Begrüßungsansprache von Parlamentspräsident Martin Schulz aus Anlass des Besuchs seiner Majestät, König Abdullah II. bin al-Hussein von Jordanien, im Europäischen Parlament
Zur Begrüßung von König Abdullah II von Jordanien sagte der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz:
"Majestät,
im Namen aller Abgeordneten heiße ich Sie im Europa-Parlament in Straßburg herzlich willkommen.
Es ist eine große Ehre für uns, dass Sie uns heute bereits zum dritten Mal besuchen. Damit zeigen Sie uns Ihre Freundschaft und Ihr Vertrauen.
Majestät,
vor etwas mehr als einem Jahr begann hoffnungsfroh der Arabische Frühling.
Der Wunsch nach Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Rechtstaatlichkeit und Meinungsfreiheit hat sich einmal mehr als universell bewiesen.
Sie, Majestät, haben sich im Gegensatz zu Anderen weise dafür entschieden, dem Ruf des jordanischen Volkes Gehör zu schenken.
Sie haben Ihr Land auf den Weg politischer und wirtschaftlicher Reformen gebracht.
Wir europäischen Volksvertreter wollen dem jordanische Volk in dieser Transformationsphase Freund und Partner sein.
Wir wollen Ihnen sowohl bei tiefgreifenden wirtschaftlichen Reformen als auch bei einer echten politischen Öffnung zur Seite zu stehen.
In Ihrer Rede an das jordanische Volk vom 12. Juni 2011 haben Sie sich für die Durchführung von Parlamentswahlen ausgesprochen; unter Beteiligung repräsentativer und aktiver Parteien; und aus denen auf der Basis der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse eine Regierungsbildung hervorgehen soll.
Wir begrüßen, dass Sie sich so klar zu den Prinzipien der parlamentarischen Demokratie und des Rechtsstaates bekannt haben.
Das wird ein Bollwerk gegen Verzweiflung und Enttäuschung, Extremismus und Gewalt sein.
Ihre Rede hat naturgemäß große Erwartungen bei den Jordaniern geweckt. Als Freunde und Partner werden wir Sie darin unterstützen, den Worten Taten folgen zu lassen und das Reformversprechen zu erfüllen.
Ihr persönliches Engagement, gerade in den letzten Wochen, zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln, beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch zurückzubringen, hat uns darin bestätigt in Ihnen einen politischen Verbündeten im Kampf für Diplomatie und Demokratie, Frieden und Freiheit zu sehen."
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