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Plenardebatten
Donnerstag, 6. Juli 2006 - StraßburgAusgabe im ABl.
ANLAGE (Schriftliche Anfragen) - ANFRAGEN AN DIE KOMMISSION

Anfrage Nr. 88 von Zdzisław Zbigniew Podkański (H-0594/06 )  
 Betrifft: Weichobst
H-0594/06
 

Der Verfasser bat wiederholt auf verschiedenen Wegen die zuständige Kommissarin um eine rasche Lösung der Frage des Weichobstes. Ähnliche Schritte wurden auch von anderen Mitgliedern unternommen, u.a. von Zbigniew Kuźmiuk, Czesław Siekierski und Janusz Wojciechowski.

Kommissionsvertreter fuhren zwei Mal nach Polen, um die Situation vor Ort zu untersuchen. Vom 9. bis 12. Mai entsendete der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments eine Delegation nach Polen.

Die Hilfe für die Landwirte bleibt jedoch weiterhin aus, und die Mitglieder des Europäischen Parlaments erhielten keine Berichte über die Reisen der Vertreter der Kommission nach Polen.

Diese Umstände erwecken den Eindruck, dass die zuständige Kommissarin nicht willens ist, das Problem der europäischen Erzeuger von Weichobst zu lösen, und dass in Wirklichkeit die Interessen der Erzeuger aus China und Marokko geschützt werden.

Hat die Kommission die Absicht, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen? Wenn ja, um welche Maßnahmen wird es sich hierbei handeln und wann werden sie erfolgen?

 
  
 

In Übereinstimmung mit den im November 2004 vom Vorsitz des Ministerrats gezogenen Schlussfolgerungen zur Vereinfachung der gemeinsamen Marktorganisation (GMO) Obst und Gemüse hat die Kommission am 28. Juni 2006 einen Bericht verabschiedet, der eine Analyse des Gemeinschaftsmarktes für zur Weiterverarbeitung bestimmtes Weichobst enthält.

Die Arbeit an dieser Analyse beinhaltete Reisen in die betroffenen Mitgliedstaaten mit dem Ziel, sachdienliche Informationen zu sammeln. Es fanden Reisen in die folgenden Länder statt: Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Polen (zwei Reisen) und Vereinigtes Königreich.

Die Analyse erstreckte sich auf vier große Teilbereiche: schwarze Johannisbeeren, Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren.

Die Schwierigkeiten im Sektor sind nach Ansicht der Kommission vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen:

Einfuhr tiefgefrorener Erdbeeren – es laufen Antidumping-Untersuchungen zu Importen aus China. Über das mögliche Ergebnis dieser Untersuchungen lässt sich noch nichts sagen.

Überproduktion im Vergleich zur Nachfrage auf dem Markt (schwarze Johannisbeeren, Sauerkirschen). Es können Programme zur ländlichen Entwicklung genutzt werden, um die Umstellung landwirtschaftlicher Betriebe auf andere Aktivitäten zu erleichtern. Nachfrageseitig kommen Maßnahmen zur Verkaufsförderung und zur ländlichen Entwicklung in Betracht, um den Verbrauch und die Exportchancen zu steigern.

Begrenzte Wettbewerbsfähigkeit des Sektors aufgrund zersplitterter Wertschöpfungsketten. Besonders nachteilig ist die Zersplitterung der Produktion und der Vermarktung an die Industrie. Es kann das vorhandene Instrumentarium der GMO Obst und Gemüse und der Programme für ländliche Entwicklung genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu erhöhen.

Um die Beobachtung der Wirtschaftslage in diesem Sektor auf EU-Ebene zu verbessern, wäre es denkbar, regelmäßige Treffen der betroffenen Sachverständigen in Brüssel abzuhalten, wie dies derzeit schon bei einigen anderen Obst- und Gemüsearten der Fall ist.

Die Ergebnisse des Berichts werden im Rahmen der Reform der GMO Obst und Gemüse gebührende Berücksichtigung finden.

 
Letzte Aktualisierung: 1. September 2006Rechtlicher Hinweis