Verfahren : 2008/2173(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A6-0051/2009

Eingereichte Texte :

A6-0051/2009

Aussprachen :

Abstimmungen :

PV 12/03/2009 - 7.2
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P6_TA(2009)0126

BERICHT     
PDF 146kWORD 101k
16.2.2009
PE 416.256v02-00 A6-0051/2009

über den Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen

(2008/2173(INI))

Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz

Berichterstatter: Toine Manders

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 BEGRÜNDUNG
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für Kultur und Bildung
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres
 ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

über den Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen

(2008/2173(INI))

Das Europäische Parlament,

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 22. April 2008 über den Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen (KOM(2008)0207),

 unter Hinweis auf die Entschließung des Rates vom 1. März 2002 zum Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, durch Kennzeichnung bestimmter Video- und Computerspiele nach Zielaltersgruppen(1),

 unter Hinweis auf die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Schutz Minderjähriger und den Schutz der Menschenwürde und über das Recht auf Gegendarstellung im Zusammenhang mit der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Industriezweiges der audiovisuellen Dienste und Online-Informationsdienste(2),

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 20. Dezember 2007 über ein europäisches Konzept für die Medienkompetenz im digitalen Umfeld (KOM(2007)0833),

 gestützt auf Artikel 45 seiner Geschäftsordnung,

 in Kenntnis des Berichts des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie der Stellungnahmen des Ausschusses für Kultur und Bildung und des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (A6-0051/2008),

A. in der Erwägung, dass Videospiele in Europa weit verbreitet sind und immer beliebter werden und der Markt für Videospiele rasch wächst,

B. in der Erwägung, dass Videospiele überwiegend gewaltfrei sind und ihre Nutzer häufig nicht nur unterhalten, sondern auch zur Entwicklung bestimmter Fähigkeiten beitragen und Wissen vermitteln,

C. in der Erwägung, dass Videospiele ursprünglich vorwiegend für Minderjährige produziert wurden, inzwischen jedoch immer mehr Videospiele speziell für Erwachsene entwickelt werden,

D. in der Erwägung, dass der Markt für Videospiele global ist,

E. in der Erwägung, dass es in den Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten fällt, über Maßnahmen zur Einschränkung des Verkaufs von Videospielen bzw. über deren Verbot zu entscheiden,

F. in der Erwägung, dass der Schutz der geistigen Gesundheit von Kindern Nulltoleranz und ein entschiedenes Vorgehen im Falle von Verstößen gegen Vorschriften zum Schutz von Kindern in Verbindung mit der Nutzung von Videospielen erfordert,

1. begrüßt die oben genannte Mitteilung der Kommission über den Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen;

2. unterstreicht den Beitrag der Spieleindustrie zur Verwirklichung der Agenda von Lissabon und betont die multikulturellen Aspekte vieler Spiele;

3. betont, dass Videospiele ein ausgezeichnetes Mittel der Anregung darstellen und nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zu Bildungszwecken genutzt werden können; ist der Ansicht, dass sich Schulen mit Videospielen befassen und Schüler und Eltern über den Nutzen und die Nachteile von Videospielen unterrichten sollten;

4. hebt hervor, dass Videospiele für Bürger aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten eine der beliebtesten Freizeitbetätigungen sind; erkennt den erzieherischen Wert von Videospielen auch im Hinblick auf die leichtere Heranführung von Minderjährigen an die neuen Technologien an; teilt jedoch die Sorge der Kommission wegen der potenziellen Gefahren, die mit einer unsachgemäßen Nutzung von Videospielen durch Minderjährige verbunden sind;

5. ist der Ansicht, dass Videospiele das Erlernen von Fakten und Fähigkeiten, die in der Informationsgesellschaft von Bedeutung sind, wie zum Beispiel strategisches und innovatives Denken, Kreativität und Zusammenarbeit, unterstützen können;

6. verweist auf den Nutzen von Videospielen in der Medizin und insbesondere darauf, dass sich die sogenannte „Videospieltherapie“ als wirksam für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten, Menschen mit traumatischen Gehirnverletzungen, Menschen mit Muskelproblemen und autistischen Kindern erwiesen hat;

7. ist der Ansicht, dass harmonisierte Bestimmungen für die Kennzeichnung von Videospielen dazu führen, dass die Kennzeichnungssysteme bekannter werden, und gleichzeitig das wirksame Funktionieren des Binnenmarktes fördern; begrüßt deshalb die Tätigkeit des Rates und der Kommission zur Förderung der Annahme EU-weiter Kennzeichnungsregelungen für Videospiele und zur Schaffung eines freiwilligen Verhaltenskodexes für interaktive Spiele, die Kinder als Zielgruppe haben;

8. nimmt zur Kenntnis, dass sich die Marktbedingungen wesentlich verändert haben, denn früher wurden Videospiele überwiegend in Geschäften gekauft und auf einem Computer oder einer Spielkonsole gespielt, während heute dagegen Spiele im Internet erworben und heruntergeladen werden können;

9. nimmt zur Kenntnis, dass Videospiele auf unterschiedlichen Plattformen gespielt werden können, zum Beispiel auf Spielkonsolen und Personalcomputern, jedoch auch zunehmend auf mobilen Geräten, wie zum Beispiel Mobiltelefonen;

10. weist darauf hin, dass Videospiele immer interaktiver werden oder sogar einen dynamischen Inhalt haben, der es den Nutzern erlaubt, Teile des Spiels selbst zu entwickeln; stellt fest, dass Nutzer sich zunehmend an in den Spielen integrierten Foren (Text Chat und Voice Chat) und an Online-Gemeinschaften beteiligen können; verweist auf die Differenzierung des Marktes, die zur Folge hat, dass mehr Spiele speziell für Erwachsene entwickelt werden;

11. ist der Ansicht, dass die aktuellen Entwicklungstrends deutlich zeigen, wie wichtig der angemessene Schutz von Minderjährigen ist, indem u.a. dafür gesorgt wird, dass schädliche Inhalte für sie nicht zugänglich sind;

12. verweist darauf, dass die Kontrolle durch die Eltern immer schwieriger wird, da Online-Videospiele nicht in einer stofflichen Verpackung mit klarer und einfach lesbarer Kennzeichnung verkauft werden und Kinder ohne Wissen oder Zustimmung ihrer Eltern Videospiele herunterladen können, die für ihr Alter nicht geeignet sind;

13. stellt fest, dass Gewalt in Videospielen zwar nicht automatisch zu gewalttätigem Verhalten führt, einigen Wissenschaftlern zufolge jedoch Personen, die lange Zeit Gewaltszenen in Videospielen ausgesetzt sind, negativ beeinflusst werden und unter bestimmten Umständen ein gewalttätiges Verhalten entwickeln können; stellt deshalb fest, dass ein Vorsorgeansatz verfolgt werden sollte, wenn es um die Auswirkungen der Spiele auf das Verhalten – vor allem von Kleinkindern – geht;

14. betont, dass einige Spieler ein problematisches Suchtverhalten an den Tag legen; ruft Produzenten, Einzelhändler, Eltern und andere Akteure dazu auf, Maßnahmen zu treffen, um jedwede negativen Auswirkungen zu vermeiden;

15. unterstreicht, dass die aktuellen Entwicklungen die Notwendigkeit einer wirksamen Altersüberprüfung für Spiele und insbesondere für Online-Spiele verstärken;

16. ist der Ansicht, dass unterschiedliche Ansätze zur Verstärkung der Kontrolle von Videospielen untersucht werden sollten, räumt jedoch gleichzeitig ein, dass wahrscheinlich keines dieser Systeme eine absolute Garantie dafür bieten kann, dass Kinder keinen Zugang zu ungeeigneten Videospielen erlangen;

17. ruft die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, in Zusammenarbeit mit der Branche zu untersuchen, ob es sinnvoll ist, einen „roten Knopf“ zu entwickeln, der in (mobile) Konsolen oder Spieleinrichtungen und in Computer integriert werden kann und bestimmte Spiele deaktiviert oder den Zugang zu einem Spiel während einer bestimmten Tageszeit bzw. den Zugang zu bestimmten Teilen des Spiels sperrt;

18. fordert zusätzliche Bemühungen in dieser Hinsicht – einschließlich der Möglichkeit der Aufnahme einer akustischen Warnung in das europäische Alterseinstufungssystem PEGI (Pan-European Game Information) – und rechnet damit, dass der gewerbliche Spielesektor systematisch Zugangsmodelle für Online-Spiele integriert, um sicherzustellen, dass Minderjährige keinen schädlichen Online-Inhalten ausgesetzt sind;

19. unterstreicht die Bedeutung angemessener Kontrollmaßnahmen für Online-Käufe von Videospielen, einschließlich von Käufen per Kreditkarte oder Gutschein;

20. ist der Ansicht, dass die Entwicklungen auf dem Gebiet von Videospielen und insbesondere von Online-Videospielen es erfordern, dass der Inhalt von Videospielen mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt wird, dass Eltern eine stärkere Kontrolle ausüben und Instrumente wie das System PEGI geschaffen werden; begrüßt die von der Branche bereits getroffenen Maßnahmen zur Einrichtung von Selbstkontrolle;

21. begrüßt das System PEGI Online, bei dem es sich um eine logische Weiterentwicklung von PEGI handelt und das sich auf Videospiele bezieht, die über das Internet bereitgestellt werden, z. B. Download- oder Online-Spiele; begrüßt seine anhaltende Kofinanzierung durch die Kommission im Rahmen des Programms „Sicheres Internet“, dessen Ziel darin besteht, Probleme in Verbindung mit der sicheren Nutzung des Internet durch Kinder und neuen Online-Technologien zu bewältigen; fordert die Kommission auf, in Verbindung mit dem Programm zur Förderung eines sichereren Internets eine systematische Studie über die Wirkung von Videospielen auf Minderjährige zu fördern;

22. begrüßt die Arbeit des Europarates zur Aufstellung von Leitlinien für Videospiele sowie zur Förderung des Wissens über Internet-Sicherheit im Allgemeinen unter Kindern;

23. ist der Auffassung, dass nationale Informations- und Sensibilisierungskampagnen für Verbraucher – vor allem Eltern – durchgeführt werden sollten, um ihnen Hilfestellung bei der Auswahl von Videospielen zu geben, die für das Alter und den Wissensstand ihrer Kinder geeignet sind, und Produkte zu vermeiden, die nicht angemessen gekennzeichnet sind; hält die Mitgliedstaaten dazu an, diesbezüglich bewährte Praktiken auszutausschen;

24. ist der Ansicht, dass das System PEGI für die Einstufung von Spielen ein wichtiges Instrument ist, das die Transparenz für Verbraucher, insbesondere für Eltern, beim Kauf von Spielen verbessert hat, da es ihnen ermöglicht wird, wohlüberlegt zu entscheiden, ob ein Spiel für Kinder geeignet ist; bedauert jedoch, dass viele Verbraucher und insbesondere viele Eltern offensichtlich kein ausreichendes Wissen über Videospiele und ihre möglichen Auswirkungen auf Kinder haben;

25. fordert die Kommission auf, Maßnahmen vorzuschlagen, die zu einem sichereren Umfeld für Online-Videospiele beitragen, einschließlich innovativer Methoden, die Minderjährige am Zugang zu Online-Videospielen hindern, deren Inhalt für sie ungeeignet ist;

26. ruft die Mitgliedstaaten zu einer anhaltenden engen Zusammenarbeit mit dem Ziel des Schutzes von Minderjährigen auf; ruft die Hersteller von Videospielen und Spielkonsolen auf, die Systeme PEGI und PEGI Online weiter zu verbessern und insbesondere regelmäßig die Kriterien für die Alterseinstufung und Kennzeichnung auf den neuesten Stand zu bringen, PEGI aktiver bekannt zu machen und die Liste der Unterzeichner zu erweitern; fordert die Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, dafür Sorge zu tragen, dass nationale Bewertungssysteme nicht auf eine Art und Weise entwickelt werden, die zur Fragmentierung des Marktes führt;

27. ruft die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu auf, mit Verbraucherorganisationen und anderen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um mithilfe von Aufklärungskampagnen das Wissen über die vorhandenen Klassifikationssysteme und namentlich das System PEGI unter den Verbrauchern und insbesondere unter jungen Verbrauchern und deren Eltern zu erhöhen; unterstreicht die Bedeutung der Verbreitung dieser Informationen an Schulen;

28. fordert die Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, Kampagnen zur Information der Eltern und der Lehrer durchzuführen, um die technologische Generationskluft zu überwinden und die Systeme PEGI und PEGI Online sowie eine sicherere und bewusstere Nutzung der neuen Technologien einschließlich der Videospiele zu fördern;

29. fordert die Kommission auf, kurzfristig den Austausch bewährter Praktiken unter den zuständigen nationalen Bildungsbehörden zu erleichtern, um die Vermittlung der Kompetenz für den Umgang mit Spielen in die Bildungsziele von Primär- und Sekundarschulen einzubeziehen; ruft alle Beteiligten dazu auf, regelmäßig Erfahrungen und Informationen auszutauschen, um die bestmöglichen Maßnahmen in Bezug auf den Markt für Videospiele festlegen zu können;

30. betont, dass gegenwärtig nicht in allen Mitgliedstaaten geregelt ist, dass Einzelhändler Spiele mit Gewaltszenen ausschließlich an Erwachsene verkaufen; fordert die Eigner von Internet-Cafés auf, Kinder am Spielen von Spielen zu hindern, die für höhere Altersklassen eingestuft sind; verweist auf die am 9. Dezember 2008 veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage „Auf dem Weg zu einer sichereren Nutzung des Internets für Kinder in der EU - aus dem Blickwinkel der Eltern“(3), in der festgestellt wurde, dass 3,2 % der Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren ohne Beaufsichtigung durch Erwachsene in Internet-Cafés auf das Internet zugreifen; ist der Ansicht, dass ein gemeinsames Konzept für die Verhängung von harten Strafen gegen Einzelhändler und Eigner von Internet-Cafés erforderlich ist; fordert deshalb die Mitgliedstaaten auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass Kinder Spiele erwerben und spielen, die für höhere Altersklassen gedacht sind, zum Beispiel durch Prüfung ihrer Identität; unterstützt den Vorschlag der Kommission, einen europaweit geltenden Verhaltenskodex für Einzelhändler und Hersteller von Videospielen einzuführen, um dem Verkauf von Videospielen mit gewalttätigem und schädlichem Inhalt an Minderjährige zu vorzubeugen;

31. fordert die Mitgliedstaaten auf, spezifische zivil- und strafrechtliche Rechtsvorschriften im Hinblick auf den Verkauf von gewalthaltigen Fernseh-, Video- und Computerspielen auszuarbeiten; ist der Ansicht, dass dabei den Online-Spielen, die sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche wenden und darauf ausgerichtet sind, Gewinne zu erzielen, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte;

32. fordert die Kommission auf, durch spezifische Rechtsvorschriften dem Missbrauch von Online-Spielen für unlautere kommerzielle Tätigkeiten entgegenzuwirken, beispielsweise solchen, die minderjährige Nutzer auf unredliche Weise dazu verleiten, rechtliche Verpflichtungen einzugehen (z. B. durch automatisches Abonnieren oder bösartige Dialer-Programme, die teure gebührenpflichtige Rufnummern anwählen) und solchen, die wettbewerbswidrige Werbebotschaften aussenden (z. B. Produktplatzierung oder andere verdeckte Marketingtechniken);

33. ruft die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, mit Behörden in anderen Teilen der Welt zusammenzuarbeiten, um die Verabschiedung internationaler Leitlinien, Kennzeichnungssysteme und Verhaltensregeln zur Förderung globaler Klassifikationssysteme für Videospiele und Online-Spiele anzuregen;

34. ist der Auffassung, dass die Branche dabei unterstützt werden sollte, die Systeme der Selbstkontrolle weiterzuentwickeln und zu verbessern, und dass gegenwärtig kein Bedarf an EU-weiten Rechtsvorschriften in diesem Bereich besteht;

35. verweist darauf, wie wichtig es ist, dass die Medien das Verantwortungsbewusstsein der Eltern erhöhen und die Ausstrahlung von Werbung für Erwachsenen-Videospiele auf Fernsehzeiten beschränken, in denen weniger Kinder zuschauen;

36. ist der Auffassung, dass die für das Verbot von Videospielen zuständigen staatlichen Behörden die entsprechenden Stellen in anderen Mitgliedstaaten unterrichten und das Verbot durch Versand einer automatischen Warnmeldung im System PEGI veröffentlichen sollten;

37. fordert die Kommission auf, im Rahmen des Programms MEDIA und nationaler steuerlicher Fördermaßnahmen neue Entwicklungen in diesem schnell wachsenden Bereich der kreativen Wissensgesellschaft zu unterstützen, insbesondere durch Förderung der bildungs-, multimedia- und kulturspezifischen Elemente von Videospielen sowie mithilfe der Förderung entsprechender Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge.

38. fordert die Kommission auf, Leitlinien zu entwickeln, um mögliche Interessenkonflikte zwischen Einstufungsstellen zu vermeiden und die Unabhängigkeit solcher Organisationen von der Industrie verpflichteten Interessengruppen zu wahren;

39. beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat und der Kommission sowie den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten zu übermitteln.

(1)

ABl. C 65 vom 14.3.2002, S. 2.

(2)

ABl. L 378 vom 27.12.2006, S. 72.

(3)

http://ec.europa.eu/public_opinion/flash/fl_248_en.pdf.


BEGRÜNDUNG

Der Zweck des vorliegenden Initiativberichtes besteht darin, die Ansichten des Europäischen Parlaments zu der Mitteilung der Kommission über den Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen darzustellen.

Videospiele werden in verschiedenen Altergruppen in Europa immer beliebter. Es wird geschätzt, dass sich die Gesamteinnahmen für Videospiele 2008 auf mehr als 7,3 Milliarden Euro belaufen werden. Aufgrund der technologischen Veränderungen und der Tatsache, dass zunehmend Spiele speziell für Erwachsene entwickelt werden, muss eine politische Debatte über den Regelungsrahmen für solche Spiele geführt werden.

Der Berichterstatter ist der Ansicht, dass die meisten Videospiele harmlos und gewaltfrei sind. Außerdem können Spiele für Bildungszwecke eingesetzt werden und tragen zur Aneignung von Wissen und verschiedenen Fähigkeiten bei, die im 21. Jahrhundert von großer Bedeutung sind. Es werden jedoch immer mehr Videospiele für Erwachsene entwickelt, die Gewaltszenen enthalten, welche für Kinder schädlich sein könnten. Deshalb ist die Aufmerksmakeit auf den Schutz der Verbraucher und insbesondere der Kinder zu richten. Dabei ist zu gewährleisten, dass die Verbraucher korrekte Informationen über das Produkt erhalten, das sie zu erwerben beabsichtigen, und dass Kinder keine Spiele kaufen können, die nicht für ihr Alter geeignet sind.

Änderungen der Technologie und der Marktbedingungen schaffen neue Herausforderungen. Während Videospiele früher in Geschäften erworben und an einem festen Ort, d. h. an einem Computer oder einer Spielkonsole gespielt wurden, können sie jetzt auch auf mobilen Geräten, wie zum Beispiel Mobiltelefonen installiert werden. Gleichzeitig werden Videospiele immer interaktiver und dynamischer. Das ermöglicht Nutzern, Teile des Spieles selbst zu erfinden oder sich an Forumsdiskussionen und Online-Gemeinschaften, die in manchen Videospielen enthalten sind, zu beteiligen.

Diese Veränderungen zeigen deutlich, wie wichtig der angemessene Schutz von Kindern ist, so dass u.a. dafür zu sorgen ist, dass sie keinen Zugang zu Inhalten erhalten, die für andere Altersgruppen gedacht und deshalb möglicherweise für sie schädlich sind. Gleichzeitig gestaltet sich die Kontrolle durch die Eltern zunehmend schwierig, da Videospiele nicht mehr in einer stofflichen Verpackung mit klarer und einfach lesbarer Kennzeichnung verkauft werden, sondern im Internet erworben und heruntergeladen werden können. Somit können Kinder ohne Wissen oder Zustimmung ihrer Eltern für sie ungeeignete Videospiele herunterladen oder sich an interaktiven und dynamischen Spielen beteiligen.

Die meisten Videospiele sind zwar harmlos, es gibt jedoch auch Spiele, die Gewalt beinhalten, so dass einige Mitgliedstaaten entschieden haben, bestimmte Spiele zu verbieten. Zwar wurde ein konkreter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gewalt beinhaltenden Videospielen und gewalttätigem Verhalten niemals nachgewiesen, trotzdem sollten Hersteller, Einzelhändler und Eltern Maßnahmen treffen, um negativen Auswirkungen von Videospielen vorzubeugen.

Der Berichterstatter möchte dabei die Wichtigkeit eines mehrgleisigen Ansatzes betonen. Zum einen ist die Weiterentwicklung wirksamer Systeme für die Altersüberprüfung für Online-Spiele von wesentlicher Bedeutung. Zum anderen sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten in Zusammenarbeit mit der Branche untersuchen, ob es sinnvoll wäre, einen „roten Knopf“ zu entwickeln, der in (mobile) Konsolen oder Spieleinrichtungen und in Computer integriert werden kann und der bestimmte Spiele deaktiviert oder den Zugang zu bestimmten Teilen eines Spiels während einer bestimmten Tageszeit sperren kann. Schließlich ist es auch wichtig, angemessene Kontrollmaßnahmen für Online-Käufe von Videospielen, einschließlich von Käufen per Kreditkarte oder Gutschein, zu gewährleisten.

Harmonisierte Bestimmungen für die Kennzeichnung von Videospielen würden dazu führen, dass die Kennzeichnungssysteme bekannter werden, und gleichzeitig das wirksame Funktionieren des Binnenmarktes fördern. Der Berichterstatter begrüßt Maßnahmen der Branche zur Einführung einer Selbstkontrolle und unterstützt auch die Initiativen der Europäischen Kommission und des Rates zur Förderung der Annahme EU-weiter Kennzeichnungsregelungen für Videospiele und zur Aufstellung eines freiwilligen Verhaltenskodexes für interaktive Spiele, die Kinder als Zielgruppe haben. Er begrüßt des Weiteren die Tätigkeit des Europarates zur Festlegung von Leitlinien für Videospiele und zur Förderung des Wissens über die Internet-Sicherheit generell für Kinder.

Mit der Einführung des europäischen Alterseinstufungssystems PEGI (Pan European Games Information) steht ein wichtiges Instrument zur Verfügung, das die Transparenz für Eltern und andere Verbraucher beim Kauf von Spielen für Kinder verbessert hat. Allerdings ist den Käufern offensichtlich nicht ausreichend bekannt, worum es sich bei Videospielen handelt und welche Auswirkungen sie auf Kinder haben können. Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollten mit Verbraucherorganisationen, Schulen und anderen Beteiligten zusammenarbeiten, um die Bekanntheit der vorhandenen Klassifikationssysteme und namentlich des Systems PEGI unter den Verbrauchern und insbesondere unter jungen Verbrauchern zu erhöhen.

Auch ist es von großer Bedeutung, dass die Mitgliedstaaten weiterhin eng zusammenarbeiten, um den Schutz Minderjähriger zu fördern, und die Branche bei der Entwicklung entsprechender Systeme unterstützen. Die Mitgliedstaaten sollten das System PEGI in ihre nationalen Rechtsvorschriften aufnehmen und gewährleisten, dass nationale Bewertungssysteme nicht auf eine Art und Weise entwickelt werden, die zur Schwächung des Systems PEGI oder zur Fragmentierung des Marktes führt.

Gleichzeitig stellt der Berichterstatter fest, dass gegenwärtig nicht in allen Mitgliedstaaten geregelt ist, dass die Einzelhändler Spiele mit Gewaltszenen ausschließlich an Erwachsene verkaufen. Er ist der Ansicht, dass ein gemeinsames Konzept für die Verhängung von Strafen gegen Einzelhändler von Vorteil wäre, und fordert deshalb die Mitgliedstaaten auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass Kinder Videospiele erwerben, die für höhere Altersklassen gedacht sind.

Es ist die Ansicht des Berichterstatters, dass die Branche zwar dabei unterstützt werden sollte, das System der Selbstkontrolle weiterzuentwickeln, dass gegenwärtig jedoch kein Bedarf an EU-weiten Rechtsvorschriften in diesem Bereich besteht.


STELLUNGNAHME des Ausschusses für Kultur und Bildung (9.12.2008)

für den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz

zu dem Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen

(2008/2173(INI))

Verfasser der Stellungnahme: Ivo Belet

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Kultur und Bildung ersucht den federführenden Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

-     unter Hinweis auf seine Entschließung zur Medienkompetenz in der digitalen Welt,

A.  in der Erwägung, dass der Schutz der geistigen Gesundheit von Kindern Nulltoleranz und ein entschiedenes Vorgehen im Falle von Verstößen gegen Vorschriften zum Schutz von Kindern erfordert,

1.   betont, dass der Umgang mit Videospielen Kinder in einer zunehmend größeren Bandbreite von Altersgruppen betrifft und beträchtliche Vorteile für die Erziehung aufweisen und eine positive Wirkung auf die Entwicklung von sprachlichen, kreativen und strategischen Fertigkeiten und geistigen Fähigkeiten haben kann;

2.   unterstreicht den Beitrag der Spieleindustrie zur Verwirklichung der Agenda von Lissabon und betont die (multi)kulturellen Aspekte vieler Spiele;

3.   macht jedoch auf die potenziellen Gefahren aufmerksam, die sich aus einem unangemessenen Umgang mit Videospielen insbesondere für Kinder ergeben;

4.   erkennt die Bedeutung eines einfachen und klaren Alterseinstufungs-/Inhaltsbewertungssystems an, das Anhaltspunkte gibt und – vor allem Eltern und Lehrer – für die potenziell schädliche Wirkung einiger Inhalte auf Minderjährige sensibilisiert;

5.   fordert die Kommission auf, ein gemeinsames, auf Selbstregulierung beruhendes EU-System mit Einstufungskriterien, im Besonderen das europäische Alterseinstufungssystem PEGI (Pan European Game Information), das Informationen über potenziell schädliche Inhalte für Minderjährige liefert, zu fördern und auszuweiten und die Koordinierung unter den Mitgliedstaaten zu gewährleisten mit dem Ziel, für den Verkauf von Videospielen ein „PEGI-only“-Einstufungssystem einzuführen;

6.   begrüßt das System PEGI Online, bei dem es sich um eine logische Weiterentwicklung von PEGI handelt und das sich auf Videospiele bezieht, die über das Internet bereitgestellt werden, z. B. Download- oder Online-Spiele; unterstützt seine anhaltende Kofinanzierung durch die Kommission im Rahmen des Programms „Sicheres Internet“, dessen Ziel darin besteht, Probleme in Verbindung mit der sicheren Nutzung des Internet durch Kinder und neuen Online-Technologien zu bewältigen;

7.   fordert zusätzliche Bemühungen in dieser Hinsicht – einschließlich der Möglichkeit der Aufnahme einer akustischen Warnung in das System PEGI – und rechnet damit, dass der gewerbliche Spielesektor systematisch Zugangsmodelle für Online-Spiele integriert, um sicherzustellen, dass Minderjährige keinen schädlichen Online-Inhalten ausgesetzt sind;

8.   fordert die Kommission auf, in Verbindung mit dem Programm zur Förderung eines sichereren Internets eine systematische Studie über die Wirkung von Videospielen auf Minderjährige zu fördern und Maßnahmen vorzuschlagen, die zu einem sichereren Umfeld für Online-Videospiele beitragen, einschließlich innovativer Methoden, die Minderjährige am Zugang zu Online-Videospielen hindern, deren Inhalt für sie ungeeignet ist;

9.   fordert die Software-Hersteller auf, weiter in Filter und Mechanismen der elterlichen Kontrolle zu investieren, die es den Eltern ermöglichen, ihre Kinder vor für sie nicht geeigneten Inhalten zu schützen;

10. unterstützt den Vorschlag der Kommission, einen europaweiten Verhaltenskodex für Einzelhändler, die Videospiele verkaufen, einzuführen, um dem Verkauf von schädlichen Videospielen an Minderjährige zu vorzubeugen; unterstreicht, dass auch die Hersteller in diesen Prozess einbezogen werden sollten;

11.  ist der Auffassung, dass nationale Informations- und Sensibilisierungskampagnen für Verbraucher – vor allem Eltern – durchgeführt werden sollten, um ihnen Hilfestellung bei der Auswahl von Videospielen zu geben, die für das Alter und den Wissensstand ihrer Kinder geeignet sind, und Produkte zu vermeiden, die nicht angemessen gekennzeichnet sind; hält die Mitgliedstaaten dazu an, diesbezüglich bewährte Praktiken auszutausschen;

12. bekräftigt die Bedeutung der Medienkompetenz und die ausschlaggebende Rolle von Eltern und Lehrern bei der Entwicklung der Einstellungen von Minderjährigen gegenüber Videospielen, und fordert die Kommission auf, in Zusammenarbeit mit der Branche Informationen, die sämtliche Aspekte von Videospielen abdecken, zu entwickeln und unter Eltern und Lehrern zu verbreiten;

13.  fordert eine Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen durch Ausbildung in Kindergärten, Bildungseinrichtungen, Schulen sowie Jugendbetreuungsprogrammen, um insbesondere Jugendliche an einen freien, kritischen und reflektierten Medienkonsum heranzuführen und sie im konstruktiven Umgang mit Videospielen zu unterrichten;

14. fordert die Kommission auf, kurzfristig den Austausch bewährter Praktiken unter den zuständigen nationalen Bildungsbehörden zu erleichtern, um die Vermittlung der Kompetenz für den Umgang mit Spielen in die Bildungsziele von Primär- und Sekundarschulen einzubeziehen;

15. fordert die Kommission auf, im Rahmen des Programms MEDIA und nationaler steuerlicher Fördermaßnahmen neue Entwicklungen in diesem schnell wachsenden Bereich der kreativen Wissensgesellschaft zu unterstützen, insbesondere durch Forderung der bildungs-, multimedia- und kulturspezifischen Elemente von Videospielen sowie mit Hilfe der Förderung entsprechender Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge.

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

2.12.2008

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

19

2

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Maria Badia i Cutchet, Katerina Batzeli, Ivo Belet, Guy Bono, Marie-Hélène Descamps, Věra Flasarová, Milan Gaľa, Vasco Graça Moura, Christopher Heaton-Harris, Luis Herrero-Tejedor, Ruth Hieronymi, Manolis Mavrommatis, Doris Pack, Zdzisław Zbigniew Podkański, Christa Prets, Helga Trüpel, Thomas Wise

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Nina Škottová, László Tőkés, Ewa Tomaszewska, Cornelis Visser


STELLUNGNAHME des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (21.1.2009)

für den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz

zum Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen

(2008/2173(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Roberta Angelilli

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres ersucht den federführenden Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.   hebt hervor, dass Videospiele für Bürger aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten eine der beliebtesten Freizeitbetätigungen sind; erkennt den erzieherischen Wert von Videospielen auch im Hinblick auf die leichtere Heranführung von Minderjährigen an die neuen Technologien an; teilt jedoch die Sorge der Kommission wegen der potenziellen Gefahren, die mit einer unsachgemäßen Verwendung von Videospielen durch Minderjährige verbunden sind;

2.   fordert alle Mitgliedstaaten und Interessengruppen auf, die Verbreitung und Nutzung des freiwilligen europäischen Spieleinformationssystems PEGI (Pan European Game Information) und des PEGI-Online-Systems zu fördern, die bereits in den meisten Mitgliedstaaten gebräuchlich sind und eine Alterseinstufung der Unterhaltungssoftware und eine Qualitätskennzeichnung von Online-Webseiten vornehmen, um zu verhindern, dass Minderjährige mit Spielen in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sind;

3.   fordert alle Mitgliedstaaten auf, bei der Entwicklung der nationalen Einstufungssysteme dafür Sorge zu tragen, dass das PEGI-System nicht abgeschwächt wird;

4.   fordert die Mitgliedstaaten und die Interessengruppen auf, die Vereinfachung der im PEGI- und im PEGI-Online-System verwendeten Symbole zu fördern, um sie sowohl hinsichtlich der Altersangaben als auch der Inhalte klarer und insbesondere für die Eltern verständlicher zu gestalten;

5.   fordert die Mitgliedstaaten auf, die Verbreitung des PEGI-Systems und des PEGI-Online-Systems bei den Herstellern von Spielkonsolen und den Einzelhändlern zu fördern und Maßnahmen zur Information über ihre Verwendung für Familien und pädagogische Fachkräfte durchzuführen;

6.   fordert die Mitgliedstaaten auf, spezifische zivil- und strafrechtliche Bestimmungen im Hinblick auf den Verkauf von gewalthaltigen Fernseh-, Video- und Computerspielen auszuarbeiten; ist der Ansicht, dass dabei den Online-Spielen, die sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche wenden und darauf ausgerichtet sind, Gewinne zu erzielen, besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist;

7.   fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die den Familien bei Online-Videospielen zur Verfügung stehenden Filtersysteme zu verbessern und die Nutzung von PEGI Online zu fördern, und zwar mit Schwerpunktsetzung auf die Risiken im Zusammenhang mit der Internet-Nutzung und den Chatrooms zu solchen Spielen;

8.   fordert die Mitgliedstaaten dringend auf, gemeinsam mit Interessengruppen ein wirksames europaweites Alterseinstufungssystem (durch Selbstregulierung oder Ko-Regulierung) zu erarbeiten, das auf alle Plattformen anwendbar ist, wobei dem spezifischen Charakter jedes Mediums, bei dem sich eine Einstufung als schwierig erweist, wie dem Internet, Rechnung zu tragen ist;

9.   fordert die Mitgliedstaaten auf, mit Vertretern der Industrie, Einstufungsstellen und anderen Akteuren zusammenzuarbeiten, um innovative und effiziente Lösungen für die Altersprüfung zu entwickeln;

10. fordert die Mitgliedstaaten auf, einen zwischen allen Beteiligten vereinbarten europaweiten Verhaltenskodex für den Verkauf im Einzelhandel von Fernseh-, Video- und Computerspielen an Minderjährige, vor allem an Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren, auszuarbeiten, um auch die Einzelhändler in die Verantwortung zu nehmen;

11. fordert die Kommission auf, Leitlinien zu entwickeln, um mögliche Interessenkonflikte zwischen Einstufungsstellen zu vermeiden und die Unabhängigkeit solcher Organisationen von der Industrie verpflichteten Interessengruppen zu wahren;

12. fordert die Mitgliedstaaten auf, Maßnahmen zur Information der Eltern und der Lehrer durchzuführen, um die technologische Generationskluft zu überwinden und eine sicherere und bewusstere Nutzung der neuen Technologien einschließlich der Videospiele zu fördern;

13. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, gemeinsam mit allen Kinder-, Familien- und Verbraucherschutzorganisationen, Eltern, Lehrern, aber auch Internetdiensteanbietern sowie Herstellern und Vertreibern von Videospielen Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen und -kampagnen voranzutreiben, durch die die Öffentlichkeit veranlasst werden soll, verstärkt auf das System PEGI und das Online-System PEGI zurückzugreifen;

14. fordert die Mitgliedstaaten auf, Minderjährige in den Kampf gegen die Verbreitung von Videospielen mit Gewalt verherrlichenden und schädlichen Inhalten einzubeziehen, und ist insbesondere der Auffassung, dass die Minderjährigen an informations- und bewusstseinsbildenden Maßnahmen beteiligt werden sollten, die ihnen die grundlegenden Instrumente vermitteln, um Gewalt verherrlichende und schädliche Inhalte zu erkennen und sich davor zu schützen;

15. fordert die Kommission auf, durch spezifische Rechtsvorschriften dem Missbrauch von Onlinespielen für unlautere kommerzielle Tätigkeiten entgegenzuwirken, beispielsweise solchen, die Minderjährige auf unredliche Weise dazu verleiten, rechtliche Verpflichtungen einzugehen (z. B. durch automatisches Abonnieren oder bösartige Dialer-Programme, die teure gebührenpflichtige Rufnummern anwählen), und solchen, die wettbewerbswidrige Werbebotschaften aussenden (z. B. Produktplatzierung oder andere verdeckte Marketingtechniken);

16. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Video-, Fernseh- und Computerspiele in das Programm „Mehr Sicherheit im Internet“ einzubeziehen;

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

21.1.2009

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

53

0

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Alexander Alvaro, Roberta Angelilli, Mario Borghezio, Catherine Boursier, Emine Bozkurt, Philip Bradbourn, Mihael Brejc, Kathalijne Maria Buitenweg, Maddalena Calia, Michael Cashman, Giusto Catania, Jean-Marie Cavada, Carlos Coelho, Elly de Groen-Kouwenhoven, Panayiotis Demetriou, Gérard Deprez, Agustín Díaz de Mera García Consuegra, Bárbara Dührkop Dührkop, Claudio Fava, Urszula Gacek, Kinga Gál, Patrick Gaubert, Roland Gewalt, Jeanine Hennis-Plasschaert, Ewa Klamt, Magda Kósáné Kovács, Stavros Lambrinidis, Henrik Lax, Roselyne Lefrançois, Baroness Sarah Ludford, Viktória Mohácsi, Claude Moraes, Javier Moreno Sánchez, Rareş-Lucian Niculescu, Martine Roure, Sebastiano Sanzarello, Inger Segelström, Csaba Sógor, Vladimir Urutchev, Ioannis Varvitsiotis, Manfred Weber, Tatjana Ždanoka

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Edit Bauer, Simon Busuttil, Iratxe García Pérez, Elisabetta Gardini, Genowefa Grabowska, Ona Juknevičienė, Antonio Masip Hidalgo, Nicolae Vlad Popa, Luca Romagnoli, Eva-Britt Svensson, Stefano Zappalà


ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

11.2.2009

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

35

0

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Mogens Camre, Charlotte Cederschiöld, Gabriela Creţu, Janelly Fourtou, Evelyne Gebhardt, Martí Grau i Segú, Małgorzata Handzlik, Malcolm Harbour, Anna Hedh, Edit Herczog, Pierre Jonckheer, Kurt Lechner, Lasse Lehtinen, Toine Manders, Catiuscia Marini, Arlene McCarthy, Nickolay Mladenov, Catherine Neris, Bill Newton Dunn, Zita Pleštinská, Giovanni Rivera, Zuzana Roithová, Heide Rühle, Leopold Józef Rutowicz, Christel Schaldemose, Eva-Britt Svensson, Jacques Toubon, Bernadette Vergnaud, Barbara Weiler

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Emmanouil Angelakas, André Brie, Colm Burke, Giles Chichester, Magor Imre Csibi, Joel Hasse Ferreira, Filip Kaczmarek, Andrea Losco, Manuel Medina Ortega, José Ribeiro e Castro

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