Gehe zu Inhalt
 
 
 
08-06-2017
 .

Legale Drogen: Fragen und Antworten zu psychoaktiven Substanzen

"Legal Highs" können Schäden verursachen oder sogar tödlich sein. Mehr als 620 Substanzen stehen auf dem Radar der EU. Der Konsum durch junge Menschen nimmt besorgniserregend zu.

Ecstasy-Tabletten
Illustration: Ecstasy-Tabletten © Portokalis / Masterfile
 .

Am Donnerstag (8.6.) stimmt der Innenausschuss über zwei separate Vorschläge ab, um den Konsum von "Legal Highs" zu verhindern, indem Risikobewertungsverfahren beschleunigt und die Definition einer Droge neu bewertet werden.

Was sind neue psychoaktive Substanzen?

Neue psychoaktive Substanzen ("Legal Highs") sind für den Körper schädliche Substanzen, die in der EU, vor allem von jungen Menschen, oft als Alternativen zu illegalen Drogen wie Kokain und Ecstasy benutzt werden.

Was ist der eigentliche Zweck dieser Substanzen? 

Neue psychoaktive Substanzen werden in der Medizin benutzt sowie in der Chemie- oder Hightech-Industrie. Werden psychoaktive Substanzen als Drogen missbraucht, können sie Depressionen oder zu einer Stimulation des zentralen Nervensystems führen, was Halluzinationen und Veränderungen der Motorik, des Denkens, des Verhaltens, der Wahrnehmung und der Stimmung nach sich ziehen kann.

Wie geraten diese Substanzen in Umlauf?

Psychoaktive Substanzen werden in Fachgeschäften, über das Internet oder teilweise von Drogenhändlern verkauft.

Wer konsumiert diese Drogen?

In Europa werden neue psychoaktive Substanzen immer beliebter, besonders bei jungen Menschen. Eine Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahre 2014 zum Thema junge Menschen und Drogen zeigt, dass 8 Prozent der jungen Menschen in der EU bereits mindestens einmal neue psychoaktive Substanzen genommen haben. Im Jahr 2011 waren es nur 5 Prozent. In Irland liegt der Prozentsatz sogar bei 22 Prozent, in Spanien und Slowenien bei 13 Prozent. In Österreich entspricht er 7 Prozent und in Deutschland 4 Prozent.

Allerdings gibt es keine verlässlichen umfassenden Daten zu neuen psychoaktiven Substanzen. Deshalb ist die Risikobewertung schwierig.

Warum verbieten die Mitgliedstaaten diese Substanzen nicht?

Neue psychoaktive Substanzen werden zu schnell für den Markt zugelassen. Viele Behörden können nicht schnell genug auf immer neue chemische Verbindungen reagieren.

Im Jahr 2014 wurden 101 neue Substanzen gemeldet. 2010 wurden 41 neue Substanzen gemeldet.

Was wird dagegen getan?

Es werden schnellere, effektivere und angemessenere Maßnahmen auf EU-Ebene gebraucht. Die Substanzen, die zu direkten Gesundheitsrisiken führen, sollten zeitweise vom Markt genommen werden können. Außerordentlich risikoreiche Substanzen werden außerdem Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen sein.

 

WEITERE INFORMATIONEN:

Studie: A review and assessment of EU drug policy (EN)
Europäischer Drogenbericht 2017
Eurobarometer 2014: Young people and drugs (EN)
Verfahrensschritte (2016/0261(COD)) (EN)
Verfahrensschritte (2013/0304(COD)) (EN)
Profil: Berichterstatter Michal Boni
Profil: Berichterstatterin Teresa Jimenez-Becerril Barrio
 .