Europäisches Parlament

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Parlamentarische Anfragen
14. Oktober 2009
E-5022/09
SCHRIFTLICHE ANFRAGE von Cristiana Muscardini (PPE) an die Kommission

 Betrifft: Scientology-Verästelung
 Antwort(en) 

Scientology, 1954 von L. Ron Hubbard gegründet, ist heute eine der reichsten Organisationen weltweit. Nachdem sie Hunderttausende von Anhängern gewonnen hat, nimmt sie nun die Institutionen ins Visier. Dies geht aus einer in der italienischen Wochenzeitschrift Panorama veröffentlichten Untersuchung hervor, in der die stetige Verzweigung durch Gründung unverdächtiger Vereinigungen dokumentiert wird, die nur Fassade sind. Verbände, ehrenamtliche Organisationen und Menschenrechtsbewegungen, die sich als „autonom, weltlich und unabhängig“ ausgeben, sind in Wirklichkeit Scientology-Ableger. Über sie versucht die Organisation ihren Einfluss in verschiedenen Bereichen, von der Wirtschaft bis hin zur Politik, auszuweiten, indem sie die Säle halb Italiens mit Gesetzesentwürfen überschwemmt. Ein krasses Beispiel hierfür ist die CCDU (Bürgerkommission für Menschenrechte), die in den letzten Jahren Politiker und Abgeordnete einspannte, um ihre Ideen zu propagieren; dies betraf insbesondere die Verabreichung von Psychopharmaka an Kinder, bezüglich derer sie dann den Anspruch erhob, die Entlarvung des „psychiatrischen Missbrauchs“ sei ihren Bemühungen zu verdanken. Die vom Gründer der Organisation, L. Ron Hubbard, verbreiteten Methoden wurden außerdem an Unternehmen wie Kellogg’s, Ina Assitalia, Biofin, Hayes Lemmerz und Assopiastrelle verkauft, die letztendlich, wenn auch indirekt und unbewusst, die Bewegung finanziert haben dürften. Der Untersuchung von Panorama zufolge gehören in Italien 235 Unternehmen dem WISE, dem wirtschaftlichen Arm der Bewegung, an.

Die Kommission wird in Anbetracht dessen um Beantwortung folgender Fragen ersucht:

1. Hat sie Kenntnis von diesen Aktivitäten, die Scientology mittels als Fassade dienender Vereinigungen entfaltet?
2. Kann sie versichern, dass Scientology innerhalb des Europäischen Parlaments und der mit ihm verbundenen Organisationen nicht in irgendeiner Form präsent ist?
3. Hält sie es nicht für lohnenswert, in dieser Richtung Untersuchungen anzustellen, um etwaige mögliche Täuschungen auszuschließen?

Originalsprache der Anfrage: ITABl. C 10 E vom 14/01/2011
ABl. C 10 E vom 14/01/2011
Letzte Aktualisierung: 5. Januar 2010Rechtlicher Hinweis