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Τετάρτη 20 Νοεμβρίου 2013 - Στρασβούργο Αναθεωρημένη έκδοση

6. Απονομή του Βραβείου Ζαχάρωφ (Πανηγυρική Συνεδρίαση)
Βίντεο των παρεμβάσεων
Συνοπτικά πρακτικά
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  Der Präsident. − Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Heute ist aus zwei Gründen ein ganz besonderer Tag für unser Parlament: Wir feiern heute den 25. Jahrestag des Sacharow-Preises zusammen mit Lord Plumb – der als erster Präsident des Europäischen Parlaments diesen Preis verliehen hat –, zusammen mit 22 Sacharow-Preisträgern, die hier unten in der Mitte des Plenums Platz genommen haben. Ich wäre Ihnen dankbar, meine Damen und Herren, wenn Sie sich zu Ehren der Kolleginnen und Kollegen und der Preisträger, die hier unten sind – es sind nämlich auch Kollegen, amtierende Regierungschefs dabei, die ich herzlich willkommen heiße – wenn Sie sich einen Moment erheben würden zu Ehren unserer Sacharow-Preisträger der vergangenen Jahre. Herzlich willkommen, meine Damen und Herren.

(Anhaltender Beifall)

Vielen Dank für diese große Geste! Unser Applaus gilt aber ganz sicher in besonderer Weise jenen Preisträgerinnen und Preisträgern, die heute nicht bei uns sein können, weil sie inhaftiert sind oder weil sie unter Hausarrest stehen. Ganz sicher denken wir auch an die Preisträger vergangener Jahre, die verstorben sind.

Heute ist ein ganz großer Tag für das Europäische Parlament: Der 25. Sacharow-Preis, den verleihen wir an eine Überlebende, an eine Heldin, an eine außergewöhnliche junge Frau, für ihren Einsatz für das Recht auf Bildung: an Malala Yousafzai.

(Beifall)

Ich möchte Sie bitten, ein kurzes Video anzuschauen, um unsere Preisträgerin einen Moment lang etwas besser kennen zu lernen.

(Vorführung des Videos auf den Bildschirmen)

Liebe Malala, wir sind dankbar und glücklich, dass Sie den feigen Mordanschlag überlebt haben und dank hervorragender Ärzte in Pakistan und England wieder genesen sind. Wir freuen uns von Herzen, dass es Ihnen wieder besser geht!

Ich habe in Ihrem Buch "Ich bin Malala" einen Satz gelesen, der mich tief beeindruckt hat. Ich zitiere ihn: "Ich möchte nicht als das Mädchen, auf das die Taliban geschossen haben, bekannt sein, sondern als das Mädchen, das für Bildung kämpft. Dieser Sache will ich mein Leben widmen." Soweit das Zitat. Sie sind mit ihren 16 Jahren eine wissensdurstige junge Frau; Sie sind heute – das kann man so sagen –, bereits eine globale Ikone im Kampf für das Recht auf Bildung. Sie sind ein Symbol für den Widerstand gegen Fanatismus.

Sie haben mit Ihrem Einsatz eine globale Bewegung für Kinderrechte gestartet. Mit Ihrem Mut, auch mit Ihrer Demut und Ihrer Klugheit haben Sie uns alle tief berührt. Und das ist erst der Anfang Ihres jetzt schon ungewöhnlichen Lebenswegs. Ich bin mir sicher, wir werden noch sehr viel von Ihnen hören, und wir haben jetzt schon eine Menge von Ihnen lernen können.

Ich erinnere mich auch noch an einen weiteren Satz von Ihnen, der mich tief beeindruckt hat. Sie sagten, dass aus Ihnen nicht die Malala geworden wäre, die Sie heute sind, wenn Sie in einer anderen Familie aufgewachsen wären. Ihr Vater, Ziauddin Yousafzai, selbst Lehrer, ist unter großer Gefahr für sein eigenes Leben, immer öffentlich für seine Überzeugungen eingetreten, und zwar für die Überzeugung, dass Mädchen und Jungen gleich viel wert sind und beide das Recht haben, zur Schule zu gehen.

Ihr Vater hat als Erster das Schweigen gebrochen, um auf die Zerstörung von Schulen durch die Taliban in Ihrer Heimat im pakistanischen Swat-Tal aufmerksam zu machen. Ihr Vater hat Sie, als Sie ein elf-, zwölfjähriges Mädchen waren, ermutigt, unter einem Pseudonym einen Blog für die BBC über das Leben unter der Taliban-Herrschaft zu schreiben, er hat sie ermutigt, Interviews zu geben und dagegen zu protestieren, dass die fanatischen Taliban kleinen Mädchen den Weg zur Schule verwehren.

Was dieser Vater mit seiner Tochter anders gemacht habe, als andere, das wurden Sie gefragt, Herr Yousafzai, neulich bei einem Interview. "Was haben Sie anders gemacht, als andere Väter. Und Sie haben geantwortet: "Nichts. Jedenfalls habe ich nichts Besonderes anders gemacht." Er habe sie nicht eingesperrt, sondern ihr die Freiheiten gelassen, die ein junges Mädchen braucht. Er sagte: "Ich habe ihr nicht die Flügel gestutzt, sie soll fliegen, von mir aus bis zu den Sternen!" Das sind bemerkenswerte Worte von einem bewundernswerten Mann. Malala, ich bin mir sicher, dass Sie so stolz auf ihren Vater sind wie er auf Sie.

(Beifall)

Am 12. Juli haben Sie bei den Vereinten Nationen einen leidenschaftlichen Appell an uns gerichtet: „Ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern!“ Das haben Sie vor den Vereinten Nationen gesagt. Mit Ihren gerade einmal 16 Jahren erinnern Sie uns an eine grundlegende Wahrheit: Bildung und Wissen sind die besten Investitionen einer Gesellschaft, sie sind die besten Waffen im Kampf gegen Intoleranz, Gewalt und Armut.

Die heutige Verleihung des Sacharow-Preises an Malala ist ein Auftrag an uns alle: der Auftrag, für das Recht auf Schulbildung von Jungen und Mädchen weltweit zu kämpfen. Mehr als 125 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit haben keinen Zugang zu Bildung und drei Viertel davon sind Mädchen! Das ist eine Schande für uns alle, eine Schande, dass es im 21. Jahrhundert noch immer Kinder gibt, die nicht wissen, was sie morgen essen sollen, Kinder, die hart arbeiten müssen, anstatt lernen zu können. Kinder, die für den Schulbesuch ihr Leben riskieren, Kinder, die ermordet werden, weil sie zur Schule gehen. Bildung ist doch kein Privileg, Bildung ist ein fundamentales Grundrecht aller Menschen!

Der universelle Zugang zu Bildung – für Jungen genauso wie für Mädchen - ist der Schlüssel zu einer gerechteren und wohlhabenderen Gesellschaft. Heute, am Weltkindertag, wollen wir uns als Europäisches Parlament deshalb gemäß dem heute verabschiedeten europäischen Manifest verbindlich dazu verpflichten, das Recht auf Bildung weltweit zu verteidigen und zu schützen.

Malala, Sie haben Millionen Kindern und heranwachsenden jungen Frauen eine Stimme gegeben. Sie haben Millionen Kindern und Mädchen Hoffnung geschenkt.

Sie haben einen Traum: Jeder Junge, jedes Mädchen kann in jedem Land, in jeder Stadt, in jedem Dorf auf dieser Welt kostenlos eine Schule besuchen. Ich finde, es liegt in unser aller Verantwortung, ja es ist unsere Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass dieser Traum eine Realität wird. Es ist mir eine große Freude und es ist uns allen in diesem Parlament eine große Ehre, Ihnen heute im Namen des Europäischen Parlaments den 25. Sacharow-Preis in Anerkennung Ihres Kampfes für das Recht der Kinder auf Bildung, in Pakistan und auf der ganzen Welt, zu verleihen. Es ist ein außergewöhnlicher, ein ehrenvoller Tag für uns, dass Sie diesen Preis akzeptiert haben. Herzlichen Glückwunsch!

(Lang anhaltender Beifall)

 
  
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  Malala Yousafzai, winner of the Sakharov Prize 2013. − Bismi-llahi r-rahmani r-rahim – in the name of God, the most beneficent, the most merciful, I would like to start with a great quote from a great French philosopher. Voltaire said: ‘I do not agree with what you have to say, but I will defend to the death your right to say it.’

(Applause)

Mr President, respected Members of the European Parliament, respected Governor of Punjab, Pakistan, Mr Mohammad Sarwar, honourable Ambassador of Pakistan to the European Union, Mr Munawar Bhatti, and respected, honourable and dear Sakharov Prize winners, dear brothers and sisters, it is a great honour for me to be here at this important event.

The Sakharov Prize for freedom of thought is a prestigious award for me. This award gives me encouragement to pursue my cause, and I truly feel honoured when I look at the list of previous recipients: amazing and deserving recipients like Nelson Mandela, Aung San Suu Kyi and Kofi Annan. I am happy and honoured to have been unanimously nominated and selected for this prize. I dedicate this prestigious award to the unsung heroes of Pakistan and to people all over the world who are fighting for their basic human rights.

(Applause)

This great Union of countries is a great example of togetherness and unity. I am hopeful that the European Parliament will look beyond Europe to the suffering countries where people are still deprived of their basic rights, where freedom of thought is suppressed and freedom of speech is enchained. Many children have no food to eat and no water to drink, and these children are also starving for education. It is alarming that 57 million children are deprived of education: they cannot go to school. This must shake our conscience.

It is hard to imagine a world without education. Sisters and brothers, many girls are suffering from early forced marriages and child trafficking. They cannot go to school. There is violence, but still there is hope.

There are many hurdles on their way to success. They are neglected simply because they do not have money. They are poor. There is poverty, but still there is hope.

Girls have been the target of sexual violence and abuse and are confined within the four walls of their houses. There is no freedom, but still there is hope.

Because of terrorism, hundreds of schools have been destroyed and children have no access to education. There is fear, there is terrorism, but still there is hope.

And do you know why? Brothers and sisters, there is hope because we are all here together, united to help these innocent children to come out of the quagmire of these troubles. We are here to speak for them. We are here to take action.

(Applause)

Dear sisters and brothers, apart from this, we also need a change in our ideology. Let us change the ideology of being powerful. A powerful country shall not be judged by counting its soldiers and its navy, but rather we must see which country has the highest literacy rate, which country has more educated people, which country has provided basic rights to its citizens, which country has provided equal status for men and women.

(Applause)

The country with talented, skilful and educated people is the real superpower, not the country with tonnes of soldiers and weapons. Let us change our concept.

Dear sisters and brothers, I would urge the European countries to support the suffering countries, especially in Asia and especially Pakistan, because Pakistan needs help with education, trade and development. An educated and employed youth will be able to shape and transform the future of Pakistan.

As a human being, I think that for the survival of everyone, the fittest need to struggle for the survival of the weak. If we leave millions behind, we can never succeed and will never survive, even if we are the fittest.

I am hopeful that, through our unity and determination, we can achieve our goals and help the 57 million children who are waiting for us. These children do not want an iPhone, an Xbox, a PlayStation or chocolates: they just want a book and a pen.

Thank you so much.

(The House accorded the speaker a standing ovation.)

 
  
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  Der Präsident. − Meine sehr geehrten Damen und Herren! There is nothing to add! I think it was a wonderful speech, thank you very much! Ich glaube, das war ein außergewöhnlicher Moment für uns alle hier in diesem Parlament. Ich möchte Ihnen danken, meine Damen und Herren, aber ich glaube, ich spreche auch in Ihrer aller Namen, wenn ich Malala sage, das war eine richtig große Rede. Vielen Dank dafür!

Ich wünsche Ihnen jetzt, meine Damen und Herren, gute weitere Abstimmungen und darf Sie, meine Damen und Herren Preisträger, bitten, uns zu begleiten. Wir haben jetzt gleich noch eine weitere Zusammenkunft. Vielen Dank!

(Beifall)

(Die feierliche Sitzung wird um 12.30 Uhr geschlossen.)

 
  
  

PRESIDENZA DELL'ON. ROBERTA ANGELILLI
Vicepresidente

 
  
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  Tarja Cronberg (Verts/ALE). - Madam President, as Chair of the Iran delegation, and together with the Chair of the Mashreq delegation, I strongly condemn the terrorist act which took place in Beirut yesterday. We will be supporting a request for a full investigation into this incident and would like to convey our condolences to any innocent citizens involved in this attack.

 
  
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  Potito Salatto (PPE). - Signora Presidente, le chiedo scusa, ma avrei gradito che la presidente Cronberg avesse fatto un intervento, anche in altre occasioni, a favore della liberazione degli ostaggi iraniani in Iraq, oltre a quello di oggi.

 
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