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Pressemitteilung
 

EU-Parlament fordert aktive Bekämpfung von Alzheimer

Gesundheitswesen - 19-01-2011 - 13:38
Plenartagung
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Das Europäische Parlament hat am Mittwoch einen Bericht verabschiedet, der die EU dazu aufruft, die Zusammenarbeit und Förderung zu verstärken, um Prävention, Diagnose, Behandlung von und Pflege bei Alzheimer und anderen Demenzkrankheiten zu verbessern.

Bei der Debatte über den nicht-gesetzgebenden Bericht merkte die Berichterstatterin Marisa MATIAS (VEL/NGL, Portugal) an: "Die Zahl der Alzheimer-Erkrankungen verdoppelt sich alle 20 Jahre. Dennoch sind Gegenmaßnahmen in der EU zu oft nicht vorhanden oder sehr schwach. Die Lage der Patienten, ihrer Angehörigen und ihrer Pflegekräfte ist in den EU-Mitgliedstaaten sehr unausgewogen. Deswegen ist es enorm wichtig, die Anstrengungen für eine Verbesserung der Frühdiagnose, Prävention, Forschung sowie für geeignete Dienstleistungen im Gesundheitsbereich zu verstärken."
 
Schätzungsweise leiden rund 10 Millionen Europäer an Demenz, die überwiegende Mehrzahl davon an Alzheimer. Frauen sind unverhältnismäßig oft von Demenz betroffen, aber auch unverhältnismäßig häufig in der Betreuung und Pflege von Patienten tätig.
 
Die Europaabgeordneten fordern, dass Demenz zu einer gesundheitspolitischen Priorität der EU erklärt wird. Sie drängen daher die Mitgliedstaaten, spezifische nationale Pläne und Strategien für die Alzheimer-Krankheit aufzustellen. Gegenwärtig verfügen nur sieben EU-Mitgliedstaaten über innerstaatliche Strategien. Solche Strategien gegen die Alzheimer-Krankheit sollten den Folgen von Demenzerkrankungen für die Gesellschaft und das Gesundheitswesen Rechnung tragen sowie Dienstleistungen und Unterstützung für Menschen mit Demenzerkrankungen und ihre Familien bereitstellen.
 
Die Abgeordneten heben positiv hervor, dass die EU bereits 159 Millionen Euro für 34 Projekte zu neurodegenerativen Erkrankungen bereitgestellt hat. Dennoch halten sie es für erforderlich, im Rahmen des künftigen 8. Forschungs-Rahmenprogramms der Fragmentiertheit der Forschung entgegenzuwirken. Sie fordern darüber hinaus die Einführung eines Europäischen Jahres der psychischen Gesundheit, um das Bewusstsein der Thematik zu erhöhen.
 
Der Bericht wurde mit 646 Ja-Stimmen gegen 6 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen angenommen.
 
REF: 20110119IPR11964