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Plenardebatten
Dienstag, 5. April 2011 - Straßburg Ausgabe im ABl.

Fischereiabkommen EG/Komoren – Finanzielle Maßnahmen der Gemeinschaft zur Durchführung der Gemeinsamen Fischereipolitik und im Bereich des Seerechts – Fischerei - Technische Übergangsmaßnahmen – Einfuhr von Fischereierzeugnissen aus Grönland (Aussprache)
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  Maria do Céu Patrão Neves (PPE).(PT) Herr Präsident, Frau Kommissarin, ich gratuliere allen vier Berichterstattern, möchte mich aber auf nur zwei der gerade erörterten Berichte konzentrieren. Im Jahr 2008 führte das Fehlen eines Konsenses über einen Verordnungsentwurf, der die EU-Verordnung über die Erhaltung der Fischereiressourcen vereinfachen und klarer machen sollte, zum Erlass der aktuellen Verordnung, mit der eine Reihe von Übergangsmaßnahmen eingeführt wurden, zunächst für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis zum 30. Juni 2011. Der aktuelle Legislativvorschlag verlängert die Gültigkeit dieser Übergangsbestimmungen um weitere 18 Monate - mit anderen Worten, bis zum 1. Januar 2013 - in Erwartung einer neuen Verordnung über technische Maßnahmen, die den Rahmen für die überarbeitete Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) bilden soll.

Es ist wichtig, dass während dieser Übergangsperiode ein gesetzliches Rahmenwerk für die Fischerei besteht, das die Interessen der Fischer wahrt, ohne dabei das grundlegende Ziel der Förderung einer nachhaltigen Fischerei aus den Augen zu verlieren. Die gegenwärtig bestehende Absicht, die Verwendung von Trammelnetzen nicht auszuweiten und sie ab dem 1. Oktober 2010 für Tiefen zwischen 200 und 600 Metern zu untersagen, stellt für das Gesagte kein gutes Beispiel dar. Das gegenwärtig bestehende Verbot dieser Fangmethode, die von einem Teil der handwerklichen portugiesischen Flotte zur nachhaltigen Nutzung von Fischarten wie Seeteufel und Seehecht benutzt wurde, war in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht ein schwerer Schlag für den Sektor und für die Fischereigemeinden, die am meisten von der Nutzung dieser Ressourcen abhängig sind.-

Ich möchte Sie daher bitten, die Annahme eines Vorschlags zu unterstützen, den meine Kollegen Herr Capoulas Santos und Herr Ferreira im Plenarsaal eingereicht haben, mit dem lediglich bewirkt werden soll, dass die Rechtslage, die bis zum 1. Oktober 2010 galt, bis 2013 fortbesteht.

Ich möchte außerdem auf den Verordnungsentwurf eingehen, der die Finanzierungsmaßnahmen der Gemeinschaft bezüglich der Umsetzung der GFP und des Seerechts regelt: der Ferreira-Bericht. Zusammen mit dem Europäischen Fischereifonds stellt dies das wichtigste Finanzierungsinstrument zur Unterstützung der Fischerei dar und stellt die Finanzierung für die Bereiche internationale Beziehungen, Governance, das Sammeln wissenschaftlicher Daten und Meinungen und die Überwachung der Umsetzung der GFP.

In diesem Kontext möchte ich meine volle Unterstützung für die in diesem Plenarsaal durch den Berichterstatter vorgelegten Vorschläge zur Erhöhung der möglichen EU-Kofinanzierung auf 60 % für den Bereich des Sammelns, Verwaltens und Nutzens von Grunddaten und Zusatzdaten ausdrücken. Die zunehmende Erkenntnis von der Wichtigkeit der Fischereibewirtschaftung auf der Grundlage aktueller und fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse über den Zustand der Bestände ist Begründung genug, die Vorschläge des Berichterstatters und den Bericht insgesamt anzunehmen.---

 
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