Pressemitteilung
 

„Muttersprache+2“ ist das Ziel

Kultur - 15-11-2006 - 12:53
Allgemeines
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Das Europäische Parlament unterstützt die "Rahmenstrategie zur Mehrsprachigkeit" der EU-Kommission. Langfristiges Ziel müsse es sein, die individuellen Sprachkenntnisse zu verbessern: alle Bürgerinnen und Bürger der EU sollten zu ihrer Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen hinzulernen. Eine "regelrechte Politik für das Erlernen von Fremdsprachen" sei nötig.

Das Parlament sieht in der Mehrsprachigkeit "eine Besonderheit der EU" und ein "Grundelement der europäischen Kultur". Sprachliche Vielfalt könne ein Element des sozialen Zusammenhalts und eine Quelle der Toleranz, der Akzeptanz der Unterschiede, der Identifizierung und der Völkerverständigung sein.

Zur Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen hinzulernen

Der Erwerb von Sprachkenntnissen müsse gefördert, Qualität, Effizienz und Zugänglichkeit der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in der EU müssten durch die Förderung des Erlernens von Fremdsprachen verbessert werden. Langfristiges Ziel müsse es sein, dass die Bürgerinnen und Bürger der Union zu ihrer Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen hinzulernen. Es sei notwendig, durch geeignete Maßnahmen eine regelrechte Politik für das Erlernen von Fremdsprachen zu fördern. Das frühe Erlernen von Sprachen sei "äußerst wichtig".

Mehr fremdsprachlicher Fachunterricht

Die Abgeordneten begrüßen die verstärkte Verwendung des fremdsprachlichen Fachunterrichts (Content and Language Integrated Learning - CLIL), in dessen Rahmen die Schüler ein Fach in einer Fremdsprache erlernen.

Neben einer besseren Lehrerausbildung verlangt das EP zusätzlich eine Ausweitung der Zahl der innerhalb und außerhalb der Schule unterrichteten Sprachen. So könne den künftigen Lehrern das Erlernen und anschließend das Unterrichten einer größeren Vielfalt der Sprachen unter gleichen Bedingungen ermöglicht werden.
 
Benachteiligten besondere Aufmerksamkeit schenken
 
Die Abgeordneten fordern zugleich nachdrücklich, dass dem Fremdsprachenunterricht für benachteiligte oder in Schwierigkeiten befindliche Personen sowie für Menschen mit Behinderungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Mit Blick auf ihre soziale und kulturelle Integration sollten Migranten "möglichst weitgehende Möglichkeiten" für das Erlernen der Sprache bzw. der Sprachen des  Aufnahmelandes erhalten.
 
REF: 20061113IPR12527