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Mittwoch, 22. April 2009 - Straßburg Endgültige Ausgabe
Kennzeichnung von Reifen in Bezug auf die Kraftstoffeffizienz ***I
P6_TA(2009)0248A6-0218/2009
Entschließung
 Konsolidierter Text
 Anlage
 Anlage
 Anlage
 Anlage

Legislative Entschließung des Europäischen Parlaments vom 22. April 2009 zu dem Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Kennzeichnung von Reifen in Bezug auf die Kraftstoffeffizienz und andere wesentliche Parameter (KOM(2008)0779 – C6-0411/2008 – 2008/0221(COD))

(Verfahren der Mitentscheidung: erste Lesung)

Das Europäische Parlament ,

–   in Kenntnis des Vorschlags der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat (KOM(2008)0779),

–   gestützt auf Artikel 251 Absatz 2 und Artikel 95 des EG-Vertrags, auf deren Grundlage ihm der Vorschlag der Kommission unterbreitet wurde (C6-0411/2008),

–   gestützt auf Artikel 51 seiner Geschäftsordnung,

–   in Kenntnis des Berichts des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie und der Stellungnahme des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (A6-0218/2009),

1.   billigt den Vorschlag der Kommission in der geänderten Fassung;

2.   fordert die Kommission auf, es erneut zu befassen, falls sie beabsichtigt, diesen Vorschlag entscheidend zu ändern oder durch einen anderen Text zu ersetzen;

3.   beauftragt seinen Präsidenten, den Standpunkt des Parlaments dem Rat und der Kommission zu übermitteln.


Standpunkt des Europäischen Parlaments festgelegt in erster Lesung am 22. April 2009 im Hinblick auf den Erlass der Verordnung (EG) Nr. .../2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Kennzeichnung von Reifen in Bezug auf die Kraftstoffeffizienz und andere wesentliche Parameter
P6_TC1-COD(2008)0221

(Text von Bedeutung für den EWR)

DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION –

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 95,

auf Vorschlag der Kommission ║,

nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses(1) ,

nach Stellungnahme des Ausschusses der Regionen(2) ,

gemäß dem Verfahren des Artikels 251 des Vertrags (3) ,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1)  Wie in der Mitteilung der Kommission vom 8. Juli 2008 zur Ökologisierung des Verkehrs(4) hervorgehoben wurde, ist nachhaltige Mobilität angesichts des Klimawandels und der Notwendigkeit zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit Europas für die Gemeinschaft eine große Herausforderung.

(2)  In der Mitteilung der Kommission vom 19. Oktober 2006 mit dem Titel "Aktionsplan für Energieeffizienz: Das Potenzial ausschöpfen"(5) wurde aufgezeigt, dass der Gesamtenergieverbrauch durch eine Reihe gezielter Maßnahmen, darunter die Kennzeichnung von Reifen, bis zum Jahr 2020 um 20 % gesenkt werden kann.

(3)   20 % bis 30 % des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen entfallen – vorwiegend aufgrund des Rollwiderstands – auf die Reifen. Eine Verringerung des Rollwiderstands von Reifen kann daher einen erheblichen Beitrag zur Energieeffizienz im Straßenverkehr und damit zur Verringerung der Schadstoffemissionen beigetragen.

(4)  Für Reifen sind eine Reihe von Parametern charakteristisch, die in Wechselbeziehung zueinander stehen. Verbesserungen in Bezug auf einen Parameter, etwa den Rollwiderstand, können sich nachteilig auf andere Parameter wie die Nasshaftung auswirken, während die Verbesserung der Nasshaftung wiederum höhere Rollgeräuschemissionen zur Folge haben kann. Reifenhersteller sollten zur Optimierung sämtlicher Parameter angehalten werden, ohne dass hierdurch die bereits erreichten Sicherheitsstandards unterschritten werden .

(5)  Kraftstoffeffiziente Reifen sind kosteneffizient, weil die Kraftstoffeinsparungen den aus höheren Herstellungskosten resultierenden Unterschied im Anschaffungspreis mehr als aufwiegen.

(6)  In der ║ Verordnung (EG) Nr. …/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge hinsichtlich ihrer allgemeinen Sicherheit(6) werden Mindestanforderungen an die Rollwiderstandseigenschaften von Reifen festgelegt. Die durch den Rollwiderstand von Reifen bedingten Energieverluste können durch technologische Entwicklungen weit über das durch diese Mindestanforderungen erreichte Maß hinaus reduziert werden. Zur Verringerung der Umweltauswirkungen des Straßenverkehrs ist es deshalb zweckmäßig, Vorschriften zu erlassen, die durch Bereitstellung harmonisierter Informationen zu diesem Parameter darauf hinwirken, die Endnutzer zum Kauf kraftstoffeffizienterer Reifen zu bewegen.

(7)  Um den Rollwiderstand besser zu verstehen und ins Bewusstsein zu rücken, wäre ein Kraftstoffeinsparungsrechner, wie er bereits für Reifen der Klasse C3 besteht, ein geeignetes Mittel zur Darstellung der potenziellen Einsparungen in Bezug auf Kraftstoff, Kosten und CO 2 .

(8)  Verkehrslärm ist eine erhebliche Umweltbelastung mit gesundheitsschädigender Wirkung. In der ║ Verordnung (EG) Nr. …/2009 [über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge ] werden Mindestanforderungen an das externe Rollgeräusch von Reifen festgelegt. Das externe Rollgeräusch kann durch technologische Entwicklungen weit über das durch diese Mindestanforderungen erreichte Maß hinaus reduziert werden. Zur Verringerung des Verkehrslärms ist es deshalb zweckmäßig, Vorschriften zu erlassen, die durch Bereitstellung harmonisierter Informationen zu diesem Parameter darauf hinwirken, die Endnutzer zum Kauf von Reifen mit geringen externen Rollgeräuschemissionen zu bewegen.

(9)  Die Bereitstellung harmonisierter Informationen zum externen Rollgeräusch von Reifen würden auch die Durchführung von Maßnahmen zur Bekämpfung des Verkehrslärms fördern und im Sinne der Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm(7) einen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Anteil von Reifen am Verkehrslärm leisten.

(10)  In der ║ Verordnung (EG) Nr. …/2009 [über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge ] werden Mindestanforderungen an die Nasshaftungseigenschaften von Reifen festgelegt. Die Nasshaftung kann durch technologische Entwicklungen weit über das durch diese Mindestanforderungen erreichte Maß hinaus verbessert werden, wodurch sich der Bremsweg bei Nässe verkürzt. Zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr ist es deshalb zweckmäßig, Vorschriften zu erlassen, die durch Bereitstellung harmonisierter Informationen zu diesem Parameter darauf hinwirken, die Endnutzer zum Kauf von Reifen mit besseren Nasshaftungseigenschaften zu bewegen.

(11)   Andere Reifenparameter wie Aquaplaning oder Kurvenverhalten berühren ebenfalls die Verkehrssicherheit. Derzeit bestehen allerdings noch keine harmonisierten Testmethoden für diese Parameter. Deshalb sollte die Möglichkeit vorgesehen werden, erforderlichenfalls später Vorschriften in Bezug auf harmonisierte Verbraucherinformationen zu diesen Reifenparametern zu erlassen.

(12)  Winterreifen und nordische Winterreifen haben spezifische Parameter, die nicht ganz mit denen von Normalreifen vergleichbar sind. Um sicherzustellen, dass Endbenutzer in Kenntnis der Sachlage angemessene Entscheidungen treffen können, sollten die Parameter dieser Reifen so angegeben werden, dass die Reifen ebenso wie Normalreifen behandelt werden.

(13)  Die Bereitstellung von Informationen zu Reifenparametern in Form einer Standardkennzeichnung wird wahrscheinlich die Kaufentscheidungen der Endnutzer zu Gunsten von Reifen beeinflussen, die sicherer, geräuschärmer und kraftstoffeffizienter sind. Dies wiederum dürfte für die Reifenhersteller ein Anreiz sein, die betreffenden Reifenparameter zu optimieren, was den Weg zu nachhaltigeren Verbrauchs- und Produktionsmustern ebnen würde.

(14)  Die Reifenhersteller, -lieferanten und -händler sollten dazu angehalten werden, die Bestimmungen dieser Verordnung vor dem Jahr 2012 einzuhalten, damit die Kennzeichnung schneller bekannt wird und der mit ihr verbundene Nutzen rascher zum Tragen kommt.

(15)  Eine Vielfalt von nationalen Regeln für die Reifenkennzeichnung würde den innergemeinschaftlichen Handel behindern und den Reifenherstellern höheren Verwaltungsaufwand und höhere Prüfkosten verursachen.

(16)  Als Reifenersatz verkaufte Reifen machen 78 % des Reifenmarktes aus. Deshalb ist es angebracht, die Endnutzer über die Parameter sowohl von Reifenersatz als auch der Originalbereifung neuer Fahrzeuge zu informieren.

(17)   Die Verbraucher, darunter Fuhrparkmanager und Transportunternehmen, können die Parameter unterschiedlicher Reifenmarken in Ermangelung einer Kennzeichnung und einer harmonisierten Prüfregelung nicht ohne Weiteres vergleichen und benötigen mehr Informationen zur Kraftstoffeffizienz und anderen Reifenparametern. Daher ist es angemessen, Reifen der Klassen C1, C2 und C3 in den Geltungsbereich der Verordnung einzubeziehen.

(18)  Die Energieeffizienzkennzeichnung, wonach Haushaltsgeräte gemäß der Richtlinie 1992 /75/EG des Rates vom 22. September 1992 über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch Haushaltsgeräte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen(8) auf einer Skala von "A" bis "G" eingestuft werden, ist den Verbrauchern gut bekannt und hat sich bei der Förderung effizienterer Geräte bewährt. Die Kennzeichnung der Kraftstoffeffizienz von Reifen sollte der gleichen Konzeption folgen.

(19)  Eine in den Verkaufsstellen und in technischem Werbematerial sichtbare Kennzeichnung von Reifen würde gewährleisten, dass sowohl Händler als auch potentielle Endnutzer einheitliche Informationen zur Kraftstoffeffizienz, zu den Nasshaftungseigenschaften und zum externen Rollgeräusch von Reifen erhalten.

(20)  Manche Endnutzer treffen ihre Wahl bereits vor der Ankunft in der Verkaufsstelle oder kaufen Reifen im Versandhandel. Um zu gewährleisten, dass auch diese Endnutzer ihre Kaufentscheidung sachkundig auf der Grundlage einheitlicher Informationen zur Kraftstoffeffizienz, zu den Nasshaftungseigenschaften und zum externen Rollgeräusch von Reifen treffen können, sollten die Kennzeichnungen auf jeglichem technischen Werbematerial erscheinen, auch wenn dieses im Internet veröffentlicht wird.

(21)  Potenzielle Käufer sollten ergänzende standardisierte Informationen zur Erläuterung jeder einzelnen Angabe auf der Kennzeichnung und ihrer Relevanz bekommen, d. h. für Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Geräuschemissionen, einschließlich eines Kraftstoffeinsparungsrechners, anhand deren die durchschnittlichen Einsparungen in Bezug auf Kraftstoff, CO 2 -Ausstoß und Kosten aufgezeigt werden können. Diese Informationen sollten auf der EU-Website für Reifenkennzeichnung sowie in allen Verkaufstellen auf erläuternden Faltblättern und Plakaten erhältlich sein. Die Adresse der Website sollte deutlich auf der Kennzeichnung und in allen technischen Werbematerialien angegeben sein.

(22)  Informationen sollten gemäß den harmonisierten Prüfmethoden bereitgestellt werden, die in der ║Verordnung (EG) Nr. …/2009 [über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge ] festgelegt sind, um den Endnutzern einen Vergleich verschiedener Reifen zu ermöglichen und die den Herstellern bei den Prüfungen entstehenden Kosten zu begrenzen.

(23)  Um der Aufgabe der Verringerung der CO 2 -Emissionen des Straßenverkehrs gerecht zu werden, sollten die Mitgliedstaaten Anreize zu Gunsten kraftstoffeffizienter Reifen setzen. ▌ Diese Anreize müssen im Einklang mit den Artikeln 87 und 88 des Vertrags stehen. Damit es nicht zu einer Fragmentierung des Binnenmarktes kommt, sollten Mindestkraftstoffeffizienzklassen festgelegt werden.

(24)   Die Hersteller, Lieferanten und Händler müssen die Vorschriften zur Kennzeichnung einhalten, ║ damit deren Ziele erreicht werden können und gleiche Voraussetzungen in der Gemeinschaft geschaffen werden . Deshalb sollten die Mitgliedstaaten effiziente Maßnahmen, u.a. Marktaufsicht, regelmäßige nachträgliche Kontrollen und wirksame Sanktionen festlegen, die ausreichen, um die Durchsetzung dieser Verordnung sicherzustellen .

(25)  Die Mitgliedstaaten sollten bei der Umsetzung der einschlägigen Bestimmungen dieser Verordnung nach Möglichkeit auf Maßnahmen verzichten, mit denen den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ungerechtfertigte, bürokratische und schwerfällige Arbeitsgänge aufgebürdet werden, und so weit wie möglich die speziellen Bedürfnisse sowie die begrenzten finanziellen und administrativen Kapazitäten von KMU berücksichtigen.

(26)  Um die Durchführung dieser Verordnung ordnungsgemäß bewerten zu können, sollte eine Überprüfung vorgenommen werden, die Aufschluss darüber gibt, ob Änderungen notwendig sind. Diese Überprüfung sollte insbesondere darauf konzentriert sein, inwieweit die Verbraucher die Kennzeichnung einschließlich des Geräuschparameters verstehen und inwieweit Anpassungen an den technologischen Wandel vorgenommen werden müssen.

(27)   Die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen sollten gemäß dem Beschluss 1999/468/EG des Rates vom 28. Juni 1999 zur Festlegung der Modalitäten für die Ausübung der der Kommission übertragenen Durchführungsbefugnisse(9) beschlossen werden.

(28)  Insbesondere sollte der Kommission die Befugnis erhalten , Anforderungen in Bezug auf die Klassifizierung von Reifen der Klassen C2 und C3 hinsichtlich ihrer Nasshaftungseigenschaften sowie Anforderungen an andere wesentliche Reifenparameter als Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch festzulegen und die Anhänge an den technischen Fortschritt anzupassen. Da es sich hierbei um Maßnahmen von allgemeiner Tragweite handelt, die eine Änderung nicht wesentlicher Bestimmungen dieser Verordnung durch Ergänzung um neue nicht wesentliche Bestimmungen bewirken, sind diese Maßnahmen nach dem Regelungsverfahren mit Kontrolle des Artikels 5a des Beschlusses 1999/468/EG zu erlassen ║ –

HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:

Artikel 1

Ziel und Gegenstand

Ziel dieser Verordnung ist die Steigerung der Sicherheit und der wirtschaftlichen und ökologischen Effizienz im Straßenverkehr durch die Förderung kraftstoffeffizienter, zuverlässiger und geräuscharmer Reifen.

Mit dieser Verordnung wird ein Rahmen für die Bereitstellung von vereinheitlichten Informationen zu Reifenparametern durch ein Kennzeichnungssystem geschaffen, wodurch die Konsumenten in die Lage versetzt werden, beim Kauf von Reifen Entscheidungen in Kenntnis der Sachlage zu treffen .

Artikel 2

Geltungsbereich

1.  Diese Verordnung gilt für Reifen der Klassen C1, C2 und C3.

2.  Abweichend von Absatz 1 gilt diese Verordnung nicht für

   a) runderneuerte Reifen,
   b) Geländereifen für den gewerblichen Einsatz,
   c) Reifen, die ausschließlich für die Montage an Fahrzeugen ausgelegt sind, deren Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 erfolgte,
   d) Notreifen des Typs T,
   e) Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit von weniger als 80 km/h,
   f) Reifen für Felgen mit einem Nenndurchmesser ≤ 254 mm oder ≥ 635 mm,
   g) Reifen mit Zusatzeinrichtungen zur Verbesserung der Traktion, z. B. Spikereifen.

Artikel 3

Begriffsbestimmungen

Für diese Verordnung gelten folgende Begriffsbestimmungen:

   (1) "Reifen der Klassen C1, C2 und C3": die in Artikel 8 der ║ Verordnung (EG) Nr. …/2009 [über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge ] definierten Reifen.
   (2) "Notreifen des Typs T": ein Notreifen, der für den Betrieb mit höheren Drücken als den für Standardreifen und verstärkte Reifen festgelegten Drücken ausgelegt ist;
   (3) "Winterreifen" ein Reifen, dessen Laufflächenprofil, Laufflächenmischung oder Aufbau in erster Linie darauf ausgelegt ist, gegenüber einem Normalreifen bessere Fahr- und Traktionseigenschaften auf Schnee zu erzielen.
   (4) "Verkaufsstelle": ein Ort, an dem Reifen ausgestellt ▌ oder zum Kauf angeboten werden; dies schließt die Räumlichkeiten von Fahrzeughändlern ein, in denen unmontierte Reifen ausgestellt werden.
   (5) "technische Werbeschriften ": ║ an die Endnutzer oder Händler gerichtete technische Handbücher, Broschüren, Faltblätter und Kataloge in gedruckter oder elektronischer Form oder als Veröffentlichung im Internet (aber mit Ausnahme von Medienwerbung) zur Werbung für Reifen oder Fahrzeuge, in denen die spezifischen Parameter eines Reifens beschrieben werden. ▌
   (6) "technische Unterlagen": Informationen zu Reifen wie Hersteller und Marke, Beschreibung des Reifentyps oder der zur Angabe der Kraftstoffeffizienzklasse ermittelten Reifengruppe, Nasshaftungsklasse und Messwert für das externe Rollgeräusch, Prüfberichte und Prüfgenauigkeit.
   (7) "Kraftstoffeinsparungsrechner": eine auf Websites für die Reifenkennzeichnung abrufbare Funktion zur Darstellung potenzieller durchschnittlicher Einsparungen bei Kraftstoff, CO 2 -Emissionen und Kosten für Reifen der Klassen C1, C2 und C3.
   (8) "EU-Website für die Reifenkennzeichnung": eine von der Kommission unterhaltene zentrale Internet-Adresse, von der erläuternde und ergänzende Informationen über alle Angaben auf dem Reifenkennzeichen online abgerufen werden können und die auch einen Kraftstoffeinsparungsrechner bereithält.
   (9) "Hersteller": jede natürliche oder juristische Person, die ein Produkt herstellt bzw. entwickeln oder herstellen lässt und dieses Produkt unter ihrem eigenen Namen oder ihrer eigenen Marke vermarktet.
   (10) "Importeur": jede in der Gemeinschaft ansässige natürliche oder juristische Person, die ein Produkt aus einem Drittstaat auf dem Gemeinschaftsmarkt in Verkehr bringt.
   (11) "Lieferant": der Hersteller oder dessen zugelassener Vertreter in der Gemeinschaft oder der Importeur.
   (12) "Händler": jede natürliche oder juristische Person in der Lieferkette, die einen Reifen auf dem Markt bereitstellt, mit Ausnahme des Lieferanten oder des Importeurs.
   (13) "Bereitstellung auf dem Markt": jede entgeltliche oder unentgeltliche Abgabe eines Produkts zum Vertrieb oder zur Verwendung auf dem Gemeinschaftsmarkt im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit.
   (14) "Endnutzer": ein Verbraucher; dies schließt Fuhrparkmanager oder Kraftverkehrsunternehmen ein, die Reifen kaufen oder kaufen sollen.
   (15) "wesentlicher Parameter": ein Reifenparameter wie Rollwiderstand, Nasshaftung oder externes Rollgeräusch, der bei der Nutzung erhebliche Umwelt-, Verkehrssicherheits- oder Gesundheitsauswirkungen hat.

Artikel 4

Zuständigkeit der Kommission

(1)  Die Kommission richtet spätestens bis September 2010 eine EU-Website zur Kennzeichnung von Reifen ein und betreibt diese als Referenzquelle für erläuternde Informationen über alle Angaben auf dem Kennzeichen.

(2)  Diese Website umfasst folgende Angaben:

   a) eine Erläuterung der Piktogramme auf dem Kennzeichen;
   b) eine Funktion, mit der sich die potenziellen Einsparungen in Bezug auf Kraftstoff, Geld und CO 2 berechnen lassen, wenn für die Klassen C1, C2 und C3 Reifen mit geringem Rollwiderstand montiert werden;
  c) ein Hinweis darauf, dass die tatsächlichen Kraftstoffeinsparungen und die Verkehrssicherheit in hohem Maße vom Verhalten des Fahrzeugführers abhängen, und zwar insbesondere von Folgendem:
   i) einer wirtschaftlichen Fahrweise, durch die der Kraftstoffverbrauch erheblich reduziert werden kann;
   ii) dem Reifendruck, der zur Verbesserung der Nasshaftungseigenschaften und der Kraftstoffeffizienz regelmäßig geprüft werden sollte;
   iii) einem dem Anhalteweg entsprechenden Sicherheitsabstand, der stets genau eingehalten werden sollte.

Artikel 5

Verantwortlichkeiten von Reifenlieferanten

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass Reifenlieferanten die folgenden Vorschriften einhalten:

   (1) Die Lieferanten gewährleisten, dass die an Händler oder Endnutzer gelieferten Reifen der Klassen C1 und C2 nach Maßgabe von Anhang I Teile A, B bzw. C durch eine in beliebiger Weise angebrachte Kennzeichnung oder einen Aufkleber auf der Lauffläche ▌ mit einer Kennzeichnung der Kraftstoffeffizienz - und der Nasshaftungsklasse und des Messwerts für das externe Rollgeräusch versehen werden.
   (2) Das Format des Aufklebers und der Kennzeichnung nach Nummer  1 muss den Vorgaben in Anhang II entsprechen.
   (3) Die Lieferanten geben die Kraftstoffeffizienzklasse, die Nasshaftungsklasse und den Messwert für das externe Rollgeräusch in technischem Werbematerial gemäß Anhang I in der in Anhang III genannten Reihenfolge an. Bei Reifen der Klassen C2 und C3 wird auch der Messwert für den Rollwiderstandsbeiwert angegeben.
   (4) Die Lieferanten halten technische Unterlagen für die Behörden der Mitgliedstaaten auf Antrag über eine Zeitspanne von fünf Jahren nach der Bereitstellung des letzten Reifens eines bestimmten Reifentyps auf dem Markt bereit. Die technischen Unterlagen müssen ausreichend detailliert sein, um den Behörden eine Überprüfung der Richtigkeit der Angaben zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externem Rollgeräusch auf der Kennzeichnung zu erlauben.
   (5) Die Lieferanten stellen den bei der Typgenehmigungsprüfung gemessenen Rollwiderstandsbeiwert (ausgedrückt in kg/t), den Nasshaftungskennwert (ausgedrückt als Performance-Index G im Vergleich zu einem Standardreferenzreifen) und die Geräuschemissionen (in dB) in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zur Verfügung.

Artikel 6

Verantwortlichkeiten von Reifenhändlern

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass Reifenhändler die folgenden Vorschriften einhalten:

   (1) Die Händler gewährleisten, dass der von den Lieferanten gemäß Artikel 5 Nummer  1 bereitgestellte Aufkleber bzw. die Kennzeichnung oder eine ausführlichere erläuternde Version der Kennzeichnung, wie sie in Anhang II Teil 3 festgelegt ist, verfügbar und entweder auf den Reifen oder in deren unmittelbarer Nähe in der Verkaufsstelle deutlich sichtbar angebracht ist .
   (2) Falls zum Kauf angebotene Reifen für den Endnutzer nicht sichtbar sind, stellen Händler für die Endnutzer Unterlagen zur Kraftstoffeffizienzklasse , zur Nasshaftungsklasse und zum Messwert für das externe Rollgeräusch der betreffenden Reifen bereit.
   (3) Bei Reifen der Klassen C1, C2 und C3 stellen die Lieferanten auf oder zusammen mit den Rechnungen, die sie Endnutzern beim Reifenkauf ausstellen, eine erläuternde Version der Kennzeichnung gemäß Anhang II Teil 3 oder Teil 4 zur Verfügung, in der nach Maßgabe von Anhang I Teil A bzw. B bzw. C die Kraftstoffeffizienzklasse, die Nasshaftungsklasse und der Messwert für das externe Rollgeräusch ║ anzugeben sind .

Artikel 7

Verantwortlichkeiten von Kraftfahrzeuglieferanten und -händlern

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass Kraftfahrzeuglieferanten und –händler die folgenden Vorschriften einhalten:

   (1) Kraftfahrzeuglieferanten und –händler stellen Angaben zur Bereifung von Neufahrzeugen bereit . Diese Angaben umfassen in der in Anhang III genannten Reihenfolge die Kraftstoffeffizienzklasse gemäß Anhang I Teil A, den Messwert für das externe Rollgeräusch gemäß Anhang I Teil C sowie für Reifen der Klasse C1 die Nasshaftungsklasse gemäß Anhang I Teil B. Diese Angaben werden mindestens in das elektronisch verfügbare technische Werbematerial aufgenommen und den Endnutzern vor dem Verkauf des Kraftfahrzeugs zur Verfügung gestellt.
   (2) Können auf ein Neufahrzeug unterschiedliche Reifentypen montiert werden, ohne dass den Endnutzern diesbezüglich eine Wahl angeboten wird, so sind bei den unter Nummer 1 genannten Angaben die niedrigste Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklasse sowie der höchste Messwert für das externe Rollgeräusch der betreffenden Reifentypen aufzuführen.
  (3) Wird den Endnutzern bei der Bereifung eines Neufahrzeugs die Wahl zwischen unterschiedlichen Reifentypen angeboten, so finden die nachstehenden Buchstaben a und b Anwendung:
   a) Wird den Endnutzern die Wahl zwischen unterschiedlichen Reifen-/Felgen-größen, jedoch nicht zwischen anderen Parametern des Reifentyps angeboten, so sind bei den in Nummer 1 genanten Angaben für jede Reifen-/Felgengröße die niedrigste Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklasse sowie der höchste Messwert für das externe Rollgeräusch aller Reifentypen dieser Reifen-/Felgengröße anzuführen.
   b) Außer in den in Buchstabe a beschriebenen Fällen sind bei den unter Nummer 1 genannten Angaben die Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklasse sowie der Messwert für das externe Rollgeräusch aller Reifentypen aufzuführen, unter denen der Endnutzer wählen kann.

Artikel 8

Harmonisierte Prüfmethoden

Die gemäß den Artikeln 5, 6 und 7 erforderlichen Informationen zur Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklasse sowie zum Messwert für das externe Rollgeräusch sind nach den in Anhang I genannten harmonisierten Prüfmethoden zu ermitteln. Mit den harmonisierten Prüfungen wird den Endnutzern eine zuverlässige und uneingeschränkt repräsentative Klassifizierung der geprüften Eigenschaften zur Verfügung gestellt.

Artikel 9

Prüfverfahren

(1)  Die Mitgliedstaaten prüfen die Konformität der angegebenen Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklassen im Sinne von Anhang I Teil A und B und den angegebenen Messwert für das externe Rollgeräusch im Sinne von Anhang I Teil C nach dem in Anhang IV festgelegten Verfahren.

(2)  Von diesen Prüfungen bleiben die EU-Typgenehmigungen für Fahrzeuge oder Reifen unberührt, die gemäß der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. September 2007 zur Schaffung eines Rahmens für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge (10) oder gemäß der Richtlinie (EG) Nr. .../2009 [über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeuganhängern und von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge] erteilt wurden. Bei der Bewertung der Konformität nehmen die Mitgliedstaaten gegebenenfalls auch Bezug auf die Unterlagen zur Reifentypgenehmigung und auf sonstige einschlägige Unterlagen, die vom Lieferanten vorgelegt wurden.

(3)  Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass die zuständigen Behörden ein System routinemäßiger und außerplanmäßiger Kontrollen der Verkaufsstellen einführen, um zu gewährleisten, dass die Anforderungen dieser Verordnung eingehalten werden.

Artikel 10

Binnenmarkt

1.  Die Mitgliedstaaten dürfen die Bereitstellung von Reifen auf dem Markt aufgrund von unter diese Verordnung fallenden Produktinformationen weder untersagen noch beschränken, wenn die Bestimmungen der vorliegenden Verordnung eingehalten werden.

2.  Bis zum Beweis des Gegenteils gehen die Mitgliedstaaten davon aus, dass Kennzeichnungen und Produktinformationen mit den Bestimmungen der vorliegenden Verordnung übereinstimmen. Sie können von den Lieferanten die Bereitstellung technischer Unterlagen gemäß Artikel 4 Nummer 5 verlangen, um die Richtigkeit der angegebenen Werte zu prüfen.

Artikel 11

Anreize

Die Mitgliedstaaten geben keine Anreize für die Verwendung von Reifen, die hinsichtlich der Kraftstoffeffizienz oder der Nasshaftung unterhalb der Klasse  C im Sinne von Anhang I Teil A, bzw. B liegen .

Artikel 12

Änderung und Anpassung an den technischen Fortschritt

Die folgenden Maßnahmen zur Änderung nicht wesentlicher Bestimmungen dieser Verordnung , auch durch Ergänzung, werden nach dem in Artikel 14 Absatz 2 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle erlassen:

   (1) Einführung von Anforderungen in Bezug auf die Klassifizierung von Reifen der Klassen C2 und C3 hinsichtlich ihrer Nasshaftungseigenschaften, falls geeignete harmonisierte Prüfmethoden verfügbar sind;
   (2) Einführung von Anforderungen in Bezug auf Winterreifen oder nordische Winterreifen;
   ▌(3) Anpassung der Anhänge I bis IV an den technischen Fortschritt.

Artikel 13

Durchsetzung und Sanktionen

1.  Zur kohärenten Durchführung dieser Verordnung stellen die Mitgliedstaaten durch ständigen Informationsaustausch eine enge Zusammenarbeit bei der Marktüberwachung sicher . Die Mitgliedstaaten ergreifen angemessene Maßnahmen zur regelmäßigen nachträglichen Kontrolle, um sicherzustellen, dass nicht vorschriftsmäßig gekennzeichnete Reifen mit den Vorschriften in Übereinstimmung gebracht oder aus dem Verkehr gezogen werden .

2.  Die Mitgliedstaaten treffen Maßnahmen zur Einführung von Sanktionen bei Verstößen gegen diese Verordnung, einschließlich Regeln für Sanktionen bei Verstößen gegen Vorschriften, die in Anwendung dieser Verordnung erlassen wurden, und gegen Bestimmungen, die die Durchführung dieser Vorschriften sicherstellen.

3.  Diese Maßnahmen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein.

4.  Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission diese Maßnahmen sowie spätere diesbezügliche Änderungen unverzüglich mit.

Artikel 14

Ausschuss

1.  Die Kommission wird von einem Ausschuss unterstützt.

2.  Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gelten Artikel 5a Absätze 1 bis 4 und Artikel 7 des Beschlusses 1999/468/EG unter Beachtung von dessen Artikel 8.

Artikel 15

Überprüfung

1.   Spätestens drei Jahre nach dem Zeitpunkt des Beginns der Anwendung dieser Verordnung überprüft die Kommission die Anwendung dieser Verordnung unter anderem im Hinblick auf

   a) die Wirksamkeit der Kennzeichnung in Bezug auf die Sensibilisierung der Verbraucher;
   b) die Zweckmäßigkeit der Ausweitung der Kennzeichnungsregelung auf runderneuerte Reifen;
   c) die Zweckmäßigkeit der Einführung neuer Reifenparameter oder -klassen;
   d) die Informationen zu Reifenparametern, die den Endnutzern von den Kraftfahrzeuglieferanten und -händlern zur Verfügung gestellt werden.

2.  Auf der Grundlage dieser Überprüfung sowie nach einer Folgenabschätzung und einer Verbraucherumfrage legt die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht vor, dem gegebenenfalls ein Vorschlag zur Änderung dieser Verordnung beigefügt ist.

Artikel 16

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Sie gilt ab dem 1. November 2012.

Artikel 5 und 6 finden jedoch keine Anwendung auf Reifen, die vor dem 1. Juli 2012 hergestellt wurden.

Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Geschehen zu ║

Im Namen des Europäischen Parlaments Im Namen des Rates

Der Präsident Der Präsident

(1) Stellungnahme vom 25. März 2009 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).
(2) ABl. C ...
(3) Standpunkt des Europäischen Parlaments vom 22. April 2009.
(4) KOM(2008)0433 .
(5) KOM(2006)0545 .
(6) ║ ABl. L  ...
(7) ABl. L 189 vom 18.7.2002, S. 12.
(8) ABl. L 297 vom 13.10.1992, S. 16.
(9) ABl. L 184 vom 17.7.1999, S. 23.
(10) ABl. L 263 vom 9.10.2007, S. 1.


Anhang I

Abstufung von Reifenparametern

Teil A: Kraftstoffeffizienzklassen

Die Kraftstoffeffizienzklasse ist auf der Grundlage des Rollwiderstandsbeiwerts (CR ) nach der unten aufgeführten Skala von A bis G zu ermitteln und gemäß der ║UN/ECE-Regelung zu messen.

Reifen der Klasse C1

Reifen der Klasse C2

Reifen der Klasse C3

CR in kg/t

Kraftstoffeffizienzklasse

CR in kg/t

Kraftstoffeffizienzklasse

CR in kg/t

Kraftstoffeffizienzklasse

CR ≤6,5

A

CR ≤5,5

A

CR ≤4,0

A

6,6≤CR ≤7,7

B

5,6≤CR ≤6,7

B

4,1≤CR ≤5,0

B

7,8≤CR ≤9,0

C

6,8≤CR ≤8,0

C

5,1≤CR ≤6,0

C

D

D

6,1≤CR ≤7,0

D

9,1≤CR ≤10,5

E

8,1≤CR≤ 9,2

E

7,1≤CR ≤8,0

E

10,6≤CR ≤12,0

F

9,3≤CR ≤10,5

F

CR ≥8,1

F

CR ≥12,1

G

CR ≥10,6

G

G

Teil B: Nasshaftungsklassen

Die Nasshaftungsklassen von Reifen der Klasse C1 sind auf der Grundlage des in der nachfolgenden Skala von A bis G angegebenen Nasshaftungskennwerts (G ) zu ermitteln, der gemäß der Regelung Nr. 117 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) "Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Reifen hinsichtlich der Rollgeräuschemissionen und der Haftung auf nassen Oberflächen"(1) zu messen ist.

G

Nasshaftungsklassen

155≤G

A

140≤G ≤154

B

125≤G ≤139

C

D

110≤G ≤124

E

G ≤109

F

G

Teil C: Externes Rollgeräusch

Der Messwert für das externe Rollgeräusch ist in Dezibel anzugeben und gemäß der Regelung Nr. 117 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE/ECE) "Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Reifen hinsichtlich der Rollgeräuschemissionen und der Haftung auf nassen Oberflächen" zu ermitteln.

Teil D: Piktogramm "geräuscharm"

Bei geräuscharmen Reifen, die gemäß der folgenden Klassifizierung definiert sind, wird die Kennzeichnung des in dB gemessenen Messwerts für das externe Rollgeräusch durch das Piktogramm "geräuscharm" ergänzt:

Klassen für das externe Rollgeräusch (in dB(A))

C1

C2

C3

Piktogramm "geräuscharm"*

≤68

≤69

≤70

* Piktogramm "geräuscharm" :

p0000001.fig

(1) ABl. L 231 vom 29.8.2008, S. 19.


Anhang II

Format der Kennzeichnung

Der in Artikel 5 Absatz 1 und Artikel 6 Absatz 1 erwähnte Aufkleber besteht aus zwei Teilen: 1. ein Kennzeichen im nachfolgend abgebildeten Format und 2. ein Feld, in dem der Name des Lieferanten und die Reifenlinie, die Reifendimension, die Tragfähigkeitskennzahl, die Geschwindigkeitskategorie sowie sonstige technische Spezifikationen angegeben sind (nachstehend "Markenfeld").

1.   Gestaltung des Kennzeichens

1.1.  Das auf einen Aufkleber gemäß Artikel 5 Absatz 1 und Artikel 6 Absatz 1 aufgedruckte Kennzeichen muss folgender Abbildung entsprechen:

p0000003.fig

1.2.  Die Gestaltung der Kennzeichnung wird um das folgende Element erweitert:

die Internet-Adresse der EU-Website für die Reifenkennzeichnung in großer Schrift am unteren Ende der Kennzeichnung,

1.3.  Spezifikationen für das Kennzeichen:

p0000005.fig

1.4.  Das Kennzeichen muss mindestens 75 mm breit und 110 mm hoch sein. Wird das Kennzeichen in größerem Format gedruckt, so müssen die Proportionen der obigen Spezifikationen dennoch gewahrt bleiben.

1.5.  Das Kennzeichen muss folgenden Vorgaben entsprechen:

a)  Farbliche Gestaltung: CMYK – Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz – nach folgendem Muster: 00-70-X-00: 0 % Cyan, 70 % Magenta, 100 % Gelb, 0 % Schwarz.

b)  Die nachfolgend aufgeführten Ziffern beziehen sich auf die Legenden in Abschnitt 1.3 .

p0000007.fig Kraftstoffeffizienz

Piktogramm gemäß Muster. Breite: 19,5 mm, Höhe: 18,5 mm – Strich des Piktogrammrahmens: 3,5 pt, Breite: 26 mm, Höhe: 23 mm – Strich des Rahmens der Klassifizierung: 1 pt – Strich des Rahmenabschlusses: 3,5 pt, Breite: 36 mm – Farbe: X-10-00-05.

p0000009.fig Nasshaftung

Piktogramm gemäß Muster. Breite: 19 mm, Höhe: 19 mm – Strich des Piktogrammrahmens: 3,5 pt, Breite: 26 mm, Höhe: 23 mm – Strich des Rahmens der Klassifizierung: 1 pt – Strich des Rahmenabschlusses: 3,5 pt, Breite: 26 mm – Farbe: X-10-00-05.

p0000011.fig Externes Rollgeräusch

Piktogramm gemäß Muster. Breite: 23 mm, Höhe: 15 mm – Strich des Piktogrammrahmens: 3,5 pt, Breite: 26 mm, Höhe: 24 mm – Strich des Rahmens für den Wert: 1 pt – Strich des Rahmenabschlusses: 3,5 pt, Höhe: 24 mm – Farbe: X-10-00-05.

p0000013.fig Kennzeichenrand: Strich: 1,5 pt – Farbe: X-10-00-05.

p0000015.fig Skala A-G

   Pfeile: Höhe: 4,75 mm, Zwischenraum: 0,75 mm, schwarzer Strich: 0,5 pt – Farben:

Ÿ A: X-00-X-00;

Ÿ B: 70-00-X-00;

Ÿ C: 30-00-X-00;

Ÿ D: 00-00-X-00;

Ÿ E: 00-30-X-00;

Ÿ F: 00-70-X-00;

Ÿ G: 00-X-X-00.

   Text: Helvetica fett 12 pt, 100 % weiß, schwarzer Umriss: 0,5 pt.
p0000017.fig Klassifizierung
   Pfeil: Breite: 16 mm, Höhe: 10 mm, 100 % schwarz;
   Text: Helvetica fett 27 pt, 100 % weiß.
p0000019.fig Zeilen in Skala:: Strich: 0,5 pt, Zeilenabstand der gestrichelten Linien: 5,5 mm, 100 % schwarz.
p0000021.fig Text in Skala: Helvetica fett 11 pt, 100 % schwarz.
p0000023.fig Rollgeräuschwert:
   Kasten: Breite: 25 mm, Höhe: 10 mm, 100 % schwarz.
   Text: Helvetica fett 20 pt, 100 % weiß;
   Text für Einheit: Helvetica fett normal für "(A)" 13 pt, 100 % weiß.
p0000025.fig EU-Logo: Breite: 9 mm, Höhe: 6 mm.
p0000027.fig Verweis auf Verordnung: Helvetica normal 7,5 pt, 100 % schwarz.

Angabe der Reifenklasse: Helvetica fett 7,5 pt, 100 % schwarz.

c)  Der Hintergrund muss weiß sein.

1.6.  Die Reifenklasse (C1, C2 oder C3) ist in dem in der Abbildung in Abschnitt 1.3 vorgeschriebenen Format auf dem Kennzeichen anzugeben.

2.  Markenfeld

║ Die Lieferanten müssen zusammen mit dem Kennzeichen ihren Namen und die Reifenlinie, die Reifendimension, die Tragfähigkeitskennzahl, die Geschwindigkeitskategorie sowie sonstige technische Spezifikationen auf dem Aufkleber anbringen, wobei Farbe, Form und Gestaltung beliebig sind; allerdings darf die Größe des Markenfelds relativ zur Größe des Kennzeichens das Verhältnis 4:5 nicht übersteigen, und die zusammen mit dem Kennzeichen vermittelte Information darf die Aussage des Kennzeichens nicht beeinträchtigen.

3.  Format der erweiterten erläuternden Kennzeichnung

Die erläuternde Version der in Artikel 6 genannten Kennzeichnung entspricht der nachstehenden Abbildung, und der dort angeführte Text ist in die am Verkaufsort relevante Sprache zu übersetzen. Diese Version der Kennzeichnung ist dem Verbraucher auf oder zusammen mit der Rechnung zur Verfügung zu stellen, sofern dies nicht eine unzumutbare Belastung für den Händler mit sich bringt; in einem solchen Fall sind die Angaben gemäß Anhang II Nummer 4 bereitzustellen.

p0000029.fig

4.  Format für die Information auf dem Rechnungsbeleg

Sollten die Kosten für den Druck des in Anhang II Nummer 3 genannten erläuternden Kennzeichens für den Händler eine unzumutbare Belastung darstellen, werden die Kennzeicheninformationen entsprechend der nachstehenden Abbildung bereitgestellt:

p0000031.fig


Anhang III

Angaben in technischem Werbematerial

1.  Informationen zu Reifen sind in der nachfolgend genannten Reihenfolge bereitzustellen:

   (i) Kraftstoffeffizienzklasse (Buchstaben A bis G);
   (ii) Nasshaftungsklasse (Buchstaben A bis G);
   (iii) Messwert für das externe Rollgeräusch (dB).

2.  Diese Angaben müssen folgenden Anforderungen entsprechen:

   (i) Sie müssen leicht lesbar sein.
   (ii) Sie müssen leicht verständlich sein.
   (iii) Bestehen für einen Reifentyp in Abhängigkeit von der Größe oder anderen Parametern unterschiedliche Einstufungen, so ist die Bandbreite zwischen dem Reifen mit der geringsten und dem Reifen mit der höchsten Qualitätsleistung angegeben.

3.  Daneben müssen Lieferanten auf ihrer Website folgende Informationen verfügbar machen:

   (i) den Link zur EU-Website für die Reifenkennzeichnung;
   (ii) eine Erläuterung der auf der Kennzeichnung aufgedruckten Piktogramme ║und des Kraftstoffeffizienzrechners auf der EU-Website für die Reifenkennzeichnung ;
  (iii) einen Hinweis auf den Umstand, dass die tatsächlichen Kraftstoffeinsparungen und die Verkehrssicherheit in hohem Maße vom Verhalten des Fahrzeugführers abhängen, sowie auf folgende Umstände:
   Der Kraftstoffverbrauch kann durch wirtschaftliche Fahrweise erheblich reduziert werden.
   Zur Verbesserung der Nasshaftungseigenschaften und der Kraftstoffeffizienz sollte der Reifendruck regelmäßig geprüft werden.
   Der dem Anhalteweg entsprechende Sicherheitsabstand sollte stets genau beachtet werden.


Anhang IV

Prüfverfahren

Die Richtigkeit der angegebenen Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklasse sowie des angegebenen Messwerts für das externe Rollgeräusch sind für jeden Reifentyp oder jede vom Lieferanten aufgestellte Reifengruppe nach folgendem Verfahren zu prüfen:

   (1) Zunächst wird ein Reifen geprüft. Entspricht der gemessene Wert der angegebenen Klasse oder dem Messwert für das externe Rollgeräusch, so gilt die Prüfung als bestanden.
   (2) Entspricht der gemessene Wert nicht der angegebenen Klasse oder dem Messwert für das externe Rollgeräusch, so werden drei weitere Reifen geprüft. Die Richtigkeit der angegebenen Information wird anhand des Durchschnitts der bei den vier geprüften Reifen ermittelten Werte beurteilt.

Letzte Aktualisierung: 11. Juni 2010Rechtlicher Hinweis