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Verfahren : 2010/2679(RSP)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : B7-0264/2010

Eingereichte Texte :

B7-0264/2010

Aussprachen :

Abstimmungen :

PV 19/05/2010 - 6.9
CRE 19/05/2010 - 6.9
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P7_TA(2010)0182

Plenardebatten
Mittwoch, 19. Mai 2010 - Straßburg Ausgabe im ABl.

6.9. Andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel (Thrombin vom Rind und/oder vom Schwein) (B7-0264/2010) (Abstimmung)
PV
  

- Vor der Abstimmung:

 
  
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  Jo Leinen, im Namen der S&D-Fraktion. – Herr Präsident! Bei dieser Abstimmung brauchen wir keinen Umweg, sondern da können wir direkt entscheiden. Der Umweltausschuss empfiehlt dem Plenum, das Zusammenkleben von Fleischstücken zu unterbinden und Thrombin deshalb nicht als Zusatzstoff aufzunehmen.

Ein Steak muss ein Steak sein, ein Schinken muss ein Schinken sein. Ich bin sicher, dass die Wählerinnen und Wähler aller Abgeordneten dies so wollen. Deshalb stimmen Sie unserem Antrag zu, kein Thrombin als Zusatzstoff in unsere Lebensmittelverordnung aufzunehmen!

 
  
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  Pilar Ayuso, im Namen der PPE-Fraktion (ES) Herr Präsident! Thrombin ist ein Zusatzstoff, der zum Zusammenkleben von einzelnen Fleischbestandteilen verwendet werden kann, denn Tatsache ist, dass es im Zusammenhang mit seiner Verwendung keine technologischen Probleme oder Probleme der Lebensmittelsicherheit gibt. In einigen Ländern wird es bereits verwendet.

Im vorgeschlagenen Änderungsantrag zum Anhang heißt es, dass mit Thrombin verarbeitetes Fleisch fertig verpackt und etikettiert verkauft werden kann. Somit wird der Verbraucher nicht betrogen, was dem Grundprinzip dieser Entschließung entspricht.

Ich möchte auf jeden Fall den Kommissar fragen, ob sich die Europäische Kommission dafür einsetzen kann, dass Produkte, die Thrombin enthalten, aufgrund eines geeigneten Etiketts, insbesondere innerhalb des Rahmens der gegenwärtigen Untersuchung des Verordnungsvorschlags zu den für Verbraucher bereitgestellten Informationen, nicht als Imitationen angesehen werden können.

 
  
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  John Dalli, Mitglied der Kommission – Herr Präsident! Im Zuge der Genehmigung des Lebensmittelzusatzes Thrombin wurden von der Kommission unter Zusammenarbeit mit allen Mitgliedstaaten alle vier in der Verordnung für Lebensmittelzusatzstoffe festgehaltenen Forderungen sorgfältig abgewogen. Dies sind: Der Sicherheitsaspekt, eine hinreichende technologische Notwendigkeit, Informationsaspekte und Vorteile und Nutzen für die Konsumenten.

In Bezug auf Sicherheit hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Erzeugnis untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es hinsichtlich dieses Erzeugnisses keine Sicherheitsbedenken gibt. In Bezug auf Hygiene kann ich in diesem Fall die Ansicht nicht teilen, dass die Gefahr einer Kontamination größer ist als bei anderen Erzeugnissen, wie etwa bei Hackfleisch.

Zweitens wurde die hinreichende technologische Notwendigkeit für dieses Erzeugnis erwiesen. Das Enzympräparat wirkt als Stabilisator im Fleischwendprodukt. Diese technologische Funktion ist ausdrücklich in der Verordnung für Lebensmittelzusatzstoffe beschrieben, die vom Parlament angenommen wurde.

Drittens, Informationsaspekte und insbesondere die im Bericht vorgebrachten großen Bedenken, dass das Erzeugnis den Konsumenten irreführen würde. Da wir uns der möglichen Gefahren voll bewusst sind, enthält unser Vorschlag die folgenden, strikten Forderungen – die übrigens weitreichender sind als das gewöhnlich für Lebensmittelzusätze notwendig ist. Erstens, das Erzeugnis kann nur fertig verpackt an den Endverbraucher verkauft werden. Zweitens, das Erzeugnis muss eine zusätzliche Kennzeichnung enthalten und der Begriff „Combined Meat Parts“ muss in der Nähe des Verkaufsnamens angebracht sein. So wird der Verbraucher gut über die Art des Produktes informiert. Drittens, der Name des Enzyms und sein tierischer Ursprung muss im Zutatenverzeichnis angegeben werden. Ich muss betonen, dass dieses Kennzeichnungsanforderungen strenger sind als die Anforderungen, die auf Produkte anwendbar sind, denen andere Zutaten wie etwa Blutproteine und genehmigte Zutaten aus demselben Zweck zugefügt wurden, für die jedoch keine zusätzliche Kennzeichnung vorgeschrieben ist.

Wenn strengere Kennzeichnungsanforderungen angegeben sind, werden sie berücksichtigt werden. Das betreffende Enzympräparat wird bereits in mehreren Mitgliedstaaten ohne irgendwelche Kennzeichnungsanforderungen als Verarbeitungshilfsstoff verwendet. Unser Vorschlag macht die Situation klar und würde die Mitgliedstaaten dazu verpflichten, die geforderten Kennzeichnungsregeln anzuwenden. Dadurch wäre der Verbraucher besser informiert. Darüber hinaus werden Verbraucher, insbesondere jene, die mehr Unterstützung benötigen, vom Vorhandensein billigerer Fleischprodukte profitieren, da wertvolle, während der Fleischverarbeitung anfallende Fleischbestandteile besser genutzt werden.

Dieser Zusatzstoff ist meiner Ansicht nach ein Beispiel der Entwicklung des Lebensmittelsektors, der Vorteile für Verbraucher bringen wird. Ich sehe keinen Grund für seine Unzulässigkeit und hoffe sehr, dass Sie Verständnis für die vollkommen triftigen Gründe haben werden, die ich deshalb erläutert habe, um zu zeigen, warum er genehmigt werden soll. Ich bin dem Parlament gegenüber eine Verpflichtung eingegangen: Ich werden den Menschen nicht sagen, was sie essen sollen. Aber ich werde ihnen sagen, was sie essen. Mein Standpunkt entspricht dieser Verpflichtung.

 
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