Praktika

Programm für Praktika im Generalsekretariat des Europäischen Parlaments für Menschen mit Behinderungen

Das Europäische Parlament fördert die Chancengleichheit und ermutigt Frauen und Männer mit Behinderungen, sich für seine Praktikumsprogramme zu bewerben. Im Jahr 2006 startete das Europäische Parlament ein Praktikumsprogramm speziell für Menschen mit Behinderungen. Dieses Programm ist eine positive Maßnahme im Sinne von Artikel 4 des Verhaltenskodex für die Beschäftigung von Personen mit Behinderungen.

Ziele

Das Hauptziel des Programms ist es, Menschen mit Behinderungen eine sinnvolle Arbeitserfahrung als PraktikantIn im Europäischen Parlament anzubieten, durch die ihnen Gelegenheit geboten wird, sich mit seinen Tätigkeiten vertraut zu machen.

Zusätzliche Ziele sind:

  • die Umsetzung der Grundsätze der Chancengleichheit des Europäischen Parlaments in die Praxis durch die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen beim Erwerb beruflicher Erfahrung, wodurch ihre künftigen Beschäftigungsmöglichkeiten verbessert werden;
  • die Bereicherung des Europäischen Parlaments durch den Beitrag und die positive Erfahrung, die PraktikantInnen mit Behinderungen in seine Arbeit und Kultur einbringen;
  • der Beitrag zur Sensibilisierung für Behinderungen unter den Mitarbeitern des Parlaments als Hilfe zum Abbau von Hemmnissen bei der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen.

Ausgestaltung des Programms

Das Programm bietet ein fünfmonatiges bezahltes Praktikum für Bewerber mit Behinderungen und läuft zusätzlich zu den anderen Möglichkeiten für Praktika und Studienaufenthalte beim Generalsekretariat des Europäischen Parlaments. Es ist von Artikel 18 der Internen Regelung über Praktika und Studienaufenthalte beim Generalsekretariat des Europäischen Parlaments ausgenommen und bietet Bewerbern ohne Hochschulabschluss dieselben Bedingungen wie anderen bezahlten PraktikantInnen.

Angemessene Vorkehrungen

Für die PraktikantInnen werden erforderlichenfalls angemessene Vorkehrungen am Arbeitsplatz getroffen, um ihnen zu ermöglichen, die wesentlichen Aufgaben der Arbeitsstelle wahrzunehmen, die ihnen zugewiesen wurde. Angemessene Vorkehrungen bedeutet gemäß Artikel 1d Absatz 4 des Statuts der Beamten und der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Gemeinschaften, „dass der Arbeitgeber die geeigneten und … erforderlichen Maßnahmen ergreift, um den Menschen mit Behinderungen den Zugang zur Beschäftigung, die Ausübung eines Berufes, den beruflichen Aufstieg und die Teilnahme an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu ermöglichen, es sei denn, diese Maßnahmen würden den Arbeitgeber unverhältnismäßig belasten“.

Bewerber müssen in dem Online-Bewerbungsformular den Abschnitt „Behinderungen“ (Beschreibung ihrer Behinderung und ihrer besonderen Bedürfnisse am und außerhalb vom Arbeitsplatz) ausfüllen. Diese Informationen bilden die Grundlage für die barrierefreie Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes. Unzureichende und ungenaue Informationen der Bewerber in diesem Formular können zu Verzögerungen bei der Bereitstellung angemessener Vorkehrungen für die PraktikantInnen am Arbeitsplatz führen. Sollte das Europäische Parlament Ihnen keine vorübergehende Lösung anbieten können, könnte dies schlimmstenfalls dazu führen, dass Ihr Praktikum gemäß Artikel 9 der Internen Regelung wegen zwingender betrieblicher Gründe ausgesetzt oder beendet werden muss.

Alle Angaben der Bewerber zu ihrer Behinderung werden ausschließlich innerhalb des Europäischen Parlaments genutzt und nur zum Zweck der barrierefreien Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und zur Unterstützung des erfolgreichen Bewerbers bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung, geeigneten Transportmitteln und Hilfediensten verwendet.

Unterkunft, Beförderung und Hilfeleistungen

Das Europäische Parlament hält für PraktikantInnen Informationen über Möglichkeiten für behindertengerechte Unterkunft, Beförderung und Hilfeleistungen bereit, kann aber deren Ausgestaltung nicht garantieren. Die PraktikantInnen sind in erster Linie selbst für die Beschaffung einer Unterkunft, die Unterzeichnung eines Mietvertrags und die Hinterlegung einer Kaution verantwortlich.

Es kann eine Zulage für Behinderte gewährt werden, die zur Bestreitung zusätzlicher Kosten im Zusammenhang mit behindertengerechter Unterkunft, Beförderung und Hilfeleistungen beitragen soll. Weitere Kosten der PraktikantInnen, die den Betrag des Stipendiums und der Zulage für Behinderte übersteigen, können nicht übernommen werden.

Partnerschaft

Das Programm wird zusammen mit dem Europäischen Behindertenforum durchgeführt, um sicherzustellen, dass es eine große Anzahl potentieller Bewerber in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den Beitrittsländern erreicht.

Voraussetzungen

Die Bewerber müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaats der Europäischen Union oder eines Landes besitzen, das sich um den Beitritt zur Europäischen Union bewirbt.
  • Sie müssen am Beginn des Praktikums mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Sie müssen über gründliche Kenntnisse einer der Amtssprachen der Europäischen Union sowie über gute Kenntnisse einer weiteren dieser Sprachen verfügen.
  • Sie dürfen bei einer Institution der Europäischen Union oder einem Mitglied oder einer Fraktion des Europäischen Parlaments kein bezahltes Praktikum absolviert und keine sich auf mehr als vier aufeinander folgende Wochen erstreckende bezahlte Anstellung erhalten haben.
  • Sie müssen belegen können, dass sie eine Behinderung haben (ärztliches Attest oder Behindertenausweis/Bescheinigung einer nationalen Stelle).

Bewerbung

Kandidaten mit Behinderungen können sich nur mittels des eigens für sie vorgesehenen Online-Bewerbungsformulars für Praktika bewerben.

Zulassungsverfahren

Die Bewerber werden nach einer Einschätzung der Verdienste und Befähigungen des Antragstellers ausgewählt, wobei das Profil des Antragstellers den verfügbaren Praktikumsplätzen entsprechen muss. Die Einschätzung gründet sich auf die in der Bewerbung enthaltenen Informationen. Sind Bewerber gleich verdienstvoll, wird darauf geachtet, dass eine möglichst große Ausgewogenheit zwischen Männern und Frauen und bei der geographischen Herkunft gegeben ist, soweit die beschränkte Anzahl der Praktikumsplätze dies erlaubt.

Praktikumsbedingungen

  • Monatliche Vergütung
    Bewerber, die zu diesem Praktikum zugelassen werden, erhalten (2008) eine monatliche Vergütung von 1130,56 Euro, wenn das Praktikum in Brüssel oder Luxemburg stattfindet. Dieser Betrag wird für die Informationsbüros in den Mitgliedstaaten gemäß dem Lebenshaltungskostenindex entsprechend angepasst.
  • Zusätzliche Kosten durch eine Behinderung
    Die zusätzlichen Kosten von PraktikantInnen, die unmittelbar mit der Behinderung im Zusammenhang stehen, können in Höhe von bis zu 50% des Betrags des monatlichen Stipendiums gemäß Artikel 20 Absatz 8 der Internen Regelung übernommen werden.
  • Erstattung von Reisekosten zu Beginn und nach Abschluss des Praktikums
    Es gilt Artikel 11 der Internen Regelung.
  • Versicherung
    PraktikantInnen werden durch die Kranken- und Unfallpflichtversicherung gemäß Artikel 13 der Internen Regelung versichert.

Geltende Regelungen

Es gilt die Interne Regelung über Praktika und Studienaufenthalte im Generalsekretariat des Europäischen Parlaments für alle Aspekte dieses Praktikumsprogramms, die nicht ausdrücklich in dieser Programmbeschreibung geregelt sind.

Überwachung und Bewertung des Programms

PraktikantInnen, Betreuer und die betroffenen Dienststellen werden aufgefordert, ihre Erfahrung zu bewerten, um auf mögliche Änderungen oder Verbesserungen des Programms hinzuweisen. Die Durchführung des Programms wird überwacht, und am Ende jedes Praktikumszeitraums erfolgt eine Einschätzung durch das Referat Chancengleichheit.