Das Europäische Parlament errichtet in Brüssel das Haus der Europäischen Geschichte, in dem die Besucher sich über die Geschichte Europas informieren und kritisch mit Gegenwartsfragen auseinandersetzen können.
Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des europäischen Einigungsprozesses, die im Kontext gesamteuropäischer und globaler Ereignisse und Entwicklung dargestellt wird und die damit verbundene Vielfalt der Erfahrungen und Perspektiven deutlich machen wird.
Das Haus der Europäischen Geschichte soll einen transnationalen Überblick über die Geschichte des Kontinents geben und dabei die Pluralität der historischen Interpretationen zur Darstellung bringen.
Auf diese Weise will das Haus der Europäischen Geschichte zu einem vertieften Verständnis der europäischen Geschichte beitragen und Diskussionen über Europa und den europäischen Einigungsprozess anregen.
Herzstück des Hauses der Europäischen Geschichte wird eine Dauerausstellung sein, die schwerpunktmässig der Geschichte des 20. Jahrhunderts gewidmet ist, aber auch Rückblicke auf historisch weiter zurückliegende Ereignisse und Entwicklungen umfasst. Die Dauerausstellung wird eine eigene, neu zu gründende Sammlung aufbauen, und multimediale und interaktive Informationstechniken anbieten.
In der Darstellung der massgeblichen Ereignisse und Entwicklungen der europäischen Geschichte wird die Dauerausstellung verschiedene Erfahrungen und Interpretationen der Geschichte aufzeigen. Auf diese Weise soll das Haus der Europäischen Geschichte zu einem Forum der geistigen Auseinandersetzung und öffentlichen Diskussion werden.
Die Ausstellung wird so gestaltet, dass sie den Erwartungen der Besucher mit unterschiedlichsten historischen Vorkenntnisse, entspricht. Jeder Besucher soll die Ausstellung in seiner eigenen Gangart entdecken und erkunden können. Überdies sind umfangreiche Bildungs- und Kulturprogramme vorgesehen.
Mit dem Tag der Eröffnung des Hauses der Europäischen Geschichte sollen die wichtigsten Inhalte der Dauerausstellung in den dann 24 Amtssprachen der Europäischen Union zugänglich sein. Die Mehrsprachigkeit ist Ausdruck der kulturellen Vielfalt Europas, die im Haus der Europäischen Geschichte als eine der Besonderheiten dieser Einrichtung erfahren werden soll.
Die Zusammenarbeit mit Netzwerken und Einrichtungen innerhalb wie auch außerhalb Europas wird für die Einbindung des Hauses der Europäischen Geschichte in verschiedene kulturelle Gremien auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene wesentlich sein. Das Haus der Europäischen Geschichte soll zu einem festen Bestandteil der Kulturlandschaft in Europa werden und ein dichtes Netz an Verbindungen zu Partnereinrichtungen aufbauen.
Das Haus der Europäischen Geschichte wird sich im Eastman-Gebäude im Léopold-Park inmitten des Europaviertels in Brüssel eingerichtet. Das Eastman-Gebäude wurde 1935 als Zahnklinik für benachteiligte Kinder errichtet und durch eine Spende des Erfinders der Kodak-Kamera finanziert. Die Pläne für den Umbau des Gebäudes sehen die Renovierung der Fassade vor - wobei die ursprüngliche Ästhetik des Gebäudes erhalten bleibt - sowie eine moderne Erweiterung des Innenhofs und des Dachs.
An der Realisierung des Projekts "Haus der Europäischen Geschichte", das auf eine Initiative des Europäischen Parlaments zurückgeht, sind verschiedene institutionelle Gremien beteiligt.
Das Kuratorium unter dem Vorsitz des früheren Präsidenten des Europäischen Parlaments Hans Gert Pöttering ist ein Gremium, dem hochrangige Politiker und Persönlichkeiten aus europäischen Institutionen und Brüsseler Behörden angehören und in dem auch die zuständigen Gremien des Europäischen Parlaments vertreten sind. Das Kuratorium beaufsichtigt die allgemeine Verwaltung des Projekts.
Der Wissenschaftliche Beirat, dem der Historiker Włodzimierz Borodziej vorsitzt und in dem Historiker und Sachverständige aus international renommierten Museen vertreten sind, begleitet und berät das Haus der Europäischen Geschichte in Sachfragen .
Das Wissenschaftliche Projektteam, das von der Historikerin und Kuratorin Taja Vovk van Gaal geleitet wird, ist zuständig für die Gestaltung des künftigen Museums und die Vorbereitung von Ausstellungen.
Das mit der Betreuung des Baus beauftragte Team hat den Architekturwettbewerb für das Gebäude organisiert und ist für die Beaufsichtigung der Arbeiten, etwa der Renovierung und Erweiterung des Eastman-Gebäudes zuständig.
Von Anfang an war es Ziel des Projektes, das Wissen über die Geschichte Europas und das Bewusstsein für die Verschiedenheit der Erinnerungen in einer offenen und undogmatischen Weise zu erweitern.
Oberste Priorität haben die wissenschaftliche Unabhängigkeit und die sachgerechte Darstellung der Geschichte. Zu diesem Zweck wurde ein Team aus Historikern und Museumsexperten aus ganz Europa zusammengestellt, das die Ausstellungskonzeption erarbeitet. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die Vielfalt europäischer Geschichte und ihrer Interpretationen berücksichtigt und in angemessener Weise dargestellt wird.
Ein hochrangig besetzter Wissenschaftlicher Beirat, bestehend aus international renommierten Historikern und Museumsexperten, wird die wissenschaftliche Genauigkeit und Relevanz des Inhalts sicherstellen.
Mit dem Haus der Europäischen Geschichte wird angestrebt:
Das Haus der Europäischen Geschichte wird eine Bereicherung für Brüssel sein, besonders für Besucher, die während ihres Aufenthaltes in der Stadt, die die meisten EU-Institutionen beherbergt, mehr über die europäische Geschichte lernen möchten. Das Haus der Europäischen Geschichte wird den Besuch der europäischen Institutionen und des Besucherzentrums des Europäischen Parlaments (Parlamentarium) um ein Bildungsangebot ergänzen. Während sich das Parlamentarium mit den der Rolle des Parlaments beschäftigt, wird das Haus der Europäischen Geschichte die Komplexität der politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Geschichte widerspiegeln.
Das Haus der Europäischen Geschichte wird sich im Eastman-Gebäude im Leopold-Park, in direkter Nähe der europäischen Institutionen, befinden. Mit Blick auf die Umwandlung des Gebäudes in ein Ausstellungsgebäude wurde 2009 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, der zu Beginn 2011 beendet wurde. Gewonnen hat eine Gruppe, die sich aus dem Architekturbüro Chaix & Morel et associés aus Frankreich, JSWD Architekten aus Deutschland und TPF aus Belgien zusammensetzt. Die Bauarbeiten haben Ende 2012 angefangen.
Das Projekt, ein Haus der Europäischen Geschichte zu schaffen, wurde vom damaligen Präsidenten des Parlaments, Hans-Gert Pöttering, in seiner Antrittsrede 2007, mit folgenden Worten initiiert: "Ich möchte einen Ort der Geschichte und Zukunft schaffen, an dem das Konzept der Europäischen Idee weiterwachsen kann. Deshalb möchte ich die Gründung eines 'Hauses der Europäischen Geschichte' vorschlagen." Das Projekt wurde vom Präsidium des Parlaments unterstützt und angenommen.
"Konzeptionelle Grundlagen eines Hauses der Europäischen Geschichte" wurden 2008 von einem Gremium renommierter Historiker und Experten aus verschiedenen europäischen Ländern entworfen. Das Haus der Europäischen Geschichte wird als ein modernes Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum beschrieben, das auf den neuesten museologischen Ideen basiert.
Geschätzte Kosten: Entwicklungsphase 2011-2015: 31 Mio. Euro für die Renovierung und Erweiterung des Gebäudes; 21,4 Mio. Euro für die Dauerausstellung und die ersten Wechselausstellungen (15,4 Mio. Euro für die Gestaltung der Ausstellungsflächen und anderer Flächen, 6 Mio. Euro für Mehrsprachigkeit), sowie 3,75 Mio. Euro für den Aufbau der Sammlung.
Februar 2007
Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments schlägt das Haus der Europäischen Geschichte vor, als „einen Ort der Geschichte und der Zukunft, an dem das Konzept der Europäischen Idee weiterwachsen kann.“
Oktober 2008
Die Konzeptionellen Grundlagen, erarbeitet von einem internationalen Expertengremium unter der Leitung von Prof. Hans-Walter Hütter, legt die Prinzipien für das Haus der Europäischen Geschichte fest.
Februar 2009
Benennung eines Kuratoriums unter der Leitung des ehemaligen EP-Präsidenten Hans-Gert Pöttering und eines Wissenschaftlichen Beirats unter dem Vorsitz des Historikers Prof. Włodzimierz Borodziej.
Juni 2009
Das Präsidium des Parlaments beschließt, das zukünftige Haus der europäischen Geschichte im Gebäude der ehemaligen Zahnklinik Eastman unterzubringen.
Januar 2011
Unter der Leitung der Historikerin und Kuratorin Taja Vovk Van Gaal wird ein multidisziplinäres Expertenteam zusammengestellt.
März 2011
Die Gewinner des Architekturwettbewerbs zur Erweiterung und Renovierung des Eastman-Gebäudes werden ermittelt: Ateliers Chaix & Morel (FR), JSWD Architekten (DE) und TPF (BE).
2012
Beginn der Renovierungsarbeiten des Eastman-Gebäudes
Haus der Europäischen Geschichte
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