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Montag, 2. Februar 2009 - Straßburg Ausgabe im ABl.

18. Wildnis in Europa (kurze Darstellung)
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  Der Präsident. Als nächster Punkt folgt eine kurze Darstellung des Berichts (A6-0478/2008) von Herrn Hegyi im Auftrag des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit über die Wildnis in Europa (2008/2210(INI)).

 
  
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  Gyula Hegyi, Berichterstatter.(HU) Rund 46 % der weltweiten Landmasse können als natürliche Umwelt, eine von der menschlichen Zivilisation unberührte Wildnis, betrachtet werden. In Europa macht die Wildnis jedoch nur 1 % des gesamten Territoriums aus. Wir müssen alles tun, was wir können, um dafür zu sorgen, dass zumindest die verbleibende Wildnis, dieses 1 %, zum Wohle der künftigen Generationen bewahrt wird. Das ist das Ziel meines Berichts, und ich hoffe, dass ein stärkerer Schutz der Wildnisgebiete früher oder später in die EU-Gesetzgebung integriert wird. In der europäischen Kultur gibt es eine duale Auffassung zur Wildnis. Einerseits wird sie als Ort betrachtet, den man fürchten und vermeiden muss, wo Monster und unbekannte Gefahren auf uns lauern, wie es schon in vielen Volksmärchen zum Ausdruck kommt. Andererseits wird sie als attraktiver, friedvoller Ort angesehen, der uns eine vorübergehende Auszeit aus dem Stress der städtischen und industriellen Zivilisation ermöglicht.

Die englischsprachige Literatur zu diesem Thema unterscheidet zwischen dem Konzept der Erhaltung, das heißt, der angemessenen Nutzung der Natur, und der Bewahrung, in anderen Worten, dem Schutz der Natur vor jeglicher Art der menschlichen Nutzung. Diese philosophischen Debatten sprengen den Umfang meines Berichts, aber für das Protokoll würde ich gerne herausstellen, dass ich eine nachhaltige Entwicklung für die ideale Lösung halte. Die Wildnis kann nicht in einem Banksafe verwahrt werden wie eine Kette oder ein Aktienpaket. Wir haben ein Recht darauf, ihre Werte zu entdecken. Deshalb müssen wir die Natur schützen, und zwar vor der Nutzung durch den Menschen.

Das Territorium Europas ist zu klein, um über Zonen zu verfügen, die für seine Bürger gesperrt sind. Die Entdeckung der Natur und das Vorfinden von Bedingungen, die die Menschheit vor der Zivilisation erlebte, lehren uns Respekt für die Natur und können als Grundlage für Qualitätstourismus dienen. Gleichzeitig sind diese Bereiche extrem anfällig für von Menschen verursachte Umweltänderungen – zum Beispiel infolge der Motorisierung, von Chemikalien und Klimaänderungen – und für das Auftreten fremder Pflanzen und Tierarten. Wir müssen sorgfältig darauf achten, dass Besucher die Wildnis nicht gefährden, weshalb jede Art von Tourismus unter die Aufsicht von Umweltschutzexperten gestellt werden sollte. Die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus sollte mit dem Schutz dieser Gebiete kombiniert werden, und alle Erlöse daraus sollten zum Schutz der Wildnis eingesetzt werden.

Die Wildnis ist ein Zufluchtsort für viele Arten, darunter der Braunbär, der Wolf und der Luchs, die selbst unter nur leicht veränderten Bedingungen nicht überleben können. Es gibt noch immer viele Arten in Europa, die darauf warten, entdeckt und beschrieben zu werden. Die meisten von ihnen leben auf dem Boden oder in verrottendem Holz und sind hochgradig anfällig für Veränderungen. Diese unberührten Gebiete eignen sich hervorragend für das Studium der Evolution und der natürlichen Veränderungen, die in der Umwelt vorkommen. Die Wildniszonen sind in der Regel Teil des Natura-2000-Netzes, aber sie bedürfen eines stärkeren Schutzes. Daher plädiert mein Bericht an die Europäische Kommission, mit den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten, um die verbleibenden Wildnisregionen in Europa zu kartografieren und eine Strategie für ihren stärkeren Schutz auszuarbeiten. Die natürlichen Werte der noch unberührten Gebiete und die Merkmale des Habitats sollten festgestellt und ihr künftiger Schutz sichergestellt werden. Experten haben mir geraten, mich nicht an eine neue Gesetzgebung zu klammern, sondern stattdessen lieber einen spezifischeren und strengeren Schutz der Wildniszonen im Rahmen der Natura-2000-Verordnungen einzuführen. Da die Finanzierung von Natura 2000 in jeder Hinsicht widersprüchlich und berechtigterweise Quelle starker Kritik ist, müssen wir im nächsten Parlamentszyklus in jedem Fall Änderungen an den relevanten Verordnungen vornehmen, spätestens jedoch bei der neuen Haushaltsplanung. Dies könnte auch eine gute Gelegenheit für die rechtliche Definition und den verstärkten Schutz der Wildnis sein.

Ein Gebiet meines eigenen Landes, die Tropfsteinhöhle von Aggtelek, wurde ebenfalls als Wildnis deklariert. Ein Teil dieses Ortes befindet sich im Territorium unseres Nachbarstaates, der Slowakischen Republik. Ich würde mich sehr freuen, wenn ungarische und slowakische Umweltschützer erfolgreich zusammenarbeiten könnten, um einen Protected Area Network Park (PAN-Park) aufzubauen, da das Netz der PAN-Parks ein erfolgreiches europaweites System des Wildnisschutzes entwickelt hat.

 
  
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  Viviane Reding, Mitglied der Kommission. − Herr Präsident, das Aufhalten des Verlustes der Biodiversität ist eine Priorität für die Union und die Kommission. Es ist recht buchstäblich eine Frage über die Zukunft des Lebens auf der Erde. Aber trotz der fundamentalen Bedeutung der Bewahrung der Biodiversität waren die Fortschritte bislang begrenzt.

Im Dezember 2008 segnete die Kommission die erste umfassende Beurteilung der Fortschritte sowohl auf Ebene der Europäischen Gemeinschaft als auch der Mitgliedstaaten ab. Trotz der positiven Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren stattgefunden haben – zum Beispiel das Natura-2000-Netz – steht die Biodiversität der EU aufgrund der Zerstörung der Habitat, der Umweltverschmutzung, des Klimawandels und der Auswirkungen der invasiven Spezies nach wie vor unter ständigem Druck. Die Schlussfolgerung der Kommission war, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass wir unser Ziel für 2010, den Abbau der Biodiversität, erreichen werden – und dass weitere intensive Anstrengungen erforderlich sein werden, sowohl auf Ebene der Mitgliedstaaten als auch der EU.

Vor diesem Hintergrund begrüßt die Kommission die laufende Unterstützung des Parlaments bezüglich der Anstrengungen zum Schutz des reichhaltigen und vielseitigen natürlichen Erbes Europas. Wir begrüßen die Initiative von Herrn Hegyi zur Erstellung dieser wichtigen Entschließung über die Wildnis in Europa sehr.

Ich möchte gerne mit der allgemeinen Bemerkung beginnen, dass viele der im Bericht angesprochenen Themen bereits von der Kommission bearbeitet werden.

So gab die Kommission beispielsweise im Dezember 2008 eine Mitteilung mit dem Titel „Hin zu einer EU-Strategie zum Umgang mit invasiven Arten“ heraus. Wir starten auch eine Gesamtreflektion über die Zukunft der EU-Biodiversitätspolitik und freuen uns auf den Input des Europäischen Parlaments zu diesen Fragen. Themen wie die Verbesserung der Umsetzung und die Beziehung zwischen der Biodiversität und dem Klimawandel müssen explizit betrachtet werden.

Zudem ist es wichtig, den Bericht um eine Klärung zu ergänzen. Es gibt eine laufende Beurteilung der Wirksamkeit unserer Natur-Verordnung – die so genannten Artikel-17-Berichte – aber derzeit gibt es keine Pläne zur Änderung unserer Gesetzgebung, und der Hauptschwerpunkt liegt auf einer effektiveren Umsetzung.

Kommen wir zum Thema der Wildnis zurück: Europa ist dicht bevölkert, und nur noch 1-2 % des Territoriums sind vom Menschen bislang unberührt geblieben. Aber auch wenn diese Wildnisgebiete nur eine kleine Fläche ausmachen, sind sie von hohem wissenschaftlichem und kulturellem Wert. Sie können sogar, wie dies im gemeinsamen grenzüberschreitenden Nationalpark des Bayrischen Walds in Deutschland und des Böhmerwalds der Tschechischen Republik der Fall ist, ein Symbol für die europäische Kooperation und Integration sein.

Die meisten dieser Gebiete sind bereits Teil des Natura-2000-Netzes. Allerdings inspiriert der Bericht dazu, erneut auf die Wildnis- und wildnisnahen Gebiete in der EU zu blicken, um zu sehen, ob es Fälle gibt, bei denen zusätzliche europäische Maßnahmen dazu beitragen können, diese speziellen Orte zu schützen. Die Kommission hat eine Reihe von Studien in Auftrag gegeben und kooperiert mit der tschechischen Präsidentschaft des EU-Parlaments. Im Mai 2009 wird in Prag eine Konferenz abgehalten. Diese Konferenz wird eine Plattform zur Berücksichtigung der Themen bieten, die sich auf Wildnisgebiete in Europa beziehen und Maßnahmen ermitteln, die zur Gewährleistung ihres Erhalts erforderlich sind.

Lassen Sie mich schließen, indem ich bestätige, dass die Kommission anerkennt, dass die Landschaft Europas das Resultat eines langen Prozesses menschlicher Eingriffe ist. Das Konzept einer lebendigen Landschaft, die die Anforderungen der Natur mit denen des Menschen ins Gleichgewicht bringt, ist die Grundlage der Denkweise, die Natura 2000 zugrunde liegt. Wir beabsichtigen sicher nicht, unsere bestehenden Landschaften wieder in unberührte Natur zurückzuverwandeln, aber wir müssen uns öffentlich dafür engagieren, die letzten verbleibenden Wildnisgebiete Europas zu erhalten.

Aus diesem Grund betrachtet die Kommission die Entschließung als zeitgerecht. Sie ist ein äußerst willkommener Input für die Konferenz in Prag. Vielen Dank an den Berichterstatter.

 
  
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  Avril Doyle (PPE-DE). - Herr Präsident, in Bezug auf einen Tagesordnungspunkt möchte ich gegen den übermäßigen Gebrauch und die zunehmend liberale Auslegung des Artikels 45(2) protestieren, in dessen Rahmen diese äußerst wichtigen Debatten geführt werden.

Ich spreche diesen Punkt an, weil ich mir persönlich gewünscht hätte, über die herausragende Arbeit von Herrn Hegyis Bericht sprechen zu dürfen, und in der Tat habe ich Kollegen, die auf Themen eingegangen sind, die in meinem Hauptausschuss und dem Hauptausschuss anderer Kollegen nicht diskutiert werden, und mir wurde das Recht verwehrt, meinen Beitrag dazu im Plenum zu leisten.

In der PPE-DE-Fraktion führten wir letzte Woche auf Arbeitsgruppen- und Gruppenebene eine äußerst hitzige Debatte über die Anzahl der Artikel-45(2)-Themen, die diese Woche auf unserer Tagesordnung standen. Ich bin wirklich der Meinung, dass wir diesen Artikel dringend überarbeiten müssen. Ich weiß, es ist ein Artikel, der vom Parlament erstellt wurde, und die Abgeordneten haben sich selbst davon distanziert, aber unser guter Wille wird, wie ich denke, mit der Anzahl unserer Tagesordnungspunkte ausgenutzt – die wichtigsten Punkte auf unserer Tagesordnung – über die wir zunehmend nicht mehr debattieren dürfen.

 
  
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  Der Präsident. Frau Doyle, wir nehmen ihre Aussage wirklich gerne zur Kenntnis, aber ich möchte Sie daran erinnern, dass der Gebrauch von Artikel 45 in den Händen der Konferenz der Präsidenten liegt, und dass im Rahmen des Letzteren die Abstimmungen gewichtet werden, das heißt, dass die großen Fraktionen, darunter insbesondere Ihre, eine enorme Macht haben, darüber zu entscheiden, was im Plenum im Rahmen dieses oder eines anderen Artikels erlaubt ist.

Ich bin ein Stück weit mit Ihnen einig; ich muss sagen, dass wir möglicherweise von einer Phase zu großer Toleranz zu einer Phase zu großer Strenge übergegangen sind, und dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.

Machen Sie sich jedoch keine Sorgen, wir werden dafür sorgen, dass die Betroffenen dieses Thema weiter verfolgen.

Sie sollten sich auch auf Ihren Fraktionsvorsitzenden beziehen, meine Damen und Herren. Ich denke, dass in diesem Kontext ihre Botschaft am besten verstanden wird.

Die Aussprache ist geschlossen.

Die Abstimmung erfolgt morgen.

Schriftliche Erklärungen (Artikel 142)

 
  
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  Nicodim Bulzesc (PPE-DE), schriftlich. Ich war Schattenberichterstatter bei diesem Bericht über die „Wildnis in Europa“, und möchte meinem Kollegen, Herrn Gyula Hegyi zu seiner Arbeit gratulieren.

Ich möchte hier auf zwei Dinge eingehen:

Erstens müssen wir wirklich mit der Kartografierung der letzten Wildnisbereiche in Europa beginnen. Natürlich kann dies nicht ohne eine Definition der „Wildnis“ geschehen, weshalb ich dringend an die Europäische Kommission appelliere, in diesem Bereich tätig zu werden.

Zweitens möchte ich über das Hauptthema dieses Berichts sprechen: die Anwesenheit der Menschen und Tourismus. Die Anwesenheit von Menschen sollte nicht verboten werden; im Gegenteil, die Menschen müssen die Schönheiten ihres Landes kennen lernen dürfen, um sie besser zu bewahren.

Wir müssen einen nachhaltigen Tourismus in diesen Gebieten unterstützen und die Standortleitung darin schulen, wie sie die Wildnis erhalten und schützen kann.

Aus diesem Grund schließe ich mich dem Antrag der Haupt-NRO in diesem Bereich an und bitte die Europäische Kommission, einige Richtlinien für die Bewahrung der Wildnis in Europa zu verabschieden.

 
  
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  Magor Imre Csibi (ALDE), schriftlich. – Wildnis kann für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeuten. Ich persönlich sehe die Wildnis als von menschlicher Aktivität unberührte Gebiete, in denen die natürlichen Prozesse vorherrschen. Daher steht für mich die Förderung des Wildnistourismus in einem krassen Gegensatz zum Begriff „Wildnis“. Andererseits stimme ich zu, dass ein nachhaltiger Tourismus, wenn dieser auf eine geeignete Weise stattfindet, den lokalen Gemeinden einen wirtschaftlichen Anreiz bietet, das natürliche und kulturelle Erbe zu bewahren.

Allerdings übt die zunehmende Nachfrage nach dem Wildnistourismus Druck auf genau dieselben Werte aus, die Touristen suchen, wodurch die Zerstörung des zerbrechlichen Ökosystems beschleunigt werden kann. Eine Lösung könnte sein, einen begrenzten Teil der Wildnisgebiete für einen nachhaltigen Qualitätswildnistourismus zu öffnen, der keinen nachteiligen Effekt auf die Ziele der Erhaltung der Gebiete hat. Tourismusaktivitäten sollten unter strengen Bedingungen, darunter eine begrenzte Anzahl von Touristen pro Tag, und auf der Grundlage eines soliden, nachhaltigen Tourismusplans, der die Erhaltungsinitiativen unterstützt und ein verantwortungsvolles Erleben der Wildnis fördert, erlaubt sein. Die Tourismuspläne und die Aktivitäten der Betreiber sollten anhand von gründlichen Beurteilungsmethoden, die speziell für Wildnisgebiete entwickelt werden, bewertet werden. Das Ziel besteht darin, bei den Touristen und den Betreibern das Bewusstsein dafür zu wecken, dass Wildnis nicht nur Freiheit bedeutet, sondern auch Verantwortung.

 
  
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  Vasilica Viorica Dăncilă (PSE), schriftlich.(RO) Die Fülle der Natur muss für künftige Generationen bewahrt werden. In dieser Hinsicht ist Rumänien eines der Länder, das eine bedeutende Fläche und Vielfalt an Flora und Fauna besitzt. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss die Europäische Union jedoch die Verwendung der für die Finanzierung der Aktivitäten zur Bewahrung der Wildnis bestimmten Gemeinschaftsmittel ausweiten. Infolge dessen sollte die Kommission über den Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums den Umweltschutzprojekten im europäischen Agrarsektor größere Summen zuteilen, mit einem klaren Ziel der Finanzierung von Aktivitäten zur Erhaltung der Wildnis.

Andererseits sollte die Europäische Kommission eine Reihe klarer Regeln für die Bereitstellung finanzieller Unterstützung für Projekte lokaler Gemeinden in der Nähe dieser Gebiete aufstellen, die kontrollierte Formen des Tourismus in den zu erhaltenden Gebieten ermöglichen und wirtschaftliche Profite schaffen, die den betreffenden lokalen Gemeinden zugute kommen.

Darüber hinaus muss die Kommission eine grenzüberschreitende Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten für Projekte zur Erhaltung der Wildnisgebiete, die sich über das Gebiet von zwei oder mehreren Ländern erstrecken, anregen.

 
  
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  Daniel Petru Funeriu (PPE-DE), schriftlich.(RO) Die Biodiversität in Europa ist das wertvollste Erbe, das wir künftigen Generationen hinterlassen können. Ich begrüße und unterstütze diesen Bericht über die Wildnisgebiete Europas. Ich möchte die Aufmerksamkeit gerne auf den alarmierenden Zustand des Gebiets mit der reichsten Biodiversität in Europa lenken: das Donau-Delta. Das Delta wird ständig Gegenstand von Aggressionen wie Wilderei, illegalen Wirtschaftsinteressen und, last but not least, auch unkontrolliertem Tourismus. Eine der größten Quellen der Aggression, unter denen das Delta leidet, ist das fehlende Umweltbewusstsein der Bevölkerung im Delta und der ländlichen Bewohner, die entlang der Nebenflüsse der Donau leben, die durch Rumänien fließen.

Ich möchte diese Gelegenheit ergreifen, basierend auf diesem Bericht an die Kommission und den Rat zu appellieren, so bald wie möglich spezifische Maßnahmen mit dem Ziel zu ergreifen, eine Arbeitsgruppe zusammenzustellen, die die Situation des Donau-Deltas untersucht, effektive Umweltbildungsprogramme für die Bevölkerung durchführt, die direkten Einfluss auf die Biodiversität des Gebiets hat, und die Schutzstandards für die Biodiversität einführt.

Gleichzeitig kann die Wildnis in der Europäischen Union, speziell im Gebiet des Donau-Deltas, nicht ohne die Anwendung ähnlicher Maßnahmen in den Nachbarstaaten der EU nicht erreicht werden. Daher bitte ich die Kommission und den Rat, ihren Dialog zu beschleunigen und spezifische Maßnahmen als Teil ihrer Beziehungen mit diesen Ländern umzusetzen.

 
  
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  Daciana Octavia Sârbu (PSE), schriftlich.(RO) Wenn wir uns vor Augen halten, dass es nicht möglich sein wird, die 2007 eingegangenen Verpflichtungen durch Annahme der Entschließung über das Aufhalten des Verlusts der Biodiversität bis 2010 zu erfüllen, wird der Schutz der Wildnisgebiete durch Förderungs-, Entwicklungs- und Finanzierungsmaßnahmen angesichts des Klimawandels und der negativen Auswirkungen des Tourismus zur Priorität.

Der Vorschlag zur Einrichtung eines Systems zur Kartografierung der Wildnis in Europa würde dazu beitragen, die Biodiversität und unberührte Bereiche zu identifizieren, die einer größeren Aufmerksamkeit und erheblicher Anstrengungen von Seiten der Mitgliedstaaten bedürfen, um geschützt zu werden. Die Informationskampagnen zur Erhöhung des Bewusstseins der Öffentlichkeit für die Wildnisgebiete, die Umsetzung eines nachhaltigen Qualitätstourismus und die Durchsetzung der Vogel- und Habitatrichtlinien sind nur einige der Instrumente, die uns dabei helfen werden, diese Gebiete zu schützen.

Es gibt bereits acht Nationalparks in Europa, darunter der Retezat Nationalpark in Rumänien. Diese Parks sind Teil des Protected Area Network (PAN). Dieses Netz ist für die Verwaltung der Wildnisgebiete zuständig, und es bringt alle betroffenen nationalen Behörden und lokalen Reisebüros zusammen, um eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus zu gewährleisten. Die Europäische Kommission sollte diese Initiative unterstützen und mit diesem Netz zusammenarbeiten, mit dem Ziel, Informationen und gute Praktiken auszutauschen.

 
Letzte Aktualisierung: 28. April 2010Rechtlicher Hinweis