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Besserer Schutz vor Chemikalien, die Hormonhaushalt angreifen

Verbraucher / Gesundheitswesen - 12-03-2013 - 09:38
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Das molekulare Modell von Bisphenol A, einem endokrinen Disruptor. Die Chemikalie wird etwa in der Plastikundustrie verwendet

Das molekulare Modell von Bisphenol A

Die Zahl von Erkrankungen durch Hormone hat in den vergangenen 20 Jahren stetig zugenommen. Sogenannte endokrine Disruptoren könnten einer der Gründe sein. Der Bericht, der am Dienstag im Plenum debattiert und über den am Mittwoch abgestimmt wird, fordert niedrigere Grenzwerte für potenziell gefährliche Chemikalien.

Steroide, Pestizide, Dioxine - all diese Giftstoffe beeinflussen das menschliche Hormonsystem, das sogenannte endokrine System. Die Auswirkungen können schwerwiegend sein, regulieren Hormone doch eine Vielzahl von Körperfunktionen wie etwa das Immunsystem. Selbst das Verhalten eines Menschens wird durch Hormone beeinflusst.

In dem Bericht zählt die EU-Abgeordnete Åsa Westlunds (S&D, Sweden) mögliche Folgen von hormonstörenden Stoffen auf, etwa verschlechterte Spermienqualität, der frühere Eintritt in die Pubertät und ein häufigeres Vorkommen von Missbildungen an den Geschlechtsorganen.


Komplexe Wechselwirkungen


Erschwert wird die Situation durch die begrenzten Kenntnisse über das hormonelle System bei Mensch und Tier. Auch sind viele Menschen unterschiedlichsten Chemikalien ausgesetzt, was zu komplexen Wechselwirkungen führen kann.

Gerade angesichts dieser Unsicherheit dürfe nicht gezögert werden, fordert Westlund. "Selbst wenn wir nicht alle Antworten kennen, wissen wir doch genug, um diese Substanzen nach dem Vorsorgeprinzip zu reglementieren", begründet die Berichterstatterin Westlund ihre Forderung nach schärferen Regeln.


Kinder und Jugendliche schützen


Vor allem Kinder, Jugendliche und Schwangere müssten mit raschen Maßnahmen geschützt werden. So sollten Stoff mit hormonstörenden Eigenschaften in Hautpflegemitteln, Textilien und Spielzeugen nur begrenzt eingesetzt werden, fordert Westlund.

Auch für den Bau oder die Einrichtung von Schulen oder Kindergärten müssten höhere Sicherheitsanforderungen gelten. Schließlich sollte auch die Schaffung geeigneter Tests zur Ermittlung hormonstörender Stoffe in geltendem EU-Recht verankert werden.


Verfolgen Sie die Debatte im Live-Stream am Dienstagnachmittag.

 
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