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Verfahren : 2009/2157(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A7-0060/2010

Eingereichte Texte :

A7-0060/2010

Aussprachen :

PV 19/04/2010 - 23
CRE 19/04/2010 - 23

Abstimmungen :

PV 05/05/2010 - 13.41
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P7_TA(2010)0131

Plenardebatten
Montag, 19. April 2010 - Straßburg Ausgabe im ABl.

23. Landwirtschaft der EU und Klimawandel (kurze Darstellung
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PV
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  Der Präsident. - Der nächste Punkt ist der Bericht von Stéphane Le Foll, im Namen des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, zum Thema EU-Agrarwirtschaft und Klimawandel (SEK(2009)0417 – 2009/2157(INI)) (A7-0060/2010).

 
  
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  Stéphane Le Foll, Berichterstatter.(FR) Herr Präsident, Herr Kommissar, der Bericht, den ich dem Parlament vorstelle, befasst sich damit, dass dem Agrarsektor beim Kampf gegen die Klimaerwärmung ein Platz und eine Rolle zukommt.

In dieser Woche hat uns die Natur diesmal in Form von Vulkanen daran erinnert, dass sie einen erheblichen Einfluss auf menschliche Aktivitäten und das Klima hat. Dies bedeutet jedoch, dass die Menschen und insbesondere Europa trotz allem die Verantwortung für das, was wir als globale Erwärmung bezeichnen, übernehmen müssen.

Mit meinem Bericht soll aufgezeigt werden, dass der Agrarsektor seine Kohlenstoffemissionen und den Verbrauch fossiler Brennstoffe weiter verringern und vor allem gleichzeitig einen sehr aktiven Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung leisten kann, sodass weltweit ein niedrigerer Kohlenstoffausstoß erzielt und sichergestellt werden kann, dass mehr Kohlenstoff gespeichert und gebunden wird.

Der Bericht versucht aufzuzeigen, dass die Landwirtschaft beim Auftreten von Problemen von einem sektoralen Ansatz abweichen muss, der in der Einführung einer neuen Richtlinie zu u. a. Boden, Wasser und Pestiziden besteht, und vielmehr versuchen sollte, die Agrarfrage durch einen umfassenden und systematischen Ansatz anzugehen.

Innerhalb eines solchen Ansatzes müssen wir Möglichkeiten finden, um, wie ich zuvor erwähnte, sicherzustellen, dass der Agrarsektor nicht nur seinen Energieverbrauch reduziert, sondern sich zugleich aktiv an der Kohlenstoffspeicherung beteiligt. Diese Rolle bezieht sich insbesondere auf Fotosynthese und Biomasse und speziell auf einen Bereich, der mir am Herzen liegt, nämlich dem Boden und der Speicherkapazität europäischer Böden hinsichtlich organischem Kohlenstoff.

Ich glaube, dass dieser von mir im Bericht erläuterte Ansatz, der hoffentlich bei der Abstimmung angenommen wird, die während der Plenartagung in Brüssel anberaumt ist, die Landwirtschaft in Europa dazu befähigen wird, in eine neue Phase der Nachhaltigkeit einzutreten und den Übergang umweltbewusster zu gestalten. Dies würde der europäischen Landwirtschaft einen Vorsprung gegenüber verschiedenen anderen Kontinenten und anderen Agrarsystemen einräumen. Ihre Auswirkungen wären sowohl in wirtschaftlicher als auch umwelttechnischer Hinsicht positiver, und sie hätte folglich einen positiveren Einfluss auf soziale Belange.

Der Bericht befasst sich daher mit dem spezifischen Thema der Landwirtschaft in Verbindung mit der Bekämpfung der Erderwärmung. Er enthält jedoch – jedenfalls hoffe ich das – ebenfalls die Forderung, andere Wege der Unterstützung insbesondere der Aussprache aufzutun, die zur künftigen Agrarpolitik nach 2013 stattfinden wird.

Ich wende mich an die Kommission. Wie bereits häufig zuvor, werde ich mich an die Agrarausschüsse wenden, und, sobald ich Gelegenheit dazu habe, werde ich zudem die verschiedenen Minister ansprechen. Meiner Ansicht nach müssen wir die Richtung ändern. Die GAP 2013 muss von Ehrgeiz geprägt sein. Sie muss auf der Grundlage von Zielen gestaltet werden, die dazu beitragen, den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln, warum wir eine gemeinsame Agrarpolitik brauchen.

Wir benötigen eine gemeinsame Agrarpolitik, weil die landwirtschaftliche Gemeinschaft Europas gleichzeitig die Ernährungssicherheit gewährleisten und den Weg zur Nachhaltigkeit einschlagen muss. Dies ist in jedem Fall die Richtung, die ich in meinem Bericht vorgebe und bei der mir hoffentlich eine große Mehrheit des Parlaments folgen wird.

 
  
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  Peter Jahr (PPE). - Herr Präsident! Vielen Dank an den Berichterstatter für seinen Bericht. Landwirtschaft ist derjenige Wirtschaftssektor, der bereits am meisten für den Schutz der Umwelt tut und auch noch tun kann. So ist es gelungen, den Ausstoß von Treibhausgasen in der Landwirtschaft bereits um 20 % zu reduzieren. Zudem entziehen landwirtschaftliche Böden und Pflanzen der Atmosphäre in großem Umfang CO2. Die Landwirtschaft ist somit Teil der Lösung des Problems Klimawandel. Andererseits muss die Nahrungsmittelproduktion für 500 Millionen EU-Bürger Priorität haben, und dies bei möglichst effizientem Ressourceneinsatz und größtmöglichem Schutz der Umwelt und der Artenvielfalt.

Dies können die Landwirte nicht alleine bewältigen. Dafür bedarf es einer starken europäischen Agrarpolitik, die sie dabei unterstützt. Nur so kann es gelingen, genügend Lebensmittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu erzeugen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, um den Klimawandel zu bekämpfen.

 
  
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  Anneli Jäätteenmäki (ALDE).(FI) Herr Präsident, der Bericht von Stéphane Le Foll ist von äußerster Wichtigkeit, weil die europäische Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft wichtige Themen darstellen.

Europa muss sich selbst versorgen können. Zur Prävention eines Klimawandels ist dies wichtig, weil kurze Transportwege und lokale Nahrungsprodukte das beste Mittel sind, um einen Klimawandel zu verhindern.

Die Landwirtschaft muss ökologisch nachhaltig sein, und hierbei liegt noch viel Arbeit vor uns. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union können hierbei eine Vorreiterrolle spielen, und in dieser Hinsicht befinden sich Europa und die Mitgliedstaaten in einer guten Position, da wir in Forschung investieren können.

 
  
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  Martin Häusling (Verts/ALE). - Herr Präsident! Ich darf Stéphane Le Foll recht herzlich für seinen Bericht danken. Er enthält ganz wesentliche Punkte, die wir in Zukunft beachten müssen. Klimaschutz muss auch ein Teil der neuen Agrarreform sein, er muss darin eingearbeitet sein. Wir brauchen in Zukunft nachhaltige und ökologische Verfahren, die Klimaschutz gewährleisten. Landwirtschaft ist nicht nur ein Opfer beim Klimaschutz, sondern auch ein wesentlicher Teil der Ursache. Immerhin stammen 10 % der Klimagase aus der Landwirtschaft. Auch da muss eine Reduktion stattfinden.

Man muss auch ein Thema beachten, das im Bericht von Stéphane Le Foll angesprochen wurde: Wir importieren sehr viel Soja aus z. B. Brasilien. Die europäische Landwirtschaft hat auch damit zu tun, dass in anderen Ländern Flächen von Urwald in sehr intensiv bewirtschaftete Agrarflächen umgewandelt werden, was sich letztlich auch wieder hier auswirkt. Das muss man in Zukunft betrachten. Wir müssen auch anstreben, in Zukunft in Europa wieder eine eigene Eiweißversorgung aufzubauen. Auch das ist ein Teil der Lösung der Umweltproblematik im Zusammenhang mit dem Klimaschutz.

 
  
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  Csaba Sándor Tabajdi (S&D). (HU) Ein äußerst wichtiger Aspekt des Le Foll-Berichts besteht darin, dass wir ohne Landwirtschaft nicht einmal in der Lage wären, Maßnahmen gegen eine Erderwärmung zu ergreifen. Zugleich denke ich hierbei besonders an die Forstwirtschaft, die bis heute keine angemessene Förderung erhält. Ich stimme vollkommen zu, dass die Landwirtschaft in Zukunft grüner und umweltfreundlicher sein muss. Dies ist einerseits sehr wichtig. Andererseits werden durch die Landwirtschaft zahlreiche ökologische Produkte für die Allgemeinheit – Artenvielfalt, Schutz der ländlichen Umgebung, Wasserreinheit und sonstiges – produziert, die nicht ausreichend vom Markt und der gemeinsamen Agrarpolitik vergütet werden. Unsere gemeinsame Agrarpolitik muss daher ab 2013 einen Markt für ökologische öffentliche Güter schaffen, sodass Landwirte zusätzliche Dienste und Ausgleichszahlungen für die zusätzlichen Dienstleistungen, die sie bereitstellen, erhalten können.

 
  
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  Sari Essayah (PPE).(FI) Herr Präsident, dieser Initiativbericht befasst sich mit einem extrem wichtigen Bereich, weil der Rolle der Landwirtschaft in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen wird. Der Bedarf an Lebensmitteln steigt in der ganzen Welt rasch an, während infolge des Klimawandels weltweit immer weniger Agrarflächen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus stellen die Verbraucher immer höhere Qualitätsanforderungen an Nahrungsmittel.

Europa muss die eigene Ernährungssicherheit zuverlässig gewährleisten und sich gleichzeitig am Erhalt der Lebensmittelversorgung auf anderen Kontinenten beteiligen.

Investitionen in eine nachhaltige Forstwirtschaft und eine verbesserte Nutzung der Wälder müssen auch als ein wichtiger Bestandteil der EU-Klimapolitik erachtet werden. Daher war ich ein bisschen enttäuscht darüber, dass im Rahmen der EU 2020-Strategie nur ein unbedeutender Betrag in die Land- und Forstwirtschaft investiert wird. Schließlich spielen die Land- und Forstwirtschaft eine sehr entscheidende Rolle, um die Sicherheit von europäischen Lebensmitteln, eine effektivere Bioenergieerzeugung und die Existenzfähigkeit der ländlichen Gebiete zu gewährleisten.

 
  
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  Marit Paulsen (ALDE).(SV) Herr Präsident, wenn ich mir erlauben darf, möchte ich dem Berichterstatter für diesen sehr erfrischenden neuen Ansatz danken. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Land- und Forstwirtschaft die wichtigsten Faktoren unserer Bemühungen zur Verringerung von Kohlenstoffemissionen sind, insbesondere, wenn wir Kohlenstoff in Bäumen, Pflanzen und Wurzeln binden und im Boden speichern müssen. Dies erfordert nicht die Beherrschung neuer Technologien oder die Durchführung von Forschungsprojekten, da wir bereits über das Wissen und die erforderlichen Instrumente verfügen.

Ich habe gerade vom Tierschutz und dem Wohlbefinden der Tiere gesprochen und möchte hierzu eine radikale Frage stellen: Müssen wir nicht die gemeinsame Agrarpolitik selbst verändern? Wenn wir die Landwirte für all die von ihnen produzierten Leistungen vergüten würden, die für die gesamte Gesellschaft – wie es der Fall ist – lebensnotwendig sind, sollten wir die Menschen anstatt für ihre Besitzgüter für das bezahlen, was sie leisten.

 
  
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  Vasilica Viorica Dăncilă (S&D).(RO) Zunächst möchte ich den Berichterstatter zu dem umfassenden Ansatz bei einem der gegenwärtig dringendsten Problemen beglückwünschen. Der Klimawandel stellt nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft und die Gesellschaft eine der größten Bedrohungen dar. Die Getreideernten unterliegen von Jahr zu Jahr Schwankungen, da sie durch extreme Umbrüche in den klimatischen Bedingungen stark beeinträchtigt werden. Dies hat implizite Auswirkungen auf sämtliche Wirtschaftsbereiche, aber die Landwirtschaft ist dem besonders stark ausgesetzt.

Vor diesem Hintergrund müssen im Rahmen der Strategien der Europäischen Kommission die Prävention und Minderung der negativen Auswirkungen auf die Landwirtschaft in der Europäischen Kommission Beachtung finden, indem in die am stärksten betroffenen Bereichen ein Aktionsplan implementiert wird. Ich beziehe mich hierbei auf die Anpassung von landwirtschaftlichen Tätigkeiten an die neuen Bedingungen: Aufforstung, Bewirtschaftung von Wasserressourcen aus der Landwirtschaft und umweltfreundliche Bearbeitung verunreinigter Böden.

Zu den weiteren Maßnahmen muss ein Plan für die Zukunft gehören, mit dem Ziel, die Ursachen des Klimawandels zu beseitigen, indem eine globale Wirtschaft auf Grundlage geringer Kohlenstoffemissionen in Verbindung mit der Verbesserung der Energiesicherheit gefördert wird. Die Europäische Union muss an ihrer Führungsrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels festhalten, der nicht infolge der derzeitigen wirtschaftlichen Probleme vernachlässigt werden darf.

 
  
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  Czesław Adam Siekierski (PPE).(PL) Herr Präsident, ich bin von dem umfassenden Ansatz dieses Berichts beeindruckt. Ich möchte jedoch eine einfache Frage stellen: Inwieweit ist die Landwirtschaft tiefgreifend für den Klimawandel verantwortlich, was ist ihr Einfluss, was sind ihre Auswirkungen darauf? Ich denke dabei sowohl an nutzbringende Effekte als auch an nachteilige Konsequenzen. Kann man davon ausgehen, dass die Position der Wissenschaft und unsere Forschungsergebnisse ausreichend starke Argumente liefern, um einen so hohen Ausgabenanstieg bei der Bekämpfung der Erderwärmung, die bisher noch nicht in allen Punkten bestimmt wurde, erwarten zu können? Schließlich ist es derzeit dringend erforderlich, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, der Arbeitslosigkeit und andere schwierig zu lösende Probleme, die sich aus der sozialökonomischen Lage in der Union ergeben, anzugehen.

Inwieweit werden im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik bereits die Auflagen zum Klimaschutz umgesetzt, und welche Instrumente können auf diesem Gebiet in Zukunft in der GAP angewandt werden?

 
  
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  Chris Davies (ALDE). – Herr Präsident, ich möchte lediglich auf meine Heimat hinweisen. Ich habe das Glück, am Rande des Saddleworth Moor zwischen den englischen Städten Manchester und Leeds zu wohnen. Dies ist der südliche Endteil eines Torfgebietes, das sich von England bis hinauf nach Schottland erstreckt.

Auf diesen in ganz Europa sehr seltenen Lebensraum hat sich die 250 Jahre dauernde industrielle Verschmutzung wie ein Kahlschlag ausgewirkt, sodass die Artenvielfalt in diesem Lebensraum zerstört wurde. Hinzu kam die Überweidung, vielleicht durch Schafe, sowie durch Brände. Mit dem Austrocknen des Torflands werden natürlich für die Erderwärmung verantwortliche Gase freigesetzt. Ein hohes potenzielles Aufkommen an Treibhausgasen wurde in einem Gebiet freigesetzt, das eigentlich eine herrliche Gegend sein sollte.

Die Royal Society for the Protection of Birds, Europas größte Organisation zum Schutz von Wildvögeln, versucht nun, diesen Lebensraum wiederherzustellen und das Sphagnum Moos, das für das Torfland kennzeichnend war, erneut anzupflanzen. Bei den dazu erforderlichen finanziellen Mittel handelt es sich nicht um Millionenbeträge, sondern um Summen, die sich im Bereich der Zehntausenden oder vielleicht Hunderttausenden bewegen. Dieser kleine Mosaikstein kann einen Beitrag zur Wiederherstellung und Förderung der Artenvielfalt sowie zum Schutz dieses Lebensraum im Moor leisten, der sicherstellt, dass die Treibhausgase nicht freigesetzt werden. Wir müssen das unbedingt im Hinterkopf behalten, wenn wir die Reform zur gemeinsamen Agrarpolitik überarbeiten.

 
  
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  Silvia-Adriana Ţicău (S&D).(RO) Die Landwirtschaft erzeugt einen beträchtlichen Anteil des Gesamtvolumens an Kohlendioxidemissionen. Wir weisen daher verstärkt auf die Erfordernis hin, die Energieeffizienz in diesem Bereich zu verbessern. Ich bitte die Kommission dringend darum, fortlaufend die Verbindung zwischen hohen Nahrungsmittelpreisen und steigenden Energiepreisen, insbesondere hinsichtlich der genutzten Brennstoffe, zu prüfen.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Anreize zum nachhaltigen Anbau von Energiepflanzen nicht die Lebensmittelproduktion gefährden dürfen. Aus diesem Grund rufen wir die Kommission dazu auf, die Folgen einer erhöhten Produktion von Biokraftstoff in der Europäischen Union und in Drittländern hinsichtlich der veränderten Bodennutzung, Nahrungsmittelpreisen und des Zugangs zur Lebensmittelversorgung zu überwachen.

Wir fordern die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Forschung und Entwicklung zu fördern, um den Klimawandel zu verhindern und eine Anpassung daran zu ermöglichen. Ich beziehe mich hier insbesondere auf die Forschung zu der künftigen Generation an Biokraftstoffen.

 
  
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  Andris Piebalgs, Mitglied der Kommission. Herr Präsident, ich möchte dem Berichterstatter Stéphane Le Foll für diesen sehr wichtigen Bericht zur Landwirtschaft und dem Klimawandel danken.

Die Bekämpfung des Klimawandels hat weltweit absolute Priorität. Die EU leistete einen erheblichen Beitrag, und auch der Agrarsektor leistet bereits seinen Beitrag daran. Wir verfolgen eine Politik, die Treibhausgasemissionen begrenzt. Zudem liefert die Landwirtschaft erneuerbare Energiequellen, indem der gesamte Kreislauf und alle Produkte aus der Landwirtschaft optimaler genutzt werden. Die EU-Agrarpolitik ist zusätzlich damit beschäftigt, die Funktion einer Kohlenstoffsenke für landwirtschaftlich genutzte Flächen zu optimieren.

Seit der Reform 1992 wurden erhebliche Fortschritte bei der Einbeziehung aller umweltbedingten Erwägungen in die gemeinsame Agrarpolitik erzielt. Die jüngste „gesonderte Überprüfung” der Reform stellt einen weiteren Schritt in diese Richtung dar, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf der Abmilderung und Anpassung an den Klimawandel liegt.

Das Rahmenwerk der derzeitigen gemeinsamen Agrarpolitik liefert einen ausgewogenen Ansatz zwischen verbindlichen Anforderungen, die durch Cross-Compliance verstärkt werden, das die Grenzen einiger landwirtschaftlicher Praktiken und positive Anreize für klimafreundliche Anbaumethoden festlegt, die durch ländliche Entwicklung bereitgestellt werden.

Die Kommission teilt uneingeschränkt die Auffassung, dass der Klimawandel nun weltweit angegangen werden muss und es wichtig ist, dass auch andere unserem Beispiel folgen. Wir müssen einerseits die EU-Landwirtschaft weiter dabei unterstützen, sich an der Eindämmung des Klimawandels zu beteiligen, indem sie ihre eigenen Treibhausgasemissionen herabsetzt, die Kohlenstoffbindung in den Böden erhöht und andere regenerative Energiequellen nutzt. Andererseits müssen wir sie hinsichtlich der Lebensmittelproduktion produktiver und effizienter gestalten, um auf diesem Weg zu zeigen, dass beide Ziele erreicht werden können: Ernährungssicherheit einerseits, ökologische Nachhaltigkeit andererseits.

Bei der jetzigen Vorbereitung der gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 und angesichts der Ergebnisse aus den laufenden Verhandlungen zum Klimawandel wird die Kommission Möglichkeiten untersuchen, um Anpassungs- und Eindämmungsziele weiter und besser in die Instrumente der gemeinsamen Agrarpolitik zu integrieren.

 
  
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  Der Präsident. – Die Aussprache wird geschlossen.

Die Abstimmung wird in zwei Wochen bei der nächsten Plenartagung in Brüssel stattfinden.

Schriftliche Erklärungen (Artikel 149)

 
  
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  Robert Dušek (S&D), schriftlich.(CS) Die Landwirtschaft ist und wird auch weiterhin direkt vom Klimawandel betroffen sein, weil sie mit lebenden Organismen arbeitet und ihre Erzeugnisse vor allem von der Boden-, Wasser- und Luftqualität abhängen. Leider ist die Landwirtschaft gegenwärtig mit einem Anteil von fast 10% an der Erzeugung von Treibhausgasen beteiligt. Distickstoffoxid wird aus Stickstoffdüngern freigesetzt, und Methan wird durch den Verdauungsprozess des Viehbestandes erzeugt. Gerade die Landwirtschaft kann natürlich bei der Bekämpfung der Erderwärmung einen Beitrag leisten, insbesondere durch neue Verfahren zur Bodenbearbeitung, die auf den Erhalt der Böden und die Reduzierung des gespeicherten Kohlenstoffs abzielen, unterstützt durch die Forstwirtschaft und land- und forstwirtschaftliche Systeme sowie durch den biologischen Landbau. Ich begrüße und teile vollauf die Meinung des Berichterstatters hinsichtlich der Einführung einer echten europäischen Forstwirtschaftspolitik, die es ermöglicht, die Verwaltung und die Nacherzeugnisse aus der Forstwirtschaft zu unterstützen und zu fördern und eine Ausbeutung der Wälder aufgrund von Wirtschaftstätigkeiten zu verhindern, die hauptsächlich auf die Erzielung finanzieller Profite entweder für halbstaatliche oder private Unternehmen ausgerichtet sind. Die wissenschaftliche Forschung zeigt auf, dass dieser Sektor hervorragend in der Lage ist, Kohlenstoff in natürlicher und unverschmutzter Form zu binden. Die Wälder leisten zudem einen Beitrag, um Probleme wie Bodenerosion und -verschlechterung, Wasserknappheit und Umweltbelastung zu lösen und die biologische Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Aus all den genannten Gründen unterstütze ich vollauf die Annahme dieses Berichts.

 
  
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  Mairead McGuinness (PPE), schriftlich. – Ich begrüße diesen aktuellen Bericht, der sich mit der Rolle befasst, die die Landwirtschaft bei der Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels spielen kann. Der FAO-Bericht „The State of Food and Agriculture 2009" weist mit Nachdruck darauf hin, dass der Viehbestand für die Lebensmittelherstellung weltweit eine Notwendigkeit ist. Um die globale Nachfrage nach Nahrungsmitteln zu befriedigen, ist ein Erhalt unseres derzeitigen Produktionsniveaus von wesentlicher Bedeutung. Es muss jedoch ein Ausgleich geschaffen werden zwischen der Bereitstellung von ausreichend Nahrung für die Weltbevölkerung und einer Herstellung dieser Lebensmittel, mit der nicht die negativen Auswirkungen auf das Weltklima verstärkt werden. Die Rolle, die europäische Landwirte dabei spielen können, wird in der laufenden Debatte zur zukünftigen Gestaltung der GAP nach 2013 deutlicher in den Mittelpunkt gerückt. Dabei ist es von wesentlicher Bedeutung, dass die EU unseren Landwirten bei diesem Balanceakt Hilfestellung leistet.

Die im EP-Bericht enthaltene Forderung, Landwirten für ihre Bemühungen zur Emissionssenkung Ausgleichszahlungen zukommen zu lassen und Unterstützung zur Anpassung an den Klimaschutz bereitzustellen, hat meine volle Unterstützung. Die im Bericht vorgeschlagene Ausarbeitung einer Strategie auf EU-Ebene, um den Auswirkungen ungünstiger Wetterbedingungen auf die EU-Landwirtschaft zu begegnen, ist sehr begrüßenswert und in der Tat sehr sachdienlich, wenn man die außergewöhnlich harten Klimabedingungen berücksichtigt, denen Landwirte in den vergangenen Monaten ausgesetzt waren.

 
  
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  Rovana Plumb (S&D), schriftlich.(RO) Der Klimawandel hat einen direkten Einfluss auf die Landwirtschaft. Die schlimmsten Auswirkungen des Klimas treffen insbesondere die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten, die für ihren Lebensunterhalt auf Landwirtschaft angewiesen sind. Frauen gehören zu der Bevölkerungsgruppe, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie einerseits in vielen Ländern den Großteil der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft stellen, während ihnen andererseits im Vergleich zu Männern nicht die gleichen Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit zur Verfügung stehen.

Die Bewirtschaftungsweise, die in diesem Jahrtausend, in das wir gerade eingetreten sind, angewandt wird, baut auf Handarbeit auf, um den wesentlichen Anforderungen zu genügen: Gewährleistung der Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit für die Weltbevölkerung (die bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 9 Milliarden anwachsen wird), Harmonisierung von Maßnahmen, um den quantitativen und qualitativen Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion mit dem Ziel zu stützen, bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln den durch die Biotreibstoffproduktion auferlegten Entwicklungsanforderungen zu entsprechen und gleichzeitig die Ökosysteme zu schützen und die Verbindung zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung zu durchbrechen.

Meiner Ansicht nach muss eine neue Strategie angenommen werden, die auf einem neuen Ansatz mit Fokus auf nachhaltigen Modellen für die landwirtschaftliche Produktion basiert and Ausgleichsbeihilfen erfordert, um die mit diesen Zielsetzungen verbundenen zusätzlichen Kosten abzudecken (z. B. lokale Öko-Zertifizierungsverträge). Diese Strategie sollte des Weiteren auf „grünen Jobs” und der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt aufbauen (Erhalt der ländlichen Gebiete, Erhalt der Artenvielfalt, Treibhäuser für Gemüse und Blumen).

 
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