Verfahren : 2019/2156(INI)
Werdegang im Plenum
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A9-0143/2020

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Angenommene Texte :

P9_TA(2020)0212

<Date>{22/07/2020}22.7.2020</Date>
<NoDocSe>A9-0143/2020</NoDocSe>
PDF 343kWORD 118k

<TitreType>BERICHT</TitreType>

<Titre>über die Rolle der EU beim Schutz und der Wiederherstellung der Wälder in der Welt</Titre>

<DocRef>(2019/2156(INI))</DocRef>


<Commission>{ENVI}Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit</Commission>

Berichterstatter: <Depute>Stanislav Polčák</Depute>

Verfasser der Stellungnahme (*):

Hildegard Bentele, Entwicklungsausschuss

Karin Karlsbro, Ausschuss für internationalen Handel

Juozas Olekas, Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

(*) Assoziierter Ausschuss Artikel 57 der Geschäftsordnung

ÄND.
ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 BEGRÜNDUNG
 STELLUNGNAHME DES ENTWICKLUNGSAUSSCHUSSES
 STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR INTERNATIONALEN HANDEL
 STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR LANDWIRTSCHAFT UND LÄNDLICHE ENTWICKLUNG
 STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR INDUSTRIE, FORSCHUNG UND ENERGIE
 ANGABEN ZUR ANNAHME IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS
 NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu der Rolle der EU beim Schutz und der Wiederherstellung der Wälder in der Welt

(2019/2156(INI))

Das Europäische Parlament,

 gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf die Artikel 11, Artikel 191 Absatz 1 und Artikel 208,

 unter Hinweis auf das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 17. April 2018[1],

 unter Hinweis auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2015–2030,

 unter Hinweis auf das Übereinkommen von Paris, das auf der 21. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) erzielt wurde,

 unter Hinweis auf das Übereinkommen über die biologische Vielfalt von 1992, den globalen Strategieplan für die biologische Vielfalt 2011–2020 und die Biodiversitätsziele von Aichi,

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 23. Juli 2019 mit dem Titel „Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt“ (COM(2019)0352),

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 11. Dezember 2019 mit dem Titel „Der europäische Grüne Deal“ (COM(2019) 0640) und die Entschließung des Parlaments vom 15. Januar 2020 zu dem Thema „Der europäische Grüne Deal“[2],

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 20. Mai 2020 mit dem Titel „EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 – Mehr Raum für die Natur in unserem Leben“ (COM(2020)0380),

 unter Hinweis auf den EU-Aktionsplan für Menschenrechte und Demokratie für den Zeitraum 2020–2024, die außenpolitischen Maßnahmen der EU für indigene Völker von 2016, die Schlussfolgerungen des Rates zu indigenen Völkern vom 15. Mai 2017 und den Europäischen Konsens über die Entwicklungspolitik von 2017,

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 28. November 2018 mit dem Titel „Ein sauberer Planet für alle – eine europäische strategische, langfristige Vision für eine wohlhabende, moderne, wettbewerbsfähige und klimaneutrale Wirtschaft“ (COM(2018)0773),

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 20. September 2013 mit dem Titel „Eine neue EU Forststrategie: für Wälder und den Forstsektor“ (COM(2013)0659),

 unter Hinweis auf den Abschlussbericht der Kommission zu der Studie mit dem Titel „The impact of EU consumption on deforestation: Comprehensive analysis of the impact of EU consumption on deforestation“ (Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung: Umfassende Analyse der Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung) von 2013,

 unter Hinweis auf die Machbarkeitsstudie von 2018 zur Stärkung der EU-Maßnahmen gegen Entwaldung, die von der Generaldirektion Umwelt der Kommission in Auftrag gegeben wurde,

 unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 17. Oktober 2008 mit dem Titel „Bekämpfung der Entwaldung und der Waldschädigung zur Eindämmung des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt“ (COM(2008)0645),

 unter Hinweis auf den EU-Aktionsplan für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) von 2003, die freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen mit Drittländern und den FLEGT-Arbeitsplan für den Zeitraum von 2018 bis 2022,

 unter Hinweis auf die Resolution des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen vom 21. März 2019 über die Anerkennung des Beitrags von Menschenrechtsverteidigern, die sich für Umweltrechte einsetzen, zur Wahrnehmung der Menschenrechte, zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung,

 unter Hinweis auf den Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit dem Titel „State of the World‘s Forests 2020“ (Zustand der Wälder in der Welt 2020),

 unter Hinweis auf den Strategischen Plan der Vereinten Nationen für Wälder 2017–2030,

 unter Hinweis auf den Sonderbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen und den fünften IPCC-Sachstandsbericht über den Klimawandel von 2014 über „Auswirkungen, Anpassung, Verwundbarkeiten“,

 unter Hinweis auf den „Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services“ (Globaler Bewertungsbericht über Biodiversität und Ökosystemleistungen) der Zwischenstaatliche Plattform Wissenschaft-Politik für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen der Vereinten Nationen vom 31. Mai 2019,

 unter Hinweis auf seine Entschließung vom 16. Januar 2020 zu der 15. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien (COP15) des Übereinkommens über die biologische Vielfalt[3],

 unter Hinweis auf seine Entschließung vom 28. November 2019 zum Umwelt- und Klimanotstand[4],

 unter Hinweis auf seine Entschließung vom 11. September 2018 zu dem Thema „Transparente und verantwortungsbewusste Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen in Entwicklungsländern: Wälder“[5],

 unter Hinweis auf seine Entschließung vom 4. April 2017 zu dem Thema „Palmöl und die Rodung von Regenwäldern“[6],

 gestützt auf Artikel 54 seiner Geschäftsordnung,

 unter Hinweis auf die Stellungnahmen des Entwicklungsausschusses, des Ausschusses für internationalen Handel, des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie,

 unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (A9‑00143/2020),

A. in der Erwägung, dass im Zeitraum von 1990 bis 2016 weltweit eine Waldfläche von 1,3 Mio. km2 verlorengegangen ist, was verheerende Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, das Klima, die Menschen und die Wirtschaft hat; in der Erwägung, dass trotz aller bisherigen Bemühungen eine Reihe waldbezogener internationaler Verpflichtungen, wie das Ziel 15.2 der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung[7] und das Aichi-Ziel 5 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt[8], durch die gegenwärtigen politischen Maßnahmen nicht ausreichend vorangetrieben werden; in der Erwägung, dass im Bericht der Europäischen Umweltagentur mit dem Titel „Die Umwelt in Europa – Zustand und Ausblick 2020“ festgestellt wird, dass „die Waldfläche in Europa in den letzten zwei Jahrzehnten weitgehend stabil war“, aber auch davor gewarnt wird, dass „sich der Erhaltungszustand von Waldlebensräumen und Baumarten seit 2013 [...] kaum verbessert hat“ und dass „natürliche [...] und vom Menschen verursachte Störungen [...] eine Bedrohung für die Wälder Europas darstellen“;

B. in der Erwägung, dass die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung integriert und unteilbar sind; in der Erwägung, dass die Fortschritte in Richtung nachhaltiger Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und nachhaltiger Waldbewirtschaftung, die Kernelemente der Nachhaltigkeitsziele sind, gleichzeitig erzielt werden sollten;

C. in der Erwägung, dass Wälder wesentlich zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen und dass umgekehrt die Entwaldung, insbesondere die Abholzung der Tropenwälder, einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel leistet; in der Erwägung, dass die Emissionen aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen, die überwiegend durch Entwaldung verursacht werden, nach der Verbrennung von fossilen Brennstoffen die zweitgrößte Ursache des Klimawandels sind und für knapp 12 % aller Treibhausgasemissionen verantwortlich sind; in der Erwägung, dass Wälder außerdem 80 % der weltweiten biologischen Vielfalt beherbergen, durch naturnahe Lösungen zur Verringerung des Katastrophenrisikos beitragen und die Lebensgrundlage von etwa 25 % der Weltbevölkerung bilden, während sie gleichzeitig einen großen Teil des Landes ausmachen, das traditionell von indigenen Völkern bewohnt wird, sowie zur menschlichen Gesundheit beitragen und unersetzliche kulturelle, gesellschaftliche und spirituelle Werte verkörpern;

D. in der Erwägung, dass laut dem Weltklimarat natürliche Störungen wie etwa Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Schädlingsbefall, Erosion und Brände wegen des Klimawandels und des Verlusts an biologischer Vielfalt häufiger und stärker auftreten und dadurch die Wälder in der Welt noch mehr schädigen werden; in der Erwägung, dass die Aufstockung der Investitionen in naturbasierte Lösungen eines der wirtschaftlichsten Mittel ist, um Emissionen zu bekämpfen und lebenswichtige Ökosysteme zu schützen und zugleich die Lebensgrundlagen, die Resilienz und die Ernährungssicherheit zu verbessern;

E. in der Erwägung, dass es zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt weitreichender, ehrgeiziger und abgestimmter Maßnahmen bedarf, die von politischem und gesellschaftlichem Willen gestützt werden;

F. in der Erwägung, dass stärkere Anstrengungen zum Schutz und der Wiederherstellung bestehender Wälder und zur quantitativen und qualitativen Verbesserung der Waldökosysteme eine entscheidende Rolle in der Nachhaltigkeitspolitik der EU und der Mitgliedstaaten sowie bei der Verwirklichung der Ziele des europäischen Grünen Deals spielen müssen; in der Erwägung, dass es für die Begrenzung der Erderwärmung und die Maßnahmen gegen das Artensterben von wesentlicher Bedeutung ist, dass die Wälder so geschützt, wiederhergestellt und bewirtschaftet werden, dass ihre Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung und zur Wahrung der Artenvielfalt auf ein Höchstmaß gesteigert wird; in der Erwägung, dass Urwälder mehr Kohlendioxid speichern und einen wesentlichen Lebensraum bieten, wozu jüngere und neu angepflanzte Wälder nicht in der Lage sind;

G. in der Erwägung, dass laut dem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) über den Zustand der Wälder in der Welt für das Jahr 2020 weltweit die Ausbreitung der Landwirtschaft neben der Ausbreitung der Städte, der Entwicklung der Infrastruktur und dem Bergbau nach wie vor „die Hauptursache für die Entwaldung ist“; in der Erwägung, dass es notwendig ist, eng mit den Partnerländern der EU und den verschiedenen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um ein innovatives und positives Zusammenspiel von Land- und Forstwirtschaft zu fördern, nachhaltige Agrarsysteme aufzubauen und die Ernährungssicherheit zu verbessern; in der Erwägung, dass die Europäische Union auch indirekt an der Abholzung und Schädigung der Wälder und anderer natürlicher Ökosysteme auf der Welt beteiligt ist, und zwar durch die Einfuhr und den Verbrauch von mit der Abholzung in Zusammenhang stehenden Rohstoffen, wie Soja, Palmöl, Kautschuk, Mais, Rindfleisch, Leder und Kakao; in der Erwägung, dass rund 10 % des weltweiten Anteils an der durch den gesamten Endverbrauch von Rohstoffen indirekt verursachten Entwaldung auf die EU entfallen;

H. in der Erwägung, dass laut einer kürzlich durchgeführten Untersuchung von Global Witness in der EU ansässige Finanzinstitute im Zeitraum von 2013 bis 2019 die wichtigsten internationalen Kapitalquellen von sechs Agrarunternehmen waren, die im Zusammenhang mit der Vernichtung von Wäldern im Amazonasgebiet, im Kongobecken und in Papua-Neuguinea stehen, und diese mit etwa 7 Mrd. EUR ausgestattet haben[9];

I. in der Erwägung, dass die gegenwärtigen Selbstverpflichtungen von Unternehmen und Banken, gegen die Entwaldung vorzugehen, nicht zu der Verhaltensänderung geführt haben, deren es bedarf, um dieser katastrophalen Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten;

J. in der Erwägung, dass die negativen Auswirkungen der Richtlinie über erneuerbare Energien auf die Wälder in der EU und der ganzen Welt eine Neufassung der Richtlinie erforderlich gemacht haben[10]; in der Erwägung, dass die eingeführten Änderungen das Problem jedoch nicht beheben werden;

K. in der Erwägung, dass die Subventionen für Bioenergie aus Holz auf die Bereiche Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger umgelenkt werden sollten;

L. in der Erwägung, dass die geltenden Vorschriften der Richtlinie über erneuerbare Energien auf der Auffassung beruhen, dass die Ernten zur Energiegewinnung nachhaltig und klimaneutral seien und die Erneuerung der Ressource in einem angemessenen Zeitraum möglich sei; in der Erwägung, dass diese Auffassung falsch ist;

M. in der Erwägung, dass Maßnahmen auf allen Ebenen, darunter regulatorische Maßnahmen und eine strengere Durchsetzung geltender Rechtsvorschriften, sowie erhebliche öffentliche und private Investitionen erforderlich sein werden, um die Wälder in der Welt und andere natürliche Ökosysteme wirksamer zu schützen; in der Erwägung, dass dies nur erreicht werden kann, indem die Kohärenz der Politik in allen Sektoren und zwischen der Innen- und der Außenpolitik der EU gemäß dem Grundsatz der Schadensvermeidung sichergestellt wird;

N. in der Erwägung, dass ein verstärkter Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen sowie eine nachhaltige Waldbewirtschaftung wichtig sind, um die Lebensgrundlagen indigener Völker und lokaler Gemeinschaften zu erhalten, Möglichkeiten für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu bieten und die Entwicklung nachhaltiger Bio-Ökonomien zu ermöglichen und gleichzeitig die Ökosystemleistungen zu verbessern und die biologische Vielfalt zu schützen; in der Erwägung, dass die Wälder einen grünen Wirtschaftszweig darstellen, der das Potenzial hat, zwischen 10 und 16 Millionen Arbeitsplätze weltweit zu schaffen;

O. in der Erwägung, dass Mangrovenwälder wesentliche Ökosystemleistungen erbringen, da sie große Mengen an Kohlenstoff speichern, ein wichtiger Laichort für viele Arten von Korallenrifffischen sind und die Korallenriffe vor Nährstoffbelastungen und Sedimenten sowie Küstengebiete vor Überschwemmungen schützen; in der Erwägung, dass Mangrovenwälder bis vor kurzem über drei Viertel der tropischen Küsten bedeckten, inzwischen jedoch mehr als die Hälfte durch Küstenentwicklung, Aquakultur, Umweltverschmutzung und nicht nachhaltige Nutzung verlorengegangen sind;

P. in der Erwägung, dass die Umwandlung von Mangrovenwäldern 10 % der Kohlendioxidemissionen aus der Entwaldung verursacht, obwohl Mangroven nur 0,7 % der tropischen Wälder ausmachen[11];

Q. in der Erwägung, dass die Höhe der EU-Finanzmittel, die zur Unterstützung des Schutzes und der Wiederherstellung der Wälder sowie der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in den Partnerländern bereitgestellt werden, angesichts des Ausmaßes des Problems unzureichend ist; in der Erwägung, dass der Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und natürlichen Ökosystemen sowie die damit verbundenen positiven Nebeneffekte und Menschenrechtsaspekte besser in die Finanzierungsmechanismen der EU integriert werden müssen;

R. in der Erwägung, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten über eine lange Tradition der Sachkenntnis im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung verfügen und diese nutzen können, um andere Länder beim Aufbau von Kapazitäten in diesem Bereich zu unterstützen;

S. in der Erwägung, dass indigene Völker, lokale Gemeinschaften und Umweltschützer zunehmend bedroht und eingeschüchtert werden und bei ihren Bemühungen um den Schutz ihrer Wälder, ihres Landes und ihrer Umwelt Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind;

T. in der Erwägung, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger wie Viren von Wild- und Haustieren auf den Menschen übertragen (Zoonose) werden, durch die Zerstörung und Veränderung natürlicher Ökosysteme erhöht werden kann;

U. in der Erwägung, dass für eine nachhaltige und wirksame Forstpolitik verlässliche Informationen über Waldressourcen, ihren Zustand und ihre Bewirtschaftung und Nutzung sowie verlässliche Informationen über Landnutzungsänderungen erforderlich sind;

V. in der Erwägung, dass Wälder und waldbasierte Wertschöpfungsketten für die Weiterentwicklung der biologischen Kreislaufwirtschaft unabdingbar sind, da sie Arbeitsplätze bieten, für das wirtschaftliche Wohlergehen von ländlichen und städtischen Regionen sorgen, den Klimawandel abschwächen und gesundheitsbezogene Vorteile bieten;

1. begrüßt die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt“ und hält sie für eine gute Grundlage für entschlossenes Handeln; stimmt der Kommission zu, was die in ihrer Mitteilung vorgestellten fünf Prioritäten betrifft; betont, dass diese Prioritäten alle notwendig sind, um die Entwaldung und die Schädigung der natürlichen Ökosysteme, insbesondere der Wälder, sowie den Verlust der biologischen Vielfalt und damit verbundene Menschenrechtsverletzungen zu stoppen und die Entwicklung umzukehren, und weist darauf hin, dass sie rasch und kohärent umgesetzt werden müssen; erinnert jedoch daran, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten ehrgeizigere Maßnahmen ergreifen sollten, um ihren Verpflichtungen nachzukommen und das dringliche Problem der weltweiten Entwaldung und Waldschädigung anzugehen; betont die Bedeutung schneller und umfassender Maßnahmen einschließlich neuer wirksamer, komplementärer und durchsetzbarer regulatorischer Maßnahmen samt deren Überwachung;

2. betont, dass die Zuständigkeiten, die Verantwortung und die verfügbaren Mittel der EU im Bereich des Waldschutzes, einschließlich des Schutzes der europäischen Wälder als Teil der Wälder der Welt, im Rahmen der EU-Umweltpolitik anerkannt werden müssen; weist erneut darauf hin, dass der Erfolg des auswärtigen Handelns der EU und die Reaktion ihrer Partner, ihre Wälder zu schützen, davon abhängen, wie effizient und ambitioniert wir im Hinblick auf unser Naturerbe sind; fordert daher die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal und der Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bis 2030 höchste Umweltschutzstandards und eine größere Kohärenz zwischen der Aufgabe des Schutzes und der Wiederherstellung der Wälder innerhalb der EU und in ihrem außenpolitischen Handeln zu gewährleisten;

3. weist darauf hin, dass von der EU und den Mitgliedstaaten erwartet wird, dass sie dringende Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder ergreifen, um ihren Verpflichtungen im Rahmen der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, des Übereinkommens von Paris, des Globalen Strategieplans für die biologische Vielfalt (2011–2020) und des Strategischen Plans der Vereinten Nationen für Wälder (2017–2030) und dessen globalen waldbezogenen Zielen nachzukommen;

4. hebt die Rolle der Wälder bei der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber negativen Auswirkungen des Klimawandels hervor; betont, dass konkrete und wirksame Maßnahmen im Rahmen von Klimaanpassungsstrategien und -plänen unter Einbeziehung der Synergien zwischen Abschwächung und Anpassung ergriffen werden müssen;

5. betont den positiven Beitrag der Wälder zur menschlichen Gesundheit und zur Lebensqualität der Bürger sowie den hohen ökologischen Wert, den die Wälder im Hinblick auf Kohlenstoffbindung, Wasserspeicherung, Erosionskontrolle und Schutz vor Erdrutschen bieten;

6. betont, dass die Ursachen der Entwaldung nicht allein in der Forstwirtschaft an sich zu suchen sind und eine große Bandbreite von Problemen berühren, darunter Landbesitzverhältnisse, der Schutz der Rechte indigener Völker, Landwirtschaftspolitik, Klimawandel, Demokratie, Menschenrechte und politische Freiheit;

7. hebt hervor, dass indigene Frauen und Landwirtinnen erheblich zum Schutz der Waldökosysteme beitragen; nimmt jedoch mit Sorge zur Kenntnis, dass Frauen nicht in die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen einbezogen werden und keinen Einfluss darauf haben; ist der Ansicht, dass die Gleichstellung der Geschlechter bei der forstwirtschaftlichen Ausbildung eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern spielt und sich im EU-Aktionsplan „Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor“ (FLEGT) widerspiegeln sollte;

8. fordert die Kommission auf, mit einem kohärenten, ganzheitlich ausgerichteten Politikrahmen stärker gegen die Entwaldung vorzugehen und gleichzeitig für die Erhaltung der Ökosysteme zu sorgen; erachtet die Einhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte für äußerst wichtig; befürwortet die laufenden Verhandlungen zur Schaffung eines verbindlichen UN-Instruments für transnationale Konzerne und andere Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte und erachtet es als äußerst wichtig, dass die EU proaktiv in diesen Prozess einbezogen wird;

9. stimmt mit der Kommission hinsichtlich deren Mitteilung überein und betont den Hinweis in dieser Mitteilung auf die Unersetzbarkeit der Primärwälder und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, anzuerkennen, dass der Schutz der einheimischen Wälder aufgrund der Größe und Langlebigkeit ihrer Kohlenstoffvorräte im Ökosystem einen herausragenden Nutzen für den Klimaschutz bietet; betont, dass eine Aufforstung, die die mit dem Schutz und der Verbesserung der lokalen Ökosysteme vereinbar ist, dazu beitragen kann, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, und weist darauf hin, dass neu gepflanzte Wälder die Primärwälder nicht ersetzen können; betont, dass der Schutz der Wälder eine politische Priorität der EU sein sollte; betont, dass die EU mit gutem Beispiel vorangehen und die Umsetzung der internationalen sozialen und ökologischen Verpflichtungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten sicherstellen sollte, auch in Bezug auf das Klima, die biologische Vielfalt und die Menschenrechte;

10. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, eine wirksame Umsetzung der bestehenden prioritären Bereiche zu gewährleisten und verbindliche Ziele für den Schutz und die Wiederherstellung der Waldökosysteme, insbesondere der Primärwälder, in die künftige Forststrategie der EU aufzunehmen, die voll und ganz mit dem in der EU-Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bis 2030 dargelegten Vorschlag für verbindliche Ziele für die Wiederherstellung von Wäldern und Schutzgebiete übereinstimmen sollte; unterstreicht, wie wichtig es ist, diese Maßnahmen angemessen zu unterstützen und zu finanzieren;

11. unterstreicht, dass den Mangrovenwäldern und Wäldern in Küstengebieten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, die besonders vom Klimawandel betroffen sind und eine große Chance für Schutz-, Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen darstellen; bedauert, dass die Mangrovenwälder in der Mitteilung der Kommission nicht erwähnt werden; betont, dass 80 % der terrestrischen Biodiversität in Wäldern zu finden sind und dass Mangrovenwälder sowohl unter dem Gesichtspunkt des Klimas und der biologischen Vielfalt als auch für die Lebensgrundlage der jeweiligen lokalen Gemeinschaften wichtig sind;

12. betont die Rolle der Zivilgesellschaft im Bereich des Umweltschutzes und des nachhaltigen Konsums und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, für vollständige Transparenz und die Beteiligung der Öffentlichkeit an Maßnahmen in Bezug auf den Wald und die Landnutzung zu sorgen, damit man Entwaldung und Waldschädigung verhindert, Waldschutz und nachhaltige Waldbewirtschaftung fördert und den Schutz und die Wiederherstellung von Naturwäldern auf regionaler und globaler Ebene unterstützt; betont, dass es wichtig ist, eine Plattform für den Dialog zwischen den unterschiedlichen Interessenträgern und den Mitgliedstaaten über Entwaldung, Waldschädigung und Möglichkeiten zur nachhaltigen Vergrößerung der weltweiten Waldbedeckung einzurichten, um Allianzen aufzubauen, gemeinsame Verpflichtungen zur Beendigung der Entwaldung einzugehen sowie Erfahrungen und Informationen auszutauschen;

13. weist auf die Rechte der indigenen Völker und lokalen Gemeinschaften hin und betont deren entscheidende Rolle beim Schutz der Wälder in der Welt und bei dem diese Wälder betreffenden Entscheidungsprozess, weshalb sie unterstützt werden müssen; ist sich ferner der Bedrohungen und Menschenrechtsverletzungen bewusst, denen sie ausgesetzt sind; fordert die Kommission daher auf, die Rolle der indigenen Völker und lokalen Gemeinschaften zu berücksichtigen und sie in die Gestaltung, Einführung, Durchführung und Durchsetzung von Waldschutzmaßnahmen auf globaler, europäischer, nationaler oder subnationaler Ebene einzubeziehen;

14. weist darauf hin, dass viele Landwirte sich dessen bewusst sind, dass Wälder aufgrund ihrer entsprechenden ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen ein fester und erforderlicher Bestandteil der Landschaft sind, und dass sie, wie früher auch, weiterhin bestrebt sind, Wälder zu schützen, zu nutzen und zu regenerieren; stellt fest, dass bestimmte lokale Gemeinschaften und indigene Völker mit ihrem besonderen Wissen um eine nachhaltige Landnutzung seit Jahrhunderten traditionelle landwirtschaftliche Methoden einsetzen, um den Wald zu schützen;

15. weist darauf hin, dass die indigene Bevölkerung, die lokalen Gemeinschaften, Kleinbauern und Frauen über ein unverzichtbares Wissen in Bezug auf Wälder verfügen und in großem Umfang darauf zurückgreifen; fordert die EU auf, die Anerkennung ihrer Landnutzungs- und Menschenrechte als eine Frage der sozialen Gerechtigkeit im Einklang mit den Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, Fischgründen und Wäldern (VGGT) der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker (UNDRIP) und dem Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) sowie deren wirksame Beteiligung an der Konzipierung und Umsetzung von Entwicklungsprogrammen der EU, die sich auf sie auswirken, und bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Wälder aufbauend auf den Erfahrungen des Programms für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) sicherzustellen;

16. weist erneut darauf hin, dass in rohstoffexportierenden Ländern ein angemessener Zugang zur Justiz und zu Rechtsbehelfen sowie ein wirksamer Schutz von Hinweisgebern sichergestellt werden muss, damit Rechtsvorschriften und Initiativen ihre Wirkung entfalten können; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, ihre Unterstützung von Personen, die sich in der EU und weltweit für den Schutz der Umwelt und des Waldes einsetzen, zu verstärken;

17. begrüßt die Verpflichtung der Kommission, den Grad der Nachhaltigkeit und Transparenz von Lieferketten und Investitionen zu erhöhen, damit der Verbrauch von Produkten aus entwaldungsfreien Lieferketten sichergestellt wird; bekräftigt die Bedeutung eines umfassenden Pakets von Maßnahmen und Initiativen in dieser Hinsicht;

18. fordert die Kommission auf, bei der Entwicklung derartiger Maßnahmen und Initiativen auch zu prüfen, wie diese am besten zum Schutz anderer relevanter natürlicher Ökosysteme beitragen können, die ernsthaft von einer Schädigung oder Umwandlung bedroht sind;

19. ist der Auffassung, dass eine einheitliche Definition des Begriffs „entwaldungsfreie Lieferkette“ von wesentlicher Bedeutung ist, wenn es darum geht, das Problem der zur Entwaldung beitragenden Rohstoffe anzugehen, und fordert die Kommission auf, eine ehrgeizige Definition vorzuschlagen; hebt in diesem Zusammenhang die starke Verbindung zwischen forstbasierten Wertschöpfungsketten und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen hervor;

20. stellt fest, dass die Förderung transparenter Zertifizierungssysteme für entwaldungsfreie Rohstoffe eines von mehreren geeigneten Instrumenten ist; weist jedoch darauf hin, dass der Hauptzweck solcher Programme darin bestehen muss, gegen Entwaldung vorzugehen;

21. fordert die Kommission auf, unverzüglich Studien über Zertifizierungs- und Überprüfungssysteme im Forstsektor und für holzbasierte Produkte sowie über Zertifizierungssysteme für entwaldungsfreie Rohstoffe durchzuführen; ersucht die Kommission, dem Parlament diese Studien zusammen mit den vorgeschlagenen Folgemaßnahmen zur weiteren Prüfung vorzulegen, damit strengere Normen gefördert werden und die Transparenz der Zertifizierungssysteme und der Regelungen zur Überprüfung Dritter sichergestellt wird;

22. begrüßt die Ankündigung der Kommission, die Überlegungen zur Entwaldung in das EU-Umweltzeichen, das umweltorientierte öffentliche Beschaffungswesen und andere Initiativen im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft umfassender einzubeziehen, und zwar als Teil eines umfassenden Pakets von Maßnahmen und Initiativen zur Gewährleistung entwaldungsfreier Lieferketten;

23. fordert die Kommission erneut auf, unverzüglich einen Vorschlag samt Folgenabschätzung für einen EU-Rechtsrahmen vorzulegen, der Sorgfaltspflichten vorsieht, um für Erzeugnisse und Rohstoffe, die in der EU in Verkehr gebracht werden, nachhaltige und entwaldungsfreie Lieferketten sicherzustellen, und insbesondere gegen die Hauptursachen der mit Einfuhren verbundenen Entwaldung vorzugehen; ist der Auffassung, dass ein solcher Rahmen durchsetzbar sein und mit internationalen Normen und Verpflichtungen im Einklang stehen sollte, dass er für die gesamte Lieferkette gelten sollte, sobald eine sorgfältige Evaluierung zu dem Schluss gekommen ist, dass er funktionsfähig und auf alle Akteure auf dem Markt, einschließlich der KMU, anwendbar ist, und dass er mit einem konsequenten Durchsetzungsmechanismus einhergehen sollte, der wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Strafen einschließt; weist darauf hin, dass diesbezügliche EU-Maßnahmen nicht zu Einkommensverlusten für die Menschen in Entwicklungsländern, sondern zu neuen wirtschaftlichen Chancen und einem allgemeinen Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft führen sollten; fordert die Kommission auf, in den einschlägigen internationalen Rohstoffhandelsforen ihre Unterstützung in der Frage der Nachhaltigkeit von Lieferketten, einschließlich der Frage der Entwaldung und Waldschädigung, zu bekunden;

24. fordert die Kommission auf, Sorgfaltspflichten für Finanzinstitute vorzuschlagen, um die ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Auswirkungen der durch die EU verursachten Entwaldung zu ermitteln, zu verhindern und abzumildern, damit sichergestellt wird, dass Finanz- oder Bankunternehmen der EU weder direkt noch indirekt mit Entwaldung, Waldschädigung, Umwandlung oder Schädigung natürlicher Ökosysteme oder Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen;

25. betont die Rolle der Waldbesitzer und der Forstverwaltung bei der Sicherstellung einer nachhaltigen Waldentwicklung; hebt hervor, dass die europäische Forstindustrie dazu beitragen kann, globale Standards für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung voranzubringen; ist der Ansicht, dass die Industrie, die KMU und die Kleinstunternehmen Europas, die im Forstsektor tätig sind, im Dialog mit den Partnerländern über die weitere Förderung der Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette auch eine Rolle spielen sollten;

26. fordert die Privatwirtschaft auf, proaktiver bei den Maßnahmen gegen die Entwaldung in ihren Lieferketten und Investitionen zu sein, indem sie ihre entsprechenden Verpflichtungen erfüllen und für uneingeschränkte Transparenz im Hinblick auf die Einhaltung ihrer Verpflichtungen sorgen; betont, dass private Investitionen mobilisiert werden müssen, um die Ursachen der Entwaldung anzugehen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung und das Übereinkommen von Paris zu verwirklichen; fordert die Kommission außerdem auf, die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor zu verstärken und geeignete Instrumente gemäß dem Grundsatz der gemeinsamen Verantwortung zu konzipieren und dadurch Anreize für diejenigen zu schaffen, die Vorreiter in dem Bereich sein wollen; begrüßt die laufende Überprüfung der Richtlinie über die Angabe nichtfinanzieller Informationen[12] und empfiehlt der Kommission, die Qualität und den Umfang der nichtfinanziellen Offenlegung, insbesondere in Bezug auf Umweltaspekte, zu verbessern und die Einbeziehung forstrelevanter Erwägungen in die soziale Verantwortung der Unternehmen zu fördern; erachtet zudem die Einhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte für äußerst wichtig; befürwortet die laufenden Verhandlungen zur Schaffung eines verbindlichen UN-Instruments für transnationale Konzerne und andere Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte und erachtet es als äußerst wichtig, dass die EU proaktiv in diesen Prozess einbezogen wird;

27. fordert die Kommission auf, gemeinsam mit der Privatwirtschaft und anderen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit neue Lösungen für die Katastrophenrisikofinanzierung und -versicherung im Falle von Katastrophenereignissen zu bewerten, die viele Hektar Wald schädigen;

28. fordert die Kommission auf, von der Industrie ausgehende Innovationen und Initiativen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in Wertschöpfungsketten zu unterstützen und zu fördern;

29. erachtet es für notwendig, die privaten und öffentlichen Finanzströme in den betreffenden Wirtschaftszweigen auf Tätigkeiten umzulenken, die keine Entwaldung zur Folge haben; erinnert daran, dass die Kommission bis zum 31. Dezember 2021 die Bestimmungen bewerten sollte, die erforderlich sind, um den Anwendungsbereich der Taxonomieverordnung[13] auf wirtschaftliche Tätigkeiten auszudehnen, die die ökologische Nachhaltigkeit erheblich beeinträchtigen;

30. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Mischfinanzierungsmechanismen effizient einzusetzen, um Finanzmittel aus der Privatwirtschaft für die Wiederherstellung von Wäldern zu gewinnen;

31. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, spezifische Maßnahmen zur Stärkung des politischen und Regulierungsrahmens vorzuschlagen, um dadurch den Schutz und die Wiederherstellung der Wälder und die nachhaltige Waldbewirtschaftung auf globaler Ebene zu unterstützen, sowie Leitlinien und spezifische Maßnahmen für eine nachhaltige Landnutzungsplanung einzuführen; fordert die Kommission auf, den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten und mit Drittländern zu fördern; fordert die Kommission außerdem auf, darauf hinzuwirken, dass Rechtsreformen in Erzeugerländern unter wirksamer und sinnvoller Beteiligung aller Interessenträger, einschließlich der Zivilgesellschaft, der indigenen Völker und der lokalen Gemeinschaften, durchgeführt werden, wobei auf die tatsächliche Beteiligung der Frauen ein besonderes Augenmerk zu legen ist;

32. betont, wie wichtig es ist, eine nachhaltige Forstverwaltung und Bio-Ökonomie zu fördern; erkennt an, dass Modelle der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der nachhaltigen Landnutzung weltweit dazu beitragen können, Entwaldung und Waldschädigung zu verhindern, und dass sie auf den höchsten Nachhaltigkeitsstandards beruhen sollten, bei denen die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit mit dem Schutz der biologischen Vielfalt und wertvoller Kohlenstoffsenken als zentrale Elemente in Einklang gebracht werden und gleichzeitig ihr Ertragswert, ihre Produktivität und ihre Ökosystemleistungen erhalten bleiben; fordert die Kommission auf, eine nachhaltige Forst- und Landwirtschaft zu fördern und Anreizmechanismen für Kleinbauern und lokale Gemeinschaften in Partnerländern zu entwickeln, damit sie Ökosystemdienstleistungen und Erzeugnisse aus nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft erhalten und verbessern; betont die Bedeutung von Agroforstsystemen für die landwirtschaftliche Produktion, die Diversifizierung, den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel sowie die Verhinderung der Wüstenbildung; weist darauf hin, dass sich diese Agroforstsysteme durch eine höhere Effektivität der Landnutzung auszeichnen als andere landwirtschaftliche Systeme; fordert eine Wende, um systematisch Anreize für bestehende Agroforstsysteme mit hohem Naturwert zu schaffen, ihre Wiederherstellung zu erleichtern und Kapazitäten aufzubauen, um diese Produktionsmethode zu optimieren;

33. betont, dass im Rahmen von Horizont 2020 bereits umfangreiche Forschung und Innovation im Zusammenhang mit dem Übergang zu nachhaltigeren Landnutzungsverfahren und Lieferketten finanziert wurden, um der Entwaldung und Waldschädigung Einhalt zu gebieten; fordert, dass die finanziellen Mittel des Programms Horizont Europa aufgestockt werden, damit die Unterstützung in diesen Bereichen weiter ausgebaut werden kann;

34. verweist im Rahmen des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) auf die Ministerielle Erklärung von Katowice „Wälder für das Klima“, die am 12. Dezember 2018 von der Staatengemeinschaft verabschiedet wurde und in der die Bedeutung der Wälder und der Holznutzung für den Klimaschutz unterstrichen wird und diese Aspekte in den Kontext anderer internationaler Ziele und Beschlüsse mit Waldbezug gestellt werden; stellt fest, dass diese Ziele, wie es in der Erklärung heißt, nur mit Hilfe einer multifunktionalen aktiven Waldbewirtschaftung erreicht werden können, was bedeutet, dass es einer Bewirtschaftungsstrategie bedarf, bei der alle waldbezogenen Ziele wie Kohlenstoffspeicherung, Arten- und Bodenschutz, Rohstoffgewinnung, Erholung und Ernährung berücksichtigt und in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden;

35. hebt die zentrale Rolle hervor, die die Forstwirtschaft neben der Landbewirtschaftung bei der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und bei der Landnutzung in den ländlichen Gebieten in der EU und weltweit spielt; erkennt diesbezüglich an, dass es in Bezug auf Forstbewirtschaftung, Waldbesitz, Agroforstwirtschaft und Möglichkeiten vielfältige Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten gibt;

36. betont, dass die Methoden, die zur Erreichung der Ziele des Pakets „Saubere Energie für alle Europäer“ eingesetzt werden, nicht zur Entwaldung und Waldschädigung in anderen Teilen der Welt führen dürfen; fordert daher die Kommission auf, die relevanten Aspekte des Berichts im Anhang der Delegierten Verordnung (EU) 2019/807[14] der Kommission bis 2021 zu überprüfen und diese Verordnung erforderlichenfalls unverzüglich, auf jeden Fall aber vor 2023, auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und in Übereinstimmung mit dem Vorsorgeprinzip zu überarbeiten; fordert die Kommission auf, die Daten in Bezug auf Soja neu zu bewerten und Biokraftstoffe mit dem hohen Risiko einer indirekten Landnutzungsänderung (ILUC) so bald wie möglich, spätestens jedoch bis 2030, auslaufen zu lassen;

37. betont, dass der Verbrauch von Holz und Holzerzeugnissen in der EU gesenkt werden muss, indem man eine stärker kreislauforientierte Wirtschaft fördert, die Abfallerzeugung minimiert und die Verbraucher für die ökologischen Folgen von Holzrohstoffen sensibilisiert;

38. erinnert an das Schreiben von mehr als 700 Wissenschaftlern, in dem eine wissenschaftlich fundierte Überarbeitung der Richtlinie über erneuerbare Energien gefordert wird, insbesondere der Ausschluss bestimmter Arten von holzartiger Biomasse für die Zwecke der Anrechnung auf das Ziel und von der Förderfähigkeit;

39. beklagt die zunehmende Nutzung von Holz für Biokraftstoffe und Bioenergie, die zu einer Belastung der Wälder in der EU und in der Welt führt, da die Nachfrage nach Energie aus erneuerbaren Quellen steigt;

40. weist darauf hin, dass sich eine Reihe von Ländern, die reich an Primärwäldern und an Wäldern mit großer biologischer Vielfalt sind und die die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentieren, im Zuge der COP 23 dahingehend ambitioniert zeigten, für die Energieerzeugung verstärkt Holz und andere pflanzliche Stoffe zu nutzen[15]; weist erneut darauf hin, dass die EU kein falsches Beispiel geben sollte und sicherstellen muss, dass die Leitlinien für die Maßnahmen im Bereich der erneuerbaren Energien nicht zur Schwächung und Schädigung von Ökosystemen führen;

41. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, den Auswirkungen, die sich durch die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen auf die Entwaldung ergeben, uneingeschränkt Rechnung zu tragen; fordert die Kommission daher auf, die Politik der EU im Bereich der Bioenergie grundlegend zu reformieren, und zwar durch eine Überarbeitung der Richtlinie über erneuerbare Energien;

42. fordert die Kommission auf, für wirksame Maßnahmen zur nachhaltigen Erzeugung und Nutzung von Holzbrennstoffen zu sorgen, unter anderem im Hinblick auf die große Menge von in die EU eingeführten Holzpellets und die potenziellen Risiken, die diese Importe für die Wälder in Drittländern darstellen; ist der Ansicht, dass das Prinzip der Nutzungskaskade gefördert werden sollte und als nützliche Methode zur Verbesserung der Ressourceneffizienz genutzt werden kann;

43. weist darauf hin, dass etwa 2,6 Milliarden Menschen weltweit zum Kochen auf traditionelle Brennstoffe aus Biomasse, vor allem Holz und Kohle, zurückgreifen, wobei drei Viertel von ihnen keinen Zugang zu effizienten Öfen haben; fordert die EU auf, Drittländer stärker zu unterstützen, damit sie auf nachhaltige und erneuerbare Energiequellen umsteigen und der Abholzungsdruck verringert wird, der durch die Verwendung von Holz als Brennstoff entsteht; betont, dass stärker dezentralisierte Energiesysteme in Drittländern einen direkten Übergang zu nachhaltigen und erneuerbaren Energiequellen ermöglichen würden;

44. stellt fest, dass die sozioökonomische Bedeutung der Landwirtschaft zunimmt, je mehr die Weltbevölkerung wächst und eine erhöhte Produktion von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen erfordert, während gleichzeitig der Klimawandel eingedämmt werden soll; stellt besorgt fest, dass Schätzungen zufolge 14 % der Lebensmittel weltweit im Rahmen der Ernte, der Schlachtung und der Aufbereitung verloren gehen[16], und betont, dass es kohärenter Maßnahmen bedarf, damit es entlang der Nahrungskette nicht zu Lebensmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung kommt und um rasch auf Krisen zu reagieren, die Nahrungsmittelknappheit zur Folge haben könnten;

45. betont, dass nachhaltige Ernährungsweisen gefördert werden müssen, indem die Verbraucher für die Auswirkungen von Konsummustern sensibilisiert werden und Informationen über Ernährungsweisen bereitgestellt werden, die besser für die menschliche Gesundheit sind und einen geringeren ökologischen Fußabdruck haben;

46. betont, dass bei der Entwicklung und Umsetzung einer Eiweißpflanzenstrategie der EU und der Gewährleistung einer robusten Eiweißpflanzenproduktion innerhalb der EU weitere wesentliche Fortschritte notwendig sind, um die Risiken einer Entwaldung, die mit diesen Kulturen in anderen Regionen der Welt verknüpft sind, zu begrenzen und um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und den Druck auf die Wälder aufgrund von Landnutzungsänderungen zu senken; unterstreicht, dass derartige Fortschritte unter anderem erzielt werden sollten, indem das System der Fruchtfolge umfassender angewandt und gleichzeitig den Landwirten in Gebieten, die sich für den Anbau von Eiweißpflanzen eignen, Unterstützung und Anleitung geboten wird, und dass durch ein derartiges Vorgehen die Abhängigkeit von Importen, die Entwaldung, die Schädigung und der Druck auf die Wälder aufgrund von Landnutzungsänderungen verringert würde; fordert daher, dass für die Einfuhr von Pflanzeneiweiß Nachhaltigkeitskriterien eingeführt werden;

47. ist der Auffassung, dass die EU die Triebkräfte der Entwaldung in einem politischen Rahmen angehen sollte, um so die Kohärenz der forstbezogenen politischen Maßnahmen zu gewährleisten und den Druck auf die Wälder zu verringern; ist der Auffassung, dass durch einen derartigen politischen Rahmen eine innovativere, nachhaltigere und effizientere Landwirtschaft innerhalb und außerhalb der EU gefördert würde und Nahrungsmittelverluste in der gesamten Nahrungskette durch neue Technologien reduziert würden; weist darauf hin, dass sich die in diesem Rahmen formulierten Ziele erreichen lassen, wenn dafür gesorgt wird, dass Landwirte einfachen Zugang zu Finanzierung erhalten, so dass sie modernste Technologien für die Präzisionslandwirtschaft anschaffen können;

48. betont, dass Landwirten im Hinblick auf die Deckung unseres landwirtschaftlichen und Nahrungsmittelbedarfs zwar eine zentrale Funktion zukommt, dass ihre Arbeit jedoch von natürlichen Ressourcen wie dem Boden, Wasser und Wäldern abhängt; stellt fest, dass die Anerkennung der Multifunktionalität der Wälder eine wesentliche Voraussetzung ist, um unser globales Walderbe gut zu bewirtschaften; hebt hervor, dass die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte – die von der traditionellen Erzeugung von Holz und anderen Produkten bis hin zu Ökosystemdienstleistungen, Biodiversität und anderen Nutzen für die Umwelt reichen, wie der Absorption und Speicherung von Kohlenstoff, wodurch Bodenerosion vorgebeugt und die Luft- und Wasserqualität verbessert wird – allesamt miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig bedingen; unterstreicht, dass im Hinblick auf den Schutz, die Wiederherstellung und die Bewirtschaftung der Wälder derartige Aspekte einen ganzheitlichen und kohärenten Ansatz erforderlich machen;

49. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, konkrete Schritte zur Harmonisierung der Daten und zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Informationen und Daten zu unternehmen, die durch bestehende und neue Überwachungs- und Bewertungsinstrumente im Zusammenhang mit Wäldern in der EU und der ganzen Welt gewonnen werden, und sicherzustellen, dass die Informationen in einer Form verbreitet werden, die benutzerfreundlich und für die Regulierungsbehörden und Durchsetzungsstellen, die Öffentlichkeit, die Verbraucher und den privaten Sektor zugänglich und verständlich ist, und dass sie von den politischen Entscheidungsträger unmittelbar genutzt werden können; fordert die Mitgliedstaaten auf, ihre Statistiken über die Menge an Holz, die sie kaufen, zu verbessern, einschließlich einer Angabe dazu, wie viel nachhaltiges oder legales Holz oder Holz mit FLEGT-Genehmigung ihre Beschaffung umfasst;

50. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Anstrengungen zur Verbesserung der Verfügbarkeit, der Qualität und der Harmonisierung zuverlässiger Informationen über Waldressourcen und Landnutzungsänderungen zu verstärken, die als Grundlage für die Politikgestaltung unter Einbeziehung eines breiten Spektrums von Interessenträgern, auch in Partnerländern, herangezogen werden können;

51. betont, dass verlässliche und zuverlässige Instrumente zur Waldüberwachung und für den Informationsaustausch von wesentlicher Bedeutung dafür sind, die Politikgestaltung im Forstsektor zu verbessern und die Einhaltung der Zusagen, die Entwaldung in den Partnerländern zu stoppen, zu erleichtern; fordert die EU auf, die finanzielle und technische Unterstützung der Partnerländer zu verstärken, um ihnen dabei zu helfen, die für die Verbesserung der forstwirtschaftlichen Verwaltungsstrukturen und der Rechenschaftspflicht erforderlichen Fachkenntnisse aufzubauen;

52. betont, dass illegaler Holzeinschlag nicht nur in Drittländern, sondern auch in der EU gängige Praxis ist; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, entschlossen zu handeln, um den illegalen Holzeinschlag zu verhindern und zu bekämpfen; fordert die Kommission auf, ein europäisches Forsterhebungs- und -erhaltungssystem einzurichten, das auf einem Überwachungssystem unter Verwendung von GNSS (Galileo und Copernicus) und Bodennetzwerken basiert, um die mit dem Holzeinschlag verbundenen Tätigkeiten von der Ernte bis zu den Ein- und Ausgängen von holzverarbeitenden Unternehmen zu überwachen; betont, dass die Kommission den Schwerpunkt darauf legen sollte, den illegalen Holzeinschlag zu verhindern, indem sie die Umsetzung der Holzverordnung[17] und von FLEGT verbessert; betont, dass die Öffentlichkeit für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen von illegalem Holzeinschlag und waldbezogenen Verbrechen sensibilisiert werden muss;

53. weist erneut darauf hin, dass das Risiko von Waldbränden aufgrund des Klimawandels voraussichtlich zunehmen wird; betont daher, dass die Präventions- und Vorsorgebemühungen durch die internationale Zusammenarbeit in den Bereichen Frühwarninstrumente, Katastrophenresilienz und Maßnahmen zur Risikominderung erheblich verstärkt werden müssen; empfiehlt, dass die Kommission weiterhin die Entwicklung globaler (z. B. des weltweiten Informationssystems für Flächenbrände) und regionaler (z. B. des europäischen Waldbrandinformationssystems) Informationssysteme zur Überwachung der Auswirkungen von Waldbränden unterstützt; fordert die Kommission auf, ihr Fachwissen zu nutzen und den Einsatz des Copernicus REDD+-Satellitensystems zu erweitern, um die weltweite Überwachung der Waldgefährdung und Entwaldung in Zusammenarbeit mit Drittländern zu unterstützen;

54. erinnert daran, dass die Handels - und Investitionspolitik der EU verbindliche und durchsetzbare Kapitel zur nachhaltigen Entwicklung enthalten müssen, die den internationalen Verpflichtungen, insbesondere den Verpflichtungen gemäß dem Pariser Übereinkommen, uneingeschränkt nachkommen und mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) im Einklang stehen; begrüßt die Absicht der Kommission, das Übereinkommen von Paris zu einem wesentlichen Bestandteil aller künftigen Handels- und Investitionsabkommen zu machen; fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass alle künftigen Handels- und Investitionsabkommen (von den umfassenden Abkommen bis hin zu einschlägigen Unterabkommen) verbindliche und durchsetzbare Bestimmungen, einschließlich solcher zu illegalem Holzeinschlag und zum Zweck der Korruptionsbekämpfung, enthalten, die dazu dienen, die Entwaldung und Waldschädigung zu verhindern;

55. begrüßt den Grundsatz der Schadensvermeidung, der in der Mitteilung zum europäischen Grünen Deal hervorgehoben wird; empfiehlt der Kommission in diesem Zusammenhang, die Auswirkungen bestehender Handelsabkommen auf die Entwaldung besser zu bewerten und sicherzustellen, dass ehrgeizigere Bestimmungen zum Schutz der Wälder, der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Forstwirtschaft in die Kapitel zu Handel und nachhaltiger Entwicklung aller Freihandels- und Investitionsabkommen aufgenommen werden;

56. fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass die Auswirkungen von Handelsabkommen auf den Zustand der Wälder und die biologische Vielfalt sowie auf die Lage der Menschenrechte mittels Nachhaltigkeitsprüfungen und anderen einschlägigen Bewertungsmethoden nach Konsultation der betreffenden Interessenträger systematisch untersucht werden und dass die Schlussfolgerungen dieser Bewertungen anschließend bei den Verhandlungen über und dem Abschluss von solchen Abkommen in vollem Maße berücksichtigt werden;

 

57. betont, dass die Umsetzung und Durchsetzung der Holzverordnung weiter verbessert werden muss, um gegen den Handel mit eingeführtem und im Inland illegal geschlagenem Holz und entsprechenden Holzerzeugnissen bestmöglich vorzugehen; stellt außerdem fest, dass Holz und Holzerzeugnisse, die in die EU eingeführt werden, an den Grenzen gründlicher kontrolliert werden sollten, um sicherzustellen, dass die eingeführten Erzeugnisse tatsächlich die für das Inverkehrbringen in der EU erforderlichen Kriterien erfüllen; erinnert daran, dass Holz aus Konfliktgebieten bereits ein Aktionsbereich im FLEGT-Aktionsplan ist, dass bislang jedoch nicht genug getan wurde, um dieses Problem anzugehen; fordert die Kommission auf, ihrer Zusage nachzukommen, die in der Holzverordnung vorgesehenen Sorgfaltspflichten im Rahmen der anstehenden Überarbeitung auszuweiten, sodass sie sich auf Holz aus Konfliktgebieten erstrecken; betont, dass die Stärkung der bestehenden Maßnahmen mit einer erhöhten politischen Kohärenz einhergehen muss, damit die EU-Politiken, einschließlich der Handelspolitik, keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt oder die Menschen haben kann;

58. stellt mit Bedauern fest, dass das derzeitige Niveau der Überwachung der Einfuhren von Holz und Holzerzeugnissen in die EU unzureichend ist, insbesondere wenn es darum geht, zu prüfen, ob sie die für den Eintritt in die EU vorgeschriebenen Kriterien erfüllen;

59. erinnert daran, dass das Ziel der Freiwilligen Partnerschaftsabkommen über Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT-VPA) darin besteht, einen Rechtsrahmen zu schaffen, mit dem sichergestellt wird, dass sämtliche Einfuhren von Holz und Holzerzeugnissen aus den Partnerländern in die EU, die unter freiwillige Partnerschaftsabkommen fallen, legal erzeugt wurden; betont, dass das Ziel freiwilliger Partnerschaftsabkommen im Allgemeinen darin besteht, systemische Änderungen im Forstsektor zu bewirken, die auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern, die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags und die Unterstützung der weltweiten Bemühungen, Entwaldung und Waldschädigung Einhalt zu gebieten, abzielen; hebt hervor, dass die freiwilligen Partnerschaftsabkommen einen wichtigen Rechtsrahmen sowohl für die EU als auch für ihre Partnerländer bilden, der durch die gute Zusammenarbeit und die Bemühungen der beteiligten Länder ermöglicht wird;

60. begrüßt die im Rahmen der freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen erzielten Fortschritte und den verstärkten Dialog zwischen der Regierung, der Industrie und der Zivilgesellschaft in zahlreichen Ländern, der auf die freiwilligen Partnerschaftsabkommen zurückzuführen ist; stellt fest, dass bislang sieben Länder (Ghana, Indonesien, Kamerun, Liberia, die Republik Kongo, Vietnam und die Zentralafrikanische Republik) freiwillige Partnerschaftsabkommen mit der EU ratifiziert haben, wobei Indonesien seit 2016 der erste und bislang einzige Partner mit FLEGT-Genehmigung ist, und dass die EU mit Honduras und Guyana Verhandlungen abgeschlossen und freiwillige Partnerschaftsabkommen paraphiert hat, während mit sechs weiteren Ländern (Côte d’Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Laos, Thailand und Malaysia) Verhandlungen geführt werden; betont, dass die freiwilligen Partnerschaftsabkommen einen sehr wirksamen Rahmen für den Aufbau guter Partnerschaften mit diesen Ländern darstellen und dass neue freiwillige Abkommen mit weiteren Partnern gefördert werden sollten; ist überzeugt, dass die EU weiterhin mit den Ländern, die ein freiwilliges FLEGT-Partnerschaftsabkommen abgeschlossen haben, zusammenarbeiten sollte, damit sie eine attraktive Alternative zu Exportmärkten mit weniger strengen Umweltschutznormen bleibt; erkennt die Bedeutung der FLEGT-Verordnung[18] und der Holzverordnung an, wenn es darum geht, zu verhindern, dass illegal geschlagenes Holz auf den EU-Markt gelangt; fordert die EU auf, die Mittel für FLEGT aufzustocken; begrüßt die bevorstehende Eignungsprüfung der FLEGT-Verordnung und der Holzverordnung durch die Kommission als Gelegenheit, ihre Durchsetzung zu stärken und ihren Anwendungsbereich auszuweiten;

61. fordert die Kommission auf, bei der Stärkung bestehender Strategien für die Kohärenz der freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen mit all ihren Strategien zu sorgen, unter anderem in den Bereichen Entwicklung, Umwelt, Landwirtschaft und Handel; fordert die Kommission auf, im Rahmen zukünftiger bilateraler und multilateraler handelsbezogener Abkommen Standards für Holzeinfuhren auszuhandeln, damit die durch den FLEGT-Aktionsplan mit den Holz erzeugenden Ländern erzielten Erfolge nicht untergraben werden;

62. ist der Ansicht, dass das FLEGT-Genehmigungssystem die freiwillige Zertifizierung durch eine anerkannte Stelle ergänzt und vor allem für kleine Betreiber Vorteile bietet, die häufig Schwierigkeiten haben, im Rahmen von privatwirtschaftlichen Systemen eine Zertifizierung zu erhalten.

63. fordert die EU auf, die internationale Zusammenarbeit zu stärken, indem sie ihre Bemühungen in wichtigen internationalen Foren, darunter die WTO und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), intensiviert; fordert die Kommission auf, Möglichkeiten der multilateralen, plurilateralen oder bilateralen Zusammenarbeit beim Kampf gegen Entwaldung und Klimawandel infolge von Importen mit Handelspartnern und mit anderen Importländern zu erkunden und die Verhandlungen in der WTO über ein Abkommen über den Handel mit Umweltschutzgütern zu beschleunigen und gleichzeitig Möglichkeiten für den legalen Handel zu schaffen sowie nachhaltige Landbewirtschaftung und Landwirtschaft sowie Grundbesitzverhältnisse und gute Verwaltung in den Drittländern zu stärken;  betont, dass alle neuen Handelsabkommen, darunter unter anderem das Mercosur-Abkommen, eindeutige Verpflichtungen für den Kampf gegen Entwaldung umfassen;

65. fordert die Kommission auf, die neuen Bestimmungen der Antidumpingverordnung[19] in Bezug auf Umwelt- und Klimapolitik anzuwenden;

66. fordert die EU auf, Handels- und Entwicklungspolitik stärker miteinander zu verknüpfen, indem sie unter anderem die Vorschriften des Allgemeinen Präferenzsystems Plus (APS+) in den Partnerländern besser umsetzt; fordert die Kommission auf, gemeinsam mit den Begünstigten des APS+ Aktionspläne zur Waldbewirtschaftung auszuarbeiten, um für eine wirksame Umsetzung ihrer umweltbezogenen Verpflichtungen zu sorgen;

67. betont, dass die Menschenrechte durch den Klimanotstand und die Folgen des massiven Verlusts an biologischer Vielfalt in gravierendem Ausmaß bedroht sind; fordert die EU und den Europäischen Auswärtigen Dienst auf, gründlich zu prüfen, wie ihr auswärtiges Handeln am besten zu einem ganzheitlichen und auf den Menschenrechten beruhenden Ansatz beitragen kann, der darauf ausgerichtet ist, den Verlust der biologischen Vielfalt, die Entwaldung und die Schädigung der Wälder zu stoppen; fordert die EU auf, die biologische Vielfalt als Menschenrecht innerhalb des Rahmens für die biologische Vielfalt in der Zeit nach 2020 weiter zu fördern;

68. betont, wie wichtig es ist, einen integrativen partnerschaftlichen Ansatz auf allen Ebenen mit Drittländern zu befördern, um weiter gegen die Entwaldung und Waldschädigung vorzugehen, die nachhaltige Landbewirtschaftung und Landwirtschaft sowie die Grundbesitzverhältnisse und die verantwortungsvolle Staatsführung zu stärken und gleichzeitig die Menschenrechte, die Rechte der indigenen Völker, der Kleinbauern und der lokalen Gemeinschaften zu achten; fordert die Kommission auf, die Zusammenarbeit mit Drittländern durch fachliche Unterstützung, den Austausch von Informationen und bewährten Verfahren bei der Erhaltung, dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung von Wäldern, der Kreislaufwirtschaft, einer nachhaltigen Bio-Ökonomie, erneuerbaren Energien, nachhaltiger intelligenter Landwirtschaft, Agrarökologie und Agroforstwirtschaft zu verstärken und gleichzeitig Nachhaltigkeitsinitiativen des Privatsektors, wie etwa fairen Handel, anzuerkennen; besteht darauf, dass die externe Dimension des europäischen Grünen Deals durch Allianzen und Partnerschaften weiter gestärkt werden sollte, die darauf ausgerichtet sind, globale Herausforderungen wie den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt anzugehen und zugleich die sozioökonomische Entwicklung der Partnerländer zu ermöglichen;

69. begrüßt die Absicht der Kommission, das Thema Entwaldung in die politischen Dialoge mit Partnerländern auf Länder- und Regionalebene aufzunehmen, und empfiehlt der Kommission, Partnerschaftsabkommen zu entwickeln, die den Schutz von Wäldern und Ökosystemen, die Förderung der Menschenrechte, insbesondere der Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften einschließlich der Rechte der Frauen, sowie die Unterstützung für die wirksame Einbeziehung von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Umweltschützern beinhalten; betont, dass solche Dialoge mit allen Erzeugerländern geführt werden sollten, Industrieländer eingeschlossen;

70. begrüßt den Plan der Kommission, die Partnerländer bei der Konzipierung und Umsetzung von Rahmenwerke zu unterstützen, die einen besseren Schutz und eine bessere Bewirtschaftung der Wälder sowie eine verantwortungsvolle Landbewirtschaftung fördern können, wozu gegebenenfalls auch die Anerkennung der Landbesitzrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sowie damit zusammenhängende Maßnahmen der Regierungsführung wie Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Minderung seiner Folgen gehören; empfiehlt der Kommission außerdem, diesen Aspekt in ihre Überlegungen und Maßnahmen einzubeziehen; weist darauf hin, dass solche Rahmenwerke nicht nur zu den inländischen Bedürfnissen, sondern auch einen Beitrag zu den national festgelegten Beiträgen der Partnerländer (NDC) im Rahmen des Übereinkommens von Paris sowie zu deren nationalen Strategien und Aktionsplänen zugunsten der Artenvielfalt (NBSAP) im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt leisten sollten;

71. fordert die EU auf, die Partnerländer bei der Durchführung von Maßnahmen zu unterstützen, die ihnen helfen, sich an alle Maßnahmen zu halten, die die EU gegebenenfalls gegen mit Entwaldung verbundene Einfuhren ergreift, und fordert, dass die Zusammenarbeit intensiviert wird und dass die notwendigen und wirksamen Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass der Handel mit Waren, die mit Entwaldung und Waldschädigung in Zusammenhang stehen, in andere Weltgegenden umgeleitet wird; fordert die Kommission auf, sicherzustellen, dass die Unterstützung der EU für Landwirtschaft, Infrastruktur, Bergbau, Städte, Stadtrandgebiete und die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums in den Partnerländern nicht zur Entwaldung und Waldschädigung beiträgt; fordert die Kommission auf, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten eine technische und finanzielle Regelung der EU zu unterstützen, die als Katalysator für die Finanzierung der Bemühungen der Partner um die nachhaltige Nutzung, den Schutz und die Wiederherstellung der Wälder, die Verbesserung einer nachhaltigen, entwaldungsfreien landwirtschaftlichen Produktion und die Bekämpfung von Bergbauaktivitäten mit nachteiligen Auswirkungen auf die Wälder im Rahmen des künftigen Instruments für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI) dienen würde;

72. fordert, dass die Forstwirtschaft im künftigen NDICI eine herausragende Stellung einnimmt und dass das Potenzial der Investitionsoffensive für Drittländer und der regionalen Fazilitäten zur Mischfinanzierung vollumfänglich ausgeschöpft wird, um private Mittel für die nachhaltige Waldbewirtschaftung (von Proforstung bis hin zu Wiederaufforstung und Aufforstung), den nachhaltigen Tourismus und die Agrarforstwirtschaft sowie Initiativen von Unternehmen, mit Entwaldung einhergehende Erzeugnisse aus ihren Lieferketten zu nehmen, zu mobilisieren, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen;

73. empfiehlt der Kommission und den Mitgliedstaaten, wirksame Methoden zu ermitteln, um innovative und nachhaltige Verfahren der EU im Bereich der Kreislaufwirtschaft, der erneuerbaren Energie und der nachhaltigen intelligenten Landwirtschaft sowie in anderen einschlägigen Bereichen mit anderen Ländern auszutauschen;

74. fordert, dass die Kommission regelmäßig einen Bericht vorlegt, in dem die Tendenzen der Entwaldung und die Nutzung von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand, etwa Torfgebiete, in Drittländern untersucht werden;

75. regt an, unterstützende Maßnahmen umzusetzen, die darauf abzielen, die landwirtschaftliche Produktivität in den Zielländern zu erhöhen, um den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Druck im Zusammenhang mit Entwaldung und der Nutzung von Torfgebieten zu verringern;

76. unterstützt die Absicht der Kommission, im Namen der EU in wichtigen internationalen Foren die Annahme und Umsetzung strenger Verpflichtungen und Regelungen zur Beendigung der Entwaldung und Waldschädigung sowie zur Förderung der Wiederherstellung von Wäldern voranzutreiben; ist der Ansicht, dass die EU mit gutem Beispiel vorangehen muss; betont, wie wichtig es ist, bei der Anwendung von Waldschutzmaßnahmen nationale, regionale und lokale Fachkenntnisse und Vorgehensweisen zu berücksichtigen; begrüßt die Entscheidung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, das Jahrzehnt von 2021 bis 2030 zur Dekade für die Wiederherstellung der Ökosysteme zu erklären; betont, dass durch diese von den Vereinten Nationen proklamierte Dekade die Wiederherstellung von Ökosystemen als eine wichtige naturbasierte Lösung in Richtung der Erreichung einer Vielzahl von Nachhaltigkeitszielen eingestuft wurde;

77. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Erhaltung der Wälder durch die Schaffung, Konsolidierung und wirksame Verwaltung von Netzwerken von Schutzgebieten, einschließlich Waldgebieten, wie NaturAfrica 2030, weiterhin zu unterstützen, und zwar insbesondere in Ländern, die wichtige Holzproduzenten sind; erkennt an, dass dies auch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beiträgt und die Position der EU auf der nächsten Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens über die biologische Vielfalt stärken wird;

78. begrüßt den Plan der Kommission, die internationale Zusammenarbeit bei Strategien und Maßnahmen zum Schutz, zur Wiederherstellung und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder der Welt zu stärken, damit die weltweite Entwaldung in wichtigen internationalen Foren verhindert wird; weist darauf hin, dass die gegenwärtige Definition von „Wald“ und die Klassifizierung von Wäldern sowie andere einschlägige Konzepte und Grundsätze im Zusammenhang mit der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die von einschlägigen Institutionen wie der FAO verwendet werden, rein technischer Natur sind und die Vielfalt der Waldökosysteme nicht vollständig widerspiegeln; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sich um eine Zusammenarbeit mit diesen wichtigen internationalen Foren zu bemühen, damit unter anderem die Terminologie, die Konzepte und die Statistiken, die verwendet werden (zum Beispiel intakte Wälder und Urwälder, Plantage, nachhaltige Waldbewirtschaftung, naturnahe Bewirtschaftung oder abholzungsfreie Lieferketten), vereinheitlicht werden und für Kohärenz bei den angenommenen Strategien und Maßnahmen gesorgt wird;

79. fordert die Kommission auf, die Verhandlungen über ein internationales Waldübereinkommen wieder aufzunehmen, das zur Bewirtschaftung, Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der Wälder beiträgt und ihre vielfältigen und sich ergänzenden Funktionen und Nutzungen vorsieht, einschließlich Maßnahmen zur Wiederaufforstung, Aufforstung und Erhaltung der Wälder; betont, dass ein solches Übereinkommen die sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen, kulturellen und spirituellen Bedürfnisse heutiger und künftiger Generationen berücksichtigen und die entscheidende Rolle aller Arten von Wäldern bei der Aufrechterhaltung ökologischer Prozesse und des ökologischen Gleichgewichts sowie bei der Unterstützung der Identität, Kultur und Rechte der indigenen Völker, ihrer Gemeinschaften und anderer Gemeinschaften und Waldbewohner anerkennen sollte;

80. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Bestimmungen über Entwaldung und Waldschädigung sowie über die Schädigung anderer natürlicher Ökosysteme, den Verlust der biologischen Vielfalt und Menschenrechtsverletzungen systematisch in die Entwicklungspolitik und in alle Investitions- und Unterstützungsprogramme für die Erzeugerländer zu integrieren und zu erwägen, diese Investitionen und Unterstützung von der Einhaltung dieser Kriterien abhängig zu machen;

81. erkennt die Relevanz internationaler Rahmenvereinbarungen wie der VGGT an, die Rechtsklarheit schaffen und international anerkannte Normen für bewährte Verfahren für eine verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land bieten; fordert die Kommission auf, die Verbreitung und die Verwendung der VGGT auf globaler und regionaler Ebene sowie auf Ebene der Länder zu unterstützen; betont, dass wirksame unabhängige Überwachungs- und Durchsetzungsmaßnahmen, zu denen auch geeignete Streitbeilegungs- und Beschwerdemechanismen zählen, erforderlich sind, um die Einhaltung der VGGT sicherzustellen;

82. fordert, die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Ländern der Organisation afrikanischer, karibischer und pazifischer Staaten (AKP) zu stärken, um das wachsende Problem der Entwaldung und der Wüstenbildung in den AKP-Staaten anzugehen, indem Aktionspläne entwickelt werden, die auf eine bessere Bewirtschaftung und Erhaltung von Wäldern abzielen, wobei die Ursachen der Entwaldung innerhalb und außerhalb des Forstwirtschaftssektors berücksichtigt werden und die Bedeutung von Tropenholz für die Wirtschaft von AKP-Staaten mit holzerzeugenden Tropenwäldern anerkannt wird;

83. fordert die EU und ihre Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, ihre Strategien gemäß dem Grundsatz der Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung abzustimmen, der in Artikel 208 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verankert ist;

84. nimmt die Schlussfolgerungen der FAO zur Kenntnis, wonach die weltweite nachhaltige Landnutzung bei der Bekämpfung von Armut eine wichtige Rolle spielt, und befürwortet sie;

85. weist darauf hin, dass Wälder eine wesentliche Rolle für die globale Ernährungssicherung, die Lebensgrundlagen und die Ernährung in Entwicklungsländern spielen und für viele lokale Gemeinschaften eine wichtige Einkommensquelle sind; weist darauf hin, dass Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, zu Ernährungssicherheit und zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung gleichzeitig als zentrale Elemente der Agenda 2030 erzielt werden sollten;

86. beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat und der Kommission zu übermitteln.

 


 

BEGRÜNDUNG

Wälder bedecken etwa 30 % der Landfläche und in ihnen befindet sich 80 % der biologischen Vielfalt. Diese Erklärung würde für sich genommen ausreichen, um die Notwendigkeit ihres Schutzes zu rechtfertigen. Die Aufzählung der Gründe geht jedoch noch viel weiter. Wälder haben einen bedeutenden sozialen, kulturellen und geistigen Wert und erfüllen gleichzeitig eine ganze Reihe von Funktionen, von den produktiven bis zu den ebenso wichtigen (nicht produktiven) ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen. Wälder regulieren unter anderem den Wasserkreislauf, verbessern die Luftqualität und absorbieren Kohlendioxid. Sie dienen außerdem als Lebensraum für viele Arten, einschließlich vieler gefährdeter Arten, und als Heimat für viele lokale Gemeinschaften, darunter indigene Völker. Der Druck auf die Wälder, die nicht produktiven Funktionen zu erfüllen, hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, und es gibt eine wachsende Nachfrage nach authentischer, wilder Natur auf der ganzen Welt. Dies alles hat dazu geführt, dass der strenge Schutz der Wälder zu einer der Prioritäten der Weltöffentlichkeit geworden ist.

 

Die Vielfalt der Waldarten ist zudem sehr groß – von ursprünglichen Tropenwäldern und Küstenmangroven, über Wälder der gemäßigten Zonen bis hin zu subarktischen borealen Wäldern. Bei Überlegungen zur Weiterentwicklung der Gesetzgebung, die auf einen besseren Schutz der Wälder der Welt abzielt, ist die Vielfalt einer der Hauptaspekte, der stets im Auge behalten werden muss. Die Lösungen, auf die man sich einigt, müssen notwendigerweise dieser Vielfalt Rechnung tragen. Es wäre nämlich schier unmöglich, eine universelle Lösung für alle Arten von Waldbeständen zu finden. Damit hängt eine eher negative Feststellung zusammen, nämlich dass der Druck auf die Wälder in allen geografischen Zonen zunimmt, was schrittweise zu einer Schädigung dieser Wälder und nicht selten zu ihrem Verschwinden führt. Allein im Zeitraum von 1990 bis 2016 gingen durch menschliche Tätigkeiten 1,3 Mio. km2 an Waldfläche verloren, das entspricht 800 Fußballfeldern pro Stunde. Das Ziel der Kommission, das in der Mitteilung über die Entwaldung (COM(2008)0645) festgelegt wurde, nämlich den Bruttoverlust an Tropenwald bis 2020 um 50 % zu senken, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht erreicht werden. Gleichzeitig sagt unsere Beziehung zu den Wäldern gewissermaßen etwas über die kulturelle Reife der Menschheit aus.

 

Massive Entwaldung und Waldschädigung findet vor allem in den Tropenwäldern statt. Beispielsweise erstreckten sich die Mangrovenwälder einst über 75 % der tropischen Küsten, während heute mehr als die Hälfte dieser Wälder zerstört sind, hauptsächlich aufgrund von Bebauung, Aquakultur, Verschmutzung und nicht nachhaltiger Landwirtschaft. Das Amazonasgebiet – angesichts seiner Größe eines der vorrangigen Gebiete für den Schutz der Wälder der Welt – ist starkem Druck ausgesetzt, da die brasilianische Regierung de facto die Abholzung der Wälder unterstützt und die Zahl der absichtlich gelegten Brände im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 50 % gestiegen ist. Es sind die Tropenwälder, die einen großen Teil des traditionell von indigenen Völkern bewohnten Gebiets ausmachen. Diese Völker besitzen oder bewirtschaften 35 % der ursprünglichen und insbesondere der tropischen Wälder. Gleichzeitig weisen Studien darauf hin, dass die Entwaldungsrate in den Gebieten der indigenen Völker mit traditionellen Systemen des Grundbesitzes zwei- bis dreimal niedriger ist als außerhalb dieser Gebiete[20].

 

Im Zusammenhang mit der wichtigen positiven Rolle, die die ursprünglichen Tropenwälder spielen, muss auch betont werden, dass die Urwälder, die sich durch einen hohen Kohlenstoffbestand, ein beträchtliches Alter, einzigartige ökologische Merkmale und den höchsten Grad an biologischer Vielfalt auszeichnen, durch neu gepflanzte Wälder nicht vollständig ersetzt werden können. Darüber hinaus können die zerstörten ursprünglichen Wälder in vielen Fällen nicht wiederhergestellt werden, wozu die oben erwähnten Mangrovenwälder als Beispiel dienen.

 

Trotz des alarmierenden Ausmaßes der Probleme in den außereuropäischen Wäldern muss jedoch betont werden, dass auch der Zustand der Wälder in der Europäischen Union nicht zufriedenstellend ist, und trotz des zunehmenden öffentlichen Drucks, sich den nicht produktiven Funktionen der Wälder zuzuwenden, nimmt ihre Qualität schon seit langem ab. Auch Europas Wälder sind vor den grundlegenden Problemen nicht gefeit, die Waldbestände auf der ganzen Welt gemeinsam haben, nämlich die Entwaldung und den illegalen Holzeinschlag. Zudem ist die Art und Weise, wie sie bewirtschaftet werden, an vielen Orten in Europa unbefriedigend[21].

 

Wie bereits erwähnt, sind Wälder Lebensräume für viele gefährdete Arten, darunter die am meisten gefährdeten. Die Entwaldung ist somit eine der Hauptursachen für den Verlust der globalen biologischen Vielfalt, der derzeit in einem beispiellosen Tempo voranschreitet[22]. Die Welt verliert damit nicht nur Pflanzenarten, sondern auch eine alarmierende Anzahl von Tierarten, davon einige häufig in tropischen Wäldern beheimatete Tierarten, die vom Menschen ausgerottet wurden, bevor sie entdeckt und benannt werden konnten. Tropenwaldpflanzen, die nur 7 % der weltweiten Vegetation ausmachen, stellen eine Art Apotheke für die Welt dar; mehr als ein Viertel der modernen Medikamente im Wert von 100 Mrd. EUR pro Jahr stammen von Tropenwaldpflanzen. Gleichzeitig ist der Verlust der biologischen Vielfalt nicht auf Arten beschränkt, die unmittelbar mit dem Wald in Verbindung stehen. Die oben erwähnten Mangrovenwälder, die eine wichtige Rolle beim Schutz der Korallenriffe spielen, da sie Nährstoffe und Sedimente einfangen und vor thermischem und photooxidativem Stress schützen, dienen erneut als Beispiel.

 

Ein Großteil des geernteten Holzes wird als Brennstoff verwendet, wobei Brennholz in vielen Entwicklungsländern das wichtigste forstwirtschaftliche Produkt ist; in Afrika südlich der Sahara beispielsweise verwenden 80 % der Bevölkerung immer noch Holz zum Kochen. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Brennholz voraussichtlich steigen, und bis 2030 werden 2,8 Milliarden Menschen von dieser Brennstoffquelle abhängig sein, im Vergleich zu derzeit zwei Milliarden. Die am stärksten aus diesem Grund von der Entwaldung bedrohten Gebiete sind jedoch gleichzeitig die Gebiete mit der höchsten Anzahl an Sonnenstunden pro Jahr, was einen allmählichen Übergang zu erneuerbaren Energiequellen ermöglicht.

 

Auch die Auswirkungen der Entwaldung auf den Klimawandel sind von entscheidender Bedeutung. Die Treibhausgasemissionen aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen, die überwiegend durch Entwaldung verursacht werden, machen fast 12 % der Gesamtemissionen aus und sind damit nach der Verbrennung von fossilen Brennstoffen die zweitgrößte Ursache des Klimawandels. Abgesehen vom Holzeinschlag ist der Hauptgrund für die Entwaldung die landwirtschaftliche Tätigkeit auf abgeholzten Flächen. Die Landwirtschaft ist für 80 % der weltweiten Entwaldung verantwortlich, wobei 48 % auf Subsistenzlandwirtschaft und 32 % auf kommerzielle Landwirtschaft zurückzuführen sind; weitere Gründe für die Entwaldung sind Holzeinschlag (14 %), Holzkohleproduktion (5 %), Stadterweiterung, Infrastrukturentwicklung und Bergbau. Darüber hinaus wird die bereits vorhandene landwirtschaftliche Fläche häufig unangemessen bewirtschaftet, was zu einer Verschlechterung der Bodenfruchtbarkeit führt und Anlass zur Abholzung bietet, damit neue Flächen für die landwirtschaftliche Tätigkeit geschaffen werden. Die Europäische Union selbst ist als Importeur direkt am internationalen Handel mit den mit Entwaldung in Zusammenhang stehenden Produkten wie Palmöl, Fleisch, Soja, Kakao, Mais, Holz und Gummi beteiligt, auch in Form von verarbeiteten Produkten oder Dienstleistungen, wobei der Anteil dieser Produkte am gesamten Weltverbrauch 10 % erreicht.

 

Bei der Überlegung, welche Richtung der Waldschutz in Zukunft einschlagen sollte, kann die produktive Funktion, die der Wald derzeit erfüllt, jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Daher sollten Maßnahmen ergriffen werden, mit denen ein gerechter Übergang zu nachhaltigeren Formen der Landwirtschaft erleichtert wird. Vor dem Hintergrund der derzeitigen nicht nachhaltigen Form der Waldnutzung, die zu Entwaldung und Waldschädigung führt, müssen daher für diejenigen, die für ihren Lebensunterhalt von Wäldern oder von landwirtschaftlich genutzten Flächen, die sich häufig in Wälder ausdehnen, abhängig sind, alternative Wege der Existenzsicherung gesucht werden. Angesichts der oben erwähnten wachsenden Forderungen vor allem der Bewohner der Industrieländer nach einer verstärkten nicht produktiven Nutzung der Wälder kann ein positiver wirtschaftlicher Impuls in diese Richtung durch die Unterstützung und Weiterentwicklung eines naturschonenden Tourismus gesetzt werden, der auch alternative Erwerbsmöglichkeiten in den Waldgebieten schaffen würde, ohne dass dadurch Walbestand vernichtet wird. Gegenwärtig sind die Wälder für etwa 25 % der Weltbevölkerung eine Lebens- und Einkommensquelle, und ihre Zerstörung hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen der am stärksten gefährdeten Menschen, einschließlich der indigenen Völker, die stark von den Waldökosystemen abhängig sind. Durch den Schutz bestehender Wälder und die nachhaltige Ausweitung der Waldflächen können hingegen Existenzgrundlagen geschaffen, die Einkommen der lokalen Gemeinschaften erhöht und die Entwicklung nachhaltiger Bioökonomien ermöglicht werden. Die Wälder stehen in diesem Sinne für eine vielversprechende grüne Wirtschaft mit dem Potenzial, weltweit zwischen 10 und 16 Millionen menschenwürdiger Arbeitsplätze zu schaffen. Die besondere Rolle der Frauen beim Schutz der Wälder[23] muss ebenfalls berücksichtigt werden. Obwohl die Walddegradierung eine ganze Gemeinschaft schädigt, die von den Wäldern abhängig ist, ist der Verlust der forstwirtschaftlichen Ressourcen in der Regel für Frauen besonders belastend, die diese Ressourcen für die Versorgung ihrer Familien nutzen.

 

In vielen Ländern ist die Abholzung der Wälder auch auf das Fehlen einer tragfähigen Politik (wie z. B. Flächennutzungsplanung), unklare Grundbesitzverhältnisse und andere Bodenrechte, eine schwache Regierungsführung und mangelnde Rechtsdurchsetzung, illegale Tätigkeiten und unzureichende Investitionen in die nachhaltige Waldbewirtschaftung, zurückzuführen. Weltweit befinden sich 86 % der Wälder in öffentlicher Hand, aber in der Praxis werden rund 60 % der Flächen und Ressourcen auf der Grundlage von Gewohnheitsrechten bewirtschaftet, von denen weniger als ein Fünftel offiziell anerkannt sind. Angemessene administrative und rechtliche Instrumente, zum Beispiel strategische Instrumente wie der Gebietsschutz, die auf die Erhaltung der Integrität und die Verhinderung der Zersplitterung des Territoriums und nicht nachhaltiger Formen der Waldbewirtschaftung abzielen, sind eine Voraussetzung für die Erhaltung der natürlichen Funktionen der Wälder.

 

Zertifizierungssysteme für nachhaltige Waldbewirtschaftung könnten auch eine wichtige positive Rolle bei der Rationalisierung der wirtschaftlichen Nutzung von Wäldern spielen, vorausgesetzt, ihr Hauptzweck ist die Bekämpfung der Entwaldung und nicht, wie so häufig, gegensätzliche kommerzielle und andere Interessen. In diesem Zusammenhang muss leider festgestellt werden, dass die derzeitigen Formen der Zertifizierung oft scheitern und nicht den erklärten Zielen entsprechen[24].

Die Mitteilung der Kommission COM(2019)0352 diente als Ausgangspunkt für die Erstellung dieses Berichts. In diesem Dokument werden unter anderem fünf Prioritäten für die Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt festgelegt. Diese Mitteilung kann zwar als ein wertvoller erster Schritt angesehen werden, es sollte jedoch auch festgestellt werden, dass das Dokument als Ganzes angesichts der Bedeutung der Funktionen, die die Wälder erfüllen, und der Notwendigkeit, sie wirksam zu schützen, in einigen der darin enthaltenen Vorschläge nicht ehrgeizig genug und oft zu abstrakt ist.

 

Wenn Probleme identifiziert und dann geeignete Maßnahmen zum Schutz der Wälder in der Welt ergriffen werden, müssen die ersten Überlegungen das Bestreben beinhalten, die Definitionen der relevanten Begriffe zu präzisieren und zu vereinheitlichen. Die derzeitigen Definitionen, die von den zuständigen internationalen Waldbewirtschaftungsgremien angenommen wurden, sind trotz des oben beschriebenen signifikanten Unterschieds zwischen ursprünglichen Wäldern und wiederhergestellten Wäldern oft streng technisch und decken die Unterscheidung zwischen ursprünglichen Wäldern und wiederhergestellten Wäldern bzw. Forstplantagen nicht ausreichend ab. Dies kann letztlich zu sehr erheblichen Verzerrungen hinsichtlich der Größe und anderer Walddaten in einzelnen Gebieten führen, die angemessene und wirksame Abhilfemaßnahmen verhindern können. Es sind die Fähigkeiten von Waldexperten und Waldökologen, die der EU zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und ihr internationaler Einfluss, die es ihr ermöglichen, eine bedeutende und positive Rolle beim Schutz der Wälder in der Welt zu spielen. Bei dem vorliegenden Berichtsentwurf wurde versucht, all diese Aspekte zu berücksichtigen.


 

 

 

STELLUNGNAHME DES ENTWICKLUNGSAUSSCHUSSES (15.6.2020)

<CommissionInt>für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit</CommissionInt>


<Titre>zur Rolle der EU beim Schutz und der Wiederherstellung der Wälder in der Welt</Titre>

<DocRef>(2019/2156(INI))</DocRef>

Verfasserin der Stellungnahme(*): <Depute>Hildegard Bentele</Depute>

(*) Assoziierter Ausschuss – Artikel 57 der Geschäftsordnung

 

VORSCHLÄGE

Der Entwicklungsausschuss ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1. fordert die EU auf, verstärkt in Programme für Forschung und Innovation zu investieren, um eine klimaresistente Landwirtschaft, eine nachhaltige Intensivierung und Anbaudiversifizierung, die Agrarökologie, die Agroforstwirtschaft und naturbasierte Lösungen im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal und den Schlussfolgerungen des Sonderberichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) über Klimawandel und Landsysteme zu stärken; betont zudem, dass in die Waldbewirtschaftung durch die lokalen Gemeinschaften investiert werden muss; beharrt darauf, dass die EU die Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung sowie die Wiederherstellung geschädigter Wälder anstreben und darauf hinwirken sollte, dem illegalen Holzeinschlag und der zunehmenden Landnutzung auf Kosten der Wälder und natürlicher Ökosysteme ein Ende zu setzen und gleichzeitig die Lebensgrundlagen und Ernährungssicherheit der wachsenden Bevölkerung zu verbessern und ihr nachhaltige sozioökonomische Chancen zu bieten; weist darauf hin, dass neu gepflanzte Wälder Primärwälder und deren Fähigkeit, zusätzliches Kohlendioxid abzubauen und einzuspeichern, nicht ersetzen können; betont daher die Bedeutung der Proforstung für die Bewältigung der doppelten globalen Krise des Klimawandels und des Verlusts an biologischer Vielfalt sowie der Aufforstung und Wiederaufforstung für die Erhöhung des Baumbestands und die Erholung der Böden, um Klimaneutralität zu erreichen, wie im Nachhaltigkeitsziel 15 angegeben;

2. betont, dass mit den Kooperationsmaßnahmen der EU darauf abgezielt werden sollte, die tatsächlichen Ursachen der Entwaldung, und zwar Korruption, schwache Regierungsführung und Institutionen, ein schwindender zivilgesellschaftlicher Raum, der Mangel an ausgebildetem Personal sowie eine Definition von Wäldern, Straftaten und Straffreiheit in der Forstwirtschaft und unsicherer Landbesitz als die Hauptursachen von illegalem Holzeinschlag, Betrug, Steuerflucht und Menschenrechtsverletzungen, anzugehen; betont, dass eine nachhaltige Flächennutzungsplanung im Mittelpunkt der Initiativen und Programme von Gebern rund um die Land- und Forstwirtschaft stehen sollte, um die Landnutzungsrechte der vom Wald abhängigen Gemeinschaften und der indigenen Bevölkerung zu gewährleisten;

3. erkennt die Relevanz internationaler Rahmenvereinbarungen wie der Freiwilligen Leitlinien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, Fischgründen und Wäldern an, die Rechtsklarheit schaffen und international anerkannte Normen für bewährte Verfahren für eine verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land bieten; fordert die Kommission auf, die Verbreitung und die Verwendung der Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, Fischgründen und Wäldern (VGGT) auf globaler und regionaler Ebene sowie auf Ebene der Länder zu unterstützen; betont, dass wirksame unabhängige Überwachungs- und Durchsetzungsmaßnahmen, zu denen auch geeignete Streitbeilegungs- und Beschwerdemechanismen zählen, erforderlich sind, um die Einhaltung der Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Regelung von Nutzungs- und Besitzrechten (VGGT) sicherzustellen;

4. weist darauf hin, dass zunehmende Entwaldung und Schädigung der Wälder nicht nur auf Kosten der nachhaltigen Forstwirtschaft und Biodiversität stattfindet, sondern auch negative Folgen auf das Leben und die Rechte der Menschen hat, etwa bei Umsiedlung oder Landflucht, wenn Landrechte oder Arbeitsrechte missachtet werden;

5. betont, dass der IPCC in seinem Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme die entscheidende Rolle des traditionellen Wissens, der indigenen Völker und der lokalen Gemeinschaften bei der Verwaltung und dem Schutz von Land und Wäldern in der Welt sowie die Bedeutung der Sicherung der Landnutzungsrechte von Gemeinschaften für die Bekämpfung des Klimawandels ausdrücklich hervorgehoben hat; weist darauf hin, dass diese Gruppen gemeinsam mit Menschenrechtsverteidigern zunehmend bedroht werden sowie Einschüchterungen und Menschenrechtsverletzungen bei ihren Bemühungen um den Schutz ihrer Wälder, ihres Landes und ihrer Umwelt ausgesetzt sind;

6. weist darauf hin, dass die indigene Bevölkerung, die lokalen Gemeinschaften, Kleinbauern und Frauen über ein unverzichtbares Wissen in Bezug auf Wälder verfügen und in großem Umfang darauf zurückgreifen; fordert die EU auf, die Anerkennung ihrer Landnutzungs- und Menschenrechte als eine Frage der sozialen Gerechtigkeit im Einklang mit den Freiwilligen Leitlinien der FAO für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, Fischgründen und Wäldern (VGGT), der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker (UNDRIP) und dem Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) sowie deren wirksame Beteiligung an der Konzipierung und Umsetzung von Entwicklungsprogrammen der EU, die sich auf sie auswirken, und bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Wälder aufbauend auf den Erfahrungen des Programms für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) sicherzustellen; fordert die EU zudem auf, die Transparenz und die Rechenschaftspflicht von Freiwilligen Partnerschaftsabkommen zu stärken;

7. hebt hervor, dass indigene Frauen und Landwirtinnen erheblich zum Schutz der Waldökosysteme beitragen; nimmt jedoch mit Sorge zur Kenntnis, dass Frauen nicht in die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen einbezogen werden und keinen Einfluss darauf haben; ist der Ansicht, dass die Gleichstellung der Geschlechter bei der forstwirtschaftlichen Ausbildung eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern spielt und sich im EU-Aktionsplan widerspiegeln sollte;

8. weist darauf hin, dass die Förderung von kleinen und mittleren Forstunternehmen durch Wissenstransfer und die Bereitstellung technischer und finanzieller Hilfe sowie Schulungen wichtig ist;

9. weist darauf hin, dass die EU über umfassende Expertise im Bereich nachhaltiger Energieversorgung verfügt, und den am stärksten von Entwaldung betroffenen Staaten im Rahmen von Forschung und Kooperation Wissen in diesem Bereich zur Verfügung stellen und vermitteln sollte, um die Ziele zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern, wie sie in der Agenda 2030 formuliert wurden, zu erreichen;

10. fordert, dass die Forstwirtschaft im künftigen Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI) eine herausragende Stellung einnimmt und dass das Potenzial der Investitionsoffensive für Drittländer und der regionalen Fazilitäten zur Mischfinanzierung vollumfänglich ausgeschöpft wird, um private Mittel für die nachhaltige Waldbewirtschaftung (von Proforstung bis hin zu Wiederaufforstung und Aufforstung), den nachhaltigen Tourismus und die Agrarforstwirtschaft sowie Initiativen von Unternehmen, mit Entwaldung einhergehende Erzeugnisse aus ihren Lieferketten zu nehmen, zu mobilisieren, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen; fordert die Privatwirtschaft auf, sich aktiv an der Bekämpfung von Entwaldung zu beteiligen, die indirekt durch ihre Versorgungsketten und Investitionen verursacht werden, und ihre Verpflichtungen zu „null Entwaldung“ unverzüglich zu erfüllen und für uneingeschränkte Transparenz im Hinblick auf die Einhaltung ihrer Verpflichtungen zu sorgen; fordert die Kommission auf, die wirksame Umsetzung der Freiwilligen Leitlinien der FAO für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, Fischgründen und Wäldern (VGGT) im Rahmen ihrer Investitionsoffensive für Drittländer sicherzustellen;

11. betont die therapeutische Funktion von Wäldern in den stark urbanisierten Zivilgesellschaften Europas sowie die zunehmende Bedeutung von Stadtwäldern und Bäumen in Städten, die unmittelbare positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Lebensqualität der Bürger haben; hebt hervor, dass Wälder ferner zu der sozioökonomischen Entwicklung der ländlichen Gebiete in der Welt beitragen, unter anderem durch die Ressourcenverteilung in den ärmsten Gebieten dank der Forstindustrie, forstwirtschaftlicher Erzeugnisse außer Holz und des Ökotourismus;

12. fordert die EU auf, ihre Standards hinsichtlich der verbindlichen Offenlegung von Angaben von Unternehmen im Zusammenhang mit der Herstellung oder Verarbeitung waldgefährdender Rohstoffe anlässlich der Überprüfung der Richtlinie über die Angabe nichtfinanzieller Informationen[25] als Bestandteil ihrer Bemühungen um den Ausbau eines nachhaltigen Finanzwesens zu stärken;

13. fordert die EU auf, im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern den Wäldern in Küstengebieten, zu denen etwa die Mangrovenwälder gehören, besondere Aufmerksamkeit zu widmen, die besonders vom Klimawandel und menschlichen Tätigkeiten betroffen sind und eine große Chance für Schutz-, Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen darstellen;

14. betont, dass nicht automatisch eine positive Wechselwirkung zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt und der Eindämmung des Klimawandels besteht; fordert eine Überarbeitung der Richtlinie über Energie aus erneuerbaren Quellen[26] (RED II), um sie mit den internationalen Verpflichtungen der EU im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, des Übereinkommens von Paris und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Einklang zu bringen, was unter anderem voraussetzt, Kriterien der sozialen Nachhaltigkeit einzuführen und den Gefahren der Landnahme Rechnung zu tragen; betont in diesem Zusammenhang, dass die Richtlinie über Energie aus erneuerbaren Quellen (RED II) mit internationalen Normen im Bereich der Landnutzungsrechte, etwa dem Übereinkommen 169 der IAO und den Freiwilligen Leitlinien der FAO zu Landnutzungsrechten und Grundsätzen für verantwortungsvolle Investitionen in Landwirtschaft und Ernährung, vereinbar sein sollte;

15. fordert die EU auf, weiterhin eine Führungsrolle bei den weltweiten Bemühungen um die Ausarbeitung und Umsetzung von Strategien zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an den Klimawandel zu übernehmen, mit denen die Entwaldung und die Waldschädigung eingedämmt und die Wiederherstellung der Wälder gefördert werden sollen und dafür gesorgt werden soll, dass die Fortschritte bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Rahmen des Übereinkommens von Paris und der Nachhaltigkeitsziele fortgesetzt werden;

16. fordert die EU nachdrücklich auf, Fragen im Zusammenhang mit der Entwaldung, der Waldschädigung und der Zerstörung natürlicher Ökosysteme im Rahmen bilateraler und regionaler Dialoge mit den Partnerländern zu erörtern, um sie dazu zu bewegen, die Wälder und damit verbundene Steuerungsmaßnahmen wie Strategien zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an diesen in ihre national festgelegten Beiträge im Rahmen des Übereinkommens von Paris sowie in ihre nationalen Strategien und Aktionspläne zugunsten der biologischen Vielfalt gemäß dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt aufzunehmen, international verbindliche Programme zum Schutz der Wälder zu erarbeiten und ihr Handeln mit internationalen Initiativen abzustimmen;

17. begrüßt die Zusage der Kommission, die Nachhaltigkeit und Transparenz in der Versorgungskette zu erhöhen; weist darauf hin, dass freiwillige Maßnahmen und Zertifizierungssysteme allein nicht ausreichen, um der Entwaldung Einhalt zu gebieten; fordert die Annahme eines EU-Rechtsrahmens auf der Grundlage der obligatorischen Sorgfaltspflicht in Lieferketten für waldgefährdende Rohstoffe und beruhend auf den Erfahrungen bestehender Rechtsvorschriften, um die Entwaldung und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern, zu bekämpfen und einzudämmen und die kleinbäuerliche Produktion in nachhaltige Lieferketten zu integrieren sowie für gleiche Wettbewerbsbedingungen zu sorgen, um Einkommensverluste in Entwicklungsländern und unlauteren Wettbewerb zu vermeiden; betont, dass ein solcher Rechtsrahmen für alle Wirtschaftsakteure in der Lieferkette gelten, mit einem strengen Durchsetzungsmechanismus einhergehen und wirksame, angemessene und abschreckende Strafen für die Nichteinhaltung umfassen sollte; betont, dass sichergestellt werden muss, dass dieser neue Rechtsrahmen nicht zu einem übermäßigen Verwaltungsaufwand für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) führt; fordert die Kommission auf, sich für einen solchen Regelungsrahmen auf internationaler Ebene im Einklang mit den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte einzusetzen; ist überzeugt, dass mit der EU-Forststrategie bewährte Verfahren und Ergebnisse im Forstsektor gefördert und ausgetauscht werden sollten und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten verbessert werden sollte;

 

18. legt der EU nahe, Unterstützung zu leisten, damit die Entwaldung und illegale Tätigkeiten besser überwacht werden können;

19. fordert die EU auf, sicherzustellen, dass die Maßnahmen in allen Bereichen mit ihren Verpflichtungen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder vereinbar sind und ihre Biodiversitätsziele darin durchgängig berücksichtigt werden, und dass globale Lieferketten und Finanzströme nur eine legale, nachhaltige und entwaldungsfreie Produktion unterstützen und nicht zu Menschenrechtsverletzungen führen; weist auf die Bedeutung solider, kohärenter und durchsetzbarer Nachhaltigkeitskapitel in Handelsabkommen sowie eine wirksame Umsetzung multilateraler Umwelt- und Klimaschutzübereinkommen hin; fordert die Kommission auf, die Auswirkungen von Handelsabkommen auf die Entwaldung mittels Nachhaltigkeitsprüfungen und anderen einschlägigen Bewertungen auf der Grundlage zuverlässiger Daten und Evaluierungsmethoden sorgfältig zu prüfen; fordert die Kommission nachdrücklich auf, verbindliche und durchsetzbare Bestimmungen aufzunehmen, um dem illegalen Holzeinschlag, der Entwaldung, der Waldschädigung und Menschenrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten und verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln sicherzustellen, unter anderem durch Bestimmungen, mit denen die freiwillig, vorab und in Kenntnis der Sachlage erteilte Zustimmung indigener Völker und lokaler Bevölkerungsgruppen und die Anerkennung von Landnutzungsrechten der vom Wald abhängigen Gemeinschaften und der indigenen Bevölkerung gewährleistet werden, sowie verbindliche Mechanismen zur Überwachung der wirksamen Umsetzung dieser Bestimmungen und zur Einlegung von Rechtsbehelfen, indem insbesondere zugängliche Beschwerdemechanismen geschaffen werden; fordert die EU auf, mittels neuer bilateraler Partnerschaften mit Erzeugerländern gegen den Handel waldgefährdender Rohstoffe vorzugehen und dafür die Erfahrungen aus den Freiwilligen Partnerschaftsabkommen über Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT-VPA) zu nutzen, wobei Kakao eine Chance für rasche Fortschritte bietet;

20. fordert, die Zusammenarbeit zwischen der EU und den AKP-Ländern zu stärken, um das wachsende Problem der Entwaldung und der Wüstenbildung in den AKP-Staaten anzugehen, indem Aktionspläne entwickelt werden, die auf eine bessere Bewirtschaftung und Erhaltung von Wäldern abzielen, wobei die Ursachen der Entwaldung innerhalb und außerhalb des Forstwirtschaftssektors berücksichtigt werden und die Bedeutung von Tropenholz für die Wirtschaft von AKP-Staaten mit holzerzeugenden Tropenwäldern anerkannt wird;

21. fordert die Kommission auf, illegale forstwirtschaftliche Praktiken, wie das Ansetzen eines zu niedrigen Holzpreises bei Konzessionen, das Abholzen geschützter Bäume, den grenzüberschreitenden Schmuggel mit forstwirtschaftlichen Erzeugnissen, den illegalen Holzeinschlag und die Verarbeitung forstwirtschaftlicher Rohstoffe ohne Genehmigung, in den Anwendungsbereich der in den Freihandelsabkommen verankerten rechtsverbindlichen Bestimmungen für die Korruptionsbekämpfung aufzunehmen;

22. unterstreicht den Zusammenhang, der zwischen Gesundheit, Umwelt und Klimawandel besteht; betont, dass mehrere wissenschaftliche Studien die Wechselwirkungen zwischen dem Verlust an biologischer Vielfalt und der Zunahme von Pandemien, insbesondere von Zoonosen im Zusammenhang mit der Entwaldung und der Schädigung natürlicher Lebensräume, zeigen; fordert die EU daher auf, ihre technische Unterstützung von und den Austausch von Informationen sowie bewährter Verfahren mit Drittländern im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Rahmen der externen Dimension des Grünen Deals zu verstärken; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, mit internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der FAO zusammenzuarbeiten, um die Ausbreitung von Gesundheitskrisen und Pandemien in Zukunft zu vermeiden;

23. weist darauf hin, dass etwa 2,6 Milliarden Menschen weltweit zum Kochen auf traditionelle Brennstoffe aus Biomasse, vor allem Holz und Kohle, zurückgreifen, von denen drei Viertel keinen Zugang zu effizienten Öfen haben; fordert die EU auf, Drittländer schneller und stärker zu unterstützen, damit diese sich auf nachhaltige und saubere Energiequellen konzentrieren können und damit der Abholzungsdruck verringert wird, der durch die Verwendung von Holz als Brennstoff entsteht; regt Maßnahmen zur Ausweitung der Waldbedeckung und sonstiger bewaldeter Flächen an, sofern dies erforderlich ist; fordert die Kommission auf, die Zielkonflikte zu lösen, die sich aus der steigenden Nachfrage nach Holz zur Verwendung als Werkstoff und für die Erzeugung von Energie sowie für die Bioökonomie ergeben, indem EU-Kriterien mit konkreten Richt- und Schwellenwerten für die nachhaltige Waldbewirtschaftung entwickelt werden und die Proforstung als eine wirksame Lösung für die Bekämpfung des Klimawandels und die Bewältigung des Verlusts an biologischer Vielfalt zu fördern;

24. weist darauf hin, dass die Bioökonomie-Strategie der Kommission, die sich weitgehend auf die Nutzung von Biomasse stützt, neue Herausforderungen für den Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern mit sich bringt; betont, dass durch die zunehmende Nutzung von Holz für Biokraftstoffe und Bioenergie Druck auf die Wälder weltweit ausgeübt wird, und ist besorgt darüber, dass die steigende Nachfrage nach Erzeugnissen aus Bioenergie, sofern sie nicht ordnungsgemäß überwacht wird, zu nicht nachhaltigen Praktiken führen könnte; bekräftigt, dass die Politik der EU im Bereich der Bioenergie strengen ökologischen und sozialen Kriterien genügen sollte, und betont, dass strengere Kriterien für forstwirtschaftliche Biomasse eingeführt werden müssen, um Entwaldung im Ausland zu vermeiden; fordert die EU und ihre Mitgliedstaaten daher nachdrücklich auf, ihre Strategien gemäß dem Grundsatz der Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung abzustimmen, der in Artikel 208 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verankert ist;

25. weist darauf hin, dass Wälder eine wesentliche Rolle für die globale Ernährungssicherung, die Lebensgrundlagen und die Ernährung in Entwicklungsländern spielen und für viele lokale Gemeinschaften eine wichtige Einkommensquelle sind; weist darauf hin, dass Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, zu Ernährungssicherheit und zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung gleichzeitig als zentrale Elemente der Agenda 2030 erzielt werden sollten;

26. weist darauf hin, dass rund 80 % der weltweiten Entwaldung auf die Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Flächen zurückgeht, was durch andere Rechtsgeschäfte zum Zweck der alternativen Landnutzung weiter verschärft wird, insbesondere für die Rinderzucht sowie Bergbau- und Bohrtätigkeiten, und dass der Verbrauch der EU aufgrund ihrer hohen Importabhängigkeit von Eiweißfuttermitteln und Agrarrohstoffen wie Palmöl, Fleisch, Soja, Kakao, Mais, Holz und Kautschuk etwa 10% des weltweiten Anteils der Entwaldung ausmacht; fordert die Einführung strengerer Nachhaltigkeitskriterien für Futtermitteleinfuhren, damit für eine nachhaltige Produktion von Eiweißpflanzen in Drittstaaten gesorgt ist, die sich nicht schädlich auf die Umwelt oder die sozialen Strukturen auswirkt; fordert die Kommission auf, das bedeutende Ausmaß der indirekt verursachten Entwaldung und Waldschädigung im Zusammenhang mit tierischen Erzeugnissen wie Fleisch, Milchprodukten und Eiern anzugehen und den Verbrauch von waldgefährdenden Rohstoffen in der EU zu verringern;

27. fordert die Kommission und ihre Mitgliedstaaten auf, sich weiterhin dafür einzusetzen, den illegalen Holzeinschlag und den Handel mit illegal geschlagenem Holz und waldgefährdenden Rohstoffen zu bekämpfen; fordert die EU auf, die Nachverfolgbarkeit von Holz und Holzerzeugnissen in der gesamten Lieferkette sicherzustellen und die Diplomatie im Bereich Forstwirtschaft in ihre Klimapolitik zu integrieren, um Länder, die Tropenholz in großem Maßstab verarbeiten bzw. importieren, dazu zu bewegen, wirksame Rechtsvorschriften zu erlassen, die die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz verbieten;

28. fordert die Kommission auf, den Einsatz des Copernicus REDD+-Satellitensystems auszuweiten, um die weltweite Überwachung von Waldgefährdung und Entwaldung in Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern zu unterstützen und die Bemühungen um die Verhütung und Vorbeugung von Waldbränden zu verstärken, indem gemeinsam mit Entwicklungsländern an Frühwarninstrumenten, der Katastrophenresilienz, Maßnahmen zur Risikominderung, Innovation, der Digitalisierung und dem Wissenstransfer gearbeitet wird; fordert die Kommission in diesem Zusammenhang auf, gemeinsam mit der Privatwirtschaft und anderen entwicklungspolitischen Akteuren neue Lösungen im Bereich Finanzmittel für Katastrophenrisiken und Versicherungslösungen für Katastrophenereignisse, die Wälder betreffen, zu bewerten.

ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

15.6.2020

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

24

1

1

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Anna-Michelle Asimakopoulou, Hildegard Bentele, Dominique Bilde, Udo Bullmann, Catherine Chabaud, Antoni Comín i Oliveres, Ryszard Czarnecki, Gianna Gancia, Charles Goerens, Mónica Silvana González, Pierrette Herzberger-Fofana, György Hölvényi, Rasa Juknevičienė, Beata Kempa, Erik Marquardt, Norbert Neuser, Janina Ochojska, Jan-Christoph Oetjen, Michèle Rivasi, Marc Tarabella, Tomas Tobé, Miguel Urbán Crespo, Bernhard Zimniok

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Barry Andrews, Marlene Mortler, Patrizia Toia

 


NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

24

+

EPP

Anna-Michelle Asimakopoulou, Hildegard Bentele, György Hölvényi, Rasa Juknevičienė, Janina Ochojska, Tomas Tobé, Marlene Mortler

S&D

Udo Bullmann, Mónica Silvana González, Norbert Neuser, Marc Tarabella, Patrizia Toia

RENEW

Catherine Chabaud, Charles Goerens, Jan-Christoph Oetjen, Barry Andrews

ID

Dominique Bilde, Gianna Gancia

GREENS/EFA

Pierrette Herzberger-Fofana, Erik Marquardt, Michèle Rivasi

ECR

Beata Kempa

GUE/NGL

Miguel Urbán Crespo

NI

Antoni Comín i Oliveres

 

1

-

ID

Bernhard Zimniok

 

1

0

ECR

Ryszard Czarnecki

 

Erläuterungen:

+ : dafür

- : dagegen

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STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR INTERNATIONALEN HANDEL (27.5.2020)

<CommissionInt>für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit</CommissionInt>


<Titre>zu der Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt</Titre>

<DocRef>(2019/2156(INI))</DocRef>

Verfasserin der Stellungnahme(*): <Depute>Karin Karlsbro</Depute>

(*) Assoziierter Ausschuss – Artikel 57 der Geschäftsordnung

 

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für internationalen Handel ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1. erinnert daran, dass das Ziel der freiwilligen Partnerschaftsabkommen über Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) darin besteht, einen Rechtsrahmen zu schaffen, mit dem sichergestellt wird, dass sämtliche Einfuhren von Holz und Holzerzeugnissen aus den Partnerländern in die EU, die unter freiwillige Partnerschaftsabkommen fallen, legal erzeugt wurden; betont, dass das Ziel freiwilliger Partnerschaftsabkommen im Allgemeinen darin besteht, systemische Änderungen im Forstsektor zu bewirken, die auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern, die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags und die Unterstützung der weltweiten Bemühungen, Entwaldung und Waldschädigung Einhalt zu gebieten, abzielen; hebt hervor, dass die freiwilligen Partnerschaftsabkommen einen wichtigen Rechtsrahmen sowohl für die EU als auch für ihre Partnerländer bilden, der durch die gute Zusammenarbeit und die Bemühungen der beteiligten Länder ermöglicht wird;

2. begrüßt die im Rahmen der freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen erzielten Fortschritte und den verstärkten Dialog zwischen der Regierung, der Industrie und der Zivilgesellschaft in zahlreichen Ländern, der auf die freiwilligen Partnerschaftsabkommen zurückzuführen ist; stellt fest, dass bislang sieben Länder (Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Ghana, Indonesien, Liberia, die Republik Kongo und Vietnam) freiwillige Partnerschaftsabkommen mit der EU ratifiziert haben, wobei Indonesien seit 2016 der erste und bislang einzige Partner mit FLEGT-Genehmigung ist, und dass die EU mit Honduras und Guyana Verhandlungen abgeschlossen und freiwillige Partnerschaftsabkommen paraphiert hat, während mit sechs weiteren Ländern (Côte d’Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Laos, Thailand und Malaysia) Verhandlungen geführt werden; betont, dass die freiwilligen Partnerschaftsabkommen einen sehr wirksamen Rahmen für den Aufbau guter Partnerschaften mit diesen Ländern darstellen und dass neue freiwillige Abkommen mit weiteren Partnern gefördert werden sollten; ist überzeugt, dass die EU weiterhin mit den Ländern, die ein freiwilliges FLEGT-Partnerschaftsabkommen abgeschlossen haben, zusammenarbeiten sollte, damit sie eine attraktive Alternative zu Exportmärkten mit weniger strengen Umweltschutznormen bleibt; erkennt die Bedeutung der FLEGT-Verordnung und der EU-Holzverordnung an, wenn es darum geht, zu verhindern, dass illegal geschlagenes Holz auf den EU-Markt gelangt; fordert die EU auf, die Mittel für FLEGT aufzustocken; begrüßt die bevorstehende Eignungsprüfung der FLEGT-Verordnung und der EU-Holzverordnung durch die Kommission als Gelegenheit, ihre Durchsetzung zu stärken und ihren Anwendungsbereich auszuweiten;

3. betont, dass die Umsetzung und Durchsetzung der EU-Holzverordnung weiter verbessert werden muss, um den nachhaltigen Handel mit importiertem und im Inland erzeugtem Holz und Holzerzeugnissen bestmöglich zu schützen; bekräftigt seine Forderung, dass Holz und Holzerzeugnisse, die in die EU eingeführt werden, an den Grenzen gründlicher kontrolliert werden sollten, um sicherzustellen, dass die eingeführten Erzeugnisse die für die Einfuhr in die EU erforderlichen Kriterien erfüllen; betont, dass die Kommission durch einen direkten einheitlichen Zollkontrollmechanismus in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten und in voller Übereinstimmung mit dem Subsidiaritätsprinzip sicherstellen muss, dass die Zollkontrollen in der gesamten EU den gleichen Standards entsprechen;

4. fordert die Kommission auf, bei der Stärkung bestehender Strategien für die Kohärenz der freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen mit all ihren Strategien zu sorgen, unter anderem in den Bereichen Entwicklung, Umwelt, Landwirtschaft und Handel; fordert die Kommission auf, im Rahmen zukünftiger bilateraler und multilateraler handelsbezogener Abkommen Standards für Holzeinfuhren auszuhandeln, damit die durch den FLEGT-Aktionsplan mit den Holz erzeugenden Ländern erzielten Erfolge nicht untergraben werden;

5. fordert die Kommission auf, den Kapazitätsaufbau in Ländern, die ein freiwilliges FLEGT-Partnerschaftsabkommen abgeschlossen haben, stärker zu unterstützen, damit die gemachten Zusagen schneller verwirklicht werden, darunter die Bekämpfung von Korruption und ökologischen Alibiprojekten sowie die Förderung der verantwortungsvollen Verwaltung und von Transparenz; betont, dass im Rahmen der EU-Handelspolitik gegen Korruption im Zusammenhang mit illegalem Holzeinschlag vorgegangen werden sollte; fordert die Kommission auf, für die Aufnahme ehrgeizigerer und vollständig umgesetzter Bestimmungen über nachhaltige Forstwirtschaft und den Schutz von Ökosystemen in die Kapitel über Handel und nachhaltige Entwicklung seiner Handelsabkommen zu sorgen, darunter auch Bestimmungen über die Bekämpfung von Korruption im Zusammenhang mit illegalem Holzeinschlag; begrüßt, dass das Übereinkommen von Paris ein wesentlicher Bestandteil künftiger Abkommen sein wird; fordert die EU auf, die Zusammenarbeit mit Organisationen zu verstärken, die sich mit der Bekämpfung von Verbrechen in Verbindung mit der Forstwirtschaft weltweit befassen;

6. fordert die EU auf, die internationale Zusammenarbeit zu stärken, indem sie ihre Bemühungen in wichtigen internationalen Foren, darunter die Welthandelsorganisation (WTO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), intensiviert; fordert die EU auf, Möglichkeiten der multilateralen, plurilateralen oder bilateralen Zusammenarbeit beim Kampf gegen Entwaldung und Klimawandel infolge von Importen mit Handelspartnern und mit anderen Importländern zu erkunden und die Verhandlungen in der WTO über ein Abkommen über den Handel mit Umweltschutzgütern zu beschleunigen und gleichzeitig Möglichkeiten für den legalen Handel zu schaffen sowie nachhaltige Landbewirtschaftung und Landwirtschaft sowie Grundbesitzverhältnisse und gute Verwaltung in den Drittländern zu stärken;

7. nimmt mit Besorgnis zur Kenntnis, dass Forschungsergebnisse kontinuierlich bestätigen, dass es einen Besorgnis erregenden Zusammenhang zwischen Zoonosen wie COVID‑19 sowie Entwaldung, Klimawandel und Verlust an biologischer Vielfalt gibt;

8. begrüßt die Mitteilung der Kommission vom 23. Juli 2019 mit dem Titel „Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt“; weist darauf hin, dass eine nachhaltige und inklusive Forstwirtschaft und eine entsprechende Politik für die Verwirklichung der in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, im Übereinkommen von Paris und im europäischen Grünen Deal festgelegten Ziele wesentlich sind; betont, wie wichtig Maßnahmen sind, mit denen sichergestellt wird, dass die Nachfrage den erklärten Zielen entspricht, da die EU ein wichtiger Importeur von Gütern ist, die mit der Entwaldung im Zusammenhang stehen, darunter Soja, Palmöl, Eukalyptus, Gummi, Mais, Rindfleisch, Leder und Kakao, die oft die weltweite Entwaldung vorantreiben; betont, dass Güter wie Kakao die Chance bieten, mit einem solchen Ansatz frühzeitig Fortschritte zu machen und Lehren aus dem Verfahren der freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen zu ziehen; ist der Überzeugung, dass die EU dafür sorgen muss, dass sie ausschließlich weltweiten Lieferketten und Finanzströme fördert, die nachhaltig und entwaldungsfrei sind und nicht zu Menschenrechtsverletzungen führen; fordert die Kommission auf, alle künftigen Vorschläge betreffend Güter, durch deren Erzeugung Wälder gefährdet werden, auf die Erfahrungen mit dem FLEGT-Aktionsplan, der EU-Holzverordnung, der Verordnung über Mineralien aus Konfliktgebieten, der Richtlinie über die Angabe nichtfinanzieller Informationen, den Rechtsvorschriften über illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) und anderen EU-Initiativen zur Regulierung von Lieferketten zu stützen; nimmt mit Interesse zur Kenntnis, dass die Kommission künftige Vorschläge zur Sorgfaltspflicht entlang der Lieferketten für Produkte, die auf den Binnenmarkt gebracht werden sollen, angekündigt hat; fordert, dass die Rolle der Zivilgesellschaft, die in Bezug auf Entwaldung eine entscheidende Informationsquelle ist, gestärkt wird; fordert die Kommission auf, bei der Ausarbeitung dieser Vorschläge sicherzustellen, dass diese Güter und Erzeugnisse nicht zu Entwaldung, Waldschädigung und der Umwandlung oder Schädigung natürlicher Ökosysteme oder damit zusammenhängenden Menschenrechtsverletzungen führen, dass die Vorschläge für die gesamte Lieferkette gelten, die OECD-leitlinien zur sozialen Verantwortung und zu den Menschenrechten im Handel umfassen und mit der WTO vereinbar sind und dass eine sorgfältige Prüfung der Vorschläge ergibt, dass sie funktional sind und für alle Akteure auf dem Markt (auch KMU) gelten;

9. betont, dass die Ursachen der Entwaldung nicht allein in der Forstwirtschaft an sich zu suchen sind und eine große Bandbreite von Problemen berühren, darunter Landbesitzverhältnisse, der Schutz der Rechte indigener Völker, Landwirtschaftspolitik, Klimawandel, Demokratie, Menschenrechte und politische Freiheit; weist darauf hin, dass indigene Frauen und Landwirtinnen erheblich zum Schutz der Waldökosysteme beitragen; fordert die Kommission auf, mit einem kohärenten, ganzheitlich ausgerichteten Politikrahmen stärker gegen die Entwaldung vorzugehen und gleichzeitig für die Erhaltung der Ökosysteme zu sorgen; ist der Ansicht, dass die Gleichstellung der Geschlechter bei der forstwirtschaftlichen Ausbildung ein entscheidender Faktor für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern ist, was sich im EU-Aktionsplan widerspiegeln sollte; erachtet die Einhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte für äußerst wichtig; befürwortet die laufenden Verhandlungen zur Schaffung eines verbindlichen UN-Instruments für transnationale Konzerne und andere Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte und erachtet es als äußerst wichtig, dass die EU proaktiv in diesen Prozess einbezogen wird;

10. ist der Ansicht, dass das FLEGT-Genehmigungssystem die freiwillige Zertifizierung durch eine anerkannte Stelle ergänzt und vor allem für kleine Betreiber Vorteile bietet, die häufig Schwierigkeiten haben, im Rahmen von privatwirtschaftlichen Systemen eine Zertifizierung zu erhalten.

11. ist davon überzeugt, dass die umweltgerechte Vergabe öffentlicher Aufträge einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, den Handel mit legalem und nachhaltigem Holz zu fördern; stellt jedoch fest, dass die meisten EU-Mitgliedstaaten eine verbindliche Beschaffungspolitik für die zentralen Regierungsstellen und eine freiwillige Politik für die lokalen Gebietskörperschaften, die den Großteil der öffentlichen Ausgaben tätigen, haben; fordert die Mitgliedstaaten auf, ihre Statistiken über die Menge an Holz, die sie kaufen, zu verbessern, einschließlich einer Angabe dazu, wie viel nachhaltiges oder legales Holz oder Holz mit FLEGT-Genehmigung ihre Beschaffung umfasst;

12. erinnert daran, dass Holz aus Konfliktgebieten bereits ein Aktionsbereich im FLEGT-Aktionsplan ist, dass bislang jedoch nicht genug getan wurde, um dieses Problem anzugehen; fordert die Kommission auf, ihrer Zusage nachzukommen, die in der EU-Holzverordnung vorgesehenen Sorgfaltspflichten im Rahmen der anstehenden Überarbeitung auszuweiten, sodass sie sich auf Holz aus Konfliktgebieten erstrecken;

13. betont, dass alle neuen Handelsabkommen, darunter unter anderem das Mercosur-Abkommen, eindeutige Verpflichtungen für den Kampf gegen Entwaldung umfassen;

14. fordert die Kommission auf, die neuen Bestimmungen der Antidumpingverordnung in Bezug auf Umwelt- und Klimapolitik anzuwenden;

15. fordert die EU auf, Handels- und Entwicklungspolitik stärker miteinander zu verknüpfen, indem sie unter anderem die Vorschriften des Allgemeinen Präferenzsystems Plus (APS+) in den Partnerländern besser umsetzt; fordert die Kommission auf, gemeinsam mit den Begünstigten des APS+ Aktionspläne zur Waldbewirtschaftung auszuarbeiten, um für eine wirksame Umsetzung ihrer umweltbezogenen Verpflichtungen zu sorgen;

ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

28.5.2020

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

40

0

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Barry Andrews, Anna-Michelle Asimakopoulou, Tiziana Beghin, Geert Bourgeois, Saskia Bricmont, Jordi Cañas, Anna Cavazzini, Miroslav Číž, Arnaud Danjean, Paolo De Castro, Emmanouil Fragkos, Raphaël Glucksmann, Markéta Gregorová, Enikő Győri, Roman Haider, Christophe Hansen, Heidi Hautala, Danuta Maria Hübner, Herve Juvin, Karin Karlsbro, Maximilian Krah, Danilo Oscar Lancini, Bernd Lange, Gabriel Mato, Emmanuel Maurel, Carles Puigdemont i Casamajó, Samira Rafaela, Inma Rodríguez-Piñero, Massimiliano Salini, Helmut Scholz, Liesje Schreinemacher, Sven Simon, Mihai Tudose, Kathleen Van Brempt, Marie-Pierre Vedrenne, Jörgen Warborn, Iuliu Winkler, Jan Zahradil

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Seán Kelly, Jean-Lin Lacapelle

 


NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

40

+

ECR

Geert Bourgeois, Emmanouil Fragkos, Jan Zahradil

GUE/NGL

Emmanuel Maurel, Helmut Scholz

ID

Roman Haider, Herve Juvin, Maximilian Krah, Danilo Oscar Lancini, Jean-Lin Lacapelle

NI

Tiziana Beghin, Carles Puigdemont i Casamajó

PPE

Anna-Michelle Asimakopoulou, Arnaud Danjean, Enikő Győri, Christophe Hansen, Danuta Maria Hübner, Seán Kelly, Gabriel Mato, Massimiliano Salini, Sven Simon, Jörgen Warborn, Iuliu Winkler

RENEW

Barry Andrews, Jordi Cañas, Karin Karlsbro, Samira Rafaela, Liesje Schreinemacher, Marie-Pierre Vedrenne

S&D

Miroslav Číž, Paolo De Castro, Raphaël Glucksmann, Bernd Lange, Inma Rodríguez-Piñero, Mihai Tudose, Kathleen Van Brempt

VERTS/ALE

Saskia Bricmont, Anna Cavazzini, Markéta Gregorová, Heidi Hautala

 

0

-

 

 

 

0

0

 

 

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+ : dafür

- : dagegen

0 : Enthaltung


 

 

 

STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR LANDWIRTSCHAFT UND LÄNDLICHE ENTWICKLUNG (3.6.2020)

<CommissionInt>für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit</CommissionInt>


<Titre>zur Rolle der EU beim Schutz und der Wiederherstellung der Wälder in der Welt</Titre>

<DocRef>(2019/2156(INI))</DocRef>

Verfasser der Stellungnahme (*): <Depute>Juozas Olekas</Depute>

(*) Assoziierter Ausschuss – Artikel 57 der Geschäftsordnung

 

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1. betont, dass Landwirten im Hinblick auf die Deckung unseres landwirtschaftlichen und Nahrungsmittelbedarfs zwar eine zentrale Funktion zukommt, dass ihre Arbeit jedoch von natürlichen Ressourcen wie dem Boden, Wasser und Wäldern abhängt; stellt fest, dass die Anerkennung der Multifunktionalität der Wälder eine wesentliche Voraussetzung ist, um unser globales Walderbe gut zu bewirtschaften; hebt hervor, dass die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte – die von der traditionellen Erzeugung von Holz und anderen Produkten bis hin zu Ökosystemdienstleistungen, Biodiversität und anderen Nutzen für die Umwelt reichen wie der Absorption und Speicherung von Kohlenstoff, wodurch Bodenerosion vorgebeugt und die Luft- und Wasserqualität verbessert wird – allesamt miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig bedingen; unterstreicht, dass im Hinblick auf den Schutz, die Wiederherstellung und die Bewirtschaftung der Wälder derartige Aspekte einen ganzheitlichen und kohärenten Ansatz erforderlich machen;

2. weist darauf hin, dass viele Landwirte sich dessen bewusst sind, dass Wälder aufgrund ihrer entsprechenden ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen ein fester und erforderlicher Bestandteil der Landschaft sind, und dass sie, wie früher auch, weiterhin bestrebt sind, Wälder zu schützen, zu nutzen und zu regenerieren; stellt fest, dass bestimmte lokale Gemeinschaften und indigene Völker mit ihrem besonderen Wissen um eine nachhaltige Landnutzung seit Jahrhunderten traditionelle landwirtschaftliche Methoden einsetzen, um den Wald zu schützen; betont, dass die Rechte dieser Gemeinschaften und Völker in vielen Teilen der Welt bedroht sind;

3. betont, dass 30 % der Erdoberfläche mit Wäldern bedeckt sind und diese Wälder 80 % der Biodiversität der Erde beherbergen; weist darauf hin, dass der Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Wälder aktiver Klimaschutz und zentrales Element der Daseinsvorsorge für unsere Gesellschaft und für den ländlichen Raum sind und dass insbesondere tropische Wälder im Kampf gegen den Klimawandel eine existentielle Bedeutung haben und dementsprechend geschützt werden müssen; begrüßt, dass die Kommission in ihrer Mitteilung vom 23. Juli 2019 mit dem Titel „Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt“ (COM(2019)0352) feststellt, dass alter Bestand und Primärwälder unersetzlich sind, und bekräftigt diese Aussage; drängt darauf, dass die politischen und strategischen Diskussionen und die Wirksamkeit der Strafverfolgung durch dieses Wissen untermauert werden, damit diese Ökosysteme und ihre Überreste in der EU wie auch andernorts erhalten und wiederhergestellt werden;

4. ist zutiefst besorgt darüber, dass trotz der Bemühungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten die von der EU gemachte Zusage, im Hinblick auf die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bis spätestens 2020 der Entwaldung ein Ende zu bereiten, wahrscheinlich nicht eingehalten wird, und unterstützt daher nachdrücklich die von der Kommission vorgeschlagene Intensivierung der Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt; hebt hervor, dass Importe von indirekt verursachter Entwaldung im Zusammenhang mit pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen eine wichtige auf die Landwirtschaft zurückzuführende Ursache für Entwaldung sind; unterstreicht, dass zusätzlich zu landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen auch andere Rohstoffe zu großflächiger Entwaldung beitragen und dass es zur Abschwächung ihrer negativen Auswirkungen erforderlich sein wird, ausreichend große Flächen intakter Wälder auszuweisen und unter höchsten Schutz zu stellen, um die großflächigen ökologischen Prozesse zu erhalten, die für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel entscheidend sind; betont darüber hinaus, dass die bestehenden Rechtsvorschriften und Durchsetzungsregelungen, die die Nachhaltigkeit der Produktion in Sachen Umwelt- und Sozialvorschriften betreffen, uneingeschränkt umgesetzt werden müssen, damit sie Wirkung zeigen; vertritt die Auffassung, dass die EU das Ausmaß der Nachfrage nach Rohstoffen, von denen eine Gefahr für den Wald ausgeht, auch in der Landwirtschaft, thematisieren muss, indem sie dafür eintritt, dass die lokale Herkunft mehr Gewicht erhält, und indem sie die Verwendung von aus legalen und nachhaltigen Quellen bezogenen Ausgangsstoffen fördert, wobei der Schwerpunkt verstärkt auf Weidehaltung gelegt wird;

5. hebt hervor, dass durch die Abholzung von Regenwald aufgrund von Änderungen der Landnutzung das Potenzial für die Bindung von Kohlenstoff verringert wird, was in großem Umfang dazu beiträgt, dass die Treibhausgasemissionen steigen;

6. weist darauf hin, dass sich die vier wichtigsten Zertifizierungssysteme für Palmöl (RSPO14, ISCC15, MSPO16 und ISPO17) in Bezug auf ihre Anforderungen, ihre Wirksamkeit, ihre Marktaufnahme und ihre Transparenz erheblich voneinander unterscheiden; unterstreicht, dass bei ihrer Umsetzung und Durchsetzung Unstimmigkeiten festgestellt wurden und dass keines der Systeme alle Umwelt- und Sozialfragen abdeckt, die Teil der politischen Zielen der EU und der Vereinten Nationen sind; fordert dringend, dass die Zertifizierungssysteme entsprechend angepasst werden und mit Nachdruck an entwaldungsfreien Versorgungsketten gearbeitet wird;

7. erkennt die Bedeutung einer soliden Bewirtschaftung in der Forst- und Landwirtschaft an; ist daher der Ansicht, dass im Zuge aller weiteren Maßnahmen auf Themen wie die Verhinderung nicht nachhaltiger Landnutzung und nicht nachhaltiger Bewirtschaftungsverfahren, die Bewältigung natürlicher Beeinträchtigungen und die Eindämmung des Klimawandels sowie die Bekämpfung der weltweiten Entwaldung eingegangen werden muss; betont, dass diese Fragen mit schwerwiegenden ökologischen und gesellschaftlichen Kosten, u. a. dem Verlust an Biodiversität aufgrund der Zerstörung und Fragmentierung natürlicher Lebensräume (einschließlich der Lebensräume gefährdeter Arten), und mit negativen Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen lokaler Gemeinschaften einhergehen, indem deren Rechte und Interessen nicht in Betracht gezogen werden;

8. stellt fest, dass die sozioökonomische Bedeutung der Landwirtschaft zunimmt, je mehr die Weltbevölkerung wächst und eine erhöhte Produktion von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen erfordert, während gleichzeitig der Klimawandel eingedämmt werden soll; stellt besorgt fest, dass Schätzungen zufolge 14 % der Lebensmittel weltweit im Rahmen der Ernte, der Schlachtung und der Aufbereitung verloren gehen[27], und betont, dass es kohärenter Maßnahmen bedarf, damit es entlang der Nahrungskette nicht zu Lebensmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung kommt und um rasch auf Krisen zu reagieren, die Nahrungsmittelknappheit zur Folge haben könnten;

9. verweist im Rahmen des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) auf die Ministerielle Erklärung von Katowice „Wälder für das Klima“, die am 12. Dezember 2018 von der Staatengemeinschaft verabschiedet wurde und in der die Bedeutung der Wälder und der Holznutzung für den Klimaschutz unterstrichen wird und diese Aspekte in den Kontext anderer internationaler Ziele und Beschlüsse mit Waldbezug gestellt werden; stellt fest, dass diese Ziele, wie es in der Erklärung heißt, nur mit Hilfe einer multifunktionalen aktiven Waldbewirtschaftung erreicht werden können, was bedeutet, dass es einer Bewirtschaftungsstrategie bedarf, bei der alle waldbezogenen Ziele wie Kohlenstoffspeicherung, Arten- und Bodenschutz, Rohstoffgewinnung, Erholung und Ernährung berücksichtigt und in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden;

10. hebt die zentrale Rolle hervor, die die Forstwirtschaft neben der Landbewirtschaftung bei der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und bei der Landnutzung in den ländlichen Gebieten in der EU und weltweit spielt; erkennt diesbezüglich an, dass es in Bezug auf Forstbewirtschaftung, Waldbesitz, Agroforstwirtschaft und Möglichkeiten vielfältige Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten gibt;

11. betont, dass Unterstützungsprogramme eingeführt werden müssen, um geschädigte, für die Landwirtschaft ungeeignete Böden zu sanieren und erneut der forst- oder landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen;

12. betont, dass die Erzeugung und Verwendung nachhaltig erzeugter Güter gefördert werden muss, indem entwaldungsfreie Versorgungsketten begünstigt werden und Produkten, die nicht den EU-Normen entsprechen oder die zur Entwaldung beitragen, der Zugang zum EU-Markt gesperrt wird; betont, dass im Hinblick auf das Ziel nachhaltig erzeugter Güter eine verbindliche Sorgfaltspflicht und rechtsverbindliche Nachhaltigkeitskriterien für waldgefährdende Rohstoffe gelten müssen, die Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Versorgungskette verbessert werden muss und man sich vor Phänomenen in Acht nehmen muss, bei denen eine unzureichende Rückverfolgung ausgenutzt wird; weist ferner darauf hin, dass die Zusagen, die in der New Yorker Waldschutzerklärung im Rahmen des UNFCCC gemacht wurden, eingehalten werden müssen; hebt außerdem hervor, welche Vorteile es hätte, ein Zertifizierungssystem der EU einzurichten, mit dem Einfuhren unverzüglich ausgesetzt werden könnten, wenn durch Satellitenaufnahmen Entwaldungsgebiete festgestellt werden; nimmt die Möglichkeit zur Kenntnis, ein Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem für in die EU eingeführte Erzeugnisse, bei deren Erzeugung es nicht zu Entwaldung kam, einzuführen und den Aspekt der Entwaldungsfreiheit in die Handelsabkommen der EU und sonstige multilaterale Abkommen aufzunehmen; stellt fest, dass es in einigen Ländern freiwillige und andere Arten von Kennzeichnungssystemen für Holz und andere Erzeugnisse gibt; vertritt indes die Auffassung, dass ein universelles System sowohl zur Sensibilisierung beitragen würde als auch dazu, einen quantitativen Überblick über die weltweiten Trends zu erhalten;

13. fordert, dass die Kommission regelmäßig einen Bericht vorlegt, in dem die Tendenzen der Entwaldung und die Nutzung von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand, etwa Torfgebiete, in Drittländern untersucht werden;

14. betont, dass die nachhaltige Bioökonomie, die erforderliche Substitution fossiler Stoffe und der Verbrauch nachhaltig erwirtschafteter Erzeugnisse weiterhin gefördert werden muss, indem ein Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem für in die EU eingeführte Erzeugnisse, bei deren Erzeugung es nicht zu Entwaldung kam, eingeführt und der Aspekt der Entwaldungsfreiheit in die Handelsabkommen der EU und sonstige multilaterale Abkommen aufgenommen wird;

15. betont, wie wichtig es ist, inklusive Partnerschaften mit Drittländern zu formen, um neben einem verantwortlichen Regierungshandeln eine nachhaltige Landbewirtschaftung und eine nachhaltige Landwirtschaft, insbesondere in Bezug auf den Land- und Forstbesitz, zu stärken, da es sich hierbei um Aufgaben der Regierung zur Bekämpfung der Entwaldung handelt, denen externe Akteure nur zum Teil gerecht werden können; weist darauf hin, dass ein partnerschaftlicher Ansatz, durch den ein besseres Regierungshandeln unterstützt wird, die Rechte der indigenen Völker, Kleinbauern und lokalen Gemeinschaften achten und Multi-Stakeholder-Prozesse in den Erzeugerländern ermöglichen muss; hebt hervor, dass es wichtig ist, durch Handelsabkommen, die verhindern, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse in das Unionsgebiet gelangen, die den Normen und Werten der Union im Hinblick auf den Schutz der Wälder nicht genügen, nachhaltige und transparente landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten aufzubauen; betont, dass künftige Handelsabkommen Schutzklauseln enthalten müssen, die es der EU ermöglichen, die Einfuhr entsprechender Erzeugnisse aus Regionen oder Ländern, in denen eine Entwaldung festgestellt wird, auszusetzen; ist darüber hinaus der Auffassung, dass derartige Abkommen verbindliche und durchsetzbare Bestimmungen zum Schutz der Wälder umfassen und Menschenrechtsverletzungen verhindern sollten, insbesondere im Zusammenhang mit Landnutzungsrechten von Gemeinschaften;

16. trägt einer globalen Unterstützung für den Schutz der Waldökosysteme der Welt, einschließlich der wildlebenden Tiere und ihrer Lebensräume, Rechnung, wenn dringende Maßnahmen zum weltweiten Schutz der Wälder und zur Gewährleistung nachhaltiger globaler Versorgungsketten gefordert werden;

17. fordert, das Inverkehrbringen aller Erzeugnisse, die weltweit Entwaldung verursachen, auf dem Binnenmarkt der EU zu verbieten;

18. regt an, unterstützende Maßnahmen umzusetzen, die darauf abzielen, die landwirtschaftliche Produktivität in den Zielländern zu erhöhen, um den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Druck im Zusammenhang mit Entwaldung und der Nutzung von Torfgebieten zu verringern;

19. hebt hervor, dass Palmöl eine der Hauptursachen dafür ist, dass die Entwaldung in den Ländern Südostasiens ein für die kommerzielle Landwirtschaft bedenkliches Ausmaß angenommen hat, und dass der Anbau von Soja für Tierfutter zur Entwaldung in Südamerika beiträgt;

20. betont, dass bei der Entwicklung und Umsetzung einer Eiweißpflanzenstrategie der EU und der Gewährleistung einer robusten Eiweißpflanzenproduktion innerhalb der EU weitere wesentliche Fortschritte notwendig sind, um die Risiken einer Entwaldung, die mit diesen Kulturen in anderen Regionen der Welt verknüpft sind, zu begrenzen und um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und den Druck auf die Wälder aufgrund von Landnutzungsänderungen zu senken; unterstreicht, dass derartige Fortschritte unter anderem erzielt werden sollten, indem das System der Fruchtfolge umfassender angewandt und gleichzeitig den Landwirten in Gebieten, die sich für den Anbau von Eiweißpflanzen eignen, Unterstützung und Anleitung geboten wird, und dass durch ein derartiges Vorgehen die Abhängigkeit von Importen, die Entwaldung, die Schädigung und der Druck auf die Wälder aufgrund von Landnutzungsänderungen verringert würde; fordert daher, dass für die Einfuhr von Pflanzeneiweiß Nachhaltigkeitskriterien eingeführt werden;

21. legt der Kommission nahe, dafür zu sorgen, dass eine Multi-Stakeholder-Plattform, in die alle einschlägigen Interessenträger umfassend einbezogen werden, in einen Rechtsrahmen integriert wird;

22. betont, wie wichtig es ist, bestehende Systeme wie den Aktionsplans der EU für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor, freiwillige Partnerschaftsabkommen unter Beteiligung der Zivilgesellschaft, das Programm der Vereinten Nationen zur Verringerung der Emissionen durch Entwaldung und Waldschädigung (REDD+) sowie geltende Rechtsvorschriften wie die Holzverordnung[28] weiterzuentwickeln und zu verbessern und bestehende freiwillige Systeme zu fördern; unterstreicht, dass derartige Systeme wichtig sind, um den Verwaltungsaufwand der Mitgliedstaaten zu verringern, den Wissenstransfer zu erleichtern und die Partner außerhalb der EU stärker zu sensibilisieren und sie mehr in die Verantwortung zu nehmen und insbesondere um durch die strenge und zeitnahe Durchsetzung von Verordnungen sowohl in der EU als auch andernorts die Frage der Legalität von Holz anzugehen;

23. ist der Auffassung, dass die EU die Triebkräfte der Entwaldung in einem politischen Rahmen angehen sollte, um so die Kohärenz der forstbezogenen politischen Maßnahmen zu gewährleisten und den Druck auf die Wälder zu verringern; ist der Auffassung, dass durch einen derartigen politischen Rahmen eine innovativere, nachhaltigere und effizientere Landwirtschaft innerhalb und außerhalb der EU gefördert würde und Nahrungsmittelverluste in der gesamten Nahrungskette durch neue Technologien reduziert würden; weist darauf hin, dass sich die in diesem Rahmen formulierten Ziele erreichen lassen, wenn dafür gesorgt wird, dass Landwirte einfachen Zugang zu Finanzierung erhalten, so dass sie modernste Technologien für die Präzisionslandwirtschaft anschaffen können; ist der Ansicht, dass auf die hohe Nachfrage nach Nahrungsmitteln im Rahmen technischer Hilfe, der Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Organisationen und eines Wissenstransfers reagiert werden sollte;

24. betont, dass die waldbauliche Umgestaltung weltweit zu einer integrativen Waldbewirtschaftung führen muss, weil sich das Potenzial im Rahmen einer multifunktionalen Forstwirtschaft nur so voll ausschöpfen lässt; stellt fest, dass eine integrative Waldbewirtschaftung durch eine nachhaltige Waldwirtschaft und die Förderung der Erschließung nachhaltig nutzbarer Holzpotentiale die Quelle des Ökorohstoffs Holz nutzt;

25. betont, wie wichtig eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, einschließlich einer entsprechenden Ausbildung, innerhalb der EU und in Drittländern als wesentlicher Faktor für die Sicherung des Einkommens von Waldbesitzern, von Menschen, die im Wald leben oder arbeiten, und von Landwirten ist, die Agroforstwirtschaft betreiben, indem die Biodiversität und die Bindung von Kohlenstoff in den Wäldern gefördert und ihre Resilienz verbessert wird; hebt in diesem Zusammenhang hervor, wie wichtig es ist, Waldbesitzer zu unterstützen und insbesondere den Bedingungen für Besitzer kleiner Wälder Rechnung zu tragen;

26. hebt die Rolle hervor, die agroforstwirtschaftliche Systeme, einschließlich extensiver Waldweiden, als Praxis mit hohem Potenzial zur Kohlenstoffbindung für den Erhalt der biologischen Vielfalt und für die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an seine Auswirkungen spielen; hebt hervor, dass dies während Trockenperioden eine potenziell wichtige Futterquelle für Tiere darstellt und die Diversifizierung der Produktion, unter anderem für die Zwecke der Bioökonomie, fördert; unterstreicht, dass aus Feldstudien hervorgeht, dass bei Agroforstwirtschaft Land effizienter genutzt wird als bei Monokulturen und dass Agroforstwirtschaft daher das Potenzial birgt, den Druck auf andere Ökosysteme, einschließlich Wäldern, zu senken; fordert eine Änderung der Bestimmungen, um die Regeneration und Wiederherstellung der bestehenden Agrarforstsysteme zu unterstützen, und fordert die Formulierung neuer Bestimmungen;

27. betont, dass die Verminderung des Nutzungsdrucks ein wichtiger Faktor beim Schutz der Wälder ist; betont dabei, dass die Verwendung des Rohstoffs Holz im Sinne der Kaskadennutzung gefördert werden sollte; weist darauf hin, dass die Ökodienstleistungen von Holz nur in langlebigen Produkten, wie in Möbeln oder Gebäuden, zur Geltung kommen;

28. betont, dass Handelsabkommen mit Ländern außerhalb der EU Bestimmungen für eine nachhaltige Forstbewirtschaftung und für verantwortungsvolles Unternehmertum sowie Zusagen zur wirksamen Umsetzung des Übereinkommens von Paris enthalten sollten;

29. ist äußerst besorgt über Berichte über illegalen Holzeinschlag und über andere damit verknüpfte kriminelle Handlungen, die gegen Förster und Waldranger in Drittländern und in der EU gerichtet sind; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, weiterhin entschlossen zu handeln, um illegalen Holzeinschlag zu verhindern und zu bekämpfen, insbesondere in den letzten alten Waldbeständen in Europa, und die bestehenden einschlägigen Rechtsvorschriften der EU durchzusetzen und somit bei Verstößen gegen EU-Recht verhältnismäßige, abschreckende und wirksame Sanktionen zu verhängen;

30. betont, dass die Öffentlichkeit für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen von illegalem Holzeinschlag und waldbezogenen Verbrechen sensibilisiert werden muss;

31. hebt hervor, dass im Bericht der Europäischen Umweltagentur „European Environment – State and Outlook 2020“ (Die Umwelt in Europa – Zustand und Ausblick 2020) festgestellt wurde, dass nur ein Drittel der in der Habitat-Richtlinie[29] aufgeführten Waldlebensräume einen günstigen Erhaltungszustand aufweist und dass sich der Erhaltungszustand von Waldlebensräumen und Baumarten seit 2013 trotz der Umsetzung der EU-Forststrategie kaum verbessert hat; betont, dass es ausreichender Ressourcen bedarf, um diese Gebiete zu bewirtschaften und die Durchsetzung der Habitat-Richtlinie zu gewährleisten.


ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

26.5.2020

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

31

13

4

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Mazaly Aguilar, Clara Aguilera, Atidzhe Alieva-Veli, Álvaro Amaro, Eric Andrieu, Attila Ara-Kovács, Carmen Avram, Adrian-Dragoş Benea, Mara Bizzotto, Daniel Buda, Isabel Carvalhais, Asger Christensen, Angelo Ciocca, Ivan David, Paolo De Castro, Jérémy Decerle, Salvatore De Meo, Herbert Dorfmann, Luke Ming Flanagan, Dino Giarrusso, Francisco Guerreiro, Martin Häusling, Martin Hlaváček, Krzysztof Jurgiel, Jarosław Kalinowski, Elsi Katainen, Gilles Lebreton, Norbert Lins, Marlene Mortler, Ulrike Müller, Juozas Olekas, Pina Picierno, Maxette Pirbakas, Bronis Ropė, Bert-Jan Ruissen, Anne Sander, Petri Sarvamaa, Simone Schmiedtbauer, Annie Schreijer-Pierik, Veronika Vrecionová, Sarah Wiener, Juan Ignacio Zoido Álvarez

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Manuel Bompard, Anja Hazekamp, Pär Holmgren, Peter Jahr, Zbigniew Kuźmiuk, Christine Schneider, Sylwia Spurek, Marc Tarabella, Hilde Vautmans

 


NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

31

+

ECR

Mazaly Aguilar, Krzysztof Jurgiel, Veronika Vrecionová

ID

Gilles Lebreton, Maxette Pirbakas,

GUE/NGL

Manuel Bompard, Luke Ming Flanagan, Anja Hazekamp

NI

Dino Giarrusso

RENEW

Atidzhe Alieva-Veli, Asger Christensen, Jérémy Decerle, Martin Hlavacek, Elsi Katainen, Ulrike Müller, Hilde Vautmans

S&D

Clara Aguilera, Eric Andrieu, Attila Ara-Kovács, Carmen Avram, Adrian-Dragoş Benea, Isabel Carvalhais, Paolo De Castro, Juozas Olekas, Pina Picierno, Marc Tarabella

VERTS/ALE

Francisco Guerreiro, Martin Häusling, Pär Holmgren, Bronis Ropė, Sarah Wiener

 

13

-

ID

Ivan David

PPE

Álvaro Amaro, Daniel Buda, Salvatore De Meo, Herbert Dorfmann, Jaroslaw Kalinowski, Norbert Lins, Marlene Mortler, Petri Sarvamaa, Simone Schmiedtbauer, Christine Schneider, Annie Schrijer-Pierik, Juan Ignacio Zoido Álvarez

 

4

0

ECR

Bert-Jan Ruissen

ID

Mara Bizzotto, Angelo Ciocca

PPE

Anne Sander

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+ : dafür

- : dagegen

0 : Enthaltung

 

 


 

 

STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR INDUSTRIE, FORSCHUNG UND ENERGIE (3.6.2020)

<CommissionInt>für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit</CommissionInt>

<Titre>on the EU’s role in protecting and restoring the world’s forests</Titre><DocRef>(2019/2156(INI))</DocRef>

Verfasser der Stellungnahme: <Depute>Mauri Pekkarinen</Depute>

 

 

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

A. whereas a sustainable and effective forest policy requires reliable information on forest resources, their condition, and how they are managed and used, and also reliable information on land-use change;

B. whereas forests and the forest-based value chain are fundamental to the further development of the circular bio-economy by providing jobs and economic welfare in rural and urban areas, delivering climate change mitigation and offering health-related benefits;

1. Recalls that the EU and its Member States are expected to take urgent action to protect and restore forests in order to meet their commitments under the UN Sustainable Development Goals (SDGs), the Paris Agreement, the Global Strategic Plan for Biodiversity 2011-2020, and the UN Strategic Plan for Forests and its Global Forest Goals;

2. Is deeply concerned because, in spite of the efforts by the EU and its Member States, the EU’s commitment to halting deforestation by 2020 as part of the SDGs is unlikely to be met; strongly supports the Commission, therefore, in its proposal to step up action in protecting and restoring the world’s forests;

3. Stresses that global deforestation and forest degradation are serious problems, and therefore welcomes the Commission’s communication of 23 July 2019 entitled ‘Stepping up EU Action to Protect and Restore the World’s Forests’ (COM(2019)0352);

4. Takes note of the priorities for action set out in the communication, and expresses its commitment to engage actively in developing further the actions described in order to make them effective and complementary, and calls for their subsequent reinforcement and proper implementation; emphasises the need for a holistic approach; stresses the need for actions to be based on the three pillars of sustainability, namely environmental, economic and social sustainability;

5. Emphasises that sustainable forest management can prevent deforestation and has a positive impact on the health and diversity of forests; provides CO2 sequestration and carbon storage in resilient, growing forests; provides carbon storage in harvested wood products; and also provides a renewable and climate-friendly raw material, which could replace energy-intensive materials and fossil fuels;

6. Stresses the importance of facilitating an inclusive partnership approach at all levels with third countries in order to strengthen sustainable land management and agriculture, as well as land tenure and good governance, the wood-based and deforestation-free circular economy, and to further develop the strong relationship between them in combating deforestation, while respecting the rights of indigenous peoples, smallholders and local communities;

7. Notes the importance of ensuring that deforestation is included in country-level political dialogues and of helping partner countries to develop and implement national frameworks for forestry and sustainable forestry, taking into account the different types of forest management in Member States; emphasises that these national frameworks have to reflect domestic needs, as well as global commitments; stresses the need for the implementation of incentive mechanisms for smallholder farmers to maintain and improve the ecosystem and products provided by sustainable forestry and agriculture;

8. Highlights the fact that Horizon 2020 has already financed significant research and innovation in the transition towards more sustainable land-use practices and supply chains in order to halt deforestation and forest degradation; calls for increased funding to enable Horizon Europe to continue providing support in these areas;

9. Stresses the need to foster the implementation of the EU Timber Regulation (EUTR)[30] in order to prevent the entry of illegally sourced wood into the European single market;

10. Highlights the need to leverage private investments to address the drivers of deforestation and to realise the SDGs and the Paris Agreement; to this end, highlights the importance of a competitive regulatory environment and the need to fully involve stakeholders at all stages of the policy process;

11. Stresses the need for further evaluation of additional WTO-compliant regulatory and non-regulatory measures on the demand side to ensure a common understanding of deforestation-free supply chains; emphasises the need to increase supply chain transparency and minimise the risk of deforestation in general and deforestation associated with commodity imports into the EU; calls on the Commission to initiate a dialogue with other consuming countries about deforestation-free supply chains, finance and investment;

12. Calls on the Commission to support and stimulate industry-driven innovation and initiatives to enhance sustainability in value chains;

13. Calls for the Union to support, in close cooperation with Member States, the monitoring of deforestation and forest degradation by using Earth observation data from different sources and by developing more detailed land imaging satellites in order to monitor deforestation accurately and in real time; notes that the information provided would be a valuable tool in the fight against deforestation globally;

14. Calls on the Commission to increase the transparency of supply chains, minimise the risk of deforestation for industry and consumers, all contributing to ensuring deforestation-free supply chains;

15. Stresses the need to strengthen standards and certification systems that already exist today instead of incorporating new standards and certificates into the rules, and that, furthermore, the standards and certification systems must comply with WTO rules;

16. Calls for awareness raising among consumers and EU industries about the need to reduce our consumption footprint on land and encourages people to consume products from – and for the EU bio-economy to set up – supply chains that are ‘deforestation-free’;

17. Reiterates its request to the Commission to present, without delay, a proposal for a European legal framework based on due diligence in order to guarantee sustainable and deforestation-free supply chains for all products placed on the EU market in line with international standards and obligations; insists that such legislation be accompanied by a robust enforcement mechanism and that it include effective, proportionate and dissuasive penalties for non-compliance.


ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

28.5.2020

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

54

1

23

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

François Alfonsi, Nicola Beer, François-Xavier Bellamy, Hildegard Bentele, Tom Berendsen, Vasile Blaga, Michael Bloss, Manuel Bompard, Paolo Borchia, Marc Botenga, Markus Buchheit, Klaus Buchner, Martin Buschmann, Cristian-Silviu Buşoi, Jerzy Buzek, Carlo Calenda, Andrea Caroppo, Maria da Graça Carvalho, Ignazio Corrao, Josianne Cutajar, Nicola Danti, Pilar del Castillo Vera, Martina Dlabajová, Christian Ehler, Valter Flego, Niels Fuglsang, Lina Gálvez Muñoz, Claudia Gamon, Jens Geier, Nicolás González Casares, Bart Groothuis, Christophe Grudler, András Gyürk, Henrike Hahn, Robert Hajšel, Ivo Hristov, Ivars Ijabs, Romana Jerković, Eva Kaili, Seán Kelly, Izabela-Helena Kloc, Łukasz Kohut, Zdzisław Krasnodębski, Andrius Kubilius, Miapetra Kumpula-Natri, Thierry Mariani, Marisa Matias, Eva Maydell, Georg Mayer, Joëlle Mélin, Iskra Mihaylova, Dan Nica, Angelika Niebler, Ville Niinistö, Aldo Patriciello, Mauri Pekkarinen, Mikuláš Peksa, Tsvetelina Penkova, Morten Petersen, Markus Pieper, Clara Ponsatí Obiols, Sira Rego, Jérôme Rivière, Robert Roos, Sara Skyttedal, Maria Spyraki, Jessica Stegrud, Beata Szydło, Grzegorz Tobiszowski, Patrizia Toia, Evžen Tošenovský, Marie Toussaint, Isabella Tovaglieri, Henna Virkkunen, Pernille Weiss, Carlos Zorrinho

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Jutta Paulus, Edina Tóth

 


 

NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

54

+

GUE/NGL

Manuel Bompard, Marc Botenga, Marisa Matias, Sira Rego

NI

Martin Buschmann, Clara Ponsatí Obiols

PPE

François-Xavier Bellamy, Hildegard Bentele, Tom Berendsen, Vasile Blaga, Cristian-Silviu Buşoi, Jerzy Buzek, Maria Da Graça Carvalho, Pilar Del Castillo Vera, Christian Ehler, András Gyürk, Seán Kelly, Andrius Kubilius, Eva Maydell, Angelika Niebler, Aldo Patriciello, Markus Pieper, Sara Skyttedal, Maria Spyraki, Edina Tóth, Henna Virkkunen, Pernille Weiss

Renew

Nicola Beer, Nicola Danti, Martina Dlabajová, Valter Flego, Claudia Gamon, Bart Groothuis, Christophe Grudler, Ivars Ijabs, Iskra Mihaylova, Mauri Pekkarinen, Morten Petersen

S&D

Carlo Calenda, Josianne Cutajar, Niels Fuglsang, Lina Gálvez Muñoz, Jens Geier, Nicolás González Casares, Robert Hajšel, Ivo Hristov, Romana Jerković, Eva Kaili, Łukasz Kohut, Miapetra Kumpula-Natri, Dan Nica, Tsvetelina Penkova, Patrizia Toia, Carlos Zorrinho

 

1

-

ECR

Robert Roos

 

23

0

ECR

Izabela-Helena Kloc, Zdzisław Krasnodębski, Jessica Stegrud, Beata Szydło, Grzegorz Tobiszowski, Evžen Tošenovský

ID

Paolo Borchia, Markus Buchheit, Andrea Caroppo, Thierry Mariani, Georg Mayer, Joëlle Mélin, Jérôme Rivière, Isabella Tovaglieri

NI

Ignazio Corrao

Verts/ALE

François Alfonsi, Michael Bloss, Klaus Buchner, Henrike Hahn, Ville Niinistö, Jutta Paulus, Mikuláš Peksa, Marie Toussaint

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+ : dafür

- : dagegen

0 : Enthaltung

 

 


 

ANGABEN ZUR ANNAHME IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

7.7.2020

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

66

2

9

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Nikos Androulakis, Bartosz Arłukowicz, Margrete Auken, Simona Baldassarre, Marek Paweł Balt, Traian Băsescu, Aurelia Beigneux, Monika Beňová, Sergio Berlato, Malin Björk, Simona Bonafè, Delara Burkhardt, Pascal Canfin, Sara Cerdas, Tudor Ciuhodaru, Nathalie Colin-Oesterlé, Miriam Dalli, Esther de Lange, Christian Doleschal, Bas Eickhout, Eleonora Evi, Agnès Evren, Fredrick Federley, Pietro Fiocchi, Andreas Glück, Catherine Griset, Jytte Guteland, Teuvo Hakkarainen, Anja Hazekamp, Martin Hojsík, Pär Holmgren, Jan Huitema, Yannick Jadot, Adam Jarubas, Petros Kokkalis, Ewa Kopacz, Joanna Kopcińska, Ryszard Antoni Legutko, Peter Liese, Sylvia Limmer, Javi López, César Luena, Fulvio Martusciello, Liudas Mažylis, Joëlle Mélin, Tilly Metz, Silvia Modig, Dolors Montserrat, Alessandra Moretti, Dan-Ștefan Motreanu, Ville Niinistö, Grace O’Sullivan, Jutta Paulus, Stanislav Polčák, Jessica Polfjärd, Frédérique Ries, María Soraya Rodríguez Ramos, Sándor Rónai, Rob Rooken, Silvia Sardone, Günther Sidl, Linea Søgaard-Lidell, Nicolae Ştefănuță, Edina Tóth, Véronique Trillet-Lenoir, Petar Vitanov, Alexandr Vondra, Mick Wallace, Pernille Weiss, Michal Wiezik, Tiemo Wölken, Anna Zalewska

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Catherine Chabaud, Norbert Lins, Vincenzo Sofo, Maria Spyraki, Inese Vaidere, Lucia Vuolo

 


 

NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

66

+

GUE/NGL

Malin BJÖRK, Anja HAZEKAMP, Petros KOKKALIS, Silvia MODIG, Mick WALLACE

NI

Eleonora EVI

PPE

Bartosz ARŁUKOWICZ, Traian BĂSESCU, Nathalie COLIN-OESTERLÉ, Christian DOLESCHAL, Agnès EVREN, Adam JARUBAS, Ewa KOPACZ, Esther de LANGE, Peter LIESE, Norbert LINS, Fulvio MARTUSCIELLO, Liudas MAŽYLIS, Dolors MONTSERRAT, Dan-Ștefan MOTREANU, Stanislav POLČÁK, Maria SPYRAKI, Edina TÓTH, Inese VAIDERE, Pernille WEISS, Michal WIEZIK

RENEW

Pascal CANFIN, Catherine CHABAUD, Martin HOJSÍK, Jan HUITEMA, Frédérique RIES, María Soraya RODRÍGUEZ RAMOS, Nicolae ŞTEFĂNUȚĂ, Linea SØGAARD-LIDELL, Véronique TRILLET-LENOIR

S&D

Nikos ANDROULAKIS, Marek Paweł BALT, Monika BEŇOVÁ, Simona BONAFÈ, Delara BURKHARDT, Sara CERDAS, Tudor CIUHODARU, Miriam DALLI, Jytte GUTELAND, Javi LÓPEZ, César LUENA, Alessandra MORETTI, Sándor RÓNAI, Günther SIDL, Petar VITANOV, Tiemo WÖLKEN

ID

Simona BALDASSARRE, Aurelia BEIGNEUX, Catherine GRISET, Joëlle MÉLIN, Silvia SARDONE, Vincenzo SOFO, Lucia VUOLO

VERTS/ALE

Margrete AUKEN, Bas EICKHOUT, Pär HOLMGREN, Yannick JADOT, Tilly METZ, Ville NIINISTÖ, Grace O'SULLIVAN, Jutta PAULUS

 

2

-

ID

Teuvo HAKKARAINEN, Sylvia LIMMER

 

9

0

ECR

Sergio BERLATO, Pietro FIOCCHI, Joanna KOPCIŃSKA, Ryszard Antoni LEGUTKO, Rob ROOKEN, Alexandr VONDRA, Anna ZALEWSKA

RENEW

Fredrick FEDERLEY, Andreas GLÜCK

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+ : dafür

- : dagegen

0 : Enthaltung

 

 

 

[1] Urteil des Gerichtshofs vom 17. April 2018, Europäische Kommission/ Republik Polen, C-441/17, EU:C:2018:255.

[2] Angenommene Texte, P9_TA(2020)0005.

[3] Angenommene Texte, P9_TA(2020)0015.

[4] Angenommene Texte, P9_TA(2019)0078.

[5] ABl. C 433 vom 23.12.2019, S. 50.

[6] ABl. C 298 vom 23.8.2018, S. 2.

[7] Ziel Nr. 15.2: Bis 2020 die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern aller Art fördern, die Entwaldung beenden, geschädigte Wälder revitalisieren und die weltweiten Aufforstungs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen erheblich steigern.

[8] Ziel Nr. 5: Bis 2020 die Geschwindigkeit der Zerstörung aller natürlichen Lebensräume, einschließlich der Wälder, mindestens halbieren und sofern möglich annähernd auf null bringen und den Abbau und die Fragmentierung der natürlichen Lebensräume um ein Vielfaches verringern.

[10] Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (ABl. L 328 vom 21.12.2018, S. 82).

[11] Donato, D. et al., „Mangroves among the most carbon-rich forests in the tropics“ (Mangroven unter den kohlenstoffreichsten Tropenwäldern), Nature Geoscience, April 2011.

[12] Richtlinie 2014/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 zur Änderung der Richtlinie 2013/34/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Gruppen (ABl. L 330 vom 15.11.2014, S. 1).

[13] Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen (ABl. L 198, 22.6.2020, S. 13).

[14] Delegierte Verordnung (EU) 2019/807 der Kommission vom 13. März 2019 zur Ergänzung der Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die Bestimmung der Rohstoffe mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen, in deren Fall eine wesentliche Ausdehnung der Produktionsflächen auf Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand zu beobachten ist, und die Zertifizierung von Biokraftstoffen, flüssigen Biobrennstoffen und Biomasse-Brennstoffen mit geringem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen (ABl. L 133, vom 21.5.2019, S. 1).

[15] Doyle, A. & Roche, A., „Nineteen nations say they’ll use more bioenergy to slow climate change“ (19 Staaten sagen zu, mehr Bioenergie zu nutzen, um den Klimawandel zu verlangsamen), Reuters, 16. November 2017, http://www.reuters.com/article/us-climatechange-accord-biofuels/nineteen-nations-say-theyll-use-more-bioenergy-to-slow-climate-change-idUSKBN1DG2DO.

[17] Verordnung (EU) Nr. 995/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Oktober 2010 über die Verpflichtungen von Marktteilnehmern, die Holz und Holzerzeugnisse in Verkehr bringen (ABl. L 295 vom 12.11.2010, S. 23).

[18] Verordnung (EG) Nr. 2173/2005 des Rates vom 20. Dezember 2005 zur Einrichtung eines FLEGT-Genehmigungssystems für Holzeinfuhren in die Europäische Gemeinschaft (ABl. L 347 vom 30.12.2005, S. 1).

[19] Verordnung (EU) 2016/1036 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2016 über den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Union gehörenden (ABl. L 176 vom 30.6.2016, S. 21).

[20] DING, Helen et al. Climate Benefits, Tenure Costs. The Economic Case For Securing Indigenous Land Rights in the Amazon. World Resources Institute, Oktober 2016. S. 98. Verfügbar unter: https://wriorg.s3.amazonaws.com/s3fs-public/Climate_Benefits_Tenure_Costs.pdf .

[21] Siehe FERN. EU forests in danger. Forest protection starts in our backyard [online]. FERN: Februar 2019 Verfügbar unter: https://www.fern.org/fileadmin/uploads/fern/Documents/EU_forests_in_danger_Feb_2019.pdf.

[22] Demnach sind grob eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Weltbiodiversitätsrat (IPBES) Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services. [online]

IPBES, 2019. Verfügbar unter: https://ipbes.net/global-assessment.

[23] Siehe z.B., FAO. Women in Forestry: Challenges and Opportunities [online]. 2014. Verfügbar unter: http://www.fao.org/3/a-i3924e.pdf, oder GEF. Climate change calls for a greater role of women in forest management [online]. GEF. Pressemitteilung. 1. März 2011 Verfügbar unter: https://www.thegef.org/news/climate-change-calls-greater-role-women-forest-management.

[24] CONNIFF, Richard. Greenwashed Timber: How Sustainable Forest Certification Has Failed [online]. Yale School of Forestry & Environmental Studies, Februar 2018. Verfügbar unter: https://e360.yale.edu/features/greenwashed-timber-how-sustainable-forest-certification-has-failed.

[25] Richtlinie 2014/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 zur Änderung der Richtlinie 2013/34/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Gruppen (ABl. L 330 vom 15.11.2014, S. 1).

[26] Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (ABl. L 328 vom 21.12.2018, S. 82).

[27] http://www.fao.org/food-loss-and-food-waste/en/

[28] ABl. L 295 vom 12.11.2010, S. 23.

[29] ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7.

[30] Regulation (EU) No 995/2010 of the European Parliament and of the Council of 20 October 2010 laying down the obligations of operators who place timber and timber products on the market, OJ L 295, 12.11.2010, p. 23.

Letzte Aktualisierung: 15. September 2020Rechtlicher Hinweis - Datenschutzbestimmungen