Chinas Wandel und die Verflechtung der Weltwirtschaft

26-04-2017

Trotz grundlegender Divergenzen, die vor allem mit staatlichen Eingriffen in wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten zusammenhängen, ist China für die EU ein natürlicher strategischer Partner. Aufgrund zunehmender Spannungen und geopolitischer Ungewissheit besteht gegenwärtig die Chance, engere Beziehungen zwischen der EU und China zu knüpfen. Die Partnerschaft bietet für beide Seiten vorteilhafte Möglichkeiten wie etwa umfassende Investitionsabkommen und Abkommen zum Schutz geografischer Angaben, Zusammenarbeit in der Luft- und Seefahrt und Dialoge über Menschenrechte und rechtliche Angelegenheiten. China durchläuft gegenwärtig einen entscheidenden, aber komplexen Transformationsprozess hin zu nachhaltigerem Wachstum; erreicht werden soll dies durch eine Neuausrichtung weg vom Investieren hin zum Konsumieren und weg von einer Produktions- hin einer Dienstleistungswirtschaft. Von dieser Transformation dürften sowohl China als auch die Welt insgesamt profitieren. Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung ist es außerdem wahrscheinlich, dass es zu Spill-over-Effekten kommt, die je nach Land und Region unterschiedlich ausfallen werden. Die weltweite Verflechtung ist für alle Volkswirtschaften von grundlegender Bedeutung, und an einem Handelskrieg oder an Protektionismus hat niemand ein Interesse. Das Festhalten am Staatseigentum als Hauptstütze der chinesischen Volkswirtschaft ist nicht zukunftsfähig. Um die Ursachen von Überkapazitäten in verschiedenen Industriezweigen und die Rolle der staatlichen Unternehmen in den Griff zu bekommen, sind Reformen erforderlich. Innenpolitische Aspekte wie die Aufgabe, Millionen Menschen aus der Armut zu führen und die zunehmenden Einkommensungleichheiten abzubauen sowie die weitverbreitete Korruption zu bekämpfen, müssen angegangen werden. China spielt inzwischen eine zentrale Rolle in der Weltordnungspolitik und in der auf Regeln basierenden internationalen Ordnung und kommt den Verpflichtungen nach, die es im Rahmen der G20 eingegangen ist – wer den Status eines „bedeutenden Landes“ erlangt, übernimmt damit auch Verantwortlichkeiten. Peking hat einige Bewegung erkennen lassen, indem es von der Verfolgung eng gefasster nationaler Ziele abgerückt ist und zu einer aktiveren Außen- und Sicherheitspolitik übergeht und in globalen finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten sowie in Friedensfragen verstärkt kooperiert. Zugleich tritt China gegenüber seinen asiatischen Nachbarn selbstbewusster auf und ruft alle Seiten zur Zurückhaltung auf, um zu verhindern, dass die rasch eskalierenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel in einen katastrophalen Konflikt umschlagen.

Trotz grundlegender Divergenzen, die vor allem mit staatlichen Eingriffen in wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten zusammenhängen, ist China für die EU ein natürlicher strategischer Partner. Aufgrund zunehmender Spannungen und geopolitischer Ungewissheit besteht gegenwärtig die Chance, engere Beziehungen zwischen der EU und China zu knüpfen. Die Partnerschaft bietet für beide Seiten vorteilhafte Möglichkeiten wie etwa umfassende Investitionsabkommen und Abkommen zum Schutz geografischer Angaben, Zusammenarbeit in der Luft- und Seefahrt und Dialoge über Menschenrechte und rechtliche Angelegenheiten. China durchläuft gegenwärtig einen entscheidenden, aber komplexen Transformationsprozess hin zu nachhaltigerem Wachstum; erreicht werden soll dies durch eine Neuausrichtung weg vom Investieren hin zum Konsumieren und weg von einer Produktions- hin einer Dienstleistungswirtschaft. Von dieser Transformation dürften sowohl China als auch die Welt insgesamt profitieren. Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung ist es außerdem wahrscheinlich, dass es zu Spill-over-Effekten kommt, die je nach Land und Region unterschiedlich ausfallen werden. Die weltweite Verflechtung ist für alle Volkswirtschaften von grundlegender Bedeutung, und an einem Handelskrieg oder an Protektionismus hat niemand ein Interesse. Das Festhalten am Staatseigentum als Hauptstütze der chinesischen Volkswirtschaft ist nicht zukunftsfähig. Um die Ursachen von Überkapazitäten in verschiedenen Industriezweigen und die Rolle der staatlichen Unternehmen in den Griff zu bekommen, sind Reformen erforderlich. Innenpolitische Aspekte wie die Aufgabe, Millionen Menschen aus der Armut zu führen und die zunehmenden Einkommensungleichheiten abzubauen sowie die weitverbreitete Korruption zu bekämpfen, müssen angegangen werden. China spielt inzwischen eine zentrale Rolle in der Weltordnungspolitik und in der auf Regeln basierenden internationalen Ordnung und kommt den Verpflichtungen nach, die es im Rahmen der G20 eingegangen ist – wer den Status eines „bedeutenden Landes“ erlangt, übernimmt damit auch Verantwortlichkeiten. Peking hat einige Bewegung erkennen lassen, indem es von der Verfolgung eng gefasster nationaler Ziele abgerückt ist und zu einer aktiveren Außen- und Sicherheitspolitik übergeht und in globalen finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten sowie in Friedensfragen verstärkt kooperiert. Zugleich tritt China gegenüber seinen asiatischen Nachbarn selbstbewusster auf und ruft alle Seiten zur Zurückhaltung auf, um zu verhindern, dass die rasch eskalierenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel in einen katastrophalen Konflikt umschlagen.