Verfahren : 2008/0070(COD)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A6-0424/2008

Eingereichte Texte :

A6-0424/2008

Aussprachen :

PV 17/12/2008 - 17
CRE 17/12/2008 - 17

Abstimmungen :

PV 18/12/2008 - 6.13
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P6_TA(2008)0628

BERICHT     ***I
PDF 206kWORD 296k
7.11.2008
PE 409.704v02-00 A6-0424/2008

über den Vorschlag für eine Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET)

(KOM(2008)0180 – C6‑0162/2008 – 2008/0070(COD))

Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten

Berichterstatter: Thomas Mann

Verfasser der Stellungnahme (*) :

Dumitru Oprea, Ausschuss für Kultur und Bildung

(*) Assoziierter Ausschuss - Artikel 47 der Geschäftsordnung

ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 BEGRÜNDUNG
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für Kultur und Bildung
 VERFAHREN

ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu dem Vorschlag für eine Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET)

(KOM(2008)0180 – C6‑0162/2008 – 2008/0070(COD))

(Verfahren der Mitentscheidung: erste Lesung)

Das Europäische Parlament,

–   in Kenntnis des Vorschlags der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat (KOM(2008)0180),

–   gestützt auf Artikel 251 Absatz 2 sowie Artikel 149 Absatz 4 und Artikel 150 Absatz 4 des EG-Vertrags, auf deren Grundlage ihm der Vorschlag der Kommission unterbreitet wurde (C6‑0162/2008),

–   gestützt auf Artikel 51 seiner Geschäftsordnung,

–   in Kenntnis des Berichts des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie der Stellungnahme des Ausschusses für Kultur und Bildung (A6‑0424/2008),

1.  billigt den Vorschlag der Kommission in der geänderten Fassung;

2.  fordert die Kommission auf, es erneut zu befassen, falls sie beabsichtigt, diesen Vorschlag entscheidend zu ändern oder durch einen anderen Text zu ersetzen;

3.  beauftragt seinen Präsidenten, den Standpunkt des Parlaments dem Rat und der Kommission zu übermitteln.

Änderungsantrag  1

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(1) Erweiterung und Anerkennung der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen der Bürger sind entscheidend für ihre individuelle Entwicklung und für Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Damit sollte die transnationale Mobilität der Arbeitnehmer und der Lernenden erleichtert und dazu beitragen werden, dass Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Arbeitsmarkt in Einklang gebracht werden können. Die Teilnahme am grenzenlosen lebenslangen Lernen für alle sowie die Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung der Lernergebnisse, die eine Person in formalen, nicht formalen und informellen Lernumgebungen erzielt hat, sollten daher auf nationaler und auf Gemeinschaftsebene gefördert und verbessert werden.

(1) Erweiterung und Anerkennung der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen der Bürger sind entscheidend für ihre berufliche und persönliche Entwicklung und für Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Damit sollte die transnationale Mobilität der Arbeitnehmer und der Lernenden erleichtert und dazu beitragen werden, dass Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Arbeitsmarkt in Einklang gebracht werden können. Die Teilnahme am grenzenlosen lebenslangen Lernen für alle sowie die Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung der Lernergebnisse, die eine Person in formalen, nicht formalen und informellen Lernumgebungen erzielt hat, sollten daher auf Gemeinschaftsebene gefördert und verbessert werden.

Begründung

Mit diesem Änderungsantrag soll auch die berufliche Entwicklung berücksichtigt werden.

Änderungsantrag  2

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 2 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(2α) Die Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung, eine der wichtigsten Möglichkeiten des lebenslangen Lernens, sind eng verknüpft sowohl mit der allgemeinen und Hochschulbildung als auch mit der Beschäftigungspolitik und der Sozialpolitik jedes Mitgliedstaats. Aufgrund ihrer multisektoralen Auswirkungen fördern sie nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und tragen zur Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften bei, sondern fördern auch den sozialen Zusammenhalt und die Gleichheit sowie die Beteiligung und das Engagement der Bürger.

Änderungsantrag  3

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(3) In der Entschließung des Rates vom 19. Dezember 2002 zur Förderung einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung („Kopenhagen-Prozess“) und im 2004 angenommenen Gemeinsamen Fortschrittsbericht des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ wird betont, wie wichtig ein System zur Anrechnung von Leistungspunkten für die Berufsbildung ist.

(3) In der Entschließung des Rates vom 19. Dezember 2002 zur Förderung einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung („Kopenhagen-Prozess“) und im 2004 angenommenen Gemeinsamen Fortschrittsbericht des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ wird betont, wie wichtig ein System zur Anrechnung von Leistungspunkten für die Berufsbildung ist, wobei auch im gemeinsamen Bericht des Rates und der Kommission von 2008 (Dok. 5723/08) darauf hingewiesen wird, dass größere Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Qualität und Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verbessern.

Änderungsantrag  4

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(5) Der Zweck dieser Empfehlung besteht darin, das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) einzurichten, mit dem die Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung der Lernergebnisse von Personen, die eine Qualifikation erwerben wollen, erleichtert wird. Damit werden die Transparenz von Lernergebnissen der Bürger und ihre Übertragbarkeit zwischen und innerhalb von Mitgliedstaaten in einem grenzenlosen Raum des lebenslangen Lernens verbessert.

(5) Der Zweck dieser Empfehlung besteht darin, das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) einzurichten, mit dem die Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung der bewerteten Lernergebnisse von Personen, die eine Qualifikation erwerben wollen, erleichtert wird. Damit werden einerseits das allgemeine Verständnis sowie die Transparenz und transnationale Mobilität von Lernergebnissen der Bürger und ihre Übertragbarkeit zwischen und ggf. innerhalb von Mitgliedstaaten in einem grenzenlosen Raum des lebenslangen Lernens und andererseits die Mobilität und Übertragbarkeit von Qualifikationen auf nationaler Ebene zwischen verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und innerhalb des Arbeitsmarktes verbessert. Ferner wird das ECVET zur Entwicklung und zum Ausbau der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung beitragen.

Änderungsantrag  5

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(7) Das ECVET ist auf alle Lernergebnisse anwendbar, die im Prinzip über eine Vielzahl von Ausbildungs- und Lernlaufbahnen erreichbar sein und dann angerechnet und anerkannt werden sollten. Diese Empfehlung trägt damit bei zu den umfassenderen Zielen der Förderung des lebenslangen Lernens und der Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit, der Mobilität und der sozialen Integration von Arbeitnehmern und Lernenden, zur Modernisierung der Bildungssysteme, zur Entwicklung flexibler und auf die Einzelperson zugeschnittener Berufsbildungslaufbahnen, zur Herstellung von Verbindungen zwischen der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Beschäftigung und den Bedürfnissen des Einzelnen, zum Bau von Brücken zwischen formalem, nicht formalem und informellem Lernen und zur Anerkennung der durch Lebens- und Berufserfahrung erworbenen Lernergebnisse.

(7) Das ECVET ist auf alle Lernergebnisse anwendbar, die im Prinzip über eine Vielzahl von Ausbildungs- und Lernlaufbahnen auf allen Ebenen des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (im Folgenden "EQR" genannt) erreichbar sein und dann angerechnet und anerkannt werden sollten. Diese Empfehlung trägt damit bei zu den umfassenderen Zielen der Förderung des lebenslangen Lernens und der Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit, der Bereitschaft zur Mobilität und der sozialen Integration von Arbeitnehmern und Lernenden. Sie erleichtert insbesondere die Entwicklung flexibler und auf die Einzelperson zugeschnittener Laufbahnen und auch die Anerkennung der durch nicht formales und informelles Lernen erworbenen Lernergebnisse.

Änderungsantrag  6

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 9

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(9) Mit dieser Empfehlung sollten die Kompatibilität und Vergleichbarkeit der in der Berufsbildung bestehenden Leistungspunktesysteme und des im Bereich der Hochschulbildung angewandten Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) verbessert werden; dies würde, unter Beachtung der nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten, zu mehr Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Stufen der allgemeinen und beruflichen Bildung beitragen.

(9) Mit dieser Empfehlung sollten die Kompatibilität, Vergleichbarkeit und Komplementarität der in der Berufsbildung bestehenden Leistungspunktesysteme und des im Bereich der Hochschulbildung angewandten Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) verbessert werden; dies würde, unter Beachtung der nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten, zu mehr Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Stufen der allgemeinen und beruflichen Bildung beitragen.

Änderungsantrag  7

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 10

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(10) Gemäß den Schlussfolgerungen des Rates zu gemeinsamen europäischen Grundsätzen für die Ermittlung und Validierung von nicht formalen und informellen Lernprozessen vom 28. Mai 2004 sollte die Validierung nicht formaler und informeller Lernergebnisse gefördert werden.

(10) Gemäß den Schlussfolgerungen des Rates zu gemeinsamen europäischen Grundsätzen für die Ermittlung und Validierung von nicht formalen und informellen Lernprozessen vom 28. Mai 2004 sollte die Validierung bewerteter nicht formaler und informeller Lernergebnisse gefördert werden, in praktikabler und angemessener Form.

Änderungsantrag  8

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 12 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(12a) Die vorliegende Empfehlung sollte die Einbeziehung der zuständigen lokalen und regionalen Behörden bei der Verknüpfung nationaler/regionaler Qualifizierungsrahmen mit dem ECVET erleichtern.

Änderungsantrag  9

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 13 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(13a) Die Einführung und Umsetzung des ECVET ist unter Beachtung der Artikel 149 und 150 des EG-Vertrags freiwillig und kann daher nur im Einklang mit den bestehenden nationalen Gesetzen und Regelungen erfolgen. Diese Empfehlung entspricht somit dem Subsidiaritätsprinzip, indem es die Aktivitäten der Mitgliedstaaten unterstützt und ergänzt, die Zusammenarbeit zwischen ihnen erleichtert, die Transparenz erhöht sowie die Mobilität und das lebenslange Lernen fördert.

Änderungsantrag  10

Vorschlag für eine Empfehlung

Empfehlung 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1. das in den Anhängen 1 und 2 beschriebene Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) zu fördern, um transnationale Mobilität in der Berufsbildung und grenzenloses lebenslanges Lernen zu erleichtern;

1. das in den Anhängen 1 und 2 beschriebene Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung auf allen Ebenen des EQR zu fördern, um transnationale Mobilität und Anerkennung von Lernergebnissen in der Berufsbildung und grenzenloses lebenslanges Lernen zu erleichtern;

Änderungsantrag  11

Vorschlag für eine Empfehlung

Empfehlung 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2. das ECVET insbesondere durch Einführung von Maßnahmen zu seiner schrittweisen Anwendung auf die berufsbildenden Qualifikationen ab 2012 im Einklang mit den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten für die Zwecke der Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung von Lernergebnissen zu nutzen, die in formalen, nicht formalen und informellem Lernumgebungen erzielt wurden;

2. das ECVET insbesondere durch Einführung von Maßnahmen zu seiner Erprobung so früh wie möglich ab 2012 und schrittweisen Anwendung auf die berufsbildenden Qualifikationen von Ebene 1 bis Ebene 8 des EQR im Einklang mit den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten für die Zwecke der Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung von Lernergebnissen zu nutzen, die in formalen und, wo angemessen, nicht formalen und informellen Lernumgebungen erzielt wurden;

Änderungsantrag  12

Vorschlag für eine Empfehlung

Empfehlung 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

3. die Entwicklung nationaler und europäischer Partnerschaften und Netzwerke unter Beteiligung zuständiger Einrichtungen und Behörden, der Sozialpartner, Branchen und Berufsbildungseinrichtungen zu unterstützen, die sich mit der Erprobung, Umsetzung und Förderung des ECVET befassen;

3. die Entwicklung nationaler und europäischer Partnerschaften und Netzwerke unter Beteiligung der für Qualifikationen und Abschlüsse zuständigen Stellen, Berufsbildungseinrichtungen, Sozialpartner und anderer maßgeblicher Akteure zu unterstützen, die sich mit der Erprobung, Umsetzung und Förderung des ECVET befassen;

Änderungsantrag  13

Vorschlag für eine Empfehlung

Empfehlung 4

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

4. sicherzustellen, dass Interessengruppen und Einzelpersonen im Bereich der Berufsbildung Zugang zu Informationen über das ECVET und Anleitungen zu seiner Anwendung erhalten, und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass die Anwendung des ECVET auf Qualifikationen von den zuständigen Behörden angemessen bekannt gemacht wird und die von den zuständigen Behörden ausgestellten entsprechenden „Europass“-Unterlagen relevante Informationen darüber enthalten;

4. sicherzustellen, dass Interessengruppen, einschließlich Einzelpersonen, im Bereich der Berufsbildung Zugang zu Informationen über das ECVET und Anleitungen zu seiner Anwendung erhalten , und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass die Anwendung des ECVET auf Qualifikationen von den zuständigen Behörden angemessen bekannt gemacht wird und die von den zuständigen Behörden ausgestellten entsprechenden „Europass“-Unterlagen relevante Informationen darüber enthalten;

Änderungsantrag  14

Vorschlag für eine Empfehlung

Absicht 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2. in Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Experten und Nutzern einen Benutzerleitfaden und weitere Instrumente zu entwickeln, Fachkenntnisse zur Verbesserung der Kompatibilität zwischen dem ECVET und dem im Hochschulbereich angewandten Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen aufzubauen und regelmäßig Informationen über die Entwicklung des ECVET bereitzustellen;

2. in Zusammenarbeit mit Experten aus den Bereichen Berufsbildung und Hochschulbildung und Nutzern auf europäischer und nationaler Ebene einen Benutzerleitfaden, weitere Instrumente und Fachkenntnisse zur Verbesserung der Kompatibilität und Komplementarität des ECVET und des im Hochschulbereich angewandten Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen zu entwickeln und regelmäßig Informationen über die Entwicklung des ECVET bereitzustellen;

Änderungsantrag  15

Vorschlag für eine Empfehlung

Absicht 4

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

4. die Maßnahmen zu überwachen und zu begleiten, insbesondere durch Aktualisierung der Benutzeranleitungen, und, nach Bewertung und Evaluierung der in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten getroffenen Maßnahmen, vier Jahre nach Annahme dieser Empfehlung dem Europäischen Parlament und dem Rat über die gewonnenen Erfahrungen und zu erwartenden künftigen Auswirkungen zu berichten, gegebenenfalls mit Blick auf eine mögliche Überprüfung und Anpassung dieser Empfehlung.

4. die Maßnahmen zu überwachen und zu begleiten, wobei der Zugang aller interessierten Bürger zu den Benutzeranleitungen gewährleistet wird, und, nach Bewertung und Evaluierung der in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten getroffenen Maßnahmen und der mit ihnen zusammen durchgeführten Erprobung, fünf Jahre nach Annahme dieser Empfehlung dem Europäischen Parlament und dem Rat über die gewonnenen Erfahrungen und zu erwartenden künftigen Auswirkungen zu berichten, gegebenenfalls mit Blick auf eine mögliche Überprüfung und Anpassung einer endgültigen Empfehlung unter Berücksichtigung einer Aktualisierung der technischen Anhänge und der Benutzeranleitungen.

Änderungsantrag  16

Vorschlag für eine Empfehlung

Anhang 2 – Punkt 1 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Eine Einheit ist eine Komponente einer Qualifikation und besteht aus einem Teil der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die für eine bestimmte Qualifikation erforderlich sind. Eine Qualifikation umfasst im Prinzip mehrere Einheiten und wird aus einem Gesamtsatz von Einheiten gebildet. Somit kann ein Lernender eine Qualifikation durch Akkumulierung der erforderlichen Einheiten erreichen, auch wenn sie in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Lernumgebungen (formal, nicht formal und informell) erworben wurden.

Eine Einheit ist eine Komponente einer Qualifikation und besteht aus einem Teil der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die für eine bestimmte Qualifikation erforderlich sind. Jede Einheit hat eine bestimmte Zahl von ECVET-Leistungspunkten. Eine Qualifikation umfasst im Prinzip mehrere Einheiten und wird aus einem Gesamtsatz von Einheiten gebildet. Somit kann ein Lernender eine Qualifikation durch Akkumulierung der erforderlichen Einheiten erreichen, auch wenn sie in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Lernumgebungen (formal, nicht formal und informell) erworben wurden.

Änderungsantrag  17

Vorschlag für eine Empfehlung

Anhang 2 – Punkt 3 – Absatz 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Im Lernvertrag sollte festgelegt werden, dass die „Entsendeeinrichtung“ die vom Lernenden erzielten und von der „Gasteinrichtung“ positiv beurteilten Lernergebnisse als Teil der Anforderungen für eine Qualifikation nach den Regeln und Verfahren der zuständigen Einrichtung validieren und anerkennen kann.

Im Lernvertrag sollte festgelegt werden, dass die „Entsendeeinrichtung“ die vom Lernenden erzielten und von der „Gasteinrichtung“ positiv beurteilten Lernergebnisse als Teil der Anforderungen für eine Qualifikation nach den Regeln und Verfahren der zuständigen Einrichtung validieren und anerkennen sollte.


BEGRÜNDUNG

Durch die Globalisierung ist die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschafts- und Sozialraums EU herausgefordert. Erworbene Fähigkeiten und Kompetenzen stehen auf dem Prüfstand und müssen ständig aufgefrischt werden. Um die EU bildungspolitisch für den weltweiten Wettbewerb fit zu machen, sollen die Schulabbrecherquote gesenkt, die Beteiligung am lebenslangen Lernen gestärkt und die Durchlässigkeit zwischen Hochschule und beruflicher Bildung verbessert werden. Zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit sollen bereits während der beruflichen Ausbildung Auslandserfahrungen gesammelt werden. Die europäische Wirtschaft benötigt in zunehmendem Maße fremdsprachenversierte Fachkräfte mit beruflicher Auslandserfahrung, die in der Lage sind, mit Kollegen und Kunden im Ausland zusammenzuarbeiten. Einerseits besteht ein großes Interesse an grenzüberschreitender Mobilität als einem Teil der Aus- und Weiterbildung, andererseits existieren hohe Hürden: Die im Ausland erreichten Lernergebnisse können nicht ausreichend dokumentiert, ermittelt und bewertet werden; Qualifikationen werden in den Mitgliedstaaten unterschiedlich erworben und definiert; bilaterale Vereinbarungen können die Vergleichbarkeit mit anderen Systemen erschweren; Bildungsinstitutionen sowie nationale und regionale Behörden arbeiten oft nicht ausreichend zusammen. Das geplante europäische Leistungspunktesystem für die berufliche Bildung (ECVET) wird einen Beitrag dazu leisten, um die grenzüberschreitende Mobilität der Beschäftigten zu erleichtern und Transparenz für im Ausland erworbene berufliche Qualifikationen herzustellen.

Stationen der Entstehung von ECVET

Um die Ziele der Lissabon-Strategie (März 2000) - wirtschaftliches Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und sozialer Zusammenhalt - zu erreichen, ist die Verbesserung der beruflichen Bildung ein Schlüsselelement. An gleicher Stelle unterstrich der Europäische Rat die Notwendigkeit einer größeren Transparenz der Befähigungsnachweise und des lebenslangen Lernens als wichtige Elemente der Anpassung an die Bedürfnisse der Wissensgesellschaft. Im Jahre 2001 wurde in Brügge eine intensivere europäische Zusammenarbeit in der Berufsbildung beschlossen. Beim Gipfel von Barcelona im März 2002 wurde der Grundstein für die transnationale Anerkennung von Lernergebnissen im Bereich der beruflichen Bildung gelegt, welche sich an der Anerkennung von Studienleistungen durch das European Credit Transfer System (ECTS) orientiert. Im November 2002 verabschiedete der Rat den "Kopenhagen-Prozess" mit der vorrangigen Einführung eines Systems zur Anrechnung von Ausbildungsleistungen in der beruflichen Bildung. Dabei sind vor allem die Kriterien Transparenz, Vergleichbarkeit, Übertragbarkeit und Anerkennung von Fähigkeiten zu berücksichtigen.

ECVET ist eine von mehreren Bildungsinitiativen auf europäischer Ebene. Es soll die Verbindung zwischen der beruflichen und der Hochschulbildung herstellen. Dazu gehören ECTS (Förderung der Mobilität von Studierenden und von Auszubildenden), EUROPASS (Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen), die Europäische Qualitätscharta für Mobilität (EQCM) sowie der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR), für den Ihr Berichterstatter im Jahre 2006 Verfasser des EQR-Initiativberichtes des EP war.

Anhörung von Betroffenen

Ihr Berichterstatter begrüßt die Einbeziehung von Experten, ihr Wirken in Arbeitsgruppen und Anhörungen sowie die Ausarbeitung von Studien. Durch diese wird ECVET als sinnvolles Instrument zur optimalen Anpassung der Systeme der beruflichen Bildung an die Bedürfnisse des Einzelnen und die Anforderungen des Arbeitsmarktes bewertet. Voraussetzung sind die Berücksichtigung nationaler und regionaler Besonderheiten und die Praktikabilität für die Beschäftigten und die Unternehmen in Europa als deren Nutzer. So bestätigen Gespräche Ihres Berichterstatters den Eindruck, dass weder die Bedeutung von praxisnaher Berufsbildung durch Kooperation von Schule und Betrieb (z.B. das deutsche duale System) in Ländern mit einer vollzeitschulisch geprägten Ausbildung ausreichend bekannt ist noch der hohe fachliche, zeitliche und finanzielle Aufwand, um einen qualitativ hochstehenden beruflichen Weiterbildungsabschluss - z.B. einen Meisterbrief oder die Anerkennung als Fachwirt - zu erlangen. Die Ergebnisse der Konsultationen zu ECVET wurden während der deutschen Ratspräsidentschaft auf einer Konferenz im Juni 2007 in München diskutiert, an der Ihr Berichterstatter teilnahm.

Ziele des Leistungspunktesystems

ECVET ist ein methodischer Rahmen, der erworbenes Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen auf der Grundlage von Lernergebnissen darstellt, Leistungspunkte zuordnet und sie in den Kontext von Qualifikationen stellt. Diese sollen sich auf freiwilliger Basis zwischen unterschiedlichen beruflichen Qualifikationssystemen und dort vorrangig im Bereich des formalen Lernens übertragen lassen. Bei der Anwendung und Zuteilung von Leistungspunkten besteht noch erheblicher Diskussionsbedarf. So soll der Lernende schrittweise Units erwerben und sie durch dabei zu erwerbende Kreditpunkte zu einem umfassenden Kompetenzprofil zusammenfügen können, unter bestimmten Umständen auch zu einer Qualifikation eines öffentlich anerkannten Abschlusses. Eine automatische Akkumulation von Teilqualifikationen, die zur Vollqualifikation führen soll, widerspricht den Gewohnheiten in den Mitgliedstaaten, in denen ein ganzheitlicher Ansatz in der Berufsbildung und dem sog. "Berufsprinzip" besteht, der zu einer Abschlussprüfung führt.

Um Wirksamkeit zu erreichen, sollen sich die Akteure verpflichten, die Qualitätssicherungs-kriterien einzuhalten. Dabei muss sichergestellt werden, dass es nicht zu einer zwanghaften Modularisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung kommt und dass anerkannte Ausbildungsberufe nicht atomisiert werden.

ECVET beruht auf Lernergebnissen, die aufgrund unterschiedlicher nationaler Berufsbildungssysteme stark variieren. Es muss zu Vereinbarungen zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und nationalen Behörden kommen, so dass eine Vielzahl von Akteuren eingebunden wird. Durch vertrauensvolle Zusammenarbeit soll der Erfolg des Projektes gesichert werden. Qualitative und nachhaltige Partnerschaften und Netzwerke sollen in den Mitgliedstaaten auf der europäischen, nationalen und regionalen Ebene entstehen, wobei auf existierende Strukturen zurückgegriffen werden soll.

Entscheidend für die Akzeptanz von ECVET ist sein freiwilliger Charakter. Es darf für die Akteure nicht zu rechtlichen Vorgaben kommen. Das Harmonisierungsverbot der Artikel 149 und 150 des Vertrags ist zu berücksichtigen; eine Egalisierung nationaler Qualifikationssysteme muss vermieden werden. Ebenso dürfen bewährte Ausbildungspraktiken und bestehende nationale Regelungen in den Mitgliedstaaten nicht unterminiert werden; die Vielfalt der Bildungssysteme ist zu wahren. Best practi

ces und fundierte Praxiserfahrung sollen die Eigendynamik des Prozesses verstärken.

ECVET ist ein Langzeitprojekt, welches sich in einem stetigen Prozess weiterentwickeln soll. Vier Jahre nach Annahme der Empfehlung wird die EU-Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat über gewonnene Erfahrungen und erwartete Auswirkungen berichten. Dabei ist es notwendig, die verschiedenen Akteure - Nutzer und ihre Vertreter - einzubeziehen.

ECVET kann erheblich zu den Zielsetzungen des EQR beitragen. Es fördert die transnationale Mobilität, ebenso den Zugang zum lebenslangen Lernen in der beruflichen Bildung. Dem Lernenden dürfte es ermöglichen, eine individuelle Laufbahn einzuschlagen. Mit der Einführung von ECVET werden ein beträchtlicher Mehrwert für Europa sowie ein wichtiger Beitrag zur Entstehung eines europäischen Arbeitsmarktes und zur Zukunftsfähigkeit Europas geschaffen.

Ihr Berichterstatter empfiehlt:

· dass eine schrittweise und praxisfundierte Einführung von ECVET durch die freiwillige Teilnahme der Mitgliedstaaten erzielt wird; im Konsens und unter Beachtung nationaler Eigenheiten soll ein Rahmenwerk zur Realisierung entstehen;

· dass klare Kriterien etabliert werden, um Relevanz, Transparenz, Vergleichbarkeit und gegenseitiges Vertrauen sicherzustellen; eine europaweit einheitliche quantitative Grundlage für die Vergabe der Leistungspunkte ist erforderlich;

· dass in denjenigen Mitgliedstaaten eine Gesamtqualifikation nicht ausschließlich durch Akkumulierung der erforderlichen Einheiten erreicht werden muss, in denen eine vollständige Qualifikation eine abschließende Prüfung erfordert;

· dass der von der EU-Kommission vorgesehene Zeitplan für die Einführung von ECVET erweitert wird; die Realisierung bis 2012 erscheint als unrealistisch. Eine Erprobungsphase sollte vorgesehen werden, damit praktische Erfahrungen in die Entwicklung einfließen können; gleichzeitig sind bewusste Verzögerungen zu vermeiden;

· dass ein ECVET-Benutzerleitfaden bereitgestellt wird. Dieses praxisgerechte Handbuch muss alsbald entwickelt werden;

· dass der administrative Aufwand von ECVET in Grenzen gehalten wird. So muss das Berichtswesen einfach und klar strukturiert werden, so dass es auch für KMU und kleinere Einrichtungen handhabbar wird. Außerdem sollte - anstatt eine umfangreiche, europäische Plattform aufzubauen - auf bereits erfolgreich zusammenarbeitende Institutionen, Partnerschaften und Netzwerke zurückgegriffen werden;

· dass zur Erfüllung der Lissabon-Ziele eines flexiblen, wissensbasierten Wirtschaftsraums das ECVET-System offen und nutzbar für andere Systeme außerhalb der EU sein muss.


STELLUNGNAHME des Ausschusses für Kultur und Bildung (7.10.2008)

für den Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten

zu dem Vorschlag für eine Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET)

(KOM(2008)0180 – C6‑0162/2008 – 2008/0070(COD))

Verfasser der Stellungnahme (*): Dumitru Oprea

(*) Assoziierter Ausschuss – Artikel 47 der Geschäftsordnung

KURZE BEGRÜNDUNG

A. Kurze Zusammenfassung

Die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates sieht die Schaffung eines Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET) vor, um Transparenz, Übertragung und Akkumulierung von Lernergebnissen aus unterschiedlichen Lernumgebungen und Ländern zu ermöglichen.

Die Vielfalt, ja Fragmentierung der Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungssysteme in Europa sowie die fehlende Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure auf dem Markt (Bildungseinrichtungen, Behörden usw.) stellen eine ernstzunehmende Herausforderung für die Mobilität der Europäer in dem Prozess des lebenslangen Lernens dar. In der Hochschulbildung wurde die Mobilität durch die Schaffung des Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen angekurbelt, folglich wird erwartet, dass die Schaffung eines ähnlichen Systems für die Berufsausbildung die gleiche Wirkung zeitigt.

In diesem Zusammenhang konzipiert die Empfehlung das ECVET als methodischen Rahmen, der genutzt werden kann, um Qualifikationen als mit entsprechenden Punkten versehene Einheiten von Lernergebnissen zu beschreiben und diese Lernergebnisse dadurch übertragbar und akkumulierbar zu machen. Es zielt nicht auf eine Harmonisierung der Qualifikationen und Berufsbildungssysteme ab und verlangt sie auch nicht, sondern soll mehr Vergleichbarkeit und Kompatibilität ermöglichen und kann für jedes EQR-Referenzniveau angewandt werden. Die Empfehlung wird von den Mitgliedstaaten ab 2012 auf freiwilliger Basis umgesetzt werden.

Das ECVET-System beruht auf drei Schlüsselbegriffen:

· Schaffung eines Rahmens, um Qualifikationen als Einheiten von Lernergebnissen mit Blick auf die Akkumulierung und Übertragbarkeit zu beschreiben,

· Schaffung eines Systems, in dem Lernergebnisse in der Berufsbildung eine bestimmte Zahl an Leistungspunkten erhalten, die validiert, akkumuliert und von einer Lernumgebung in eine andere sowie von einem Land in ein anderes übertragen werden können,

· Förderung von Netzwerken und Partnerschaften zwischen Einrichtungen, Behörden und anderen Akteuren aus dem Bereich der Berufsbildung, um ein Klima des gegenseitigen Vertrauens zu entwickeln, und Formalisierung von Partnerschaften durch Memoranda of Understanding (Vereinbarungen zwischen ihnen).

Die Empfehlung ermutigt die Mitgliedstaaten, das ECVET insbesondere durch Einführung von Maßnahmen zu seiner schrittweisen Anwendung auf die berufsbildenden Qualifikationen ab 2012 im Einklang mit den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten für die Zwecke der Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung von Lernergebnissen zu nutzen, die in formalen, nicht formalen und informellen Lernumgebungen erzielt wurden.

B. Kommentare des Verfassers der Stellungnahme

Der Verfasser der Stellungnahme möchte darauf hinweisen, dass eine erfolgreiche Einführung des ECVET in erster Linie auf der gemeinsamen Verpflichtung zur Achtung der Qualitätssicherungsgrundsätze beruhen muss. Zudem ist die Aufforderung an die relevanten Akteure, ECVET-Partnerschaften und -Netzwerke aufzubauen, von großer Bedeutung, denn dadurch wird nicht nur ein Rahmen für den Test von ECVET geschaffen, sondern diese Partnerschaften und Netzwerke können durch die Anerkennung von Leistungspunkten und ihre Übertragung von einer Einrichtung auf die andere gleichzeitig als Beispiele guter Praxis dienen und zu einem Klima des gegenseitigen Vertrauens führen.

Für die Einrichtung und die Gestaltung des ECVET-Systems ist es von Vorteil, dass es auf den Erfahrungen mit dem Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) aufbauen kann, einem ähnlichen System, das im Bereich der Hochschulbildung in Europa sehr erfolgreich umgesetzt wurde. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass der Markt im Bereich Berufsbildung ausgesprochen diversifiziert ist. Auch aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt eher auf Lernergebnissen als auf der für die Akkumulierung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen benötigten Zeit.

Berufsbildung ist ebenso wie Hochschulbildung ein Schlüsselelement für das lebenslange Lernen. Unter Hinweis darauf, dass beide Elemente sich normalerweise ergänzen, unterstreicht der Verfasser der Stellungnahme die Notwendigkeit der Kompatibilität, Vergleichbarkeit und Komplementarität von ECVET und ECTS.

ÄNDERUNGSANTRÄGE

Der Ausschuss für Kultur und Bildung ersucht den federführenden Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, folgende Änderungsanträge in seinen Bericht zu übernehmen:

Änderungsantrag  1

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 2 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(2α) Die Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung, eine der wichtigsten Möglichkeiten des lebenslangen Lernens, sind eng verknüpft sowohl mit der allgemeinen und Hochschulbildung als auch mit der Beschäftigungspolitik und der Sozialpolitik jedes Mitgliedstaats. Aufgrund ihrer multisektoralen Auswirkungen fördern sie nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und tragen zur Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften bei, sondern fördern auch den sozialen Zusammenhalt und die Gleichheit sowie die Beteiligung und das Engagement der Bürger.

Änderungsantrag  2

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(3) In der Entschließung des Rates vom 19. Dezember 2002 zur Förderung einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung („Kopenhagen-Prozess“) und im 2004 angenommenen Gemeinsamen Fortschrittsbericht des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ wird betont, wie wichtig ein System zur Anrechnung von Leistungspunkten für die Berufsbildung ist.

(3) In der Entschließung des Rates vom 19. Dezember 2002 zur Förderung einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung („Kopenhagen-Prozess“) und im 2004 angenommenen Gemeinsamen Fortschrittsbericht des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ wird betont, wie wichtig ein System zur Anrechnung von Leistungspunkten für die Berufsbildung ist, wobei auch im gemeinsamen Bericht des Rates und der Kommission von 2008 (Dok. 5723/08) darauf hingewiesen wird, dass größere Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Qualität und Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verbessern.

Änderungsantrag  3

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(5) Der Zweck dieser Empfehlung besteht darin, das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) einzurichten, mit dem die Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung der Lernergebnisse von Personen, die eine Qualifikation erwerben wollen, erleichtert wird. Damit werden die Transparenz von Lernergebnissen der Bürger und ihre Übertragbarkeit zwischen und innerhalb von Mitgliedstaaten in einem grenzenlosen Raum des lebenslangen Lernens verbessert.

(5) Der Zweck dieser Empfehlung besteht darin, das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) einzurichten, mit dem die Anrechnung, Anerkennung und Akkumulierung der Lernergebnisse von Personen, die eine Qualifikation erwerben wollen, erleichtert wird. Damit werden einerseits die Transparenz und transnationale Mobilität von Lernergebnissen der Bürger und ihre Übertragbarkeit zwischen Mitgliedstaaten in einem grenzenlosen Raum des lebenslangen Lernens und andererseits die Mobilität und Übertragbarkeit von Qualifikationen auf nationaler Ebene zwischen verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und innerhalb des Arbeitsmarktes verbessert.

Änderungsantrag  4

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 9

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(9) Mit dieser Empfehlung sollten die Kompatibilität und Vergleichbarkeit der in der Berufsbildung bestehenden Leistungspunktesysteme und des im Bereich der Hochschulbildung angewandten Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) verbessert werden; dies würde, unter Beachtung der nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten, zu mehr Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Stufen der allgemeinen und beruflichen Bildung beitragen.

(9) Mit dieser Empfehlung sollten die Kompatibilität, Vergleichbarkeit und Komplementarität der in der Berufsbildung bestehenden Leistungspunktesysteme und des im Bereich der Hochschulbildung angewandten Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) verbessert werden; dies würde, unter Beachtung der nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten, zu mehr Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Stufen der allgemeinen und beruflichen Bildung beitragen.

Änderungsantrag  5

Vorschlag für eine Empfehlung

Erwägung 12 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(12a) Die vorliegende Empfehlung sollte die Einbeziehung der zuständigen lokalen und regionalen Behörden bei der Verknüpfung nationaler/regionaler Qualifizierungsrahmen mit dem ECVET erleichtern.

Änderungsantrag  6

Vorschlag für eine Empfehlung

Empfehlung 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1. das in den Anhängen 1 und 2 beschriebene Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) zu fördern, um transnationale Mobilität in der Berufsbildung und grenzenloses lebenslanges Lernen zu erleichtern;

1. das in den Anhängen 1 und 2 beschriebene Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (im Folgenden „ECVET“ genannt) zu fördern, um die transnationale Mobilität und Anerkennung von Lernergebnissen in der Berufsbildung und grenzenloses lebenslanges Lernen zu erleichtern;

Änderungsantrag  7

Vorschlag für eine Empfehlung

Empfehlung 4

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

4. sicherzustellen, dass Interessengruppen und Einzelpersonen im Bereich der Berufsbildung Zugang zu Informationen über das ECVET und Anleitungen zu seiner Anwendung erhalten, und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass die Anwendung des ECVET auf Qualifikationen von den zuständigen Behörden angemessen bekannt gemacht wird und die von den zuständigen Behörden ausgestellten entsprechenden „Europass“-Unterlagen relevante Informationen darüber enthalten;

4. sicherzustellen, dass Interessengruppen, einschließlich Einzelpersonen, im Bereich der Berufsbildung Zugang zu Informationen über das ECVET und Anleitungen zu seiner Anwendung erhalten , und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass die Anwendung des ECVET auf Qualifikationen von den zuständigen Behörden angemessen bekannt gemacht wird und die von den zuständigen Behörden ausgestellten entsprechenden „Europass“-Unterlagen relevante Informationen darüber enthalten;

Änderungsantrag  8

Vorschlag für eine Empfehlung

Absicht 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2. in Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Experten und Nutzern einen Benutzerleitfaden und weitere Instrumente zu entwickeln, Fachkenntnisse zur Verbesserung der Kompatibilität zwischen dem ECVET und dem im Hochschulbereich angewandten Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen aufzubauen und regelmäßig Informationen über die Entwicklung des ECVET bereitzustellen;

2. in Zusammenarbeit mit Experten aus den Bereichen Berufsbildung und Hochschulbildung und Nutzern auf europäischer und nationaler Ebene einen Benutzerleitfaden, weitere Instrumente und Fachkenntnisse zur Verbesserung der Kompatibilität und Komplementarität zwischen dem ECVET und dem im Hochschulbereich angewandten Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen zu entwickeln und regelmäßig Informationen über die Entwicklung des ECVET bereitzustellen;

Änderungsantrag  9

Vorschlag für eine Empfehlung

Anhang 2 – Punkt 1 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Eine Einheit ist eine Komponente einer Qualifikation und besteht aus einem Teil der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die für eine bestimmte Qualifikation erforderlich sind. Eine Qualifikation umfasst im Prinzip mehrere Einheiten und wird aus einem Gesamtsatz von Einheiten gebildet. Somit kann ein Lernender eine Qualifikation durch Akkumulierung der erforderlichen Einheiten erreichen, auch wenn sie in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Lernumgebungen (formal, nicht formal und informell) erworben wurden.

Eine Einheit ist eine Komponente einer Qualifikation und besteht aus einem Teil der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die für eine bestimmte Qualifikation erforderlich sind. Jede Einheit hat eine bestimmte Zahl von ECVET- Leistungspunkten. Eine Qualifikation umfasst im Prinzip mehrere Einheiten und wird aus einem Gesamtsatz von Einheiten gebildet. Somit kann ein Lernender eine Qualifikation durch Akkumulierung der erforderlichen Einheiten erreichen, auch wenn sie in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Lernumgebungen (formal, nicht formal und informell) erworben wurden.

Änderungsantrag  10

Vorschlag für eine Empfehlung

Anhang 2 – Punkt 3 – Absatz 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Im Lernvertrag sollte festgelegt werden, dass die „Entsendeeinrichtung“ die vom Lernenden erzielten und von der „Gasteinrichtung“ positiv beurteilten Lernergebnisse als Teil der Anforderungen für eine Qualifikation nach den Regeln und Verfahren der zuständigen Einrichtung validieren und anerkennen kann.

Im Lernvertrag sollte festgelegt werden, dass die „Entsendeeinrichtung“ die vom Lernenden erzielten und von der „Gasteinrichtung“ positiv beurteilten Lernergebnisse als Teil der Anforderungen für eine Qualifikation nach den Regeln und Verfahren der zuständigen Einrichtung validieren und anerkennen sollte.

VERFAHREN

Titel

Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)

Bezugsdokumente - Verfahrensnummer

KOM(2008)0180 – C6-0162/2008 – 2008/0070(COD)

Federführender Ausschuss

EMPL

Stellungnahme von

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

CULT

24.4.2008

 

 

 

Assoziierte(r) Ausschuss/Ausschüsse - Datum der Bekanntgabe im Plenum

19.6.2008

 

 

 

Verfasser(in) der Stellungnahme

       Datum der Benennung

Dumitru Oprea

22.5.2008

 

 

Prüfung im Ausschuss

24.6.2008

10.9.2008

 

 

Datum der Annahme

7.10.2008

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

13

1

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Ivo Belet, Marielle De Sarnez, Marie-Hélène Descamps, Věra Flasarová, Milan Gaľa, Lissy Gröner, Ruth Hieronymi, Mikel Irujo Amezaga, Manolis Mavrommatis, Ljudmila Novak, Dumitru Oprea, Doris Pack, Thomas Wise

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Rolf Berend


VERFAHREN

Titel

Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)

Bezugsdokumente - Verfahrensnummer

KOM(2008)0180 – C6-0162/2008 – 2008/0070(COD)

Datum der Konsultation des EP

9.4.2008

Federführender Ausschuss

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

EMPL

24.4.2008

Mitberatende(r) Ausschuss/Ausschüsse

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

CULT

24.4.2008

 

 

 

Assoziierte(r) Ausschuss/Ausschüsse

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

CULT

19.6.2008

 

 

 

Berichterstatter(-in/-innen)

       Datum der Benennung

Thomas Mann

6.5.2008

 

 

Prüfung im Ausschuss

10.9.2008

6.10.2008

4.11.2008

 

Datum der Annahme

5.11.2008

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

41

1

1

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Jan Andersson, Iles Braghetto, Philip Bushill-Matthews, Alejandro Cercas, Ole Christensen, Derek Roland Clark, Luigi Cocilovo, Jean Louis Cottigny, Jan Cremers, Proinsias De Rossa, Harald Ettl, Richard Falbr, Carlo Fatuzzo, Ilda Figueiredo, Joel Hasse Ferreira, Stephen Hughes, Karin Jöns, Sajjad Karim, Jean Lambert, Bernard Lehideux, Elizabeth Lynne, Thomas Mann, Jan Tadeusz Masiel, Elisabeth Morin, Juan Andrés Naranjo Escobar, Csaba Őry, Siiri Oviir, Marie Panayotopoulos-Cassiotou, Pier Antonio Panzeri, Elisabeth Schroedter, José Albino Silva Peneda, Jean Spautz, Gabriele Stauner, Ewa Tomaszewska, Anne Van Lancker, Gabriele Zimmer

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Françoise Castex, Anna Ibrisagic, Rumiana Jeleva, Claude Turmes

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 178 Abs. 2)

Giles Chichester, Viktória Mohácsi, Silvia-Adriana Ţicău

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