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Menetlus : 2008/2003(INI)
Menetluse etapid istungitel
Dokumendi valik :

Esitatud tekstid :

A6-0186/2008

Arutelud :

PV 04/06/2008 - 15
CRE 04/06/2008 - 15

Hääletused :

PV 05/06/2008 - 6.15
Selgitused hääletuse kohta
Selgitused hääletuse kohta

Vastuvõetud tekstid :

P6_TA(2008)0255

Arutelud
Kolmapäev, 4. juuni 2008 - Brüssel Uuendatud versioon

15. ÜVJP 2006. aasta aruanne - Euroopa julgeolekustrateegia ning EJKP rakendamine (arutelu)
PV
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  Der Präsident. − Als nächster Punkt folgt die gemeinsame Aussprache über

– den Bericht von Jacek Saryusz-Wolski im Namen des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten über den Jahresbericht des Rates an das Europäische Parlament zu den wichtigsten Aspekten und den grundlegenden Weichenstellungen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), der dem Europäischen Parlament unter Anwendung von Teil G Nummer 43 der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 17. Mai 2006 vorgelegt wurde – 2006 (2007/2219(INI)) (A6-0189/2008) und

– den Bericht von Helmut Kuhne im Namen des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten über die Europäische Sicherheitsstrategie und die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (2008/2003(INI)) (A6-0186/2008).

 
  
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  Jacek Saryusz-Wolski, rapporteur. − Mr President, I should like to comment and express the views of Parliament on foreign policy during this debate, which is more than just a routine annual debate on foreign policy and the state of play of foreign policy in the Union: the participation of Mr Solana with us is a testimony that it is a special debate. Thank you for coming, Mr Solana.

First, we are at a very important juncture, if not a turning point, in terms of foreign policy because of the Lisbon Treaty innovations. We have to look back in order to evaluate as usual, but we also have to take a forward-looking approach. We have high and growing citizen support for foreign policy, for one which is genuine and robust. Member States’ perceptions increasingly change, seeing that speaking with one voice and acting in common is the only way to have an effective Union foreign policy.

Entering this new chapter of EU foreign policy, we are moving towards a qualitative change. The new foreign policy should draw its legitimacy not only from its intergovernmental source, but also from European Parliament scrutiny, hence, as we will see, the growing importance and role of the European Parliament in shaping this policy, as we called for in our report. We need an integrated and holistic approach to foreign policy, with cohesion, convergence and complementarity of all the institutions involved, including the Member States.

The European Union should continue its role as peace-maker and mediator, a soft power helping to stabilise, reconstruct and reform, a supplier of assistance and humanitarian aid, as a normative power, value-projecting and promoting democracy, freedom and human rights, but at the same time we should complement the soft dimension with a harder one by developing the ESDP dimension and our military capabilities to be prepared for power projection also.

We should complement our reactive policy to short- and medium-term challenges with a more long-term strategic approach and definition of European interests in the long term, by addressing the true causes and not only the effects of some changes around us like Darfur, which is both a climate and a conflict situation.

We should continue being active on various geographical priorities, but also face new challenges and horizontal issues like climate security, energy security, space security, cyber-security, migration flows and many others.

While aspiring to be a global power and a global actor, we should change the balance between being a payer, as we are and we want to be, and being a key player in the world arena. The new Treaty offers a huge potential for a coherent and effective foreign policy, but we all know that implementation will be crucial. We need collective will and cooperation, not only in the institutional triangle but also with Member States, and we have to avoid rivalries.

We tried to table a constructive approach in this report. We are concerned by some failures of foreign policy, but we look more to the future. We recognise positive evolution, progress and successes. We recommend challenging the failures but building on achievements, and identifying room for further progress.

The European Parliament’s ambition is not only to scrutinise the foreign policy, to make recommendations on which to base solutions and choices for the executive branch, but also to invest in its own foreign policy-making, which I call ‘parliamentary diplomacy’, as it is run within our competence at parliamentary level.

On priorities, we believe that we need a focused approach and a limited number of priorities. We underline the need for value-driven foreign policy, not because we are excessively idealistic or naive, but because a world around us which shares our own strong universal values will best serve our interests of security and prosperity.

Parliament considers the foreign policy of the Union as a contribution to strengthened European identity and also as value added for EU citizens and as part of the European Commission’s trajectory of a Europe of results.

We consider foreign policy as a key EU policy to be equipped with a proper institutional set-up, which the Lisbon Treaty brings about, proper instruments, and adequate financing out of the EU budget. We need a set of instruments at our disposal, and that is something which lies ahead of us.

 
  
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  Helmut Kuhne, Berichterstatter. − Herr Präsident! In unserem Bericht wollten wir Verdoppelungen mit Aussagen früherer Berichte zur Europäischen Sicherheitsstrategie vermeiden. Das ist uns vielleicht nicht ganz gelungen, aber ich glaube, wir können in Zukunft auf diesem Weg weiter vorangehen.

Ein Punkt, der in früheren Berichten beschlossen wurde, den wir genau deshalb nicht wieder aufgegriffen haben, der hier aber Erwähnung finden sollte, ist zum Beispiel die Unterstützung des Europäischen Parlaments für das European Defence College. Wir möchten, dass dies eine reale Einrichtung wird und nicht eine bloß virtuelle Einrichtung bleibt. Seit Dezember 2003 – der Verabschiedung der Europäischen Sicherheitsstrategie – ist gemessen an europäischen Maßstäben die Zeit sehr schnell vergangen, vielleicht nicht unbedingt nach objektiven Maßstäben, aber man kann schon sagen, dass in dieser Zeit die Europäische Sicherheitsstrategie bedeutende praktische Fortschritte gemacht hat. Hier können wir einige Erfolge vorzeigen. Ich zähle hier nicht die verschiedenen Missionen ziviler und militärischer Art auf.

Was wir aber strukturell vorweisen können, ist, dass wir seit etwa einem Jahr jetzt auch ein ziviles Steuerungs- und Planungsinstrument auf der Ratsseite haben, dass es jetzt von dem Gebäude drüben bis runter zu denen, die – wie man sagt – on the ground Aktivitäten ausführen müssen, eine klare Linie gibt. Im militärischen Bereich haben wir die Operationsfähigkeit über die Nutzung der Nato-Kapazitäten nach dem Berlin-Plus-Abkommen hinaus gesteigert. Wir haben die Battle Groups, die rotieren sollen, operationsfähig gemacht. Wir haben weiterhin Operationen durchgeführt, von denen wir sagen können, das waren Erfolge, wie etwa die Missionen zur Rechtsstaatlichkeit in Georgien und Ähnliches.

Aber es gibt Aufgaben, die noch zu lösen sind, und wo es meiner Ansicht nach noch Defizite gibt, und es macht die Sicherheitsstrategie nicht schlechter, wenn man diese Punkte aufschreibt. Es gibt, gemessen an der Bevölkerungszahl der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, eine ungleichgewichtige Beteiligung an den Missionen, insbesondere auch im zivilen Bereich. Wir schlagen deshalb vor, dass die Mitgliedstaaten verpflichtet werden – sei es durch moralischen Druck, sei es anderweitig –, Aktionspläne darüber aufzulegen, welche personellen Kapazitäten sie im Bedarfsfalle der Europäischen Union zur Verfügung stellen können, einschließlich Aussagen, was die weitere Berufsperspektive von Menschen ist, die nach EU-Missionen wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Für militärische Aktionen nach dem Muster Darfour und Tschad können wir uns auf Dauer nicht den quälenden Mechanismus der Truppenstellung leisten, den wir bisher haben. Wir schlagen dafür verschiedene Optionen vor.

Auch zur Behebung der Hubschrauberkrise und zur Steigerung der Verfügbarkeit von Hubschraubern machen wir mehrere Vorschläge. Es muss langfristig damit Schluss sein, dass wir in der Europäischen Union mit 24 verschiedenen Typen von Hubschraubern herumfliegen.

Weiterhin gibt es einige neue Entwicklungen, auf die man in der weiteren Reflexion über die Sicherheitsstrategie eingehen muss. Wir haben im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten ein Verwischen der Innen- und Außengrenzen. Die Sicherung der Energieversorgung durch diplomatische, ökonomische und technische – und ich sage ausdrücklich nicht militärische – Mittel muss angegangen werden. Die Sicherung empfindlicher Infrastrukturen gegen elektronische Angriffe ist etwas, was ins Bewusstsein gerückt ist. Alle diese Dinge sind in die Überlegungen darüber, was gegebenenfalls an der Sicherheitsstrategie ergänzt werden soll, einzubeziehen.

Herr Solana, der hohe Repräsentant der EU, hat einen entsprechenden Auftrag des Rates, über solche Dinge nachzudenken. Wir unterstützen ihn dabei. Wir möchten, dass das Ergebnis dieser Überlegungen etwa zu Jahresende in Form eines Weißbuches vorgelegt wird, damit es für die europäische Diskussion einen gemeinsamen Referenzpunkt gibt, nicht nur für die Diskussion zwischen Herrn Solana und den Regierungen, nicht nur zwischen ihm und uns, nicht nur in den nationalen Parlamenten, sondern auch in der interessierten europäischen Öffentlichkeit, von Polen bis nach Portugal.

 
  
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  Javier Solana, High Representative for the Common Foreign and Security Policy. − Mr President, let me start by thanking Parliament for inviting me to this important debate on the European Union’s foreign policy, security and defence in the plenary sitting of the European Parliament.

However, before entering into the substance, let me at once condemn the terrorist attack against the Danish Embassy in Islamabad on Monday and express my condolences to the Danes and Pakistanis and the families of the dead and injured. Let us remember them and in particular those who suffered there. I was in Islamabad not long ago and I would like to report on that trip, if the sitting allows me the time.

I wish to thank the two rapporteurs, Mr Saryusz-Wolski and Mr Kuhne, for their reports. I think that there are many excellent points in these reports on how we can strengthen the European Union's overall impact around the world, in line with our values, in line with our interests. I would like to congratulate them and reassure them, and all of you, that we will take as many of the remarks as possible into consideration because I think they are very constructive, very positive and because of that they will be considered by me.

This is a very important session and I would like to address some of the issues which are in both reports. In the time allowed me I would like to talk about those issues that are more pertinent today on the international affairs agenda, to see how we can contribute to the resolution of the problems of today.

I should like to say a couple of words about the Treaty that has been referred to by the rapporteurs. In both reports there are many references to the Treaty of Lisbon and it is very clear why. Those reports ask for more efficiency. The main point of the Treaty is to make the European Union’s work more efficient, more visible, especially in foreign and security policy. I am convinced that the Treaty will solve many of the problems identified in the report in particular by Mr Kuhne.

The first priority for all of us is to get the Treaty ratified. We all still have to work in that direction in the coming days. I would like to underline that the Slovenian Presidency was mandated by the December European Council to take forward the work on preparing for the smooth entry into force of the Lisbon Treaty.

The work, as you know, has been guided by a few basic principles that we share. The starting point of all this discussion is the Treaty itself. It has to be respected in full. The second thing is that the overall aim is that the Treaty enters into force as previously agreed and that means on 1 January 2009 if things can go smoothly.

Many aspects of the Treaty are of fundamental interest to you, to the European Parliament and – as we are talking about foreign and security policy – on that particular issue. Both the Presidency and the Commission and myself have had the opportunity to discuss many of these issues with some of you, and I would like to guarantee that I will continue to do so from my time here today until the moment the Treaty enters into force. It is vital to my mind that the three main institutions work together to ensure the smooth implementation of the Treaty.

Let me say a word about the European External Action Service. As you know, I have a mandate as High Representative in Office from Declaration 15 of the Treaty to carry out preparatory work with the Commission and with the Member States. I am doing that. I am implementing this mandate with the clear objective of having the decision to establish the EAS adopted as soon as possible after the entry into force of the Treaty.

Mr Kuhne mentioned the European Security Strategy. Let me make some comments on how I see the situation today. The mandate that I received, the mandate from the Council last December, asked me to produce another report by December 2008. I will follow up with discussions with you all in order to obtain the best modifications necessary.

The strategy has proved very useful. That has been recognised by the rapporteur and I thank him for that. In the last four years I think it has been an instrument that has done good service. The document was short but at the same time it is a document which is readable and therefore I think it has complied with this purpose.

I think that this strategy reflects our values, it reflects our principles, it reflects how we should come back to foreign and security policy. I think the task mandated by the European Council last December is not about changing the text; it is more about improving the text and complementing it wherever possible.

It is important to reflect on the international situation at the moment it was written – remember it was 2003. Things have taken place in this period of time – probably not fundamental enough to change the content of the strategy – but they complement the issues from this period. Lessons have been learned and debates have taken place in Parliament and in the institutions. Therefore I consider the input from Parliament to be very valuable, also through the report of the rapporteur, Mr Kuhne, which is most welcome.

I will report orally to the European Council in two weeks’ time about this issue, how the work is being done. At that moment I will get something back from the Member States on the thinking about this issue and I will listen to you and all the comments you have made today. There will then be further discussion and an informal meeting of Foreign Ministers – the Gymnich – in the month of September and we will continue talking about these issues among ourselves here in Parliament.

I think that the timing is very important. December 2008 will be the fifth anniversary of the ESS. Hopefully by then the Lisbon Treaty will be ratified, therefore improving the coherence of our action. On the key threats that the strategy contemplates, I think those identified in 2003 were the right ones. I think we would agree on that. Weapons of mass destruction, terrorism, organised crime, regional conflicts – basically those have not changed. It is still as relevant today, as I said, and we have to continue fighting actively along these lines.

The strategy was based on an analysis of the major global challenges at that time, but today, as I said, some are more relevant than others five years ago, and we also have new ones. Remember – as has been mentioned already by the rapporteurs – climate change and its effects on international security, energy security – which now has to be contemplated in depth – were not contemplated in the strategy. The same applies to migration – illegal migration in particular – and information security. They were not contemplated, and should be now. We have to take those developments into account.

Let me say a word also about the ESDP, which the rapporteur mentioned. I think we can say without exaggeration that it has been a success. It has been an important and very visible part of the CFSP. Over the last five years – and it is good to recognise that – we have deployed more than 15 missions – in fact 17. We now have 14 of them – civilian and military – in action on three continents: Europe – in the Balkans, Africa, and the Middle East and Asia. That is well recognised in the reports and I appreciate that very much.

However, Mr Kuhne’s report highlights some of the challenges and shortfalls we face in the ESDP and I agree with most of the things that have been said.

We are working on it: we are taking into account the lessons learned from the missions; we are adapting our structures, both on the civilian and on the military side; we are trying to make it so that there is more civilian and military cooperation, i.e. to have a comprehensive approach, which I think is also the intention of the report.

Good progress was made at last week’s Council meeting with the Foreign Affairs and Defence Ministers. An important decision was taken. The rapporteur Mr Kuhne mentioned the key word ‘helicopters’, which, as you know, is one of the difficulties that the international community is facing now with regard to crisis management operations. The capabilities we need are not here and the capabilities we have are not ready or not the most suitable for the challenges of today.

The decision for the Defence Agency to concentrate on that tactical issue of helicopters is operational from today and I hope very much that you will receive information from the military in the European Union. That is something that I hope will be tackled in a coherent manner.

Let me say a few words about the situation in the world today: the hot spots and the things we are trying to resolve. Let me start with the Western Balkans. As you know there are still elements to be resolved in the Western Balkans. What happened at the elections on Sunday in the former Yugoslav Republic of Macedonia is something that should make us think. However, I should like to report to you that, since the last time we spoke, two important things have taken place in Serbia: the SAA has been signed with the Serbs and elections have taken place. I think the results of the elections have something to do with our behaviour and let us hope that we can have a government in Serbia that will look to the European perspective of Serbia.

Let me say a word about Kosovo. In Kosovo, as you know, by 15 June the global package of laws, including the constitution that was promised from the day of the independence of Kosovo, will be operational. By that time we would like to have the situation on the ground moving in the right direction, i.e. EULEX moving in the right direction. We are in permanent contact with the Secretary-General of the United Nations to see how this can be done and I hope very much that in a few days I will be able to report to you that progress has been made.

It is more than natural that I say a word about Georgia. I am going to Georgia tomorrow morning. I will be visiting Tbilisi and the authorities there. I will also visit Abkhazia. It is very important that we also visit Abkhazia to try to establish direct contact between the two sides in the framework of the Friends of the Secretary-General for the moment and see whether another, more active, format can be put in place. I do not think that we will be able to resolve everything this week, but I hope very much that we will make a positive and constructive contribution.

I should report to you in addition on the situation in Lebanon, where important events have also recently taken place. I, together with the President of Parliament, had the privilege to be there that Sunday. It was a very moving moment when the agreement was reached. General Suleiman is now the President after 18 months of instability. The building where we were that afternoon had been closed and was now open. I hope that the decision that was reached in Doha in Qatar will allow the evolution of Lebanon towards peace and to an election in 2009.

As you know, this agreement is not perfect: it has positive elements but it also has elements that are not so positive. Let us hope that our help and coherence in our actions in the months to come will help further the process, because, at the moment, it is still not complete. The Prime Minister has been reappointed. Mr Siniora is a dignified man, a man we should respect. He is in charge of the government now. Let us hope that he will be able to arrive safely to the election process in the middle of 2009.

I would like to talk about many other things, but with this speech – and I think I have exceeded my time – I have given you at least an idea of the issues I will be tackling during the next few months.

I would also like to tell you that I will be Tehran. I have not been there since June 2006. Since that time I have had many meetings with the leaders of Tehran. However, I have decided, together with the six countries involved in these negotiations, to go back to Tehran to meet its leaders. I will carry with me an upgraded offer from the one that we made in 2006. I do not expect miracles but I think it is important for us to continue extending a hand and to make it clear that we have a twin-track approach: negotiations to solve the basic issues, in particular the nuclear issue, but, at the same time, to continue using what the Security Council has to offer.

(Applause)

 
  
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  President. − We thank you, High Representative, for your speech and we wish you well for all your dangerous journeys. I think the safest place for you to be is the European Parliament. It must always be a pleasure for you to be here!

 
  
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  Günter Verheugen, Vizepräsident der Kommission. − Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Abgeordnete, meine sehr geehrten Damen und Herren! Zuerst möchte ich den Berichterstattern, Herrn Saryusz-Wolski und Herrn Kuhne, für ihren konstruktiven, umfassenden und zukunftsweisenden Ansatz danken, der beiden Berichten zugrunde liegt.

In Anbetracht der großen thematischen Bandbreite beider Berichte möchte ich mich auf einige Aspekte beschränken, die für die Kommission besonders relevant sind, nämlich die Umsetzung des Reformvertrags von Lissabon, die Europäische Sicherheitsstrategie, die Nachbarschaftspolitik sowie die Frage der Gemeinsamkeit des Handelns und dabei besonders die Rolle der Kommission im Rahmen des Krisenmanagements.

Wie die meisten von Ihnen hofft die Kommission auch, dass das Ratifizierungsverfahren für den neuen Reformvertrag in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen wird. Der Vertrag ist zwingend, damit wir die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union global besser vertreten können. Ein sicheres, ein wirtschaftlich und sozial balanciertes und stabiles Europa, das gleichzeitig eine führende Rolle auf der Weltbühne spielt, die seiner wirtschaftlichen Stärke entspricht, braucht eine starke EU-Außenpolitik. Daher sollte alles unterstützt werden, was uns endlich zu einer Außenpolitik aus einem Guss führt. Das ist in erster Linie kein institutionelles Problem und kein Problem von Prozeduren, noch nicht einmal eines der Rechtsgrundlagen – es ist ein politisches Problem. Wirksamere EU-Außenpolitik setzt voraus, dass alle Mitgliedstaaten den erforderlichen politischen Willen aufbringen, sich für die gemeinsamen Interessen der Europäischen Union einzusetzen. Das würde in jedem Fall im Interesse aller liegen. Wir können gemeinsam stark sein, wir können aber auch einzeln schwach sein. Wir haben die Wahl.

Die Kommission bereitet derzeit ihren Beitrag zur Überarbeitung der Europäischen Sicherheitsstrategie vor. Wir sehen heute neue Gefahren und Herausforderungen, auf die der enge Sicherheitsbegriff des Jahres 2003 nicht mehr angemessen reagieren kann. Der Begriff der Bedrohung sollte heute weiter gefasst werden. Mehr Bedeutung verdienen der Zusammenhang zwischen Sicherheit und Entwicklung, Sicherheit und Energie, Sicherheit und Klimawandel, ja selbst Fragen, wie wir sie gerade erleben, der Preisentwicklung und der Verfügbarkeit von Rohstoffen, die Gefahr der Nahrungsmittelverknappung und die Zuwanderungsproblematik.

Der GASP-Jahresbericht und der ESS/ESVP-Jahresbericht enthalten in dieser Hinsicht viele Punkte, die auch von der Kommission geteilt werden. Ich erwarte, dass diese Punkte auch vom Europäischen Rat im Dezember 2008 übernommen werden.

Ein zentrales Element unserer außenpolitischen Strategie muss auch weiterhin die Förderung des Demokratisierungsprozesses in anderen Ländern sein. Wir haben Erfahrung damit – die Erweiterung ist ein erfolgreiches Beispiel dafür. Wir haben dabei wichtige Erfahrungen gemacht, die wir für die Europäische Nachbarschaftspolitik nutzen können.

Die Nachbarschaftspolitik ist heute eines unserer wichtigsten Instrumente – wenn nicht das wichtigste Instrument –, um Frieden und Stabilität in unserem Teil der Welt zu stärken und Wohlstand und Sicherheit zu fördern. So viel Integration wie möglich in die Gemeinschaftspolitiken – das muss unsere Ambition bleiben. Damit unsere Partnerländer von diesem Angebot wirklich profitieren können, brauchen wir eine friedliche Lösung der noch bestehenden Konflikte, über die Herr Solana gerade eben so eindrücklich gesprochen hat, sei es im Kaukasus, in Moldawien, im Nahen Osten oder in der Westsahara.

Die Gesamtentwicklung und damit der globale Einfluss der Europäischen Union hängen vom optimalen Einsatz aller ihrer Hilfsmittel und Instrumente ab. Zum Glück fangen wir hier nicht bei Null an. Es sind bereits eine Reihe von Gemeinschaftsinstrumenten, insbesondere Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe, zur Unterstützung von Krisenbewältigungsmaßnahmen der EU eingesetzt worden – von Afghanistan bis Kosovo, vom Nahen Osten bis zum Tschad.

Des Weiteren wurde das von der Kommission verwaltete Budget für die GASP seit 2002 massiv auf fast das Zehnfache aufgestockt. Derzeit werden elf ESVP-Missionen in den Bereichen Polizei, Rechtstaatlichkeit und Monitoring und zwei weitere im militärischen Bereich durchgeführt. Die Kommission wird nun systematisch von Anfang an in die Planung dieser Missionen einbezogen. Das war schon bei den Einsätzen im Kosovo, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik der Fall.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch ein Wort zum Stabilitätsinstrument sagen. Mit diesem wichtigen neuen Finanzierungsmechanismus der Gemeinschaft ist jetzt ein Instrument zur Krisenbewältigung und Konfliktverhütung hinzugekommen, das für den Zeitraum von 2007 bis 2013 im Durchschnitt mit mehr als 200 Mio. EUR jährlich ausgestattet ist. Nach Ansicht der Kommission hat sich das Stabilitätsinstrument im ersten Jahr seiner Umsetzung bewährt, sowohl was die Mittelverwaltung als auch was die Qualität der Maßnahmen betrifft.

Die Kommission würde eine engere interinstitutionelle Zusammenarbeit in Bezug auf das auswärtige Handeln der Europäischen Union sehr begrüßen, wenn wir auf diese Weise mehr Kohärenz, Effizienz und Sichtbarkeit der EU-Außenpolitik gewährleisten könnten. Die Kommission ist der Auffassung, dass wir unsere Kräfte bündeln sollten. Das ist das, was Europa braucht. Das ist das, was die Menschen in Europa von uns erwarten. Und das ist auch das, was die internationale Gemeinschaft von uns erwartet.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 
  
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  Joseph Daul, au nom du groupe PPE-DE. – Monsieur le Président, Monsieur le Haut représentant, Monsieur le Président du Conseil, Monsieur le Président de la Commission, chers collègues, si, comme nous l'espérons, le traité de Lisbonne entre en vigueur le 1er janvier 2009, une nouvelle ère va s'ouvrir pour la politique étrangère et de sécurité commune de l'Union. La mise en place de cette politique a été un pari audacieux, mais c'est précisément cette démarche qui permet à l'Union européenne de s'affirmer progressivement comme un acteur mondial. Malgré des progrès notables, le chemin à parcourir reste long pour que l'Europe, géant économique et nain politique, devienne une puissance politique mondiale qui soit à la hauteur de son poids économique.

Comme nous l'indique notre collègue Jacek Saryusz-Wolski dans son excellent rapport, le rôle de l'Europe dans le monde est encore loin d'avoir atteint son véritable potentiel. En Israël et en Palestine, et partout dans le monde, nos interlocuteurs appellent à plus d'Europe. Sachons écouter leurs appels et, pour être crédibles vis-à-vis de ces partenaires, l'Union doit non seulement parler d'une seule voix, mais aussi disposer des instruments nécessaires pour se faire entendre. Sa politique étrangère doit bénéficier d'une légitimité démocratique, ce que permettra le contrôle parlementaire introduit par le traité de Lisbonne.

Chers collègues, nous voulons pour l'Europe une défense crédible, pas pour faire la guerre, bien entendu, mais pour assurer la paix et, surtout, pour aider les plus pauvres de ce monde. Notre sécurité commune ne se limite plus à la protection militaire contre les attaques extérieures. Elle concerne aussi l'approvisionnement énergétique, la lutte contre le réchauffement climatique, la gestion des migrations ou la protection des droits humains et des libertés civiles.

Le groupe du PPE est très attaché à ce que toutes les dimensions de cette sécurité commune soient prises en compte. Nous sommes d'avis que la politique étrangère de l'Union doit d'abord se concentrer sur nos voisins les plus proches. C'est pourquoi nous demandons à la Commission et au Conseil de travailler au renforcement de la politique européenne de voisinage et à la stabilisation de la situation dans les Balkans occidentaux. En particulier, nous devons absolument poursuivre le dialogue avec la Serbie, d'une part, et continuer à soutenir le Kosovo, d'autre part. La collaboration entre le Conseil et le Parlement n'a pas toujours été simple sur ces sujets. Le Conseil n'a pas toujours fait assez preuve d'ouverture et de transparence à notre goût, mais nos relations ont malgré tout beaucoup progressé. La présidence du Conseil et le Haut représentant reconnaissent désormais que la politique étrangère et de sécurité de l'Union sortira renforcée et plus légitime si elle bénéficie de l'aval de notre Parlement.

Au nom du groupe PPE-DE, je souhaite appeler le Conseil à aller plus loin, à associer le Parlement aux discussions sur la nomination du premier Haut représentant et vice-président de la Commission et à dûment le consulter. Nous souhaitons également que le Parlement soit consulté sur les modalités de l'établissement d'un service européen pour l'action extérieure. Et concernant la mise en œuvre de la stratégie européenne de sécurité et de défense, notre groupe appelle le Haut représentant à rendre un Livre blanc permettant d'évaluer la stratégie mise en place en 2003.

Dans le cadre du futur traité, nous appelons à un renforcement des pouvoirs budgétaires du Parlement dans tous les domaines de dépenses de l'Union. Nous plaidons aussi pour des instruments de contrôle parlementaire et de coopération avec le Conseil.

Chers collègues, dans un monde où dominent les puissances régionales, l'Union européenne doit saisir les chances uniques que constituent les nouveaux instruments du traité pour s'affirmer comme une puissance politique à la fois plus homogène, donc plus audible sur la scène internationale, et plus ferme vis-à-vis de ses partenaires. Le contrôle parlementaire renforcé rendra cette politique d'autant plus efficace qu'elle sera plus démocratique et plus transparente.

 
  
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  Hannes Swoboda, im Namen der PSE-Fraktion. – Herr Präsident! Ich möchte zuerst dem Kollegen Kuhne für seinen Bericht danken, vor allem weil er einen umfassenden Sicherheitsbegriff verwendet und dementsprechend auch ein umfassendes sicherheitspolitisches Instrumentarium definiert, das das Militärische natürlich einschließt, aber nicht ausschließlich auf dem Militärischen beruht. Kollege Wiersma wird darauf noch näher eingehen. Dem Kollegen Saryusz-Wolski möchte ich auch herzlich für die gute Zusammenarbeit danken, die wir gerade auch bei seinem Bericht im außenpolitischen Ausschuss hatten.

Ich möchte zwei Dinge erwähnen. Das eine – darüber haben wir heute schon in der Fraktion diskutiert, wie Kollege Schulz bereits gesagt hat – ist die Frage der Energiesicherheit und der gemeinsamen Energiepolitik. Für uns geht es nicht darum, vergangene bilaterale Vereinbarungen zu kritisieren, die in einer Zeit getroffen wurden, als es gar keine Diskussion um eine gemeinsame Sicherheitspolitik gab. Aber auch heute werden solche Vereinbarungen getroffen, und vor allem für die Zukunft gilt es klarzustellen, dass solche Vereinbarungen, wenn sie getroffen werden, in eine gemeinsame Sicherheitspolitik und eine gemeinsame Energiepolitik eingebettet sein müssen.

Ich habe heute mit einem prominenten Vertreter von Aserbaidschan gesprochen, der hier im Parlament ist, und er sagte: „Freunde, ihr tretet ganz anders auf, als es China und Russland tun.“ Das ist nicht akzeptabel! Wir müssen gemeinsam auftreten, wenn wir gemeinsame Ziele verfolgen wollen, und das wurde richtigerweise angesprochen.

Damit komme ich zu einem zweiten Thema, das wir noch im Zusammenhang mit dem Bericht des Kollegen Brok weiter ausführen werden. Wir reden heute sehr viel über die Mittelmeerunion oder Union für das Mittelmeer. Wir als Fraktion verlangen auch eine Union für die Schwarzmeerregion. Denn das ist auch eine wichtige Region, in der wir insbesondere in unserem eigenen Interesse viel tun müssen. Ich danke dem Kollegen Saryusz-Wolski, dass er das mit aufgenommen hat.

Der Vorschlag, soweit wir ihn von Polen und Schweden kennen, ist gut. Den unterstützen wir! Aber er geht nicht weit genug. Wir müssen weiter gehen, wenn wir unsere politischen Interessen auch wirklich insbesondere in dieser Region vertreten wollen. Da ist es ganz klar, dass wir dies im Zusammenhang mit diesem Bericht unterstützen und im Zusammenhang mit dem Bericht Brok noch weiter darüber diskutieren, damit unsere gemeinsame Nachbarschaft im Osten und im Süden die europäischen Ziele mit berät, mit behandelt und mit umsetzt.

Zuletzt noch eine Bemerkung zum diplomatischen Dienst – der Hohe Beauftragte Solana hat auch darüber gesprochen: Es gibt viele Diskussionen, und wir werden auch einen Bericht dazu machen, aber lassen Sie mich jetzt schon klarstellen: Wir brauchen einen diplomatischen Dienst, der machbar und für Kommission, Rat und die Mitgliedstaaten akzeptabel ist, der effizient ist und der wirklich die politische Verantwortung auch gegenüber diesem Parlament wahrnehmen kann. Für uns ist entscheidend, dass klar ist, dass dieser Dienst – wie immer er organisiert sein mag – natürlich über den Hohen Beauftragten gegenüber diesem Europäischen Parlament verantwortlich ist.

Ein letzter Punkt zum Iran: Herr Javier Solana, ich wünsche Ihnen viel Glück im Iran! Es ist ganz klar, dass wir die gemeinsame Linie verfolgen, flexibel zu sein, aber auch klar zu sagen: Wir wollen keine weiteren Atomwaffen, insbesondere nicht in dieser Region. Diese würden zu mehr Unsicherheit beitragen und nicht zu mehr Sicherheit. Viel Glück, damit Sie diese Grundsätze umsetzen können!

(Beifall)

 
  
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  Annemie Neyts-Uyttebroeck, namens de ALDE-Fractie. – Mijnheer de Voorzitter, mijnheer de commissaris, mijnheer de Hoge Vertegenwoordiger, de verslagen van onze collega's Saryusz-Wolski en Kuhne zijn belangrijke werkstukken en het is binnen een kort tijdsbestek onmogelijk om op alle aspecten in te gaan. Daarom zal ik me concentreren op drie ervan.

Ten eerste de rol van ons Parlement in buitenlandse en defensie-aangelegenheden, ten tweede de zeer grote verantwoordelijkheid van alle lidstaten voor een coherent en doeltreffend buitenlands en veiligheidsbeleid en tenslotte de noodzaak om de strijd tegen de proliferatie van nucleaire wapens voort te zetten en te blijven ijveren voor algemene wapenbeheersing. Het feit dat we dit debat hier vanmiddag voeren met deze deelnemers is een mooi bewijs van de mate waarin we als Europees Parlement erin geslaagd zijn ons een grotere rol toe te eigenen in het buitenlands en veiligheidsbeleid, ook al was dat oorspronkelijk volgens de vigerende verdragen helemaal niet zo voorzien. Het is onze vasthoudendheid die daartoe geleid heeft en ook het begrip dat we zowel bij de Commissie als bij de Hoge Vertegenwoordiger gevonden hebben en dat geleid heeft tot een interinstitutioneel akkoord waardoor debatten zoals het huidige mogelijk zijn. Wij zullen natuurlijk gebruik maken van alle mogelijkheden van het Verdrag van Lissabon om onze rol ten volle te blijven spelen. Tussen haakjes, het is ook omdat we nooit overdreven hebben, omdat we ons er wel voor gewacht hebben om - zoals men in het Engels zou zeggen - not to overplay our hand dat wij deze rol hebben kunnen vervullen.

Het is duidelijk dat een doeltreffend buitenlands en veiligheidsbeleid, zoals collega Swoboda heeft onderstreept, alleen maar mogelijk is wanneer alle lidstaten en de regeringen van alle 27 lidstaten, met inbegrip van de grote, eensgezind willen optreden. Wij kunnen hier wel mooie toespraken houden en iedereen kan hier mooie toespraken houden, maar wanneer regeringsleiders, eerste ministers of ministers van Buitenlandse Zaken elk iets aparts gaan doen op het wereldtoneel dan kan het niet, dan lukt het niet. Dus is de verantwoordelijkheid van onze lidstaten bijzonder groot, niet alleen op het vlak dat ik heb aangehaald, maar ook om hun woorden te laten volgen door daden. Bij de voorbereiding van de interventie in Tsjaad hebben wij dat bijvoorbeeld op een pijnlijke manier moeten ervaren. Men heeft een positieve beslissing genomen en daarna heeft het weken geduurd vooraleer men de troepen en alle materiaal bij elkaar heeft gekregen. Zoiets doet ons enorm veel geloofwaardigheid verliezen en ik hoop dan ook dat wij er allemaal samen voor zullen ijveren dat zich dat in de toekomst zo weinig mogelijk zal herhalen.

 
  
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  Angelika Beer, im Namen der Verts/ALE-Fraktion. – Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich will jetzt das ganze Lob nicht wiederholen und noch einmal unterstreichen, wo wir uns in der Tat einig sind: Das ist die Forderung nach einer kohärenten Außen- und Sicherheitspolitik, wie der Kollege Saryusz-Wolski sie für uns formuliert hat, und natürlich die Frage nach parlamentarischer Kontrolle und Transparenz. Wenn wir in unsere nationalen Mitgliedstaaten zurückgehen, dann merken wir in jeder Diskussion, dass wir, je mehr sich die Europäische Union in der Außen- und Sicherheitspolitik engagiert, bei der Bevölkerung bei uns zuhause mit diesen Instrumenten für Transparenz und Legitimität werben wollen und müssen.

Ich möchte die Punkte ansprechen, die umstritten sind und die bisher keiner genannt hat: Wir haben, Herr Kollege Verheugen, in der ersten Aussprache mit Frau Kommissarin Ferrero-Waldner über den Entwurf des Berichts von Herrn Kuhne gesprochen, und sie hat genau wie meine Fraktion unterstrichen, dass es gut ist, dass wir weiterdenken, dass wir nicht nur über eine Überarbeitung der Europäischen Sicherheitsstrategie diskutieren, sondern versuchen, uns ein gemeinsames Leitbild zu geben, nämlich die Frage der human security und der responsibility to protect. Wer verfolgt hat, was seitdem gelaufen ist, wird diese merkwürdige Koalition der Konservativen von Karl von Wogau und Tobias Pflüger von den Kommunisten erlebt haben. Der relevante Passus ist mit Unterstützung der beiden Fraktionen gestrichen worden, und wir werden ihn neu beantragen. Denn wenn wir uns dieser politischen Herausforderung nicht stellen, werden wir unsere Glaubwürdigkeit im Hinblick darauf verlieren, wie wir mit diesem Thema umgehen, also mit Konfliktverhütung, aber auch mit der Frage, wie agieren wir, wenn es um Darfur geht, wenn es um Tschad geht, oder bei anderen Konflikten, die wir befürchten müssen.

Das Zweite, was ich absurd finde, selbst wenn wir dazu jetzt noch keinen Konsens haben, ist, dass die konservative Fraktion unter Herrn von Wogau beantragt, dass wir zukünftig im Rahmen der Europäischen Sicherheitsstrategie und deren Überarbeitung die US-nationale Sicherheitsstrategie in unsere Planung einbeziehen. Das ist vollkommen absurd, weil diese Politik gescheitert ist und wir wissen, dass die US-Administration mit dieser Eskalation, dem Unilateralismus gescheitert ist, dass dies viele Menschenleben gekostet hat. Dann zu sagen, wir sollen das in unsere künftige europäische Außenpolitik übernehmen – das halte ich schon für mehr als absurd!

Als Drittes möchte ich etwas ganz Wichtiges ansprechen: die Proliferation. Herr Solana, auch ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Wir brauchen den Dialog, auch mit dem Iran. Aber ich frage unsere Kollegen auch: Wenn wir über Energiesicherheit reden, die ja zur erweiterten Sicherheit gehört – ist es denn die Antwort, wenn Sarkozy als zukünftiger Präsident des EU-Rates ankündigt, weltweit Nukleartechnologie ohne Limit auf den Markt zu werfen, ohne Kontrollmöglichkeiten? Wo bleibt denn da unsere Glaubwürdigkeit? Erstens, wir rüsten nuklear nicht ab, was wir eigentlich müssten. Zweitens, wir verbreiten diese Technologie, obwohl wir wissen, dass sie immer auch militärisch zu missbrauchen ist. Ich glaube, dass wir da einen Fehler machen, und deswegen werden wir auch dazu einen Änderungsantrag einbringen.

 
  
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  Brian Crowley, thar ceann an Ghrúpa UEN. – A Uachtaráin, tá sé tábhachtach go mbeadh comhoibriú agus comhordú idir gach Ballstát san AE maidir leis an gComhbheartas Eachtrach agus Slándála (An CFSP). Tá bagairtí domhanda nua ann; agus creidimse gur céim chun cinn iad Conradh Lispóin agus an CFSP chun dul i ngleic leis na bagairtí sin. Tá níos mó i gceist leis an CFSP ná cur i bhfeidhm beartais. Baineann sé le fiche seacht mBallstát a bheith ag obair le chéile chun síocháin, cearta daonna, córas dlí agus daonlathas a chinntiú ar fud an domhain. Tá na prionsabail seo ar fad i gConradh Liospóin, agus tagann siad go hiomlán le luachanna na hÉireann.

In congratulating both of the rapporteurs on their work in this particular area and taking into account our experience over the last number of years, it is particularly important that we are cognisant of the fact that too often Europe has spoken with great words but failed to live up to the expectation. That is why, as we look forward to the development of new policies, without in any way anticipating what the outcome of the referendum in Ireland will be – which I hope will be positive towards the adoption and ratification of the Lisbon Treaty – we must remember always that unless the Member States, acting collectively, can agree to common positions and to moving forward, fine words will be spoken but action will fail.

The most recent example of that was what happened in Chad. Despite the horrors of what we saw with regard to the refugees on the Chad and Sudanese border, despite the desire of every Member State to be seen to do something, our failure to deliver the logistics of bringing the forces into Chad highlighted our shortcomings.

When we speak about the future threats, future opportunities and, indeed, the future dangers, we must always be cognisant of the fact that Europe is the greatest peace project of all. The work that we do, and what we have achieved and built in the European Union since 1958, has proven that acting collectively, cooperating with tolerance and understanding of different points of view is a far greater power and tool than any weapons we can put at our disposal. But that is not to be naive and to say that we do not need to have resources at our disposal. However, we must keep in mind that all Member States must act in unanimity in finding new foreign and defence policies for the future, and that if one country says ‘no’, they cannot be diminished or demonised because of that.

 
  
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  Tobias Pflüger, im Namen der GUE/NGL-Fraktion. – Herr Präsident! Die beiden Berichte, über die wir diskutieren, sind ein deutliches Zeichen dafür, wie weit die Militarisierung der Europäischen Union inzwischen fortgeschritten ist.

Ich will auf einige Aspekte eingehen, zum Beispiel auf die sehr enge EU-NATO-Zusammenarbeit, die völlig fatal ist. Die NATO ist auch ein Kriegsführungsbündnis und wir sind gegen diese enge EU-NATO-Zusammenarbeit.

Ich danke noch einmal für die Klarstellung, dass der Lissabonner Vertrag wesentliche Veränderungen im Militärbereich bringen wird. Das ist ein wesentlicher Grund, warum wir gegen den Lissabonner Vertrag sind, und ich will darauf hinweisen, dass er bisher nicht ratifiziert ist, und ich hoffe am 12. Juni auf ein Nein in Irland.

Teil des Lissabonner Vertrages – was auch im Bericht von Herrn Kuhne auftaucht – ist, dass ein eigenständiger EU-Militärhaushalt, genannt Anschubsfonds, kreiert werden soll. Wir halten das für sehr problematisch.

Die parlamentarische Kontrolle der ESVP-Missionen ist nicht gesichert. EU Battle Groups sollen innerhalb von 5 bis 30 Tagen einsatzbereit sein und in diesem Zeitraum kann der Deutsche Bundestag nicht beteiligt werden. Eine Einigung auf eine parlamentarische Kontrolle zwischen allen Fraktionen war nicht möglich, u. a. weil wir gefordert haben, dass alle Fraktionen die entsprechenden Informationen bekommen, auch die kleineren. Das will man hier im Hause offensichtlich nicht.

Der Bericht fordert weitere Rüstungsprojekte. Wir halten das für falsch. Es ist notwendig, eine wirkliche Evaluierung der bisherigen EU-Missionen vorzunehmen. Die ist überfällig. Im Rahmen des Artemis-Einsatzes im Kongo wurde von französischen Soldaten gefoltert. Der Tschad-Einsatz ist ein Desaster und die EULEX-Mission Kosovo – eine so genannte Rechtsstaat-Mission – hat keine legale Grundlage.

Die beiden Berichte gehen in die völlig falsche Richtung. Wir haben deshalb als Fraktion ein Minderheitenvotum eingebracht. Wir sehen jetzt, was die französische Ratspräsidentschaft in diesem Militärbereich ankündigt. Da wird es einen weiteren Militarisierungsschub geben, es ist von Marine- und Luft-Battle-Groups die Rede. Wir wollen keine militärische Europäische Union, wir wollen kein neues Militärbündnis – wir wollen eine zivile Europäische Union! Das heißt, dass wir zu den beiden vorgelegten Berichten ganz klar Nein sagen!

 
  
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  Gerard Batten, on behalf of the IND/DEM Group. – Mr President, both of these reports assume that the Lisbon Treaty/European Constitution will be ratified, despite the fact that the result of the Irish referendum will not be known until 12 June. But of course this Parliament has already decided that it will ignore the Irish referendum if it results in a ‘no’ vote.

The European Union does not want its foreign policy and military ambitions to be subject to the will of the people of Europe’s nation states by means of referenda, because it knows very well that they will reject those ambitions if given a choice. And what ambitions they are. These reports show how the EU intends to build its military forces by such means as combining multinational forces, building common command and control structures, adopting common equipment and systems procurement policies, and implementing common communication systems. They envisage combining existing multinational forces and that there should be a standing force under EU command. And there we have the beginnings of a European standing army. These plans endanger NATO and undermine the nation states’ positions within the United Nations – which the European Union seeks to usurp.

I recently attended a security conference in Brussels in which someone posed the question: who fears the European Union? Meaning, of course, that without the threat of military force, no-one will take the EU’s foreign policy pretensions seriously. During the latter part of the Second World War, one of Stalin’s staff said that the Pope disapproved of certain of his foreign policy actions. To which Stalin replied: ‘and how many divisions does the Pope have?’

The European Union intends to have its divisions in order to enforce its will and make itself feared on the world stage. And if we want to know what that will look like, just imagine the common agricultural policy and the common fisheries policy repeated with guns, tanks and aeroplanes.

The only people in Europe being allowed a say on this are the Irish in their referendum of 12 June. One of the key factors influencing the minds of the Irish will be to preserve their historical policy of neutrality. But do they realise that if Lisbon is ratified neutrality will end and they will become subject to the foreign policy and military ambitions of the European Union? But they will not only lose their neutrality, they will find themselves helping to pay for soldiers and armaments to undertake military operations that they may not approve of.

They should seriously consider these things before deciding which way to vote in their referendum. The British Government and Houses of Parliament have shamefully betrayed the British people by denying them a referendum on Lisbon. Irish neutrality is at stake, but so is the very ability of Britain to defend itself.

 
  
  

PRESIDE: ALEJO VIDAL-QUADRAS
Vicepresidente

 
  
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  Irena Belohorská (NI). – Dámy a páni, v prvom rade by som chcela uvítať výročnú správu za rok 2006 a uznať pokrok, ktorý sa dosiahol v štruktúre tejto správy. Európsky parlament musí zaujať pevnejšie stanovisko a vystupovať jednotne vo vzťahu k prerokovaným otázkam, ktorými by sa mala systematicky zaoberať Rada. V tomto smere oceňujem ustanovenia o užšej spolupráci medzi Európskym parlamentom a národnými parlamentmi, ako aj zvýšenie zodpovednosti národných parlamentov a vlád členských štátov v otázke strategických rozhodnutí.

Verím, že v novej štruktúre európskej diplomatickej služby si nájdu svoje zastúpenie aj zástupcovia nových členských štátov. Som presvedčená, že vďaka Lisabonskej zmluve bude Európa v oblasti vonkajších vzťahov prezentovať jednoznačnejší názor. Je dôležité, aby členské štáty zvýšili frekvenciu konzultácií s partnermi a vysokým predstaviteľom Európskej únie, hlavne pokiaľ ide i prijímanie zásadných rozhodnutí. Jednotná právna subjektivita Únie umožní Európskej únii uzatvárať medzinárodné dohody a vstupovať do medzinárodných organizácií. Pri týchto záväzných rozhodnutiach by mali byť zohľadnené aj obavy európskych občanov a ich očakávania v medzinárodných otázkach.

 
  
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  Javier Solana, Alto Representante para la PESC. − Señor Presidente, permítame, en el turno que me corresponde, felicitar brevemente a quienes han intervenido en nombre de los grupos parlamentarios. Creo que ha habido, en términos generales, no unanimidad, pero sí un amplio consenso sobre muchos de los temas que hemos tratado en la primera parte del debate.

J'aimerais tout d'abord remercier M. Daul, représentant du parti populaire. Vous vous êtes clairement exprimé sur les objectifs de la révision de la stratégie de sécurité et sur les objectifs du traité de Lisbonne en général. Je partage pleinement votre position et pense qu'il est fondamental de renforcer la voix et la dimension humaine de l'Union.

Je crois honnêtement aussi que l'Europe est sollicitée, non seulement par nos concitoyens, mais aussi par des voix extérieures à l'Europe. Partout dans le monde s'exprime le souhait de voir l'Europe adopter un discours plus clair et agir de manière plus efficace. Je partage donc pleinement les réflexions du groupe parlementaire populaire et je m'efforcerai de fournir tous les efforts nécessaires pour aboutir à une coopération efficace avec l'ensemble des institutions d'ici à l'entrée en vigueur du traité. C'est le mandat qui m'est attribué en vertu de l'article 15 du traité et je m'efforcerai de remplir pleinement cette obligation.

I would also like to reply to Mr Swoboda – not to disagree with him but, on the contrary, to say that many of the things he has said are very much to my way of thinking and to the way I would like to see things moving. I think the cooperation you mentioned between civilians and the military is fundamental. We are in the business of crisis management and not in any other business. In crisis management all the instruments should be at the disposal of the European Union to make the utmost of its capabilities.

But, again, the most important thing is to have political will. We may have the capabilities, but if we do not have political will we have nothing. We may not have the capabilities in any case. Therefore, we have to work in both directions, with capabilities but also with political will. The construction of political will is something that everybody in this beautiful building has to work on, together with the other institutions of the European Union.

Let me say a word about the report by Mr Saryusz-Wolski. There were paragraphs in the report with which I agree from A to Z. I would like to underline the paragraphs on Afghanistan for instance because Afghanistan is a very important issue on which we have responsibilities. I did not have the opportunity to mention in my introductory remarks that for me – and for us I hope – Afghanistan is one of the challenges that we have on the table and we have to be able to construct a resolution that has to be political. Therefore, what you said about the police mission in the report is very important. We need members of the police there. As you know, at the last European Foreign Affairs Council we agreed to double the number of people deployed.

But I would also like to underline what you said about quality. It is true that when we talk about the rule of law, police and judges they are not at our disposal – they are working in their national Member States on other issues and therefore we have to see how we can go from here to the time when we will have at our disposal a European group of policemen, group of judges and group of social actors that could be deployed rapidly. That may be possible with the military because, fortunately, if they are not in a crisis-management operation, they may be available for deployment. We have to think about that and not only think but also find answers to those questions.

I should like to say that, on the whole, the speeches have been very constructive. I should like to comment on the paragraph on human security. Mrs Beer, you know very well that I am very attached to that concept. Marie Colvin is one of my friends and I have written some of those pieces with her. I think that is a concept that illuminates much of our modern thinking as far as security is concerned. Therefore, it does not matter what we call it, the important thing is what we do. The name is important but what we do is more important than the name. I think that all the reports are illuminated by that belief: that security is something that goes beyond a classical concept.

But, with respect, I have to disagree with some of the remarks, starting with the remark by the representative of the Commission. I really do not think that the security strategy has to be revised because it had a very narrow concept of security. I do not think this is a good statement. I think, concerning the security strategy written in 2003, that most of the limits there are the same elements, the same challenges, the same problems that we have today. We may have to complement and we may have to act, but I do not characterise the strategy as a narrow vision of security. On the contrary, it is the most open-minded approach that the European Union has ever had on this problem.

For the sake of clarity, I think that what we have to do is not to write a new text but to maintain as much as possible of the core, i.e. the mandate we have, and try to add elements. For example many of you have mentioned the question of energy security – which is important – and the question of the consequences of climate change in all its dimensions, the question of how to tackle the responsibility that we have with disasters that are natural and not manmade, for which we have resources and capabilities that have been put in place to combat such dramatic events.

Concerning proliferation: I have spoken about that on almost every occasion I have been given the opportunity – the risks and the importance that issue has for all of us. I think if we were to pick two horizontal issues we have to tackle, one would be climate change and the other would be proliferation and disarmament. Those are the two main issues that may put at risk much of what we value in life. Therefore, I agree with that.

I would like to say a few words to my dear friend, Brian Crowley. I think the important thing is to deliver, and I agree with him. However, take the example of Chad. I do not know whether that was the best example you could have chosen. I was in Chad a couple of weeks ago. I went to the capital, to the second city and to Goz Beida, where the Irish Battalion is deployed with very high spirits and enormous professionalism. That is something that should make us proud. I feel proud of the work the Irish Battalion is doing in the middle of the savannah, trying to help the displaced people in the refugee camps, with tremendous generosity. I applaud the Irish soldiers who are there, who have a very generous attitude and are fully determined to make things better on the ground, which is the objective of the mission.

I would like to thank you, Mr President, and all the parliamentary groups and I hope very much that in the time we have ahead of us, as we approach the end of the year 2008, we will be able to work constructively towards making the dream of so many citizens of the European Union a reality – the implementation of the Treaty in order to have a Europe that has a presence in the international community, in the world, that is proportional to our ideas, our principles, our capabilities and our standard of living.

 
  
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  Karl von Wogau (PPE-DE). – Herr Präsident, verehrte Kollegen, Herr hoher Beauftragter! Zunächst möchte ich dem Kollegen Kuhne für seinen Bericht danken und für die Art und Weise, wie er mit diesem Bericht umgegangen ist, die dazu geführt hat, dass wir in fast allen Punkten haben Einigkeit erzielen können.

Herr hoher Beauftragter, vor wenigen Monaten waren Sie in Bayonne bei der Beerdigung des Soldaten Polin. Er war der erste Soldat, der bei einem europäischen Einsatz gefallen ist. Für mich war das ein sehr bewegendes, ein trauriges Ereignis, das mich dazu veranlasst hat, noch einmal gründlich darüber nachzudenken, wann wir tatsächlich einen Soldaten einsetzen und unter welchen Bedingungen.

Es ist gleichzeitig auch meine Antwort an Frau Beer und das Konzept der human security. Das Konzept der human security ist sicher ein interessantes Konzept – auch für die Entwicklungshilfe. Ohne Sicherheit gibt es keine Entwicklung. Aber ich zweifle, ob dieses Konzept für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union geeignet ist. Denn man kann es so auslegen, dass hier in jedem Fall überall auf der Welt interveniert werden muss. Man weckt damit Erwartungen, die man möglicherweise nicht erfüllen kann. Die Menschen suchen nicht nach demjenigen, der die besten Absichten hat, wenn sie sich in Not befinden, sondern nach demjenigen, der ihnen tatsächlich helfen kann. Hier liegt die Schwäche dieses Konzepts, und nichts wäre schlimmer, als hier falsche Erwartungen zu wecken. Darum wird meine Fraktion gegen die Erwähnung dieses Prinzips stimmen.

Wir haben jetzt die französische Präsidentschaft vor uns und sicherlich auch einige wichtige Entscheidungen. Ich sprach schon davon: Immer mehr Soldaten werden in gefährliche Einsätze geschickt. Wir haben eine Verantwortung dafür, dass sie für diese Einsätze auch tatsächlich die notwendige und die beste Ausrüstung haben. Das ist heute in vielen Bereichen noch nicht der Fall. Wir haben Defizite im Bereich der Telekommunikation und, das ist außerordentlich wichtig, auch im zivilen Bereich, auch bei zivilen Einsätzen. Wir haben Defizite bei der Aufklärung und bei der Navigation. Hier erwarte ich, dass konkrete Vorschläge kommen, damit in Zukunft enger zusammengearbeitet wird und damit derartige Projekte, derartige Defizite auch gemeinsam europäisch gelöst werden.

Der Bericht, der uns vorliegt, fordert, dass das Eurocorps permanent der Europäischen Union unterstellt wird. Und ich glaube, das wäre ein sehr wichtiger Fortschritt gegenüber den Gefechtsverbänden, die ja der Europäischen Union immer nur für ein halbes Jahr zur Verfügung stehen. Ich fordere, dass das Verteidigungskolleg, von dem der Kollege Kuhne gesprochen hat, in Zukunft nicht nur ein virtuelles Kolleg sein wird, sondern dass es tatsächlich eine Grundlage bekommt, damit es seinem Auftrag auch nachkommen kann.

 
  
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  Jan Marinus Wiersma (PSE). – Voorzitter, een aantal opmerkingen over de veiligheidsstrategie in het verslag van mijn geachte collega Kuhne. Hij heeft daaraan natuurlijk met de volledige steun van mijn fractie gewerkt en wij vinden het resultaat heel erg goed. Toch wil ik ook een paar opmerkingen ter attentie van de Hoge Vertegenwoordiger maken.

Die veiligheidsstrategie, die staat en die is in 2003 ontwikkeld als een belangrijke innovatie. De kern daarvan blijft natuurlijk overeind. Waar we nu over praten zijn aanpassingen aan een veranderde internationale agenda. Effectief multilateralisme is een belangrijk principe. De combinatie van civiele en militaire aspecten is enorm belangrijk. Ook de moderne dreigingsanalyse is van belang. Er zijn vele positieve voorbeelden hoe daarmee in de afgelopen jaren door de Europese Unie onder leiding van de heer Solana is omgegaan. Het is eigenlijk dezelfde aanpak, maar er wordt gewerkt met een bredere agenda. Iedereen heeft het hier erover dat je niet alleen kunt praten over terrorisme, over klassieke veiligheidsproblemen, maar dat je ook moet kijken naar de manier waarop vraagstukken die te maken hebben met energieveiligheid en klimaatbedreiging, voor onze veiligheidsagenda van belang zijn. Dat is de brede agenda.

Ik wil toch nog even opkomen voor de smalle agenda. Het gaat niet alleen om de veiligheid van staten, maar ook om de veiligheid van mensen. Ik vind het goed dat de heer Kuhne geprobeerd heeft in dit Parlement dat debat op gang te brengen, net zoals we in de VN die hele discussie hebben gehad over de "de verantwoordelijkheid om te beschermen". Daarbij gaat het ook om individuen. We moeten wel degelijk kijken hoe dat in ons concept kan worden verwerkt en ik vind het dus jammer dat de EVP in die gedachtevorming niet mee wil. Als wij praten over menselijke veiligheid, bedoelen we niet automatische interventie in elke situatie waarin misschien sprake is van een bedreiging van de menselijke veiligheid, maar we willen dat er beter rekening wordt gehouden met dit belangrijke element.

Ten aanzien van die brede agenda is ook van belang dat de Europese Unie dankzij het Verdrag van Lissabon - en laten we hopen en bidden dat de Ieren op 12 juni daarvoor zullen stemmen en daar gaan we ook van uit - met een brede agenda zal kunnen werken, omdat de nieuwe Hoge Vertegenwoordiger, die zo moet heten vanwege mijn eigen land, ook vice-voorzitter van de Europese Commissie zal zijn en dus die brede agenda goed zal coördineren.

Tenslotte nog een opmerking over de Verenigde Staten. Er zijn verkiezingen en we weten niet wie de twee kandidaten zullen zijn. In ieder geval is duidelijk dat met wie het ook wordt - en ik hoop natuurlijk dat het Obama wordt - beter zal zijn samen te werken over een aantal veiligheidsvraagstukken. Ik noem met name het punt van de non-proliferatie van kernwapens. McCain heeft daar interessante uitspraken over gedaan. Misschien is het tijd om aan het eind van jaar nog eens met initiatieven te komen, met nieuwe afspraken over bijvoorbeeld de multilateralisering van de splijtstofcyclus. Ik hoop dat de Hoge Vertegenwoordiger zich daarvoor wil inzetten.

 
  
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  István Szent-Iványi (ALDE). – Elnök úr, főmegbízott úr, biztos úr! Először is gratulálni szeretnék Saryusz-Wolski és Kuhne jelentéstevőknek az átfogó jelentésért, kitűnő munkát végeztek. Saryusz-Wolski jelentésének egyik legfontosabb megállapítása, hogy ma a Nyugat-Balkán stabilitása az Európai Unió első számú prioritása. Ezzel maradéktalanul egyetértek.

Koszovó esetében a tét nem kevesebb, mint a közös kül- és biztonságpolitika hitelessége. Az előzmények nem túl biztatóak: bár az Ahtisaari-tervet valamennyi tagállam támogatta, Koszovó elismerésében ma sincs egyetértés a tagállamok között. De ami még nagyobb baj, nincs egyetértés abban sem, hogy az UNMIK hatásköreit át kell-e adni az EULEX-nek. Márpedig ha ez nem történik meg, akkor az Európai Unió nem tudja teljesíteni saját vállalásait sem, ez pedig aláássa a hitelességét. Az EULEX missziónak nagyon fontos feladata a jogállamiság megteremtése, a működő piacgazdaság bevezetése, Koszovó többnemzetiségi jellegének a megerősítése, és a bizalomépítés az együtt élő népek között.

Az Európai Unió nem hagyhatja magára Koszovót. A nyugat-balkáni politikánknak három pilléren kell nyugodnia. Először is hiteles európai perspektívát kell kínálnunk az országoknak, a feltételeket szigorúan számon kell kérnünk és következetességet kell tanúsítanunk. Nagy hiba, ha pillanatnyi politikai megfontolásból figyelmen kívül hagyjuk a feltételeket vagy következetlenül olyan országoknak nyújtunk kedvezményeket, amelyek nem működnek együtt velünk, és olyan kedvezményeket, amelyeket nem adunk meg azoknak, akik együttműködnek. Ezek bizony továbbra is veszélyeztetik az Európai Unió hitelességét.

Az Európai Unió globális szerepet kíván játszani, nagyon helyesen, de ez mindaddig csak vágyálom marad, amíg a saját közvetlen szomszédságában nem képes a békét, a stabilitást és a felemelkedés lehetőségét biztosítani. Köszönöm.

 
Õigusteave - Privaatsuspoliitika