchte daher betonen, dass die Europäische Union sich verstärkt mit der Umsetzung solcher Programme befassen sollte, da diese Ländern und Kulturen ermöglichen, zu gedeihen.

 
  
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  Erna Hennicot-Schoepges (PPE-DE).(FR) Herr Präsident! Ich möchte gleich zu Anfang die Berichterstatterin, Frau Hieronymi, würdigen, die an der Spitze des Ausschusses für Kultur und Bildung all ihre Kompetenz auf diesem Spezialgebiet eingebracht hat. Vielen Dank, Frau Hieronymi, für alles, was Sie getan haben.

Frau Kommissarin, Sie haben ein weiteres Mal ein Projekt mit Erfolg abgeschlossen. Es handelt sich um ein bedeutendes Projekt, aber dieser Bedeutung muss man auch gerecht werden, und bezüglich der Finanzierung entspricht dies sicherlich nicht Ihren Vorstellungen. Es muss deshalb dafür gesorgt werden, dass die Mittel für dieses Programm im nächsten Finanzzeitraum erhöht werden. Filmschaffende reisen viel, und sie müssen alle verfügbaren Möglichkeiten und Freiheiten erhalten, aber gerade in diesem Zusammenhang, nämlich in Bezug auf Visa, soziale Absicherung und Künstlerstatus, stoßen wir allzu oft auf ungelöste Probleme. Es bleibt also noch viel zu tun, um Künstler tatsächlich mobil zu machen.

Abgesehen davon glaube ich, dass der Film das beste Medium ist, um kulturelle Vielfalt zu vermitteln. Wir sollten diesen Sektor, der noch in den Kinderschuhen steckt, daher mit allen Kräften unterstützen. Vielleicht wäre die bestehende Idee eines Garantiefonds der richtige Weg zu einer Aufstockung der Finanzen, die etwas hinter unseren Erwartungen zurückbleiben.

 
  
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  Ewa Tomaszewska (UEN).(PL) Herr Präsident! In Polen werden recht viele Filme aus Drittländern vertrieben. Sie sind nur selten von guter Qualität, dennoch ist es für unsere europäischen Filme viel schwieriger, Märkte und Zuseher in Drittländern zu erreichen. Dabei erscheint es dringend geboten, die Vermittlung unserer Kultur zu unterstützen. Die Förderung europäischer Filme in anderen Ländern ist unerlässlich. Dasselbe gilt für eine bessere Positionierung dieser Filme auf Märkten von Drittländern. Durch eine Aufwertung der Filmindustrie könnte außerdem sichergestellt werden, dass die produzierten Filme von besserer Qualität sind. Auch dies wird ein wichtiger Faktor sein.

Ich denke, dass hier die Synergieeffekte wesentlich sind, die sich aus Mobilität und Zusammenarbeit mit Drittländern ergeben können. Ein wirksamerer Schutz des geistigen Eigentums ist ein wichtiger Punkt, der von dem Programm aufgegriffen wird, auch im Zusammenhang mit einer Unterstützung der Umsetzung der UNESCO-Konvention.

Ich möchte Frau Hieronymi ein herzliches Dankeschön für Ihre Arbeit an diesem Programm aussprechen und dafür, dass sie es geschafft hat, vor dem Ende dieser Wahlperiode fertig zu werden. Wir haben alle zusammen daran gearbeitet, aber ihr Beitrag war der größte. Mein aufrichtiger Dank geht auch an alle Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Bildung, mit denen ich währen dieser Wahlperiode zusammengearbeitet habe.

 
  
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  Viviane Reding, Mitglied der Kommission. – Herr Präsident! Mein Dank geht an alle, die zur Erhaltung unserer kulturellen Vielfalt beigetragen haben, nicht nur in Europa, sondern auch über unsere Grenzen hinweg. Ich möchte Ihnen am Ende dieser Rede einige konkrete Beispiele dafür nennen, wie wir unsere Ziele erreichen können und welche bereits erreicht wurden.

Wir haben 11 Partnerschaften im Bereich der Fortbildung mit Lateinamerika, Indien, Kanada, der Türkei, der Ukraine, Moldawien und Georgien entwickelt, die Filme, Fernsehshows, Zeichentrick- und Dokumentarfilme umfassen. Es besteht zum Beispiel eine Zusammenarbeit im Zeichentrickbereich zwischen der EU, Lateinamerika und Kanada zur Aus- und Fortbildung von Zeichentrickspezialisten. „Prime Exchange“ zum Beispiel ist ein Workshop für Autoren und Produzenten aus Indien und Europa, der ein besseres Verständnis der Finanzierungs- und Vermarktungsmechanismen im Filmbereich vermitteln soll. Und die Förderung des Vertriebs wurde zum Beispiel vom European Producers Club übernommen, der Workshops zum Thema Koproduktion in China und Indien veranstaltet hat.

Dolma hat einen Monat des Dokumentarfilms in Chile veranstaltet, das Projekt „Paris“ zeichnet für Koproduktionen zwischen Japan, Südkorea und Europa verantwortlich, und EuropaCinema hat ein gemeinsames Netzwerk von 230 europäischen Kinos und 148 Kinos in außereuropäischen Ländern zum Austausch von Filmen ins Leben gerufen. Wie Sie sehen, wurde also wirklich etwas getan. Es geht nicht um große Worte, sondern um Taten, darum, Fachleute dabei zu unterstützen, das zu tun, was sie am besten können, und zwar: Filme zu machen, Filme vorzuführen und Filme auf Reisen zu schicken. Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dies zu verwirklichen.

 
  
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  Ruth Hieronymi, Berichterstatterin. − Herr Präsident! Ich bedanke mich für die unterstützende und konstruktive Debatte. Ich bin sicher, mit diesem Elan wird dieses Programm MEDIA Mundus – wie hier zu Recht angesprochen – in den nächsten Jahren nicht nur großen Erfolg haben, sondern auch zusätzliche Unterstützung mobilisieren können.

Wer die fehlende oder unzureichende Ausstrahlung europäischer Kultur in der Welt beklagt – dafür gibt es Gründe –, der muss sich über dieses Programm MEDIA Mundus freuen, der muss mit Begeisterung dafür stimmen, denn das ist ein hervorragendes Beispiel, wie wir unsere kulturelle Botschaft in die Welt bringen können. Deshalb meine herzliche Bitte: Vermitteln Sie das auch verstärkt unseren Regierungen. Eine gemeinsame europäische Förderung von Kultur bedeutet für all unsere Länder und Mitgliedstaaten in der Europäischen Union nicht weniger kulturelle Identität, sondern es stärkt die jeweilige nationale Identität und es bringt unsere europäische Kultur zusammen, so dass wir ein starker Botschafter in der Welt sein können.

In diesem Sinne – herzlichen Dank! All diejenigen, die jetzt noch darüber sprechen möchten, wie wir schon anfangen könnten, lade ich ganz herzlich in die Abgeordneten-Bar ein!

 
  
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  Der Präsident. – Die Aussprache ist geschlossen.

Die Abstimmung findet heute um 12 Uhr statt.

 
Letzte Aktualisierung: 9. September 2009Rechtlicher Hinweis