BERICHT über Jugend in Bewegung – ein Rahmen für die Verbesserung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa

20.4.2011 - (2010/2307(INI))

Ausschuss für Kultur und Bildung
Berichterstatter: Milan Zver
Verfasserin der Stellungnahme(*):
Jutta Steinruck, Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten
(*) Assoziierter Ausschuss – Artikel 50 der Geschäftsordnung

Verfahren : 2010/2307(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument :  
A7-0169/2011
Eingereichte Texte :
A7-0169/2011
Angenommene Texte :

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu „Jugend in Bewegung – ein Rahmen für die Verbesserung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa“

(2010/2307(INI))

Das Europäische Parlament,

–   in Kenntnis der Mitteilung der Kommission vom 9. Juni 2010 mit dem Titel „Ein neuer Impuls für die europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zur Unterstützung der Strategie Europa 2020“ (KOM(2010)0296),

–   in Kenntnis der Mitteilung der Kommission vom 15. September 2010 mit dem Titel „Jugend in Bewegung – Eine Initiative zur Freisetzung des Potenzials junger Menschen, um in der Europäischen Union intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu erzielen“ (KOM(2010)0477),

–   in Kenntnis der Mitteilung der Kommission vom 3. März 2010 mit dem Titel „Europa 2020: Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ (KOM(2010)2020),

–   unter Hinweis auf seine Entschließung vom 18. Mai 2010 zu „Eine EU-Strategie für die Jugend – Investitionen und Empowerment“[1],

–   unter Hinweis auf die Entschließung des Rates vom 27. November 2009 über das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft[2],

–   unter Hinweis auf die Schlussfolgerungen des Rates vom 12. Mai 2009 zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020)[3],

–   unter Hinweis auf die Schlussfolgerungen des Rates vom 11. Mai 2010 zur sozialen Dimension der allgemeinen und beruflichen Bildung und zu den Fähigkeiten für das lebenslange Lernen und der Initiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigung“[4],

–   unter Hinweis auf die Schlussfolgerungen des Rates vom 17. Juni 2010[5] zu einer neuen Strategie für Wachstum und Beschäftigung, insbesondere den Teil, in dem die Leitzielvorgaben hinsichtlich der Verbesserung des Bildungsniveau bekräftigt werden,

–   unter Hinweis auf die Schlussfolgerungen des Rates vom 19. November 2010 zu der Initiative „Jugend in Bewegung“, in denen anerkannt wird, dass ein stärker integriertes, sektorübergreifendes Konzept in Reaktion auf die Herausforderungen, denen junge Menschen gegenüberstehen, erforderlich ist[6],

–   unter Hinweis auf die Stellungnahme des Ausschusses der Regionen vom 28. Januar 2011[7] und die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vom 15. März 2011[8] zu der Initiative „Jugend in Bewegung“,

–   gestützt auf die Artikel 165 und 166 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

–   gestützt auf Artikel 48 seiner Geschäftsordnung,

–   in Kenntnis des Berichts des Ausschusses für Kultur und Bildung sowie der Stellungnahme des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten (A7-0169/2011),

A. in der Erwägung, dass das Wissen und die Fähigkeiten junger Menschen im Kontext der Strategie Europa 2020 von entscheidender Bedeutung sind, damit das Ziel eines intelligenten, integrativen und nachhaltigen Wachstums erreicht wird,

B.  in der Erwägung, dass „Jugend in Bewegung“ (JiB), eine Leitinitiative der Strategie Europa 2020, darauf abzielt, die Attraktivität der Hochschulen in Europa, die allgemeine Qualität der Bildung und Fortbildung auf allen Niveaus und sowie die Mobilität von Studierenden und Arbeitnehmern zu verbessern, indem die bestehenden europäischen Programme effizienter genutzt werden,

C. in der Erwägung, dass in der Strategie Europa 2020 verankert ist, dass „bis 2020 [...] alle jungen Leute in Europa die Möglichkeit erhalten [müssen], einen Teil ihres Bildungswegs in anderen Mitgliedstaaten zurückzulegen“,

D. in der Erwägung, dass Jugendliche eine Schlüsselrolle hinsichtlich der fünf Leitzielvorgaben der EU für 2020, nämlich Beschäftigung, Forschung und Innovation, Klima und Energie, Bildung und Bekämpfung der Armut, spielen,

E.  in der Erwägung, dass mit JiB die bisherige EU-Strategie für die Jugend (KOM(2009)0200) gestärkt wird, indem jungen Menschen das Wissen, die Fähigkeiten und die Kompetenzen vermittelt werden, die sie in ihrem Arbeits- und Privatleben brauchen,

F.  in der Erwägung, dass junge Menschen in besonders starkem Maße unter der Krise zu leiden hatten und dass die Jugendarbeitslosigkeit in der EU bei über 20 % liegt und somit doppelt so hoch wie die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei Erwachsenen ist und in einigen Mitgliedstaaten über 40 % beträgt,

G. in der Erwägung, dass die Jugendarbeitslosigkeit mit fast 21 % eine der dringendsten Herausforderungen für Europa ist,

H. in der Erwägung, dass die Mitgliedstaaten aufgrund der Wirtschaftskrise die Investitionen im Bereich Bildung und Weiterbildung einschränken, was sich direkt auf die Zukunftsperspektiven junger Leute auswirkt, während sich Europa bei der Verwirklichung des erforderlichen Wachstums mit einer zunehmenden demografischen Herausforderung konfrontiert sieht,

I.   in der Erwägung, dass die durch unzureichende Leistungen im Bildungsbereich verursachten wirtschaftlichen Kosten deutlich höher sind als die durch die Finanzkrise verursachten Kosten,

J.   in der Erwägung, dass die Krise deutlich gemacht hat, dass unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften reformiert werden müssen und dass zur Unterstützung dieser Reformen hochwertige Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung erforderlich sind, um Europa besser auf die Bewältigung der heutigen und künftigen Herausforderungen vorzubereiten,

K. in der Erwägung, dass wegen der stetig abnehmenden öffentlichen Investitionen in Hochschulen und der dadurch bedingten Erhöhung der Studiengebühren und/oder Senkung der Sozialleistungen und Stipendien immer mehr Studierende aus dem Hochschulbildungssystem ausscheiden, sodass sich die soziale Kluft immer weiter vergrößert,

L.  in der Erwägung, dass das Humankapital ein grundlegendes strategisches Instrument ist, um eine erfolgreiche wirtschaftliche und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft sicherzustellen,

M. in der Erwägung, dass Europass-Daten zufolge immer mehr Jugendliche den Wunsch nach mehr bildungs- und berufsrelevanter Mobilität innerhalb der Europäischen Union äußern,

N. in der Erwägung, dass Bildung eine grundlegende Rolle bei der Förderung der Kreativität und des innovativen Potenzials junger Menschen spielt und Bildung den Menschen die notwendigen Instrumente an die Hand gibt, die für ihre intellektuelle Entwicklung, ihre berufliche Eingliederung, ihre persönliche Entfaltung und ihre soziale und staatsbürgerliche Integration erforderlich sind,

O. in der Erwägung, dass Forschungsergebnisse belegen, dass Mobilität zur Entwicklung eines europäischen Bürgersinns und zum Engagement im Rahmen demokratischer Prozesse beiträgt,

P.  in der Erwägung, dass Mobilitätsprogramme nicht nur Universitätsstudenten offen stehen sollten, sondern auch jungen Menschen mit geringen Qualifikationen, da sich durch den Zugang zu solchen Programmen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können,

Q. in der Erwägung, dass Mobilitätsprogramme für alle Jugendlichen unabhängig von dem von ihnen gewählten Bildungsgang zugänglich sein sollten,

R.  in der Erwägung, dass die Zahl der jungen Menschen, die – insbesondere im Rahmen von EU-Programmen – im Ausland studieren oder arbeiten können, nicht schnell genug zunimmt,

S.  in der Erwägung, dass der Bologna-Prozess in seinem ersten Jahrzehnt bei der Verwirklichung seiner Ziele im Bereich der Weiterentwicklung der Hochschulbildung in Europa auf viele Schwierigkeiten gestoßen ist,

T.  in der Erwägung, dass die Verringerung der Zahl der Schulabbrecher eine entscheidende Rolle dabei spielt, junge Menschen vor der Bedrohung durch soziale Ausgrenzung und Armut zu schützen und den Zugang zum Arbeitsmarkt für sie zu verbessern und zu erleichtern,

U. in der Erwägung, dass der Übergang von der allgemeinen und beruflichen Bildung in das Erwerbsleben die Jugendlichen vor eine große Herausforderung stellt,

V. in der Erwägung, dass freiwilliges Engagement eine wichtige Gelegenheit darstellt, neue Fähigkeiten durch informelle und nichtformale Bildung zu erwerben, soziale Verantwortung zu übernehmen, sich der Bedeutung des europäischen Einigungswerks bewusst zu werden und sich in vielen Bereichen als aktive Bürger daran zu beteiligen, und dass dies, insbesondere im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011, stärkere Beachtung finden sollte,

W. in der Erwägung, dass Jugendorganisationen zu den wichtigsten Anbietern nichtformaler, die formale Bildung ergänzender Bildung gehören, die wichtig ist, um junge Menschen mit den entsprechenden Fähigkeiten und Kompetenzen auszustatten, dank deren sie sich zu aktiven Bürgern entwickeln können und die ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern, sowie in der Erwägung, dass Jugendorganisationen auf diese Weise einen Beitrag zur Verwirklichung der Ziele der Strategie Europa 2020 leisten,

X. in der Erwägung, dass es von wesentlicher Bedeutung ist, junge Menschen und die verschiedenen Jugendorganisationen, die sie vertreten, in den Entscheidungsprozess einzubeziehen, damit sie ein Gefühl von Eigenverantwortung entwickeln und um sicherzustellen, dass sie ihre Ideen für eine Strategie für die Jugend aktiv einbringen,

Y. in der Erwägung, dass eines der Kernziele von JiB die Stärkung des Zusammenhalts in Europa und die Sensibilisierung der Bürger für ihre europäische Identität ist,

Allgemeine Anmerkungen und finanzielle Unterstützung

1.  begrüßt JiB als eine politische Initiative zur Stärkung der auf junge Menschen ausgerichteten Programme in den Bereichen Bildung, Mobilität und Beschäftigung und als eine an die Mitgliedstaaten gerichtete Aufforderung, die Ziele der Strategie Europa 2020 zu verwirklichen;

2.  betont, dass Hochschulen durch die JiB-Initiative dazu motiviert werden, ihre Qualität durch die verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen weltweit zu steigern, und weist darauf hin, dass sich in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Einrichtungen in den USA als besonders fruchtbar erweisen kann;

3.  weist darauf hin, dass Investitionen im Bildungsbereich zweifellos wesentlich für nachhaltiges Wachstum und nachhaltige Entwicklung sind, und dass sogar in Zeiten der Wirtschaftskrise die Finanzierung von Jugendprogrammen und Bildung nicht als gegenwärtiger Kostenfaktor, sondern als eine Investition in die Zukunft Europas angesehen werden sollte;

4.  betont, dass es das Ziel aller Jugendinitiativen sein muss, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass alle junge Menschen erfolgreich in die Gesellschaft integriert werden, und sie kontinuierlich auf das Europa der Zukunft vorzubereiten, was auch bedeutet, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich für gesellschaftliche Belange einzusetzen und zur Gestaltung der Gesellschaft beizutragen, und ihnen eine an den Erfordernissen einer modernen, wettbewerbsfähigen, integrativen und nachhaltigen Gesellschaft orientierte Schul-, Berufs- und Hochschulbildung und nichtformale Bildung zu ermöglichen und damit den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern;

5.  betont, dass die Krise nicht als Vorwand für die Kürzung der Ausgaben im Bildungsbereich dienen darf, da eine höhere Bildung der Jugend notwendig ist, um die Auswirkungen der Krise zu überwinden;

6.  bedauert, dass Informationen der Kommission zufolge die von den Mitgliedstaaten erstellten nationalen Pläne als weiterer Beitrag zur Verwirklichung der in der Strategie „Europa 2020“ verankerten bildungspolitischen Ziele nicht ausreichen;

7.  erkennt an, dass eines der Ziele der Hochschulbildung die Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit sein muss, hebt allerdings hervor, dass die Hochschulbildung aber auch die Kreativität und Innovationsfähigkeit der jungen Menschen fördern und einen Beitrag zu ihrer intellektuellen und sozialen Entwicklung leisten muss;

8.  stellt fest, dass der Erfolg von JiB überwiegend von der Umsetzung der Leitaktionen durch die Mitgliedstaaten abhängt; fordert die Kommission daher auf, während der Umsetzung die entscheidenden Elemente genau zu überwachen und zu analysieren, um die Mitgliedstaaten in diesem Prozess zu unterstützen und eine bessere Abstimmung zwischen ihnen sicherzustellen;

9.  fordert die Kommission auf, dem Europäischen Parlament regelmäßig über die Wirksamkeit der Leitaktionen im Rahmen der JiB-Initiative und die von den Mitgliedstaaten registrierten Fortschritte Bericht zu erstatten;

10. empfiehlt den europäischen Organen, innerhalb des Rahmens „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“ einen intensiven und strukturierten Dialog im Bildungsbereich einzurichten, um Jugendorganisationen und andere Interessensgruppen im Hinblick auf die Weiterverfolgung von JiB in Zusammenarbeit mit jungen Menschen umfassend in die Umsetzung von Bildungsmaßnahmen einzubeziehen sowie Prioritäten und auf junge Menschen ausgerichtete Maßnahmen zu diskutieren und so jungen Menschen eine größere Rolle in dem Entscheidungsprozess über sie betreffende Angelegenheiten zu geben;

11. fordert die Kommission auf, in ihrem Vorschlag über einen neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) die Investitionen in Programme in den Bereichen Mobilität und Jugend, wie Lebenslanges Lernen (Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius, Grundtvig), Marie Curie, Erasmus Mundus und Jugend in Bewegung in ihrer gegenwärtigen Form, sowie in den Europäischen Freiwilligendienst weiterhin schrittweise auszubauen; fordert, dass diese Programme wirksamer gefördert werden und dass die Möglichkeiten, die sie bieten, den betreffenden Zielgruppen besser vermittelt werden; fordert die Kommission auf, weiterhin in die Zusammenarbeit mit Beitrittsländern und potenziellen Beitrittsländern zu investieren und entsprechend den Zielen der Strategie Europa 2020 einen Vorschlag für die nächste Generation von Mobilitäts- und Jugendprogrammen vorzulegen;

12. betont, dass kein junger Mensch, der aus irgendwelchen Gründen Probleme auf seinem Bildungsweg hat, der Arbeitswelt verloren gehen darf, sondern dass solche jungen Menschen vielmehr eine gezielte Unterstützung erfahren müssen; stellt fest, dass Zugang zu Bildung keine Frage des sozialen oder finanziellen Status der Eltern sein darf; betont, dass die horizontale Mobilität auf allen Bildungsstufen sowohl in der schulischen als auch in der beruflichen Bildung von besonderer Bedeutung ist;

13. betont, dass die Anreize für Mobilität verbessert werden sollten und es eine erhebliche und ausreichende finanzielle Unterstützung geben sollte, die insbesondere auf die am stärksten benachteiligten Gruppen ausgerichtet ist; bekräftigt, dass dieses Ziel im nächsten MFR berücksichtigt werden sollte; fordert eine Aufstockung des Anteils der Haushaltsmittel, die für das Programm Leonardo da Vinci bereitgestellt werden, um die Mobilität im Bereich der berufliche Bildung zu fördern;

14. hält eine ehrgeizige Mittelausstattung für erforderlich, um das Ziel zu verwirklichen, dass alle einen Teil ihrer Aus- oder Weiterbildung im Ausland absolvieren können; ist der Ansicht, dass die allgemeine und berufliche Bildung eine Priorität der Europäischen Union sein muss und dieses Ziel im Rahmen des nächsten MFR berücksichtigt werden sollte;

15. fordert, dass die Bildungsprogramme mit dem Ziel der Förderung der Mobilität über 2013 hinaus verlängert werden, und ersucht die Kommission, bei der Ausarbeitung künftiger Rahmenprogramme eine erhebliche Aufstockung der dafür vorgesehenen Finanzmittel vorzusehen;

16. ersucht die Europäische Union, ihre eigenen Finanzinstrumente einzusetzen, um jungen Menschen zu helfen, und die Möglichkeiten im Rahmen der Europäischen Investitionsbank und des Europäischen Investitionsfonds besser zu nutzen;

17. fordert die Mitgliedstaaten auf, mehr in die Aus- und Weiterbildungssysteme auf allen Niveaus zu investieren, die Umsetzung der EU-Programme im Bereich Mobilität auf nationaler Ebene finanziell zu unterstützen und die Qualität der Bildung im Allgemeinen zu sichern bzw. zu erhöhen;

18. ist davon überzeugt, dass das Programm „Jugend in Bewegung“ von entscheidender Bedeutung für die Mitwirkung junger Menschen an Europa ist und dass dieses Programm ausgebaut und fortgesetzt werden sollte; fordert die Kommission daher auf, im nächsten MFR ein eigenständiges Programm „Jugend in Aktion“ beizubehalten;

19. betont die Bedeutung der JiB-Initiative, die wesentlich zur Einbeziehung junger Menschen in die Gesellschaft beiträgt, und fordert die Kommission auf, das aus dem Programm „Jugend in Aktion“ gewonnene Know-how zu nutzen;

20. fordert die Mitgliedstaaten auf, Gesamtinvestitionen in Höhe von mindestens 2 % des BIP in den Bereich des Hochschulwesens als das für wissensintensive Volkswirtschaften erforderliche Minimum anzustreben, wie von der Kommission im jährlichen Gutachten über Wachstum und Beschäftigung empfohlen wird;

21. weist darauf hin, dass flexible Ausbildungsprogramme vonnöten sind, die mit einer gleichzeitigen Berufstätigkeit vereinbar sind;

Jugend und Mobilität

22. fordert die jungen Menschen auf, sich aktiv an allen Stufen der EU-Programme, von der Entwicklung bis zur Durchführung, zu beteiligen;

23. betont, wie wichtig es ist, dass junge Menschen nicht nur in den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft eingegliedert, sondern auch an der Gestaltung der Zukunft Europas beteiligt werden; fordert die Kommission auf, ein Grünbuch zur Mitwirkung der Jugend vorzulegen;

24. stimmt zu, dass bereits sehr früh Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Zahl der Schulabbrecher auf unter 10 % zu senken, wie im Rahmen der Strategie Europa 2020 beschlossen wurde, wobei der Schwerpunkt auf benachteiligte Gebiete zu legen ist; begrüßt den Vorschlag der Kommission für eine Empfehlung des Rates zur Unterstützung der Bemühungen der Mitgliedstaaten, die Schulabbrecherrate zu senken;

25. betont, dass die Zahl vorzeitiger Schulabbrecher, die bekanntlich Gefahr laufen, später vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen und aus der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden, erheblich verringert werden muss; betont, dass dieses Problem mit einem multidimensionalen Ansatz angegangen werden muss, der auch soziale Maßnahmen zur Verbesserung der Aus- und Weiterbildung in benachteiligten Gebieten umfasst;

26. fordert in Anbetracht dessen, dass die Mobilität junger Menschen zur Unterstützung demokratischer Prozesse beitragen kann, die europäischen Organe auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit junge Menschen aus den an dem Programm der Östlichen Nachbarschaft (ENP) beteiligten Staaten aktiv in die JiB-Initiative einbezogen werden können und so eine bessere Ausbildung junger Menschen sowohl aus den EU-Mitgliedstaaten als auch aus den ENP- Ländern ermöglicht wird;

27. betont, dass es wichtig ist, auch die Mobilität von Lehrkräften und von im Bereich Jugend und Bildung Beschäftigten zu fördern, da sie bei den von ihnen betreuten Jugendlichen als Katalysator wirken können;

28. weist auf den wichtigen Beitrag von regionalen und lokalen Gebietskörperschaften zur Förderung der Mobilität hin;

29. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten zudem auf, den am stärksten gefährdeten Personen, benachteiligten Kategorien von jungen Menschen mit geringeren Möglichkeiten und jenen, die nach einer „zweiten Chance“ suchen, um ihre Ausbildung wieder aufzunehmen, besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung zukommen zu lassen;

30. fordert die Kommission auf, auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene Daten über praktische Hindernisse für Mobilität zu erheben und alle notwendigen Maßnahmen zu ihrer Beseitigung zu treffen, um für alle zugängliche, qualitativ hochwertige Mobilität während des gesamten Bildungswegs, auch während der beruflichen Aus- und Weiterbildung, sicherzustellen; hält den von der Kommission vorgeschlagenen Mobilitätsanzeiger für sehr nützlich für die Verwirklichung dieses Ziels;

31. legt der Kommission nahe, mehr Initiativen zur Förderung der Mobilität von Jugendlichen auch in an die EU angrenzenden Regionen durchzuführen;

32. fordert die Kommission auf, dringend Maßnahmen zur Unterstützung der Mobilität zu treffen, um Bildung, Beschäftigung und Anerkennung beruflicher Qualifikationen zu fördern;

33. weist darauf hin, wie wichtig es ist, Maßnahmen zu treffen, um sicherzustellen, dass junge Menschen, auch jene aus benachteiligten Gebieten, in allen Phasen ihrer Ausbildung mobil sind, dass ihre Stipendien während eines Auslandsaufenthalts vollständig übertragbar sind und ihre Zwischenergebnisse und Abschlüsse in allen Mitgliedstaaten anerkannt werden, wie im Europäischen Qualifikationsrahmen empfohlen wird;

34. ist sich bewusst, dass behinderte junge Menschen sowie junge Menschen mit Kindern zusätzliche Unterstützung erhalten müssen, damit sie Zugang zu den bestehenden Mobilitätsprogrammen erhalten und diese voll nutzen und Studium, Arbeit und Privatleben miteinander vereinbaren können;

35. weist darauf hin, dass zusätzlich zur internationalen Mobilität auch die Internationalisierung zuhause gefördert werden sollte, und dass der Aufbau eines internationalen Kooperationsnetzes ausgehend von der Herkunftshochschule und dem Herkunftsland der Studiernden gefördert werden sollte; betont das Potenzial der virtuellen Mobilität der Jugendlichen als Ergänzung zu ihrer geografischen Mobilität;

36. weist nachdrücklich darauf hin, dass Fähigkeiten, die durch eine beliebige Form des Lernens, auch durch nichtformales und informelles Lernen, erworben worden sind, und ihre Rolle bei der Entwicklung wichtiger Fähigkeiten und Kompetenzen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt und die Anpassungsfähigkeit an dessen Erfordernisse gewährleisten, unbedingt anerkannt werden müssen, und fordert, dass die auf diesem Wege erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen in den Mobilitätsanzeiger einbezogen werden;

37. empfiehlt die Förderung von Projekten, die die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten von Generation zu Generation aufrechterhalten; hebt die Vorteile hervor, die die Kompetenzen und das kulturelle Potenzial einer mobilen internationalen Studentenschaft zu bieten haben;

38. fordert die Kommission auf, eine umfassende Strategie zur Förderung der nichtformalen Bildung und ihrer Anbieter vorzulegen;

39. weist darauf hin, wie wichtig Mobilität für die Stärkung des Gefühls der Unionsbürgerschaft, für die bessere Wertschätzung der europäischen Kultur und der auf wechselseitiger Achtung beruhenden europäische Werte sowie für die breitere Einbeziehung junger Menschen in demokratische Prozesse und die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins junger Menschen ist;

40. erinnert die Mitgliedstaaten daran, das Erlernen der Muttersprache plus zwei weiterer Sprachen in frühen Lebens- bzw. Bildungsphasen einzuführen; weist darauf hin, dass für Menschen, die keine zweite Sprache sprechen, Mobilität nicht realisierbar sein wird; betont, wie wichtig es ist, die Sprachen der Nachbarländer zu erlernen;

41. fordert die Mitgliedstaaten auf, die Mobilität zu Lern- und zu Beschäftigungszwecken zu fördern, indem sie a) Aufklärungsarbeit leisten und allen interessierten jungen Menschen einfachen Zugang zu den diesbezüglichen Informationen bieten, b) den zusätzlichen Nutzen der Mobilität zu einem frühen Zeitpunkt in der Ausbildung hervorheben, c) die Validierung der Lernergebnisse, die im Rahmen der Mobilität zwischen Mitgliedstaaten erzielt wurden, sicherstellen und d) den Verwaltungsaufwand verringern und die Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Behörden der Mitgliedstaaten unterstützen;

42. fordert die Kommission auf, die Mobilität zu Lern- und zu Beschäftigungszwecken zu fördern, indem sie a) die Bildungs- und Jugendprogramme der EU wie Erasmus, Leonardo da Vinci und Jugend in Aktion stärkt, b) die Umsetzung der bestehenden europäischen Instrumente wie das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) und Europass verbessert und c) die neuen Instrumente weiterentwickelt, die sie bereit geprüft hat, wie z. B. die Website zu „Jugend in Bewegung“, der Jugendausweis im Rahmen von „Jugend in Bewegung“, der Europäische Qualifikationspass und das Pilotprojekt „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“;

43. begrüßt die neuen Leitaktionen der JiB-Initiative, die alle eine Weiterentwicklung nützlicher und bereits bestehender Instrumente zur Förderung der Mobilität darstellen, wie die einzige zentrale Website zu Mobilität, die Mobilitätskarte, die die bereits vorhandenen Jugend- und Studierendenausweise ergänzt und ihren Erfolg verstärkt, und den Europäischen Qualifikationspass, der zu einem online zugänglichen Portfolio für lebenslanges Lernen weiterentwickelt werden soll; fordert darüber hinaus eine größere Sichtbarkeit aller gegenwärtigen und künftigen Programme;

Die europäischen Hochschulen und der Bologna-Prozess

44. betont, wie wichtig es ist, einen neuen, konstruktiveren Dialog mit allen Interessensgruppen im Rahmen des Bologna-Prozesses aufzunehmen, wobei mit Blick auf seine Verbesserung sowohl den bisherigen Erfolgen als auch den Problemen Rechnung zu tragen ist;

45. fordert die Kommission auf, den Fokus des Modernisierungsprogramms für Universitäten zu erweitern und neue Prioritäten festzulegen, um neue Herausforderungen zu bewältigen, wie die soziale Dimension der Hochschulbildung, die Förderung von Lernmethoden, bei denen die Studierenden im Mittelpunkt stehen, und die Unterstützung der Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen, die Benchmark von 40 % beim Erwerb von Hochschulabschlüssen zu erreichen;

46. ist der festen Überzeugung, dass die Hochschulen unabhängig sein müssen, betont aber gleichzeitig die Verantwortung, die diese gegenüber der Gesellschaft haben; fordert die Mitgliedstaaten auf, in die Reform und die Modernisierung des Hochschulwesens zu investieren;

47. weist darauf hin, dass ein Gleichgewicht zwischen den Hochschulen auf der einen Seite und den Erfordernissen der Wirtschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen auf der anderen Seite gefunden werden muss und dass beides durch angemessene Lehrpläne, die die Vermittlung von in der künftigen Gesellschaft und Wirtschaft erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten gewährleisten, miteinander verknüpft werden muss;

48. fordert die Mitgliedstaaten, die Regionen und die lokalen Behörden auf, die Zusammenarbeit von Hochschulen, Berufsbildungseinrichtungen und dem Privatsektor zu unterstützen und auszubauen, um den Dialog zwischen Hochschulen und Unternehmen zu verbessern und für eine bessere Koordinierung der drei Komponenten des Wissensdreiecks, d. h. Forschung, Bildung und Innovation, zu sorgen;

49. betont die Bedeutung der bestehenden Programme zur Finanzierung von Forschung und Innovation, die unter dem Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung und im Rahmen der Kohäsionspolitik durchgeführt werden, und weist darauf hin, wie wichtig es ist, für ihre bessere Koordinierung mit den Initiativen im Bildungsbereich zu sorgen; ist ferner der Ansicht, dass die grenzübergreifende Zusammenarbeit ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der JiB-Initiative ist; fordert die Akteure daher auf, die Möglichkeiten, die sich im Rahmen des Ziels „territoriale Zusammenarbeit“ der Kohäsionspolitik bieten, voll auszuschöpfen;

50. unterstreicht, dass unbedingt flexiblere Bildungsstrukturen geschaffen werden müssen, wie offene Hochschulen und ein Weiterbildungsangebot im Internet, damit alle Jugendlichen Zugang zu qualitativ hochwertiger Ausbildung haben und nicht aufgrund von Entfernung oder ungünstigen Stundenplänen davon ausgeschlossen sind; stellt fest, dass es aufgrund des verzögerten Eintritts der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und aufgrund der Probleme im Zusammenhang mit der Tragfähigkeit der Systeme der sozialen Sicherheit außerordentlich wichtig ist, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Studium geschaffen werden;

51. legt den Hochschulen nahe, ihre Programme und Strukturen stärker auf die besonderen Erfordernisse des Arbeitsmarkts auszurichten, die Anforderungen von Unternehmen bei der Entwicklung von Lehrplänen zu berücksichtigen, und durch die Förderung von öffentlich-privaten Partnerschaften und Sponsoring neue Methoden der Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Unternehmen zu praktizieren sowie Jungunternehmertum zu fördern und zu unterstützen;

52. weist darauf hin, dass die Hochschulen Programme entwickeln müssen, um bei den Studiernden die unternehmerische Initiative durch Ausbildungsprogramme und durch die Schaffung von Berührungspunkten mit Finanzakteuren, die an der Unterstützung innovativer Projekte interessiert sind, zu fördern;

53. unterstreicht, wie wichtig es ist, den Unternehmergeist zu fördern und junge Menschen bei der Gründung eigener Unternehmen zu unterstützen sowie das Programm „Erasmus für junge Unternehmer“ zu fördern und auszuweiten; empfiehlt daher die Durchführung einer EU-Informationskampagne in Bildungseinrichtungen zum Thema Unternehmergeist, Gründungskapital, Besteuerung von Start-up-Unternehmen und Unterstützung der Weiterbildung;

54. fordert die Kommission auf, eine Datenbank innovativer Projekte einzurichten, um den Austausch bewährter Verfahren zwischen bereits in den Mitgliedstaaten oder an Hochschulen erprobten Projekten zu erleichtern, um den Kontakt zwischen Absolventen und Unternehmen herzustellen und den Absolventen unmittelbaren Zugang zur Arbeitswelt zu verschaffen;

55. erkennt den Nutzen von Stipendien an, die Studierenden von Privatunternehmen zur Verfügung gestellt werden;

56. schlägt vor, dass die Kommission anstelle eines weltweiten Hochschulrankings ein informationsbasiertes System über Studiengänge an europäischen Hochschulen einführt, in dessen Rahmen u. a. regelmäßig Berichte über die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden eines jeden Studiengangs und über Mobilitätschancen veröffentlicht werden;

57. fordert die Kommission auf, alle erforderlichen Anstrengungen zur Vollendung des Europäischen Forschungsraums zu unternehmen und dabei die Mobilität junger Forscher stärker zu unterstützen, um europäische Spitzenforschung zu fördern;

58. ist der Auffassung, dass die Mitgliedstaaten gewährleisten müssen, dass für junge Männer und Frauen zu denselben Bedingungen Stipendien verfügbar sind, die ihnen den Zugang zur Hochschulbildung ermöglichen, sodass eine fortdauernde Ungleichbehandlung verhindert wird, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem tertiären Bildungsbereich liegen muss;

Berufliche Aus- und Weiterbildung

59. fordert die Mitgliedstaaten auf, die berufliche Aus- und Weiterbildung zu modernisieren und ihre Attraktivität und Qualität zu steigern, damit sie besser an die gegenwärtigen und künftigen Anforderungen des sich wandelnden Arbeitsmarkts angepasst werden kann, der bis 2020 neue Kenntnisse und Fähigkeiten erfordern wird, die durch Abschlüsse, die von allen Mitgliedstaaten gegenseitig anerkannt werden sollten, nachzuweisen sind, betont in diesem Zusammenhang den großen Erfolg dualer Ausbildungssysteme in den betroffenen Mitgliedstaaten;

60. betont, dass die notwendige Anpassung der Bildungssysteme und der Berufsausbildung an die Qualifikationsanforderungen des Arbeitsmarkts bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eine wesentliche Rolle spielt; merkt an, dass es daher notwendig ist, die Übergänge zwischen Schule, beruflicher Ausbildung, Hochschule und Erwerbstätigkeit besser vorzubereiten und dabei nahtlos an die allgemeine oder berufliche Bildung anzuschließen; ist der Ansicht, dass eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendorganisationen, den unterschiedlichen Kreisen und Vertretern der Arbeitswelt gefördert werden muss, indem z. B. ausgewiesene Fachleute aus verschiedenen Bereichen Vorlesungen oder Seminare halten, um den Studierenden ihre Arbeit vorzustellen;

61. betont in diesem Sinne, dass die wirksame Umsetzung der Initiative „Europäische Jugendgarantie“ sehr wichtig ist und sie zu einem Instrument der aktiven Eingliederung in den Arbeitsmarkt werden muss; weist darauf hin, dass die Mitgliedstaaten bislang keine überzeugenden Anstrengungen zur Umsetzung der Initiative „Europäische Jugendgarantie“ unternommen haben, und fordert sie auf, dies umgehend zu tun;

62. hält Mobilität zum Erwerb neuer Fähigkeiten für ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Fähigkeiten und Kompetenzen, der persönlichen Entwicklung und der aktiven Teilnahme junger Menschen am öffentlichen Leben; ist der Meinung, dass freiwillige Mobilität im Rahmen schulischer und beruflicher Bildung, Weiterbildung und Hochschulbildung deshalb für alle jungen Menschen – unabhängig von ihren finanziellen Verhältnissen, ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, ihrem Bildungsweg, etwaigen Behinderungen oder gesundheitlichen Problemen und ihrem Wohnort – gefördert werden muss und durch fachliche Anleitung und Beratung begleitend unterstützt werden sollte;

63. betont, dass Mobilität nicht zu einer Absenkung der sozialen Standards im Aufnahmeland führen darf; betont, wie wichtig die gegenseitige Anerkennung von Schul-, Berufsschul- und Hochschulabschlüssen sowie Qualifikationen aus Weiterbildungen, die innerhalb der EU erworben wurden, für die Erhöhung der Mobilität ist;

64. fordert die korrekte Umsetzung von ECVET, EQR und ECTS; macht deutlich, dass die gegenseitige Anerkennung innerhalb von 12 Monaten nach Erlangen der Qualifikation nachgewiesen werden muss; stellt fest, dass das Parlament über die Mobilitätsanzeiger regelmäßig informiert wird,

65. betont, wie wichtig es ist, Mobilität im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, auch während der Lehrzeit, zu fördern und weiter auszubauen, indem für die Lernenden und Auszubildenden dieses Bereiches während ihres Auslandsaufenthalts Informations-, Beratungs-, Orientierungs- und Aufnahmestrukturen bereitgestellt werden; hebt insbesondere die Notwendigkeit hervor, dass Partnerschaften mit den Berufsbildungseinrichtungen und den Unternehmensverbänden gebildet werden, um eine hochwertige Mobilität zu gewährleisten und diese auf kohärente Weise in die Berufsbildungsgänge einzubeziehen;

66. verweist auf die Schwierigkeiten, die bei einem Wechsel von der beruflichen Bildung an eine Hochschule bestehen, und betont, dass die Bildungseinrichtungen Anpassungen vornehmen müssen, um diesen Übergang einfacher zu gestalten;

67. betont, dass Berufsausbildung, Hochschulbildung und Weiterbildung die Motivation und den Optimismus junger Menschen durch die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten stärken und ihnen dabei helfen können, ihr Selbstbewusstsein zu entwickeln;

Der Übergang von der allgemeinen und beruflichen Bildung in das Erwerbsleben

68. ersucht die Kommission und die Mitgliedstaaten, die Freiwilligentätigkeit durch die Einführung eines tragfähigen Rechtsstatus und durch die Anerkennung der Freiwilligentätigkeit als geleistete Arbeitszeit zu fördern und damit sicherzustellen, dass diese Tätigkeit eine sinnvolle Option für junge Menschen, insbesondere bei Arbeitslosigkeit, darstellt;

69. betont nachdrücklich, dass der problemlose Übergang junger Menschen in das Erwerbsleben in erster Linie von der Modernisierung der Einrichtungen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung und der Hochschulen – auch hinsichtlich ihrer Lehrpläne – abhängt, in deren Rahmen ein hochwertiger Unterricht und die Ausrichtung der Studienprogramme auf die Erfordernisse des Arbeitsmarkts sicherzustellen sind;

70. betont, wie wichtig es ist, die Hochschulstundenpläne für Studierende, die bereits berufstätig sind und gleichzeitig studieren wollen, flexibel zu gestalten;

71. betont, dass sicherzustellen ist, dass junge Menschen während ihrer Berufstätigkeit Zugang zu beruflicher Weiterbildung erhalten, damit sie sich auch während der Arbeitszeit umfassend fortbilden können, und dass kontinuierliches und lebenslanges Lernen und berufliche Weiterentwicklung ab dem Berufseinstieg gefördert werden, sowie dass die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, unabhängige Beratungsstellen für Weiterbildung einzurichten, um eine systematische Weiterbildung zu gewährleisten;

72. betont, dass eine hochwertige Grund- und Berufsbildung in allen Branchen die Beschäftigungsmöglichkeiten junger Menschen erhöht und gewährleistet, dass den Unternehmen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen; fordert die Mitgliedsstaaten auf, durch Einrichtung entsprechender Kontrollorgane sicherzustellen, dass eine solche schulische und berufliche Ausbildung angeboten wird;

73. unterstützt nachdrücklich das Ziel der EU, dass 40 % der jungen Menschen einen tertiären oder gleichwertigen Bildungsabschluss (d. h. einen Hochschul- oder Fachabschluss) erwerben;

74. betont die Bedeutung von Orientierungsinstrumenten, mit denen junge Leute bei ihrer Ausbildungs- und Berufswahl von der Grundschule bis zur Aus- und Weiterbildung auf höherem Niveau unterstützt werden, damit sie auf den Übergang ins aktive Erwerbsleben besser vorbereitet sind und dieser möglichst problemlos verläuft; ist der Meinung, dass die Rolle des familiären und sozialen Umfelds junger Menschen sowie die Rolle der Schule bei der Berufsorientierung und bei der Suche nach einem Arbeitsplatz gestärkt werden müssen; weist darauf hin, dass in vielen Fällen eine individuelle gezielte Unterstützung durch Berufswahl- und Einstiegsbegleitung erforderlich ist, um dieses Ziel zu verwirklichen;

75. fordert die Einrichtungen im Bereich der tertiären Bildung auf, im Rahmen aller Studienprogramme ein angemessen bezahltes und hochwertiges Praktikum vorzusehen, um es jungen Leuten zu ermöglichen, sich auf das Arbeitsleben vorzubereiten und ihnen insbesondere Zugang zu Stellen mit hohen Qualifikationsanforderungen zu eröffnen; weist darauf hin, dass diese Praktika jedoch kein Ersatz für eine vollwertige Anstellung sein dürfen und mit einem angemessenen Einkommen und Sozialschutz verbunden sein müssen, und betont, dass solche Praktika auf dem Arbeitsmarkt anerkannt werden müssen; fordert die Mitgliedstaaten auf, Maßnahmen zu entwickeln, die die Einstellung junger Menschen fördern;

76. fordert die Kommission auf, auf europäischer Ebene Initiativen für die Anrechnung von Praktika auf die Dauer der Erwerbstätigkeit im Rahmen der Systeme der sozialen Sicherheit zu fördern, wie es in manchen Mitgliedstaaten bereits praktiziert wird;

77. hält die Unterstützung von privaten Initiativen, die sich an Jugendliche richten, im Hinblick auf die Förderung der Arbeitsplatzschaffung und der sozialen Integration für besonders wichtig;

78. verweist auf die Notwendigkeit, die europäische Geschichte und die europäische Kultur als wichtigste Instrumente zur Vertiefung der europäischen Integration einzusetzen;

79. ist der Überzeugung, dass hochwertige Bildungs- und Ausbildungssysteme dazu beitragen können, die Chancen junger Menschen auf eine attraktive Stelle zu vergrößern, was wiederum die Zuversicht junger Menschen in die Zukunft stärkt, ihre Kreativität fördert und auf diese Weise zum Wohlstand der Gesellschaft beiträgt;

80. erkennt die wichtige Rolle lokaler und regionaler Behörden im Bereich Ausbildung und Mobilität an; ist der Ansicht, dass ihre Kompetenzen und Erfahrungen als Ergänzung zu den Maßnahmen der EU betrachtet werden sollten; betont, dass die EU ein Konzept der Partnerschaft, insbesondere mit den lokalen und regionalen Behörden, entwickeln sollte, um ihre Ziele zu verwirklichen;

Beschäftigungssituation junger Menschen

81. hebt hervor, dass die Beschäftigungssituation junger Menschen von der allgemeinen Wirtschaftspolitik abhängig ist; fordert die Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, zu Investitionen und Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen überzugehen; betont, dass Sparmaßnahmen wie z. B. Kürzungen im Bildungssystem und Arbeitsplatzabbau den jungen Menschen nicht helfen werden und dazu führen könnten, dass langfristig Wirtschaft und Gesellschaft Schaden nehmen;

82. betont, dass die Leitinitiativen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wie „Jugend in Bewegung“ und „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen“ eng miteinander verknüpft werden müssen; ist der Meinung, dass Sozialpartner, Unternehmensvertreter, lokale und regionale Behörden und Jugendorganisationen in die Entwicklung einer nachhaltigen Strategie zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit einbezogen werden müssen, wobei im Rahmen des formalen, nichtformalen und informellen Lernens erworbene Fähigkeiten gemäß dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) auf europäischer Ebene formell anerkannt und bescheinigt werden müssen;

83. betont, dass das Problem der Jugendarbeitslosigkeit, dessen Ursachen laut ILO nicht in der Höhe der Einkommen und Lohnnebenkosten, den Mitbestimmungsrechten und den sozialen Schutzstandards liegen, zu einer großen Herausforderung in der gesamten EU geworden ist und bislang von der EU und den Mitgliedstaaten in unzureichendem Maße angegangen wurde; betont, dass Jugendarbeitslosigkeit die Betroffenen langfristig einem äußerst hohen Armutsrisiko aussetzt; betont daher, dass hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden müssen, um zu verhindern, dass junge Menschen unter die Kategorie der erwerbstätigen Armen fallen;

84. betont, dass Arbeits- und Ausbildungsverträge vom ersten Tag an uneingeschränkte soziale Rechte für alle vorsehen müssen; lehnt alle Vorschläge ab, von diesem Prinzip abzuweichen; betont, dass es keine verkürzten Kündigungsfristen geben darf, dass Kollektivverträge und gesetzliche Regelungen ebenso wie für reguläre Beschäftigte eingehalten werden müssen und dass uneingeschränkte Mitbestimmungsrechte und Koalitionsfreiheit vom ersten Arbeitstag an gelten müssen;

85. fordert einen EU-Regelungsrahmen zur Einführung von Rechten und Schutzbestimmungen für atypische Arbeitsformen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse bei gleichzeitiger Achtung des Subsidiaritätsprinzips;

86. betont, dass junge Menschen vor Diskriminierung am Arbeitsplatz, besonders aus Gründen des Alters und der Berufserfahrung, geschützt werden müssen, indem die Richtlinie 2000/78/EG wirksam umgesetzt wird; fordert alle Mitgliedstaaten auf, nationale Strategien für den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu entwickeln;

87. betont, dass es jungen Menschen vor allem darum geht, selbständig zu sein, Zugang zu Gesundheitsversorgung und zu angemessenem und erschwinglichem Wohnraum zu haben und über die Möglichkeit zu verfügen, sich weiterzubilden, zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln; fordert daher die Mitgliedstaaten auf, die altersbezogene Diskriminierung beim Zugang zu Sozialleistungen zu beseitigen;

88. weist erneut darauf hin, wie wichtig konkrete, überprüfbare Ziele in Verbindung mit angemessenen finanziellen Mitteln für die Umsetzung der Strategie EU 2020 und der integrierten Leitlinien zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit sind; betont, dass sich die Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer nationalen Reformprogramme verpflichten sollten, die Beschäftigungsquote junger Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren bis zum Jahr 2014 um 10 % und die Beschäftigungsquote von (nicht in Ausbildung befindlichen) Jugendlichen bis 2020 auf 75 % zu erhöhen;

89. stellt fest, dass angesichts der Tatsache, dass etwa 35 % aller bis 2020 verfügbaren Arbeitsplätze eine hohe Qualifikation gepaart mit Anpassungs- und Innovationsfähigkeit erfordern, intensive Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Anteil der 30-34-Jährigen mit Hochschulabschluss oder vergleichbarem Abschluss auf mindestens 40 % anzuheben;

90. weist darauf hin, dass die Mitgliedstaaten für die Umsetzung der integrierten Leitlinien zuständig sind und die Kommission die Maßnahmen auf nationaler Ebene mit der Methode der offenen Koordinierung (OMK) unterstützen und überwachen sollte; ist der Meinung, dass die von der Kommission in der Initiative vorgeschlagenen Zielgruppen und Indikatoren überwacht werden und die Fortschritte während der Umsetzung anhand klarer Indikatoren gemessen werden sollten;

91. ist der Meinung, dass die Mitgliedstaaten Maßnahmen treffen müssen, mit denen jungen Menschen möglichst viele Informationen, Orientierungshilfen und Bildungsmaßnahmen bereitgestellt werden, um sie bei der Ausschöpfung ihres Potenzials zu unterstützen, und ist der festen Überzeugung, dass dies am besten von Personen durchgeführt werden kann, die in den einzelnen Mitgliedstaaten vor Ort auf lokaler Ebene tätig sind;

92. ist der Ansicht, dass die Dienstleistungen im Bereich hochwertiger Berufsberatung und ‑orientierung weiterentwickelt werden müssen; betont, wie wichtig es ist, die Sozialpartner in die Ausgestaltung, Organisation, Erbringung und Finanzierung dieser Dienstleistungen einzubeziehen, damit ihre Arbeitsmarktrelevanz und Effizienz gewährleistet werden;

93. betont, dass die Unternehmen im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung entsprechende Maßnahmen ergreifen müssen, um die Jugendlichen bei einer fundierten Berufswahl zu unterstützen, bei der sowohl der nationale als auch der europäische Arbeitsmarkt berücksichtigt wird, und weist darauf hin, dass diese Maßnahmen von gezielten Berufspraktika flankiert werden sollten;

94. ist der Meinung, dass das Berufswahlverhalten nach wie vor auf geschlechterspezifischen Entscheidungen beruht und dies zu Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen beiträgt; betont, dass sich dies auf die Arbeitslosigkeit und Armut von Frauen auswirkt; betont, dass diese geschlechtsspezifische Diskriminierung behoben werden muss;

95. ist der Meinung, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein umfassendes Bild der Bildungs- und Ausbildungswege und der späteren beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen, und dass Anstrengungen unternommen werden müssen, um Mädchen bereits früh insbesondere für den Unterricht in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und für Bereiche, die von strategischer Bedeutung für die berufliche Entwicklung sind, und Jungen für erzieherische, pflegerische und soziale Berufe zu interessieren und sie entsprechend zu fördern;

96. betont, dass angesichts des künftig abzusehenden Fachkräftemangels das Potenzial von Mädchen und Frauen gezielt gefördert werden muss, besonders durch spezielle Förderprogramme, die die Vorbereitung von Mädchen auf wissenschaftliche und technische Berufe unterstützen;

97. begrüßt die zunehmende Rolle der EIB bei der Auflegung von Finanzierungsprogrammen für Studierende und der Förderung von unternehmerischen Eigeninitiativen junger Menschen; ist der Auffassung, dass die EIB eine noch größere Rolle übernehmen sollte, indem sie gezielt in Bereiche mit einem hohen Zusatznutzen für die Mitgliedstaaten und insbesondere in jene Unternehmen investiert, die sich besonders darum bemühen, junge Menschen einzustellen und ihnen eine gute Ausbildung anzubieten;

98. betont, dass Jugendliche mit schlechteren Startchancen, besonders junge Menschen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren (NEET – Not in Employment, Education or Training), unterstützt oder sogar von Mentoren betreut werden müssen, wobei ihre individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen sind und der Schwerpunkt auf die Verbesserung ihrer Eingliederung in den Arbeitsmarkt und ihres Zugangs zu hochwertigen Arbeitsplätzen zu legen ist;

99. ist der Ansicht, dass öffentlich geförderte Ausbildungsplätze sowie ein standardisiertes System ausbildungsbegleitender Hilfen wirksame Instrumente zur Eingliederung besonders benachteiligter Jugendlicher in den Arbeitsmarkt sein können;

100.    betont allerdings, dass die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ausschlaggebend ist und die Integrationsmaßnahmen auf die Förderung des Einritts in den regulären Arbeitsmarkt abzielen sollten und durch Unterstützungsmaßnahmen, in deren Mittelpunkt die Bedürfnisse der Einzelpersonen stehen, ergänzt werden müssen;

101.    hebt hervor, dass es aufgrund finanzieller und sprachlicher Beschränkungen und in einigen Fällen geografischer Benachteiligung für arme junge Menschen besonders schwierig ist, Auslandserfahrungen zu sammeln; ist davon überzeugt, dass die finanzielle Förderung insbesondere auf die Bedürfnisse der am stärksten benachteiligten Personen ausgerichtet sein muss;

102.    unterstreicht, dass Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte junge Menschen geschaffen werden müssen, indem entsprechend angepasste Ausbildungsprogramme aufgelegt werden und die Einstellung dieser wichtigen Gruppe der jungen Bevölkerung stärker gefördert wird, damit sie besser in die Gesellschaft integriert werden und ihr Potenzial verwirklichen können;

103.    fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, Informationsmaßnahmen über Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche mit Behinderungen zu fördern, z. B. über Projekte im Rahmen des Europäischen Forums für Menschen mit Behinderungen und des Austauschprogramms für Studierende Erasmus – Erasmus für Studierende mit Behinderungen;

104.    betont, dass das Arbeitsprogramm von Eurofounds für 2009-2012 das Einzelprojekt „Aktive Eingliederung von jungen Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Problemen“ umfasst, und misst Ausbildungszentren große Bedeutung bei, die Jugendlichen mit Behinderungen und Jugendlichen, die in staatlicher Obhut aufgewachsen sind, soziale und berufliche Kompetenzen vermitteln; fordert, dass erforderlichenfalls der Ausbau und die Nutzung dieser Ausbildungszentren gefördert wird;

105.    hält es für notwendig, Maßnahmen zu treffen, um die Situation von Jugendlichen ohne Arbeit, ohne Schulbildung und ohne Berufsbildung sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene umfassend zu beleuchten; fordert die Kommission auf, in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten die Gründe für die Marginalisierung von Jugendlichen auszumachen und Maßnahmen zu deren Wiedereingliederung, aber auch zur Bekämpfung dieses Problems zu treffen, indem sie in den nächsten zehn Jahren die maßgeblichen Ziele in Bezug auf die Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Arbeitnehmer und die Verringerung des Anteils der Schulabbrecher verwirklichen;

106.    betont, dass Praktika in allen Phasen der Berufswahl ein geeignetes Mittel zur Entscheidung für eine bestimmte Laufbahn sind; weist zum wiederholten Male darauf hin, dass Mindeststandards für Praktika wie Einkommen und soziale Rechte einschließlich sozialem Schutz bzw. einer Regelung bezüglich Sozialversicherung festgelegt werden müssen, um die Qualität der Praktika zu verbessern und ihren Bildungswert zu gewährleisten;

107.    betont erneut, dass Praktika keine regulären Arbeitsplätze ersetzen dürfen und zeitlich befristet sein müssen; betont, dass ein verbindlicher europäischer Qualitätsrahmen für Praktika dringend erforderlich ist, der alle Bildungs- und Ausbildungsverhältnisse abdeckt, um die Ausbeutung von Praktikanten zu verhindern, und die Kommission einen Aktionsplan mit einem Zeitplan vorlegen sollte, der Angaben darüber enthält, wie dieser Qualitätsrahmen umgesetzt wird;

108.    begrüßt die Initiative „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“ zur Förderung der beruflichen Mobilität, die mit dem Europäischen Monitor für offene Stellen verknüpft werden sollte, damit die Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen transparenten und europaweiten Überblick über den Arbeitsmarkt der EU erhalten, so dass offene Stellen so schnell wie möglich mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können; weist jedoch darauf hin, dass dies nicht zu einer Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus bestimmten Regionen der EU führen darf;

109.    betont, dass die koordinierten aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen der EU – wie öffentlich geförderte Arbeitsprogramme für junge Menschen und Schaffung neuer, nachhaltiger und guter Arbeitsplätze mit angemessener Bezahlung sowie neuer Unternehmen und Förderung einer Unternehmenskultur in den Schulen, Anschubmaßnahmen für neue Initiativen, technische Unterstützung für Unternehmensgründer, Vereinfachung der Verwaltungsabläufe zwecks Beschleunigung der Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit, Netzwerke auf lokaler Ebene zur Erleichterung der Betriebsführung, Herstellung von Verbindungen zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Förderung innovativer Produkte und Verfahren, Anerkennung der Freiwilligentätigkeit als Berufserfahrung und Förderung des Unternehmergeists – wesentliche Faktoren für die erfolgreiche Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit und für die Förderung eines integrierten Wachstums sind;

110.    betont, wie wichtig nichtformales und informelles Lernen, nichtformale und informelle Bildung und Freiwilligentätigkeit für die Entwicklung junger Menschen ist; hebt hervor, dass die erworbenen Kompetenzen jungen Menschen nicht nur Möglichkeiten in Bezug auf den Eintritt in das Arbeitsleben eröffnen, sondern es ihnen auch ermöglichen, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen;

111.    betont, dass das Ziel der JiB-Initiative letztendlich nicht nur darin besteht, die europäischen Bildungssysteme und die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zu verbessern, sondern auch darin, ein soziales Umfeld zu schaffen, in dem alle jungen Menschen ihr Potenzial und ihre Vorstellungen verwirklichen können;

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112.    beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat und der Kommission zu übermitteln.

  • [1]               Angenommene Texte, P7_TA(2010)0166.
  • [2]               ABl. L 17 vom 22.1.2010, S. 43.
  • [3]               ABl. C 119 vom 28.5.2009, S. 2.
  • [4]               ABl. C 135 vom 26.5.2010, S. 2 und S. 8.
  • [5]               http://ec.europa.eu/eu2020/pdf/council_conclusion_17_june_en.pdf.
  • [6]               ABl. C 326 vom 3.12.2010, S. 9.
  • [7]               CdR 292/2010.
  • [8]               SOC/395.

BEGRÜNDUNG

Jugend in Bewegung (JiB) ist eine der sieben Leitinitiativen der Strategie Europa 2020 der Europäischen Kommission zur Förderung eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wirtschaftswachstums. JiB umfasst 28 Leitaktionen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche durch Mobilität und zur Erleichterung des Übergangs von Jugendlichen von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt. Dies ist heute besonders wichtig, da Jugendliche als eine der gesellschaftlichen Gruppen, die am stärksten von der globalen Finanzkrise betroffen sind, gleichzeitig in Bezug auf deren Verursachung jedoch die geringste Rolle spielten, beim Zugang zum Arbeitsmarkt unterstützt werden müssen, um ihre eigene Zukunft zu sichern und die Wirtschaft anzukurbeln. Junge Menschen sind die Entscheidungsträger von morgen, weshalb sie unbedingt heute die Kompetenzen, Fähigkeiten und Kenntnisse entwickeln können müssen, die es ihnen erlauben werden, in den nächsten Jahren einen aktiven Beitrag zum Wachstum und zur nachhaltigen Zukunft der Europäischen Union zu leisten und die in der Wachstumsstrategie der EU vorgegebenen Ziele zu verwirklichen.

Die Initiative zielt darauf ab, die Kernziele von Europa 2020 zu verwirklichen, nämlich bis 2020 den Anteil vorzeitiger Schulabgänger von 15 % auf 10 % zu senken und den Anteil von Personen mit Fach- und Hochschulbildung von 31 % auf 40 % zu erhöhen. Bei einem Schulabbruch besteht die Gefahr, dass junge Menschen arbeitslos werden und in Armut leben, was hohe soziale und wirtschaftliche Kosten verursacht. Derzeit haben 14,4 % der 18–24-Jährigen in der EU die Sekundarstufe II nicht abgeschlossen und nehmen nicht an weiteren Maßnahmen der allgemeinen oder beruflichen Bildung teil. Zusätzlich sind ca. 21 % der jungen Menschen in der EU arbeitslos.

JiB konzentriert sich auf die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken, gewährleistet werden sollte aber auch, dass die Ausbildung, die junge Menschen erhalten, mit den Erfordernissen des Arbeitsmarktes in Einklang steht, damit sie die Fähigkeiten und Kenntnisse erlernen, die sie benötigen werden. Geschätzt wird, dass 2020 35 % aller Arbeitsplätze hochwertige Qualifikationen erfordern werden (im Vergleich zu 29 % derzeit), was 15 Millionen mehr Arbeitsplätzen entspricht. Mit JiB wird versucht, die Mobilität junger Menschen auszuweiten, indem das Ziel verfolgt wird, allen jungen Menschen in der EU bis 2020 die Gelegenheit zu geben, im Ausland zu studieren. Mobilität ist wesentlich, um andere Kulturen kennenzulernen, jedoch auch, um die eigene besser zu verstehen. Weniger als ein Drittel der Bevölkerung in der EU verfügt über einen höheren Bildungsabschluss, im Vergleich zu über 40 % in den Vereinigten Staaten und über 50 % in Japan, weshalb Europa seinen Anteil erhöhen muss, um in einer immer stärker globalisierten Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu werden.

Die Strategie zielt darauf ab, die Mobilität aller jungen Menschen auszuweiten, nicht nur derjenigen, die eine weiterführende Ausbildung absolvieren. Eine hochwertige berufliche Aus- und Weiterbildung, auf die sich die EU 2002 im Kopenhagen-Prozess konzentrierte, ist wesentlich, um die einem Wandel unterliegenden Erfordernisse des Arbeitsmarkts von heute zu erfüllen. JiB wird die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung steigern, was einen weiteren Beitrag zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit leisten wird.

Die Mitgliedstaaten der EU haben bereits ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit demonstriert, um ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wirtschaftswachstum zu erreichen, indem sie sich auf die Strategie Europa 2020 verständigten. Es ist wesentlich, dass sie dieses Engagement aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass es jungen Menschen in Europa nicht an Chancen mangelt, sich zu entwickeln und zur Stärkung des künftigen Wohlstands der Europäischen Union beizutragen.

Dieser Bericht wird sich vorrangig auf die bildungsspezifischen Aspekte von JiB konzentrieren, wobei die Ziele verfolgt werden, die Zahl vorzeitiger Schulabgänger zu reduzieren, die Zahl der Personen mit Fach- oder Hochschulbildung zu erhöhen, die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu steigern und die Anerkennung der nicht formalen und informellen Bildung auszuweiten. JiB ist eine spezifische politische Strategie für junge Menschen, um bestehende Programme in den Vordergrund zu rücken, umfasst aber auch neue Leitaktionen für die nächsten Jahre, die bestehende Strukturen ergänzen und auf dem Erfolg des existierenden strategischen Rahmens aufbauen werden.

Allgemeine Bemerkungen

Bisher wurden keine zusätzlichen Mittel für JiB zugewiesen. Damit diese neue Strategie nicht nur als Konzept existiert, ist es wesentlich, dass die Mitgliedstaaten (MS) sich dafür engagieren, sowohl was die finanzielle Unterstützung als auch was die nationale Umsetzung in ihren jeweiligen Ländern betrifft, und dass ein EU-Budget dafür angenommen wird. Die MS sollten dies als langfristige Investition betrachten, nicht nur in die Bildung junger Menschen, sondern in den künftigen Wohlstand ihrer Länder und der gesamten EU. Es ist sehr wichtig, dass JiB unauflöslich mit der allgemeinen Wachstumsstrategie verknüpft wird, damit ausreichende Mittel bereitgestellt werden und das politische Engagement Realität wird. Neben der Finanzierung von JiB ist es wesentlich, dass bestehende Programme wie Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius, Grundtvig, Jugend in Aktion und Marie-Curie weiterhin Mittel und politische Unterstützung erhalten. Diese Programme sind bereits sehr erfolgreich und müssen unbedingt auf ebensolche Weise fortgeführt werden.

Junge Menschen als Hauptbetroffene und Experten in den Fragen, die sie betreffen, müssen ebenfalls in den gesamten Prozess von JiB involviert werden und am strukturierten Dialog mit der EU mitwirken, der wiederum dazu beiträgt, die aktive Teilnahme am öffentlichen Leben zu fördern. Dies impliziert Konsultationsverfahren, die Umsetzung der strategischen und der flankierenden Programme, die Bewertung von deren Wirksamkeit und Empfehlungen für künftige Verbesserungen. Darüber hinaus hat die Zivilgesellschaft in Jugendfragen in der EU eine entscheidende Rolle gespielt und tut dies auch weiterhin, und die Union und ihre MS sollten eng mit den betreffenden Organisationen zusammenarbeiten, um ihr Wissen und ihre Erfahrung zu nutzen und sicherzustellen, dass es nicht zu unnötigen Überschneidungen mit bereits bestehenden Maßnahmen kommt.

Mobilität

Während die Förderung der Mobilität junger Menschen in JiB begrüßt wird, besteht kein Zweifel daran, dass es wesentlich ist, praktische Hindernisse und Hemmnisse für Mobilität zu überwinden, wie aus den Grünbuch über die Förderung von Mobilität zu Lernzwecken ersichtlich ist. Dies impliziert Probleme bei Visa, medizinische Unterlagen in verschiedenen Sprachen, Probleme bei der Übertragbarkeit von Stipendien bei Auslandsstudien und die Tatsache, dass möglicherweise zusätzliche finanzielle Unterstützung notwendig ist, wenn ein Umzug in mit hohen Kosten behaftete Zielregionen wie Schweden und Dänemark erfolgt. Die Anerkennung der im Ausland verbrachten Zeit und der Qualifikationen aus anderen EU-Ländern sollte weiter gefördert werden. Darüber hinaus steht außer Frage, dass Menschen mit Behinderungen mit noch mehr Hemmnissen in Bezug auf Mobilität konfrontiert sind als diejenigen, die nicht behindert sind, weshalb zusätzliche Verfahren eingerichtet werden sollten, um sicherzustellen, dass sie die gleichen Chancen haben wie alle anderen. Außerdem sollte auch Studenten mit Familien (z.B. mit Kindern) zusätzliche Unterstützung angeboten werden, um die einzigartigen Herausforderungen zu bewältigen, mit denen sie bei der Teilnahme an Mobilitätsmaßnahmen im Bildungswesen konfrontiert sein werden.

Während die Mobilität von Studenten viele positive Konsequenzen für die Beteiligten haben kann, steht auch außer Frage, dass sie, wenn sie schlecht organisiert ist, schädlich sein kann (z.B. in Form einer negativen Erfahrung einer neuen Kultur, von Einsamkeitsgefühlen und Heimweh): Hochwertige Mobilität ist daher von vorrangiger Bedeutung, und diese muss für die beteiligten jungen Menschen gewährleistet werden. Darüber hinaus konzentriert sich JiB hauptsächlich auf Mobilität von jungen Menschen im Rahmen von Fach- und Hochschulbildung, der Mehrwert von Mobilität für Studenten der Sekundarstufe sollte aber ebenfalls hervorgehoben werden, und Programme wie Comenius sollten gegenüber MS, jungen Menschen und ihren Eltern besser propagiert werden. Die ungarische Präsidentschaft wird sich während ihrer Amtszeit der Mobilität widmen, diese Chance sollte genutzt werden, um Selbige in den Mittelpunkt der Diskussionen zu stellen.

Nicht formale Bildung und Mitwirkung junger Menschen

Während Jugendarbeitslosigkeit derzeit weltweit ein gravierendes Problem ist, das frontal angegangen werden muss, ist auch zu beachten, dass es bei Mobilität nicht nur darum geht, Zutritt zum Arbeitsmarkt zu erlangen; äußerst wichtig ist sie auch für die nicht formale Bildung (NFB), die wiederum dazu beiträgt, wesentliche Kompetenzen und Fähigkeiten Jugendlicher zu entwickeln. Eine hochwertige Mobilität ist entscheidend, um interkulturelles Lernen, persönliche Entwicklung und Mehrsprachigkeit für junge Menschen zu verwirklichen, und JiB sollte sicherstellen, dass diese Aspekte genügend Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten. Das Erlernen von Sprachen, insbesondere zu einem frühen Zeitpunkt, ist ein äußerst wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Mobilität ebenso wie für die erfolgreiche Entwicklung weiterer wichtiger Fähigkeiten und Kompetenzen.

JiB konzentriert sich auf Beschäftigung als Endergebnis, und tatsächlich ist Beschäftigung ein Bildungsproblem, aber auch ein Problem, was Mitwirkung von jungen Menschen und aktive Teilnahme am öffentlichen Leben angeht. Die belgische Präsidentschaft hat sich sehr klar zum Wert von Jugendarbeit und NFB geäußert, und es ist wesentlich, dass JiB weiterhin diese beiden Aspekte unterstützt. Darüber hinaus erhöht eine aktive Beteiligung junger Menschen die Chancen für Mobilität und Engagement in demokratischen Prozessen; der Anteil junger Menschen, die bei den vergangenen Wahlen zum Europäischen Parlament wählten, war unter denjenigen, die an einem Erasmus-Austausch teilgenommen hatten, zweimal so hoch wie unter denjenigen, bei denen dies nicht der Fall war. Daher sollten die bestehenden Programme sich weiterhin auf eine aktive Teilnahme am öffentlichen Leben und die Entwicklung wesentlicher Kompetenzen, NFB und die Förderung der europäischen Zivilgesellschaft konzentrieren.

Schulabbrecher

Mit JiB wird versucht, ein Kernziel zu erreichen, nämlich die Zahl der vorzeitigen Schulabgänger von 15 % auf 10 % zu senken. Dieser Schritt wird begrüßt, wichtig ist aber auch, Chancen für diejenigen zu bieten, die die Schule vorzeitig verlassen haben, um ihre Ausbildung zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen, um sicherzustellen, dass Perspektiven für soziale Mobilität auch künftig existieren.

Hochschulbildung und Bologna-Prozess

Ungeachtet einiger Fehler, die bei der Entwicklung und Umsetzung des Bologna-Prozesses begangen wurden (woraus viele Lehren gezogen wurden), war dieser Prozess schlussendlich positiv für junge Menschen und ihre Bildungsanforderungen und sollte auch künftig fortgesetzt werden. Der Arbeitsmarkt hat in der jüngsten Vergangenheit einen erheblichen Wandel verzeichnet, weshalb es wesentlich ist, dass die Bildungssysteme mit den Erfordernissen des Markts in Einklang stehen und seinem Bedarf entsprechen. Eine ausgeweitete und hochwertige Zusammenarbeit zwischen Hochschulinstituten und Unternehmen muss gefördert werden, um sicherzustellen, dass die Ausbildung, die junge Menschen erhalten, mit den Kenntnissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen in Einklang steht, die sie benötigen werden, um einen Arbeitsplatz zu finden. Außerdem basiert die Hochschulbildung heutzutage viel zu stark auf theoretischen Kenntnissen, die für sich selbst genommen zwar wichtig sind, wobei es für junge Menschen aber auch wesentlich ist, mehr praktische Kenntnisse und Erfahrungen durch hochwertige obligatorische Praktika zu erwerben (selbige sollten einen soliden Rechtsstatus haben und bezahlt werden, um die Einbeziehung junger Menschen aller sozioökonomischen Hintergründe sicherzustellen, sie sollten nicht einfach ständige Arbeitsplätze ersetzen). Darüber hinaus sollte unternehmerische Initiative im Hochschulbereich weiter gefördert und unterstützt werden.

Berufliche Aus- und Weiterbildung

Die Erfordernisse des Arbeitsmarkts sind nicht nur für junge Menschen mit einem Hochschulabschluss relevant, und es ist wesentlich, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung ebenfalls als wichtiger Faktor für den erfolgreichen Übergang von Ausbildung in den Arbeitsmarkt anerkannt wird und dass Mobilität für alle jungen Menschen gefördert wird. Der beruflichen Aus- und Weiterbildung wird oft nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet, und es muss etwas unternommen werden, um das Ansehen und die Anerkennung dieser Ausbildungsmöglichkeiten zu steigern, um mehr junge Menschen dafür zu begeistern. Außerdem müssen adäquate Unterstützungsstrukturen für junge Menschen existieren, die eine berufliche Aus- oder Weiterbildung im Ausland absolvieren, und das Programm Leonardo da Vinci sollte zunehmend gefördert werden, um seine Öffentlichkeitswirkung zu steigern und die Teilnehmerzahl zu erhöhen.

Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Menschen an der Gesellschaft teilhaben, und dem Ausbildungsniveau, dass sie besitzen. Nur zu oft wird politische Mitwirkung und aktive Beteiligung am öffentlichen Leben im Vergleich zu anderen jungen Menschen von Hochschulstudenten dominiert. Förderung und zunehmende Anerkennung von beruflicher Aus- und Weiterbildung wird daher einen Beitrag dazu leisten, dass ein breiteres Spektrum junger Menschen mit vielfältigerem Hintergrund und unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Vertrauen und den Kompetenzen ausgestattet werden kann, die sie befähigen, aktive Bürger zu werden und ein Interesse an politischen Fragen zu entwickeln, die ihr Leben beeinflussen.

Fazit

Schlussendlich sind die wichtigsten Faktoren für Mobilität im Bildungswesen, hohe Qualität sicherzustellen und gleichzeitig allen jungen Menschen den Zugang zu eröffnen. Die EU sollte daher mehr MS ermutigen, die Qualitätscharta für Mobilität der Kommission zu unterzeichnen.

STELLUNGNAHME des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten (21.3.2011)

für den Ausschuss für Kultur und Bildung

zu „Jugend in Bewegung“ – ein Rahmen für die Verbesserung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa
(2010/2307(INI))

Verfasserin der Stellungnahme (*): Jutta Steinruck

(*) Assoziierter Ausschuss – Artikel 50 der Geschäftsordnung

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten ersucht den federführenden Ausschuss für Kultur und Bildung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  betont, dass es das Ziel aller Initiativen sein muss, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass alle junge Menschen erfolgreich in die Gesellschaft integriert werden, und sie kontinuierlich auf das Europa der Zukunft vorzubereiten, was bedeutet, ihnen auch die Möglichkeit zu geben, sich für gesellschaftliche Belange einzusetzen und zur Gestaltung der Gesellschaft beizutragen, und ihnen eine an den Erfordernissen einer modernen, wettbewerbsfähigen, integrativen und nachhaltigen Gesellschaft orientierte Schul-, Berufs- und Hochschulbildung und nichtformale Bildung zu ermöglichen und damit den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern; betont, dass kein junger Mensch der Arbeitswelt verloren gehen darf, der aus unterschiedlichen Ursachen Probleme auf seinem schulischen Weg hat, sondern diese jungen Menschen vielmehr eine gezielte Unterstützung erfahren müssen; stellt fest, dass der Zugang zu Bildung keine Frage des sozialen oder finanziellen Status der Eltern sein darf; betont, dass die horizontale Durchlässigkeit von Bildungsebenen sowohl in der schulischen als auch beruflichen Bildung von besonderer Bedeutung ist;

2.  erkennt die wichtige Rolle lokaler und regionaler Behörden im Bereich Ausbildung und Mobilität an; ist der Ansicht, dass ihre Kompetenzen und Erfahrungen als Ergänzung zu den Maßnahmen der EU betrachtet werden sollten; betont, dass die EU ein Konzept der Partnerschaft insbesondere mit den lokalen und regionalen Behörden entwickeln sollte, um ihre Ziele verwirklichen zu können;

3.  hebt hervor, dass die Beschäftigungssituation junger Menschen von der allgemeinen Wirtschaftspolitik abhängig ist; fordert die Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, zu Investitionen und Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen überzugehen; betont, dass Sparmaßnahmen wie z. B. Kürzungen im Bildungssystem und Arbeitsplatzabbau den jungen Menschen nicht helfen werden und dazu führen könnten, dass langfristig Wirtschaft und Gesellschaft Schaden nehmen;

4.  hält es für dringend geboten, den vorzeitigen Abbruch der Schulausbildung zu verringern und dabei benachteiligten Gebieten besondere Aufmerksamkeit zu schenken;

5.  betont, dass das Problem der Jugendarbeitslosigkeit, dessen Ursachen laut ILO nicht in der Höhe der Einkommen und Lohnnebenkosten, den Mitbestimmungsrechten und den sozialen Schutzstandards liegen, zu einer großen Herausforderung in der gesamten EU geworden ist und bislang von der EU und den Mitgliedstaaten in unzureichendem Maße angegangen wurde; betont, dass Jugendarbeitslosigkeit die Betreffenden langfristig einem äußerst hohen Armutsrisiko aussetzt; betont daher, dass hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden müssen, um zu verhindern, dass junge Menschen unter die Kategorie der erwerbstätigen Armen fallen; betont, dass Arbeits- und Ausbildungsverträge vom ersten Tag an uneingeschränkte soziale Rechte für alle vorsehen müssen; lehnt alle Vorschläge ab, die darauf hinauslaufen, dass von diesem Prinzip abgewichen wird; betont, dass es keine verkürzten Kündigungsfristen und keine Unterschreitung vorhandener tariflicher und gesetzlicher Regelungen geben darf und dass uneingeschränkte Mitbestimmungsrechte und Koalitionsfreiheit vom ersten Arbeitstag an gelten müssen; fordert einen EU-Regelungsrahmen zur Einführung von Rechten und Schutzbestimmungen für atypische Arbeitsformen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse bei gleichzeitiger Achtung des Subsidiaritätsprinzips; betont, dass junge Menschen vor Diskriminierung am Arbeitsplatz, besonders aus Gründen des Alters und der Berufserfahrung, geschützt werden müssen, indem die Richtlinie 2000/78/EG wirksam umgesetzt wird; fordert alle Mitgliedstaaten auf, nationale Strategien für den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu entwickeln;

6.  betont, dass es jungen Menschen vor allem darum geht, selbständig zu sein, Zugang zu Gesundheitsversorgung und zu angemessenem und erschwinglichem Wohnraum zu haben und über die Möglichkeit zu verfügen, sich zu bilden, zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln; fordert daher die Mitgliedstaaten auf, die altersbezogene Diskriminierung beim Zugang zu Sozialleistungen zu beseitigen;

7.  weist erneut auf die Wichtigkeit konkreter, überprüfbarer Ziele und damit verbundener angemessener finanzieller Mittel bei der Umsetzung der Strategie EU 2020 und der integrierten Leitlinien zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit hin; betont, dass sich die Mitgliedsstaaten im Rahmen ihrer nationalen Reformprogramme verpflichten sollten, die Beschäftigungsquote junger Menschen im Alter von 15 – 25 Jahren bis zum Jahr 2014 um 10% zu erhöhen und die Beschäftigungsquote von (nicht in Ausbildung befindlichen) Jugendlichen bis 2020 auf 75 % zu erhöhen; stellt fest, dass angesichts der Tatsache, dass etwa 35 % aller Arbeitsplätze, die bis 2020 verfügbar sein werden, eine hohe Qualifikation gepaart mit Anpassungs- und Innovationsfähigkeit erfordern, das Ziel, den Anteil der 30-34jährigen mit Hochschulabschluss oder vergleichbarem Abschluss auf mindestens 40 % anzuheben, intensiv verfolgt werden muss; weist darauf hin, dass die Mitgliedstaaten für die Umsetzung der integrierten Leitlinien zuständig sind und die Kommission die Maßnahmen auf nationaler Ebene mit der Methode der offenen Koordinierung unterstützen und kontrollieren sollte; ist der Meinung, dass die von der Kommission in der Initiative vorgeschlagenen Zielgruppen und Indikatoren überwacht werden und die Fortschritte während der Umsetzung durch klare Indikatoren gemessen werden sollten;

8.  betont, dass die Mobilität zum Erwerb neuer Fähigkeiten ein wirksames Mittel ist, um die Fähigkeiten und Kompetenzen, die persönliche Entwicklung und die aktive Teilnahme am öffentlichen Leben von jungen Menschen zu verbessern; ist der Meinung, dass freiwillige Mobilität im Rahmen schulischer und beruflicher Bildung, Weiterbildung und Hochschulbildung deshalb für alle jungen Menschen – unabhängig von ihren finanziellen Verhältnissen, ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, ihrem Bildungsweg, etwaigen Behinderungen oder gesundheitlichen Problemen und ihrem Wohnort – gefördert werden muss und durch fachliche Anleitung und Beratung jederzeit begleitend unterstützt werden sollte; betont, dass Mobilität nicht zu einer Absenkung der sozialen Standards im Aufnahmeland führen darf; betont die Bedeutung der gegenseitigen Anerkennung von Schul-, Berufs-, und Hochschulabschlüssen sowie Qualifikationen aus Weiterbildungen, die innerhalb der EU erworben wurden, zur Erhöhung der Mobilität; fordert die konsequente Umsetzung der Maßnahmen wie ECVET, EQR und ECTS; macht deutlich, dass diese gegenseitige Anerkennung innerhalb der ersten 12 Monate nach Erlangung der Qualifikation erfolgen muss; stellt fest, dass das Europäische Parlament regelmäßig über die "Mobilitätsanzeiger" informiert wird,

9.  betont, dass die Anreize für Mobilität verbessert werden sollten und es eine erhebliche und ausreichende finanzielle Unterstützung geben sollte, bei der insbesondere die am stärksten benachteiligten Gruppen berücksichtigt werden; bekräftigt, dass dieses Ziel bei der nächsten Finanziellen Vorausschau berücksichtigt werden sollte; fordert, dass mit dem Ziel der Förderung der Mobilität im Bereich der berufliche Bildung der Anteil der Haushaltsmittel, die für das Programm Leonardo da Vinci bereitgestellt werden, erhöht wird;

10. fordert die Mitgliedstaaten auf, die Mobilität zu Lern- und zu Beschäftigungszwecken zu fördern, indem a) das Bewusstsein dafür gesteigert wird und Informationen für alle interessierten jungen Menschen leicht zugänglich gemacht werden, b) der zusätzliche Nutzen der Mobilität zu einem frühen Zeitpunkt in der Ausbildung hervorgehoben wird, c) die Validierung der Lernergebnisse, die im Rahmen von Erfahrungen mit der Mobilität zwischen Mitgliedstaaten erzielt wurden, sichergestellt wird und d) der Verwaltungsaufwand verringert und die Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Behörden der Mitgliedstaaten unterstützt wird;

11. fordert die Kommission auf, die Mobilität zu Lern- und zu Beschäftigungszwecken zu fördern, indem a) die die Bildungs- und Jugendprogramme der EU wie Erasmus, Leonardo und „Jugend in Aktion“ gestärkt werden, b) die Umsetzung der bestehenden europäischen Instrumente wie das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen und Europass verbessert wird und c) die neuen Instrumente weiterentwickelt werden, die sie bereit geprüft hat, wie z. B. die Website zu „Jugend in Bewegung“, der Jugendausweis im Rahmen von „Jugend in Bewegung“, der Europäische Qualifikationspass und das Pilotprojekt „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“;

12. betont, dass die notwendige Anpassung der Bildungssysteme und der Berufsausbildung an die Qualifikationsanforderungen des Arbeitsmarkts bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eine wesentliche Rolle spielt; merkt an, dass es daher notwendig ist, die Übergänge zwischen Schule, beruflicher Ausbildung, Hochschule und der Erwerbstätigkeit besser vorzubereiten und dabei nahtlos an die allgemeine oder berufliche Bildung anzuschließen; ist der Ansicht, dass eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendorganisationen, den unterschiedlichen Kreisen und Vertretern der Arbeitswelt intensiviert werden müssen, indem z. B. ausgewiesene Fachleute aus verschiedenen Bereichen den Unterricht oder Seminare durchführen, um den Schülerinnen und Schülern ihre Arbeit vorzustellen; betont in diesem Sinne, dass die wirksame Umsetzung der Initiative „Europäische Jugendgarantie” sehr wichtig ist und sie zu einem Instrument der aktiven Eingliederung in den Arbeitsmarkt gemacht werden muss; weist darauf hin, dass die Mitgliedstaaten bislang keine überzeugenden Anstrengungen zur Umsetzung der Initiative „Europäische Jugendgarantie” unternommen haben, und fordert sie auf, dies rasch zu tun; betont, dass Leitinitiativen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wie „Jugend in Bewegung“ und die Initiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen“ eng miteinander verknüpft werden müssen; ist der Meinung, dass Sozialpartner, Unternehmensvertreter, lokale und regionale Behörden und Jugendorganisationen in die Entwicklung einer nachhaltigen Strategie zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit einbezogen werden müssen, wobei im Rahmen des formalen, nicht formalen und informellen Lernens erworbene Fähigkeiten gemäß dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) anerkannt und bescheinigt werden müssen;

13. ist der Meinung, dass die Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen müssen, mit denen möglichst viele Informationen, Orientierungshilfen und Bildungsmaßnahmen bereitgestellt werden, um junge Menschen bei der Ausschöpfung ihres Potenzials zu unterstützen, und ist der festen Überzeugung, dass dies am besten von Personen durchgeführt werden kann, die vor Ort auf lokaler Ebene in den einzelnen Mitgliedstaaten tätig sind;

14. ist der Ansicht, dass die Dienstleistungen im Bereich hochwertiger Berufsberatung und -orientierung weiterentwickelt werden müssen; betont, wie wichtig es ist, die Sozialpartner bei der Ausgestaltung, Organisation, Erbringung und Finanzierung dieser Dienstleistungen einzubeziehen, damit ihre Arbeitsmarktrelevanz und Effizienz gewährleistet werden;

15. betont, wie notwendig es ist, dass die Unternehmen im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Jugendlichen bei einer fundierten Berufswahl zu unterstützen, bei der sowohl der nationale als auch der europäische Arbeitsmarkt berücksichtigt wurde, und weist darauf hin, dass diese Maßnahmen von gezielten Berufspraktika flankiert werden sollten;

16. ist der Meinung, dass das Berufswahlverhalten nach wie vor auf geschlechterspezifischen Entscheidungen beruht und dies zu Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen beiträgt; betont, dass sich dies auf die Arbeitslosigkeit und Armut von Frauen auswirkt; betont, dass diese geschlechtsspezifische Diskriminierung behoben werden muss;   ist der Meinung, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein umfassendes Bild der Bildungs- und Ausbildungswege und der späteren beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen, und dass Anstrengungen unternommen werden müssen, um Mädchen bereits früh insbesondere für MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und Bereiche, die von strategischer Bedeutung für die berufliche Entwicklung sind, und Jungen für erzieherische, pflegerische und soziale Berufe zu interessieren und sie entsprechend zu fördern; betont, dass angesichts des künftig abzusehenden Fachkräftemangels das Potenzial von Mädchen und Frauen gezielt gefördert werden muss, besonders durch spezielle Förderprogramme, die die Vorbereitung von Mädchen auf wissenschaftliche und technische Berufe unterstützen;

17. betont, dass junge Menschen aus einer immer größeren Fülle von Bildungsangeboten auswählen müssen; ist der Meinung, dass sie laufend über die Entwicklungen auf dem Arbeitmarkt informiert werden müssen, damit sie sich auf die Entwicklung der Fähigkeiten konzentrieren können, die tatsächlich gebraucht werden, mit dem Ziel, dass kein junger Mensch, der eine Schulbildung oder Ausbildung absolviert hat, ohne Arbeitsplatz dasteht, und dass der Übergang zwischen Schule bzw. Ausbildung und Arbeitsleben möglichst problemlos verläuft;

18. fordert die Mitgliedstaaten auf, gemeinsam mit den Sozialpartnern die Berufsbildung wirksamer in den Sekundarstufenunterricht zu integrieren, da zwischen den Mitgliedstaaten starke Diskrepanzen bezüglich des Ausmaßes der Beteiligung und Organisation in diesem Bereich bestehen; weist darauf hin, dass dies durch eine Verringerung der Anzahl der Schulabbrecher und Senkung der Arbeitslosigkeit entscheidend dazu beitragen könnte, die in der Strategie Europa 2020 verankerten Ziele zu erreichen; betont die Notwendigkeit, den Austausch bewährter Verfahren im Rahmen der offenen Koordinierung zu fördern;

19. unterstreicht die Bedeutung der Schaffung flexiblere Bildungsstrukturen, wie „Offene Hochschulen“ und einer verstärkten Internetnutzung in der Hochschulbildung, damit alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, an qualitativ hochwertiger Ausbildung teilzuhaben, und nicht etwa manche aufgrund von Entfernung oder ungünstigen Stundenplänen davon ausgeschlossen sind; stellt fest, dass es aufgrund des verzögerten Eintritts der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und aufgrund der Probleme im Zusammenhang mit der Tragfähigkeit der Systeme der sozialen Sicherheit außerordentlich wichtig ist, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Studium geschaffen werden;

20. betont, dass die koordinierten aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen der EU einschließlich öffentlich geförderter Arbeitsprogramme für junge Menschen und der Schaffung neuer, nachhaltiger und guter Arbeitsplätze mit angemessener Bezahlung sowie neuer Unternehmen nebst der Förderung einer Unternehmenskultur in den Schulen, Anschubmaßnahmen für neue Initiativen, technischer Unterstützung für Unternehmensgründer, einer Vereinfachung der Verwaltungsabläufe zwecks Beschleunigung der Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit, Netzwerken auf lokaler Ebene zur Erleichterung der Betriebsführung, der Herstellung von Verbindungen zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Förderung innovativer Produkte und Verfahren, der Anerkennung der Freiwilligentätigkeit als Berufserfahrung und der Förderung des Unternehmergeists wesentliche Faktoren für die erfolgreiche Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit und Förderung eines integrierten Wachstums sind; betont, dass die EU-Finanzmittel für junge Menschen aus Instrumenten wie dem Europäischen Sozialfonds, den Mobilitätsprogrammen (Erasmus, Socrates, Leonardo) und dem YOUTH-Programm in effizienterer, zugänglicherer, transparenterer und koordinierterer Weise genutzt werden sollten, da es Jugendorganisationen aufgrund dieser Vielfalt an Mitteln schwerfällt, an Mittel zu gelangen, die ihren Bedürfnissen entsprechen; betont, dass leicht zugängliche Finanzmittel für junge Menschen erforderlich sind, die gegebenenfalls von ehrenamtlich tätigen Personen und kleinen Organisationen verwaltet werden können und mit denen es möglich ist, übergreifende Maßnahmen zu finanzieren, die verschiedene Dimensionen, wie z. B. Beschäftigung, Mobilität, soziale Integration und kulturelle Aktivitäten, einbeziehen;

21. begrüßt die wachsende Rolle der EIB bei der Auflegung von Finanzierungsprogrammen für Studenten und der Förderung von unternehmerischen Eigeninitiativen junger Menschen; ist der Auffassung, dass die EIB eine noch größere Rolle übernehmen sollte, indem sie gezielt in Bereiche mit einem hohen Zusatznutzen für die Mitgliedstaaten und insbesondere in jene Unternehmen investiert, die sich besonders darum bemühen, junge Menschen einzustellen und ihnen eine gute Ausbildung anzubieten;

22. betont, dass Jugendliche mit schlechteren Startchancen, besonders die "NEET"-Gruppe, junge Menschen, die weder im Erwerbsleben stehen noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren, unterstützt oder sogar von Mentoren betreut werden müssen, wobei ihre individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen sind, und der Schwerpunkt auf die Verbesserung ihrer Eingliederung in den Arbeitsmarkt und ihres Zugangs zu hochwertigen Arbeitsplätzen zu legen ist; ist der Ansicht, dass öffentlich geförderte Ausbildungsplätze sowie ein standardisiertes System ausbildungsbegleitender Hilfen wirksame Instrumente zur Integration besonders benachteiligter Jugendlicher sein können; betont allerdings, dass die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ausschlaggebend ist und die Integrationsmaßnahmen auf einen frühen Einritt in den regulären Arbeitsmarkt als grundlegende Voraussetzung abzielen sollten und durch Unterstützungsmaßnahmen, in deren Mittelpunkt die Bedürfnisse der Einzelpersonen stehen, angepasst werden müssen; hebt hervor, dass es aufgrund finanzieller und sprachlicher Beschränkungen und in einigen Fällen geografischer Benachteiligung für arme junge Menschen schwierig ist, Auslandserfahrungen zu sammeln; ist davon überzeugt, dass die finanzielle Förderung vor allem den Bedürfnissen der am stärksten benachteiligten Personen entsprechen muss;

23. unterstreicht die Bedeutung der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte junge Menschen durch die Auflegung von Bildungsprogrammen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, und eine stärkere Förderung der Hilfen für die Einstellung dieses wichtigen Teils der jungen Bevölkerung zwecks deren besseren gesellschaftlichen Integration und Teilhabe; fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, Informationsmaßnahmen über Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche mit Behinderungen zu fördern, z. B. über Projekte im Rahmen des Europäischen Forums für Menschen mit Behinderungen und des Austauschprogramms für Studierende Erasmus - Erasmus für Studierende mit Behinderungen;

24. betont, dass das Arbeitsprogramm von Eurofounds für 2009-2012 das Einzelprojekt „Aktive Eingliederung von jungen Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Problemen“ umfasst, und misst Ausbildungszentren, die Jugendlichen mit Behinderungen und Jugendlichen, die in staatlicher Obhut aufgewachsen sind, soziale und berufliche Kompetenzen vermitteln, große Bedeutung bei; fordert, dass erforderlichenfalls der Ausbau und die Nutzung dieser Ausbildungszentren gefördert wird;

25. hält es für notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um das Phänomen der Jugendlichen, die ohne Arbeit, ohne Schulbildung und ohne Berufsbildung sind, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene umfassend zu beleuchten; fordert die Kommission auf, mit den Mitgliedstaaten zu kooperieren, um die Gründe für die Marginalisierung von Jugendlichen aufzuspüren und Maßnahmen zur deren Wiedereingliederung, aber auch zur Bekämpfung dieses Phänomens zu ergreifen, und zwar im Rahmen ihrer Bemühungen um Erreichung der Ziele für die nächsten zehn Jahre betreffend Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Arbeitnehmer und bezüglich der Verringerung des Anteils der Schulabbrecher;

26. betont, dass Praktika in allen Berufsfindungsphasen ein geeignetes Mittel zur Berufsfindung sind; betont die Notwendigkeit, Mindeststandards für Praktika wie Einkommen und soziale Rechte einschließlich sozialem Schutz bzw. einer Regelung bezüglich der Sozialversicherung festzulegen, um die Qualität der Praktika zu verbessern und ihren Bildungswert zu gewährleisten; betont erneut, dass Praktika keine regulären Arbeitsplätze ersetzen dürfen und zeitlich eng begrenzt sein müssen; betont, dass ein verbindlicher europäischer Qualitätsrahmen für Praktika dringend erforderlich ist, der alle Bildungs- und Ausbildungsverhältnisse abdeckt, um die Ausbeutung von Praktikanten zu verhindern, und die Kommission einen Aktionsplan mit einem Zeitplan vorlegen sollte, der Angaben darüber enthält, wie dieser Qualitätsrahmen umgesetzt wird;

27. fordert, dass die Bildungsprogramme mit dem Ziel der Förderung der Mobilität über 2013 hinaus verlängert werden, und ersucht die Kommission, bei der Ausarbeitung künftiger Rahmenprogramme eine erhebliche Steigerung der dafür vorgesehenen Finanzmittel vorzusehen;

28. betont, dass junge Menschen während ihrer Berufstätigkeit Zugang zu beruflicher Weiterbildung erhalten müssen, um sich auch während der Arbeitszeit umfassend fortbilden zu können, und kontinuierliches und lebenslanges Lernen und berufliche Weiterentwicklung ab dem Berufseinstieg gefördert werden müssen, und dass die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, unabhängige Beratungsstellen für Weiterbildung einzurichten, um eine systematische Weiterbildung zu gewährleisten;

29. fordert eine einheitliche Liste von Hochschulen und Fachbereichen, die die Anerkennung von Abschlüssen in der gesamten EU garantiert,

30. betont, dass eine hohe Qualität der schulischen und beruflichen Erstausbildung in allen Branchen die Teilhabe junger Menschen am Arbeitsmarkt erhöht und qualifizierte Fachkräfte für Unternehmen sichert; fordert die Mitgliedsstaaten auf, durch Einrichtung entsprechender Kontrollorgane sicherzustellen, dass eine solche schulische und berufliche Ausbildung angeboten wird;

31. begrüßt die Initiative "Dein erster EURES-Arbeitsplatz" zur Förderung der beruflichen Mobilität, die mit dem "Europäischen Monitor für offene Stellen" verknüpft werden sollte, damit die Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen transparenten und europaweiten Überblick über den Arbeitsmarkt der EU erhalten mit dem Ziel, offene Stellen so schnell wie möglich mit geeigneten Bewerbern zu besetzen; weist jedoch darauf hin, dass dies nicht zu einer Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus bestimmten Regionen der EU führen darf;

32. unterstreicht die Notwendigkeit, den Unternehmergeist zu fördern und junge Menschen bei der Gründung eigener Unternehmen zu unterstützen und das Programm „Erasmus für junge Unternehmer“ zu fördern und auszuweiten; empfiehlt daher die Durchführung einer EU-Informationskampagne in Bildungseinrichtungen zum Thema Unternehmergeist, Gründungskapital, Besteuerung von Start-up-Unternehmen und Unterstützung der Weiterbildung;

33. betont, wie wichtig das nichtformale und informelle Lernen und die nichtformale und informelle Bildung und auch die Freiwilligentätigkeit für die Entwicklung junger Menschen ist; hebt hervor, dass die erworbenen Kompetenzen jungen Menschen nicht nur Möglichkeiten für den Eintritt in das Arbeitsleben eröffnen, sondern es ihnen auch ermöglichen, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und daneben auch ihre unternehmerischen Fähigkeiten fördern;

34. betont, wie wichtig es ist, dass die Jugend nicht nur in den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft eingegliedert, sondern auch an der Gestaltung und Planung der Zukunft Europas beteiligt wird; fordert die Kommission auf, ein Grünbuch zur Beteiligung der Jugend vorzulegen;

35. fordert die Kommission auf, bei der anstehenden Festlegung des mehrjährigen Finanzrahmens ein gesondertes Programm für „Jugend in Aktion“ beizubehalten;

36. fordert die Kommission auf, die Teilnahme an Mobilitätsprogrammen zu erhöhen und auszuweiten und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, insbesondere bei Programmen, die sich an junge Menschen richten, indem z. B. eine einzige Bezeichnung für alle Mobilitätsprogramme unter Beibehaltung ihrer jeweiligen Besonderheiten verwendet wird;

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

16.3.2011

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

41

4

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Regina Bastos, Edit Bauer, Jean-Luc Bennahmias, Pervenche Berès, Philippe Boulland, David Casa, Alejandro Cercas, Marije Cornelissen, Frédéric Daerden, Karima Delli, Proinsias De Rossa, Frank Engel, Sari Essayah, Richard Falbr, Ilda Figueiredo, Thomas Händel, Nadja Hirsch, Stephen Hughes, Liisa Jaakonsaari, Danuta Jazłowiecka, Martin Kastler, Ádám Kósa, Patrick Le Hyaric, Veronica Lope Fontagné, Olle Ludvigsson, Elizabeth Lynne, Thomas Mann, Csaba Őry, Rovana Plumb, Konstantinos Poupakis, Sylvana Rapti, Licia Ronzulli, Elisabeth Schroedter, Jutta Steinruck, Traian Ungureanu

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Georges Bach, Raffaele Baldassarre, Sven Giegold, Antigoni Papadopoulou, Evelyn Regner

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 187 Abs. 2)

Diana Wallis

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

12.4.2011

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

27

0

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Magdi Cristiano Allam, Maria Badia i Cutchet, Zoltán Bagó, Malika Benarab-Attou, Lothar Bisky, Piotr Borys, Jean-Marie Cavada, Silvia Costa, Santiago Fisas Ayxela, Mary Honeyball, Petra Kammerevert, Emma McClarkin, Marek Henryk Migalski, Katarína Neveďalová, Doris Pack, Chrysoula Paliadeli, Marie-Thérèse Sanchez-Schmid, Marietje Schaake, Marco Scurria, Joanna Senyszyn, Hannu Takkula, László Tőkés, Helga Trüpel, Gianni Vattimo, Marie-Christine Vergiat, Sabine Verheyen, Milan Zver

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter(innen)

Ivo Belet, Nadja Hirsch, Seán Kelly, Iosif Matula