BERICHT über den Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 des Rates vom 29. Mai 1995 über eine einheitliche Visagestaltung
18.2.2016 - (COM(2015)0303 – C8-0164/2015 – 2015/0134(COD)) - ***I
Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres
Berichterstatterin: Sylvia-Yvonne Kaufmann
ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
zu dem Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 des Rates vom 29. Mai 1995 über eine einheitliche Visagestaltung (COM(2015)0303 – C8-0164/2015 – 2015/0134(COD))
(Ordentliches Gesetzgebungsverfahren: erste Lesung)
Das Europäische Parlament,
– unter Hinweis auf den Vorschlag der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat (COM(2015)0303),
– gestützt auf Artikel 294 Absatz 2 und Artikel 77 Absatz 2 Buchstabe a des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, auf deren Grundlage ihm der Vorschlag der Kommission unterbreitet wurde (C8-0164/2015),
– gestützt auf Artikel 294 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
– gestützt auf Artikel 59 seiner Geschäftsordnung,
– unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres sowie die Stellungnahme des Rechtsausschusses (A8-0028/2016),
1. legt den folgenden Standpunkt in erster Lesung fest, indem es den Vorschlag der Kommission übernimmt;
2. fordert die Kommission auf, es erneut zu befassen, falls sie beabsichtigt, ihren Vorschlag entscheidend zu ändern oder durch einen anderen Text zu ersetzen;
3. beauftragt seinen Präsidenten, den Standpunkt des Parlaments dem Rat und der Kommission sowie den nationalen Parlamenten zu übermitteln.
BEGRÜNDUNG
Die Einführung einer einheitlichen Visagestaltung ist ein wichtiger Bestandteil der EU-Visumpolitik.
Ein einheitliches Visumformat sollte alle notwendigen Informationen umfassen und insbesondere hinsichtlich des Schutzes vor Nachahmung und Fälschung sehr hohen technischen Anforderungen genügen. Es muss zudem zur Verwendung durch alle Mitgliedstaaten geeignet sein und von jedermann erkennbare und mit bloßem Auge wahrnehmbare Sicherheitsmerkmale tragen.
Das derzeitige Sicherheitskonzept für die einheitliche Visagestaltung datiert aus dem Jahr 1995 und wurde ursprünglich im Rahmen der zwischenstaatlichen Schengen-Zusammenarbeit konzipiert. Mit der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 über eine einheitliche Visagestaltung wurde dieses Konzept in das EU-Recht übernommen. Seit diesem Zeitpunkt wurden zwei wesentliche Änderungen vorgenommen[1].
In den letzten Jahren sind in mehreren Mitgliedstaaten gefälschte Visummarken in Erscheinung getreten. Die derzeit verwendete Marke ist Experten zufolge nicht mehr sicher.
Der mit Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 eingesetzte Ausschuss kam in den letzten Jahren mehrmals zusammen, um ein neues Sicherheitskonzept und ‑design zu erarbeiten und so den Schutz vor Fälschungen zu verbessern. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Arbeit dieses Ausschusses legte die Kommission im Juni dieses Jahres einen Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 des Rates vom 29. Mai 1995 über eine einheitliche Visagestaltung vor. Die Änderungsverordnung stützt sich auf Artikel 77 Absatz 2 Buchstabe a AEUV.
Die Kommission sollte prinzipiell nach der dritten wesentlichen Änderung einer Verordnung eine Neufassung vorschlagen. Die Berichterstatterin vertritt die Ansicht, dass die Argumente der Kommission dafür, in diesem Fall auf eine Neufassung zu verzichten, schlüssig und nachvollziehbar sind: Mit dem Vorschlag der Kommission wird der verfügende Teil der Verordnung nicht wesentlich geändert. Die Änderungen betreffen lediglich den Anhang der Verordnung, der die vertraulichen technischen Spezifikationen für die Erstellung der Visummarken enthält. Da bereits gefälschte Marken im Umlauf sind, müssen umgehend neue fälschungssichere Visummarken angefertigt werden. Die Kommission hat außerdem in Aussicht gestellt, dass die Verordnung nach ihrem Erlass kodifiziert wird.
Der Kommission zufolge werden die Kosten mit der Einführung der neuen Visummarke nicht steigen.
Die Berichterstatterin ist angesichts dessen davon überzeugt, dass der Vorschlag der Kommission ohne Änderungen angenommen werden sollte, damit die Rechtsvorschriften über fälschungssichere Visummarken zügig vervollständigt werden können.
12.1.2016
STELLUNGNAHME des Rechtsausschusses
für den Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres
zu dem Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 des Rates vom 29. Mai 1995 über eine einheitliche Visagestaltung
(COM(2015)0303 – C8-0164/2015 – 2015/0134(COD))
Verfasserin der Stellungnahme: Angel Dzhambazki
KURZE BEGRÜNDUNG
In der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 des Rates über eine einheitliche Visagestaltung wurde das von den Schengen-Staaten angenommene Design übernommen, und in den Erwägungen dieser Verordnung wurde ausgeführt, dass diese Dokumente alle notwendigen Informationen enthalten und sehr hohen technischen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich des Schutzes vor Fälschung und Verfälschung, genügen müssen. Seit der Einführung der einheitlichen Visumgestaltung wurden zwei wesentliche Änderungen an der ursprünglichen Verordnung erlassen, die dazu beigetragen haben, dass sichere Dokumente ausgestellt werden, die sehr hohe technische Anforderungen erfüllen. Jedoch wurden schwerwiegende Fälschungs- und Betrugsfälle in Bezug auf die Visummarken in verschiedenen Mitgliedstaaten aufgedeckt. Die Kommission ist der Ansicht, dass die derzeitige Visummarke, die seit 20 Jahren verwendet wird, als nicht mehr sicher genug anzusehen sei. Daher hat sie ein neues gemeinsames Design vorgeschlagen, das mehr Sicherheitsmerkmale aufweist, um die Visummarke sicherer zu machen und Fälschungen zu verhindern. Der verfügende Teil dieser Verordnung wird nicht wesentlich geändert. Es wird lediglich der Anhang ersetzt, um ein Bild und eine allgemeine Beschreibung der neuen Visummarke zu zeigen.
Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen schlägt der Verfasser der Stellungnahme vor, den Vorschlag ohne Abänderungen zu billigen.
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Der Rechtsausschuss ersucht den federführenden Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres, vorzuschlagen, dass das Europäische Parlament seinen Standpunkt in erster Lesung festlegt, indem es den Vorschlag der Kommission übernimmt
VERFAHREN DES MITBERATENDEN AUSSCHUSSES
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Titel |
Einheitliche Visagestaltung |
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Bezugsdokumente - Verfahrensnummer |
COM(2015)0303 – C8-0164/2015 – 2015/0134(COD) |
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Federführender Ausschuss Datum der Bekanntgabe im Plenum |
LIBE 6.7.2015 |
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Stellungnahme von Datum der Bekanntgabe im Plenum |
JURI 6.7.2015 |
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Verfasser(in) der Stellungnahme Datum der Benennung |
Angel Dzhambazki 13.7.2015 |
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Prüfung im Ausschuss |
12.11.2015 |
3.12.2015 |
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Datum der Annahme |
11.1.2016 |
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Ergebnis der Schlussabstimmung |
+: –: 0: |
21 0 0 |
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Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder |
Max Andersson, Joëlle Bergeron, Marie-Christine Boutonnet, Jean-Marie Cavada, Mady Delvaux, Rosa Estaràs Ferragut, Laura Ferrara, Mary Honeyball, Dietmar Köster, Gilles Lebreton, António Marinho e Pinto, Julia Reda, Evelyn Regner, Pavel Svoboda |
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Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter |
Daniel Buda, Angel Dzhambazki, Sylvia-Yvonne Kaufmann, Constance Le Grip, Stefano Maullu, Angelika Niebler, Virginie Rozière |
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VERFAHREN DES FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSSES
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Titel |
Einheitliche Visagestaltung |
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Bezugsdokumente - Verfahrensnummer |
COM(2015)0303 – C8-0164/2015 – 2015/0134(COD) |
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Datum der Übermittlung an das EP |
24.6.2015 |
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Federführender Ausschuss Datum der Bekanntgabe im Plenum |
LIBE 6.7.2015 |
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Mitberatende Ausschüsse Datum der Bekanntgabe im Plenum |
AFET 6.7.2015 |
JURI 6.7.2015 |
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Nicht abgegebene Stellungnahme(n) Datum des Beschlusses |
AFET 15.9.2015 |
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Berichterstatter Datum der Benennung |
Sylvia-Yvonne Kaufmann 3.9.2015 |
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Prüfung im Ausschuss |
13.10.2015 |
30.11.2015 |
16.2.2016 |
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Datum der Annahme |
16.2.2016 |
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Ergebnis der Schlussabstimmung |
+: –: 0: |
55 1 0 |
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Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder |
Jan Philipp Albrecht, Michał Boni, Caterina Chinnici, Ignazio Corrao, Rachida Dati, Agustín Díaz de Mera García Consuegra, Frank Engel, Cornelia Ernst, Tanja Fajon, Laura Ferrara, Monika Flašíková Beňová, Lorenzo Fontana, Kinga Gál, Nathalie Griesbeck, Sylvie Guillaume, Jussi Halla-aho, Monika Hohlmeier, Brice Hortefeux, Sophia in ‘t Veld, Eva Joly, Sylvia-Yvonne Kaufmann, Timothy Kirkhope, Barbara Kudrycka, Kashetu Kyenge, Marju Lauristin, Juan Fernando López Aguilar, Monica Macovei, Roberta Metsola, Claude Moraes, József Nagy, Péter Niedermüller, Soraya Post, Judith Sargentini, Birgit Sippel, Branislav Škripek, Helga Stevens, Traian Ungureanu, Bodil Valero, Udo Voigt, Josef Weidenholzer, Cecilia Wikström, Kristina Winberg, Tomáš Zdechovský |
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Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter |
Marina Albiol Guzmán, Carlos Coelho, Anna Maria Corazza Bildt, Daniel Dalton, Dennis de Jong, Gérard Deprez, Anna Hedh, Petr Ježek, Emil Radev, Christine Revault D’Allonnes Bonnefoy, Petri Sarvamaa, Barbara Spinelli, Elissavet Vozemberg-Vrionidi |
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Datum der Einreichung |
18.2.2016 |
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NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS
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55 |
+ |
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ALDE |
Gérard Deprez, Nathalie Griesbeck, Petr Ježek, Sophia in 't Veld, Cecilia Wikström |
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ECR |
Daniel Dalton, Jussi Halla-aho, Timothy Kirkhope, Monica Macovei, Branislav Škripek, Helga Stevens |
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EFDD |
Ignazio Corrao, Laura Ferrara, Kristina Winberg |
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GUE |
Marina Albiol Guzmán, Cornelia Ernst, Dennis de Jong, Barbara Spinelli |
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NI |
Udo Voigt |
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PPE |
Michał Boni, Carlos Coelho, Anna Maria Corazza Bildt, Rachida Dati, Agustín Díaz de Mera García Consuegra, Frank Engel, Kinga Gál, Monika Hohlmeier, Brice Hortefeux, Barbara Kudrycka, Roberta Metsola, József Nagy, Emil Radev, Petri Sarvamaa, Traian Ungureanu, Elissavet Vozemberg-Vrionidi, Tomáš Zdechovský |
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S&D |
Caterina Chinnici, Tanja Fajon, Monika Flašíková Beňová, Sylvie Guillaume, Anna Hedh, Sylvia-Yvonne Kaufmann, Kashetu Kyenge, Marju Lauristin, Juan Fernando López Aguilar, Claude Moraes, Péter Niedermüller, Soraya Post, Christine Revault D'Allonnes Bonnefoy, Birgit Sippel, Josef Weidenholzer |
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VERT/ALE |
Jan Philipp Albrecht, Eva Joly, Judith Sargentini, Bodil Valero |
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1 |
- |
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ENF |
Lorenzo Fontana |
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0 |
0 |
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Erklärung der benutzten Zeichen:
+ : dafür
- : dagegen
0 : enthalten
- [1] Verordnung (EG) Nr. 334/2002 des Rates vom 18. Februar 2002.
Verordnung (EG) Nr. 1791/2006 des Rates vom 20. November 2006.