Verfahren : 2016/2310(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0055/2017

Eingereichte Texte :

A8-0055/2017

Aussprachen :

PV 05/04/2017 - 21
CRE 05/04/2017 - 21

Abstimmungen :

PV 14/06/2017 - 8.9
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P8_TA(2017)0263

BERICHT     
PDF 327kWORD 66k
6.3.2017
PE 595.412v02-00 A8-0055/2017

über den Bericht 2016 der Kommission über die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

(2016/2310(INI))

Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten

Berichterstatter: Ivo Vajgl

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS
 SCHLUSSABSTIMMUNG IN NAMENTLICHER ABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu dem Bericht 2016 der Kommission über die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

(2016/2310(INI))

Das Europäische Parlament,

–  unter Hinweis auf die Schlussfolgerungen des Vorsitzes des Europäischen Rates von Thessaloniki vom 19./20. Juni 2003 zu den Aussichten der westlichen Balkanstaaten auf einen Beitritt zur Union,

–  unter Hinweis auf das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen den Europäischen Gemeinschaften und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien andererseits(1),

–  unter Hinweis auf das in Ohrid vereinbarte und am 13. August 2001 in Skopje unterzeichnete Rahmenabkommen (Rahmenabkommen von Ohrid, FOA),

–  unter Hinweis auf den Beschluss des Europäischen Rates vom 16. Dezember 2005, dem Land den Status eines Bewerberlandes im Hinblick auf die EU-Mitgliedschaft zu gewähren, und auf die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom Juni 2008 sowie auf die Schlussfolgerungen des Rates vom Dezember 2008, Dezember 2012, Dezember 2014 und Dezember 2015 sowie die Schlussfolgerungen des Vorsitzes vom 13. Dezember 2016, die von der überwältigenden Mehrheit der Delegationen befürwortet wurden und in denen die Unterstützung für den EU-Beitrittsprozess der Republik Mazedonien erneut eindeutig zum Ausdruck gebracht wurde,

–  unter Hinweis auf die 13. Tagung des Stabilitäts- und Assoziationsausschuss zwischen der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und der EU, die am 15. Juni 2016 in Skopje stattfand,

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 9. November 2016 über die EU-Erweiterungspolitik (COM(2016)0715) und das dazugehörige Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen mit dem Titel „The former Yugoslav Republic of Macedonia 2016 Report“ („Bericht von 2016 über die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“) (SWD(2016)0362),

–  unter Hinweis auf den Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs vom Juni 2016 über die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien,

–  unter Hinweis auf die dringenden Reformprioritäten der Kommission vom Juni 2015 für die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien,

–  unter Hinweis auf die Empfehlungen der hochrangigen Sachverständigengruppe zu systemischen Problemen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit im Zusammenhang mit der im Frühjahr 2015 aufgedeckten Kommunikationsüberwachung,

–  unter Hinweis auf die zwischen den vier größten politischen Parteien am 2. Juni und 15. Juli 2015 in Skopje erzielte politische Einigung (das sogenannte Pržino-Abkommen) und die Einigung zwischen den vier Parteien vom 20. Juli und 31. August 2016 über dessen Umsetzung,

–  unter Hinweis auf die Abschlusserklärung des Vorsitzes des Westbalkan-Gipfels in Paris vom 4. Juli 2016 sowie auf die Empfehlungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen für das Gipfeltreffen 2016 in Paris,

–  unter Hinweis auf die vorläufigen Ergebnisse und Schlussfolgerungen der OSZE/BDIMR im Hinblick auf die vorgezogenen Parlamentswahlen vom 11. Dezember 2016,

–  unter Hinweis auf die Resolutionen 817 (1993) und 845 (1993) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Resolution 47/225 (1993) der Generalversammlung der Vereinten Nationen und das Interimsabkommen vom 13. September 1995,

–  unter Hinweis auf das Urteil des Internationalen Gerichtshofs vom 13. September 1995 zur Anwendung des Interimsabkommens,

–  unter Hinweis auf seine früheren Entschließungen zu dem Land,

–  gestützt auf Artikel 52 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten (A8-0055/2017),

A.  in der Erwägung, dass die vorgezogene Parlamentswahl in Mazedonien nach zweimaliger Verschiebung am 11. Dezember 2016 in einer geordneten und ruhigen Atmosphäre stattfand, wobei den internationalen Normen sowie den Empfehlungen des BDIMR der OSZE entsprochen wurde; in der Erwägung, dass die Wahl ohne größere Zwischenfälle verlief, insgesamt gut organisiert war und die Wahlbeteiligung hoch war;

B.  in der Erwägung, dass Reformen und Beitrittsvorbereitungen von der politischen Polarisierung, einem tiefen gegenseitigen Misstrauen und dem Fehlen eines tatsächlichen Dialogs zwischen den Parteien ausgebremst werden; in der Erwägung, dass in einigen wichtigen Bereichen fortlaufend Rückschritte zu verzeichnen sind; in der Erwägung, dass die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit kontinuierlich angegriffen werden, insbesondere aufgrund der Unterwanderung des Staates, wodurch das Funktionieren der demokratischen Institutionen sowie wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens beeinträchtigt werden;

C.  in der Erwägung, dass die zentralen Aspekte des Reformprozesses unter anderem Reformen der Justiz, der öffentlichen Verwaltung und Medien, sowie die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und eine Überprüfung der Umsetzung des FOA umfassen;

D.  in der Erwägung, dass es eines ernsthaften Engagements aller politischen Kräfte bedarf, damit das Land den Weg zu einer Integration in die EU und den euro-atlantischen Raum fortsetzen kann; in der Erwägung, dass die neue Regierung wirksame Reformen verabschieden und umsetzen muss, die konkrete Ergebnisse liefern, insbesondere in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Justiz, Korruption, Innenpolitik sowie im Hinblick auf die Wahrung der Grundrechte und auf gute nachbarliche Beziehungen;

E.  in der Erwägung, dass die Kommission, der Rat und das Parlament darin übereinstimmen, dass die weitere Empfehlung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit dem Land an die Fortschritte bei der Umsetzung des Pržino-Abkommens und an wesentliche Fortschritte bei der Umsetzung der dringenden Reformprioritäten geknüpft ist bzw. davon abhängt;

F.  in der Erwägung, dass der Rat ein Vorankommen aufgrund des ungelösten Namensstreits mit Griechenland bisher verhindert hat; in der Erwägung, dass bilaterale Fragen nicht als Vorwand herangezogen werden sollten, eine rasche Einleitung der Verhandlungen mit der EU zu verhindern;

G.  in der Erwägung, dass bilaterale Probleme nicht vorgeschoben werden sollten, um den Prozess des EU-Beitritts sowie die offizielle Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zu behindern, sondern möglichst bald ein einem konstruktiven Geist und im Einklang mit den Normen der EU und der Vereinten Nationen angegangen werden sollten; in der Erwägung, dass alle notwendigen Anstrengungen unternommen werden sollten, um gute nachbarschaftliche Beziehungen und ein gutes Verhältnis zwischen den einzelnen Volksgruppen aufrechtzuerhalten;

H.  in der Erwägung, dass (potenzielle) Bewerberländer auf der Grundlage ihrer eigenen Leistungen beurteilt werden und dass die Geschwindigkeit und Qualität der notwendigen Reformen den Zeitplan für den Beitritt bestimmen; in der Erwägung, dass die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen garantiert sein sollte, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind; in der Erwägung, dass Mazedonien im Hinblick auf die Angleichung an den Besitzstand seit vielen Jahren als eines der am weitesten fortgeschrittenen Beitrittsländer erachtet wird;

I.  in der Erwägung, dass der Prozess des EU-Beitritts ein wesentlicher Anreiz für weitere Reformen ist, insbesondere im Hinblick auf die Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz, die Bekämpfung der Korruption und die Medienfreiheit; in der Erwägung, dass die regionale Zusammenarbeit und gute nachbarschaftliche Beziehungen grundlegende Elemente des Erweiterungsprozesses, des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses und des Beitrittsprozesses des Landes sind;

J.  in der Erwägung, dass die Vorsitzenden der vier wichtigsten politischen Parteien am 20. Juli und 31. August 2016 eine Vereinbarung in Bezug auf die Umsetzung des Pržino-Abkommens erzielten, in dessen Rahmen der 11. Dezember 2016 als Datum für die vorgezogene Parlamentswahl festgelegt wurde, und erklärten, dass sie die Arbeit der Sonderstaatsanwältin unterstützten; in der Erwägung, dass sie sich ebenfalls erneut zur Umsetzung der dringenden Reformprioritäten verpflichteten;

K.  in der Erwägung, dass die jüngste politische Krise verdeutlicht hat, dass ein wirksames System der gegenseitigen Kontrolle in den mazedonischen Institutionen fehlt und dass die Transparenz und die Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit erhöht werden müssen;

L.  in der Erwägung, dass das organisierte Verbrechen und die Korruption weiterhin unbedingt bekämpft werden müssen, damit die Unterwanderung von Politik, Justiz und Wirtschaft durch kriminelle Gruppen verhindert werden kann;

1.  begrüßt, dass bei der Vorwahl vom 11. Dezember 2016, die gut organisiert war und transparent und inklusiv sowie ohne größere Zwischenfälle verlief, die Grundfreiheiten gewahrt wurden; stellt fest, dass laut dem BDIMR der OSZE die Wahl durch ein hohes Maß an politischem Wettstreit gekennzeichnet war; begrüßt, dass alle politischen Parteien im Interesse der inneren Stabilität die Ergebnisse der Wahl akzeptiert haben, und betont, dass sie dafür sorgen müssen, dass das Land nicht wieder in eine politische Krise rutscht; fordert alle Parteien auf, das reibungslose Funktionieren des Parlaments nicht zu behindern; fordert, dass – im Einklang mit den verfassungsrechtlichen und rechtlichen Vorschriften – rasch eine neue, stabile und verlässliche Regierung gebildet wird, damit das Mandat für die Fortsetzung des notwendigen Reformprozesses genutzt werden kann, um für die euro-atlantische Integration des Landes zu sorgen und ihm eine europäische Perspektive zum Nutzen des Landes und seiner Bürger aufzuzeigen; erachtet die Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinaus sowie zwischen den einzelnen Volksgruppen als entscheidend, wenn es darum geht die dringlichen innenpolitischen und EU-bezogenen Probleme zu bewältigen und die positive Empfehlung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen aufrechtzuerhalten;

2.  begrüßt die beim Wahlprozess erzielten Fortschritte, unter anderem was den rechtlichen Rahmen, die Wählerlisten und die Medienberichterstattung betrifft; begrüßt, dass Vertreter der Zivilgesellschaft als Beobachter in den meisten Wahllokalen zugegen waren; fordert die zuständigen Behörden auf, die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten und Mängel – etwa die Einschüchterung von Wählern, den Kauf von Stimmen und den Missbrauch administrativer Ressourcen sowie den politischen Druck auf die Medien und die aufrührerische Sprache und verbalen Angriffen auf Journalisten – im Hinblick auf die Wahl im Mai 2017 wirksam anzugehen; fordert die zuständigen Behörden nachdrücklich auf, die Empfehlungen des BDMIR des OSZE und der Venedig-Kommission zu befolgen und glaubwürdige Aufzeichnungen über die wirksame Prüfung der Finanzierung von politischen Parteien und der Wahlkampagne zu führen; betont, dass die Arbeit der Wahlbehörden transparenter gestaltet und weiter entpolitisiert werden muss, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in künftige Wahlen zu erhöhen;

3.  erachtet es als wichtig, eine Volkszählung durchzuführen (die letzte wurde 2002 durchgeführt) – vorausgesetzt, es gibt diesbezüglich einen landesweiten Konsens in Bezug auf die dabei zu verwendende Methode –, um ein aktuelles und realistisches Bild der Demographie der Bevölkerung Mazedoniens zu erhalten, den Bedürfnissen der mazedonischen Bürger besser gerecht zu werden und ihnen bessere Dienstleistungen bieten zu können, aber auch, um die Wählerliste zu aktualisieren und künftig etwaige Unregelmäßigkeiten und Unzulänglichkeiten anzugehen;

4.  erwartet von der neuen Regierung, dass sie als oberste Priorität in Zusammenarbeit mit anderen Parteien den Prozess der EU-bezogenen Reformen beschleunigt; bekräftigt seine Unterstützung für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen unter der Voraussetzung, dass das Pržino-Abkommen in vollem Umfang, wirksam und nachhaltig umgesetzt wird und dass nachhaltige Fortschritte bei der Umsetzung der dringenden Reformprioritäten im Hinblick auf systemische Reformen nachgewiesen werden; fordert den Rat auf, die Frage der Beitrittsverhandlungen so rasch wie möglich anzugehen; ist weiterhin überzeugt, dass durch die Verhandlungen die dringend notwendigen Reformen auf den Weg gebracht, neue Impulse gesetzt, die europäische Perspektive neu belebt werden können und die Lösung bilateraler Streitigkeiten positiv beeinflusst werden können, sodass sie den EU-Beitrittsprozess nicht behindern;

5.  betont, dass weitere Fortschritte beim EU-Beitrittsprozess von entscheidender Wichtigkeit sind, und fordert erneut von allen politischen Parteien, dass sie politischen Willen zeigen und Verantwortung übernehmen, indem sie die dringenden Reformprioritäten und das Abkommen von Pržino in vollem Umfang umsetzen; betont, dass die Umsetzung des Pržino-Abkommens auch über die Wahl hinaus entscheidend ist, wenn es darum geht, auch in Zukunft für politische Stabilität und Nachhaltigkeit zu sorgen; fordert die Kommission auf, die Fortschritte des Landes bei der Umsetzung frühestmöglich, jedoch spätestens vor Ende des Jahres 2017 zu überprüfen und dem Parlament und dem Rat Bericht darüber zu erstatten; spricht sich für die Weiterführung des Beitrittsdialogs auf hoher Ebene aus, um das Land bei seinen Bemühungen systematisch zu unterstützen, und weist noch einmal darauf hin, dass die längst überfälligen Reformen eingeleitet und umgesetzt werden müssen; bedauert, dass im Rahmen des Beitrittsdialogs auf hoher Ebene kein Treffen stattgefunden hat und dass bei den früheren Treffen nur geringfügige Fortschritte erzielt werden konnten; weist darauf hin, dass weitere Verzögerungen beim Prozess der euro-atlantischen Integration des Landes negative politische, sicherheitstechnische und sozioökonomische Auswirkungen haben können; fordert die Kommission und den EAD darüber hinaus auf, die von der EU finanzierten Projekte sichtbarer zu machen, um die EU den Bürgern des Landes näherzubringen;

6.  hebt hervor, welch große Fortschritte das Land im EU-Integrationsprozess erzielt hat, und weist nachdrücklich auf die negativen Folgen einer weiteren Verzögerung des Prozesses hin, wozu auch die Bedrohung der Glaubwürdigkeit der EU-Erweiterungspolitik und die Gefahr der Instabilität in der Region zählen;

7.  weist darauf hin, dass die Probleme, vor denen die Europäische Union derzeit steht (Brexit, Migration, Radikalisierung usw.), den Erweiterungsprozess nicht behindern sollten, sondern vielmehr ein Beweis dafür sind, dass der Westbalkan in EU-Strukturen integriert werden muss, damit die Zusammenarbeit bei Überwindung internationaler Krisen gefördert und vertieft wird;

8.  begrüßt das hohe Niveau der Rechtsangleichung an den Besitzstand der Union; erkennt an, dass der wirksamen Umsetzung und Durchsetzung des bestehenden rechtlichen und politischen Rahmens Priorität beigemessen wird, wie im Fall der Länder, mit denen bereits Beitrittsverhandlungen aufgenommen wurden;

9.  beglückwünscht das Land zur fortwährenden Erfüllung seiner Verpflichtungen im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens; fordert den Rat auf, den Vorschlag der Kommission von 2009, die zweite Phase des SAA im Einklang mit den einschlägigen Bestimmungen einzuleiten, anzunehmen;

10.  fordert alle Parteien nachdrücklich auf, den politischen Willen zur und die Verantwortung für die Überwindung des entzweienden politischen Klimas der Polarisierung und der mangelnden Kompromissbereitschaft zu zeigen und den Dialog wieder aufzunehmen; hebt erneut die zentrale Rolle des Parlaments bei der demokratischen Entwicklung des Landes und als Forum für politischen Dialog und politische Vertretung hervor; fordert, dass dessen Aufgaben in Bezug auf die Aufsicht gestärkt werden und den Praktiken im Zusammenhang mit häufigen Gesetzesänderungen und dem Rückgriff auf verkürzte Verfahren zur Annahme ohne ausreichende Konsultation oder Folgenabschätzung ein Ende bereitet werden; fordert nachdrücklich, dass die parlamentarischen Ausschüsse im Hinblick auf die Überwachung der Telekommunikation, die Sicherheit und die Spionageabwehr reibungslos funktionieren und dass sie ungehinderten Zugang zu den erforderlichen Daten und Zeugenaussagen erhalten, damit eine glaubwürdige parlamentarische Kontrolle der einschlägigen Dienste sichergestellt werden kann; stellt fest, dass die Zivilgesellschaft konstruktiv an der Unterstützung und der Verbesserung demokratischer Prozesse mitwirkt;

11.  stellt fest, dass bei der Reform der öffentlichen Verwaltung, unter anderem bei den Maßnahmen zur Umsetzung des neuen Rechtsrahmens, gewisse Fortschritte erzielt wurden; fordert, dass das Engagement, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen, erhalten bleibt; ist nach wie vor besorgt über die Politisierung der öffentlichen Verwaltung sowie darüber, dass Beamte unter politischem Druck stehen; fordert die neue Regierung nachdrücklich auf, eine starke politische Verpflichtung an den Tag zu legen und auf allen Ebenen Professionalität, Leistungsorientierung, Neutralität und Unabhängigkeit zu fördern, und zwar durch die Einführung des neuen leistungsorientierten Einstellungs- und Beurteilungsverfahrens; betont, dass die Strategie für die Reform der öffentlichen Verwaltung 2017–2022 abgeschlossen werden muss – unter anderem indem Mittel für ihre Umsetzung in ausreichender Höhe bereitgestellt werden – und dass die entsprechenden Verwaltungskapazitäten gestärkt werden müssen; fordert die künftige Regierung auf, eine transparente und wirksame Form der Rechenschaftspflicht zwischen den und innerhalb der Institutionen einzuführen; empfiehlt, dass sämtliche Gemeinschaften auf allen Ebenen der Verwaltung gerecht vertreten sind;

12.  empfiehlt der neuen Regierung, eine umfassende Strategie für elektronische Behördendienste zu entwickeln, die durch die weitere Entwicklung elektronischer Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen ergänzt werden sollte, damit die bürokratische Belastung für den Staat, die Bürger und Unternehmen reduziert wird; weist nachdrücklich darauf hin, dass durch elektronische Behördendienste und elektronische Dienstleistungen die Wirtschaftsleistung des Landes verbessert werden könnten und man für mehr Transparenz und Effizienz in der öffentlichen Verwaltung und bei den öffentlichen Dienstleistungen sorgen würde; betont, dass die Bürger das Recht auf Zugang zu öffentlichen Informationen haben, und fordert weitere Anstrengungen, damit dieses Recht in keiner Weise behindert wird; regt an, nach innovativen elektronischen Lösungen zu suchen, mit denen ein einfacher Zugang zu öffentlichen Informationen sichergestellt und der damit verbundene bürokratische Aufwand gesenkt werden kann;

13.  bedauert die Rückschritte bei der Reform der Justiz, die eigentlich dazu angeregt werden sollte, unabhängig zu agieren; bedauert die immer wieder auftretende politische Einflussnahme auf die Arbeit der Justiz, etwa bei der Ernennung und Beförderung von Richtern und Staatsanwälten, sowie den Mangel an Rechenschaftspflicht und die Fälle von selektiver Justiz; fordert die zuständigen Behörden erneut nachdrücklich auf, die in den dringenden Reformprioritäten aufgezeigten bestehenden Probleme wirksam anzugehen und ihren politischen Willen zur Fortsetzung der Reform der Justiz unter Beweis zu stellen, unter anderem indem de facto und de jure die Transparenz bei den Ernennungs- und Beförderungsverfahren verbessert und die Dauer von Gerichtsprozessen verkürzt wird; erkennt an, dass bereits einige Anstrengungen zur Verbesserung der Transparenz unternommen wurden; fordert die Behörden darüber hinaus auf, dafür zu sorgen, dass der Justizrat professionell arbeitet und die gesamte Justiz unabhängig agieren kann;

14.  bekräftigt, dass die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem durch abgehörte Gespräche bekannt gewordenen Fehlverhalten und der damit zusammenhängenden Mängeln bei der Aufsicht ungehindert, gründlich und unabhängig untersucht werden müssen; bekräftigt, dass das Mandat und die Arbeit sowohl der Sonderstaatsanwältin als auch des parlamentarischen Untersuchungsausschusses von großer Wichtigkeit sind, da es zu klären gilt, wer rechtlich und politisch verantwortlich ist; stellt fest, dass die Sonderstaatsanwältin im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen bei der Telekommunikationsüberwachung die erste strafrechtliche Anklage erhoben hat;

15.  ist besorgt darüber, dass die Arbeit des Büros der Sonderstaatsanwältin von politischer Seite angegriffen wird, dass es administrative und rechtliche Hürden gibt und dass die anderen Organe wenig Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigen; erinnert die Strafgerichte, die offiziellen Anfragen des Büros der Sonderstaatsanwältin nicht nachkommen, daran, dass sie rechtlich dazu verpflichtet sind, die Sonderstaatsanwältin zu unterstützen; erachtet es als unerlässlich für den demokratischen Prozess, dem Büro der Sonderstaatsanwältin zu ermöglichen, sämtliche Aufgaben zu erfüllen sowie völlig eigenständig, ungehindert und mit den erforderlichen, angemessenen Mitteln gründliche Untersuchungen durchzuführen; fordert, dass das Büro der Sonderstaatsanwältin uneingeschränkt unterstützt und in die Lage versetzt wird, seine wichtige Arbeit abzuschließen, und ihm die dafür erforderliche Zeit eingeräumt wird; fordert, dass die Übermittlung von Beweisen an das Büro der Sonderstaatsanwältin in den Gerichten nicht länger behindert wird und dass Gesetzesänderungen unterstützt werden, mit denen die autonome Autorität des Büros hinsichtlich des Zeugenschutzes bei Fällen, für die es zuständig ist, sichergestellt wird; ist fest davon überzeugt, dass die Ergebnisse der Ermittlungen einen wichtigen Schritt für die Wiederherstellung des Vertrauens in die nationalen Institutionen darstellen; weist ferner nachdrücklich darauf hin, dass Änderungen des Zeugenschutzgesetzes verabschiedet werden müssen;

16.  ist nach wie vor besorgt darüber, dass in vielen Bereichen Korruption weiterhin ein ernsthaftes Problem darstellt und ihre Bekämpfung durch politische Einflussnahme unterminiert wird; betont, dass es eines starken politischen Willens bedarf, die Korruption zu bekämpfen; betont, dass die Unabhängigkeit der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der staatlichen Kommission für Korruptionsverhütung gestärkt werden muss; fordert Maßnahmen, mit denen die Transparenz verbessert und ein leistungsorientiertes System bei der Auswahl und Ernennung der Mitglieder der Kommission für Korruptionsverhütung sichergestellt wird; weist darauf hin, dass dringend Anstrengungen unternommen werden müssen, mit denen Interessenkonflikte wirksam verhindert bzw. bestraft werden können sowie die Erfolgsbilanz bei der Bekämpfung von Korruption auf hoher Ebene glaubwürdig dokumentiert werden kann, wozu unter anderem die Umsetzung des Rechtsrahmens für den Schutz von Hinweisgebern im Einklang mit den europäischen Normen, den dringenden Reformprioritäten und den Empfehlungen der Venedig-Kommission zählt; fordert die unabhängigen zivilgesellschaftlichen Organisationen und die Medien erneut auf, Korruptionsfälle ans Licht zu bringen sowie unabhängige und unvoreingenommene Ermittlungen zu unterstützen; fordert die Behörden auf, die Arbeit der Bürgerbeauftragten mit angemessenen Personal- und Haushaltsmitteln auszustatten;

17.  ist besorgt über die Verschmelzung von Medientätigkeiten, politischen Tätigkeiten und Regierungstätigkeiten, insbesondere, was öffentliche Ausgaben betrifft; verurteilt entschieden die gesetzeswidrigen wirtschaftlichen, politischen und familiären Verbindungen im Zusammenhang mit der Verwendung öffentlicher Mittel; fordert die Regierung auf, als weitere Maßnahme zur Korruptionsbekämpfung einen Rechtsrahmen für die Regelung von Interessenkonflikten und die Veröffentlichung der Vermögen von Personen, die hohe Staatsämter bekleiden, zu schaffen;

18.  begrüßt, dass nunmehr sowohl ein Rechtsrahmen als auch Strategien für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität vorhanden sind; begrüßt, dass sowohl von Schleusern als auch Drogenhändlern genutzte kriminelle Netze und Routen zerschlagen wurden, und fordert, dass die Anstrengungen im Hinblick auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität weiter verstärkt werden; spricht sich dafür aus, die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden sowohl im Land selbst als auch in den Nachbarländern weiter zu verbessern und die Befugnisse und Ressourcen der Gerichte zu stärken; erachtet es als wesentlich, die Kapazitäten der Strafverfolgungsbehörden bei der Untersuchung von Finanzdelikten und der Beschlagnahmung von Vermögenswerten weiter auszubauen;

19.  begrüßt die fortlaufenden Anstrengungen, die islamische Radikalisierung zu bekämpfen und gegen ausländische terroristische Kämpfer vorzugehen; begrüßt die Annahme der Strategie für die Bekämpfung des Terrorismus für den Zeitraum 2013–2019, in der auch die Begriffe „Radikalisierung“, „Prävention“ und „Wiedereingliederung“ definiert werden; fordert, dass diese Strategie umgesetzt wird, und zwar indem Sicherheitsbehörden, Organisationen der Zivilgesellschaft, religiöse Führer, örtliche Gemeinschaften und andere staatliche Behörden sowohl im Bildungssektor, dem Gesundheitssektor als auch bei den öffentlichen Dienstleistungen eng zusammenarbeiten, um den zahlreichen Formen der Radikalisierung Einhalt zu gebieten und entsprechende Instrumente für die Reintegration und Rehabilitation zu entwickeln; fordert außerdem die fortlaufende Überwachung zurückkehrender ausländischer Kämpfer durch Sicherheitsdienste sowie deren wirksame Reintegration in die Gesellschaft und einen ständigen Informationsaustausch mit den Behörden der EU und der benachbarten Länder;

20.  ist besorgt darüber, dass Organisationen der Zivilgesellschaft darüber berichten, dass sich das Umfeld, in dem sie arbeiten, verschlechtert; ist weiterhin besorgt über die radikalen öffentlichen Angriffe von Politikern und Medien auf Organisationen der Zivilgesellschaft und Vertreter aus dem Ausland; würdigt und unterstützt die wichtige Arbeit, die die zivilgesellschaftlichen Organisationen bei der Überwachung, der Unterstützung und der Verbesserung der demokratischen Prozesse, einschließlich des Wahlverfahrens, sowie bei der Sicherstellung der Gewaltenteilung leisten; ist besorgt darüber, dass die Regierung lediglich ein eingeschränktes Engagement zeigt und nur unzureichend auf allen Ebenen mit den Organisationen der Zivilgesellschaft zusammenarbeitet; weist auf die Bedeutung der regelmäßigen und konstruktiven Dialogs und der Zusammenarbeit mit den Organisationen der Zivilgesellschaft hin und fordert die zuständigen Behörden nachdrücklich auf, diese Organisationen regelmäßig und in strukturierter Form in die Gestaltung der Politik einzubinden; fordert die Behörden auf, Organisationen der Zivilgesellschaft weder aufgrund der politischen Ausrichtung, der religiösen Anschauungen oder der ethnischen Zusammensetzung auszugrenzen; vertritt die Auffassung, dass keiner gesellschaftlichen Gruppe die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit ohne fundierte Begründung verwehrt werden sollte;

21.  fordert die Behörden auf, die Arbeit an der unterbrochenen Volkszählung wiederaufzunehmen, die genaue statistische Daten zur Bevölkerung liefern würde, welche als Grundlage für Entwicklungsprogramme der Regierung und eine angemessene Haushaltsplanung herangezogen werden können;

22.  erinnert die Regierung und die politischen Parteien an ihre Verantwortung, sowohl auf rechtlicher Ebene als auch in der Praxis eine Kultur der Inklusion und Toleranz zu schaffen; begrüßt die Annahme der nationalen Strategie für Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung für den Zeitraum 2016–2020; bringt seine Besorgnis bezüglich der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit der Kommission für den Schutz vor Diskriminierung zum Ausdruck und fordert ein transparentes Verfahren zur Auswahl der Mitglieder; verurteilt erneut Hassreden gegen diskriminierte Gruppen; ist besorgt, dass sich Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LGBTI) weiterhin mit Intoleranz, Diskriminierung und Feindseligkeiten konfrontiert sehen; bekräftigt seine Forderung, das Gesetz gegen Diskriminierung an den gemeinschaftlichen Besitzstand in Bezug auf Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung anzugleichen; betont erneut, dass die Vorurteile gegenüber Roma und deren Diskriminierung bekämpft und ihnen die Integration sowie der Zugang zum Bildungssystem und zum Arbeitsmarkt erleichtert werden müssen; ist besorgt darüber, dass in den Gefängnissen trotz einer erheblichen Aufstockung der Mittel menschenunwürdige Bedingungen und Überbelegung herrschen; fordert, dass die Empfehlungen der Bürgerbeauftragten eingehalten werden;

23.  fordert, dass weitere Bemühungen unternommen werden, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und die Teilhabe von Frauen am politischen Leben und am Erwerbsleben zu erhöhen, ihre sozioökonomische Lage zu verbessern und die Frauenrechte zu stärken; fordert die zuständigen Behörden auf, das Gleichstellungsgesetz besser umzusetzen, die Unterrepräsentierung von Frauen in Schlüsselpositionen auf allen Ebenen anzugehen und die Wirksamkeit der institutionellen Mechanismen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter zu stärken; fordert die zuständigen Behörden nachdrücklich auf, für die Umsetzung Mittel in ausreichender Höhe bereitzustellen; ist besorgt über den fehlenden Zugang von Frauen zu grundlegenden Gesundheitsleistungen sowie über die anhaltend hohe Kindersterblichkeit;

24.  fordert die Regierung nachdrücklich auf, Maßnahmen für die Überarbeitung des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt einzuleiten, damit alle Opfer häuslicher und geschlechterspezifischer Gewalt ausreichend geschützt werden und die unterstützenden Dienste für Opfer häuslicher Gewalt verbessert werden, unter anderem durch die Bereitstellung einer angemessenen Zahl von Unterkünften; fordert die Regierung darüber hinaus nachdrücklich auf, dafür zu sorgen, dass Fälle häuslicher Gewalt genau untersucht und die Täter verfolgt werden; fordert sie ferner auf, die Bevölkerung weiter für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren;

25.  weist erneut darauf hin, dass die Lage im Hinblick auf Beziehungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen fragil bleibt; fordert alle politischen Parteien und Organisationen der Zivilgesellschaft nachdrücklich auf, eine inklusive und tolerante multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft aktiv zu fördern und sich für Koexistenz und Dialog einzusetzen; vertritt die Auffassung, dass es spezifischer Maßnahmen bedarf, um für sozialen Zusammenhalt zwischen den verschiedenen ethnischen, nationalen und religiösen Gemeinschaften zu sorgen; erinnert die Regierung und die Parteiführer an ihre Zusage, das Rahmenabkommen von Ohrid vollständig und auf inklusive und transparente Weise umzusetzen, seine überfällige Überprüfung – einschließlich der empfohlenen politischen Maßnahmen – so rasch wie möglich abzuschließen und für die Umsetzung Mittel in ausreichender Höhe bereitzustellen; verurteilt jede Form des Irredentismus und jegliche Versuche, die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu zersetzen; betont, dass es wichtig wäre, die langerwartete Volkszählung ohne weitere Verzögerungen durchzuführen;

26.  fordert die Behörden und die Zivilgesellschaft erneut auf, geeignete Maßnahmen zur Verwirklichung einer historischen Aussöhnung zu ergreifen, um die Gräben zwischen und innerhalb der unterschiedlichen ethnischen und nationalen Gruppen, wozu auch Bürger bulgarischer Herkunft gehören, zu überwinden;

27.  fordert die Regierung nachdrücklich auf, der Öffentlichkeit und den Medien unmissverständlich zu signalisieren, dass Diskriminierung aufgrund der nationalen Identität in dem Land nicht geduldet wird, auch nicht im Zusammenhang mit der Justiz, den Medien, Beschäftigung und sozialen Möglichkeiten; hebt hervor, dass diese Maßnahmen für die Integration der unterschiedlichen ethnischen Gemeinschaften und für die Stabilität und die europäische Integration des Landes wichtig sind;

28.  fordert die Behörden auf, von Serbien die einschlägigen Archive des jugoslawischen Geheimdienstes zurückzufordern; vertritt die Auffassung, dass ein transparenter Umgang mit der totalitären Vergangenheit – wozu auch die Öffnung der Archive der Geheimdienste gehört – ein Schritt hin zu einer weiteren Demokratisierung, einer verbesserten Rechenschaftspflicht und institutioneller Stärke ist;

29.  hebt erneut die Bedeutung der Freiheit und Unabhängigkeit der Medien als zentrale Werte der EU und als Eckpfeiler jeder Demokratie hervor; ist besorgt im Hinblick auf die Freiheit der Meinungsäußerung und der Medien, den Einsatz von Hassreden, die Fälle von Einschüchterung und Selbstzensur, die systematische politische Einflussnahme und den politischen Druck auf die Arbeit von Redaktionen, den Mangel an investigativer, objektiver und akkurater Berichterstattung sowie die einseitige Berichterstattung über die Tätigkeit der Regierung; fordert erneut, dass in der Berichterstattung der Massenmedien – insbesondere der öffentlichen Sendeanstalten – verschiedene Standpunkte berücksichtigt werden;

30.  fordert die neue Regierung auf, dafür zu sorgen, dass die Einschüchterung von und Gewalt gegen Journalisten verhindert und untersucht wird und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden; betont, dass die Nachhaltigkeit und die politische und finanzielle Unabhängigkeit der öffentlichen Sendeanstalten sichergestellt werden muss, damit sie finanziell und redaktionell unabhängig agieren und von ihrem Recht auf Zugang zu unparteiischen Informationen Gebrauch machen können; fordert inklusive Organe zur Vertretung der Interessen der Medien; fordert die Einrichtung eines beruflichen Verhaltenskodex, der sowohl von öffentlichen als auch von privaten Medien befolgt wird; fordert, dass Regierungsvertreter, Journalistenverbände und Organisationen der Zivilgesellschaft bei der Medienreform zusammenarbeiten;

31.  ist weiterhin besorgt, dass durch die politische Lage ein ernsthaftes Risiko für die mazedonische Wirtschaft besteht; ist weiterhin besorgt über die unzureichende Durchsetzung von Verträgen, das Ausmaß der informellen Wirtschaft und die Schwierigkeiten, Zugang zu Finanzmitteln zu erlangen; betont, dass die Schattenwirtschaft ein großes Hindernis für Unternehmen darstellt; betont, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft gefördert wird; fordert die zuständigen Behörden auf, auch die Effizienz der Rechtsprechung zu verbessern;

32.  begrüßt die Aufrechterhaltung der makroökonomischen Stabilität, den Abbau der Arbeitslosenquote und die fortwährenden Anstrengungen der Regierung im Hinblick auf die Förderung des Wachstums und der Beschäftigung durch marktbasierte Wirtschaftsstrategien, ist aber besorgt über die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung sowie darüber, dass die Arbeitslosenquote nach wie vor hoch und die Erwerbsbeteiligung – insbesondere bei jungen Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderungen – sehr niedrig ist; fordert die zuständigen Behörden nachdrücklich auf, eine Politik zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und strukturellen Arbeitslosigkeit zu verfolgen, die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit zu fördern, die Bildung besser an die Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen und eine gezielte Strategie für eine bessere Eingliederung junger Menschen und Frauen in den Arbeitsmarkt zu entwickeln; ist besorgt angesichts der Abwanderung hochqualifizierter junger Fachkräfte; fordert die Regierung daher nachdrücklich auf, Programme zu entwickeln, die dafür sorgen, dass hochqualifizierte junge Fachkräfte eine Chance sehen, in das Land zurückzukehren und sich an politischen Entscheidungsfindungsprozessen zu beteiligen; fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Haushaltsdisziplin und der Transparenz sowie zur Steigerung der Haushaltsplanungskapazität; fordert, dass der Grundsatz des ausgeglichenen Haushalts eingehalten wird; weist darauf hin, dass eine verlässliche und vorhersehbare regulatorische Umgebung für Unternehmen zu einer verbesserten makroökonomischen Stabilität und zu mehr Wachstum führt; fordert in diesem Zusammenhang eine ordnungsgemäße Konsultation aller Interessenträger;

33.  begrüßt, dass bei der Modernisierung des Verkehrsnetzes, des Energieverbundes und der Telekommunikationsnetze Fortschritte erzielt und insbesondere Anstrengungen unternommen wurden, den Korridor X(2) fertigzustellen; begrüßt angesichts der Bedeutung der Eisenbahnverbindungen für ein nachhaltiges Verkehrssystem die Absicht der Regierung, die Eisenbahnverbindungen von Skopje zu den Hauptstädten der Nachbarländer auszubauen; fordert in diesem Zusammenhang größere Fortschritte, insbesondere im Hinblick auf die Fertigstellung der Eisenbahnverbindungen innerhalb des Korridors VIII(3);

34.  lobt das hohe Niveau der Vorbereitung im Bereich der elektronischen Kommunikation und der Informationsgesellschaft; fordert weitere Fortschritte im Bereich der Cybersicherheit und betont, dass eine nationale Strategie für die Cybersicherheit entwickelt und angenommen werden muss, mit der die Widerstandsfähigkeit in diesem Bereich erhöht wird;

35.  ist besorgt über die erheblichen Mängel beim Umweltschutz, insbesondere bei der Umweltverschmutzung durch Industriebetriebe und der Luft- und Wasserverschmutzung; stellt fest, dass der derzeitige Zustand des Wasserversorgungssystems generell schlecht ist, was zu hohen Wasserverlusten und Problemen bei der Wasserqualität führt; betont, dass eine nachhaltige Abfallpolitik ausgearbeitet und umgesetzt werden muss; fordert die Entwicklung einer umfassenden politischen Strategie für Klimaschutzmaßnahmen, die im Einklang mit dem EU-Rahmen 2030 für die Klimapolitik steht; fordert ferner, dass Übereinkommen von Paris ratifiziert und umgesetzt wird;

36.  begrüßt, dass das Land bei der regionalen Zusammenarbeit eine konstruktive Rolle einnimmt, insbesondere im Rahmen der Initiative der sechs Länder des Westbalkans und der Konnektivitätsagenda; stellt jedoch fest, dass die Verbindungen zu den Nachbarländern der Region im Bereich der Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie die Verbindung zum TEN-V-Netzes immer noch eingeschränkt sind; begrüßt die Fortschritte, die bei der Versorgungssicherheit sowie im Bereich der Verbindungsleitungen für die Elektrizitätsübertragung und der Gasverbindungleitungen erzielt wurden; nimmt die mit den Westbalkanländern unterzeichnete Vereinbarung über die Entwicklung eines regionalen Strommarktes zur Kenntnis; betont, dass bei der Öffnung des Strommarktes und der Förderung des Wettbewerbs auf dem Gas- und Energiemarkt Fortschritte erzielt werden müssen und dass – im Einklang mit den Dritten Energiepaket der EU – weiter an der Entflechtung der Versorgungsunternehmen gearbeitet werden muss; fordert wesentliche Verbesserungen in den Bereichen Energieeffizienz, Erzeugung erneuerbarer Energie und Bekämpfung des Klimawandels; fordert die Ratifizierung des Übereinkommens von Paris über den Klimaschutz;

37.  fordert die Behörden nachdrücklich auf, die administrativen und finanziellen Kapazitäten zur Schaffung eines transparenten, wirksamen und effizienten Systems der Vergabe öffentlicher Aufträge zu stärken, etwaigen Unregelmäßigkeiten vorzubeugen und die ordnungsgemäße und rechtzeitige Nutzung von EU-Mitteln zu sicherzustellen sowie regelmäßig und ausführlich über die Programmplanung und Verwendung von gemeinschaftlichen Mitteln zu berichten; stellt mit Besorgnis fest, dass die Kommission – aufgrund des fehlenden politischen Willens des Landes, Reformen des öffentlichen Finanzmanagements durchzuführen – die im Rahmen des IPA bereitgestellte finanzielle Unterstützung noch einmal um etwa 27 Millionen EUR gekürzt hat; fordert die Kommission auf, Informationen über die IPA-Unterstützung für das Land und über die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen in ihre Berichte aufzunehmen, insbesondere über die IPA-Unterstützung, die für die Umsetzung der zentralen Prioritäten und einschlägigen Projekte bereitgestellt wurde;

38.  lobt das Land für die konstruktive Zusammenarbeit sowie die außergewöhnlichen Anstrengungen zur Bewältigung der Migrationskrise, wodurch es wesentlich zur Sicherheit und Stabilität der EU beiträgt; fordert die Kommission in diesem Zusammenhang auf, dem Land alle für die Eindämmung der Krise erforderlichen Instrumente bereitzustellen; empfiehlt weitere im Einklang mit dem Völkerrecht stehende Maßnahmen und Aktionen, mit denen das Asylsystem verbessert wird, die notwendigen Kapazitäten für die Vermeidung und Bekämpfung von Menschenhandel und Schleuseraktivitäten sichergestellt werden – etwa in Form von Kooperationsabkommen mit den Nachbarstaaten zur Kriminalitätsbekämpfung – und für eine wirksame Verwaltung der Grenzen gesorgt wird;

39.  weist darauf hin, dass Mazedonien an der sogenannten Westbalkanroute liegt und dass bislang rund 600 000 Flüchtlinge und Migranten, darunter Angehörige schutzbedürftiger Gruppen wie Kinder und ältere Menschen, das Land auf ihrem Weg nach Europa durchquert haben; fordert die mazedonischen Behörden auf, dafür zu sorgen, dass Flüchtlinge und Migranten, die in Mazedonien Asyl beantragen oder mazedonisches Hoheitsgebiet durchqueren, im Einklang mit dem Völkerrecht und den EU-Rechtsvorschriften behandelt werden, wozu auch das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1951 und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union gehören;

40.  fordert die Kommission auf, ihre Zusammenarbeit mit allen Länder des westlichen Balkans in Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit der Migration stehen, fortzusetzen, damit die europäischen und internationalen Normen und Standards eingehalten werden;

41.  weist auf die Wichtigkeit der regionalen Zusammenarbeit hin, die ein Instrument zur Förderung des EU-Integrationsprozesses darstellt; lobt die konstruktiven Anstrengungen und den vorausschauenden Beitrag des Landes, wenn es darum geht, die bilateralen Beziehungen mit allen Ländern in der Region zu fördern;

42.  ist der Auffassung, dass es sich bei der regionalen Zusammenarbeit um ein wesentliches Element des EU-Beitrittsprozesses handelt, das zu Stabilität und Wohlstand in der Region führt und für die Regierung eine Priorität darstellen sollte; begrüßt, dass Mazedonien eine konstruktive Rolle spielt und einen vorausschauenden Beitrag leistet, wenn es darum geht, die bilaterale, regionale und internationale Zusammenarbeit zu fördern; begrüßt ferner, dass das Land an zivilen und militärischen Maßnahmen zur Krisenbewältigung teilnimmt; lobt die verbesserte Angleichung an die Außenpolitik der EU (73 %); fordert die mazedonischen Behörden auf, ihre Politik auch den restriktiven Maßnahmen der EU gegenüber Russland anzugleichen, die infolge des illegalen Anschlusses der Krim eingeleitet wurden; bekräftigt erneut, dass es wichtig ist, die Verhandlungen über einen Vertrag über Freundschaft und gute Nachbarschaft mit Bulgarien zum Abschluss zu bringen; fordert die Behörden auf, die politischen, sozialen und kulturellen Rechte derjenigen Bürger des Landes, die sich als Bulgaren bezeichnen, zu achten;

43.  fordert, dass gemeinsam mit Nachbarländern gemeinsame Sachverständigenkommissionen für Geschichte und Bildung eingerichtet werden, mit dem Ziel, zu einer objektiven, auf Tatsachen beruhenden Interpretation der Geschichte zu gelangen, wodurch die wissenschaftliche Zusammenarbeit gestärkt und eine positive Einstellung junger Menschen gegenüber ihren Nachbarn gefördert werden könnten;

44.  begrüßt die greifbaren Ergebnisse der Initiative für vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Mazedonien und Griechenland, die zu einem besseren Verständnis und engeren bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen könnten, wodurch der Weg für eine für beide Seiten tragbaren Lösung in der Namensfrage geebnet werden könnte; erkennt an, dass bei der Umsetzung eine positive Entwicklung zu verzeichnen ist; weist mit Nachdruck darauf hin, dass Gesten, kontroverse Maßnahmen und Äußerungen, die sich negativ auf die gutnachbarlichen Beziehungen auswirken, vermieden werden müssen; fordert die Vizepräsidentin / Hohe Vertreterin sowie das für die Erweiterungsverhandlungen zuständige Mitglied der Kommission auf, neue Initiativen zu entwickeln, um den derzeitigen Stillstand zu überwinden und in Zusammenarbeit mit beiden Ländern und dem UN-Sonderbeauftragten auf eine für beide Seiten annehmbare Lösung in Bezug auf den Namensstreit hinzuarbeiten und dem Parlament darüber Bericht zu erstatten;

45.  begrüßt die Aktivitäten im Rahmen des Berliner Prozesses, die verdeutlichen, dass es eine starke politische Unterstützung für die europäische Perspektive in den Ländern des westlichen Balkans gibt; weist darauf hin, wie wichtig dieser Prozess ist, wenn es darum geht, die wirtschaftliche Entwicklung der Länder in der Region durch Investitionen in wichtige Netzwerke sowie bilaterale Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Wirtschaft und Verbundnetze zu fördern; weist erneut darauf hin, dass es wichtig ist, an regionalen Initiativen für die Jugend, wie dem regionalen Büro für Jugendzusammenarbeit der Länder des westlichen Balkans, aktiv teilzunehmen; begrüßt die Einrichtung des Fonds für den westlichen Balkan und fordert die Kommission nachdrücklich auf, den vorgeschlagenen Initiativen und Projekten Rechnung zu tragen;

46.  lobt das Land für den CEI-Vorsitz, in dessen Rahmen der Schwerpunkt während des gesamten Jahres 2015 auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Geschäftsmöglichkeiten, die Entwicklung der Infrastruktur und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung – einschließlich der Entwicklung des ländlichen Raums und des Tourismus – sowie auf die Verbindung von Makroregionen gelegt wurde;

47.  beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat, der Vizepräsidentin/Hohen Vertreterin, der Kommission, den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten sowie der Regierung und dem Parlament des Landes zu übermitteln.

(1)

ABl. L 84 vom 20.3.2004, S. 13.

(2)

Der Korridor X ist einer zehn paneuropäischen Verkehrskorridore und erstreckt sich von Salzburg (Österreich) bis Thessaloniki (Griechenland).

(3)

Korridor VIII ist einer der paneuropäischen Verkehrskorridore und erstreckt sich von Durrës (Albanien) bis Varna (Bulgarien). Er führt ebenfalls durch Skopje.


ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

28.2.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

54

9

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Lars Adaktusson, Nikos Androulakis, Francisco Assis, Amjad Bashir, Mario Borghezio, Victor Boştinaru, Elmar Brok, James Carver, Fabio Massimo Castaldo, Lorenzo Cesa, Javier Couso Permuy, Andi Cristea, Georgios Epitideios, Knut Fleckenstein, Anna Elżbieta Fotyga, Eugen Freund, Michael Gahler, Iveta Grigule, Sandra Kalniete, Manolis Kefalogiannis, Tunne Kelam, Andrey Kovatchev, Eduard Kukan, Ryszard Antoni Legutko, Arne Lietz, Barbara Lochbihler, Sabine Lösing, Ulrike Lunacek, Andrejs Mamikins, Ramona Nicole Mănescu, Alex Mayer, David McAllister, Francisco José Millán Mon, Pier Antonio Panzeri, Demetris Papadakis, Ioan Mircea Paşcu, Alojz Peterle, Tonino Picula, Kati Piri, Cristian Dan Preda, Jozo Radoš, Sofia Sakorafa, Alyn Smith, Jordi Solé, Jaromír Štětina, Dubravka Šuica, Charles Tannock, László Tőkés, Ivo Vajgl, Johannes Cornelis van Baalen, Hilde Vautmans, Anders Primdahl Vistisen

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Angel Dzhambazki, Takis Hadjigeorgiou, Urmas Paet, Miroslav Poche, José Ignacio Salafranca Sánchez-Neyra, Igor Šoltes, Renate Sommer, Eleni Theocharous, Bodil Valero, Željana Zovko

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Olle Ludvigsson


SCHLUSSABSTIMMUNG IN NAMENTLICHER ABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

54

+

ALDE

Iveta Grigule, Urmas Paet, Jozo Radoš, Ivo Vajgl, Hilde Vautmans, Johannes Cornelis van Baalen

ECR

Amjad Bashir, Angel Dzhambazki, Anna Elżbieta Fotyga, Ryszard Antoni Legutko, Charles Tannock, Eleni Theocharous, Anders Primdahl Vistisen

EFDD

James Carver, Fabio Massimo Castaldo

PPE

Lars Adaktusson, Elmar Brok, Lorenzo Cesa, Michael Gahler, Sandra Kalniete, Tunne Kelam, Andrey Kovatchev, Eduard Kukan, David McAllister, Francisco José Millán Mon, Ramona Nicole Mănescu, Alojz Peterle, Cristian Dan Preda, José Ignacio Salafranca Sánchez-Neyra, Renate Sommer, László Tőkés, Željana Zovko, Jaromír Štětina, Dubravka Šuica

S&D

Francisco Assis, Victor Boştinaru, Andi Cristea, Knut Fleckenstein, Eugen Freund, Arne Lietz, Olle Ludvigsson, Andrejs Mamikins, Alex Mayer, Pier Antonio Panzeri, Ioan Mircea Paşcu, Tonino Picula, Kati Piri, Miroslav Poche

Verts/ALE

Barbara Lochbihler, Ulrike Lunacek, Alyn Smith, Jordi Solé, Bodil Valero, Igor Šoltes

9

-

ENF

Mario Borghezio

GUE/NGL

Javier Couso Permuy, Takis Hadjigeorgiou, Sabine Lösing, Sofia Sakorafa

NI

Georgios Epitideios

PPE

Manolis Kefalogiannis

S&D

Nikos Androulakis, Demetris Papadakis

0

0

 

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+  :  dafür

-  :  dagegen

0  :  Enthaltung

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